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Full text of "Abhandlungen der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft"

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J1. 



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Abhandlungen der 
Senckenbergischen ... 

Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft 




HARVARD UNIVERSITY 




LIBRARY 

Or THB 

Museum of Comparative Zoology 



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ABHANDLUNGEN 



HERAUSGEGEBEN 

TON MB 



SENÜKENBEB6I8ÜUEN NATURFOKSGHENDEN 

GESELLSCHAFT. 



FÜNFZfiHMTEB BAND. 



MIT smoHS TA.rax<ir. 



FKANKFURT a. ÄL 

IN COMIIISSIOH BlI MORITZ DIBSTBRWEO. 
1887. 



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OBERPUOCÄN-FLORA 

AUS DEN' 

BAUGRUBEN DES KLÄRBE(]KENS NIEDERIIAD 

UND OER 

SCHIJäUSE BEI HWH8T A. M. 



BESCHRIEBEN 

VHS 

l)t PHIL. TU. (iKYLEli UKD D« PIIIU h\ KINKKJJN, 

DOZENTEN AH SBNCKBKBEBOIAMDH. 



MIT VIKR TAFELN. 



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Die TicibantMi, watdi« io d«n Jdmn 1883 — 1886 UngB das M&iiiM aitsgefUiit wiud«D, 
tragen nicht iDflfai wMentlich duu Iwi, einen grUndliclienn EinbUdc in den gieologiaclien Ban 

der noteren Matogegend ') und die Schichtenfolge der tertiären und diluvialen Ablagerungen, 
von welchen die enteren in htesiger Gegend vielfach bii? in bedeutende, noch nicht doreluenkle 
Tiefen fortsetzen, zu t'^wimif^n. !)ondürn derkten auch bisher noch nicht oder UDVoOKonuaMn 
gekannte Faunen und Floren ^) vergangen* r Zi'iten auf. 

Von hiichnfem Interesse in beiden BezieluiiiKfii w:ireii (iie Ikugruböu des Klarbeckens « 
am IJoteti Hamm bei Niedcrrnd und diejenigen der S<-hleusenkamTn*'r und des Nadelwehres 
von Uochät, uiiuütU'lbai bei Nied, endlich diejeuigts der Scbltiu»eukamamr liaunheim; in Bezug 
aaf die Scbichtenfolge nach die BohrUcher im FnmJrfurter StadtiraM, welche zur Explorirung 
der GnmdwaMr deeelbat nbgetenft irarden iraren; diesen AoIMiIQbmd «ddiNwen sich dann 
die Firofile «d, die hei Bmnnmningen in der chemiscben Eabrik Griecbeim and hi der QelA- 
tin&brik Nied steh ergaben. Einkeün hat die atratigraphischen VerhAltofese, die dch 
hier erQffiieten, in einer Abhandhing: Die PHecInadiiditen im Unterm^nthal — aehen im 
SendteDbergiadmi Berieht 1886 p. 800—286 beaehrieben. 

IHe foIgMideB BIttter rind den oqiaQiacben Besten, die im Klttbecken bei Niedwrad 
and in der Schleusenkammer Höchst aufgedeckt wurden, gewidmet. Teita war es die Schichten^ 
folge, besonders aber die lithologische BoschaiTenheit der Al'luixertin^en, welche diese Reste 
enthalten, die Kinkelin zur Bestimmung dieser Sedimente als oberpUoc&n führten. Die im 

•) Kisktlln, Q«a»ffitAi» Tiikfanik der V^ibaag m tntMut n Ifaia. SctuikMib. Itar. IM^ 

p. 161-177. 

Die Teiit&riettea im Frankfurter ü&teu. äenckeab. Ber. ltliS5, p. 177—200. 

PUocIiiicUcihtai im üatenmtatluL SMdwab. Bor. IttB, p. an»-^SBL 

Senkungen im Gebiet des Uutcnnaintbaleii et';- S'pnrVfnh Rrr W'y p. '23,t — 2.59. 

Zoi Geologie der outeren Wettorau etc. Naasaui^che JabrbQcher. Bd. XXXIX, p. 55 — 69. 

KialfUii. I-to aeMwiwfciimMT wn Meterad vut ihre fwaa. 8«m1m%. 18H ^ »S-iMl 
Bött-rcr, Tomie BLonaiHliMekta «H den nktMHiiocIneB TIwimb «w Niedenrad. Sawk— b. Bw. 
im, f. 25»— 28U. 

EinkaliB, TMilitattw M hMhflufter HUm. Sm^kmlb. Bv. IMS, pi. 187 n. f. 

AUiiaa. ± aiMkmk uterr. Oea M- SIT. 1 



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Folgenden beschriebeuuu PUanzenreste bcst&tigen diese Bestimmung in vollem Mal&e. Es ent- 
stammen dieselben demnach einer Flora, welche für unsere Gegend die klimatlächen VerhäU- 
nisBe feBtiuteOen erbnbt, die zu der Zeit bernebteD, ««IdM der «filuvUea ttiinittelbar 
vonnngiBg. 

Auch die tm Unter' nnd IfitleliiiioetineH abgelagerten Sedinente «arai dnrdi AbAob 
der WasMT «i Festland geworden. Der llangel an Srnttmenten ans der Obermioeiineit la 
nnserer Gegend beweist, dafs daa Thwkenliegen des Jahrtausende von uelir oder wenig« 
salngem Waaaer eillinien Bediens diese Z^i Oberdanertei da andi lllr iinteriiUoelDe Ableger- 
QDgen skbere Beweise völlig fehlen. SenlcHttgen fBhrten dod gegen die OberpUecinuit aar 
Blidnng von einzelnen Sürswasäcrbccken in unserer Gegend.*) 

Vielleicht das fTriifstc diosor Soobecken mag e» gewesen sein, das eben jene oben 
genannten Tiefbantpn, ItolirunL'i'ii und lirunneiiiirabiitivren j^ii Tajjf brachten. 

Im Siillwo^len Frankfurts sich ansdehnenil. erstreckte e^ ^i< b (»twestlich von Nipderral 
bis B»d Wfilliarh liei Flörsheim, ticiue uördluhe (ireuüe stellt etwa der heutige Miiinliiul 
vom iUtttu Hamm bei Niederrad gegen Nied uud Flörsheim hin dar. Nach Sudeu kennen 
wir dagegen die Ausdehnung des Beckens nicht, wi^n nicht, wie weit sOdUch in der Ilbeia- 
ebene Bobnngen nnter dem Dilnriani Sande oder Thone ans der jQngsten Plindnaeit titfen. 
Dafo aber tnr selben Zdl im Bbeintbal andi ein SAbwanerbecken bestand, erweist Sand- 
bergers Bestinunnng der Dürkbeimer Brannlcoblen. (Sandberger Land» and SObwaseer* 
Cencbylien der Vorwelt; Bemerkungen Aber die eberpliecAnen BravnkobiMiablagemngen Mittel- 
dentsehlands 750 n. 751). Auf die biaher bekannt gewordenen nrttdiie in der Pftlnr 
Biaankdile kennen wir im Weiteren anrOek; bier miditen wbr nur aaf die Übveinstimmang 
in der Art der Sedimente hinweisen. Sandberger schreibt: „Über der Rrannlnblenbildung 
liegen in etwa zwölfmaligem Wechsel Tbone und rote Sande, welche zweifelkM aua dar Zer^ 
trflmmerung von Buntsaudstein hervorgegangen sind " Bezüglich des Ursprunges der grao- 
weilsen Sande im l'ntennajntha! möchten wir auf die Farbe kein grosi&es Gewicht legen, 
vielmehr in Riick^ii hl auch auf den meist reiehcn Glimmerjrfthalt einen ahiilirlu ij vernniten; 
auch hier ist das abgelagerte Material Sand und Thon in oftmaUgem Wechsel (.I'lioc&nächichten 
Seuckenb. Ber. 1885, p. 224 u. 225). 

SOdOetUdi von Hanan gegen Asebaffenburg, abo etwa awisctaen Grob^SteliAebn nn 
Seffigenstadt faatte rieb tin iwdtea Ebbniebsbeckn gebildet, das sieb s. & bei Seligenstad 




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mit einem 14 m. machli^'i-ri Bniuiikuhlenlager föllte.*) Kleine Flötzchen lagern auch auf (km 
Anamesit von Kltin-StcinlHim uiifl oberhalb Grob-SteiDheim am Main fand Theobald") 
ein kleines Flötz mit Blattern und Früchten. 

Dnnh die in SofigeDitadt gsfindeneD &pfeD von Pimu tumida Ludw. = Scknittspahni 
Lodw. Fimu GarimiiAA. Broi^« mdi Sandberger) wnrdfln di«M BnuiDlc«UMiUlifaDg«ii 
als {tltocia eikuint; ttbrigess gab rcImmi C. ROssIer*) aa, dab dl« finmnkohleD von Giob- 
Stainheim anf Baaaltthon licgeo. 

Im Vertaufe diesar Abkandlang frardan «idi noch «altera nnd ana-eicbeada Thatwchan 
heianntellan, dab Aea diaanB Grob-SteinbainiflT FUtti mit den in ihm «nUtattenen fVOcktan, 
nidit wie Ludwig*) es nahm, oUgodo, Bondern oberpUocin ist. 

Diese durch die Fossilien gewonnene Orientiruug der unter Diluv liegenden Tertitr- 
gebilde alF pliocän wird völlig bestätigt, durch die beim Bau der FJstmhahnbrücke bei Hanau 
1871 vor;jt'rjoinnienen Bohrungen. Narh «lern von Reg.'Baumei»tor Zimieermann aufgenom- 
m&utiu und im Hanauer Museum uufi^cäteilten Profil, wekhe!^ di« Bohrungen in einem Xableaa 
darstellt, ist in einem der 8 ^»rscrcu Bohrlöcher die Schichlcnfolge folt^eude: 



Grober Kies von 97,6i ^Mainsoble; bis 94,t.i m. als. Höhe 

Blauer Uran 91^ m. , , 

Fdner helignner Sand mit einem ThonneetdieD, aaeh 

BiauDkoblenaUIclKben 88,i« m. , , 

Blancr featar, sandiger Tboa 8&<,u m. , „ 

Fdnar Uaugnoer Sand 79^ m. , , 

Thon unduiclibohrt. 



Werden diese Profile mit denjenigen verglichen, welche in der im Senckcnb. Bw. 1885 
enthaltenen Abhandlung über die Pliocanschichteu im Untermaintbale besonders aus dem 
Frankfurter Stadtwaid p. 202 — 2Uy gegeben sind, so zfitrt sich eine geradezu vollf Übcrfin- 
»timmnn?; die lithologische Beschftflpnheit der Hanauer F'lini anschiebten ist i^'auz iliesflbe, 
wie die der Pliocaniicbicbtea im Stadtwuide, in der Höchster und Bauiibeimer Schleuse, im 

HitBcherlirh, Am Braimkohlenwerk , Grube Aaalle* M 8«llBHlMait na ISain (OewolieUatt Ar 
dM OnlUwraogtlnifli HanoB UM, No. 3). 

K ink«IlB, WMir 7««iiliBB na Bniiboliln der Umgebnog Ihiiikfirta 9enk«ik Bar. tBM, p 172—114. 
*) Theobald Ond Ladwig snr geolog. Kart« daf HMtim CMfitthadl M Aam. 

Lndwig, Wetteraner Ber. 1886, p. 6» und 63. 

— — P*L Vm, p. 52. 
*) Wettamar Bm. 1886 ^ 6& 



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— 4 — 



Gricheimt-r F.nlirli)i-h u. ~. w. Der lieleg hielilr ]iei.'t cbfiifalls im Hanauer MuM'iim in Form 
einet mit dtu m Bohrloch einauder folgeuden Tboueu uud banden gefüllten Gborühre. Die 
Rühre stellt somit qiuliUtiv, wie quantitativ einen Bobrkern in verjüngtem Mafsstabe dar. — 
I^ere Anfldftningm Ober die Scbklitei^ge im B«ck«ii Steinliciiii^ligeBabidt wArea ftliriginB 
noch iminer zu wflnscheiL 

Ab plioetne BnnnkoUw b«seichiwt schon Ludwig (Pal Y, p. 82 und Wcttenwer 
B«r. 1885^ p. 39) diii|«DigMi, ««lebe Uber d«in BMalte d«r Wettanui in Bttalttbon*) ab 
Usgendes und Zwischanmittel eiogebgert ainl Er sagt Pal. V, p. 84: ,Daa Dach dar Kohle 
ist nn magwer Thon, flbar ««Ichan O«r50a mit Kaochfln von JS^Jka» pnm^muiu ▼urkoanneiL 
Die KoUen sind aohin nocli aar Teititcfonnadon zu ladmen, bilden aber wobi eines der 
jnngaten Glieder deaielbeD* nnd iteUt ilur Alter aodi geamaer feafc in «einer BriBnteniag zum 
Blatt Friedberg der grofsh. hessiscben geobg. Spezialkarte p. 35, wo er alle Yerh&ltuisse 
des zwischen Barirrnheiin und Bierstadt liegenden Braunkohlenlagers naher beschreibt. Indem 
Ludwig die*e BraiiTiküMo mit nndrmi vrrtrloirht, niiTsort >:t si<li Pal. V, p. S4: „Die in dieser 
Kohle aufcpfiindfiH ri l'fiiiuaenrebtf niit'T'L-heiden .^icli \vp-eiitli<li von alltn in d< ii S,il/h:iu^tr 
und IlessHnlii III ker, iu den Böhmi-rlu u und Scblf^-i-i lien Kohieu «urgekommeneu I'tiauüe«; 
sie weichen eben^ sehr von den auä dem Weiterauer Tertiftrsaudstein erhaltenen ab uud 
bilden ein Gemisch nordamerikaniscber und kleinasiatiscber, der Jeutxeit sehr nahe stehender 
Formen, welche alle in uncran Gegenden noch jetzt- wachsen Iritnnteo. HI«Nun darf nan 
anf hlimatisehe Zosttnde acbUersen, wddie eich denen unserer Tage sehr nRhem; nor MH 
ea aof, dab viele diesw Pflanzenfonnen in Boropa ganz ausgingen und erat dnrdi Menaehen- 
hand von Ost nach West wieder elngefllhzt werden malsten''. 

In diesen Ablagerangen haben sich anch ein paar interressante Tierreste gsfnnden, von 
Domaaaenhein ein Unwvm nerdamerikaobdiem Cbankter, welchen Sandberger in seinoi 
Concbjfien des Uainzer Bechens p. 330, Taf. XXVIII, Fig. 6, hesehrelht und ahbOdeU ferner 
eine Anaduaa vitHu Ludwig (Pal. vni, p. 196, Taf. LXXII, Fig. 8-10 nad DasiMtldter 

Notizbl 1864, p. 76), letztere neben undeutlichen Pflanzenstengcin in dnen sdiwachen Lager 
tbonigen Siihaerosiderites bei Wölfersheim. Die für die Flora besonders genannten Lokalitäten 

«ind l!auernhfim. Wc(k<'.<heiiti. T)oi n.'L--i'nIiciin. Wnlfersheim und Porheim ; an letzterer, die ehe- 
dem die ergiebigste Fundbtelle vou Früchten war, &oU die Kohle jetzt völlig ausgenomroeo sein. 



'J Di<!«er Thon Ut durch Verwittemii^ von B«*alt «mutkqdea, cutluelt Do«b ntebr oder weniger leneUM 
BMdtatlcke ud »igt oft am flpdtibulnit» «b «U den BiNlt e|g«n bt 




In Be^uu auf ilic (ia.s Braunkohlpnfi5tzchPTi im Klürbcckcii uik] in der Hfichster Schleuse 
zusammensetzeudeu Teile dürfleu wir uuä iu der liuiqiUailiti dei' Bebchreibung Ludwigs an- 
schUefen. Ea mr m Padnrerk von Stengeln, Ästchen, IloUfetzen, RmdemUteken, Nadeln 
mit nur wenig zwisdien ttegeiid«u Sud und «riiuwrt dalmr an nuudie Ijugtm. ier Mflnien» 
berger SudsiteiiM, welcbm aUerdings fiMt durduuM etwa» viel Zartem nr Anlbewahruag 
anvertnmt wurde, nftmlich vorbennelieiid Blltter, die im Kllriwekai und in dar Hüdister 
Scbleim in «cbleditester ErlialtUDg tat Urine thonige Zwiadieidagen beaduttakt sind. 

Diese SehuitMleeliiehte, «ddie ndi fut in der ganzen BBugrabenwlile vom KUrbedEeB 
und der Höchster und Raunheimer Scblense ansbrettete, erreichte an evrterer LekaBtU an 
manchen Orten eine Macbti^it von O,4-0i,6 m.; ne enthielt auch grobe BanowtiiDme. Zwei 
dmselben im Mnsenm anijseetellt, verdanlEen wir der Gflte des Herrn Bannt Lindley. 

Was die Ablagerang, in weldier die Pflansenreate in der Wetterav bei mntefm ete. 
eingebettet sind, angebt, ebenso auch was das Hangende derselben betrifft, sind die VeridU^ 
niese jedoch liier i>ehr rerschüdfnf Wie oben beim Yer^leichc mit der Dürkbeimer PliocAn- 
bildung schon erwfthnt, »ind C!< tiellgraue, feine, ziemlich gliniincrrdche, kalklose Quarzsande, 
welche vielfach etwas scblichige, oft thonige Einlufjerungen eiilliiiltcn. Wahrend das PliocHn- 
profil in jeutii Itaiigruben nur wenijic Meter uiiiLliti:; war. ist es uns aus den Btthniiipmi und 
ßrunDengrabungen iu einer Mnditigktiil his> 44 m. bekannt, ohue dafs da.s Liegende 
erreicht w&rel Ks erhchuiut du, wie schon erwähnt, als eine Sandablageruag, welche mit sich 
auskeilenden Thonschichten wechselt. 

Wir schicken nuu uocli kuiv. der JSeschreibuug der lüarbeckcn- und Höchster Flora 
einen 'Ober1>lick über die Schichten innerlmlh des Mmhmw TeEtÜr-Bochena, weiid.e Piameii* 
feste enthalten und somit mehr oder wemger die Wandhug der Flbasenwelt in diesem 
Gebiete vor Angea filfaren, vomos: 

OHj^ocän. 

1. Pflanzen im Mefressaiidstein von Heppenheim.') 

2 Zienilii h reit he Flora vertreten durch kohlige Blattreste im mittleren marinen Mittel- 
oligoc&n von tlörsbeim.*) 

>) hn*wig, FtL Tin, p. «8. 
T. Fritach, «bw Mom IMa fai 4M HtMUn natiua TatÜmaMtiHa. SoMknh. B«r. 1BICV71, 

0«rler, TvMiikBlb te TntiSilm tm FUnMsi a. IL taidtanlk B« UA'U, f. S06— AN. 



3. F.inr reiche Flora, rrprascntirt diircb Blatta^iflrflrkp in ver^rhiedencD Schleichsand- 
Hi rizonteii ' vou Selzeu, OfTinbach a. M., Seckbacli, Stadecken, Elsheim, Nieder-Obn, Strafseo- 
gabel bei Vilbel, Nieder-Walluf. 

4. BraunkohlentliiUe im Cjrenenmergcl •) bei ürunäu, Seckbach, Uos-durf, Otleubach. 
Obor^ und Nieder-Ingelbeim, Bommersheim, Vilbel, Sachsenhausen, Hochheim, Diedenbergen, (V) 
Hofham. 

6. Die rdcbe flon da S«iidstaiM von Maraeaberg and Bodnnberg,*) 

1. Fhm aas d«r Untw and Hittdomcinseit» vertnlni doveb Frlchto, BllUnr etc.*) 

im Winterbafen von Frankfurt, Kiedhof bei Frankfurt, Salzbauseo, Hessenbrücken, (?) Ober» 
firtenbacb, (?) Sealberg und Beinbaida, vertreten darcb firoonkobleafltttxe oboe gernoer 

■) Uroo«», Eilaufenuig £ur g««li>g. äpecialkArlt:, Sectiou Mainz l!4>7, p. 21. 
La4wl{r, bttoMnuKr «w gatitg. SpednIkKrte, Ssetira OienlMdi ISM^ p, S9. 

Pal V. p 13'J n. f. (SclzenV 

Pal. Vm, p. 52 u. t VJi«ckbach). 

▼olf ST, Batlrtg« nr GmL d. OnfUiainigÜm HeHon, p. S& 

Gey 1er, (W diu TpriiärSora von StadKcken-Ebboioi. Saoetaofc. Bw. 1879/74, |i. 1<0— US. 
C. Koeb, £rliat«niiig «nr Sectüm Eltfiile, ]^ 27. 

XinlceliB, Sude oid SHditaM im Hiinar TertifcbwfeMt 8cmIwi1>. Ber. 1684, pw 186-217. 
*) Lndwig, Fossile Pflaana dar IltMtaa AMeSanf dar Bkciniidi-Walitaiaaer TKtür*P«niati«&. 

PaL VIII. p. f.l. 

Buttger. Beitr. z. pdtoac and faoL Xaurtaifa dar TkitiliflnaiatiaB ia Vmtm 1869, pi. 80—0. 
Kiakelin, KosaiUea «u dca BnaahoUaa der ümgatawff von Raikfart Sfladuab. Bar, 1884, 

p. 168-172. 
— bezflglirh SachA«nhaQMD ia UUeris. 
*) Rolle, Pflanienre.ite im ältecca Sandstein <ler Wetterau, Leoohard's Jahrb. 1852, p. 58. 
Lu<lwi:r, Ä1tf»ite rbein-wett<>raoer AbUUnm;, bacagUeb HOuaabeif vad Bockaabaif,? Naaiabliv, 

Pal. VlU, p. 40, 41 and 52. 
«, Bttlagahaaaaa, Foarflallata dar Itowa Bciwibotihmfamiiatloa dar Wattanw. Wlaaar fitiaasitar. 

LVn. um. Ver?I. X.-.Tahrb f Win IKTO, ^ -s^A 
*) Ludwig, Mittlei« Buge d. rbein-wetteraner Tertiärtonnatiim. PaL V, 1835—^ p. 132—151, 
V9lg«t, Beiträfa m, Oaol d. GfoJbb. BaaMa 1858, p. 98, batr. SegaMct« bei Fnudttot 

Ludwig, ÄUe«te rhein-wpfcTrjniT Ahti^ihmr? l'.il Till y. 12- '1, l^.'P 

Bnonkobleo in der LitorioeUcnkall^^ruppo der Tertiärfonnation bei Uhmz. Damutidter NotisM. 

1884, pw 108. 

Küllo Fj%Mlr rflauz.'u zu Ober-Erlenbadi (Vatlaraa)'. N. JaM. fir IGa. 1877, p. 774—788. 
Kinkelin, äenckeab. Ber. 1884, p 2d6w 
B8urer, SeaelntA. Bw. 1884, p. inft 




— 7 — 



«rkBmibu« Pflanwiirwt«^ bei GinlieÜD, Ewlmnlieiin, (?) OterAtaibacb, CO ßeinhards, (?) 
UwaeL 

2. Fluft dw Ltttbeohainier Sande*) mit Zahnen tm INnotfaerliiin aml Ifntodim. 



Die Oberplioc&Dfloreu aus dem Ilanau-Setigeostidter« dem Wettecaner, dem j^ftlziadien 

und dem Niederrad-Flörsheimer BeckvD.') 

Au/serhalb des Mainzer Hockcns sind iit Mittel-Europa wonipc» ^-ichcr orieiitirte ober- 
pliocäne, Pflan^ren nilireudf Aljlaut'niu;;eii kot.-latirl. Dieselben wfrdi.Mi uls j)liocatj von Heer 
in seiner Urwelt der Schweiz. [1. ooT uii(i .')0.s iitul von Saodberger in den Land- uod 
Sttfswasser-Conclivlien der Vorwelt, p. 74y— 7öl aufgetubrt. 

Es sind dies: 

1. Die Braunkohlen von Gandiiio bei lien^amo und LaFoUa dludune am äee von 
Vaiese (erstere sind «ach Sordelli quarUr). 

2. Diejenigea tod Bippersrude bei Arnstadt in ThOringeu und von Kranicbfeld 
unweit Weimar.*) 

*) Rolle, Übersicht der geo^ost Verhältnis«« tod Hombui;g v. d. H., \9S6, pu 14. 

Lodwig, Bnimkoiilen von MeiaeL DumtMtn NoiixbL 187«, p. 1. 

XiBkalin, Fonfliw tM BtaimkolilMt Bmäumk. Bar. f. 185—169. 

OorblodaHid« JL OwM. Bw. 1M6, p. 8SL 

•) Fr. Volt«, Ocolugiacbe KWt 1«.V3 ]v «7 

8»Bdb«rger, Ckmc^Uea des Mainzerbeckeiis 1863, p. 4ää. 

Lepiiat, IhlaiBr Twtllrlwclnii Wik, fk 151. 
^ Lüdwit^, Oeologisdie Qrofnhherz. beaa. Specialkarte. Sektion Friedberg 1855, p. 35—44 

f oaaUe Pflusen der jUagitan Wettuaaer Kohle. P«L T, IS&ö-aS, 9. 81—10». 

FoMile Pflancea a«t der UUflttfB AMeilang der AefaHwcttenkinr iPartttifoim. betr. Stdidietai 

!■ Mttaad. Pal. VIII, lKr>9-<n. p 51-52. 

Geologisches atu dem MainnriMokeB, HodieU ven Dorlieiiwr BiMUkoUfloflUt. LeoiÜMid* Jahtk. 

18«, p. 212-213. 

Em, Vnnat i. Sdnraii. L AvOage 1865, p. fi07. 

Laubmann, Pftrlchmm mit n<•in»^r rni?<»htinc .Tnhre<1>er. d. PrilUctila 1868, p. 107 ff, 
äaudberger, Land- nnd Sa&wAs»ei^C'oDcb;lien d. Vorwelt lt570— 7ä, p. 771—774. 
Boll«, VDHOa PflaoM lU Obar*I!irliiilMMli. N«m JikTh. t lUa. 1877, p. 771>-7T4 
Kinkclin. Fossilien ans Braunkohlen etc Senrkpnl). Bt>r IHftl. p. 17? -171 

Pliocbuchichten im Unter-Matnthal. Senckenb. Ber. imt, p. 200—209. 

«) Herbst, J«M. t Wm. \m, p. 173 und p. 567 a S6& 
Heiar. Creiner, Oeofnott Xaita iaa IMilagw Walte. H Ja/L IBBS, nlt littaitenngen. 



PliocBn. 




- 8 - 



Von dem Vorkommen in Thflringen murs uns insbesondere interessiren : 

1. Dafs der ans dem obaritaüscbeu Oberpliocan von Brongniart beachriebene Finu» 
Oertttü aoeb in ThOringeii voikommt Herbat ftlbrt vod Kramcfaiald bei Weimar emaa 
Pbm 4>AiMtt 0<lp|». an, dar aadi Saadbargar adt Piinu Oartmi idantiadi iat. 

2. Dab diaealba Zapfanart aneb aaa dem Wetteraaer PHoekn bekanat iet und zwar bier 
imter drd Namen van Lodirig beacbrieben -~ Pom» 8d^iuipak»i — Pimu cmhAAi — 

8. Dars solche nach von H. Laubmaan in der BnankoUe tod Dfirkbain anljgeAnMleQ 

and von Sandberger als solche erkannt wurde! 

4. Dafg MC von Kinkel in auch aus dem SeligenstAdter ftdte angefllhrl wird, wodorcb 
das pliofftne Alter desselben erwie^Pii i-?t. 

Diese Übereiiiaüuiiuuug, wtlclie die I'iioi.i Cnritsü Ail. lir^niuMi. zum Leitfüssil (i<ja Ober- 
pbotÄus stempelt, frstreckt sich tum weiter auf die Itnjlmi» cinerea L (= tephrodes ~ 
Qo^perti Ludw.) und auf ein paar VarieUXtua dur Uasekiuls. 

E. ?on Fritscb beeclireibt van Rippersrode auch eine AnaaU Pflanaea^^ noter welcbeo 
jedoch anCwr Oorfbut hßiaa keine ist, die mit oaBerer Sammlnag «od den an« aodmeD 
Füoeftnbildttimea bekaaaten PHaaiea IttMneinstinimi, Wir heben nnter dw tob v. Friiacb - 
beBcbiiebanen FrilebteD noch einen Lan» Ahnlidien Zapfen von Pkta Bumana naA ein« 
Thope Beeri henHis. 

V. Koeaea*) weiat auf meist wmig aa^sedebate, von Haaaenkamp beobaebtate Ab- 
lagerungen hin, welche in der Gegend von Ftilda-IIersfeld grane ScUofithone, in Verbindung 
mit hellen Quarzsanden und GeröUen, vereinzelt Braunkohlen enthalten, specicll auf die hieber 
gehörige Braui^kalile von Rhina zwischen Fulda und Hprsfeld, welche eine kleine Flora geliefert 

hahp, hin. Aufh diese pliocJInen AblaeemnErcn zoii;eii uNo eine arofse Übproinstimmung 
behaglich ihrer litbologiüdieD Natur mit demjenigen aus dem Niederrad-Florsheimer Becken. 



Von tierisclicii Resten ist nur «in eiiuiger, sehr seltsamer zum Vorschein gekommen; 
es ist dies ein Teil der Haut eines runzelig geschrumpt'teu, plattgedrflcktea, wohl ziemlich 



>) K. V. Fri tisch. Dag Pliociin im Tfaali^biate iv nhiMB 0« bTUliiBfia. JalulL d. pneilh. stolog. 

LudeMWtalt Air 18S4, p, 389-437. 
•) r Koeaea, Geoitgiiete VaditltBiM, mleb* alt teXnpoMmf AmBwm» in TeiUtttaag iWh«. 

Jahih. 4 imib. geoUv> J^adauaaulfc Ihr 1881, p. IM. 



FauM der OberpliocliiMbicliten. 




— 9 - 



cylindrischeu Wunnes, der am eineu Ende eine kreisförmige Erweiterung zeigt, in der eine 
einem Saugnapfe äbuliche umrandete Grube deutlich zu erknmai itL Ika taäett Ende iit 
nldbt €TlMJt6ii> 

Die Liag* des Stftekes b^itgt 23 mm, die Breite 4— min, der Doxdiiiieeaer jener 
er. SengBciieibe 6,» mm. 

Die tnliwre Skulptur beetdit «n »litreicbeii« eng ea enieader liegenden, parallelMi 
Lkqgiidbeii von ^Otdum. Prof. Dr. Noll hatte die Gate, mikroekepiscbe Pri^enite henm- 
stollen; aech den en^heHten PrAparateu dieser Haut halt Prof. Noll dieselbe f&r diejenige 
eines Egels (FiteieolaT). Unter dem Mikroskope sind meblftch anch noch Ideioe Öffiiiuigen, 
«obi AusfQbruugsgftDge von Drttsen, zu erkennen. 

Fundort: Klärbecken bei Niederrad. 

Flora der OberpHoeiMeiifeliteii. 

Die Flora unserer OlierpliocUuscliiclitc-n bo-tcht, wt-nn wir dif S]>nifi] von zwei 
PyrenomjwtPn einrechnen, aus Arten. DicM' kleinen l'ilzfonnfu, die i'iiiziRfu Kiypto- 
gamenspuien, whIcIu' wir tJiiUlei:keu kuiiüUju, limleu sich auf /vvui nur gauz bruchstückweise 
erhaltenen iV»tclieu. Der eine Pyrenomycet bildet flach ausgebreitete, rundlich umschriebene, 
in der Mitte leicht etogesenkte Pyrenien und abnett etwa dem Ihjpnxyion ßttam Frlea (anf 
verwesenden Isten versdiiedener HdsgewidMe) oder der Dtatrypt düe^onnü Fr. (anf 
Bndieolsteii). 

Der zweite kleine Pilz erinnert etwa eii Eutj/pa ^tHOtm TvL (an Asten von Cnjiänit 
nnd Fkgtu) edw wobl ooeh beaaer an Böa^atia AguUa Tul., weldie jetzt nicht selten an 
Terwesenden Isten veiiAiedenar Bol^ewftebse dcb Ifaidcl Wie bd der letetgenaanten 

lebenden Art zeigen sich deutlich im Umrisse runde, bauchig angeschwollene Pyrenien, wdebe 
mit aufgesetzten Spitzchea versebeD sind. Nur ist dieses Spitidien Cut mehr herrortretand, 

als bei der lebenden Art. 

Fundort; Klftrbepkpn bei Niederrad. 

Auf diese li<'ideii Tyrenomycetenspuren legen wir jedoch kein zu grosses Gewicht, da 
es sich um wenig cbaräcteristische Ähnlichkeiten handelt und gehen Qber zu der Beschreibung 
dar von US beobachteten Pbanerogamen. 



A»»äl1. 4. SiMbtib. MtatC Om. M. ZIT. 2 



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Beschreibung der Arten. 



I. Coniferen. 

1. FMuelite« Earopaieas Lndw. 
TUM I. fif . 1 • ud b. 

Eine eigeDtQmlicbe , recht gut erh&tteDe Frucht besteht aas 5 holzigen Frncht- 
UtUeni, die, in «nem KrdB niummengwtidlt, zu einer Art von Kapeel zmHuninensdille&eii. 
DtMdbe atdlt eine Pjreinide mit breitem Boden dar. Jede eioidoe Klappe ist Uoglkh 
eifainnig und nach oben in ein ▼endunlierUst End«, diese» bti der beeterlialtenen Klappe 
etwas wenigea nach anfaen umgebogen, ndaafeud. Im Queneluitt vt sie dreikantig. 

BeditB und linln von der nach Imien liegenden Kante zeigt jede Klappe eine Höhlung, 
in welcher der. wie es scheint, eiCSnnige Samen gössen hat. 

Anf der Aufsenseite sind die zwischen den Kanten liefrenden Flachen konkav. 

Lndw iL- bildet in Fal. VIII. Tafel XV, Vig. 3 aw\ Tr.ff'1 XXIV, Fig. 4 eine cnt- 
sprecht'iuli' Knicht als Freueh E»r,',paen ab. Die auf letzterem liiUle dnrs«tf'lltp vollstfliiiliiif» 
Frucht staimiit von Grofss-Stciiihoim, Aufficrdeni findet sich diese Fnutit luuh IvudwiL' a<ult 
in dem llydrobivrikiilk von I rankfurt (Pal. V, pap. 136. Taf. XXVJI. Vig. 14> uud iu der 
Müu/enberger Saudüteiuablagerung von Rockeuberg. (Pal. Vlli, TaL XV, Fig. 3, Uohkbdruck.) 

Mit dem VorkoBsnen aus der SdilenBenkammar von Hdcfast und «os den Klarbecken 
stimmt nun redit gnt die Kapsel, wdebe Herr Lehrer Rnaa von Hanau in den Tbontagem 
Yon Stdnbeim fand und Lndw ig in Pal. VIII, p. 68 Iwaehreibt und auf Tafel XXIV, Fig. 4 
aUnldet, weshalb wir unsere Frucht bis anf weiteres biwber weisen. 

Ks wäre dies der einzige der südliehen Hemisphire angebOrige Tjrpns, wektaen wir 
in nnserw Pllociolloni bitten. 

Fundort: Sdüensenkanuner Hiichst o. If . nnd Ktirbeciren bei Niedertad, je eine Frucht. 



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— 11 — 



8. Tn«dlim dMkAnra Heer plioeAenicam. 

TMI I. Fig. 2. 

Aus dem sonst eo scbleeltt wäuUbmm and so leidit serbreebBdieii Bfiktterpackwerk 
gfSaag «» um «ineo Ueiiieii Zweig von Taxodam cfuf^Ukm ba«n«ivwlial«B. Mit konem, 
aber inimerblft dcntliehem Stiel mren eine Annbl KadelbUtter vod etwa 7 Us 11 lUii Llage 
und 1 mm Breite «n der Axe befnügt Sie sUmmten gans mit draen von Heer und Anderen 
abgeUldeteB Zweigen ans den IGocftnaelnebteQ. Wir beseidiiien äe jedoeh bier wegen des ' 
FnadorteB als forma pUammubg, 

Fundort: Klirbeeken bei Niedenad. 

8. PfDW BontMiR Miller fmOta. 

tat L Sif, 8 a. 4 

Eine Ideiiie Aniabl (4) mehr oder minder gnt erbaltener Zi^fe», die «nf kuraem didcem 
Stiele «itien, atimmen am beatea mit Fmtu ntonlam Hiller Uberein. 

Der grölsere nad niebt ganz sjrminetrisch gebaute Zapfen ist 90 mm bmg und SS mm 
breit; dos kleinste der YorHegenden Exemplare bat um: eine Liage von 26 mm und eine 

Breite von 17 mm. 

Die Gestalt ist etwa eifRrmiit, nach oben etwas spitz ziilaiifftid und erscheint bei ein 
paar Exemplaren in der uiitcn'ii H.llftc lianchifi erweitert und zwar iiiclit völlig ?!eichf(lrmig. 

Die Fruclitsi huppeu babeu im Miltd etwa eine L&nge vou 14 mru, eine Breite 
(iu der etwa^ verbreiterten Mitte) vou ^,25 mm and eine obere gröliste Breite (d. i. die Ikeile 
des SduUdwns) von 8,75 mm. 

Bas Scbildeben Ist stark gewölbt; es bildet gewiaeimaben ein nndentlicbes 
Dreieck von niebt gana gleidttdienk^ger Gestalt, dessen hScbste Spitie in der Bogel nicbt 
in senkrediter Unie Ober der Narbe Hegt, oondem aaeb rechts oder andi links stebt. Die 
Narbe selbsl ist ein mit erbAbtMU WaU umaogener Bbombus, in denen Mitte das KnO^ebeo, 
anf der das Schüdeben balbirenden Leiate gelegmi sieb befindet 

Die Breite des Schildchens 8,75 mm 

Die Hohe des Schfldchena 6.00 » 

Aus der Jüngsten Brauokoble der Wetteian und zwar von Domassenbmm bescbnnbt 
Ludwig einen kunen, spitaovalen, speixigen Zapfen von SB mm Ltnge und S9 mm Breite, 
wekber dem unswigen gans Ibididi ist; nur wäre etwa m erwnhnon, dar^ Ludwig aogibti 
dalk In der eingesenkten Mitte der itaombiscben ErhAhung des SchüdcheBa eine Wane ge> 

s* 



- lÄ - 



RMwn habe, wfthrend bei atacna ExempUrea das Knötchen deatüdi auf der das Scbildchen 
diaiptnal toh nchta nach finks darcfasieheiHleo Leiate steht. 

JP&iut brtvü (Pal y, p. 89, Tui. XDC, Fig. 1) wird wa Lidwlg mit Am» «äbwfrfr 
verglkhen, ataht aber tvati mancher Ahalichktit der Pirna «miiaiw MiDer vShst, wie aebm 
Heer (Unrelt der 8d«eis, I. Auflage 1865, ]k S07 Amt) augilit — moHlam MOL 
kommt ftbrigens auch anderv&rts fossil vor. So z. B. in den Schieferkohlen der Sehwetl. 
nach Staub in den Schieferkohlea von Frek (Felek) ia Siel>eQl)llrgeQ, und ia den forest bedi 
in England, wo jetzt diesi' Sppcies annt^e^^torben ttt. 

Fnadort: Klärbecken von Niederrad. 

4. Finm AakMUuyl bot. tp. 

ümter lunereii NadelblShen) hefiodet >ieb ein der Kogelgeatalt deh sehr staik nlhemder 
gut erhalteoer Zapfen , deasen Spitm aUelo nidit voUstladig ist 

Srine Breite betragt 24 mm, seine Linge 24 nun, doch mag er immeihin nraprönglieh 
26 mm bag gewesen sein. 

IHe Form des Schildes ist oberhalb des Knflpfdm» m eukt halbkrtiaftnniger 
Gestalt« die Narbe ah Ifittelptmkt gedacht, und zeigt sich auf der Oberflicbe radialrunzelig. 
Die untere, etwas kleinere Hälfte des Bchildchena ist von der «beieo durch eine feinere 
Leiste getrennt. 

Die Narhc stellt sich als ein rhimihoiil.iles Feldchen dar, in dessen vertiefter Mitte 
ein kleines KiinKlu n oder Kuiipklien aicli vurtiiidel. Dieses Feldchen ist nach nntcn oder 
hinten mit eutem fast lialUkrnisforniigcD W&ll begrenzt, von welchem dann nach rechts und 
Uoks die Schildbegreuzuug fortsetzt. 

An einem der ausgebildelaten Scbildchen, in der Mitte des Zapfens, sind die Malse 
folgende: 

Breite 8,5 mm 

Höhe dea Oeaamt-Sdiildcbeas 6.S • 

Eotfmiung der Narbe von dem obenten Punkt des oheran Bandes 8,6 , 
An einem Schild im unteren Teile des Zif^dmos ma&en vir 

eine Breite von 6,5 mm 

eine Höhe des Gesamt-Schildthcns 6i5 » 

und einen Abstand zvisehen Narbe und oberstem Punkt dee Schiidchens 2,75 , 



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- 18 - 



Mit liicscm fossiler» Zapfen stimmt fiu autlerer, weküef in dem oberohgocÄueu Münzen- 
berger l^itidstt iu von Uo lKc n t>t;rg nicht hAufi^ gefunden uiul vuu Ludwig als Pintu 
itrbicuiaris (Pal. VIII, p. 70, Taf. XIV., Fig. 2) beschrieben und abgebildet wurde, was die 
<3estalt der Sdiuppen «ageht, recht gut; Der Zapfen tob Bockenberg hat jedoch «ioe L&oge 
Ton S8 mm md ein« Breit« tob but 24 um, bo ith d«r ttnanrige Im Vergleich zn jenem 
»pittoTalen Bodnoheirgw ZqifeB der KngelgeBtalt bat völlig geBkhert iat 

Di« Bdkttppen des dOgotiUteii Zapfeos sind uch Lad vi g 7 mm br^t. la letiteier 
Hinncht «lirde der im Kltrbeekea gsAindene Zapfen mehr dem too Stelaheim von Lndvig 
beKhrieheneD Arno cv^omw (Pd. vm, p. 76, Taf. XIV, Flg. 8) entepreehee, vcieh' letiterer 
«iedenun in der Oestalt der Sdinppen sehr hedeutend von rnnraem Fesril «bweiebt 

Diese Pinusart benonBen vir nach Herrn In^eukur Aslcenasy, velehem Herrn ifir tt. a. 
«och dieses für das Museum wertvolle Gcsciienk verdanlien. 

Fundort: Klärbecken bei Niedetrad. 

5. FiDiLs Ludwi^fi ächimper. 

T«(. 1. i'vz. ti u, 7. 

Von obigen zwpi Formen. An Pinno niftiitaiia MilltT uiui Pinns .4=;kcnasyi n. sp. unter» 
scheidet sich noch ein dritter, zierlicher Zapfen von stumpf eiförmiger Gestalt, dessen 

Lange . . . . S7 mm, deeseii Breite .... 17,5 mm 

betragt. 

Die Form il«'r ^clir H;n lu ri Scliiliicr i^t rhombisch und die Zeicliiiun;^ selbst nicht stark 
ausgepiil n t ; eine znitf, bisweilen fa^t <.'rlo^^hene Leiste nimmt diesen niederen Khombus ein 
und erweitert sich tu dt^r Miiie eiiuw ebenfalls rhombisch gebildeten feldchcn, in dessen 
«bercm Winkel das wenig hervortretende Knötchen sitzt. 

Die iiutie des bchiidcheus (in der Mitte des Zapltiis ^euommeui betr&gt 3,5 tum 
Die Breite 8.0 , 

Von der eben bcscliriebencu Za]ift'nform nntcrscliridet sich riitu« Ankenasiji durch die 
halbkreisartige, obere Ildllte uud die relativ bedeutende Hohe des bchildcbeus, uu^erc I'iuus 
motoana aber durch die .stärkere VFSlbnng und die robustere Beschaffenheit der F^uchtschuppeu. 
Oberelnethamung findet dagegen statt zwisehen d«n fieagüchen Zapisn «na dem KIlrbecIteB 
und den EaempJamn, welche Ludwig von Sleinliejm unter dem Mamni Fuau «m^tmü in 
FaL Vin, p. 76 heeehieibt und auf Taf. UV, Fig. 8 abhiUeL 



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— 14 — 



Hiennch luben di« Zapfen yon Pmw» 09^(trmu: 

«•ine Llage mu 3,5 cd ood ein« Bml» von 2—2,5 cm. Die Sdiuppea endigen in 
„rhonteidelee Sebüden, weidie et«* lulb so bocli eb breit nnd lingBan mit einem 
„teistenbnmgBii Babmen einge&lkt eind — (wee evcb von aneerem Exemplar gilt) — 
«and in der lütte ein rbomboidales mit flachem Dorn ▼eraiwtes Feld beben. Die 
„Sebflde eind aebr dOan, so auch die Scbnppen. 

Hbuicbtlkh der Dannbeit der Sdiilde res^ Sehuppen atebt JPimu AmIbmo^ awiscben 
Pimm nUHOama und Pimu ov^ermu. 

Wir nabmmt flir Harn w^ondt Lndwig den Scbimper'aehen Namen, da Scbimper 
darauf hinweist, dafi unter den lebenden Pinmarten eine Piam ot^ormM Beben existirt. 
^cbimper traiti II, p. 266). 

Fundort: Klärbecken bd Niederrad. 

Pfniu Cenbra L fiMsiIi& 

T>f 1. Flg. 8 n. 9. 

Ein auderer. leider nicht voIlsuUuliy eihallouer Zai>ieu einer giosaereu l ührtuart 
mag dem oberen Teil dessclbea uach zu uiteilen, von kurz eiförmiger Gestalt gewesen 
sein. SehM Lange betrügt 6d mm, seine ^ite 42 mm. Dieee IbCM «Üidoi aomit dnem 
kleineren Zapfen von iVmw Ganftra L, dessen Dimensionen auch im VerbaitniB 8 : 2 stehen, 
entsprechen. 

Aach bei uoeerem Zapfen sind die Fmcbtscbuppee breit, dftnn und xiemlieh lang. 

Bei Schoppen, deren Schilder in der Mitte des Zapfens gelegen aind, ist die Linge 
3S mm, wlhrend die Breite rascb abnimmt, so dafe die grafseren Schuppen, noch etwa der 
unteren Hatfte aogeharig 18,6 mm, wenig darüber 16 mm lang sind und bis zu 12 mm ab- 
nehmen. Nach der Spitie au ndimen die Fruchtblätter sehr bedeutend an Breite ab. 

Das Schild ist wenig mtwiekeit und UMet aber doch ein veidicktea Ende des Fracbt- 
blattes. 

Die Samen Taf. I. Fig. 9, von welchen uns eine Anzahl erhalten sind, sind ungeHHgelt. 

Sie haben eine Lftnge von 7,5 — 8,5 mm und eine Breite von 4,5—0,0 mm. 

Difsp an und für «ich kräftigen Samen li.ibi n nnf der Unterseite der Basis des jedes- 
mal darauifolgeodea Fruchtblattes charakteristische, kraftige Eindrücke hinterlassen. 



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Die Übereiiutbiiiiinog dieser VeriialtiifaBe mit der lebenden Fkm OemAra L venaUbt 
uns diese Form bis auf Weitwee biehw «i zieben. 

PumM CmSn L wurde finril in Toiflnooren bei Ivrea geftnden (verfL Sehrftter, 
Flom der Eiinit). 

Fnndnt: KlBrbecken bd Niedemd. 

7. Phtiis StrobiiB L. fbarilin. 

TU. L 1%. m 

Des fldir meoeribeft erheltene ftacbetudt eines Zipfens dentel dennodi In den 6—6 
Fracbtscluippen, df« noch veOstindig erbeUen sind, snf Pßm$ «SMm L. Hit dieser jetit In 
Kord'Anerika heimkclien F5bre stiaunt nicbt blob die LUk« d«r ^dndel^ sondern vor IDeu 
des Yerbalten der Schuppen. 

Letztere sind 23—25,5 mm lang und 9 — 11 mm breit; sie verschmftlern sich ein weniges 
mch der Basis. Am Ende tragen sie Hn nirhf «ehr stark hervarlretendes Schildciien, 
de&seii Lftnse 7 — 7,n mm. Broito 'J — 11 min bfti'ilu'^t. 

Dasselbe führt wiederum an >>f'\mt bpitite eiu rliombiache» bis dreieckiges Felddien, iu 
dem «Herst ein Knötchen, jedoch nicht immer deullicli, sichtbar ist. 

Die Kiuchtächuppeo sind wie beim rccentcn Finm Siroius mit fast leibtenfömig hervor- 
tretenden oder lüuenfbrmig Tortieften LAngBstiei^ «tf der Unterseite versehea. 

Es sind noch B Stücke Torhanden, die sidi mit grUbwer oder geringerer Wahrschein- 
Ucblcdt hier anreihen dttrften. Zwei davon sind, wie es scbdnt, von Eidib5mcb«ii benagt 
worden, das eine bis auf die Basis der Fmchtscbuppen. 

Sehr viel Ahnlicbkeit zeigen anch die bdden Tübiya, welche Ladwig Ptf. VIII, p. 68, 
Tal XIV, Fig. 6 and 7 als BMadenma nnd TXiiya ThteißUmia von Steiobwm «Hfihbrt. 

und dOjften ohne Zweifel trotz der schlechten Erhaltnng aneb diese bddM Sttldce m Amur 
fltrvhtf gehflft haben. 

Es m&g hier noch erwähnt werden, daTs auch Sordelli fiir die quartkre Flor* von 
PiaDiro in der Lomiinnlci eine Pinux spec. aus der i>ection Utrobus anführt. 
Fundorte: KUlrbeckea bei Niederrad uud Schleuaeuitainmer liei Höeiist. 

8» Laviz BamiMM h. feteilis. 
Tat L ?ig. it 1. \% 

Aach die Gattung J^rir ist durch vier Zapfen von vendiledener QrAbe vertreten. 
Die typische Fonn scheint eine iaoglich eiförmige geweeen in sein. Der grdbte der 



— 16 - 



Tinliagnidn lnl«hM lAoge vob 06 umi uwl eine Braitn 17 mm; ein bedentend ktefaienr 
von llmlklier Oeatalt hat wir 20 mm Llng« nod 10 mn fiirite. 

Efn dritter Zapfen enebeiat melir rein eiftnatg; «r beaitst eine LAnge von 26 mm 
und dne Breite von 16 mm. 

Die Frucbtlilttter «itspredien in Gesteh und GiO&e, flbeilitttpt in «Den TwIiittnleBen 
der Fmchtsehoppm, uoaerer reeenten £arw Empata. 

Vou sehr abnormer Gröfse und Form ist ein drittes ZÜpfchen Fig. 12. dessen L&nge 
13 nun und dessen Breite 11 mm ist. Da unter unserem recentem Vergleichsmaterini Zajifen 
vou enUiprtnhcud perinfiren Dimensionen sich vorfinden, so ziehen wir auch diese Form mit 
den voiigfii ziisiinimen und ii!noi>cliC'iden 9ic vnn deiiselbeu als formn globularU. 

Vüii Ueu drei Larixarten aus dem uutenuiot-aueu Mergel deä Frankfurter Winterbofen», 
welche Ludwig Pal. V, p. 137 -138, Taf. XXVIII, Fig. 1, 2 u. 3 beschrieben und abgebildet 
hat, stimmt keine mit denjenigen aus dem Klarbecken übercin. 

Beate von Lttri» Europaea L. iretden Hr andere Fnndorte i^bt setten anseflUirt. Wir 
crwtbnen n. & die ScUeCnlioUMi d«r Scbweis» ven KeitbaGl^ für Laaenbnig, von Sordelli 
f&r Leife u. e. w. 

Fnndori: EUcbeelran bei IGedeirad. 

9. Abies Lo«hri nor. sp* 

Taf. I. Fig. 13, II n. 15. 

l'iitt'i uiisL'iL'ii Fassiliori bcfimlen pirh die Reste von üUiif Zapfen von eigeutOmlicber 
Gestalt; zv^ii uilti lini hiiid fast vollütAudig erhalten. 
Die Gbatalt i»t walzig. 

Das grülste der vorliegcndcu Kxemplaie hat eine Länge von ö2 mm und eine Breit« 
von 19 nun. 

Die Scbnppen errmcben lelir bald eine lebr bebraebtUebe GrOCw nnd «wer seivoU 
der Höbe wie der Breite nndi. ESne sebdie Sebnppe »eigt nlmlidi ntebt weH Aber der 
Baas dea Zapfens eine Hübe von 24 mm und eine BnÜib ven 21 mm; die dicht darüber 
be fi ndliche Schippe aber ist 26,5 mm lang und 32 nun breit Ifit dieeer bedeuteoden Breite 
nnfülit sie, aicb etwaa einrollend, die HUfte dee Zapfens. Die Schuppe ist etete von einem 
Imrzeu starken Stiel gr>tnt(;en, welcher an der nicht gerade dicken Spindel festhaftet. 

An der Spitze des Zapfens nehmen, wie dies bei unserer reeenten Ah'rfi po-fiwilm D. C, 
wenn auch nicht so deutlich, der Fall ist, die Scbnppen ttbenaachend schnell an EObe und 



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— 17 — 



Breite ab, so dafs das Eode abgestutzt erscheint.. In unsertsD Htiudt n l)*'fiii(lft ^ich das Kn«]»} 
eines Zapfens, wo in zierlich&ter Weise jedesiuat dan Auf&öre Scbuppcnblatt da» iuuere umlafst 
qnd 10 tSm Art Boflstts Flg. Ift imtollt 

Wllmiid «ho am End« die FhKhtocbnppeo w anforadenUkli godrikiigt endieiiieB, 
siiid sie gerade in mittleren TeQe vertikal weit anaeinander gerOekt, ao dafo in der ndttieren 
Pertie des Zqtfena die einsdne Sdinppe Ober die ntchste untere um 11,6 mm hervortritt. An 
der Baaia der Frochtblitter ilndet eich je «n DeekbUttehen, tralehee bis aar Ifltte oder 
etwea Ober dieeelbo reicht Daaeelbe irt nach unten liin breiter nnd Hüft plötzlich ataik 
veQOngt in eiee mehr oder weniger hunge Spitze an», wie es andi im nnaerer Tanne, WMin 
auch in geringerem M afte, der Fall ist Der Band det Deekaehuppe, beaondera noteihalb 
des Austrittes der S;>itzr>, dürfte gezAhnelt gewesoD sein. 

Nach allen diesen Eigenschaften rechnen wir die.se Zapfen zu den Edeltannen; die fo^^ilen, 
welche alle aus dem Kl&rbecken stammen, dfliflett in nahe Verwandtschaft zur nordanerika- 

niücben AhVx nmafnlts Dotif:l,"i5 «trhen. 

Den um die Ausbeutuug der jiüociiutm Flora im Klärbecken liocliverdienten Herrn 
lugeuieur Bernhard Loebr zu ebren, nennen wir dieses büchst interessante Fossil 

Abüt LoAtü 

Fundort: KUrbedceB bei Niedemd. 

10. AbiM peetimte DC. (?) tmW», 

Es finden sich noch eia%e adir nnvolDHnanwne Beete von Zapfen, wekhe der dichten 
Stellnng und der Konabtenz der Schoppen nach m urteilen, sieh möglicherweise auf Äbk» 
ptetwioia BC beziehen kOmitni. Wegen der Ifangelhaftlgkeit dieeer Besta wagen wir dies 
jedoch nur vemratongiweise anszuaprechen. Beate unaem Eddtanne ühmI Sordelli andi 
hei Be im Tai VegenOi 

Fundort: Elsrbeekeo bd Kiederrad. 

Eine andere Partie Zapfen, die vrir hier noch «rwOhnen wollott, Ist von nodi proble- 
matisdHfer Beadialbhhdt, da insbesondere die Sdinppen ataifc abgerieben oder sonat be- 
adiodigt encheinen. Obwohl die Oestah des Zafifena noch dnigernMÜmt erhdten ist und etwa 
auf PSmu r^ßtuh-^guamtm Lodw. hinweist, mOsaen wir kUtere doch ohne Bestimninng hnam. 

Ftandort: KHiheeken bd IGedamd. 

AMm<L <. SMAtak MMtfc Om. 84. IIT. 3 



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— 18 — 

Die Gattung Mü» iit afarigens, abgesehen fOD JMu JMri, «D«h inrd BUtter gn- 
skhnrt; weugstena sahen wir eins Anxakt bnitenr Nadeln, midie, daiduogea von eioem 
MIMehierv und am Ende in 8 Spitadiro andanfend, nnbUbar EdeltMineoi tngetaArt Ittbenj 
andi liaben wir dnea Iddaen ntft Nadeln lieaetiten Zwdg vor nna, deann Büttttr, in dne 
Fildie auagebnitBt, brdt and ven nndeotUdiein llitldnerv doidungen, am Ende aber Inder 
flidit neiir gut erkittien waren. 

11. Picea vulgaris Link, fosailia. 

Tiif !l, Fig. 1. 

Eine Auzah! mehr oder minder voUkommcuer Zapfen haben eine solche Ähnlichkeit in 
allen VerhftItnigscD mit PtWn tfi/garis Link, dafs wir dip^elbeii der KewiUiiiliclicn Kothfic hie 
zuweisen. Der Rröfste, leider am oberen EmU' ah^'L-bnn Letio ZajifLU nn^ bei eiuer Breite 
vuu 3'J mm ungefähr eine Länge von lÜQ nun beäes&ea haben, also ein VerhlLltuis, wie es 
bei der lebenden Flora gewöhnlich ist. 

Eiu uudei-er kieiuerer Zapfen (Taf. Ii i'ig. I), dessen oberes Ende vollicommcn erhalten 
ist, zeigt 61 nun Lftnge und 80 nun Breite als Dimensionen. 

Die Schuppen, welche nach uuteu in eiu fast stielartiges derberes Ende verlaufen, 
verbidteni deh nadi aabn aeliBeD und bilden vadi eben bin ein xiemJidt gldchadienkeUgea 
Dreiedc, dessen obere Spitae Idcbt «ngekorbt eisdidnt» wie dien audi bd der lebenden 
Fidite SU beebachten ist 

Die Lange enier Sdinppe lietragt 27,5v die Breite 17 nm in llittd. Wir mafsen aber 
andi die Brdte und HObe einer 8ehn]iiie, soweit sie Aber die nidnt untere bervorzagt und 
finden: 

Im obwen Teile dee unteren Diittds Hübe 10, Brdle 14, 
im unteren Teile des oberen Dritteta Hfthe 9, Breite IIA 

DieaeibeB Kate bei einem Zupkik der lebenden Form waten: 

im oberen Tdle des nnteren Drittels H«he 11, Breite 14, 
im nntenm Teile den obenn Dritteln HAbe 10, Breite 11. 

Sie dnd also nabeau ftberdnatimmend. 

Auf der InnenflAcbe einer Schuppe sahn wir rechts und links von einer Mittellinie 
einen ateik gefllgeltmi Samen, wddier gut ausgebildet war. FUgelfllnnigB Anblngsd jededi 
ohne Samen konnten wir an anderen Schoppen hlufig wnbmdunen. 



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_ 19 _ 



Vmare BeobacbtiiBgeB foMOer ConlfereDsanen beadutaken «idi aaf dteobifMi««! 
Mf Surna von JPbmt Cm^ L. fmttU. 

Bflst« der Udito «ardw aiidi andcnitrtB gefimden wie i. R io dm SdileiHrkolJen 
der Sdkweli, a«di Keilhack bei ImaiuAmg, ntch Sordelli bei Lefla und bri Be im Yal 
Tegezso n. I. 

Ftandorte: acblemmntominer HMnt und KUibeckeo bei MedemuL 

12. Pic«a latisqnaroosa Lud«. *) 

Tsf n Fte 9 find r! 

Sehr grofse ÜbcTeinstimmunt; mit den oben geschilderten Ziiiifcn zeigen andere. f,'ut 
erhaltene, gröfsere. Sie zeichDen sich jedoch vüu jeucn durch um vieles derbere Konsistenz 
der Schuppen ans. Dieselben besitzen folgende Mafse: 

1. eine LAoge von 78 mm, eine Breite von 40 mm bei einem vollkommea erhaltenen 

Zapfen (Taf. U Fig. 3), 

8. eine LiDge ton 108 mm, Bidt« von 60 mm bei «nem Zapfen mit sparrig 

geOflbetan Schuppen (Tat U Fig. 2), 

8. dn« Linge von mdunebeilnUdi 110 mm, eine Braite von 46 mm, bei «tnern des oberen 

Enden entimbrenden Zapfn. 

lUttelsehcqnMiB beim EsemplMr No. 8 bnhon 

20-^8 mm Llage vnd S4— ao mm Sftite. 
Wie Ludwig Pal. VIII, p. 77 anführt, ist des Fnuhtblatt nach oben hin daoner nnd 

em Kandc mehr oder minder deutlich gekerbt 

Aufser den GrörseDverha!tnif!s<»n der Fnirhischwppen im flanken mnfscn wir anrh die 
Dimensionen, welche sich bei dem Qber den unteren Schuppen hervortretenden Teil der 
Schuppen zeigten, und fanden: 

bei L eine Höhe von 7—8,5 mm und eine Breit« von IH mm, 

n ^- n n n n n n » •■ 22 , 

So nahe auch die beiden Formen — Vii-m t;ilpnrt\ Lk. und i'/Vva /(ifi\,jiianio»a Ludw, — 
im Allgemcincu ^^tchcn. so treunon wir .sie doch weisen fol|j;ender üut«nichieUe : 
1. wegen der verschiedenen Konsistenz der Schuppen, 
8. der gidlMreu Breite derselben bei JNeea latüquamoaa nnd 

■) M. Tm, Tat 30?, 1%. & 



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— 20 — 



&. iragaa dw fid nolir abganuidetCB Eadas und der vwhiHiiinilftIg feriDgen HAfae, 
«bw ledeuteiMl gvOGwm Breite der Sdinppea, nlt inkhev eic ttber die nidut 
utarai berroitreteii. 

Gm estopncbend der vorigen Fem «er der Beinen nedi bei Piaea iaUtgmmmm aüt 
krlftigeo FIAgd vendne. 

Fnnderte: Sebteoseekeiniiier Hödiet und KUkrbeckeB hei Miedeirad. 

13. Pinuä Corttiäii Ad. Brongn. 
Taf. I. Fig. 16 und 17. 

Als Anhang zu den Conifereu fügen wir noch 2 Abbildungen jener Zapfen hinzu, welehe 
sich in sdiSaer Erheltang in don Bnunkoblenwerke «Onibe AxuX»" bd Settgenstedt «n 
JUidn vorfiiiideo. Wir rechoea dieselben den llittdhingen von Bandberger und And. folgend 
nu JPmtu OoHtfü Brongn., obglddi ans die Qrigindibbildung von Brongni*r( nicht sn 
Gebete rteht Vec^dcbe hierbd des im Einginge füter du Püocln Geengte. 

Fbndort: firannkoblenwolt »Crnbe Aniilie* bd Seligenetedt t. IL 



II. Najadoen. 

14. Potamogeton Miqueli uov. sp. 

Taf 1! Piir 1 f», C« uud b. 

Unter den Rl&ttern fanden sich eine Anzabl von Typeu, wäkhe liiiisicliUicli ihrer Kon* 
sistenz und Färbung auffallend an gewisse Potamoffettm-ATten erinncrton. 

Nur zwei von diesen waren jedoch betreff» iluer aligemeineu Form uocli deutlich 
otounber, die übrigen melir «der ndadttr lerfetit 

Des dne Btott von S5 nun Lftnge und etw« 81 nin Bieite hatte eine fiust mndJidie 
Geetdt; dee «ndere aber an der SpitM leider beediidigte, ver ndir linglidt nnd mag bd 
SS— 28 nm Brdte etwa 4S nun Liage beseaeen haben. Dee obere Ende des enten 
Blattes (and andt wohl de» zwdten) «er ' ebgenindet Tkoti diem FonnTeceddedeih 
beit mQgen dodi diene Blattformen deiadben Spedes angehört haben. Bdde filfttter wIbeB 
mit balbatengdnni&sseDder Basis an der Axe fest und liefseo 5 dentUdie Langsocrven er- 
kennen, von denen die beiden ftuTsersten etwas zarter ausgebildet waren. Zwischen diesen 
Nerm apanntea ddi dann die Nervilien unter mehr oder weniger den Eeditea sidk nihem- 



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- Äl — 



dem Winkel aus. Die Nerven waren im Gauzeu nicht sehr deutlich ausgeprAfit uud wurden 
durch eim Mfitge von Faltungen, welche die Klattsubstanz durch Druck erhallen hatte, der 
Verhiuf derselben noch mehr verdunkelt. 

Di« Fotm der BMtfter ddifte etwa tu J^namogetm plan/agömm Dac unter dm lebeudoi 
ArtaD «riinern; dodi sind Mar die BUttcr gwttoH und udi «tWM Ueinw. Bmn paftt 
hiiwiciiiHch der (teObe mid ndk der AnhefkungsmiM der Blltter der idieiid« JPttamtgetM 
ptrfolkau$ L. Auch sind die Hauptnenren lüer in Zeh! geringer und daher «elter veo 
eiinnder «(wtebend, ab bei «nderen PotamogetonbllttBni Ton ibnüidier Qealalit. Avf die 
Zahl 5, weleb« bei nnaerer fossilen Art typisch zu sdn scheint, ankt ne jedoch auch hier 
nicht herab, so dafs vrir un^er Fossil sanldlSt als beaonriiTe Art hinstellen. 

Aus dem Blfttterpackwerk gclüntr p? ims ferner auch ein kleines Früchtchen (Taf. II 
6a und b) herauszulosfn. wplchf-, mit einem liakenförmig am Ende gebogenem Spit7.chcn 
vergehen, durch seine luiL'leiili t iitwicktlten Seiten gleichfalls an die FrUchtfhpii von Pota- 
n)0!7HoT)-Arten erinnerte. Da BlMter unij Früchtchen an gleicher Stelle gefunden vurden, so 
mögen beide Hobl zusammen gehört haben. 

Wir Terdidg» daher dioBeiben unter der Bnekhnnng ^tamogettm JUijueli. 

Auch R. Ludwig Inidet*} zwei nach seiner Angabe nerrenloKn BUttcr ab» weldie in 
der Wettwan gt^inden vorden. Er aidit «de mit Beserve au Fotmmogtion, Ei «Ire ai8(pich, 
dab diese Blitter ndt noseier Speeles a« verebiigen wlr^, denn bei den ftbrigM fitacken 
ans den Nicderrlder Klärbecken «er eine Nervator ebmütUs nicht naehznweben. Nadi Form 
(and Konsistent) stinunen die von Ludwig «hgelnldeten Bl&tter recht gut mit den unseligen« 
bei wekhen Übrigens audi eist bei dardtfallendeini Lichte die Nerven sich zeigt«. 



III. BetMlaceen. 
15. Betnla alba L Mite. 

Tftf. II. Fig. 7. 

In demselben Packwerk von Blattern, in welchem Carpittitsbl&tter zu unterscheiden 
waren, fanden »ich auch zahlreiche Birkenbl&tter, ohne dab es jedoch bei dem Felilen allnr 
Umrisse mdgUch ist, eine Species au bestimmen. 

•) PaL V, p. 8S, Tat XVm, Fi», la n. b. 



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— 22 - 

Dah Birken ilamalä in dortiger Gegend zahlreich vertreten waren, beweisen die vor- 
^ImidfliiMi UuUproben, vod denni De Cftuwents nnter i«n ihn zageaaiiAtai du yoitomiiMii 
zweier konstatiit haL Aaberden fimden lieh in lekr grofeer Zihl Uemere Äste, die meist 
noch nü der liellbrtiiiiQcb Qewerdenen Bind« (Taf. II Flg. T) bededrt ««nn. 

Beste reu Biikea sfaid an seUnidMn fmdeituk beobedilet «Ofden, e» in dea Sehiefer* 
koUcD der Schweis, voo Flicke bd Besseii, ven Staab liei Frek (Feiek) in Sebeniaigin 
(Uer B. imbttoean EbA.) o. i. w. 

Fandort: KItrbeAeii bei Niedemd end HlichBter Sddcnseiikannnr. 



IV. CHpuiifereo. 

16. Cnpifaiiis apee. 

Dnter dem Packwerk »ne Massen von ntttern, bisweilen Ton seUkbigmn Band dnreb- 
eetat, luden sieb aneh eine AanU Blatter, deren Nervatur enf Garpiitm» hinweist Leider 
waren dieselben leicht zerbrechlicher Natur, ohne Rand, ohne Bssia oder Spitze, so dmb 
eine nähere Bestimmung der Speeles nicht möglich erschien. 

Neben diesen Blftttem fanden wir auch einige kleinere Fnlchtdicn. wplcho wahrschein- 
licher Wei«p zu Curpintia gehfircn. Sie be^afsen in der Gestalt vifl Almlichkeit mit den 
Früchtchen von C<irpinuj> fif/xA/y. waren joJorh otwa-, lans^er )j;e-treckt. zei^^teii aber deutlich 
die 10 Leisten, welche auch bei der Fruclit vou Caq>i>tua JJauiua iach äuden. 

Auch von Carpinm fiaden aich in den neuesten Formationeo zahlreiche Spuren. So 
wild Q upüm Btltih» L & B, angeflibrt ilr die qnartlre Ftora von Hwla nOnUitb von 
Bergamo (nach Sordelli), für Lsneaboig (nach KeilhnekX für SL Jaoeb (Schröter) «. a. w. 

Fkmdort: Xttrbe^n bd Niedemd. 

17. (iucrcus spec. 
Taf. n. Fig.a 

Unter onstfen Besten imd »cb aodi der Flniditbeeber öner Eidiel, der buofera von 
beeonderem Intwesse ist, ab er die Bestimmnng, wdcbe Heir Dr. Conwents anaznfthreii 
die Freuodliehkeit hatte, bestätigte. Oenelbe eihminte mmUdi unter 10 aagioapenneD Holi- 
proben zwei zn Qimviu geMiige^ Die kreiifllnnige Basis des üiEmrttdi höckerigen Bedben 
hat dnen Dniehmeaser von 13 mm. 

Fundort: KUrbedran bei Niederiad., 



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- 28 — 
18. Fairus liliocaenica nov. sp. 

Tai. 11. Fig. 9—13. 

Diese Art i^t durch »eine meist kleinen, zarten Frochtbecber ttod durch die in denuetben 
8teckend*'ri zwei lireikanligen NUfschen vertreten. 

Per ]{(M lu'r setzt sich üiisammon aus dem nach oben sich verbreiternden Fruchtstiel 
und au- deu auf ihm -itzendcn. bis fast auf den Gruud von einander getrennten, vier Bpcher- 
ki>j)(-ii. welche lueiät. zu eiuer glockigen Form zusammenhaltea, beim Za!>auiuieuueigen der 
Lapi^eii iiiugegen eioeo l&oglicb kugeligen Becher bilden. 

Di« nach ubeD ]mii?«X6iii Lappen, «ddi« Mich mniduml, wähl bewiiht durdi Tkodoun, 
s. T. nftch «ifecn kontaiT eineheinai, sind mit «bgehrocheiMD, in SpirälMiiieii ilch andunder 
i«ih«iiden, kleinm, knunmm, atonpfeD Stadidn beaetzt» welch* letstere ebeo hi gewiaaeii 
AbalhndeD la etner addef aaftteigendeD ^ifarale smaaunentreten. Auf der IniMiiaeite tinA 
die Lappeo ondentlidi Itnga ninidtg. 

Am Omnd« des Becbe» findet aicih wie bei den leboiden, ao aach hei anaevem fbaaflen 
Fa(fiu eine Querlei >te. von welcher recht.s und links je «hl FrOchtdMB aaJb. Diese Leiate 
ist bei einzelnen der fossilen Becher -elir deutlich ausge!^prochen. 

Unter den pliocJlnen Bnchenbeelieru lassen sich in erster Linie gro(se (TÄf. II Fig. 
12 nod l»^) und kleine (S&i. II Fig. 9 und im Formen untersehddpn ; 

«Ii»» frst«ren sind ca. 16 mm, letztere ca 10 mm laug. 

Wohl uiitei8Lbeidbare Formen sind die breitlappige und die schmalhippiKe 
und zwar sowohl bei den grüftiereu, wie bei den kleineren, welche in obiger Beziehung durch 
Zwiaeheniönnen in einander fibergehen. Ähnliche Fma- und üröisen-Differeuzen kommen 
«och bei Fagu» »ylvatiea L. Wt. 

Die hnitb^jpige grafw Fwm erlangt ebe Breit« von 11,5 mm 

, » M^« » 9 » B n ^ n 
Dia aeha»l- «der apitdapjnge grobe Fem «rlaugt dne Breite 'von 8,0 nm 

* • » » » » n 9 « ^ ff 

Dia TM den Uqqteankadem gebildeten Whikd achwanken iwiachen 20° hia B6* od. 60*. 

Die vier Lappen »ind bekanntlich auch beb» recenten Fugu» m^uMka L. nidit vüUig 
gieicii, sondern meist nur die zwei einander gegenüberliegenden. 

Am nufPälligi^ten unterscheiden sich die,'ie Formen durch die au den Lappen der grdiMn 
Formen geuoouneuen M&üse: forma late iob&ta . . 7,25 breit, 11,0 lang 

, angnstiiobata . &,00 . 13,0 , 



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— u 



Früchtcheu oder Nüfatheii. Da dies«' beträchtlich gesciiiuiijji;^ sind, so bieten 
sie wenig sickere Aabaltepuakte; äie sind ebeitthuliig. glatt und pyramideniormig, wie die 
racrataii findMiker, uftflilidi ib« entsprechend dem Uwieii anfidsD Bwh«r Uetn; sie 
eutoprecben ibo, mm auch oiebt io der Or9lbe, ao doch io der Fem den lebenden. 

llefaifiwii finden deb diese NflliKbeit, die n swei in den Bedierdien sitaen, necb io denselben. 

Diese guse Besdireibnng ist nadi Bednni genneht worden, wekhe seUreidi m bdden 
Lekalitaton (geAinden -»uiden. Tom Kllibeeken ist ein durch sehr bedeetande GrS&e sieh 
ven den ttbrigon anteneheidender Becher (Tsl II Fig. 11) hervomihebmL 

Ludwig bildet aus dem untermiocftuen Frankfurter Litorinellenkolk und US Richen 
in der Wetterau (? Konglomerat) einen Bucbenbecher ab, den er Fagua kmOa nennt. Von 
unserem obfiiilioiaiien Fagua untei-Hcbeidet er sicli in mancher Beziebunp;. vor Allem in der 
Oröfst». rill- 2<i mm lit trS^t, während sich samtliche iius vorliegende, iiui AiLsnahme jenes 
überaiLs giolMjii aus d«tn Kl.lrtx cken, sich wesentlich kleiner darstellten iil.s Fa<jm hornd« 
Ludwig; f'm weiterer üuterichitid liegt darin, dafs unsere Recher bis auf den Grund der 
Klappen oder L>aii]><tn mit Stacheln besetzt sind, walireud Ludwig vuu den untermioc&nen 
ganz beBtmdae angibt, dtb sie Uten ^ett mid nnr sm «bernn Teit mit kunen a«cfaeln 
heeetrt sind. Anch sidl die uotennieiAne Art sneikUppig geweeen nein; was ancb der Zekhnnng 
Pai. V, Tat XXIX, Flg. 5 u. Fig. 5f entsprechen würde. Doch dUifle hier ein Versdien 
TorUegen. Die BreitB des gescbloatensn BecbecB Ten Fagm iorriia Lndw., desaen Lappen 
bis an die Spitae snsammennejgen, ist 11—12 mm. 

Es ist Wehl mfigUebf dab tu» hier der mit der Terftndemng den Kliman nümihlich 
verldnunerte Nachkomme und demnach eine spitere Variatioa der schon im Untermiocftn 
nnserer Gegend existirenden Speele» vorliegt. Immerhin mag vorlaufig, bevor die Identität 
die^^er zvlükh einander so fem stehenden Formen nicht i«»t gestellt worden ist, die pliocftne 
Form den Namen 

Fatpu plwcaeniea 

erhalten. 

Fundorte: Schlensenhaouner bei Höcbet am Main, Kltrbeckai bei Nlederrad. 

19. Corylas Aveliuna L. füHüüis. 

iw. n. p%. 14, ib, u, 

Die Torhaadenen CoiyhapNaiiM stinosen nkht voDatladig mit den von Ludwig ans der 
jungen Wetteraner Bnmnkohle Pal. Y, Taf. XXI, Flg. 7 n. 8 abgahüdetea Bnetnu mid «war 
weder mit CorylM ü^hiiu, Lndw. nodi mit Oorjfki* MB^mwim Lndw. flberein. 



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Yor Allein sind ae dordi die gröbere Ge&tall uDd daan durch stark hervortretende 
LaiataiWIduig au&gezddmet. 

Vim im 8 TCrlniid«oeii Formeo erschdni wohl die eine und zwar a (Taf. II Fig. 14) 
dl« TOo nehr nudUdur G«italt adt OMyfa» JM§Bma L. abeniniortimiMD, wenn nkhi die 
lUtken RbttMlMUmf dim üntoiMiUad beiakliiMt. He«r benackt Jedoch, dtA disM 
mOgU^enraiw dnidi Efartrodnmi lunwgßnAn sein Uhnite. 

Bd a M die Liege 19 umb, die Bidte 14 un. Wemi eadi en einen Stade uoeh 
Beete des Bedien wrlMBdeD atnd, lo lane neo ddi dodi iaBesug eof die Cbankteridnuff 
der HäU», «enadi tot ABem die lelwaden Cei7ln«iten ontendiiedeD «erden, iMinen 
Sdüub Wldes. 

Die sipeite Fbnn 6 II Fig. 15} iik eiftnüg, mdi ob«i stttlter ddi vetjOagend, 
in dne ehunple ^ntie tindidi nie bd der LeobertttnÜ^ endenfend, weldi* letitei» ddi 
Jededi durch geetiedten Fem laterediddet 

Dure LtaiBe iit Ii) an, ihre Breite M nun; de irt dao vid epitier. 

Eine vdleie, ddi en die zweite in der Gedalk eaedifidbende Fem c itdlt ddi weceot^ 
Heh Iddner dar. 

Die Linge dicaer Penn (T^ H Fig. Ifi) iat ISA wiii die Brdte 10 mm. 
TYotx dieeer Fennrendiiedenkuten glaaben wir, delii diese FTBchte von (%iy&w nicbt 
an Tendüedenen S^dee gditren, de endi bd der lebenden Ooryku Jadbrna L. dne 

Menge von VarietAten uns vorliegen. Ja wir möchten voraussetzen, dals Corylu» inßata 
Lodw. und Corylus i»dbtformü Ludw. (Pal. Y, p. 103, Taf. XXI, Fig. 7 u. 8) von Oor^ 
heim wohl in denselben Formenkreia hineingehören. Beide Ludwig'^che Arten kommen 
auch in Thüringen bei Rippersrode zwischen Arnstadt und Ilmenau vor, von wo sie früher 
Heer fUrwelt der Schweiz, 1805 p. ÖÜ8) und später von Fritsch (Erläuterungen zur 
geologischen Karte von Preulsen etc. fttr 1884, p. 42", Taf. XXIV, Fig. 16) anf&hrt. 
K. V. Fritsch, welcher nnr die eine Art Corwins it^laia Ludw. etwas naher b^hreibt, 
sagt bei dieser Gelegenheit: „Wir zahlen die Form, deren eine Halhschale im inneren und 
nAeian Ibdmdc ariialten ist, mit den Lndwig^idei Namen mir dednib an( wdl Heer 
deneslben auf eine Bippenroder Ondnofa aigcwMidt bette md die Oleichbeit mit Ctwyht 
AMOtmm L ddi oidit dnrdi dne halbe Ketedwle bewdaan Übt, wenn BUtter nnd 
andere Beete Juden, ao waiuadidBlidi endi dieee Zagdiüriglnit mr gewehntidien Art der 
Gegenwart ist* Andi Sendberger erldirt de eis TcrUnte von Cbiybt Amßma h. nnd 



- » - 



Coryltu Voluma L. Endlich führt derselbe Autor — Land- nnrl Süfswasser-Tonchylieü der 
Vorwelt 1870 — 76, p. 751 — voo Dürkhein» iu der Pfalz Coriflu» inßtt» Ludw. an. 

In uiu««!! FunnyoMB «od B«to dar Hifeelmfa h&ufig gefoadtn werdea; UfOr flUmn 
trir die SchietokoUeD d«r SAwdi« LttMalmrg (oaeb Keilbaek), Leffe, Pfuko In dw Loa- 
baxdei vod B« im Tal Tagniio (aach BoKdelli)« BenM (aaeli Flieh«) o. a. v. an. 



V. Balsanifluae. 
ao. Liqnidanbar pliocaoiiem dot. api. 

TkC IL 1%. 17» V. Vi U, 1». 

Eia kugeliges, bolxigea Gebilde von ca. 15 mm Liage, ca. 11 mm Breite und ca. 8,5 mn 
Tiefe, besitzt im Inuerii eine lioizige Achse von ra. o 9') nun Dicke and swiacliea OJb nad 

S Dm Lnnge. Vielfach iüit das ganz« Gebilde stark verdrückt. 

Obeifl&clilich erscheint dft«<olbe ringsum in viele, nn i^t sech^seitisc. oft verzogene, aber 




auch hfldfi^' /ii inlich regelniäfsige. durcii lioizige Scheidt- wnnde pebüdete und 
von einandt'i izctrennte Facetten geteilt: diese sind ürh'ii h den Itit iieinvahen 
nach aufsen otien und setzen sich triehterig oder besser pyramidciifunuig, 



KtehwMidaa Fracht- also mit der Spitze nach der Acluse gerichtet, fort, laufen somit, wie es die 
obigen Dimeaaionea der AcbM angeben, fiutt in einen Pimkt wmmmieu. 

Die Winde dieser Trielater oder Küelier sind zienüicb c^tt; dieeelben haben etwa 
eine Liage von 8—8,5 mm; die Ltnge einer Faeetteasette beCilgt ungeUhr 2,5 mm. Da jede 
Wand stets awei beaaehbaiten Kficbern gemdnsam ist, so wird durch das HeraosUsen eiaea 
derselben, was ans mehrfadi gelang, der aachbarllehe seitlich g«51Inet 

Der Inlialt dieser Kocher besteht ans BUttchen, die, dunkhsr and zart« als die KOeher- 
scbeidewande, sich an sie anlegen; es sind die Fraehthtfttter, die sich bei der Bcife 
nach innen öfinea Die Fracht, welche den Köcher bis auf den Grund eifhttt, ist, dar Anaahl 
der Frachtblfttter nach zu urteilen. zweiblAttcri^ und zweifftcherig. 

Der Kiifhfr ^fli»'int bis auf dm Gniml )K>bl zu .sein, denn hin dahin ist er von Rand- 
kömera erfüllt, «eiche den Einblick in dieac äommellrucbt i>ebr stören.') Bei allen unseren 

') Da der graue Sand, in wekhem die KrUclite listen, etwas schlichlK ist, igt 4m HeranslOwn der Sand- 
körner, die beim Trocknen etwa» vetintten, «elten ohne Sthiidigaug de» eliea betchriebeaen PttiMiwmgiebiJde» 
«o beweilutalUgm. 



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- ÄT - 



kigdigw SounMdrtM mr teBlU vailaren ge^^eo; die Amwtfrtdl» jitdähir adnitr 
kenntlich. 

Was min die Dentug di«M QflbiUfls aagdit, w fnda nir voOrtladigfi ObanfaMtiuiunig 
mit d«r Frndit des B i i l Mml w w im w , Idjwimi^ «^yroe^biiiii L, dis fllwofidb «ine IcugeUge 
Samndfrndit mit dicht mit «inaader venrndiMiMn, BdiappeaUndieliein GebOdMi dtntdltt 
wclclie je eine nrrifildierige SdünndilwFwi eiMcliiiebeii. Das obwe Ende dw Kipael ngt 

Über jene vod den Schoppen gebildeten Facetten henror; daaselbe ist natOilicli bei aneeren 

RrOchteD durch die Bewegung des Wassers verloren gegangen. 

Dafs Liquidamiar, welches heute, abgesehen von der sUdasiatischen Liquidamhar Ältingiti- 
mrm, durch Liqtddamfmr styrai'ißtium in Nftrfl- Amerika und durch Liquidamhar orienta/f in 
Kleinasien nnd auf ('y]»i'rn vertreten ist, zur TLM tiftrzeit eine weitere Verbreitung hatte, geht aus 
versi liieileiiL'ii, aus jener Periode gefundenen iiessteu hervor, iusbesoiidere scheint dieser 
Baum in der Wetterau nicht so selten vertrelcm gewesen 7-11 sein, wpnn ander«, wie es unsere 
Ansicht ist, eine Anzahl vou Ludwig uutor auderem Namen uulgclulu ter 1' o^äilieu hiehür gehört. 

Ans dem Ifanxenberger GelbeiaenateiD von Rodmberg bildet Ludwig unter dem Namen 
Irmulm Eunpae» (P«L VIII, T«f. XV, Fig. 3) eine Fnicbt «b und namittelbar daneben mit 
Fig. 6 die Fradit von Ltgmdam^ Eunpaaim AI. Br. von 8nhb«uen. E» mitchte aber doch 
ancli das In Flg. 8 ab fS'wedb beaeicbnete, aber «cUedit ariialtene Stock von Bodmnberg 
Ueilier gdiOren, anmal, da Ludwig bei der Bea|irecbnng von Lägmiarnivr JSwrytßmm Pal. YIH, 
p. 89, aagt, dab er amb ans Bodmnberg 3 HoUabdiftde einer Liqnidambar&uebt bealtie; 
von denselben bildet er jedoch keine als UqoMambartracht ab. 

Zudem gibt Ludwig aus dem Winterhafen von Phuakftnrt in Pal. V, p. 136 u. 137, 
Taf. XXVII, Fi^. 13 n. X4 wiederum zwei Abbildungen, von welchen die eine — Fig. 13 — 
als Frenefa Evealdtana wobl schwerlich anderswohin als zu Lii{uiclambar m rechnen ist, die 
andere — Fig. 14 — ala Frmula EuiUfmfam wiederum mit Jeaer anderen von Bockenberg 
VÖiUg übereinstimmt. 

Vorauägestitzl, dafs unsere Deutung zutreffend ist, dafs Ludwin s Fnnela Europaea 
von Rockenberg und vom Frankfurter Winterhafen nur unvollkommene lichte t;iuer Liquidamhar* 
frncbt sind, so haben wir diese Gattung in zusammenhftngeoder Folge vom überoligocän bis 
mm OberpHocln In nnaenr Gegend vertreten, da sidi in ObeipUocIn vw Becfcenbeig Früchte, 
in maanaberg BMtter, im liioctn des Frankfurter Wintarhafena nnd fialahamiewH sowie 
endlich im Plkwaa des Unleimainthalea bei HOdiat nnd Kiedenad fruchte aich verüttdea. 

Madi Scbimper'a traitfi rind die Fctchte dea basilen XtfiniMar Emtfmmm AI Bimm 

4« 



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— « — 



etwas kleiiier und zarter gewesen, als die des lebenden Liquidambar ttyraci/bam» L. Bei iex 
mmilOHMiiMMB Erkaltnag der plioclinii FMditdiMi «igan wir aidil tu «otaebtiiliB, ob 
mit tbor tmi dM beiden tdaatisch siad, md oramD «ie daber vonilnlig 

Liqttidimber ptücamiatm. 

Unter dem Blätterpackwerk des Kl&rbeckeoä £aaden äch einige sehr mAngdbafte Reste, 
welche vielleicht hierher gehOrt haben; in gro^r Zahl wurden sie in der Baugrube der 
Sddvne BOdet ew dm Sende gesaamltk 

Feadiwte: Ktebater SeUeuMiikeBiner «ad Klirbechnn bei Hiedemd. 



VL NytsaeetiL 

21. Nysüites obovatu» Weber Bf. 
TW: III. Flg. 

Eine ellipsoidisch, aber auch mehrfach durch geringe Verbreiterung in der Scbeitel- 
gegmd «iOnüg gestattet« Nnfi aüt 0,7—0,9—1,0 mm dlcbnr Sdiele beeitft di« im Folgenden 
beidiriebeno oberiicbildie Skolptnr: 

Ton flinein pokron ficbeKeiiNinbt« an> geben nneb den ihm gegentbeiliogewlen drei 
adiwadibonTeiie Leiaten <— BOckennabte — ^, swisdion müdien diel 
Benebnflbte verianfen, ao dab ako zwiadien swei BAdnnnlliten je «me 
,» 0 ^ vertiefte Bandtnab t , nneb wekbar die Nib vleUbcli anfKeapimngra ist, 
iiiMii* »t< <> •>)><>* «kiüpi.r liegte Aurserdem kann man noch bei schiefauffaOendem Licht ober* 

•ll>tiAouli*r}i«^r lind •(- ^ 

flächlich Likngsstreifen bemerken, die, als niedere, stumpfe Walste von 
ebenfalls seichten Rinnen bpglpitct, von einem Pol zum anderen reichen. Diese Streifen, welche 
ao der Stielansatzstelle deutlicher zu sehen sind, scheinen nicht ganz regelmarsig angeordnet. 

Die drei Rückenn&hte vereinigen sich in einem wenig hervorragende' n Nabel; der Gegen- 
pol d. i. die Ansatzstelle an den Fruchtstiel ist nicht klein und scheint vertieft. 

Diese beiden Pole liegen nicht iu der Mittellinie; die sie verbindende Linie Itufl also 
nicht der Lange nach mitten durch die Nub. 

Der Aqoatoiiale QaarBchaitt ist bei den nennal «ntiriekelten HUiMlMn ein Eveia, bei 
anderob dagegen elliptiaeb, also von der Beite abgeplattet, waa ana tilgenden Mafaaagabeii 
CTHcbHieb iat: 



0@O 



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- M — 





TJinge 


Breite 


Tief« 


1. Normal 


^ mm 


1 mm 


7 mn 




10 n 


« n 


4 » 


B, „ 


n n 


9 „ 


« « 


4 ObM Coitidii 


nng 8 n 


fi.fr.. 





Hieraus ist auch die ungieicbe GrObe der Nflfscheo, die sonst in allen «esentlichen, 
eben erörterten YerbAltnissen flbereinstinunen, zu erkeunen. Die äcitlich abgeplatteten NQisp 
cbm wMbam im Behettelpinikte etwas spitzer xanlmbn, zeigen BuMiiiiihto 
deoUtcber, irtlmod Hb BUdmmtiite kaam m «riMoiiMi siad. 

Farbe und Glanz bei den verschiedenen Nflüschea ist verschieden, die braunen, etwas 
abgnMieaeii giad matt, (Ue ediinnlinvMn demUeh ißaaamAi die tobare Sdüdito der 
fldiale iat alw die ftatan aad dnaUere, ullvend die inaefe, wddie ebea andi loftailidi In 
Folge •n&anr Besch&dignng aam Yonchein IcoDUDt, rauher, lockerer and keHer geftrbt 
^raehetnt 

Was nna die Bedeotoag dieses WlftdieBS angeht, ob Fracht oder Sauen, ae enelidnt 
«a dodi nach der Besebidbang aidit awalMhaft; aiaD deakt «okl wegen der Drdtailii^t 
— da Charakttt dar «HmokDtfka Pflansen — etwa aa eine Heine Fahaenfracbt. 

Diese Fnidtt hat tmi Ludwig acbea, wie sieb diea aaa der AbUldimg PaL T, Ts£ XZ, 
Flg. lar-f deaHteher ala aaa der Bawlveibnig p. 90 ergibt, in dar BmmfaiUa TattBaibdB 
giefiindea, ?oii wo er sie selten, nur in 4 Exemplaren, gesehen hat. Er bezeichnet sie ala 
TaxM tncteoirtooM, was eine jedenüiUs nicht zutreffende Bestimmung ist. Die Nitr^cben (Samen) 
von TtKnu hacx-ata sind nicbt allein viel kleiner; sie zeipren auch absolut keine Dreiteilung 
und haben feinzellige oder grubige Costulirung, so dafs das Übereinstimmende nur in der 
Form, in der Dickscbaligkeit und in der Festigkeit der Schale besteht. Auch in der Art der 
Ansatastcllen ergeben sich Unterschiede von Taxu» besonders in soferu als bei unserer Frucht 
dieselbe mehr schief gehcbtct ißt, äo dalä sie jedenfalls nicht central stand wie der l'axus- 
eameo, sondern seitlich an der Hauptachse gesessen zu haben scheint. 

Ludwig bildet nun weiter Pal. VIII, Taf. LX, Fig 1 a — d unter dem Namen JS^asa obo- 
vata, Weber (PaL II, p. 184, Taf. XX, Fig. 11) ein Nüfscheu aus der oiioc&nen Braunkohle von 
Salzhausen (?) ab, auf das er auch bei adner BeBduteibnng des Doriteimnr lüMiditelWBa Idaweiat 
and daa er anf p. 116 ia iblgender Weise beschreibt: „Etrande, ans 6 tat TerwadiseneD, glatten, 
botatgen BdaqipeB suaaBunengnsetita Mfübdien; disae O^*— 0^7 cm langen, etwa halb so didwn 



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Nüfschen siod am oberen Endo spitz und sasflen unten mittels einer kleinen Kiote loat; sie 

Mnd hohl; am Sfielpunkt geht ein* feine Öffntfr? für den Keim aus.* 

Aas den Braunkohlen der Wetterau werden noch drei andere Arten Xi/s$a angeführt, 
n&mlich Nyesa Europaea Unger 4-— 7 mm laug und 3 — 0,5 mm breit, feruer A^<*o omüho- 
broma Unger 15 mm lang und 7 — 10 mm breit, endlich Nyma Vtrtumni Unger von 12 — 
15 mm Lan^'o und 7 mm Breite. 

Da nun unsere Frucht mit Taxw» <n'cicalncvga Ludw. in ihren VeikaiLuisäeu und 
beisüglicU deä gttulogiächtiu Alterb iiit>äreiuätimmt, eUeuML aber auen mit der A^««« o^eata 
Weber — Weber beschreibt diese Hjfua obovata (Lange 3"', Breite 2,5"') aus der oUgocAnen 
BrMinkoUe vonBAtt etc., Tim dm d«b« dum Midi ü^im rugo»a (L&nge -1—4"', Bvolto 6'") 
mid «Hnima (Uag» 9'", Bnite V") PnL U, i>. 184 and 185 — da fener itiwnr 
MeiDiinK nach anaere Rniclit nickt sa dar nit nngestreUkai Samen vwadienao Qattniig Tmu» 
m tfUen Ut» m «teUen wir sie nnter Beibdidtnng der Weber'acheft SpecieebeMiduMUig in 
Beneboiig m Hj/tta, eiaer nodi lebenden, in den iDdlidMm Staaten Nofdamerika'g heim^ndieii 
Gattinng, «ddie Steinfirttdite mU gmpptem Stein beaitst, und nennen de 

ü^ianiiw tibuBttm. Weber qk 

Fnodorte: Schlensealanmner bd BOehst a. Main and Klirbedcein bd Nledenad. 

fA, 'SjWKtiM oralflnlHmn» ünger ep. 
lUL nL Wg. 1. 

Eine Itnglidie ca. 16 mm lange, 9—10 mm brrite Fmeht war mit breiter Beda der 
üntisrlaee ein wenig eduef anfgewtit gewesen. Ihre Oberflidie war Ungaatrelfig mnnBg; 
alle diene Uagntidfen liefen am eberen demUdi vertieften finde zneemmen. ffier treten 
nadi T^scbiedenen Seiten 3 wulstige, nadi nnten -leistettftnnig henUanfende Anabnditnngen 

hervor und »ind vohl als die sogenannten RQckcnnabte der Nymafradlt anfzufassen. Da 
dieselbe hinsichtlich der Grörsenverh&ltnisse mit Nyssa omithobroma ünger übereiostiflunti eo 
Stellen wir dieselbe hier, allerdings nidit ohne Zweüd, onter diesem Namen eat 
Fundort: fiOdiater Schlensentammer. 



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- .dl 



VII. Hipi;tocastaneeR. 

23, Aesculus ? Hippocastanom L> fosailia» 

Von dieser Gattung besitzen wir einen Teil der Samenschale, welcher aber leider in 
eine Menge kl' in^r St-i -kclica zerfallen ist. E< i^t jedoch bei einem crröfseren Stücke der 
Nabelfleck iles Samens so aufscrordentürh deutlich erlialfen, dafs kein Zweifei ist, dafs auch 
diese Gattung damals in dar Umgebung vrm Frankfurt exi^tirt bat. äpäUir i^t dieselbe aus 
unserem Klima verschwunden und erst neucrding» von auswärts, wo aie sich erhalten hatte, 
als Zierbaum wieder nach Europa eingeführt worden. 

Da fleatatt tnd DiBMiidoiMD dn 8mm iidt den SünSD der gewöfanlidieii RofBkaslame 
stänmeD, und diese Art anch ftr ItaHen angegelwD irird, w xkhm wir die bezüglichen Beste, 
wenn aodi nicht gau iweifielki«, liierher. 

Koch ein anderer Fundort findet afdi Air nnaare Art nach Sordelli bei Leife; 8or> 
delli scheint ne bener ab heaondere Spedes Je«e. BKrcpaea IL Ludw. anntteben. 

Fnndiwt: Ktlrbeckan Id Miederrad. 



Vlil. Juglandeen. 
24. Jvglans dun» L. foeaUin. 

Ttim. Flg. 8-Mi 

Diese heute noch in Nord-Amerika lebend« Wallnnfsart tritt im KUrliecIcen in grober 
NODge anf, irlbrend si« in Höchst selten war. Im Klarbecken bot sie sich auch in un- 
gameiner Mannigfaltigkeit, vielleiclit itiannigfaltiger als dies bei der recenten der Fall ist. 

Die Nnffi z('it,'t nur Zweiteilitikcit ~ die vierteiligen Nüsse werden im Genus Carj'a 
zuijamtneiificfaföt — , die Kotyledonen des Samens sind im Gegensatz zur Juglann regia glatt 
also nicht buchtig fFiff. 10a und Fif». ISA. Naeh recenten Nüs<^ea der Jutj/an« cinerea ist die 
Gestalt, toiiueufurmig, aber mit njukrünatcr Spitze, die mehr uder weniger gestreckt ist; 
kleine Formen erscheinen kugeUg mit mukronater aufgesetzter Spitze. 

Im Qneradinitt dar antevoidanfUeh nahan and gmbigfiirchigen Nafii tritt eine 4«bt- 
teOi^nit -dentUdi banor. Zirisdien den anÜMiSeh von der Spitie nach den .Gtude der 
NnJh knlendan BaupÜeiflten tind noa noch je swieehen swd danelbai eine Nebenleiite gut 
nuteneheidba«; iaunrhln kam dieae Regel liai dar .Tieffiirehigkeit der Oberfllche dar MaCs, 



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— 3» — 



iodem Leütea onterbirodiea «od, etwas verdedct, Torwiaekt sein (Fig. 14 and 15); besonders 
wind es dis Alter — ob MagewscluMi «dar noek aldit fsif — «ei«, ifeUws aaf die Ooite' 
Hfnilg Tertndflnid wiifcL 

Bedenkt aun nur, vie viele TemMedeae Forown unserer eoropiisehea Ji^km» r^/im 
eodatiraiii le wird man efle hier TOrinMnmfinden Famwi, — ahoalb toBBenWiiatgeo(Wg, lln.H; 
nach deaRjaKclmwIic edenwnSger rtaifc «wwimwBiMwnde^ (flg.9n. lg) laddg-rtgiMIg- 
grablgen, «age^iliteitt (Fig. 8) — ndi nur eloer Iii snweisen. 

Die Hauptgestalt unserer fMefleit Jiiglaiu cinerea ist dw i«caint«n sehr nahestehend; 
die grdüBeren Forme» sind dagegen nach dem Orande etwas zusammengezogen (Fig. 8, 9, U 
0. 13), so dab sie eiförmig (mit dem Kopf nach oben, der Spitze nach unten) ensclieinea. 

Die Spitze, welche bei der recenten ganz axial verläuft, ist bei den meisten, gröfscren 
fossilen etwas, bei manchen sogar ganz sufftllig, auf die Seite gebogen (Tig. 9 u. 12); bei den 
kleineren, weil jüngeren, und oft verdrückten int dagegen die Spitze weniger henrorragend, 
aber axial. Die Formen sind demnach relativ ziemlich extrem. 

Bei den fossilen Juglane cinerea tritt die Achtteiligkeit deutlicher hervor, als hei den 
iSQiBteiii. Em soleke sdUiirtige Fonn mit Tetjangtem Chrmd aad nnkMMitsr Siiltw Udei 
Ludwig in FnL V« Tat XXI, Fig. 0, als Ayfav Chtggtirti sb und gibt n, dnb nur ein 
Euoplnr bei fisneinbeiB gelnideii sei. Diese Form wird« «edsr im KUdMden, vo decb 
die ZaU der Nflsse redit grab srsr, nodi in HOebst gsAmden; sin sieiit sviaelMii der Foi» 
mit hnggesogener Spitse nd der »onwdm ms dem Xkibedkea. Fig. 9 kommt üor aber 
lismiicib nahOb Die llniBMlbroitto vom Ju^^mm thtjfptrti iat nlidieb wiltor saeh der ^ts» 
n golsgm als b«i jener eitnm gnten ofttien Nnlh dmi Kllibete. die «ir anf Taf. HL 
Fig. 8 abgebildet haben; JugUuu OMf p mit Ludw. soigt also bezüglich der Entfernung von 
der Spitze die Maximalbreite mehr eatoprecbend der nftmalftn loeülen Form; von da an ist 
dafj^egen die letztere nicht so sehr in die Linge gezogen, wie Juglane Ooepperti Ludw. 
Auch Heer hält letztere fiir eine Juliane cinerea oder Juglant tephrodes Ung. Er sagt 
in seiner Urwelt der Schweiz (l. Aufl.) p. 607: ,In der Lombardei haben wir der PUocanzeit 
di« Brauiikohltu von Gandino bei Bergamo und von La Folla d'Indune am See von Varese 
zuzuzahlen. Au beiden Orten kommt eiiie Waliiiois vor {Juglant tepkrodea üng.), welcbo 
einer amerikanischen Art {Juglaa$ cinerea) angemein ibnlicb sieht und uns zeigt, dals einzehie 
amerikaaladie Formon bis is die ' pUeelfie Zelt sieb erbaitan haben. Dieselbe Bmmmtart 
flndot sidi andi in den JOngslen Wottenner Keblen nnd dnrdli siOi i*ie dovdi sine Fdbnnait 
(Mnw Oortutf BnmgB.) «arlriadet rieb dieoribe mit den fUeolaon BUdnngeo BaVana.* Ana 



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— 33 - 



der jflng*t«!i Wett«raner Braunkohle ist nun aber bisher von einer solchen Juglausform anfser 
der Ludwig äcbeu Juglant Goep^eni keine bekannt gewesen; Heer kaua aUo bei obiger 

Iba kOumto mdi Obigem tlw» 4 Forawn nntondieiikn: 

OiMMe Breite GctUite Usb» 

foima miwroiiata*) 
. Ooqipeiti*) 



ao 




64 


nun 


Tat m, flg. 8 


S2 




56 


m 




SS 


n 


42 


n 


T«t OL Fig. IS 


S8 




4S 


n 


T«f. in. Fig. 18 


24 


» 


40 


« 


Iii m, Fig. 11 


—27,5 


n 


44 


ff 


Taf. III, Fig. 9 


23 


n 


35 




Taf. III, Fig. 10a n. b 


21* 


r> 


33 




Tsf. m, Fig. 15 


18 


n 


21 




Taf.UI.Fig.U 


lü 


A 


17 







Es sind jedenfalls in ziemlicher Zahl junge Nttfse jeder Form eiügeschwemmt worden; 
ihre weicheren inneren Fruchtjjthaleu wurden dann auch starker zerdrückt, so dafs die Mafse 
an die^n jQngeren Nlhisen unzuverlässiger sind. Bemerkenswert iät uoi:h, dafs mehr die 
kleineren Formen die toiuienföniige Gestalt der recenten Jvglatu cinerea baben, während für 
die üBttHen Nflase die mcb noten k^eUormige, also nech dem Grund foijttiigt veilaiifeMle 
Fem die tgn^sdie iat 

Hit der 8ehUdenmg Ludwlg's: ;,IHe ianere Sdiridemud iat aebr ataric, wie andi die 
Schale^ ao dab flir den Kern nur dn aebr kleiner Baom erübrigt Oer Kern iat |^ und 
awdhpidg; beide Lappen hingen dnrdi ein qiits henfSnnige» SMxk inaaiwien*, atlmnien 
unsere Beobachtungen Taf. lü, Fig. 10b o. 18 vollkommen überein. 

Bei einer Frucht, bei welcher nur die innere Schale erhalten ist (Fig. 11) maCsen wir 
eine Lange von 40 nun und eine BitiU von 24 mm. Der Banm, in weichem der Samen 



■) Dieiie Form ist nnr in einem einzigen Exemplar im KlSrbecken geftudeD worden. 

■) Im Querschnitt ist die gröfste Breite 25 mm, ein Beweis, dab Ludwig leioei Nttfii von (lex »chmiiUten 
fleite tm abgebildet hat. Der Jugim» Oo^g^erU Uiolicli« FaroMB, wdiobe «iM wn .dea Seitea diprimirte 
Varietät darstellen, finden sich anter nuerea Mim Koak •iiuifa(7)i£ HI, 1% 9^ Jiiiiek iimilnhin tia ildit 4ia 
GlüCte der von LndwiK attKitiilllütcn N'ufs. 

*) Die 10 aehr geringe Läug« i»i zum Teil dodurvii bedingt, daf« die Spitse abgebrochen scheint. 

*) Tok 4ieiar eai «latr aock UabHMalMli ifimtai wtar gut» J i <> i tm i wai f i wtf i tf i i i Lailw., 

AbhMtl. «. «w*Mk. wlift Ow. Bd. XIT. 5 



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- 34 - 



tteekte, hatte «ine LAnge von 27,5 nun und maXs an der breitesten Stelle 15 mm; die innere 
Scheidawaiul war S mm brait; die Di^ der iaaere» Sehale, wie m aich bei der Teilung 
ergibt, war bin 6,5 mm; die Brdte dei Snutenlappens «b«r betrug bis 6 um; die Uoge 
d«r inneren Sdieidewand mab Ufi mm, wahrend das herafitomig dartther hinanangende 
Stade des Samens 11 nun betrug. 

An Niitten, wdehe sdUich zannunengedrOckt waren, wnr die Breite der Lappen T«n 
8 bis anf 1,5 mm gemindert 

Eine gans typische, grofse, fo!<£ile Nurs giebt falgende Halbe: Llnge 42 nun; Breite 
^ mm; der Raum, in welchem der Samen steckt, hat eine Lange von 33,5 mm und mlfst 
an der hmtesten Stelle 17 mm; die innere S( heidewand hat eine Breitp von 3Ji mm; die 
Dicke der iuiHTcn Schale niifst 7 mm; die Hrritt? des Samenlappens betr&gt bis S,.') mm; die 
Lftn^e der iuiieieii Srheiiiewaud ist 19 mm, die des herzförmig darüber biDausrageaden StUckes 
des Samens iäl 14,^) mm. 

AuTüer den oben erwähnten Fundorten ist unsere Walinnüs auch anderw&rts beobachtet 
worden. So fllbrt sie Sordetli in der Beainecbung der Fhva von Leffe als Julians Bergo- 
«MMw Bals. (Mv. auf und recbnet hienn auch Ju^«n» ttfhnde» üng. und «^Ism Qotgpvti 
Lndw. Zugleidi erklirt er sie fttr dne der charaktwfistiachaten Arten d«r qnar tireo Sebiehten. 
Sie wurde nach ihm audi bei CaateUarquato im oheran Amethale, wie audi in Dentsdiland 
gefunden. — Nodi neuenünga enrthnle auch Heer für quartbre Aldagernngen in Portugal 
den Voifcommens von VaHnllsBwi, wdctae ucb kaum too der cAmm« utendMidm. 

Wie oben <;chon erwftbnt wurde, gehören die Wattantsftüchte im Klärbecken zu den 
hauTigsteu Vorkommnissen. Die 26 uns vorliegenden NOsse verdanken wir .sämtlich dem 
Interesse, das Herr Ingenieur R. I, iihr den Fossilien seiner Baugrube entgegenbrachte. Aus 
der Höchster ächieusenlcammer kamen nur 4 zumeist nur zur UaUke erhaltene Städte sum 
Vorschein. 

Fundorte: Die beiden eben genannten Lokalitäten. 



Die uns TorHegendm mit der Ludirig'adien Art (Eriintemng wr SpesiaUnrte von 
Heesen, SAtion Friedberg ]Mg. 40 und PaL V, peg. 108, TtS. XXI, Fig. 110 Obereinstiinmendett 
Nflaae haben eine mehr llngficb kugelige, sdtener reift kugtUge Oeatatt. Im Qtnaen würde 
sie auch mit d« lebenden Jti^hmt denlieb ttb«rdnaüinmen,' wenn letatere nicht mehr 



36. Jqgbuua gtoiMM«. Ludw. 

Tai DI. Flg.Xfl,l7.I& 




— 36 — 



bnit, ik liiig «tra. Oberflldlidi Bcbdiit Jt^imu nigra durch etwas stftrkere Orabenbilduug 
TOQ d«r pliocftmo Fwn veniebieden} w«mt htü lAtztarar die Oroben mehr oder weniger Mieb 
in vom Scbeitd xnn Gnmd laufeadai Linien geordnet sind, so sind deck dies« bei JugUuM 
nigra ablreieber nod von tieferen Rinnen b^ileitet 

Unsere Jti^mu ^oiota entspridit nuch der Ludvlg'Bchen Beedueibnng in Bung auf 
die scbwach gerunidte Oberfläche des Samens. 

Hinsicfatlieh der Ordfse ist ehenfidb, wie bei Ji^lam cm«rM ein grofser SiMehraun 
gelassen. 

Vielfach war die ftii^cre Schale (Taf. III, Fig. U)) noch erhalten. 
Juglana glo6o§a wird von äordelli auch für die Flor» von Moria nördlich von Bergamo 
aufgeführt. 

Fundort: Klirbeckeu bei Niederrad. 

Di« Agltm* ptodr«mgula Ludw. wird wohl nor ein« «bgeriebese Jttgbmf ciiurta, wie 
wir sie nnter Wtr.^ma an zwei Exemplaren beehaehten konnten, B«n; lie zeigt nftndicb ober- 
fläebhdi dieselbe BUdong wie jene. Schwankungen in der GrClee sind ja bei der reeenten 
J^«iM cinerea auch beträchtlich. Der mdir ranteaflSnnigie Querschnitt scheint b«i der groben 

Variabilität bei diesem Genus eine zu geriugfüKige Eigenschaft, um eine Species darauf zu 
grUudeu. Die Gestalt dieses Querschnittes scheint dadurch veraulalst, dats die Skulptur ist 
Oberfläche in Folge von Abreibung weniger deutlich hervortreten. 
Fundort: KUrbeckea bei üiedeizad. 

2(i. Ciurya llliiio^nsis Wangcnh. sp. fosailis. 

Taf. IV. Fig H. 7 u. «. 

Aus dem Klärbecken besitzen wir G voll >t Audi Fnlrbte, von welchen sogar 4 noch 
mit >iha!p erhalten sind. Wir rechnen dieselhi n zum <icmi- Cnryu, bei welchem die glatte 
innere Samt iisi liaif, die bogenannte Nufs, mit vier Kla;i]ii>ii auLsprinft- 

Die f-'i ol-ie unserer mit Schale ver^-i lieruii FriK hlc von Carjfa KUuoiHnis, Taf. IV, Fig. 8, 
besitzt eine Länge von 34 mm und eine lireile skü mm. 

Die swei der Aufseien Fruchtscbale entbehrenden Hickory -Nllne aind von 
ungleicbor Oeetatt; wibnnd die ein« a (von Hüchst) oval tat und nach beiden Polen spitz 
znUnft (Tat IV, flg. 6), hat die andere b mehr lAogUch ovale Fenn; auch treten bei Ihr dl« 
Sintzen nicht eo deutlich hervor. 

9» 



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— 86 — 



a hat die Llage von SO und dto Bveite fon 1$ mm 
b.» > .21... . .bis» . 

IHflM beidni NOsm mA mit den Ib Qujß dAndttarätiadwi lAngdeiitaB vaiMliaD, und 
durften bdde PMclite trots der etwu eliwciehMidflii Gestalt lur selbea Spedes gehört haben. 

ünter den uns bekannten reeenten Fermra steht GMy» /(IKwAmA Waagenh. ^ J^iAnw 
«üboj^iWmM Uarab = Jt^jkn» nAn QaerUwr onaereu IMditen am ntehsten. Da andi bei 
dar lebenden Speeles Uadehtlidi der Oestalt der Fritcbite manehe UBtersehiede veh finden, 
filbren wir die ebMi besdiriebenen 6 NllaM aater dem Namen 

GSwy» IBmc»t»k Waagenh. auf. 

Fundorte: KlArbedten Ton Medenad und Hfiduber ScUeoaealommer. 

27. Ouey. nv«ta IfiU. sp. fbsBiUa. 

TiMIT. Hg. 1,2,«, 4 & 

DeneVMn Oattong alhlen Tiendu andere Ewmptare an, yw. ireldim i« ei abgeiuldete 
(Tat IV, Fig. 1 a. 4) mit aaläerer Schale Tezaehen, ftst kreiafürmig nach obu in dne Iddkte 
Spitse audaufeo. Ihre Lange ist 19 mm, ihre Breite 21 mm. 

Eines der abgebildeten Exemplare (Taf. IV, Fig. 3) hat die äursere Fruchtschalc verloren 
und zeigt bei etwa rundlicher Gestalt eine staric vorgesogene Spitze, sowie die herrertretenden 
Kanten der Gattung Carya, 

Die Lftnge dieser Nufs, eingerechnet jene Spitze, betragt lü mm, ohne dieselbe 14^ mm, 
die iireite derselben 14.5 mm. 

Unter dem uns vorliegenden Vergleiclu^material kommt Carya ovata Mill. sp. = Jußlan» 
comprtaaa Oaertn. = JuyUuu alba Mscb. uuseren FossiUen &m ntcbaten, weshalb wir diese 
nnaere pUoctne Foim au dieser Spedes stehen. 

Fnndort: Elftibeekan von Miedenad. 

98. Ou!3« ? allw Hill tmOMa, 

TuC IV. Flg. 9. 

Von den oben geadiilderten BtOdimi wdehen, wenn auch nidit der Form, so dodi der 
Grübe nadi swd Stttdra ab, deren inbere Schale nodi erhdten ist 

Die am besten ansgebtldete Nub hat dne Lange wa 84 mm und «ne Brette von 
80 mm. 



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Si« K^horeD vielleicht zn den fonst der Carya iwnta Mill. ahnlichen, über nicht un- 
bedeutend gröfseren Früchteu der lebenden äpecies Cart/a alia MlU. = Juglana tomerUoaa htm. 
Fundort: Kl&rbeckeu von Niederrad. 



IX. Von unsicherer Stellung. 
29. AUiOBitM Spletti n. vf. 

Tat IT. Jig. tO« «. b. 

An einem bolsicMn, «diwaneii, in Teartur «twt ui das YegetaUSfiebe PferdelMtr 

ttrinoeniden Rhiznma. von welchem die Rinde zumeist verloren ge?an;;eD igt, finden sich in 
ungleichen Ahsiftiideu kugelige bis birnfonnige Anschwellungen, die aufserlich mit Riadie 
bedeckt sind, und in deren Innerem die Gef&fsbündel wirr durcheinaiidLr versclilunpen er- 
scbeiiifn. Diese Anschwellungen sind als die Krweiternnfien de«; Rbiv:oni>tamnies zu betrachten. 

Dem grülseren Teil ihrer OberflAche nach sind dieäe eigentümlichen Kuolien stark ruuzelig. 

Sie zeigen hier 1.. in 8|)iraligen Reihen gestellt, eitip jrrofse Zahl eifreuartiger Narben; 
den Mittelpunkt einer jeden Xurbe uiiamt eiu centrales ücfai'isbuQdet ein, um welches sich eine 
Rcbnuüe, ca.. 0,75 mm Ineite, ringartige Vertiefung und darum wieder eiu wallartiger Ring 
«eUiefet; dicw Narbeo illlifteii kIdiMren, von eentealen CMMlBblliidehi dnrchzogeDen Wnjxelii 
«Dtsprodwii babeo. 

In der obwen H«Ift« dieaer Aiiadiw«llii]ig«ii find«! aicb neben jaiMö kleiDem 3, «nt- 
spraebend grOIime, b&bere, (groJaer Durehmeaser 2—4,5 mm) Karben, ana welebeo Inaweflen 
nodi holzige Zapfen berrorra^n« die naeb Gr&fse and Textnr dem Bbisematrang entsprecben 
utid also Absweignngen jenes nnterirdiieben Stengels daigeateUt bnben. 

Endlich befinden sieb an den Knollen S., je eine SteUe, an welcber die Narben jener 
WOrzekhen viel seltener auftreten oder ganz fehlen; hier erBcbeinen an Jedem Knollen die 
Spuren des jedenfalls über die Erde hervortretenden BlUtenstengels, welcher von einem 
uneefahr doppelt so weiten Hofe, (5— 7,.ö mm, nnmehen i-t. als das bei den Verftstelungen zu 
beobailiteii i-^t. Diese nnvollkommeuea Steaaelreste ei-scheinen, so weit nie erkeuubar sind, 
am GriiDiic runzelig' gestreift. 

Es wild 2 l'it'CBu; Uio eine (l'ai. IV, l ig. luau. b; besteht aus 3 rosenkranzartig am 
langgestreckten Rhi2om liegenden Knollen, die andere ist eiu solcber Knollen von birDformiger 
Gestatt» der «dd beim gewaltsamen Emporeeblendem der fiand- imd WanenDsaa» gelegentlidi 



— 88 — 



des sofort zu besprechenden Durchbruchci %'on orsterer abgerissen wurde. Von den 3 Knollen 
der eisten Piece kt der erste von birnfürmiger und der zweite von kugeliger Gestalt; der 
dritte Ui«b anr «tw* »tr Hilfte «InltMi; «n der IttMtelw ist es» iro man die wirr dnrdh 
eioandeiileBeDden GefitfebOndd oflbii )i«geii sieht 

Der nriacheiD den bddto letatea Knollen H^nde Bbizoniteil von nur 4 nuD Lange M 
berindet, so dnik die Binde demlben bier unmittelbar auf die beiden Knollen fortsetzt. Der 
entrindete Bhimmteü zwischeD d«i beiden nstan KnoOen bat eine Länge von 48 mm. 
Wir oabmen an den EnoUen folgende Halae: 

12 3 4 
Lange 20 13/) — 19 

Gröfste Iln itc 19 15 10,5 14. 
Rfstc. wrlchf nm von Herrn Spiet t üher^rchen wurden, stammeD aus den 
grauen Sainjeii, weicht; mitor iIpid die bohle des Mains ttildcudi'ii Thon durchziehen und sich 
auch aul das rechte Ufer iu Nied fortsetzen.') Kiu vou uuIbu erfolgter Durchbruch, der 
durch den Aufdruck des unter dem Maiu «ahrscheiuUi:h vou Süden flief^eudeu Quellwossers 
Temnh&t war, bat mit den Uegenden Sawka in d«r Bangmbe des KadeivelireB bei Nied 
n. a. dieses Bhizom empergesdiwemmt (Senekenb. Ber. 1885 p. 232). 

Herrn Splett, der sieb um die Ausbeutung der HSebstar FUcdta^FMlchte in so liebens- 
wOrdiger Weise bemüht bat, au ehren, sei das eben beaebriebene aeltsane Gebild« 

iauonäw ßpUtH ganannL 
Fandort: Nadelvehr bei Nied am Hain. 

00. BJuzoinitcs MoenaniLs uov. sp. 

Tat IV. Fig. 11. 

Ein wenig gebogener Wnrselstock seigt deotlieh die Ober das eine Ende hervorragende, 
hokige Masse. Anf der Oberfliebe der Rinde beobeditet man noch die denClichen Narben 

■) Kinkelia, Pliocänsdüchten im UDt«r-Uaia(iwl, äencJuoberg'vcher fiericbt 18S6 |». 213—21^ nnd 
S90— ns. B«I diinr Gakgahrit taUn wir laidi iaä PMdl nlt, du swilclMi itr QtlMOatMk imd dtm 
Main i,rclcKonti!>ii iijr ^L'^^U'Ilmlg eine« VeTfooliwdiadKN iHr dass Bnmm TU Hon Dr. 0. Ctteb^r la 
Kied, ia diesem Jahr, abgeteuft wurde. 

Labm 0,7 

Lehmiger Sand 2Jt 

Unreiner Kies mit gTul8«n Steiain ud Unionoi 1,0 

Hellgrauer, »diluflJger LeMte ifi 

Fainar hdlgiwur Sud 0,7 ifcht «udMirt 



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— 89 — 



dar Bltttn; dt nit fMaeUger, flidmimnfilniiiger Bida fMtgeaeaBaii btkt, ud lo deran 
AehMd die KoavenliildnQg akh Migt EiBMlne der btiteniii aebfiieD aieh mn BlSteoitaad 
oberbalb der Erde eotwiclnlt m haben. 

Eine der gntfUen BUttoarbeu htt 

eioe Uoge m et. 6 mm und eine Breite von 10,6 mm. 

Auf dem 43 mm lugen BfatsomBtOeke, demen grilbte Breite etw« 13 mm iat, sUdt 
man 13 solcher breiter Blattnarben, an welchen am &ufseren Rande — bei manchen deutlich — 
die Spuren einer Aiuahl von QefUsbOiidelD nch finden, die etwa 1,6 mm voii einender 
entfernt stehen. 

Fandort: KlArbecken bei Niedemd. 

81. C'ai'pites sjuc. 

■J ftf. IV big nn<l b. 

Es fiudet sich ferner noch eiuo FruchtscbaU von im Allgemeinen linsenförmiglff 
Gestalt, ühai deren Äquator eine etwas ausgeschweifte Kante lauft 
In der Richtung dieser Kante ist die Frucht aufgesprungen. 

Die Höhe dereelben betragt 14,5 mm 

„ Breite „ , 19,0 „ 

, Tiefe , „ 10,5 „ 

An der Basis wie an dem oberaten Teil der Fracht sieht man die Kante etwas weniges 
niedergedrückt. 

Die KeneiateM, «ie die Farbe der nnebtiebito, mddm iMta erimkaB ist, entspridit 
desjenigen einer EidieL 

Fundort: EitrlwelNii bei Niedemd. 

88> LcKiuNliMMttea 

Tat 17. nf.l8ai.K 

Ein 8nmeo ven tel ilmen- oder iaibRdmiger Geatilt bewb einen KretaduebmeMer von 
10 mm und ehe Höbe von 6 mm. Die AnihdtangMtdle den Semen mt noch mehther. Der> 
sdbe neigt ziemliche Ähnlichkeit ndt lokdien von Legeminoien, ohne dnb ee miglicb «Ire, 
bei der Menge ibnUcher Formen eine Bestimmnng cn geben. 
Fundort: KUrbeeken bei Kiedemd. 



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- 40 



Bfliagttdi dar m fi«rni Br. Coaveats frcnadUdirt aaliimulit«ii Holiproben «^' 
knlm vir nai daa kludft «iats Briete troB 11. Oet. 1884 ai^^ HenDr. CoaveaU 
•dmiU bier: «Yoii d«n «IngnaiidtaD 18 Stfidwa gahflna 8 d«a OjauioqMmMi aad 10 dia 
AngimperaMB *a. Unter den onterea bemdit die Ffdito aitt 6 Ezaai|danD vw (1. 2. 4 
& 7. 8.), wllureiid die Kiefär aar dnreli ein« (14) TCrtntNi irt; ein Kadelliob ist dwdi 
Saproplijtea itark eagegiiflut nad baaa dihar aklit bMtüaait irerdea ^ Von den Angw- 
spermen gehören 2 Exemplan zu Eichen (3. 15), 2 zu Birken (16. 17) and 6 aadttre Stadl» 
fon schlechter Erbaltang zu verschiedenen Ijiubbamnen (ß. 10—13. 18). 

Die Kiefer und die 2 Fichtenexemplare stellen wahmclwinlicli (2. 7.) Woneln der, ata 
Lanbholz (18) zeigt eine schnne f'herwallung. 

Was das geologische Alter der fraglichen StUcke betrifft, so dürften einige (,9. 10. 16. 
17) terti&ren Ursprungs sein." 

Verkohlte Holzttttckehea ObwitMebtea uns bei Dardnicbt eiaee groben Meleriales, 
das «un grObtea TeU ena Jieteben, HolztrOnuneni nnd BiDdenabfichflUuignD beatend. Sekbe 
Terkoblte HolnUlebe bnd nueb B«ttgar bei Derbaini fai der Wetteren; ü» kOanea kiun 
aadera gedeutet werdea, wie ab Reste darcb den B!its in Araad geratener Btoaie. 

F.iKllich fielen unter doli verschiedenen Pflanzenreste auch solche auf, weiche bei oll 
gestreckter destalt stark abgerundete Enden erkennen liefson und so t)eiin oberflächlichen 
Aublick lebhaft au schotenartige Früchte und dergleichen erinnerten. £a waren dies jedoch 
nur durch Hin- nnd Herwerfen abgerundete Holzsplitter, welche oft neck dentUeh die 
Jakraatiage nnteraahdden liaCaea. 



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41 - 



üebersicht der Arten 

mit BesieliQng auf eisige andere Fundortet 





Klärbecken 


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Ober-ItBlien 


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-1- FkeaeKtM EmopAeiis Lodw. »p. . 


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1 


1 


1 














X Tiuodiam disticbon Rtch. , . . 


1 


















Pintis nioDtanaMUI.(BbiwriBliiidw.) 


1 




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1 


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1 


— Askonasri nov. sp 






1 








— 






■+- — Ludwig! Schimp. (= ovifonnis 


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1 1 


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— 








— 


5< — Strobus L. (= Thiüa Roess- 








1 














1 


1 
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1 


















+ — CortesiiBrDgn.(=spinosaGoep. 




















= tumidA Ludw. = rrsinosa 




















Ludw. = Schuittspahni Ludw ) 








1 


1 


1 


1 


1 
























— (?) pecünata DC 










- 














1 






- 








1 


<^ — latbqwmoM Lodw. .... 




1 




- 












Ltriz EanpBtt Dd mit foma glo- 




















baluris 


















I 


Potamogeton Miqucli n. qk , . . 










1 










■+- Liquidambar pliocaeuicom n. ip. . 




1 
















Bftnla alba L 










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1 


Fagua pliocaeaica n. sp. . . . . 




1 








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Ober-Itj 


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— Dm Hilm Ulla IMOM, . « • 










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1 


1 


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1 


1 


1 


— 






1 








— 






— 




^ NjnlAtt obovatoB WdMr sp. . . 


1 


1 










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— 




-1- — oimtbobromv ITng. . . 




1 
















X Jvgl&n.s cinerea L. (~ tejjhrodes 




















Tlfiiy — r- ( Tf"i*'invHrl i I.tiHw i 


1 1 


1 
k 












1 




— cinerea f. D&rv& raa&druunilA 




















Lndw.) 


1 


_ 




















^ ^ globow Lndw. 


1 




_ 

















X GfliT» minogpgfe Wangeah. . > . 


1 


1 


— 


— 




— 


— 




— 




1 


















X — (?) BlbBllm. 


1 




















1 


















•4' SUMmltes 8plettl n. . . . . 




1 














_ 


-t- „ UMmum a qti . . . 


1 


















Carpites 


1 






_ 












LttnuniiiositMi . ....... 


1 



















Den mit lunerikudsdieD recent«Q Speeles identischen pliodun Formw taftlMB wir «in x vorgeseiduiet, 
die mir in foiüle» Zustand bekAutes Arten nit vaA die wMh kbadni ennfÜMhBB Arten dagegen nicbt 



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— 4S ^ 



Wir fisBeii in Kflrse die Beaoltatd mBecar üntennduena xmiiiudmd. 

1. Zu den 1875 von Sandberger aufgeführten PUoc&nbOdungen DentaelilBods kommoD 
zwei weitere pUocftne Becken, dwyMig» Toa Huum<Oiof»-8toiQh«iiii'8digeiiBtadt vaA da^eulge 
von Niederrad-Flörsheim. 

2. Wie es schon die ünter*:iirhnngeu Ludwig's klar gelegt haben, «^0 be«tftti!^t es sich 
ans den in eben genanntes Betkeu gefundiuieD Pfiaasenrestea, dais das dastahge Klima ein 
dem tieutigen sttlu- ahuliches war. 

3. Die an Früchten besonders reichen plioc&uen Flötzchen des Kl&rbeckeDs uud der 
Hfidit« SdhbdMahHUMr letsa aidi wk kHplBlddidi 4 Qrappen tmamtnz 

«) au nsgeitorbeom FemMn, weblie irir mit Aztm tm d«r bevtfgti einopliBehffi 
Flon nidit idsntificixeii bomiteii; «• afaid diea: 

RrnuUiu Eun^amt, Fim» Mkmuu^ Pimu L^d»^ AMm lObri, Fiim UtHagum- 
matm, fHaeamiem, Botamogttm MigM. 

b) an WNUMtorbeiMii Fonnm« die loAer xecantan aoidaiiierikaiiMrJum Arten ikre 

nftchsten Verwandten haben; es sind dies: 

Liqvidtmiar pliocaeniaim, Nystitea oboveUua, Nyaaäea (t) omithobromu», Juglant glohcsa. 

c) au5 Formen, die mit recenten nordamerikanischen Arten identisch sind; dies sind: 
Taxodium dutickumf Pmi» Stroit Jmglm» «m«rM> Oarj/a IUm^km$, Oarya ovatOf 

Carya (t) alba. 

d) aui> Formen, welche heute noch in Europa leben: 

Pinu» moniana, Pirna Cembrxt, AU et (i) ptcitnata, Picea tmlgarü, Corylu» AveUana, 

e) ala einiige vieUeidit aas den Ofiant «Mar nach Europa eingeflUirta apedes Att- 
eHhu (f) B^gfMuHmmmf watcüie Ende da» PUocIii und im Qoarttr noch is Eacopa 
rii>i><iiiiiü«*h geweieii aa aeb aduaat 

Von ^aaea deuten aaf dn kUteias KUna; als eVaa hier lienMbt: Pmu memr 
JMS, die bnauahoiifllliTC, ireldie kaute liaaptatdilidi mr iai Gebirge, in den Alpen 
and SaipaCben, lebt» ood Kmt Omif, die arbelUeEar, mkba aadi den A^ien 



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— 44 — 

EtnftC» od KofdMiettt io bedcnteaden HSbett ddi mtckgcaDgen biL*) Dagegen 
r«r«fliit dte JMnsiU der tHng«n Arten uf ein Elim, vcidiM veb von dem 
jaiBjgca Bielit gßg n Mhr cntfenen dlifkci, «raa indi di« Tenpcntur im Gmm» 
etwas wtnur sod du Fcoditiglwtt etwas grSber geveeen aeia aiag. 

iVeMÜStat jEbrqMM at^t d«D oUfea PlaiiMiiliniMD fremdartig gagemtber, da 
die ihm am DAchsten stehende recente Gattong eine aoBtndiaehe ist 

Aus der hier beschriebenen Flora könnte man noch eine Gruppe herauslösen, 
d<*rpn Bestandteile im Oligocitn und Miocäu der Wettcran n. «. w. wurzelt. Wir 

h<-lra' lit' li al« «olehe LuptidamJuir. t'arjim, .\yxj,tte.s, Juij/ans f'Cari/a i. Taj-odium etC 
Nad<;lh'jI/»T. an litneu mun mchrf.u h. z. II au PiViu>-Arteti, schon Forni.Minlichkeilen 
«rkeuuen konnte, hatten sidi in uiiMTfer Gegend auf ihrer Wanderung vom Norden 
tdoB ZBT Uaterniociozeit, ja schon im OberoUgoda eiogestellt (Wiafteiliafai bei 
Fmdtfart, SalshaaseB und Hessenbrtekaii, HQnaeiiberg, FUniMte), laaiidie nifc 
aawrikMiisdiaai AnUaag, «ie fia^Müt. 
4. Fast dreiriertel der HSchst-ElferbeekeB-FloFa sind bei uns dem ioltea KBma, das der 

Püoeinielt folgte, da misei» Gegend von swel miebtigmi FiaiddeirD in die MHte genonraea 

war, «riegen; es dad dies 

a) die amgestorbenen Arten BfmtHut Europamu, Fümt Adma^ Amm Ludmgi, 
Äbif lahri, IVSM ütfftjfMaMMa^ Fmgpm ytfi w tm ' fl Bj AfoiM^vfoii Wqmdi. 

b) die in Europa jetzt fehlenden, in Amerika aber einheimiachen Pinw Stmbfi», Juglan» 
cinerea, die verschiedenen IlickorynUsse, auch Liquidamhwt in etwas anderer Form, 
ebenao Juglana globoM, deren Nachkomme wohl die JvgUm* tt^gra ist; hiezu wird 
auch Nymt't«! gPTcrhnft werden kfinnen. 

In Nrird-Aiiicrik;! liahcn sich diesf hHztereii llSunie zum Teil in derselben, zum 
Teil in «iHus veränderter Form erhalten, da. »it dem zur Diluviakuit unch aort vou 
Korden fordringenden EiM nach Sttdeu aaswdchon konnten, um nach dem Schmelzen 
der nngMdt anagedebnteren nordamerikaniieban tÜiBaaiiiiwi ihr ebomaUgas Gebiet 
wieder zu erobern oder in demjenigen, in wekhes de rar Dfinvialseit eiageiogen 
waron, an bleibw. 

Dureb Meaicbenband aind nnn freilich Pflanzen, die aar PKocAnaeit nnserer Fkm 

•) U tlobnr Beicion m»--WOW ito 1L>, ■!• «a ZlrbalUate beate TWriMorait (500O-700O' Omt IL), 
hftt Rio Unyer in StticnnArk iiMhgewiMen oad swar im KUktnIl TeigL 9t. Rolle, BniukBhliBgBUUa 
bei BMIaanMaa Me. Itiuk. 4. gttiag. B. JL Win UM 9> 8& 



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— 46 — 



kBgebörteu, aus Nord-Amerika wieder in die europäiäche Flora verseUt worden, wie 
Phmm 8ircim$, Juglam nigra etC 

Ebiige Typen, die Noid>Aiii«ikft irobl «neb mt PUodundt niebt togdiltrt haben, 
eddelteii sich in Goropa Ober die Pieiitocftnzalt Üb he&te und taabeo sich daher aodi 
in intcfglaGMleii AbUgtroogen Hittel>£aropa8 Tor!Kefanden wie Püm» ■mhIwm, Corykta 
ArnBoM 0. a. w. 

Gl Beim Vergieidie xaamet PBoetoflora mit aodnea Mt tw allem anf, 

«) dab sie die an MadelbAla«rn weitana reichste ist, da& ihr aber txotxdeD 

der fast allen europäischen Oberplioc&nfloren, so auch der Wettenna, Stdnhriu- 

SaUgenstadter und der Pfälzer zngehörige Pimu Corittü fehlt. 

Im Klarhecken-IIöchstcr Jkckpn wurden 11 verschiedene Nadelhölzer durch ihre 
I<Yüchte UBifrscliifden, von Grofc-bteinheim 5, von welchen nur eine Art unserer 
Sammlung fehlt, von der Wetteraa nur 3. da drei von Ludwig aufgestellte Arten 
nur eine, nftmltch die Pinufi (\yrtfj<ii darstellen, auf welche jene drei von Saudberper 
bezogen werden ; von den drei Arten der Welterau bedndet sich auch eine in unserer 
Sanmlaog — Pinm mmUma VSBl s tpmWUAm. eim Ladii^'ieaia kA — Pirna 
dSmmbiata — ist mir daxdi Samen vertreteo. Ob dlaaa andi der Ettibeekeii-Hiidistar 
Fian aagdiSrt» kann man nicht bahaaplen nnd iridit veraenieD, da nur venige anaever 
Zapfen noch Samen enthielten. 

MH der Stmnh^er Flora hat diqaniffe v«m Betenham nnd H4kiiit 4 Arten 
gemetai, mit d«r Wettanmer 8—9. Jene sind: M^mtHim Bm/pamh Füma Ludwig^ 
JPimt Strclm nnd JVm» toft g n ow w »; die mit der Wettenner Fion gendnsamen 
sind : Pmua monitma, Potatnogeton Miqudi (7), Baltda Mo, ObryAit JvtOam var., 
Nystües obovatu», Jttglam globota und (?) Carya. 
b) dafs keine der bisher bekannten Oberplincanfloren so reich an nordamerikanischen 
Arten ist, als die von KlArbecken-Ilücbst, dafs aber letzterer Flora [wenn wir von 
AenculiiM HippocaMauum absehen I die k 1 e i n asi a t isc b e n Formen fehlen, auf welrbe 
Ludwig bei Beschreibung seiner Wettcrauer Pliocänflora hinweist, so dafs unsere 
Flora doch vielleicht nicht als mauuigfaltiger zu bezeichueu ül, alä die Welterauer; 
Übrigens mOchte manche Lndwig'sche Bestimmong, nidit zuverlasug sein, wie wir 
dlea an Bkm Sdmitupahni, hmiia und rukiota, JPkmt imii nnd an Zfaaua 
flefrdbeM sehn. 

Dia WlUar, «elcha die pBocInaii Wsssar im Gelwate dsa antaiatan Mainlaoliw nn- 



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— 46 - 



eftnmten, hatten demnach, verghvben mit, denjeuigen der mittleren Wetterau, eine 
WflBeDÜlch verschiedene ZiiBammenBeteuig und zwar nicht aUein qualitativ, soodMni 
indi qaiütitatlr, dt «lefam d«D iMldtt Becken $ßatätmw» Arten In der Wetleratt 
IQ den Seltenheiten gehBren — JVbw mt&nUoM — irtvü, Oonfh» AveUtttta var., 
Mb^ormi» ud ii^kkt, Jugkm ck e r m T«r. OoifptrH, Ftimmogtium JEgitd^ Chiy^ 
— im eftdüelieren Bedcen bingeigen tnm Teil die «JilreiiArten Berte — Jugßmt 
(MMree, Ourjfhu Jvtäcmm «ad Oarga Kflforten. 
6. Die Fkn *m der jOngsten Pfiectnaeit irird durch aneere Cnteimdiaig in dreüSndier 
Wdse bereichert. 

a) dtarch die neaen Arten: 

Pt'mu Ankmnmß, Ahim Lofhri, Fiujus pliocamtm, I/ifpridambor |rfl'oa< M MI C eei > 

RhitomitM Sj'lftli, Hhizimileji Moenanun, fotemog^On Mi^ueU. 

b) durch den Naihweis eini(j;er receuter Formen: 

Finus C^ihra, Ahi<\^ ff) p^tinata, Ptcea vuigaritf Larix Eurepaeßp Cai-ya 
lUtHC^hms, Carya onUa, ('artjn (!aU>a). 

c) dadurch, dafs eine bisher filr uligocän gehaltene Flor« sich als oberpliocAn erwiesen 
hat; vou dieser äleiuheimer Flora hat sich unter den Nadelhülzeru nur Finua St«inr 
k t u m timt nidt tat Kllibecken oder in der Hödistier Sdihnae Torigefimden. 

Ab eUgeelne Pflunen dnd eonit m etrddben «De allein nur von Orol^StdnlMiiin 
▼en Ludwig in PeL Vm «dSselUirten vnd von Uun daeelbst beeebiiebenen AztMi: 
FirmA JWngwM Lndw. RmuHut SutefotM Lndw. ap.)i 1hg» St nd m w t m 
Lndw. (b Fmnt Btnim I^MtimM Lndw. /= Pkmt Butimt L.), 

Fdm» «nr^tmu Lndw. Imiwijfi BMiiftr), Phnu SuiahMmtit Lndw., JRhhm 
Äbitt lati-tquamoaa Ludw. ^= Picea latisquamosa Lndw. sp), ^iptiim dtfUeal^ 
tmrnia hoAm^ Betula anuata Lndw., Qutnm Snitktmmm Lndw., Miweimi ip., 
Prunus Etatana Ludw. 
tiftnxUch in Wefjfall kommen demnach jedenfalls: 

Thiy'a RoMtleranaj Thuja TheobcUdaaa, Püma ov\formiSf Frenela £u>aldiana. 

Umere üern beaitit noeli ein gans besonder« Intereaae, weil ale dra Anagai^pnnkt 
dar püocinen Periode in beieldinen acihelnt nnd ala veraittebideB Qlied swiadien dem Ende 
der Tertiflxperiode «nd der nm anfaredienden Oatcttaidt aidi lunrtdli Eine ddift nnb»- 
dentende Zahl, wie ea acheiut, edeadiener Trpen, eine Bdiie anderer Fennen, welche nna 



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— 47 — 



d«r Tertilneit nodi herlbenisidMn, wie TkcMKAnn, U^pdäitmim «d«r meh Ji^fMAw, 
luMB UM, tielieii 1it]io1ogisdi*«tnlignpUM3i«ii Grltndm, dl«ae Flon nodi nun Oberplioein, 
ab Aadlnfar der T«rtiBrp«riod« UninatallMi. Ab«r «dum abd dia FmnuD mtwinisdit mit 
dnar badentcnden AnnU toid Pflanaen^iNiii, veldic n» in qmrtlnii, Map. intacg^aleii 
FandalllclMii «ntgegentrcAen. 80 iMl>M«Bdfln tAyAm« cnmt«^ midie oenerdings toh 8er- 
delli ab Ixitpflanzc fllr das QuArUr hingestellt wurde, so die vemhiedenen Coniferen-Arten, 
welche wir z. B. aach in den Schieferhohkii der Schweiz wiederfinden, femer die zahlreich anf- 
taucheudeu Früchte der Haaelnnh n. 1, w., aUee Typeiii welche xar lebenden Flora den 
Übergang vermitteln. 



Den Herren Civil-Ingenieur Bernhard Löhr dahier und kgl. Bauführer Splett s. Z. 
in Höchst, die soviel Interesse und Möhe an die Aufsammlang der in den beiden FlStzchen 
eingestreuten Früchte etc. wendeten, zollen wir in erster Linie ttnf5eren besten l)aiik. Solchen 
schulden wir aber auch den Herren Ingenieur Askenasy und Oberbürgermeister Dr. Miquel, 
die uns ihr wertvolles Material zur Bearbeitung überlieääen ; anfserdem erleichterte uns die 
von Herrn logenieur Askenaay veranla&te Photographirung einer größeren Zahl von 
KlArbednafrlleliteB die HeKatellniig der Abbildungen. Zi Dank abd wir andi Km fltad^ 
baaniit Lindley fDradae rege Fdideraag iindBemi Dr. Cenweats, Direkter des Deoiiger 
Maaeonn» TerpAicbtet, welch* letiterer die ReandficUKelt hatte, eine AnsaU foesUer Hokprobeo 
mfkraakqMBGli la antenndien. Daakead erwlhneD wir nodi der fraondfidieD Gekea, die ana 
Seolena der Herren Prot Dr. Eagen Askeaaay In Heldelberg nad Banneiater FolleBins 
in OrtedMim wovde. Anch den Herren Kllnadem Werner * Winter, Photognvk 
Böttcher and Aloia Mayer A Co. Nachfolger, wdche dch der Anafthraag der Tildn 
Bo sehr angeoonnienL dnd wir hlefitar sehr verbanden. 



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TAfEL L 



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Tafd L 



Fie 1. FrmrltteiiEurnpaeus (Ludw.) Zapfen, a. b. von zwei eiitgegen^etStMl SeitM gVMkaa. 
Fig. 2. TaxiaHum dütichnm Heer, pUacueniam. Beblätterter Zweig. 

ftmut mtMana mtL fti$ati. SS^pte. 
Tlff. & JViiM >WfaHwvi 00?. tj^. ZR|f«n. 

ft 7. Fbm» Lvdwiyii Scbimp. Zapfen. — Zapfen 7 nicht volNUiKlin; erhalteii. eut^pneh jedooh der 
Form von t>. Die SrhuppensL-hilder erscheinen bei 7 et«ru eu g«wfilbt. 
Fig. 9. Pim» Cemttra L. /umli». Zapfen, 9. äancii. 
1%. 10. »mir Stnku J«. fauHu. 8dn||ip«. 
tfg II. IS. £aiiMr Bunpam L. fouiU». iX^tm» j^oMu». 
Fif;. l«*)— 15. Äbi«i Loehri nov. sp. Zapfen, 15 VOM olmi gM ll l W. 
Fig. 1«. 17. Pkm$ Cartmi. Ad. Brgn. ZapAo. 



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Wiiitiiild Sen,iifnl< tiii/iirfO'i-x^lLuh 




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TAFEL 11. 



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Tafel IL 



Fig. I. Ücea culgaru Link, fonnlit. Zapfen. 
7kg. ». % AcM Mtiffiaman (Lidw.} Zspftn. 

Tif. 4-«. ZMoMyriM» JT^t' MT. ^ 4. & BMttM; 8. iMehlcbn, ». MtürlMfab OiflMe; b. ««sitoark 
Fig. 7. BtMB cftA £. /bmlM. AitiUciL 

Fig. 8. ^HMtfMi« »p. Beelier von nntcn gesehen. 

ilg. 9—13. Fagwt pUocamuca nov, «p. Bectter. 12. fornm latc-lob*ta; IM. fürma niign.ite-lnbau i II. wbr 
Bnone F«nn. 

rif. 14— 1& CbiyiM AxäiaxM L. famiUt. V«n«1ii»4«M Ptann Fnuiit. 

Vtg. 17— 19. LiquidamiMr pUoeatKieum mw. tp. 17. i. k Sunalfriicilit «w tMWiiiMcmr Salt*; 1& 19. gc> 
flOnet« KOcker. 



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Abhamil ei Sawkmh. naturf (itsfUsch 



Taffl 




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TAFEL UI. 



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Tafel m. 



Fig. l— fi, NjfuUa otmatun (Web ) Fruchte. 
F%. 7. ifytMtM onHÜkaöfWMM (L'tig.) > Fracht. 

Fig:. 8— U Jiylliw» «M«erM X*. S^mi^ Fillclita. a ftfm twomMta ; a cfr. IbtM* Oocpperti; 11—13. fona» 

trpia; lOi 14 1& ftmi« fun. tS uri 10^ von inaeu gesehen. 
F%. AvImm «iotera Lwlw. FrMt«. IS. (Bit Itmurw Sdiil«; 1& htlb tob dm Srita mi« tob lan«. 



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AhkanJl d Senfkmh naturf (üsfllsdi 



lafm. 




LakAnit tWmrt VaUtktuti&if.K 



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TAFEL IV. 



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Tafel IV 



t'ig. 1-5. üuya ovaia Hill. sp. fornlu. Fnlcbte. 1. and 4. mit äatacrer SduU«. 

Hg. Catry» lOkutHiii Wmgeah. tf. fmiUa. WUtu- 7. wid & mH MMmr tkMt. 

Fff, 9. Onryif Ma MilL /«tili«. Fnuibt nit •««•■«r SdhtlA. 

Fig. 10. Rhüemites Spktti bot. sp. Khizom, k. ym imtM'. 1k TM oImil 

¥ig. 11. Tihirmnitiv .V<vftrrm»» nov sp Rhizotd. 

Fig. 12. t'<]r2'*t<'' "P^c- i'Vuc-bt von Tenchiedeneo äeitca gcadien. 

TIf. 1& InpimiiMiilw qwB. Sum tob obn md m dar EMla g mAm . 



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Ähhandl d Sfitcktnh nalurf^ (Msellsch 




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Beiträge 

inr 

Sehmetterlings-Famia der Goldküste. 

H. B. M «8 Ohl er. 

Utt eiaer TafeL 

Di« Dadilbigeiid sn^edüilten Lepidopterai orliielt kh in Jabte 1883 dmeli OMinen 
Idder Mitdem Tentotbeiien Freund Heirn Weif le, mdclier an der Faktoni der Baad«: 
IGBaionBgeBeUadiaft in Aecm angeateUt tnur. Die HdmaU der Thiera wunnuittie mein »el. 
FreiiDd irfllinnd einea vittwDcbeaUidien AnfeutluKea in Alioii und es epricbt fUr den regen 
Eifer de» SanunleiB, dab er in dieser loitzen Zeit aber 200 Arten in Obmr 1000 Exemplaren 
zusainmenbraditA. Über die westaftiltaniacben Lepidopteren ist mir nur ein grörseres Ver- 
zeichnis ItelEaont, welches von dem verstorbenen Plötz in der Stettiner entomologischen 
Zeitnnp .Tahrpan?? 1H7<» und IHiV) veröffftitücht wurde und die von Professor Dr. R. Buchholz 
»rihrtMid seiner Expedition in den Jalmn 1S72 7F> in WVptafnbi gesammelt wnnipii Da 
dfei (jrenaante auch bei Aerm nnd Ahuri Munmi lt«', s.n ist eine Vergleichung ^('iiicr S:iiiimel- 
crgebnisse mit denen nu-iue^ lieundet^ \Vcirr|,. von Intuivsse. Allerdinps wcniou in jriioiii 
Verzeichnis 460 Arten aufgez&hlt, es ist aber dabei /u berückbichtigeu, daiä diene Ailen/uliI 
in dnem vid giOfaeran Gebiet nnd in ^leni Zettnumi van tbv 9 Jaliren erbeutet ward«. 

Trotz der imnen Zeit and den besdmtabten Sanundrevicf neines Freundes bat derselbe 
nicbt nnr ea. 90 adun früher belcannte Arten, velcbe Prof. Bnehbola nicbt fond, gesanoidt, 
eondem andi eine Anzahl (S9) nener Arten aofgeftanden. Dieaelben babm nkht nur den 
Henen Butler, Plots, SaalmttUer nnd Snellen theOa in Natar, tbeil« in celorirten 
Kldem aar Veiglekhang veigdegen, aendem abid ancb von ntbr mit der nidien Sammlmig 
mdnes Freundes Staudinger verglichen worden, so dafs ich hoffe, nicht schon bekannte 
Alten lieadirieben zu baben. Alle schon früher belcannte, aber von Prof. Bucholz nicbt 

. 4. SMMftMtb attuT. am, B«. XT. 7 



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gefundene Arten habe ich mit einem * bezeichnet. Die mit Accra bezeichneten Arten siod 
im April bia Jaiü, die ttbiigen im Jali and AuguM gesammelt. 

IntWMwat M, difa tIaSgfi AiteDf mlcht IddMir mir nm MMdtgßAar olar dir Orildlite 
fOD AbikB iMkaimt wud, «ndi an dir W««ttaW« gHtandm «mden, vi« z. B. ApAKo 
OmuUmiAmt WariL, JK|nWi CRotoB» Kirbj ond «ödere. 

ScfalleMich sage ich den oben genannten Herren aubeo hersUcben Dank flr den mir 
bei OMbar Aibait faWitftan Bairtanl 

Kron-Förstchen bei Baut^sen, April 1887. 

H. B. UttBohler. 



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- 51 — 



Bhopalootra. 

PapUioiMM. 

PftpiUo L, 

1. P. LtonOat Fb. Ent OL L» p. 96 N«. 106 (1193). SMÜ Ot. 1. 1 9. B, C. 
a776) in vtoloi StUekiB ttbaltm, Acen, Abmi 

S. P. J&tMMfeiM Dr. nL El. Bit. U., t 9, £ 1, 2 (1773). Gr. 1 148^ A. E (1779) 
einige Bunplui» Abori. Die ettitoWVairiiiciie Vtxm, midi* OIwrtliOr Blal d*Botaii. 

P. 13 (1878) Opkidtcephalua nennt, unterscheidet sich standhaft von der westaflAHliMiMII 
darcb bedeutendere Gröbe, höher gelb ge&rbte iirul ^öfsert' l-'lecken, ebenso sind die blasen 

Aagenflf'cken der Hinterflüg^el ^Jrröfi'i'r und lel)hafU'r K''fi^rl)t und dasselbe iäst mit den rothgclben 
Flecketi dei-selbeii der Fall. Kineii ^pezlhscben Untcrschi*'d /wischen beiden l-'omien kann 
ich aller ebensowenig wie Trimeii (Trans. Ent. So€. IHiU lY. p. 34;') l finden. Letzterer 
bildet die südufrikani.<.Lhe Form in seinen Hbop, Afr. Austr. II, pl 2, f. 1 ab und beschr^bt 

sie p. 320 als Meneatheus. 

5. Dmotmu L. Hw. übr. p. 214 (1764). S. N. I, 2 p. 763 n. 46 (1767). Cr. t ^1, 
A. B. (1782). Sehr gemein, von «ler MdilHkuiiMdieD Fonn itielit «bwcidiMid. Aeen^ Abnii 

4. Pdumm Cr. t. 37, A. B. (1776). Agapmor Fb. E. 8. 1, p. 98, no. 76 (17fl8). 
RimpHiia Htet m, 1 49, £ 6, 6 (1788). P^fÜKeiui» Godt DL, p. Sß, no. 77 (1819). Be^n 
Bemv. pl 70, t. 2, f. 1 (1806) mehrere Exemplare, Abnti 

6. Anthmu Cr. L 234, B. C. (1782). JnAarü Oedt IX, p. 52, no. 78 (1819). JfopiMr 
Bdv. I, p. ^ 79 (1836) ebenso, Aburi. 

6. * Ängolamu Goeze Ent. Bf itr III. 1, p. 87, 00. 70 (1779). P^adu Fb. Ent Ul, 1, 
p. 34, no. 100 (1793). Hb. Ztg. f. »41, (M2. 

1 1^ von Aburi. 

7. * PhoTcm Cr !. t. 2. H. C. (1775). Donua t b. S. E. l'.T, no. {)2 (1775). Bdv. I, 
p. 223. no. 40 (183b>. i Thfr^awl-r Vh. E, S. III 1, p. 32, no. 93 (1793). kli erhielt 
ungeßlhr ein Dutzend Exeroplaie dieber bchunen Art in beiden Geschlechtern; bei einem 9 
zeigt die grüne Gmndiarbe gelblichen Anflug, bd dnem zwdten 9 lat ile piu ockergelb imcl 
ttur «1 der Wund der ffinterflOgel acbmdi grOn engeflogen. Aecea, AboorL 

8. * OanMmi» Ward. Bat Montbl. Mag. Vm, p. 84 (1871). Zwei in der GraDdiube 
ettraa von ebander abweichende 9 dteaer aeltenen Art von AborL 

7* 



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— 02 - 



9. Nirmi L. Mm Ulr. |i. 217 (ITM). 1, 2, p. 750 no. 28 (1767). Cr. IV, t. 378, 
F. G. (17aS). Lfoau DU. Amt. Nat Hist. XYI, p. 178 (1845), nebreie ExempiM» von AbiuL 

Ob Bramiiu Dbl. Alui. V«t Eist XVJ, p. 176 (1845), von wdclier Att idi ein d von 
WatafrikB bMitze, iriiUicb ein t«n NiMos «penfiwh tenetaiedeoe Art tat, sdwbit mir «biiger- 
nalwD zweifelliift. 

la MetopB Cr. U, t 161, A. a (1779). 9 Cmim StoU SuppL Cr. t 29, t 1, 1, A. 
(1790). J2«eAt&i Godt. Enc. Meth. IX, ]). 183, no. 24 (1819). In vielen Exemplaren von Abori 
erhalten. Die Männer .Inflem bedeatend in der rorm der echwarzen Ilinterflagelbinde ab; 
bald ist dieselbe breit, bald srhmal, KUsammcnhAngend oder in Hecken anfgelöst. Die Weiber 
zciprcTi alle rliis Woifs ohne gelbe Bestftubang, wAhrend raeine 9 au» dem Kaffonilnml die 
wtfil'sp /t'irliinmg entweder gelbbestAubt oder statt dessen gelb zeijyen F.iii v liildrt ein»! 
merkwürdige Al)andcrung, auf den Vordertiiigelii ist der bmune Vörden aiui und dtu, braune 
äcbrftgband der Grundfarbe schmal und unterbrochen, auch teilwcis verloschen und die Uinter- 
flUgnl lind goldge>> mit Mdunaler, whwaner, weifsgefleckttrSMnHliilfld«, «lu wddmr adtmun» 
StnU«n Üb gegen «fie FlOgelnitte ndien, Rippen Mn schwiR. 

11. ZmM» Fb. S. E, p. 503, no. 255 (1775). JWwMfiNa StoU Sappl. Cr. k 26, f. 2, 2, B. 
(1790). C^Morftw Godt IX, p. 75^ no. 141 (1819). C^norta Bdv. (nee. Fb.) I, p. 870, no. 814 
(1886) wenige Exemplare von Abnrl 

12. e^Horte Fb. E. S. lU 1, p. 37, no. 109 (1798). <^ Zergn^ Bdv. I, p. 370, no. 215 
(1886). 9 BoüdmMBMiau Wesiw. Aic Ent 1 40, 1. f. 1, 2. (1848). i g 1 9 MOä Abmi Dn» 
Weib vA vom Hann Nbr venduedem gezdcbnet. 

Pieridne. 

Pmtte Fb. 

18. Alcesta Ct. IV. t. 879 A. (1782). Nariea Fb. K S. lU. 1, p. 187, no. 6 (1798) bl 
vielen EKOmplaren von Accra und Aburi erhalten. 

a) var. Ihroifwa Fb. F, S. III. 1, p. VM. Tin. 002 (1797) entgegen Plötz (Stott. F.nt. 
'/Afi. p. 2U4>, weicht 1 Do-mfhra als eigne Art uatiukrt. kann ich dieselbe nur als var, 

von Alct$ta ansehen, brü llen zieht auch LeUtere zu Xi^ia Fb. 
Enrema IIb. 

14. DeitjardiKsn Hdv. Vanm de M&dag. p. 22, pl. 2, f. b (18>5H>. Bdv, Spec. (Jen. 
p. 671 (1836). d Trim. Rhop. Air. Aostr. I, p. 78, no. 51 (1862). Kirbj Cat. p. 448, no. 91. 



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SenffttlfMi» Hl) /t?. 1". \H')'.). ViTo., p. 41 (J) (1837). Kiiby Uat. |>. 449. no. 94. 1 d von 
Aburi mit sclir hifitfiii liniuiu iu Satim aller Flflppl. Ihih Desj'ardi'mii Utiv. und So.'galetms Hh. 
gynonviii i,u\d, glaube ich in meinen „l5eitrAgen zur öchmetterlingsiauna des Katiemlaudes'' 
bewiesen zn babeu. 

16. FhtiBd» 6iv. Faune de Vaätig. p. 81. fidv. Spec. Gen. p. 671. In Mchndil t«b 
Aburi vAuüUia, itftbd rin fi»t wellscs 9. Ob di6M Alt wirididi ata Vailattt su dur indiadien 
BkoU L. gvibftrt, vie von nuinelieQ Autoreo aagtnomiiieD wicd, idieiiit noch nnentsdiiedeii 
XB «ein. SaalnmUer in »einen Lepid. von Uaday. flUut IMeUß tH» eigne Alt anf. 

16. * Sbrnia Bdv. Spec Gen. p. 672, do. 32. 2 d 1 9 von Abnrl. 

PieriB Scblc. 

17. *Bedjfle Cr. II, t. 186 C. D. (1779) einige Exempllire von Aburi. 

18. *Severina Cr. IV., t. 3SS G. II. Viele FAemplare von Accra und Aburi erhalten. 
Die Männer unterscheiden »ich von meinen Stücken um dem Kaft'emlandc dadurch, dass auf 
der Oherseitp der Hintprtiügel in der (hinkrln Saunibiiide pewöhnlirb mir in Zeüc 5 und 6 
weilse Fleckchen stehen und dafs. wenn .un li die iilint.'en Zellen Flecken i'ühren, liiese viel 
kleiner al» bei den südafrikani.Hc!ien stiuktn sind. Liilen sind die Ilintertiügel t;ist weife 
und die braunen Flecken in der Flügi hiiicte, auf der Querrippe und in Zelle 2 und 3 fehlen 
gänzlich oder sind nur verloschen angedeutet. Mein einziges Weib von der Goldküste ij$t 
oben tut weib, nUiiend die Südafrikaner gelbe Gcandfiube zeigen, die branoe BandUnde 
ist anf allen Flöge!» eebr breit» anf den Hintexilügcln oben gani vngefleeH 

19. Calgpt» Dr. m Es. Ent. H, t. 17, 1 3^ 4 (1778). In HehnaU wa Aburi «rbalten, 
mandie Weiber filhren die HinteiflUgel auch oben lebbaft gelb geftifat. 

TftdyriB Wall. 

20. Ckbrü Fb. & E. p. 478, no. 129 (1776). I}r.lU.EK.EDtm,t82,i3»4 (1782). 

9 Thermopylae Cr. III, t. 207, F. il flTRl'), pinige Stücke von Aburi. 

21. Poppea Cr. t. 110 C. 9 (1779). Trim. Rhop. Afr. Austr. II, p. .321, no. 21,'> (1866). 
<f Bdv. Spec. r,en. I, p. Till, no. 107 fIRT»).? Si/U-ia Fb. S. Iv, [>. 410. n lir>. V Rdv. !. c. p. TyfM. 

Die Synonyniie dieser und der folgenden Alt habe ich in meinen BeitT&geu ZUT Lepi- 
dopterenfaumi des Kaffernlandes aiisiiilirlieh behandelt. 

Drei Manner von Abiui. Iki zweien derselben i&t das lielli an der Wurzel der Vorder- 
flügel gau/. verloschen. Zwei Weiber von ebendaher zeigen mhi' dünne, weike Bestäubung, 
die NVurzel der Flügel ist oben sehr matt, unten lebhafter orange gefärbt, die durchziehende 
flctiwaxie SaunUi^ der VonteflOgel ist in lange, gebnmite Fledna aniiKelöet, auf den 



— 64 — 



Hintertlügeln stehen grol«e, runde, getreimte, nur auf Jüppe ö und 6 sauunmeiiBtolMad« 

Saumflecken. 

ab. i öpica Mösw:hl. Verh. Zool. ilot. ües. Wien, 1Ö83, p. 277. £ud<Mia J lidv. Sp«c. 
Gen. p. 511, no. 105 (183G> (nec Cr.). 5 Exemplare von Aburi sind ebenfalls wie alle mir 
Udler bakuut gewonbun 9taAM Wdfe«r, 

82. Bkoihp» Fb. S. £.f p. 478» no. ISO ^775) ». 7 Heppm Bdv. Spec Gen. p. Sil, 
00. 107 (1886) Tkin. Bkop. Afr. Antr. p. 821, now 215 (1866) 9; Fb. S. E., 
p. 470, M. 115 (1775) 7 Bdr. L e. p> 651, ao. 164 (1886) Si AMi Cr. t. 218 C. (178S9 9 
cni i TW AbniL 

S3. StAmm Fdd Novam Lep. II, p. 167, no. 145 (IB&S) 1 ^ Ton Abnri 

24. *Sal>a Fb. Spec. Ins. II, p. 46, no. 199 (1781). Epapfna Cr. III, t. 207, D. E. 
(1782). Hjfpatia Dr. Dl. Ex. Ent. UI, t. 32, f. 5, 6 (1782). Higinia Godt IX, p. 133, no. 45 
(181«). MalaiAa Bdv. Faune de Madag. p. 18, no. 4, t. 1. f. 4. 5 (1833). <f Orhfffna Hb. 
Ztg. f. 78Ö, 786 (mv2t / Oriom Bdv. l. c. p. 18, no. 3, t. 1, t 3 (1893) 9 von Abari. 
Et'oiiia Hb. 

2.5. Ar;;{a Fb. S. E. p. 470, no. 118 (177Ö). VoMwjiea Cr. III, t. Ä)l A. (1782). Mehrere 
Stocke von Aburi. 

26. * nahmum Bdr. 9fK. Qm. I, p. 443, no. 8 (1836). Vmuiumi Wii4, Est Mo. 
.Mag. VIII, p. Ö9 (1871) Afr. Lep. p. 4, t. 4, t 5—7 (1873). 8 S ebendilMr. 

87. liMa Bdv. Spec. Gen. I, p. 441, no. 5 (1886). Fofpta Dm. Net. Bqk II, t 64, 
f. 2 (1824). Obc^b Doaoianl Kaue der Ilten kt, keim «r deeb nfebt beibdhelteii werden, 
de Cremer bweita eine, m Tiuigrü gMUmi» Art ab i\gyM pnblkirt bette md ee nidift 
TitUicb sein durfte, in awei nahe Terwandten Gattangen den glekben Namen m «iedeibolen. 
Ka^ Kkbr Oat »t Idotm eine Tariettt, ea wild also für die Btenunait dn neuer Naau m 
glichen aein. 

CatopsUia Hb. 

28. Bhadia Bdv. Spec. Gen. I, p. R17. no. 11 fl836). Ca,-f<jlia Dhl. fnec. Fb.) Gen. D. L. 
p. 68. no. 10 (1847) einige ÖtUcke von Abori. äaalmUller 1. c. zieht Rhadia als Varietät 
zu Flordia Fb. 

Callnsone Dbl. 

29. Evippe L. Mus. Ulr. p. 239 (1764) S. K. I, 2 p. 762, no. 87 (1767). Cr. I, t. 91, 
F. Q. (1779), einige Exemplare von Abart. 

80. * JUwne Bdv. Spe«. Gen. p. 578, no. 29 (1836) mebrere IDtainer von dort 



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- 66 



DMtidaiB. 

DuMMW LtrU. 

90. aifffft^ L. tur. JUjfpnt Cr. 0, t. 1S7 E. F. (1779). Jlo^ Ooft. EC, p. 188, 
aa 88 (1819). In ndm SUUsImi von Acen und Afaui «rtialtMi, wdeba ■*«—mf^ dimr 
Foffn anfebonii, wibrnid idi m den RafftnilaiMl tMa nur 0» StMumiit «lUfllt 

Amanris Hb. 

Sl. * JSgüUM Cr. II, t 198 D. (1779). teoefa» Fb. £. 8. IQ, 1, p. 41, M 181 (17«Q. 

In Mehrzahl ron Abaii. 

32. Inferna Butl. P. Z. b. 1Ö71, p. 79. Lep. Kv, p. 86, t. 33, f. 2 (1872). 
38. Nittviw L. Mn». Ulr. p. 253 (1764). ö. N. 1,2, p. 766, no. Kk- 17H7). Cr. I, t. 2, 
F. G. (1775). Xütt/ia Godt. IX, p. 1S2, no. 22 (1819). nde ExamplAre von Aboii 

AortM Fb. 

84. * JdMki Bmr. m, Aer. t 8, 1 18» 17 (1865). 1 9 m AbnL 

85. JMMb BdT. WC DU. Hmr. 0«. D. U 1 19, L 8 (1848). Gate. Lei ¥«7. 
AbfM. VI, p. 878 (18^, 1 9 vm Aeen. 

86. *te L. 8. N. I, 8, p. 786. no. 110 (1787). Ttim. Bhop. Afr. Antr. pp. 99, 884 

(1862—1866). Men^ Dr. ül. Ex. Ent. in, t. 13, f. 34 (1782). Stoll Sappl ClW. t 88^ 
t l, 1 A. (1790). Zeüua Godt. IX, p. 236, no. 21 (1819). 1 <J von Aburi 

H7. i:^V.a Cr. L t. 39, F. G. (1776). Zidora Godt IX, p. 887, nxi. 88 (1819). Vi«l« 
Exemplare von Aburi, doch fc^t nur Mflnnchea. 

38. Ctrceü Dr. III. Ex. Ent. UI, t. 18, t B, •> (1782). ,}fandone k b. E. S. III, p. 183, 
no. 56.') (1793). S Parrhaaia Fb. E. S. III, 1 p. 175, no, 54B (17931 1 ^ von Aburi. 

3Ö. mponina Cr. <f DI, t. 2üa A. B. (1782). CtfrUhia p. irim. Kiiop. Air. Auätr, I, p. 108, 
no. 68 (1862), einige StOdn von AbnzL 

4a BatmM Fb. & E p. 461, no. 76 (1775). Ikim. Bhop. Afr. Atttr. I, ^ 106^ no^ 68 
(1868). ^NMdw Cr. 9 m, 868, G. D. (1788) «inigo BtAeko von Aboit 

41. lyoM Oodk IX, p. 988, no. 87 (1819). In IlobiMbI m AbuL 

48. Om Fb. Sp. luk II, p. 88,iMK 186 a7BlX 9 JbteFli. E. & m, 1 p. 176^ no. 644. 

48. ^Mtt Cr. m, t 880, B. C. (1783). 

KIrby liohk In seinem Gitilog beide Arten znsammen, wie ich entschieden glaube odt 
ÜBcoebt. Ich «rUelt beide In Hettrzahl, dieee St««k« seigeo aber folgende itaodhafte Unter- 



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— 56 — 



Mblede: ^pata ict um die mifte griUtor ids Oem und «ba 9 litt viele bcdten und geran- 
detere VordeiHttgel. Die Faibnng der Fleeken der VorderflOgel und der ffinterflQgd ist bei 
ijfMM g eb leUiaftes Bcanagelb^ bei Gm S digegen tehmgeOs em enuebiei Utaindieii dioeer 
Art in ttehwr atnmlong tod mibekniater LokaHtU flUnt die Fledcen braimgelb. Dm Bbide 

ge^en den Saarn der VorderflOgel bildet bei Gea einen stampfen Winkel nacli antsen und 
tritt in Zelle 4 am weitesten vor. i)ei Ejjnea dagegen stehen in Zelle H ein durch die Rippe 
getheilter Fleck weit mrh vorn gerückt, we!ch(»r Gra fehlt Diese Zeichnung ist bei beiden 
Geschlechtem gleich, die Weiher luiiler Arten fiihron die Flecken weÜA. Plötz ötett. Ent. 
Ztg. p. 190 führt ebenfalls beide Arten getrennt auf. 

44. Eunjta L. Mus. Ulr. p. 221 (1764). S. N. I, 2, p. 757, no. üü (17ö7). 2 Cr. III. 
t 233 B. (1782). llew. IV, Acr. t 4, 5, f. 21—32 (1867). <f Maearia Fb. E 8. III, 1, p. 174, 
no. 540 (1782) (var.) Dmbra Dr. lU. Es. Ent IQ, 1. 18, £ l, 2 (1782). JWyto Cr. ^ UI, 1 ^ 
A. (1783) (ntr.) Ateitm Feld. Kov. Lep. II,.!. 46^ f. 12, IS, (1865), m, p. 368, no. 630 
(1867) (▼».). VttiaU» Feld. I. e. t 46, t 8, 9 (1865) lU, p. 369, wk 531 (1867). Wohl 
die im meiateii ablndenide Art dieeer (kttnng, in ndireien Stocken eciiaiteiL AbaiL 

Atella Dbl. 

1,"). Ph.ihuiilu Ih-, v;ir, E.,.-iit)< 1)1,1; Ib'vv. r,. I)^ L. t. -Ii. f. H (1847), einifre Exemplare 
von Aduri wcifhcn vdii lucincii Katii'iii diirrh wcniLjei" IclibiitY»' (Irandfarlif ilcr ( )iiL'rseite, 
Btäriitrc Mbwnr/.e Zeichnung derselben und schwaclieren vcilrothen Antlug der Unterseite 
der Vordertiügcl ab. 

46. * Effuda Cr. m, t 281, C. D. (1782). 1 9 von Aburi. 

JumhU Hb. 

47. * CMa Cr. 1, 1 81, K F. (1775). Tritt. Bbop. Afir. Antr. I, p. 1S8, no. 76 (1882) 
II, t 3» f. 7 (1866), einige Stacke von Abnri, weleke mit meineD Exemplaren an» de« 
KaiMidand flberNnstbomeR. 

Precis Hb. 

48. Omimme Gn6r. 1c. Reg. Anim. Ina. text. p. 476 (1844). Orfftomb JQng, Symb. Pby». 

t. 48, f. 8, 9 (184;')) in Mehrzahl von Aburi erhalten. 

49. * XrtUilüa Feld. Wien. Knt. Mon. IV. p. KW, no «5 flÖÖO). ileocU« Trim. libop. Afr. 
Anstr. I, p. 140 n%-2) II, t. 3, f. 6 nnfitn. i 9 von Accra, 

50. Petarna Fb. S. E. p. Ö13, no. 296 (177Ö), StoU, SappL Gram. t. 27, f. 2, 2 A. (1791). 



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_ 57 — 



Laödice Cr. II, t. m, G. U. (1779). Laodon Godt. IX, p. 314 no. 38 (1819). Tukuoa 
Wallengr. Up. Bbop. Caffir. p. 25 (1857). 9 Harpyia Fb. Sp. Ins. II, p. 104, no. 456 (1781). 
TmÜM Hbct Nat. Sduneti Vn, t. 169, IL 6, 7 (1794). 1 d tob Atari. 

51. Ttna Dr. DL fiiL II, t. 18» t 3, 4 (1773). Cnn. Fhp. Ex. H, t. 188, E. F. 
(1779), in Mehxialil m Accim and Abui. 
Snlanis Bdv. 

BS. •Omia Fb. E. & m, 1, p. HB, no. 8fi6 (1703). Don. in. Ind. 1 89, 1 1 (1800). 
1 4^ TOD Abari. 

68. C^«»-« Oen. D. L. 1 26, t 6 (1847). <ir»9 dioNT achflmn Alt wm AlmiL 

Kailims Westw. 

54. i?)/»ira Westw. G«n. D, L. p. 385, no. 5. DbL Hew. L c. t. 52, 1. 2 (1850), mebm» 
Stocke von Abori. 

Eurytela Bdv. 

55. Dryope Dr. lU. Ex. Ent. III, t. 14, f. 1, 2 (1782). Trim. Rhop. Afr. Austr. II, \k 212, 
no. l-J.2 (lti66). Hiaria Fb. E. S. III, 1, p. 128, no. 391 (1793), viele Exemplare von AburL 

Ergolis Bdv. 

66. BuMnm Cr. IV, t. 236, A. B. (1782). ? AMn Dr. (nec. L.) IH Ex. Ent. III, t. 11, 
£ 3, 4 a788), in IMundü ton AbmL 

flypoIinuHM Hb. 

67. atlmadt Dr. I]LEi.EM.n,i8,tl,8 (1778). OtiyAab EtdL SuppL Cum. t. 86, 
f. 1, 1 A. (1781), Bdiwo fitüdn dieaor mAditigan Art von AbarL 

68. * JmMh DbL Ann. Ktt Hvt XVI, pi 181 (1845). DU. Hew. Gen. D. L. t 87, 

l 2 (1850). Trim. Rhop. Afr. Avtr. I, p. 162, no. 90 (1862). Diadmii WMbmyi, WatUnffT- 
Lop. Bbop. Caffr. p. 27 (1857), mdmn Stflckn tw AbuL* 

Enxanthc Hb. 

59. * Eurinfffw Cr I, t 70, A. (1779). Hew. Gen. D. L. t. 38, t. 1 \ \m)) ein ein- 
zelnes 9 dieser interessanten, in Fartra und Zeichnung an numclie grttnfleckigen Danaasarten 
erinnernden Art von Aburi. 

Panopea Hb. 

60. * Lucntia Cr. I, t 45, C. D. Bidpitia Fb. £. S. lU, 1, p. 846 n«L 767 (1793). 1 d 
TM AbmL 

61. »Bvkivmm DbL Ann. Nat Bäat XVI, p. 180, DU. H«w. G«n. D. L. t 37, f. 8 
(1860) 1 « «bandibor. 



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- 68 — 



Catuna Kirby. 

62. Critkta Dr. 111. Kx. Ent. II, t. 16, t 5, 6 (1773). Cr. II, t 138, C. D. (1779). 
var. GndL IX, p. 381, no. 104 (1823), einige Stttcke von AburL 

63. CSwwSAi E. 8. m, 1, p. 247, no. 960 (1793). DbL Hmt. Q«l D. L., t 48, 
t 2, sw^ Stüdte giwdKhtr. 

Nepfis Fb. 

64. iftlib»«il>r. DL Sk. Entn,! 19,ta»4(17TS>. JftMiMGodt 
(1828). ? Bbmima Cr. IT, t. 887, E. F. (1782), mdinn bonplu« wo AImuL 

KIrby Cat. cMit bei dlaa«r Ait S^nOS»» Cr., abn Flg. E ((HwMtt«) i«igt nw 2 
weilse SamnstreirM der FMgel, «Ibniid ntine SMdn doMMi 8 fUiraii, Fig: F {Dntecwdle) 
leigt 8 Streifen. 

65. * Meietla Dbl Hew. Gen. D. L. t. 35, f. 2 (1850), In Mehrzahl von Aburi erhalten. 
Kb. Cat. zieht diese Art al* YeiietU za Agalk» Cr., beide aind aber sehr von einander ab- 
weichende Arten. 

66. AWtes Uew. Ex. Bttfl. IV, Nept. 1. 1, f. 1, 2 (1868), einige Stücke von ebendaher. 

Earyphene Bdv. 

67. AbMim Fb. E. & III, 1, p. 66, no. 174 (1793). 1 von AbnrL 

6ft • Mm Hev. BttflL HI. E«r. t 5, text. (1866) 1. c. IV, Eor. t 8, t 36, 37 
(1871), in briden GesdJechtem und vielen, auirt mlnalidien StAdnn m AbuL 

68. * T^nf^ Hew. L e. m, Enr. 1 6^ 1 81, 88 (1866), nebiere BMekie wn Aendaher. 
m Mmimsm Fd4 Wien. Eni Hm. IV, 1800, p. m. Anoni m K Z. & 1871, 

p. 81, Lep. Es.p.7^t88,Cl, 2. 

1 9 von Aboii, der Uum iat mir ubAtnat m« lUem Art» dem ( wenigrteni tat 
Zeicbnimg und Fürbung mit den Weibern der vorigen Arten fibereinstimmt, b die Gattong 
Mtriea^ in welcfae eie ILirbjr im Snppleninit eeinee Catnlogee «teilt, geboren kann, iat mir 
nicht klar. 

71 *CoraHa Fb. K S. III. 1, p. 2öü, no. 777 (1793). 9 Mardwiia Fb. E. S. III 1. 
p. 249, no. 776 (1793). 6 Theogenü Hew. 1. r III Ear t. 1. f. A, 4 (1B64), mehrere Stucke 
von Aburi, das 9 führt die Vorderflttgelbinde, buwohl gelb aXä weüis, Pldt«, Stett. Ent. Ztg. 1880, 
p. 192, fülirt Theogenia Hew. alB eigne Art auf. 

72. *Porpkgrum Ward. Ent Ho. Ifag. VIU, p. 118 (1871). Afr. Lep. p. 13, t 10, 
t 6—8 (1874). 2 J nm AbnrL 

73. J^nrfäb Hew. ^Btt&III,Ear.t8,£li, 16 (1866), nehvweauidc« 



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74. *.SUaMM Hm. L 6 IV, Eur. i. 7, f. 33 (1871). 1 9 ym Atari. 

76. Stjfhm Fb. R & m» 1, p. 46, so. Hl (179S). DU. Hmr. 6m. D. I.. t 43, i 4 
(18G0)^ «bdge Stocke ebcndte. 

7«. BmitaiM Hmr. Ei. BttflL DI, Eor. i 2, £ 9-11 (1866) «bm 
BqpiMib« Hb. 

77. «AtMfiw DU. Hmr. Gm. D. U L 88, 1 3 (1660), nrat atOek« wa AborL 

78. * Havola Rew. Ex. Bttfl. III, Rom. t. 1, f. 19—20, viele Exemplare von AbncL 
79 C«r<» Fb. S. £., ^ 604, na 267 (1776> ImOU Cr. 0, 1 166, A a (1768), einige 

Stücke von ebendaher. 

80. Tkemi^ Hb. Kx. (1HC>6— IHIHJ, eine Menge von Aburi. 

Hl. X,jp€t€ Hew. Ex. Uttfl. UI, Rom. t 2, f. 8—10 (1865), wenige Stücke von dort. 
«2. * Harpalsce Cr. II. t. 145, D. E. (1779), ebenso. 

83. Eupalu$ Fb. Sp. Ins, II, p, &4, no. 241, (17öl). ßriütonim Fb. Mant. Ina. II, p. 11, 
ML 108 (1787). 9 Euryph. Stemtyano BuÜ. P. Z. & 1868, p. 222, t 17, 1 7, 8, elMiM, 

Antenkm «bielt idi noeb swei AiteD m der Coresgruppe, deren Bertfmmnng weder 
Herrn Seelmailer »ocb PIdte gelni«, ebeneowenig knute die reidie fieimalmig mefaMi 
Freuidee BUndinger Anakonlt gdteo. kh tane die BceduräbaBgen Uer Mgen: 

84. 9 Offlibe wie JM» 9, die gdbe Bfaide der VerderiMgel lebbeft, viel achmller and 
viel weniger aehng gveteUt wie bd jener Art Wniiet- and Mittelfeld der Hinterflflgd blau, 
fiM gar nicht gronlicb, obne Spur einer gelben Bbide, ebeneo der luieiinndilleek derYoider» 
iMgel, welcher die Wurzel nicht berührt. 

Die r.rundfarbc der Unterseite ist ein eigentbümliches Olivenbraun, im Wnrzeifeld griin 
bestaubt. Die Vordertiilgel führen an der Wurzel drei in Dreieckform gestellte schwarze Funkte, 
die Binde ist weifs, wurzelwSrt.s griin gerundet. Hinterflügel mit einer bis in Zellp 2 reichenden 
weiten, t ;l,v( m grünen Binde, welche am Vorderrand mit einem grofsen I.angsfleek beginnt, 
welcher nucii dem Saum apit^ zul&oft, iu Zelle t> oiid 5 i&t die Binde am schm&lsten. Vor 
dem Saarn aller Flügel undentlicbe grüne Flecken. Spitze der Yorderflügel schmal weib, 
Fnaseu anw Flügel wobgelleebt. 

Sollle dieee Art aidi als neo beraiaateUeB, eo acUage ieb dee Hamen Vt^ari» vor. 
1 Stack von AbuL 

86. Die «weite onbeetiaanie Art, von wekber icb 2 9 von Abort bealtBe, «melt Oan» 
an imirten. IMe Bfaide der TeideilHlgcl ist aber nicht wäUieh, aonden gelb, dock bla&er 
wie bei £aee£» ud dw vertgen Art, ih» Form lat «ine iodei«, eie liebl veaa Veidanaiid 



— 60 - 



schräg gegen den Saum gwiditat bis in Zelle 4, in deren Mitte sie sich mü ümm AnEMUMid 
Btumiifwiiikiig gegen den Sunt liebtet, wlbxwd Oam dioelbe ^■iebmtlwg »diiag mduSnA 
führt, überdies tat dieBtade breiter trie hei meiaer fimgUcbeo Art DkFtotfong derffinter- 
flogel srigt ^ trObtres Gran irie bei Chrat, von 4w an VofdeRaad bd GSarw aaftratendeii 
weifUickeii Und» sdgt aidi keine ßpor, cbeDBO feblt der ÜeMmcn lUtteUedc auf der 
Qmnippe, entmd« gtaudtdi, oder scheint nw verloadMn im der Unteneite do«^ Vor 
den Saarn steht ah» Btibe Usogrflner Hecken, welche bei nehien Exemplaren von Cere» 
entweder ganz fehlen oder kaom angedeatet sind. Die Grundfarbe der Unterseite i«t ein 
mehr oder weniger trübes Olivenbraun, der erste scliwarze Fleck der Mittelbindc am Vorder- 
rande ist viel körzer und schmaler als bei Ceres und tritt viel weniger Baumwftrts Uber die 
Binde hinuiLs, auch die übrigen Flecken der Binde sind viel kleiner wie bei jener Art, in der 
Mittelzelle stehen 1 oder 2 schwarze, runde Flecken hinter der Mitte zieht eine breite, scharf 
abgegrenzte weifse, bläulich angeflogene Binde bis in Zelle 2, welche bei Gerts schm&ler und 
nicht scharf begrenzt ist Die schwanten Fleiton vsr den Saarn sind Meiner wie bei Oaras 
and die sehwaiMU, hanmondfitemlgea BandAechen, welche jene Art zeigt, fehlen ganz, statt 
ihrer sind nur nndeotlkbe, grünliche Fleckchen sidttber. FKtgelBpitze schmal wdfi^ Fnaxen 
weifiigefleckt Sollt« die Art nea sein, so nenne 1^ dieselbe Art^/nta. Die Oattong Stipluudra 
tat eine anfiserordentl«^ schwierige, die Arten aehdaen su baataidiran nnd es ist aeiv schwer 
Uber dlnelben in*s Klan za kenunen. 

86. MedoH L. 8. N. I, 8, p. 763, no. 48 (1767> Botl P. Z. a 1866^ p. 67S, no. 7, 
p. 678^ £ 6, ebenaou 

Hanumnidft Hk 

87. •JkmbOut Fb. S. E. p. dSS, iift. 174 (1775). UdattOm Fb. L e. p. 618^ no. 297. 
Aipm» Fb. E. S. m, 1, p. 47, no. 146 (1798)l Mtbmgrü Cr. t 66, A. E (1779). 1 S 
von AbniL 

Ateriea fidv. 

88. *Ji»ta H«w. Tr. E. 8. 1869, p. 74» no. 6. Zwei d von AbuL 

89. • FwmA» Cr. IT, t 326» C. D. a788> 9 OnUkt Fb. E. & III, 1. ^ 137, m. 4S2 
(178S). 9 9 von AbniL 

90. Tadma Hew. Ex. Bttfl. m, At & Harma, f. 10-12 (1866). 2 d ebeadahor. 
PlAtz c^aaiit» dafs Tadmna das $ und Veronica der S ein und derselben Art sei 

91. (hvavia Cr. lU, t 198, E. F. (1780), hl MehnaU von AbniL 



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H&rma Weetv.') 

92. TütOtM DU Watw. 0. D. L. t. 40, 1 3 (1850). Hopff. F«L BdM ZooL V. p. 389, 
i 94^ t 1-4 ^8ffi}), iwliran Enmplwra von Abni 

98. *^pua» He«. El. Bttfl. m, Har. t 2, 1 7, 8 (1866> Tr. IL B. 1860, p. 7fi. 
1 9 «M«li«r. 

81 Cr, I, t 48, & a (1779). 9 Pam ilnvi 

96. *8biv«m Qodt IX, p. 384, no. 114. Hmr. L c III, At«r. Har. 1 14 (1860), 
mihrere Männer von dort. 

96. Cae7ih Dr. Hl Eni ü, t. 19, 1 1, 2 (1773). 9 J^vkiceek Gr. II, 1 146, D. £. 
(1779). Viele Stücke von AburL 

Chai-axes 0. 

97. • CaMor Cr. I. t 37. C. D. (1776). Camulus Dr. III. Ex. Ent. III, t. 3U, f. 1, 2 
(1782). PolluiL FeistL Auu. Soc Ent. Fr. 18,'xj, p. 255, t. 9, t 1. 19 von Aburi, 

98. *SuiiKBu» Dr. I. c. t 32, f. 1, 4 (1782). 1 d von dibir. 

99. Laanlmt Gr. I, t 82, E. F. (1779). 1 9 wn dort 

100. ümtmei H«w. Ol Bttfl. U. NTiupb. t 2, i 9-11 (IflfiO). 3 fitllcke ton dort 

101. *2a^ Cr. in, t 816^ B. C. (178^ BtrmSi» Dr. L e. m, t 11, i 1, 8 (1788)^ 
«n Paar too Abnii 

Der ögentflinlich vwfMogin« Innenwinkd der HkiterflUgel und du Fehleo der Schwans« 
an deudben giebt dieser Art ein von den übrigen Charaxesaiien sehr verschiedenes Anseban 
and erinoart an dia Gattonf ifyntt. Der BqipaiiYaclaiif atinuiit aber voüatflndig mit Gkanam 
ttbeiOD. 

Elymaiidae. 

Elymnias Hb. 

102. P<%0a Fb. £. S. m, 1, p. 132, no. 407 (1793), mehrw« Btfieke von AbmrL 

Sa^yridae. 

Giiophodes Weatw. 

103. Parmeno DbL Hew. Gen. D. L. p. 363, t. öl, f. 2 (1851). Trim. Rhop. Afr. An«tr. 
II, p. 190 (1866). AvuMM Chena £nc Pap. 1, p. 184, f. 294 (1853). 1 9 von Aboii 

') Bttbiwn Nuoe Cymathoe ht zwar der Altere, er stallt aber in Misesi Ver7eidiiüi bekumter Srbmetter- 
Mige n 4m beidMi in üeia (iUtang gebörenden ArU& A at f lriad $ Ck. (~ $ Comit Dr.) and Mhea Cr. nodi 
JWMte AtpaAta Cr. u4 «« OftttangsdikguoM bMMfat aar «u dta Wmntt JBtÜMUi flagel imtmtu 
quillt *OMii(ftiMl', w idh ih> Jünilimii Am tm Tf oinniiril (PftlnMii p,— mM fc— Arigt mmh, Mtttm 



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- « — 



104. * Chelya Fo. £. S. III, 1, p. 80, no. 249 (1793j, mehrere Stacke von dort. 
In Kirby'fl Cildi« itdik di«M Art irrttnUciMr Wdto W Ta^/gtiii» mk M fikdilidt 
Bmfltai tb TitataMl «ngegeboi. 
MeluMs n. 

106. XdAi L S. N. I, 2, p. 773, ao. 151 (1767). Cr. m, t 196, C. D. (1780) W. 

IMn« SMdw wflidieD fcaui Ton Mkbeii, wddie Idi tw Port Natal beritee, ab, stiamai 
dagegen ventg adt En^lann von Oaneroon, die Idi von den Honen Watkins und 
Doncaster eriiiett, Uberan; Letiteie end giQlwr, nit viel giOto«n nnd lobbaflevem 
ntgelboin Flodc der VwdeilMgel, ebenao dnd denn admuior Fleck and in deneeiben 
itebenden Pnikte giflliar md adiifftir, dagegen Mdt den CanenNman dae denUieha Ange 
der Hbterflllgd and sind daftr aar dn oder ivei fibie lieike Pankle atciftbar. INe Giai^ 
Hube der tJntoedte ist bei den Stacken von der Goldkflste scbmatzig wcifsgclb, darcb dicbte 
bnone Onenticbnong Terdankelt, die Aogen, besonders diejenigoa der Hinterflflgel, sind 
deatlich und das in Zelle 2 nnd 6 gror». Von den Cameroonexemplaren führt der i die 
UnterRfiite vcilgrau s|)&riich mit schwärzlichen Pünktchen bestreut, die Augen sind matt und 
nicht schwarz gekernt; das Weib hat grünlich gelbe Grundfarbe mit brauner Querzeichnong 
und die Augen fehlen ganzlich und sind nur durch feine weiü^e Pünktchen bezeichnet. Kirby 
fülirt in seinem Catalog niciit weniger als 21 Varietäten mit Namen aof, giebt aber leider 
bei keiner von denadben das Vaterlaad an. Diese Art ist über Afirika, Südasien and Aaatra- 
fien mbrettet Viele Stildn tw Aeen oid AboiL 
Myenleato Hb. 

106. Dorothea Cr. III, t 204 £ F. (1782). i Mäuaina Fb. Mant. Ins. II, p. 4a, no. 430 
(1787) einige lUnner von Abul. 

107. TMoM PlAtz, Stett. Ent Ztg. 1880, p. 197, am nfidisten mit Mtdelm Bmr. vei^ 
wandt BeMe Geeddoditer m Abozi. 

108. Mwtt FUte, L e. p. IM. 1 d von dort. 

100. IgnoHä» BotL Tr. E. & 1870, p. 124, Lep. Ex. I, t 21, f. 4 (1871). 1 « von 
dort. W«nui diese Art eben so nnpaBeenden Namen erhalten hat, weUb ich nicht, eie tat 
ein anf 'der Untendte prtehtig geaelebnetaa Her. 

110. JfimdbMs He«, El BttL T. 1^ t 9, 1 61, 02 (1874X anf Haritaon^a Tafel 
steht intllmlidtenreiaa 1 s von AboiL 

111. « JfatfiM Fb. R B. m, 1, ^ SlO» no. 686 (1908), ebign 6Mek« von ebadah«. 



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- es — 



Ypthima Hb 

112. Agter<^ Kiug, Symb. Phys. t. 29, l 11—14 (ISaij, einige Stücke von Abm 
welche sich durch aosserordentlich groHses Auge der VorderflOgel aaszeichnen. 

LyMMHiillM) 

UfUmtk DbL-Hmr. 

11& LAmtina H«w. Dl Bttfl. HI, Fant A Upt l 12 (1866> 1 d TM AlmiL 

114. JfiMüfiw D. Bp. iig. 21. 

V«n der Oiflbe der I^c. JrgH» L, FflUir adnni^ «tibgeiingdt, Spitze der KoHm 

rotgelb. Palpen gelblich, Spitze des Mittelgliedes nnd das Endglied donkelbratin. Beine 
gelb, braun geringt. Oberseite einfach donkelbraiui, Unterseite lichter braon. VorderflOgel 
längs des Vonlcrrande.s und Saumes, ülnterflfigel auch an der Wurzel und in der Mitte mit 
eingemengten feinen rotgelben Schüpi>«hen. Alle llägel mit abgebrochener ziegelroter Heckcn- 
binde in der Mitte und mit solchen Ringflecken vor dem Sanm, die Hinterflflgel noch mit 
einem solchen, sehr schmalen Bogenstreif nahe der Wnrael, 11,8 mm. 1 ? von Aburi. 

115. Eurema Plötz, Stett Ent 7.1g., p. 199. 1 * von Aburi. 

116. SmpUcia n. sp. fig. 14. 

Ub V* kMiir ab im «nige Axt» FOUar idiirarz, veifo geringelt, mit ratgdbnr fioIb«i- 
spltUL Palpen schwanbrnm, Beiae gelb, bnuu gaitogett Weift, Yoidamget mit breitem 
aekmunbiaiuiam Voidemiid, ite Ftrimog BcUieftt di« FUgdqdlie bnit «tai lad Mkt rieh 
am Saui» sieh allw rt itMfr TendmUemd Us auf Bippe 2. BtokaciUlgri erit matt von der 
ünteneüft dortlaclirineBder bnnmsr Sanmlnnd«. Samnlinie aif den Yoiderfllgefai von Rippe 6 
Ina 8 Irin weiftgelb. Franzea der Yotderflflgel Ub auf Uppe 2 aebwanbraoiu Auf den 
ffinteitOgeln sind die Franzen bis in ZeQe 5 weift, dann bis zum Innenrand schwarzbraun 
ohne hellere Saumlinie. Auf Rippe 2 und 3 stellen schwache, hrftunliche Schuppenfleekchen. 
Unten ist das Schwarzbraun dtinkler, auf den Ilinterflügeln steht eine, von Rippe 5 bis zma 
Innenrand reichende solche breite Saumbindp, auf den Vorderflügeüi findet ?irh vor der Spitze 
eine, zum gröfsten Teil verloschene schmale weifse Querbinde. Saumlinie aller l^iügel fein 
schwefelgelb, durchziehend, Franzen der Binterflflgel mit weiften Spitzen. 14 — 16. 8 — 10 mm. 
2 9 von Aburi. 

Lycaena Fb. 

117. *Jm Dr. DL Ex. Saft, n, t. 3, f. 4, 5 (1773). CamOk» Cr. lY, t 800^ A. K 
a782>. hmdm» Fb. E. & IQ» 1, p. Sl», no. IM (1T9S). 1 9 vm Aburi. 



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— M - 



118. Tdkanun IIb. var. EoffmannMggü Zell. Ötett. Ent Zig. 1850, p. 312, ILScb. 
Enr. I, L 644 (1853). 1 9 toq Accn. 

119. * Ly»imtm Hb. Enr. 1, 1 684, 536 (1798—1803). Knyna Tiim. Tr. TL S. lU, I, 
p. S8S (1868). Bliop. Afr. Anitr. n, p. 266, do. 166 (1866), einige StOek« vim Accn. 

ISO. •Ma Mm. Tr. EL & m, I, pi (181»). 1 m AbaiL 
121. Ai]MNtw Saabn. Upid. Uadig: 1, p. 98, na 199 (1884). 1 9 «Malier. 
HyiwIfeMiia Feld. 

1S9. Liiotu, fbm. Dl. D. L. t p. 61, n». 8 (1866). Jm^jAumit H«w. L e. t SS, t 8^ 
89 (1866) beU« Q«MSlil«(sliter mn Ataii 

188. Jbm Dr. IU.E^Eiit.n,tl, £4,6 (1873). d AMi» Fb. £ B. m, 1, 

p. 260, no. 8 (1793), ebenw. 

124. Philtppu* Fb. E. S in, t, p. 283, no. 87 (1793). OreJuM Hopff. B«. V«ik Ak. 
Berl. 185.5, p m, no. 16. Erybtt Titaa. (nee Godt) Bbop. Afr. Aoatr. H, p. 888, ao. 188 
(1866). 1 ä von Aburi. 

Dendorix Hew. 

125. * Änta Trini Tr. £. 8. III. 1, p. 408 (1862). BntihtU Xrim. Shop. Ab. Awtr. 
n, p. 232, no. 135 (1866). 1 d von Aburi. 

Hcfperldae.*) 

Heaperi» Fb. 

186. Lrn^a» Hew. Ei. Bttl IV, Hesp. t 8, £ 28-80 (1867). 1 d tob Aboii 
127. MäM FUts, Stett Eni ZI«. 1879, p. 868. 1 9 ym. Abu! 
Ua Amfdiw FUtti L «. 1886 p. 89, no. 9bu 

Dar BeMfardbnng von Plötz, welche nach metnem Exemplar geniadii iat, fllge idi 
Uuo, dafe die Spitze der Fühlerkolbe beUlebmgelb iafc und die dankeRumnett Hun der 
Falpen teilweis gelbe Spitzen haben. 1 i von .^btiri. 

Die einfubig donkelbraane Art «teht in der Verwaadtachaft mo 

■) Die Arten dieser int<reManten Familie hAbe ich ueh dem Ton PlCts anigMt«liten Sysum gegeben. 
£■ iit lehr ni bed&nern, dal« diue wBtvoUs Arbeit nicht im ZtMunmenhang gegeben werdm konnte, aondeni 
in mndiiedenen entomoL ZeltMiiiifta& fantnot aneliien. So wfad ei den wenigsten LefJdoptenlogen müi^ick 
■ein dieselbe im Znummenhnng benntsen m kOnnen. Einige der hier ntt^eflihrten neoea Arten lind 
Herrn PlOts mit H'tschl. in litt, publlcin worden Da aW noch den g^tenden PriorititigeeeUen nieht <l«r» 
jenige, welcher den Namen gftb, »ondem deijenige, welcher denselben raerst poblicirte, der Aator xa der betreffen- 
ta Alt lit, M> irt « flr «IM Alto «vmlMhiifl Hin PlSta. 



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129. Valpü Plötz l. c. 1879, p. 354. 1 rf von dort, 
im WeigUi Plötz 1. c. 1886, p. 90, no. 72b., fig. 18. 

Da es nach der kurzen Beschreibung, welche Plötz a. a. 0. von dieser Art giebt, 
kaam mfigUdi «da dUifte, ditadb« so «rkamm, and ofane <Be langen andytiscbeD TabelltB 
dicMr G«ttiiiig dnrcbziMdi«!!, gebe ich liier nodnod» eine gemne ^Mbnlbong. 

Yen der Grobe von H, Evaintt Cr. aber breitflaglicher md der Semn der VeiderUgel 
kamn geedrniingen. FttUer Vc ee leog tb der Vordenaiid der Vorderihlgd, gelb, oben 
gau, mtten nnr in der Wund bnnm geringt, die Kolbe raten bie in den Haken aeboeeweib. 
Palpen fidit lekugelb, brftanlidi aageflogan, mit B«hr Ueinen bnnnen Bpitaenglied. Bdne 
biaun, an der Innenseite ockergelb. Körper braun, Hinterleib unten heller. 

Oberseite dunkHhratin. die VorderflQgel an der Wurzel in Zelle 1 a und 1 b bis mr 
Mitte rostgelb bestaubt. 1 ranzen lehmgelb gegen den Innenwinkel brannlirh, elu'iiso die 
bpitzen. d niit grauem Cnnimnzeichen, aufserdem mit viel gelben plaslullen Hecken. I>er 
gröfste, nach aufscn stumplwinklige Fleck steht in Zelle 2 und berüLirl faxt das Tomma- 
zeichen, ein kleinerer, unregelm&läig dreieckiger »teht etwas saumwärtä geruckt, iu Zelle 3, 
em gröberer UUigliiAw and ein Umerer punktförmiger Fleck stehen ttbaeinandeir in der 
llittetzeUe. Hinterilagel onbeadehnet, ihre Flanaoi ockergelb. 

Unten amd die Vorderfldgel dnnkelbiwni, am Inneonuid breit hellgdb. Das Spitsen- 
dritttheil ist vdlgru nnd in ihm stehen in fimt reehtwhiklig gebogener Beibe 5 dnnkdbraune 
Fleckchen. HinteräOgel Teübrann, nahe dem Innennnde lohbraun, nnt 8 Bogenreihen dnnkel- 
hnnner, toiweis fnn weibgdcecnter Fleckdien, deren innere vor, die hubere hinter der 
Flügelmitte steht, ihr Fleck in Zelle 5 ist weiter saumwftrts gestellt. Franzen der Vorder* 
flügel braunlich, der Hinterflügel innen olivenbraun, aufsen gelblich. 2."),! 6 mm. 1 von 
Aburi. Die Art wurde zu Khrcn meinee veistorbenen Freundee Herrn Tb. Weigle benannt. 

131. Herda n. »p., fig. 

Vnljff» Plötz nahestehend, doch ptwa.s kleiner. Fühler brauu, undeutlich weifs gerinprelt. 
Palpen braungrau, mit eingemengten wci£äen Haaren. Körper und Beine graubniuii. Die 
Flflgel dunkelbraun mit weilsgelben glasbellen Flecken. Ein unrcgclmA&iger viereckiger Fleck 
in der Mittelndle, «n länglich viereckiger hi der Mitte von Zelle 2, dn «olcber etwas voT' 
gerttekter in Zelle 3, and drei kldne, teilweis punktArmlge Fleckchen aehng ftber^ender^ 
»tdiend in ZeUe 4—6. HmterUigel uibesdehnet, Fransen weib, auf den IÜpp«i braun ge- 
adtedtt VotderflOgd unten dnnkelbrann, am Innenxand hdlgdb, lings dea Vordeirandes 
nnd dea fianmea vdlgnu beatlabt, die Flecken wie oben. Auf den Hinterilttgeln ist die braune 

AMiMtt. Ar tmHUtl^ MMi£ Ow. BL ZV. 9 



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Gninflfiirbe fast ganz (IhuIi praiifi Bestäiibang vtrdei'kt iin<l öter die ganze FUche sind gdbe 
Si tirn verteilt. Die Zeidinunp besteht aus 2 llogcnstrcifi'n aiis weifeHrhon Hecken 
gebiid.t. ]»'T innere Streif verlfliift hinter dem Wurzelfeld, er besteht aus einem Fleck am 
Vonlrniind nmi zwei duidi die Siibdorsale getn'itntt n l'lockrn Der flnfsorc Streif beginnt 
am \ i.iiit rrajid und zielit bis- in 'M\f 1, die ihn bildenden Flecken sind länglich. Franzen 
wie filirn 22,12 mm. 1 d \vn Vlmri 

i.ü. ' Cei-^mt'ca liew. Iii. Kx. ButterH. vol. IV. Ilesp. II., fig. 2Ü. 21. 

1 9 Ton Abmi 

133. *Bauri PlfiU 1. e. 1886, p. 98, n«. 332 b. Ii v«n dort. 

iM»stin|;ia Itutl. 
l'ardaleodes Butl. 

134. lormt'a H«w. Descr. Ilesp. p. 35, do. 29 (1868). Pl6t2, Stett. Ent. Ztg. 1885, 
p. 146, no. 3, l. c. 1886, p. 104, 3 («j. 1 S von AbaiL 

135. Edipn Cr. IV, L 366 A. (1872). PlöU, L c. 1885, p. 148, no. Ii. 1 S ran dait 

136. * Gahma Fb. Ent. ByaL lU, 1, p. 350, no. 833 (1793). BoROv«n, Im. Ind. t. 60, 
t 3 (1800). 1 e ebcRdaher. 

137. * Thon PlUz, L c. p. 145, no. 2. 1 d von Abttri. 

Apanstn« Hb. 

138. ÄnomotM Plttz 1. c 1879, p. 358, no. 20, 1884 p. 152, no. 3. 1 (f von Abnri. 

Antigonua Hb. 

139. DcKuba Plötk, 1. c 1879, p. 361, no. 31. In Metamhl, dodi nur Mlnner, von 
Abvri erhalten. 

MO. Brü/tda Plötz, 1. c. p. .1(51, HO. 32. 1 von daher. 

141. Tluela Plötz, 1. c p. 361, no. 34. 2 ^ von dort. 

THi|!:iHdeH Hb. 

142. FleMis Fb. Sp«. Im. II, p. ia'>. no. G21 (1781). Ophion Dr. 11! Ivv Ent. III, 
t 17, f. 1. 2 (1782). Cr. I, t. 2ti, f. 4, 4 C. Trim. Rhop. Aostr. II, p. 313 (im). Viele 
läwinplare von Abtiri 

I.stn<'no Twains. 

143. J/>/,{h Dr. III. Kx. Knt. II, t. lö. f 4 (177.H> Phidia» Cr. HI. t. 244 A. B. 
(1782). Jii/i{t,r Fb. .Mant. Ins. II, p. 87, no. 794 (I7»7j, l'lotz Stett. Ent, /tg. 1884, p. 66, 
no. 52. Viele Kxempbre ebendaher. 



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144. Jmm Pl«tz, Stott Eitt Ztg. 1879, p. 364, no. 44, I. 6 1884 p. IM. 61. Einige 
Stddre TOD Aboii 

145. •Bmi» L. Ml». Ulr. p. 835 (1764). S. N. I, 2, p. 796^ no. 264 (1767). FlAtz 
L e. 1884, p. 65, no. 48. Cal^ Doii1)l. H«w. C«d. D. L. L 79, 1 2 (1868). 1 i von Abori. 

14(5. * Foristan Cr. IV, t. m, K. V. 11782). FlOte 1. c. lfiH4, p. 64, no. 44. FhnaUm 
Tiim. Afr. Austr. II, p. 318 (1866), in Mehrzahl vod Abori erhalten. 

Sphinges. 
MacrQgl«flHldae. 

Heinrls Daim. 

147. Il.ihis I.. Mant. I, p.538. Bdv. Spec. g£n. Spb. p.876. Saalm. Lepid. vonMadag. 
I, p. 117, t. III, f. 40 (1HH4). 

Iti Tiei«ii ätttcken erbaiten. Diese Art Üiegt aber di« ganze afrikaniacb-tndo-aiistniliBcbe 
Kegion. 

14*^. * Comma^iae Walk. List Sph, |>. !H>, no. <J (1H5Ü). Bdv. I. c. p. 307, no. 41. 

Von diei>er hübschen kleinen Art, welche sich \ou den Venvaiidtcn durch den hellblaueu 
Görtel de» Hinterleibes nnteneheidet, erliielt ich drei Stücke von Abiin. 

Jedenfalle fliegt dieee Art au«b in Südafrika, denn mein Freund Hartuann «ncihlt« 
mir, dab er in Baziya Im Cafferaland eine J^kto^om mit blanem Hinterleibsring gefangen 
habe. Leider ist das Exemplar mit vielen anderen Arten zn Grunde gegangen. 
Proserpiniis Hb. 

149. * ASiita Bdv. Ddegorg. Vey. dana TAiriq. Aostr II, p. 394, no. 9& Wik. Uit, 
Sph. p. 107, 4. (Lophnra). Ntanm, Bdv. Spee. g^ Spb. p. 814, no. 4 (1874). (Ftemgon). 
1 ^ von Aecra. 

ChMrooftBpidM. 

BMiothM Wik. 

160. ♦ Idrieu« Dr. Ex. Ina. III, t. 2, f. 2, (1773). Udv. F. d. M. p. 73, t. 10, f. 5 (1833). 
Spec. g<5n. öph. p. 282, no. 8t» (1874). Saalm. 1. c. p. 120, no. 276 (IH84J. Cito Fb. E. S. 
III, 1, p :;77 (1793). idriau Wik Liat, 8, p. 12Ö (1866). I^n^ig^a Wllgr. KafferL 
Het. p. 18 (1857). 



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IHodosUbi Wik. 

151. «Adbrnn* Bali. Tram, Z. & IX, 1877, 637. Saalm. t. c I, |». 121, t IV, 1 41. 
Herne drei Enemplare, 1 d md 2 9 Taiilren in Bofem, «b der d dn« heUen mdir 

in'k Olivengelbe Gnmdfäibe der VordeiflOgd nie die Weiber zeigt, «beneo sind die iMide» 
Binden dieeer Flllgd hdler bnnn, der weibe C<MtaUtoel£ irt gvorMr nd aeUxbit. In Zdle 6 
stellen vor dem Saum xmti «b^brochene bninne Zackenstreifen. Die Wellwr etinunen TOll- 
keauoen mit (»aatmüllpr s sohr scbAoem Bild aiMuein. Accn, Mii. 
CliHerocampa I'np. 

152. * Orphn,., H Srli l Aoi. f. 104 (18äü> Bdv. Spec gen. Sph. p. 247, no. 27 (1874). 
1 d von Accra, im Mai fanden. 

Paiiacra Walk. 
158l BaakiMbri n. sp., fig. 23. 

INeM w^UBm Art Int eine, gewiwi ÄhnUdikeit mit CL JPlioeiwB H, Seh. und Qvymt 
Bdv., von enterer nntmdteidet aje eidi enltor in anderen Punkten schon dnidi geithnt» 
Finge! und den gerade verlaafendo« hellen Schrägstrich der VorderlOgel, welchen Btomi» 
Btiik geschwongen führt, von Qtryon ebenfells besonders durch den gerade vc»l«niendeii 
Scbrtgstricb uid renehieden geftibte HintetflOgel. N«eh Bntler*s Hittbeilvng steht sie 
P. Imitam üutl. nabe. 

Fühler des kr&ftig, stark gezAhnt, 15 mm. lanf?. mit borstig behaarten Kndh&ckchcn, 
lirftunlirh !7plb, Palju n gelbbraun, nach innen nni R.'indc Kii(li:'i('i]«s srlniia! Hci-rlifarben. 
Kopf duiikclolivi'iirrnlii. an jofJpr Seiro stellt ein ilop]n;licr rieisH-hfarbener .Streif, in welrhom 
die Fflbl<r .--rf'lK'ii. illii r ilfii kaminartiir filidhrrii bchcitcl zieht ein schwarzbrauner Langs- 
streif und ein solcher begreiut auch die beiden inneren heilen ^eitenstreifen. In der Mitte 
des Kopfes nahe seinem iiinterrand steht ein violetter Fleck. Der Ual&kr^n ist olivengrün, 
Schwerz, brami und ItcbtveUrüt gemisdit. Der Thorax ist in der Mitte olivengrün, mit ein« 
gemengter v^roter Bebsanmg; die Schulterdeoken sind sm Anbennnd in d«r lütte grtniidi 
gelb, SS der fissb und am Ende veiignn, durch ihre gann Ltaige zieht ein breiter schwaniv» 
in der Mitte durch ekien brannea Lingsstreif geteilter StreiJ^ an diesen Streif st&fst nach 
bmen ent rDtlidi gelbe, dann sehmal scbwänliche, zuletzt oüTengmne Firimng. Der Hinter* 
leib ist auf dem ROcken in seinen drei errten Gliedern oUTengrfln, in der Mitte veilrötlich 
geftlbt, dann erscheint er ockergelb, der Lange nach schwarz gestrichelt. Der RQcken wird 
auf den ersten 2 Gliedern seitlich von einem breiten, sclnvar/brannen, natb anfson olivenbiann 
und grün behaarten ätreif begienzL Die übrigen Segmente führen in den Seiten je ein 



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schwarzes Fleckchen, welchen 2 rCtlicbweifse feine Linien folpen. Seiten. Unterseite des 
Hinterieibes und Brust ockergelb, mit fleischrfttlicher Einmischun^r. Keine lehmgelb. Vorder- 
littgel gezahnt, vom Vorderraad \m nun Schragstreif olivenfirrfin und braun gemischt, iftn^ 
des Vordemad«» wihirane BesUhibong, m dieM sMikt in der Flttgclmitte ein grSfiwnr miregel- 
mfrig geatalt«t«ir aehwaner Fl«ck und vor dar FUlgdspitn «m VordeRand ein Ueinenr 
aehwanbiiuDOT fleck. Vor dem Sduiptreif rielien xwei iMUtalell Itnfmde, «nf Bippe 7 
stumpf gewellte eclnranibnnme QoentrdfeiL Der SebM^stnif let strobgelb^ in der Mitte 
nieeiirot «ngebenelit, duidi sefaM Lloge adit «ia vom Imiennod bis Rippe 3 genden und 
cinfidier, dum gewellter und doppelter olivenbrumor Lftefntrrit NmJi «oftea Irt der 
Sehrttgstreif durch einen schwarzbraunen, vom Innenrand bis auf Rippe 4 gieldlinftbig gMftden 
dran gewellten, auf den Rippen fleckartig erweiterten Streif begrenzt. 

Das ?anmfel(l ist pTiln. von 7wH feinen rötlichgelben Wellenlinien dnn-h/'H'i'n. I.Inf?* 
des Samnes von Kii»pe 3—(i ungleich breit, bogenförmig, (luiikelbnmii gi'farl>t. ebensolche 
breite Färbung zeigt der Innenrand bis nahe dem Innenwinkel, nahe dem Scbragstreif zieht 
eine feine, f^ppt-n die Flügelspitze verloschene braune Linie. 

Die Franzen sind von der Spitze bis in Zelle Ü gelblich, mit braunem Fleck auf Rippe 7, 
flbrigens dnnkelbimm. ffinterflogel ediwftdier geelbnt, dnnkelbrann, vor dem Sanm mit 
dBem OBdentKdi begrensten scbnuleii gdbliebea Qaentreif, wetdier mit tHatm «»Icbea Hags- 
«treif vor dnn Innearand vor dem Innenwinkel nBammenrtOlkt 

Unten sind die Vorderiligel Itagi dee Tordensodes eebnul, Itngi des Sonmee bndter 
gnogrOn, «cbwan geqienkelt. Wuxtel and Xittelfeld der Flfigel eehwtaBeh grOn, weikhe 
Faibe sldt vor dem leiebten Sebngatreif bi zwei teilwek geweütea Streifen bis an den Vor- 
derrrad riebt Der van zwei eolcben Streifen begrenzte belle Qaentnif ist welb, an der 
Wonel and dann sich als nnterbrocbener Streif fortsetzend, rostrot gemischt, und von einem 
graugrünen, teilweis in Flecke aufgelösten Streif durchschnitten. .\m Vorderrand hinter 
der Mitte und im Wnrzelfeld, in Zelle 2 — 4 an den Schr.=5p!treif stofsend ist die Clrundfarbe 
rostrot, graugrün pemifücht. Der Innenrnnd i<t bi« nnlie <tein Innenwinke! sehwftrzlich liraun. 
Franzen rostgelb, ;inl' den Rippen dnnkler ^jerierkr. liititertliigel lehin!?elli, in der Mitte veil- 
rötlich angefln^'en, mit schwarzlichen Spreukehi, durch die Mitte zieht ein düppL-lter, schmaler 
schwarzer, gegen die Spitze abgebrochener Querstreif, welchem eine Reihe schwarzer Punkte 
feJgt. SernDf besonders gegen den Afterwinkd dicfai scbwtrz gespreakdt. Ffanzen wie mf 
den Vorderfldgela. 82*16 mm. 1 d von Abnri. 

Itb benenne diese scbUie Art su Ebrea Henn Obmtlientenrats Snalmllller in Frank« 



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furt a. M,, des gediegenen Kenners der afrikauiiiclien Lepidopteren. Kin K^emplar nah ich 
in Dr. Stattdinger's SBrnmlung und wie mir 1fr. Butler mitteilt, befinden üdi 3 Exem- 
plare dendlien, ab« ohne Namea in der Sammlung des Britiaii Moaeam. 

Pratoparce Bnm. 

154. Weigtei ». »p., fig. 24. 

FflUer mit gelUeni Schaft und braunen /Ahnen. I'alpen wei&, die obere H&lfte des 
Spitzengliedfö graugelb. Kopf grau und rostgelb gemischt. Halskragen eben:«» mit einge- 
mengten weifsen Haaren. Thorax ebenso, besonders die Hünder der Schultcrdecken weiö 
bcb;Kirt, Hinterleib »»ben wcifs nntl treib f?« iiiisrht. über den Rücken ein unterbroi In ner 
scliwarzcr LAngsstrHf, oIh iliaib der öeiteu jf em Kolrlicr IfrHfprpr 1>is auf da« dtial< r/te 
Segment reichend, unten weife, an den Seiten gelb mii ciin'iii duiiki lii i'iinkt auf jedem 
ä^nient. Schenkel und Sihieneu gelb und weili gemischl, lar^«•n iiranngelb, liru.st weifs. 

Vordertlugel weib, dicht hmter der Wurxel ein breites oUvengelbes Band, hinter welchem 
aolcber Zackenatreif Iftoft, diesem folgt ein «weiter aolcber Streif; im Hittdfeld ein nmd- 
licher brarni geiingter Fledt der Gnradfartw in gelblicher und graoer BeatAubnng. HintBr 
der Hitte ebe aoa drei schwanen, gagm den Innommd olivengelben Zaekenstrafien bestehende 
Bhid«, hinter derselben ein verloschener gelber Zadccnstr^f; «hi solcher Streif dahinter wiid 
in Zelle 1 b, 2 ttnd 3 durch schwane, paarwdC» stdiende Flecken marUrt Auf dem Saarn 
stehen schwarze MondÜecken auf, dersn grdfeter in Zella 0 steht, Sanmiinie fein schwan. 

Hinterflügel ^.chwnr/grau, an der Wurzel, hinter dem Afterwinkd nnd am Saum von 
Rippe 4 bis zum Afterwinkel weifs. Hinter der Mitte ein innerer schwar/er und ein ikutserer 
rn^tprlhrr \>uerstreif. Sanniünii' fein schwarz. lnter>>eite der Vorderflügel granbratin. hinter 
tltjr Mirtc ein sHiwar/bi inncr oiipnitreif. vor d(»ni Saum wpifsliclie Fleckchen. llintiTtlügel 
bi» iiititi r 'lif Mitti' vveil^licb «laiai brauiigrau, mit 2 duakeb) Quentreifen. 36,14 mm. 1 S 
Accra. iJutlei war diese Art unbekannt. 

155. Solani üdv. T. Mad. p. 7«, t. 11, f. 2. Bd. Spec. g^n. Ilet. p. 85. IL Sch. Lcp. 
esoL Het t 101. Walk Ust, Sph. p. 2m, no. Ii {IHM). 1 d von Acers. 

Amphonyx Poey. 

ie& Morgmu Bdv. Spac g«n. HeL p. €6 (1874). Walk. List. Sph. p. 206, 12. (1866). 
1 ä (Keser sdtenen, von Boisdnvai nach dncm rimrahMn 9 von Sienm Leone be- 
schriebenen Art 



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~ 71 — 



Xepht'le Hb. 

1Ü7. */fe«oei« Cr. I, t. 88, Ü. Walk. 193, 2 (l«5Gj. lidv. Spec. giu. Het. p, 140. 
8 HauMa Fb. E. 8. IH, L 371. 9 Lgdima Fb. L e. 371, 48. 
Eiliige StOdte von Aocn. 

158. Jhetni^aiv VtäSaot de BeKQV. Im. Afr. Am. p. 284, pL 24, f. 1 (1805). üi^m» 
T. d. Ho«veD Tgd. v. Nat VII, p. 378, p). 5, f. 2 (1840). Bdv. Sp«& gte. Hrt. p. 141. (1874). 

Einige Exernfkn von Acera. 

159, * C»«rofo Kirt)7, Tnns. ent. & 1877, p. 243. SmIiii. Lepid. Madag. I, p. 133. 

Ebenfalls in mehreren Stflckon in beiden Gpst-lil<'<-h(('ni voo Accra. 

im. * Vau Walle. Heteroc. )>. 197, 11 (IKäü). Bdv. Spec. g£n. Het. p. 148 (1874). 

Drei leider sebr geflogene Kxeniplare von Accra. 

lül. * AtquivaUn» Walk. I. c. p. 191, ö ir«i« Bdv. i. c. p. 148 (1874;. 

3 <S von .\ccra. 

Bombyces. 
Agariirtidae. 

Easemi» Dalm. 

162. Ei^kmua Cr. 345, A. Walk. List, Het. 50, im. 8 (1854). Bdv. HoiMgr. d«a 
Agaiistid^ p. 03, no. 22 (1874 ). Gin Faar tod AbaiL 

Bei dieser Gelegenheit will ich bemerken, dafs die in meinen ßeitraf?en zur Sebmctter* 
lingH.fauna des Kaffcrnlandes \^. 2'JO aufgeführte Art nicht Kufthemia Cr., sondern Africaua 
Butl. Ann. M.ifraz nf Nat. Tft>t. IH"."», ]». 14?, nn, 0 ht. wflrhf> stHi von Knpluinta duR'h 
whwarzeu ll;ilski;i(-'fii. >i limi(li ii' nicht mitcrlniK Iutic Mitteli»inde der VordertiAgel und 

Fehlen des gelben Inneniaiidlaugsfleckes vor der Mitte denselben, unterKiheidet. 
I^hnf'i^ori.sta IJoiüd. 

ins. * Helciloiäe» Dewitz, Mitteilungen de» .Miliichener Eutomologischen Vereins, III. 1, 
1879, p. 32. 

Elia S von Aburi, welcher genau mit der von Dewitz gegebenen Beschreibung eines 
«ben&lls in Weataftika swiaeheii dem 17—22* 0. L. aaf dam 10* 8. B, geaamnaltai a 
abaniutininit 

Aegoeen Ltr. 

164. TVyaüacnMV« WaflgT- ICaffari. Lepid. HeteKM. p. 7. (^anttc.) 
VSn S ^vn Abnii 



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— 72 — 

166. lUd^Km BdT. Hmognpbto d« Aiistid«« (R«n« «t Mb^Min di Zbologto 1874) 
p. 6a Walk. IM. Hetenc p. Sft. 

Hehrere Stfleke, d«dk mdrteitt nur MimMr von Aboil ud Aeera. 

Agaiiiiloe. 

Guyatui Hb. 

lee. i%?<((a Dr. m. t. 22. f. 5. W«lk. litt H«t«ioe. p. 460, 1 (1864). In Hehr- 
uid Tom Abmi. 

äyutotuidae. 

AülOBoliB Hb. 

167. SjfiUoiim PMtK, L c. p. 85. (Ptegaptocjx?) fig. 8. 

Im GeAder finde icb keinen Untendiied von ladaren Arten der Gettong Arnum^. 

Goldgelb, VorderflQgd mit bmungntter AoalUlnng der Wundlillfte der Hittehelle, «tu 
wflklier zwei dhreigieraide eoldie gebogene Qaeiatraiftii gegen den Inneniand Dflihen, anf dem 
Schlnb der ^Ue ein Ton der Snbooetele bia auf ffippe 8 leiebender und dort dnrdi dazwiadien* 

liegende gleichfarbige dunkle BesUkuLung mit dem ^ten Quentrich verbmidener Zackenstreif. 
Im Saunifeld gegen die Flügels|)it/e Andeutungen fiiifs kurzen, abgebrochenen Zackenstreifcs. 
Hinterflügel unbfzeifbnet. gegen den Vnrdcmnd und in der Mitte rötblich angefldpin. Unfer- 
seitc unbezeichnet, bdier, Vorderdügel in Zelle Ib roeemocb angeflogen. 14,8 mm. 1 4 
von Aboh. 

Syntoniis 0. 

168. "Marina ButL JouTU. Linn. Soc. XII. p. 348. 1 9 von Accra. 

160. UmentpOa Wälk. Uat. Het«Nc 8t SoppL 1. p. 67. (1864.) 1 9 von Abui. 
Emdiromift Hb. 

17a SptnkiuB Cr. 146. C. Walk. Uat Heteroc p. SSO, 84. (1854.) Li Hehxzahl 
von Abui. 

ArctUdM. 

AMerila Wik. 

171. »Jtirwa (Sph. Astiena) Dr. U. pL 28 1 4. Fb. 8p. Ina. IL 813 {JläahM JatMo). 
Ent. Sjtt m. 8, 19. CMmm Madagatearieiuit Bdv. V07. Deleg. Q. p. 598. Wallgr. Caff. 
Het. p. 4a (Fkrygaummifia.) AiMyAfrü Badama Hab. BnU. S. phil. 1879. p. 137. 
Bdpeitjfta Vi'dua (Cr.) Saalm Lepid. Mad. I. p. 150. t. V. f. 52. — Saalmüller theiit mir mit, 
dalii er mit der AMtcht bnellen'a nicht mehr fkbeceinstimffle, in seiner abgebildeten Art 



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— 78 — 



die CramerVhen Vi'dim zu haben, und seitdem i r das grofse 9 von mir gesehen, mir zu- 
htiiuiue, dafs dieic» zur Drury'schen Aatrea, wenn auch mit fehlerhaft wiedergegebeneni 
Colorit, zugehöre. Dagegen habe er mehrere Stücke vom Congo erhalten, denen da& 
Cnaufad» BUd der ViuttM ziemtiieli gut entqmeh«; der Aiina Dr. wohl imIm stellend, 
luiben dleeelbeD vkl dtmUere Ftitnug md keine GlaslIedceB. Jedenfidb wird des 9 Uencn 
ToUkommeiie Scheilieit geben. 

1 Stock von Acam, irdekee nur di« helbe GittTee mdaee ExempUin eas dem KAffen- 
hnde eirmbt 

Alpcnns Walk. 

172. ifaculMw Cr. t. 370 R. Walk. Li»t. Bomb. 1098. (i^'£tiMiNa? macH&wmi.) Zwei 
mäimltrhp Exfmplare, welche ich von Ahuri erhielt, erklarto H n 1 1 r Dich der ihm geaeiideitien 
Abbildung für wahrscheinlich za der Cramer'achea Art gehörig. 

Alctiü Hb. 

173. Bdcüa L. Syst Nat. pag. 763. Drory III. t. 20. f. 4. Cr. t. 120. C. Walk. List 
Bemb. 653. (1854.) ihcmlaria Fb. Sp. Im. 246, 27. ESnige Stocke ven Abmi. 

Utetbeim Hb. 

174. I^lckeäa L. Sjist N«t. X. p. 684. Noct. Pnlcbr« SdiUr. S. V. p. 66. ZMpoa 
Fkleha Steph. in. oT BiH. Eni II. p. 98. 

Exemplere von Aocn imtenebdden «Ich im den ant dem KallMnilud erbeMenw nicht. 

Nycteneridae. 

Nyctemera Hb. 

175. Jhnfiaia WalL Uet Bomb. 81^ In Mebrnbl von AbnrL 

Otroeda Welk. 

176. J?Mper«> Gr. t. 251. A. R. Walk. List. Bomb. 402. (1854.) 3 <^ von Abmi. 

Amnemopsyche Butl. 

177. Gfractli» n. sp., fig. 1. 

Fühler schwarz, l'nljwn beingelb, Stirn schwaiz, Silieitc! zwi55rhpn den Fühlern wdfs. 
Hinterkopf weifs mit graubraunem Fleck hinter den l ühlern Thorax schwarz mit weifbcm 
Mittelstreif und drei weiÜBcn Flecken gegen den Hiiiterraiid, Scbulterdecken an ihrer Basia 
mit randoD, wei&em Fleck. Leib oben weife^ die Gelenke scliwiirz, unten ockergelb. Beine 
brmm. FlOgd halbdnrdiacheiDend, weil», VoiderlMgel an der Wnnel mattoiaoge beitlabt, 
Yoidemnd Ineit echwan geOibt, SmimCeld bta an die llittelxelle sdiwaK, in dieaer FUbong 
ein grober onregelmRlUf ovaler und niher dem Sum in Zdle 2 n. 8 da kldnerer nmdo- 

AkkaMl. 4. BMdMak aMait. Ott. B4. XV. 10 



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iraiber Heek, wt doHelbm in ZcU« 8 «in UngldMr ocikeigdUr Fl«di. Btartatiogd 
Bit tdmwnm tiafiai, ibgeitaniiiftan Zadien «af dem Saaou Fknnien «11» Flflgd rnSkian, 
UnteiMiita mMvr. 27,U nun. ^, 9 tm Abnii. 

Liparidae. 

? Laelia H. Sch. 

178. Unipunctala il. »p. 

Beinwells, Vorderflügel mit einem schwAraen Puokt in der Mitte der MitlilMlto. FtUer 
«MtroL 21,18 nun. 1 von Abitii 

Ntdi Snalnttller dtirfte dl«M Art müm AnImmi und C^F"» «eklw Gtltongat ndr 
fremd lind, eingereüit werden. Dt ieli mir einen einxelnen Hann bedtie, «die icb ven Aitf- 
stdlong einer neaoi Gtttuig ab, gebe aber bier die InoptcAddielMten Gattangimeffcnule, 
naek QitdeckiinK dce 9 wird eidi die eyatematiBch e Stdiung der Art Imehter ftafetetten limeo. 
Im BriUsh Museum scheint sie xu feUm, da sie Butler flremd war. 

Nach H. Sch. Synopsis würde diese Art in seine Gattung Laelta gehören, i breitflflgUg, 
Hinterleib schlank, die HintertlOgcl nicht überragend. Fühler dünn und sehr lang gekftmmt. 
Palpen horizontal vorstehend, mindestens noch einmal so lang wie der Durchinm«»r eines 
Auges. \Vnr7Pl- uiul lliulfrlied sehr kurz, letzteres schwach geneigt, Kücken und Seiten an- 
liegend, Srlmeide ubötehend, lang lieschuppt. Hinterschienen mit Mittel- und Endspomen. 

Voiderflügel mit 1 2. Kippen und deutlicher, breit dreieckiger, ziemlich grolser Anbang- 
zeile. R. 2 aus dem letzten Dritteil der Subdoisale, Ober noch einmal so weit tod 3, als 
diese von 6 entfernt R. 3, 4 and 5 gleich weit von emander entspringend, 6 aoa der Vonter^ 
ecke der MittelzeUe, 7 und 10 nihe beiaemmen ans der Spitie der MittdMlIe, 8 ans 7, 
9 ans 8 knn vor d«r Fiagdspiti« in den Saun xlebead, 11 ans dem leisten Vioteil der 
Snbeostale. Anf den Hbiterilllgeln R. 3 md 4 dickt neben dmmder entspringend, 5 nalm 
an 4, 6 und 7 mafeig lang gestielt. 

179. 8«rJ^ tt. spk 

Die doppdt geqwmten Bintcnchienen, die Anhangielle der TerderlHlgel, ans wddier 
Rippe 7 und 8 mit 9 Qod 10 «ntq>fingen, sowie die gestielten lUppen 6 und 7 der Hlnter- 
äQgd stellen diese Art nseh Henieh-Sdilflea analjtisdier Tsbeile in seme Gattung 

Laeli'a, in welcher idi sie vorlAufig onterbringe, möglicherweise weist der mir unbekannte 
Mann ihr eine andere systematische Stellung an. Die Palpen sind aufwUrtü gerii-btot. den 
Kopf Obemgend, boxstig behaart, das End^ed klein, etwas geneigt, abgestutzt, anliegend 



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beschapiit, tbo von denen von L. Co«non abweichend. Fflhier brtunlich , Fnipen, Kopf und 
tlwn» ottoiVBll» nnd bnnii geateelBt Unterleib brungdb, Brnot nnd Boke mtgelb. 
Toideiflag«! odtoigelb mit taotbnuner Eiunbcboag, wetehe keine dentOidie Zdehnnng seigt, 
nnd vor den Sun« siebt eine ReOie mtbrumer UondlledKhen. Fransen Tostbnnn. Hbiter- 
ngd einlhiblg gimdmuin, Fimcen gelUieh, am der Wuisel giMbnim, Saninlittle galblidL 
ünteneite gmdMnmn, tun Soeigeibe ndiend, ohne Zeichnung. 18,9 nuL 1 9 v«n Abnii. 
JBqwMtfi Hb. 

180. Aur^nm» n. sp., fig. ii. 

FfihlerBchaft yimk, KHinmzahne gelbbraun. Palpen and Kopf goldgelb, Halskragen and 
Tliorax weifs Leib gelb, der Afterimach in der Mitte veiJs. Schenltel and Schienen weifii- 
Itebaart, Taisen schwarz. 

Flü^l weife, Vordi rtlügel mit schwarzem Queisthcii auf der Querrippe der MittelzeUe. 
11,7 mm. 1 'f von Aburi. 

Aroa Wik. 

181. Bvlfkmta FMts Stett. Bat Ztg. 18B0 p. 84. - fig. 10, 

Plötz beetinimte mir diese Ait als vielleidit so sebier Bui^lrnnm^ wdifte er nadi elneat 
einndnen Hann beaduleh, gdiOrand, nnd atinunt diese Beedueibung bis anf die Fazbe der 
Flibler,wdaePl«tsbnnngelbangiebt, die aber bei mekeBEseaiplar gelb aiii^ l9?enAbvit 
BndMQrdrim n. g. 

Kabe bei Auiydtö« stehend, ab«r dntch swei Paar S^ramen der Binteiscfaisnen Ton 
jener Gattung getrennt. 

Fühler (<;) kurz, di<Ait und stark xweireihig gek&mmt. Palpen kurz, breit, anliegend 
beschuppt, mit »ehr kurzem, stumpfem, schwach geneigtem Endglied. Schenkel und Schienen 
wollig behaart . HinterHchienen mit Mittel- und Endspomen. Hinterleib schlanker wie bei 
Dagjfchira, die Hinterfliigel kaum überragend, anliegend beschuppt und behaart, auf dem 
8. und 4 Segment ein aus anf^eworfenen Schuppen gebildeter Si hojif wie bei D. Ftucelina. 
Innenwinkel der VorderflQgel mehr abgeschrägt. HinterflUgel mit viel gerundeter Spitze 
nnd Saum. 

Bippenverianf wie bei Dot^hira, anf den Hinterüageln ]t.6n. 7 wie bei i). FatdiM gestielt. 

182. QuinqueptauUMl n. Sp., fig. 11. 

Fahler (^) ndt weifiMm Sdiaft nnd rostroten KammsSbnea. Poppen weilh, das Mittel'' 
gSied am BQckcn mit donkdbnnmem Fleck. Kopf, Thorax und Brost weib, graabnnn gemischt 
nnteildb odrargelb. AfterbOsehd wöbgran, die ROekensehOpfe dnnkslbrann. 

10» 



^ 76 — 



Sdicok«! and Schienen weil*, ebenso bebaart, Tancn goUgdb, aofeen flchwarz geteekt. 

Toniwflilg«! veia«, (UcH bmn gevratinlti in Wondfeld «n VatismaA andeutUdie 
Andeotasgeo v«n 3 bxannen Z«:k«nctreif«n. Am Ende der Zelle iteken 5 bronne Un^ieke, 
ponktutige Fleckchen in schrlger Doppelreihe gegen den Voiiderrand, an letzterem noch 

zwei weniger scharf begriuta brftunliche Fleckchen. Das Saamfeld xeigt viel dichtere and 
danklere braune Bestaubung, vor dem Saum zieht eine Reihe brauner Paukte duch. den 
FlQgel, die weifefin Franzen sind zwischen den I'ipp<>n brann gefleckt. 

Hiiit<it1üt>:tl goldgelb, ppjen den Sniirii Imit braun bcstAubt. Franken wtifs. T'nten 
die Vordertitigel gchmntriK ^riaiihraun, mit scliiHalem, gelbem Vorderrand, lüuterüügel gold- 
gelb, l&ngs des Vorderrandes brftonlich bestaubt. Franzen wie oben. 16,10 mm. 1 d von 
Accra. 

Paendoiiotodoiitft b. g. 

9 Fabler etwa ein Viertel der VordeiflUgelUnge haltend^ xweireilifg geicAmmt Palpen 
achrag aa&telgend, vorgestreckt, den Kcg>f abemgend, dkbt bebaart, Mittelglied lang, End- 
glied Mhr knn, aebrlg abgestutzt, beaebnppt Kopf Ideni; nidbt tingeuigen, die anliegende 
Bebaanug bildet in der lütte des Sebdtela eine rinnenartige Vertiefiuig, Angen grab, koff- 
lig, Toftretend, nackt Balskragen nnd Thorax anliegend bebaart, enterar geteilt, letstenr 
gewMbt. Hinterleib die Flflgel nm V* flberni^n-nd. plump (9) anliegend beschuppt, auf Segment 
2 0. 3 mit kleinem aufgeworfenem Scbuppenhöcker, Sjatse kotz behaart. Vordencbenkel nnd 
Schienen Uxir/. und dicht behaart. 

YonlerHüi;!,':! mafsig breit. \ oidcrrand ;^icmlich stark gebo^'en, Flttgeiipitze abgestumpft, 
Saum auf Rippe 4 stumpfwinklig Kcbugen, auf Kippe 2 eingebogen. 

Hinterfldgel breit, mit liintnr der Wurzel etwas eingezogenem, stark behaartem Vorder- 
ntnJ ; FlageLpiute abgeschr&gt, bauiu schwach gebogen, in Zelle 1 c schwach eingezogen, auf 
alten Flügeln gewellt 

FMgel im Gelder Da^ekära gleicb, also V«rderfliigel mit Anbangielle, ans welcbnr 
Rippe 7 a 8 mit 9, sowie 10 entspringen. Anf den BinteilUlgebi berObren sidk Subeoalale 
nnd Coatale etai StOek bniter der Wunel, 6 und 7 sind sebr kurs gestielt 

ObglriGb mdnem ganz reinen Exemplare die Mittel- und Hniterbeine lüder fidden, ao 
dala sich ttber deren Spornen niclits ssgen la&t, so trennten doch die Gestalt des Kopfes, 
der Pslpen, die stark gek&mmten weiblichen Fühler, sowie die Gestalt der Vorderflagel diese 
Art Mcber von Dtisychüa und CaUitmia Dutl. In U tztt itr (Uittung stehen Af'i'ctt'.i S. V. und 
einige exotische Arten, welche aber nach Butler's brieflicher Mitteilung durchaus den Habitus 



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von jener Art zeigen. Die vorliegende Art hat ein entsciiieUen notodontidenartigeä Atusehen, 
4ie GeeUlt der FflUer und vor aHen die giclit in der lütte zwiMdm Rippe 4 a. 6, sondern 
wüie' an 4 enlapiingende Bippe 5 «Her Flügel trennen die Art lehnif von jener FenOie und 
«teilen en sn den L^Mtriden. 

18& VinteM9 n. ep., flg. & 

FaUer schnnt^g grangelb, Sehift bnmngefleekt Palpen edmintng eckeigelb. Wand- 
nnd Mittelglied mit dnnkelbianneni RUdtn mid Seiten. Endglied. donkelVrann ndt gdbw 
^tsei Kopf, Habkngen nnd Thorax steingrün mit eingetnengter gelblicher und dunlcel- 
hranner Behaarang. Bnet nnd Hinterleib gelbgno, die fiackenachApfe etwae dnnkler, metal- 

liaeb plnTizfurl. 

Vonleitlupel htfiiifrnni , in (icr vonlcni llAlftr- (Ifs Mittelfeldes gelbgruii, liinpx des 
i^aurtifs in diT MiUc mit wriisuTiiiior rtrckaiiiger liestAubung. clu^n'snlche KärlniiiK Lepren/t 
am Vordenande den hintern vuerstieii beiderseits und zeigt su h in dt i l lugtlRpiue. Das 
Mittelfeld ist vom Vorderrand bis auf die Subdorsale in »einer hintern U&lfte durch br&un- 
KcbeBeettttbung verdunkelt und zeigt gegen denlnnenruid ziebend einen TeOgimen binden- 
artigen Streif, ein ecdeher zieht anck doreli den Swimfeld. Aua der FlQgdvunel zieht dn 
breiter whvantbninner iJlBgwtreif bis aber die Mitte des Mittetfeldee, an» dem Voidemnde 
entspringt nebe der Wnnel «n gebogener, »ehr ecbiig geseilter dmkelbrMmer Straf, wel- 
cher den Lingmtrdf nldit ganz eirdcbt. Oiircb die lütte des MltteUUdes debt ein soleher, 
nmVoidemmd nnd unterhalb derSnbdonsle brät nnterbrodiener, nnrUsnf dielnnenranda- 
rippe ziehender bnuner Querstreif, wcU-ber in der Mittelzelle xwei Bogen bildet. Der hintere 
Querslreif ist rostbraun, undeutlich, stark gewellt. Im Saunif< Id cm schwarzer nnregelmObig 
verlaufender Siipif, dei-sotbc entspringt aus dem Vorderraud, /ioht in Zfllf fi spitz bis in 
den bauni, bildet dann naih inriPti einen starken Bogen, um in /ullf :i muhmais in einer 
jspitzen Kcke in den Saum m treten und dann M-hrftg, unrefrelnifilsig^ jjczat kt . nach innen 
bis in /Hie 1 b zu ziehen. Am Yorderrand ist dieser Streif nach aufeen wcifsgrün, an seinem 
Ende weile .angelegt. 

Vor den Saun zieht eine nutte feine bnone Lüde durch den Flügel, zwisdien ihr 
and den Ende des ZadtenetieiftB iteht in ZeUe I h dn brauner, acbwarz bestlubta' Fleck. 
Uebor die gerne FUgelfllcbe sind fdne Mbwarze POnktdien ventrent, die Rippen sind 
4nnkdbraun bsatanbt. Fransen brannlidiigelb, in den Zellen dnnkelbmun gefleekt Hinter- 
llOgcl aehnutzig briunlicbgraa, Baumlinie mehr dunkdbraan, Fransen mehr gdblidi 
«eftibt 



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- 78 - 



Unterseite der Vordertiügel licht braungnraa, der Vorderrand schmtitdg o<"kerf?»1b. 
HinteräOgel schmatzig ockergelb, hinter der MiUe mit einem schmaleD, abgebrochenen, gaus 
v«ilo«teti« QtMfitrti^ kmtvr 4«iiimlbn eiiM hnl/bm «MMKadtL DisFlMlM iaarPngttl 
tpuMm adt adiwanai POnktdiMi beatreot Sannliiila gelb, FnmMB «le ob«n. 31,15 n. 
1 9 von Abvri. 

Cochiiopodae. 

Fann Moor«. 

184. FkUÜa n. ap., fig. 2. 

Fahler roetgelb. Palpen roatgelb. Kopf and Tbortx weib, Stirn gdblkh, Hinterleib 
goldgelb, Bdne goldgelb, Vordtncbenkel imd fieUmm tmtea rostbnan, an 4m fibiigm 
Btinen dl« SpttaMii der 8eh«iikel mthnmi. Twdeillllgel mäh; iMin <f zmi bitoiw Lliigi- 
fledMi nahe der fUgehninel; hinter der IGtte neht ein itark bogenftnnig geeehwangaier 
Qoentnll Fnnaen gelUich. HinterlSgel kell odtngelb. Unten alle FMgel bdigoldgelb, 
am Voidenrand bnü noatrot beatlabt 18—22, 10-12 mm. <r 9 v«n Abori. 

Samiii Hb. 

18&. »FoMiw Weit«. Fnw. Zool. Soe. 1846^ 39, pL 7, t 1. («f.) Wik. LIat Boattb. 
1218. (186&) 1 J von Abori. 

Banaea Hb. 

186. * TyrrhMa Wflitw. 1. c 184», Öl, pL 8 f. 1. Walk. L C V. 1229. (188Ö.) 
1 $ von Accra. 

BrnnbyeMae. 

Gastroplakaeis n. g. 

Ftthler (i) von '/« der Vorderflagellftnge in der MiUe sicbelfönaig nach aoben gebogen, 
doppelreihig g-pkftmmt. 

Die Pallien wie bei Gasfromega gebildet, indem da-s zweite Itlngere, am Kopf anbtei- 
gende und au denselben anliegende (ilied vun dem ei'üteii etwas geneigten kürzeren Gliede 
trichterartig umschlossen wird Das vinzige P'ndglied iet volhMndig in der dkihtan aaffiegewlMI 
Beecbuppung versteckt, nnd ttberragen die Palpen die knne Stunbebaarung nidit Die 
Augen grob, kogiig, herrontdiend, vollctlndig nadA. Der Thon» iat lang, nadi Ton nnd 
hinten abgwondet nnd an den Sdten gegen den anbeigeiiOhnlldi hielten Halakagm nidit 
ahgaaetrt, er iet wen« gewdbt nnd anUegend bdiaait Der flinteileib Obemgt die Biater- 



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-Ügtl BMftr ili '/if Ht flicik gedxftckt, und die aiüiegende Behaarung zeigt sich ia 
dm Sflitm nf den dnidiMn S^gnuntai «Iwm «listAlMiid. Der Aftoiliueh ist an b«id«B 
SeiteD lang, in d«r lütte ashr vwfcflnt vnd erbllt dadurch «in angeoftmiget kmni^, 
Beine knfUg, Sdienkd und Schienen dicht and lang anUegend behaart» Mittel- md Hinter» 
lefaienflii mit Endapomen. 

i VoidoMgd achnial, ihr Voriemuid .wenig ^bogeo, die Spitae «le hd OmUnm^ 
rechtwinklig Tortretend, von BIppe 5 an lat der aehndi inA itiinpf gttfhnte 8niB Im snm 
Innenwinicel stark abgeschrägt, letzterer Terliuft anmerklich in den Inirzen Innenrand. 
HinterflUgel mit langem, schräg abw&rts gerichtetem Yorderrand, welcher mit dem schwach 
und stumpf gezahnten Saum fast einen rechten 'Wink el bildet. Letxterer «tt{IUppe2 stmnpf« 
«inkhg gebogen und einen ab^eätum])ften Aftcrwinkel bildend. 

Der Uippenvprlauf, wr>hl uils der Abbildunf? erkenntlich, weicht ron dem der Gattung 
O(utioi)it.ga nur dadurch ab, dala auf deu Vorderdugüln Kippe 9 nicht aas der Vorderecke 
der Mittelzelle, sondern ein Stack vor derselben aus der äubcostalen, und Hippe 11 nicht 
knn Tor deren Ende» aondent bald Untar ihran enten Britten entspringt, awdi kann ich 
tiMx Abaebnppens kernen die Sabeoatale mit Bippe IS nrhindenden Qaenat entdecken. Anf 
den HinteiiUigdn eiad lüppe 4 o. fi nicht gegabelt, aondem entspringen lut Bippe S did^t 
neben dbunder ans der ffintwecke Anx MittelMlIe. 

1B7, Af^afM n. q>., lig. 17. 

Fflbleiadiaft schwan, Kanunaihne hettbrann. Palpen, Kopf, Thorax nnd Brost ocker- 
gdb nnd brum gamiaeht. Hintorieib oben dnnkelaehwanbnnni, die einadnen Segmente rost- 
rot gerandet, in den Seiten rostrot behaart, unten gelbbraungrau gemischt, ebenso ist der 
Afterbuach gefärbt. Behaarung der Schenkel und Schienen ockergelb und liraun gemischt. 
Tarsen »chwarr, unten weifslirh gelb, an den Seiten und oben mit eingenienfrten weifsgelben 
Schuppen. Die Gmiiiifarlie der Vorderflüp^el ist oben ein Gemisch von Ockergelb und Rot- 
braun , am dunkelsten gegen die SjHtze und im Wurzelfelde. I^etzteres wird von einem wi- 
deutiichen, btark uniegelmftfsig gewhwungenen schwarzen Bogeiiitieif begrenzt; hinter der 
durch einen starken, tiefschwarzen Punkt bezeichneten Mitte zeigen aich Spuren eines ganz 
verleariMian aolcbon QuecstreiSM. 

Die Hinterflogel acigen den Vordemnd bis auf Bippe 7 gelbbraun gefUht, von da an 
bis anf Bippe Ib fUben ria aidi dvnkekdiwarzbnnn, dann Ua aom Innenrand, ent rostrot, 
dann roatgelh, die Bippen, mit Ansnabme von 7, sind cbenfUls rostrot nnd trden scharf ans 
dem dnnkeln Gronde hervor. Die Fransoi der Iihit<^agel smd braongelb. 



— 80 — 



tlatMi ftitMn Mk die V<»derflagel schwarzbraun, nur der Yoidemad ist »duBal ocker- 
gelb, der bueniiDd ist bia an Rippe 2 nwtgalb betauurt, and die Rippe» aind ockergell». 
Die IGnteiflligel eiiid wie oben, anr leldit die mstiete Flibuig bb «n den bmenrand, die 
Rippen aind mit AncMbnie der metnit bebaaiten Subdonel-Innennndarlppen eekeifelb. 
86,11 mm. 1 j von Accn. 

Den Artnamen nebdi ich von dem eigentOmlidien Afteiboch des S. 
Opniriitaui YftSk. 

188. ifetaiiejfcen» n. s|)., fig. ü. 

Etwa? ffröfaer als ^aim/a Levin, die VorderflQgel mit scharfer vorgrezogener Sjiitze und 
scharf ausgerundetem 9^mia. Farbnnfr dfs Körppra und der Hügel ist ein lichtes RötUchbraun. 
Das Wuntelfeld der Vorderflügel wird durch einen vrrlo'^rhpnpn feinen schwärzlichen, stark 
nach anfsen ^iciioifcnen (^uerstreif beprenzt, diesem folgt ia der Fiügelmittc ein breiterer 
solcher Streif, hinter diesem steht t iu aai Yorderrand breiter, kurzer solcher Streif, vor dem 
Saum zieht ein feiner, am Vorderraiid scharfer, dann mehr verloschener geschwungener und 
etnmpf gezackter ednvardldier Streif^ und «m 8nam eneheint von B^pe 3—7 reichend 
breite dnnkelgniiie Bestäubung, in ihr bis in Zdle 2 rriebend Ibiden sieh metaDieeh bteugnu 
I^Jkozende Schuppen, wdcbe tdls Terarnzdit stehen, teils Fleckchen bilden. Binselne solch» 
SebOppchen atdien ancb im Mittelfelde, beaonden gegen den Voidenud. Die HinterBaget 
Ähren hmter der Mitte ebien ganz verlcedienen dnnkeln Bogemtreif , der Senn ist wie enf 
den Verdeiliflgebi geseidiRet. Die Fransen der Vordeifltigel smd dunkebeetbvann» die der 

lUnterflQprl sind von der GnindÜMTbe der FlQgel, die Saumlinrr aller (iQgel ist ro:«tgelb. 
Unten sind die Flügel etwas lichffr ffpftirbt, von den Quentreifen der Vorderflügel ist nur 

der hintcrstf «irhtbar. wnlchir prlrii lini.Usitr frfljoireii und nur ganz anmerklich gezackt durch 
den Flttf^cl /iflit, \or iliui steht ein vt-tioscUftier dunkler Fleck am Vorderrande. Vor dem 
Sauiii stehet! ia allen Zelle» luetalUsche Fleckchen. Die Rippen sind in ihrer £Ddli&lfte rost- 
braun gefilrbt. 

Uiuterflttgel mit gleichmal^ig stark nach aulsen gebogenem i^uenitreif hmter der Mitte,, 
vor denmelben sieht dn breiteres veiloachenee dnnides Bund, die metelischan Flecken vor 
dem Senm wie «uf den VordeiCilgdn, an der Wurzel zeigen aidi die Bippen ätenfeb 
metallisdi geftcbt Franaen wie oben. 14,9 mm. 1 i} von Abori. 
PhihttherBA n. g. 

MBnnUdie Fahler von V« der Vorderflflgelluige, stark zwetruhig gekimmt Kopf vor- 
tretend, scbmal, dicht anliegend behaart Ptdpen die Behaarung der Stirn nicht <lbranifand^ 



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— 81 



am Kopf aiifsteipPTid , nnürs-ond, dicht behaart, das EndgUed in der Beha^nni? versteckt. 
Thorax kurz, mit ziemlich breitem, spitz zwischen die Schalterdecken treten Um llalskrapen, 
wenig gewölbt, dicht anliegend behaart Männlicher Hinterleib schlank, seitlich etwas 
zusammengedrückt, die UinterÜUgel um liberrägcnd, lang und dicht anliegend behaart. 
BriiM kitftig, Schenkel and Scliienen dicht and lang behaart, Mittel- and Hinterschienen 
■lit EiMtaponnB. 

Voidntllgel bnit ailt Btuk fsbogniMii Toidemnd, «liferaiidater SsÜn, genden, 
tehr adnradi gAwriltem Banm, at^efundetem iDnenwiDkel und langen, gendeu Ttmui-MiH, 

ffinfteillVgcil nit Ingon, gvgm dl« FHIgeb|iikM henbgWQgMMüi Yndttniid, ib- 
geBcbittgter ^dtse, bfa auf Bippe 2 gerade adiwach aoawtrts gesogenem, dann stampfvinklig 
gebogenem Saarn nnd «bgeetampftem BintwiriifceL InmnaA lang und gerade, gbttraadig. 

Mittelzelle nur von V» der VorderflQgell&nge, sehr schmal, dnreh eineo stark einwärts 
gebogenen Querast geschlossen. Rippe 2 nnd 3 aus der Subdorsale etwas näher von einander 
als 3 von 4 cntsprinprcnd. Diese dicht neben ö ans der Iliiiterecke der Zelle, 6 und 7 dicht 
neben einander aus deren Vorderecke, H aus dem letzten Vierteil der Subca5tale, 9 vor 
deren Mille, lu aus dem ersten Yierujil vou 9,11 sich im ersten Dritteil gegen den Yorder- 
rand biegend und dann dicht nchpn der Costale hinlaufend. 

Oer Rippenverlauf der IlinteräUgel ist eigentiUnlich. Die Mittelüetie erreicht noch nicht 
diuud dn DritteU der FlOgelllnge, ai« iat nodi adnaller wie auf den Voideflllgeta und 
tettweis offen, indem, nie aldi beim Abaeiiiippen dentiieli zeigt, der Qnemt nidit bia an die 
Sabcoetale reicht, aendera in der Ifitto der ZeUenbrdte endigt. Audi entapiingt Bippe 6 
niebt aiia der Sabeeatale, aandan mit dendban «ob gkidiem Pmkt ana dv Wnnel* Bq»pe 
4 und 6 entapiingen dicbt neben «tnander «oa der HIntaraebn der Zelle, 8 imd 3 aiemüeb 
gleicb weit von aicb nnd wie 3 tou 4 «ntfemt 

189. Jaeekus n. sp., fig. 4. 

FQhlerschaft dunkelbraun, Kammzahne gelbbraun. Palpen gelbbraun, Kopf und Thorax 
licht rötlich braun, Brust rostgelh. Hinterleib und Bebaanmg der Schenkel ond Schienen 
glänzend licht ockergelb. Tarsen hraungelb. 

Vorderflügel licht rötlich braun, das Wurzelfeld wird durch einen geraden, etwas saom- 
warts gerichteten «eifslicben Qnerstreif, welcher saumwarts fein braun gerandet ist, das 
Mittelfeld durch einen nach imien gestellten braunen, wurzelw&rts bis gegen den Vorderrand 
weiMich begrenzten Querstreif begrenzt, in ihm atebt idn nmder wdlher Fuikt In Snom- 
fdd lieht aoB der Flögelspitze ein gewellter, in Zelle 2 aanmvWa tretender weiUieher Qier- 

MmmU. *. «MMkMk mUtnt Bd. ZT. 11 



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. 82 — 



streif, welcher nach Luisen durch iu deu Zellen aufsitzende braune Fleckchen b«(trrenzt wird. 
Die ffinterflflgial lind fichter, besonders gegen den Innenwinkel mehr ins Weiislichgelbe 
jAehead. In dw HHte adit ein abgAxwAMmuc kangt brnntr, seliwndt faMshwungwcr Straif 
Mtt d«m Vordcmad Iiis in di« HfeUto dw FUgeli, von d«m li«]kn Btnif im SnimMd «nd 
nur die bnuuen Flecken dclUbar. 

Unt«iMike lidifter, VcfduflOg«! mit gandam, BIntavflOg«! mü g«M&wangen«ai mfe- 
g«lb«nlfiliM«trri^ wcldur Mif iUaiFlllgdn äligBliioclian iit» nnd alt «inar anf den Hinter- 
flOgeln nach aussen geschwungenen Reihe rostbrauner Flaeknn. 

Franzen oben von der Gfimdfiul)» der Flflgel, nnten bnangelb. 38^ am. 1 ^ 
von Abori. 

NotodmitidM. 

Iberonadata n. g. 

9 Ftihler von '/i der Yorderflttgell&nge , kurz zweireihig gekämmt, an der Wurzel eiu 
breiter, wJ^ericbteter Haarbusch. Palpen gchrig au&teigend, anliegend behaart, Mittelglied 
gegen dae End« breiter verdflnd, gerade abgeidRntten, mit taniem, knopff&rmigem FndgUed. 
Kopf and Thorax anfiegend behaart, der Habkrag«« bildet ein« bobe spttn Kqpue. Leib 
lla^, aaUcffend bebairt, die Hinterflllg«! Hat nn V> flbttmigend. Scbanket ud Sddenen 
anliegend behaart, HittelBehieoat aoit End-, Hintenchienea ndt Mittel- und Bidapoman. 

VoKderflogBl mUrig bieit, nit atn^ gebogenen» Yordeiiind und ecbarf wwgeioeener 
Spitze. Der Sanm no|geadinitten, gegMk den ^enwinkel abgeecbrigt, diaeer Miiat elonfl^ 
winklig angedeutet Innenrand gerade, vom ersten Dritteil bis zum Innemrinkel kurz behaart 
Hinterflugel mit langem V«nl«rnuid, abgemndeter Sintze und banchigem Samni Afterwinkel 

mätsig gerundet. 

Yordrrtlügol mit 11 Kippen. 2 aus dem ietzten Vierteil der Subdorsale, :J und 4 nahe 
bei einander aas der Hinterecke der Mittelzelle, ö aus der Mitte des stark gebogenen Quer- 
ast^, 6 aus der Vorderecke der Zelle, 7 dicht vor, 8 aus der Spitze der kleineu, schmalen 
Anhtngidle, 9 in dem letaten Viertd von 8 und dleht neben denelben in die Flogelspitze 
amdaafBnd, 10 ana dem lolaten Vierteil der Snbeoatale in den Banm. Auf den HintecBflgelB 
iat die Hnteredn der liitteiielle in ebie weit vonpringend« l^iitM nnmvtrta genogen, d«r 
Qoeraat bildet emen atnmpfen WfaikoL B^pe 2 aoe dem letzten Vierteil der Sobcoetale, 
8 und 4 sab« neben einander ans der Blntenke, 6 und 7 geatielft an der Vocderedn der 
ZeDe, 5 hinter der Mitte des Qnerastao aas dar fem geteilteik Zelle ent^ringand. 



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— 88 — 



19a CUM n. 9^ 4k. 7. 

FoUerTotbrsiiB, Sdiafthdler «to dieKsBinullme. Palpen nwCbnan, bnumgelb gciataclit. 
Akkngm donkelbnum int dni duklerai Qmriinieii, d» Kqnue an ihitr BhI» oImb gdb- 
tfwin gcnisdit Thoiw, Biwt and Hintailcgb, wvie di« Bvm «nd dam Bdnannig heU« 
lOÜicli braan. 

Vorderflügel hellrotbraon mit zvei feHilldien, nach auüsen fein dankel angelegten 
Khr&ggestellten QneiBtreifen , deren hinterer gegen den Yorderrand in einer spitzen Ecke 
enumwart.'^ tritt and sich dann gebogen bis zum Yorderrand zieht Durch das Mittelfeld zieht 
ein vor dem Vorderrand gpbog'ener, m&fsig breiter, dunkelbrauner SchattPtisttreif. nnd vor 
ihm, nahe dem vorderen Querstreif steht ein prol.s«tr danketbrautiitr, licht rolbrnim gekernter 
runder FleeL Yor dem Saum ist die Färbung der Grundfarbe etwas dunkler. Die Franzen 
sind donkelbraun. 

Hinteiflflgel bdl ntbimii ohn« Zvicbnang, Sanndiiiie dmikelbnwin, Fnas«! gdblich. 

Untamtt« einfnUg hdlcr nUnwnii, iw Ockecgdbe liebmiL Hinter der Mitte «Uer 
FlQgel Btefat du gttan den fitnenxnd abg«brocben«r, «os onzosammenhaiigendeo ecbwaisen 
SdmnMnafldideii gebildeter Qnentrelf , die flbtlge Fliehe der FlQgel nigt eingeatrente 
ichwane Pttnktebeii. Fiuu« wie eben. 85,16 hb. 1 9 tm Abnii 

NeetiiM. 

XnafhodM Gnen. 

191. *JWw ^ Die SdHMtteiL in Abbild, u. d. Natur, t. 195. f. 4. IV. 8. p. 68. 
Oven. Noet IL 810. Hb. Noct. f. 358. Tr. V. 3. 288. Weile liit, Koct. 177. 1 « wn AbnrL 

Ix'acanitis Guen. 

192 * Stolida Fb. Sp<>r Im. II, 218. 54. Qnmmod«$ StoUda Qvm. Noct. lU. p. 276. 
1717 (1852). angularis Uh Noct. f. 352. 512. 
MelipotiH Hb. 

193. Mahagonica Saahn. Lepid. Mad. II, t. XI. f. 184. 1 9 von Aburi. 

Optüderes Bdv. 

194. A2b«itt» L Slyet. Kai 818. Chien. NecL m. III. Sod. Fommm Ciun. II. 1 77. C. 
1 ^ TM Abnri, be{ de« der nierenfinnige Flecken der Binteiflilgel dentlieb dreOeiipig ist. 

195. IVmcqw Gnen. Nect. III. 114. 9. Wik. Uet 1888. Dmtiofa Wik. Pioe. Nai Hiflt 6. 
of Oiaagew veL 1. 1869. p.856. pLVIL 1 11. g, Bimektu Plflta Statt, ent Z. 188a p. 898. d. 

Meine dnri Enan^an, 8 von Aburi, 1 9 v«n Acera, bmen mir keinen Zweifal dar- 
nber, dab beide Arten lannunengehonn, wenn aonat die Beetlmnmg mdner MÜddw dudt 

11* 



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— 84 — 



Pldts MllMt richtig ist Oii«ii«e'i AbUldong dM 9 von Mef* sUnnt ««imii mit natam 
w«rtafriltiBiBclMii fiiMiplir. AnflUlkmt iit aHenüniB, dab 6«en<e Nonvall« (tainte ab 
Vatcriaml Miiwr AA «ngNlit, ««IdiB ilm mir in «inm «udiieD $ wriag; dodi irt ci ja 
laicht möglich, dab Gneni« dawalh« uitav bbehar Vatariandnagabe «ifaialt odar ain Iix» 
tum zwischen Guinea und Ken-Ouinea, » mwA** aub aia SdmttilBiilar aicb oder 
endlich die Alt in beiden L&ndern fliegt. Walker's Beschreibung und AbUdmg als Divi- 
tiota 9 stimmen genau mit meinen <s überein, und kann ich nach der ganzen Form und 
Zeiclinunp nur amielmifii. dafe hier in der Angabe des Geschlechtes ein Irrtum Walker's 
vorliegt. Plötz führt I'rinceps ebenfalls als von Guinea (Victoha) ihm voriieg<»nd an; «e 
ist sehr /u bedauern, Uais er Banakm oline Angabe de« Geschlechtes beschreibt und auch 
b^i i^rincejis nicht sagt, ob ihjn nur das 9 oder auch der S vorlag. Meine beiden ganz 
ühereinstimmeQden Männer weichen in etwas von der von Plötz gegebenen BMchreibang ab; 

randUdia tadatbiamie Ftodc, walchar in Zelle 2 in der grttnea Binde dar VorderiUgel 
steht, fehlt nimlich deoadben, wenn nicht nüt donadben ein grober, vom bnenirlnkd Ma 
an ^ Binde raicshender bninar Fladc gaoMlnt bt, wekhar bei den PlOts foigelefenen 
gtOcken eine anders Oeatalt und Stellong hatte. Bd ehMn meiner beiden Exemplar» büdek 
dieser Fledc das Ende emar ndi vensehmlleiiiden biamen Binde, midie in Zdla 8 nntw- 
hcoduu, dvidk den ganien FUgd Us in den Yordmand ddit and in Zdto d in die grbM 
Binde tritt. Bei mdnem sweiteD Esenplar iddt diese Binde so gut irfe giadidi; es scheint 
diese Art also in dieser Beziehung nicht tuiwesentlich zu variieren. Auch der von Plötz 
erwähnte durch eine blasse y4wfc*»'"*'«> von der Binde getremita mattgrttne Schatten fehlt 
meinen beiden Stücken. 

Dafs beide Geschlechter dieser Art gleich gezeichnete und gefärbte N orderflügel haben 
sollten, be/weitic ich und glaube daher, da£s nach der von Plötz gegebenen Beeclireibnng 
von ßanakua ihm auch nur 3 männliche Exemplare vorgelegen haben werden. 
lUiiodM Gneo. 

19a. IHfeebr Onan. L c. p. Iii». pL 16 1 d (1868). Wik. Lbt Koct 1238, 1 (1857). 
Ein Exemplar dieser prsditigen Art von AtmL 
HagMopbftlaii Saatan. 
197. AiMdMHRi n. sp. 

Fühler rsstbiam, Falpen dankelbnnn, wSt vgtaasm eingemengten weiliMn Htatben oad 
gdbar Spitaa des Endgttedea. Der ttaeiga Kupar md die Bdna dudcethKann, Taaen gdb 
geflaekt. 



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— 85 — 



Vord«(ftifal itB^OnÜmm wat t«U«uiii Sdmiiinef oihI »hfrdchen «ingvaMQgtan, 
bobent ffimen bUnlichen PttoktcheiL Die Zfiirfimmg b««tdit tu einem gtnz ytaUmhmea 
gwadrten mtnten Qa«rrtraif im Wandfeld und enim «banfUb UBmA guu andeatlidten 

hinteren Qaeretreif, weklirr -irh so \iel an meinem, Obrigens gut erhaltenen Ennplttr la 
tlulicher Weise biegt, wie dies bei vielen Arten der Gattung Boty» der 

Der ebenfalk gezackte, wcifsliche, aber fast ganz rostrot Qbcrgrossene Streif zieht schwach 
saumw&rts gebogen vom Vorderrand bi' in /eile Ib, biegt sich hier, einen weilsen ovalen, 
nach aulsen eingeschnürten Fleck, nvi l her von Zelie 2 in Zelle Ib Linüberreicht, ein- 
achliefsend, bis nnter die Nierenmukel zurück, bildet hier abermals einen Bogen nnd rieht 
dann gewellt in Ueu Iimenrand. Die ganz uudeutlicbeu Makein sind dunkelbraun, die isiereo- 
■ttkd ▼qm tMtrot beettabi An der FlOgelspitze ziebt ein aoi Did« vodlekttr knide- 
weiltor SdnlgitnäC bis in Zelle 6. Sannpiinkte fein «eilk Saanlinie fUn gelb, Fmuei 
donkelbnuL DsterflOgel oUreubroan, im Mittel- tmd Wurzelfeld tiieUwele violett eehim- 
memd, bittter der IDtte ein nndeotllcher gelblicher gewellter UtstäL SaamUnie Uän dnnkel, 
•oben uideatlidi Hebte Seompudite nnd Fnunen wie «nf den yoiderdflgeln. 

Unten oliTCobnum, ftin weifi beettnbt, iDe Flfigel Unter der Mitte mit einer Bogen- 
Nilie wdber Ponlrte «nf den BipiMii, der velbe Streif «ib der Spitie der Voideriflgd 
matttf, der wcibficbe Fleck in Zelle 2 nicht siditbu; SMUBpanlcte beUgdb, Saamlinie imd 
Tmaum nie oben. 23,13 mm. 1 $ m Accia. 
Patala Guen. 

lOD Walkori Batl. Ann. & Mag. NaL Hiat. 4. toL 16. 1875. p. 406. Saalm. Lepid. Madag. 

IL t. y. f. 137. 

Ein 9 von Aburi. Die von Plötz alis bei Muugo nnd Victoria gefangene Art, weichte 
er als Macrop« auffahrt, wird wohl auch IValkeri sein. 
Hypopyia Qmm. 

199. Oifm$ü H. Scb. Lepid. Eni 1 131,122 (1860-66). WlkUit Nect 1324, 8 (1868). 
9 von Acei» nnd Abui. 

BntoiMgranina Guen. 
SQQ. *lWAto8aiim.B«r.8eniiUi.6.1880.p.880.Le|id.]iad.t.l4f.2S8. IdmAboiL 

OphisoM Onen. 
801. BiHea n. sp., fig. 12. 

Körper nnd Flflgel graugelb, bei einem StUck anf den Vorderflttgeln veUrötlich an- 
gelegen. TerderiMgel mit 2 Qnerstreifen» b^e lotbnum, earnnwlrts fein weilUicb gcalamt. 



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— 86 — 



Der «nte tmt g«nd«, dar nraito tttaiA nnregdmlftif geacfaimiig«!!, in Zdle 6 eine qdtM 
Ecke nmnrtrtif «nf Bippe S vn« whwiidw EAb nadi ihimb tuadcniL Maketa Innm «m- 
8«deiC8t, dl« mmonM ab Sbiek» di» BtagniUl ab nrd iMiiadaiWhand« Ponkto 

atdiHlMr. AoB d«r Ftagdspftze riebt dn sehr ondentlicher Schrftgstreif zmn hinten Qimt- 
streif and stö&t aaf dessen Ecke in Zelle 5. Das dadurch entstehende Dreieck am Yorder- 
rand ist etwas mehr gelblich bestänbt, und in ihm stehen am Vorderrand 4 feine weifsliche 
Punkte. Solche ganz verlosH^hene Punkte stehen auch am hintern Querstreif von Rippe 1 bis 6. 
Hinterflügel mit einem »chmalen gelblichen Bogeu&treif durch die Mitte und Uchter binden- 
artiger Tjestäubung am äüum. Süumlinie aller FlOgel fein gelb, Franzen graubraun, die der 
Hintertlügül mit weilsen Spitzen. Unterseite etvas heller. Alle Flügel mit einem schmalen 
faraimen Bogmutnif und «Aaxm. glflkhforbigen, auf den ffintarflflgdn anfa« stark g«zllmt«D 
nad fnn weilklidi gcakaatan Imitai Bud hinter dar lOtta, di« IffintaiiMig«! fthraii aiaaii 
Khmalen branneD Bogenatreif in der Ifitte and vor demaeiben tHaM Fnakt van der gleiehen 
Ftobang. Aaf den Vorderflflgdn zeigt sieh vor dem Sanm braune kindanaiCige Baatinbang. 
Saanqnmkte faln aekmut, Flauan nie oben. 84,14 mn. S 9 van AbnrL 
202. Opdmua n. dg. 15. 

Fühler beinfarben, Pa^n galhgian, Kopf nad Thorax rötlich braun, Brost graogalb, 
Hinterleib oben rötlich braun, unten gelbgraa, ebenso die Beine, mit einganungten braanen 
ßchappen. Grundfarbe der Flügel ein lichtes Praungelb. Vordertlagpi ianprs de« Vorderrandes 
mit weifseii Hakentieckchen , welche paarweis stehen, dann folgen weifse Tunkte. An der 
Wur/el steh» »in feiner weifscr Bogenstreif, welchem ein zweiter solcher folgt. Der erete 
bililet (irw ^.u'iiilich ^'leichro&fHige Bogen, der zweite zwei solche. Hinter diesem Streif läuft, 
am Innenrand mit ihm zuäammenstofsend , ein gerader schrftg gestellter Querstreif bis zur 
IQannaukeL Didit hmtar Sun atdik die gtolaa cvale irdfanmaogene, innen nodk daen 
oivalen waiban Biag aeiganda Niwenniakel, ana denn Vordenand aiah dar weifte Sehitg^ 
atrdf zun Vordemnd fortsetzt Das Mittelleld ist cbokaladdmmn geftrbt and tritt von 
einem «eiben Bogenstruf begrenzt in einer brritan Ansbocbtiing bis nahe zvn Saarn. Anf 
den Hinterflagehi beginnt das dookelbraime Feld, von einen abgebcadienen iralwn Zaeken- 
streif am Lmenrand begraut, nahe bUtv dar WibhI and vmvA die Hüfte der FlOgelfliehe 
ein. Der hintere feine weifse Qnerstr^ aiebt vom Vorderrand bis in Zelle 5 gerade , dann 
bildet er einen breiten eckigen Vorsprung von Rippe 3—4 gegen den Saum und zieht dann 
stark gebogen in den Innenrand Vor dem Sanm aUwi'iagel feine schwarze Punkte. Saum- 
linie gewellt, gelb, Franzen graubraun. 



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Unterseite schmntzig ockergelb, dicht braan bestaubt, hinter der Mitte aller Flügel 
ziehen zwei dankel braune Kappenstrtift'n ; dicht hinter dem aulseren ist auf den Vorder- 
ßügeln eine feine bnlutiliche Querlinie sichtbar. Sauni])uiikte deuttirh dunkelbraun. Saom- 
linie fein braun. Fran/eu m der Wurzel gelblich, dann braun. 21, Iii nun. 1 9 von Abnri. 
Achaea Hb. 
908. miam Pitt«, Stett Eni Ztg^ 1680, p. 299. 
PIdts bfltUnuttte mdB von Acei» imd Abnri «riialteii« Paar Ar dies» Art 
OpUan Tr. 

204. *JBtidt OlMrtk Ütnl tfikiL III 1898. p. 8& t 2. f. 6. 

3 S dkMT TOD dm flluigvn Arten di«Mr Gattung in Ftibing md Zdchnong nnttäUnd 

abweichenden Art von Accra. 

205. * Dejeanii Bdv. Faun. Madag. TL lö. f. 4. pag. 102. Guen. (Achaea) 1. c. p. 246. 

Ich erhielt einiiee Stücke von Aburi, welche aber sammtlich die gelbe Kandbinde der 
üinteriiilgel nicht so hellgoldgelb itIp die Abbildung in der Faun. MadL MigCO. 

206. K(u<j{{ lidv. 1, c. p. loa, Gueu. (OphümaJ L c. p. 243. 
1 9 von Aburi. 

207. Aj^ularü Bdv. 1. c. PI. la. f. a. p. 103. Guen. L c. 26ft. 
1 $ fön Abori. 

ColbnM Walk. 

908. *Siietam Walk. Hat SappL 978, 1. (1865.) 
1 ^ Ton AbwL 

THgowNleB Guen. 

909. *Äaulala Guen. L & p. 888. (1868.) Walk, Uit Noet. 1449, 8. (1868.) 
Em Paar von Accra. 

Claterna Walk. (lirigoma Onen.) 

210 * n^erdenialü SlwlL 
1 9 von Aburi. 

Lycoselene n. g. 

Die Stellung dieser Art im öyBtem ist mir zweifelhaft , aia wir aowiAl Butlar, ala 
Saalmuller und Snellen ganz mtbakaant 

9 IHUtor ftdanftmig, ao lang «la dk Vordarflflgal. Patpen aniirtaigand, an Kopf an- 
biegend, dickt aaliagmd bttckippt, den Sckaltd nickt flbenagand, nit kaxum pfrtamanftr- 
mfgam EndgHed. Augen knglig, banentietend, nackt K«pf atendkli gmb, dkkt bekaart 



— 88 — 



Thorax mftlsig gewölbt, anliegend behaart. Hinterleib schlank, die HinterflOgel am V« fibei^ 
ragend, Endglied etwas schmaler, abgesetzt, mit kurzem Afterbosch; anliegend beschoppl 
Beine lang und dflnn, Schenkel an der Innenseite dünn behaart. Mittclschicnen kaum langer 
als di(! Schenkel mit ungleich langen Eodspomen. üinterschienen doppelt so lang als die 
Schenkel mit Mittel- und Endspomen. Vorderflügel gestreckt, gegen den Saum breiter, 
Vorderrand gerade, erst knrz vor der Spitze abwärts gebogen. FliigeUpitze scharf vortretend, 
unterhalb derselben ist der Saum eijigebogen und zieht dann stark bogig gegen den siompfea 
Innemrinkd. ^niMimd otwu gMchwungen, an 4«r Wand rtaii eingezogen. ffinterflBgci 
niCrig bMÜ» Terdemml hialer iu lütt« idiwaeli «iiig«eogen. FMgelqiitn abgwtimirft 
Sann ^ekfamlbig 8«bog«ii, Aftenrink«! abgamnAet. Tordnflogel mit idiiBBlBr ABhaiigMell«, 
ans Duer S^tn Bipp« 7 and 8 mit 9; 10 nah« liintar 9 ana ibnm VonlaRanilf 11 «na dam 
latatan Vierteil der Sabeoatde. Aaf den Hinteiilllgeln 3, 4. and & glddi v«t von ainandor 
entlMnit, 6 und 7 didit miben einander votaBrngeoA. 

201. Lunata n. 8p., fig. 19. 

Ftthler beingelb, Palpen weifslich gelb, das Mittelglied an den Seiten gegen den RQckcn, 
das Endglied am Rücken braun. Kopf, Ilalskragen, Thorax und Hinterleib schmntzig weifs, mit 
hninnfti Schüppchen gemischt. Al'terbusch gelblirh . Beine weifslirb, Tarsen innen braunlich. 
Vordertlügel schmutzig weifs, Vorderrand bis gegen die Tlügelmitte braun angelegt. Aus dem- 
selben zieht auä der Flugeiwui'zel ein nchräger, gezackter kurzer Streif in eiiteu grofsen grau- 
braunen Fleck, welcher von der Subdorsale bis zum Iimenrand reicht, an letzterem erscheint der 
adnnn« Streif wieder. Der Fleck ndit aidi breit, den luMOTand frei laneod, adir&g gegen den 
VoMdanand gegen den Saum bio Uber die FUgebnitte. Der Sanu iat breit bbdenax^ gnnbiMn 
geüibt, nach innen tief md apito gciadct, vnd in den bellen Zadwn der hdlen Orandfiobe 
etelien auf den Rippen ferne scbwaize Umpatriche; gegen den Vordeiand aind inftnge einee 
•eliwanen Zackaaatreifaa aiditbar. In der FMgelflpitie atdit em idimatalg gelbar Sdiiigfledc, 
nadi nuwn van einem wel&en gebogenen, fein geaactotm Bogenstreif begrenzt, yw diaaon iteiit 
dn adiwaizar, gegen den Yocderrand verschmälerter, an seiner Basis gezackt saumw&rts tret^ulair 
schwarzer Lflngsfleck, gegen den Innenwinkel hin ist der gelbe Fleck von einem schwarzen 
Querfleck, wekiier bis in die FlUgelspitze reicht, begrenzt, nnterhalb desselben steht in gelb- 
lich weifscr (inindfarbe ein !^chwarzer LAngsstrich auf Rippe H. Saninpunkte schwarz, nach 
innen fein weifslich gerandet, Saumlinie schwarz, Franzen weifslich. Hinterflügel bis zur 
Mitte weifslich, dann dunkelbraun, iii^ipen br&unlich. Am äaum tntt weif»liche Färbung in 
die dunkle Binde. Franzen wie auf den Vorderflilgeln. 



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— 8» - 



Unten »ind auf den Vorderflügeln die Zelle, der Innenrand, ein Fleck in der 1' lügel- 
spitze, zwei ttbereinaaderliegeude L&ngsäecken hinter der Zelle und ein Teil de» Vorderrandea 
UBMr im Ifitta w«iUNb, da« Uebrige ist dmikalfennii. ffinterflOgel wie «bm, Voidcnud 
brait biMU angelegt. 16^7 mn. 1 9 von Abari. 
Anabatlin n. f. 

•Audi vim d«r nadtlölgcad InadiiiebMim Art lat mir die «^BtcmatiaclM Stenmg nreifel* 
luft. Kidi Lederer'B analytiiclier Tabell« nobte ale in die Nihe von AaudbpAM n 
itdieii kMunen, von welcher Oattoog de allerdiags die scbmalen Vofderdagel entienicii. 
Butler aebrieb mir, dab eine verwindte Art im Britiali Mnaenm atecke, kannte die 

Gattung aber auch nicht. 

-f Fühler von *'j der VorHerflöfrellflnjre. borsten förmig, pini^elartig hewiraport. Palpen 
am K(i|if iuif>tt if/rn(i, den Scheitel iiii ht Ubercageiid. trciiopcn. Wiir/plplied breit, halb ho lang 
wie tla> rohtu^te Mittelglied. Kndglied kurx, vom Mittelglied deutlich abgesetzt, abgestumpft, 
alle üiieütr anliegend beschuppt. 

Zunge stark, gerollt Augen gtok, kuglig, nackt Kebenangen sehr klein. Stirn von 
abgeplattet, Thorax breit, nach vom in den Seiten ffenmdet, miMg gewOlbt, anliegend be- 
haart. Hahkragen geteilt, dicht, etwaa «batdiend beachoppt Huiteririb kaam */• ttbo- die 
ffinterflOgel hervomgend, ahch hinten ntgespitxt, anliegend beaehnppt. Bebte bttftig, 
Scbenkd kons md dldit behaart Mittel* and HbtenchieDeD mit Dorabonten, ^ere mit 
End-, letslere auch mit Ifittdqioraen. VorderäOigel aehmal, äemUeh gleich breit Vonl«^ 
rand gerade, FUigdapitse atnmpf, Vordernuid achiSg gegen den abgemndeten Innenwinkel 
xiehend. Kränzen schwach gewellt. Innenrand gerade, gegen die FlQgelwurzel »tark eingezogen. 
Yorderrand der Hintertliigel in der Mitte etwas geschweift, gegen die hlügeUpitze stark ab- 
fallend. S.aijm sleichmilfsig schrftg, in Zelle Ic kaum einbezogen, Aflerwinkel geioindet, 
Fran/cii >;('hr schwach gewellt. VnrderfhifrH mit lnnfjfr. sihmalfr .\nhangzelle, aus ihrer 
Spitze Ki|»pe 7 und K mit ?»; H' au.'- dtiii h-t/tcn Vii.rtfil dfi' ^^ul>l;<tetale, 3, 4 und fi gleich 
weit von einander entfernt. Aul den Hinterdiigelii entspringen lüppe 3 und 4 aus gleichem 
Ponkt, ebenao 6 und 7; 5 iat gleich atarfc und entspringt sehr nahe an 4 

21t. C7iMi n. ap., fig. n. 

FOhler biftmdicb. Woradglied der Palpen weile, am RAcken brann, hültelgfied dmikel- 
braon, an der Wonel an der Sdmcide weilä, am Ende welb gerandet^nd Ober edne FUldie 
mit eingemengt eo weiften Scbt^pchen, Endglied weib, in der Mitt« breit bramt gelingt 
Kopf, Tlmnui ond Bmst weife, letstwe eckergelb genÜBcht Hakkiagen ond Scbulterdedmi 

aMM«k 4. ••■diMb. MMrf. Om. »L XV. 19 



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— «0 — 



nach hinten graalich. Lub gnnlkli gelb. BfliiM gellk, gnahniin beacbappt, Tumd <lank«l- 
bntin, frelb g-eflerkt. 

VordeiHüfrcl w eifs. dm-h dareh pranbraunp Bestaubiinfr so verdunkelt, da(s die wf^iblicbe 
Färbung nur wtiii^' lu rvoitritt. Hinter der Wurztl au^ dem weifelichen Vorderraiid zwei 
kurze gezuckte duukt^^lbraune Querstreifen, welche aber nicht Uber die Sabcostale reichen, 
in der Zelle, die Makeln markierend, zwei nnregelmas^ige schwarzbraune Z&ckenstrelfen, der 
IdntM« Qocntralf aUrk geachwimgen, atampf gezackt, nidi imiai dutli di> tfiimlia rt H obt e n 
Rippen, ftbgegmtt« Ov»le bildend, nüt einem btnmeii ZKlcenitnif, wcldinr von der Hienn- 
nudtel anagebt, mbttnden. Iflnter den Qa«Rtrrif eine nndeatUdi begieiuEte, geuckte, zn- 
eunmenlilngende Fleckenbind«, veldi« animirtttB von einem Mhniolen mihm Stnif begramt 
iet, welcbsr ra Zelle 4 ab Lingafleek, die dnnUe Fubnng doKhacbntidend, bä mm Suni 
niebt Ans den bnonen Hondflecken reicben die aebinua geOibten Bippen ala Stricke iOek> 
«fette. Sanmlinie weifs, Kränzen graubraun, weifs gemiRcht. 

HinterttUgel glänzend gelbgrau, Saumlinie fein braun, Kränzen gelblich. Unten die 
Yordcrflftf?«*! vom Vordprrand hi.« mr Subdorsal«' lieht $?raubraun. dann ockergelb. Vordprrand 
schmal gelb angelegt, hinter der Mitti' tici kaitiu hrami durchbrochen. Hinterflfigel graugeib, 
gegen den Saum bindeuartig graubraun bestaubt. 19,7 mm. 1 ä von Accn. 

Deltoidie. 

Abarina n. g. 

9 Ftlbler dttan, boratenftraiig mit konen stdienden UHrnpeibuiren dUm beaetst, V4 ao 
Img wie die VosderfliDgcl. 

Palpen tet dreimal ao lang nie der Ko]^ borizontal vontebend, lladi adtfieb maammen- 
gedittekk. Wniielglied aebr Idein, Uttelglied aebr lang, tuA noek dnmal ao lang ala da* 

Endglied, seitlich Hach zusammengedlHekt, anliegend beschuppt, auf dem Kücken lang behaart. 
Endglied ebenfaUa aeitlicb zusammengedruckt, dnrdi die Behaarung beilförmig erscheinend, 
die Spitze kaum aus An- Behaanm? bei voi>teheud. Augen groCs, knglig. lüukt. 0( eilen 
klein in der Mitte dt ^ Hintenaiides der Augen, denselben nahe stehend. I>ie Stiriihehiwmiig 
zapfenförmig vorstehend. Scheitel :iii]ief?eiul heliaart. Tliomx mafsifr {rewölbt, niilicgend behaart. 
Hinterleib die Flügel nicht überragend, w-blank. z\igcs]'h /A . anliegend he;-chuiipt. Ikine schlank, 
bchenkcl dünn behaart. Mitielscbienen mit Knd-, Hintei-yt hienen auch mit MitteUpumen. 

Vorderflagel breit, Vorderrand mi&ig gebogen, die Spitze scharf vorgezogen, der Sau» 
ausgebogen, gegen den Aftenrinkel abg«rand«L Hinteitligd mit aduvacb ausgesckweiftem 



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— »1 — 



Vorderrand, plötzlich vor d«r SpitEe fast rechtwinklig abgesetztem, mafsig gebogenem Saum 
and abgeraadetem Aftenrfnkd. 

TordMcftifd mit 12 Ripim und icbr Udirar AnhingMlIe. A« danelbai Rippe 7 and 8 
tahoMt koiz gertidt, 9 «ns dem letsten WUXM von 8, 10. Bipp« 11 am der Ifitte der SoIk 
eoetniat Aaf den NnterilOgelii entopringen Uppt 3 and 4, 6 and 7 im gleidieniFBttkt, Bippe 6 
aller Fltlgel dicht bei 4 entspringend. 

213. Sof'rina n. sp., fig. IH. 

Fühler braun, innen bis zur Mitte mit weiften Funkten besetzt. Palpen braun, das Mittel- 
glied an der Schneide nnd innen rostgHb, in der braunen Färbung stehen z(>rstreiiff weitse 
Ptlnktrhen. Kopf und Thorax vfilgranbraun mit dichteinpemengten weifsen hcn. lüiitci- 

Ifil) übtn t'twMs lichter graubriiuu, unten wie ditj Bnist und Heine whnnitzig octiergf Ib. Hdpel 
veilgraubraun mit Htellenweis dicht eingestreuten wi-ibblauen l üiiktchtiu. Die Zeichnung der 
Yorderflügel besteht aus einem gebogenen vorderen Querstreif, einem spitzwinklig gebrochenen 
Mfttthcbatten, Unter demelien ttekt ein anregelm&Isig stark gebogener gezahnter Querstreif, 
welelier In Z«^ 6 am weitMten aanmvflita tritt and akb lon da Mb sam Vordeiiind weit 
woneiwArtB rieht« in Zelle Ib nnd c berlllirt «r fut den MtttelBebatten. HinCi»' ihm sieht ein 
hmiter Schattenrtreif, weldier m dncm gnilhen Fledt am VordsRind endigt, in nnd u 
ttamm mbwn Bande stelHni weibliche Punkte. SanmfledtelMa weib, Saamlinie sehwan» 
innen auf den Rippen unterbrochen, aufsen gelb. Nierenmakel groCs, die Binder dicht weib- 
blau bcht.'iubt. die 'Mitto dunkel ausgertlllt. Franzen dunkler veilhraim, 

Hiiitertlügel mit /ienilich gerade vcrlantVtKicni, doppHtpn (^'iioi>itrf if hinter der Wnrzel, 
und undeutlichem, äiuimwarta durch weilslichü Tunkte begrenztem ikhnttenstreif im äaumfeki. 
Sanmlinie und Franzen wie auf den VorderflUgeln, die weifeeu Saomfleckcben bilden eine aaf 
den Bippen unterbrochene weibe Unie. 

Untmeite gnngelb, dm Saamfdd der Yerderfltigel brianlich. AUe Flllgd mit 2 sdunalen 
dmdcelbraanen, einander genäherten Qoentreifen deich die Ifitte nnd mit emem giangdben 
Qncntreif im Saamfeid. Saandinie innen roat-, amsen wtibgdb. Fransen brenn. 84,13 nun. 
4 9 TOD Abnri. 

Dichromia Onen. 

214. i ßauaka Plötz Stett. Ent. Ztg. 1880 p. 301. 
1 d von Ahuri. 

Pldts ist zweifdhaft, ob dieae Art sa INöArsMda an stellen ist Da leb nar einen S 
beritse, vcn Oron» Ct. ab«r nnr ein nicht gmis gotea 9 habe, so kann ich diese Frage väM 
cntBcheiden; dm Gelder aeheint bei beideii Arten Oberehissstimmen. 



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Geouetra«. 

Tnlu Walk. 

215. aimmü i ml ß Wik. Fne. Nat ükt. S. 01a>gmr. tcL L 1889. p. 372. pL 7. £ 12. 
Grim ri(^9«H« FUKi. L c. pi 202. 

2 9 voD Abmi 

Nartheenn Wik. 

216. r«miiörate Wik. Hist. XXIV. p. 1140. 

2 l 9 von Abart haben ebenfalls nar die Randzfirhnnn^ wie die StAdce von der> 
•elben Lokalit&t. wMw V]ötr. votiag&a. Unter gidi weicben mMue firaiqiku» mcht ab. 

Hoarmia Tr. 

217. Seifitaria Schiff. (S.V.) var.: Acaciaria Hdv. Fiiun. Madag. pag. 11t). PI. IR f. 4. 
(1833.) (Scbk'clit ) tiuen. Phal. I. g.'V.'i no 391 (IBülf. Walk, l.ist. (ieom Hhö, »i? ( IjkiU), 
1 9 vou Aburi, bedeutend kleini'i* wie manche deutsche Stück« und wie i-iii 5 vom Kap 
der guten HoAmng. Merkwardigerweise vergleicht Boisduval seine Aoadarm nicht mit 
SAttari», flondem ttlt JHenMkfar^ noi der oocdaneilkaBiKheii ümirvmnm, 
2ia Ap«m»^]i.ap. 

Eine der groben Arten, Teiche ich mit keber der eoropabcben und mir bekeontai 
iwidaaieifteniMsIieii Äxten zn rafg^ken «etb. 

FnUer rortgelk, bTtUmlkh geringdl. P«]p«n iwtgelb. Sttan luAai roMibiwin, obw wie 
der Sekciftol welb, oekeigelb gemtockt. Tb«na «benao gaflubt, 4|iier ftber die Seboilteideckeii 

zieht ein dunkelbmnner, aus mehr oder weniger dicht zusammenstehenden Schuppen gebildeter 
Querstreif. Hinterleib weib, gelblich gemiachfc. fieine ockeigelblich. Tenen biftanUck, gelb 

gerinnt. 

Vordcrttugr! von zwei peschwrinpcnon. fjpzacktpn schwarzen Querstreifen durchschnitten. 
Wurzelfeld hell rtx^itgelb, mit ciiigemengten rot>tbraunen bchuppen. Mittelfeld wpifs mit snar- 
licber rostgelber und brauner Einmischung, welche in der Mitte eiiien undeutlichen bieiten 
Streif bildet. Saomfeld roetgelb, ein Vordenand rostbraun vor der Spitze, sowie 1 b, 2 and 3 
leckaitig weib genmeht« mtbnHia und dankelbrann queigestricbelt, in Zelle 4 and 5 büdet 
die donkennnnne Beetftnbvng einen zaMmmenhangenden gröberen Fleck. 

HinterfiOgel roetgelb, mit raetbimnen und donkdbrMnen Qoentrichelchai bedeckt Der 
bniter« Qnmtieif mlbig gaadiiningMi, geiedtt, sebveix. An der Wunl, mneilielb dee 
Qnentieifo von der lütte des FlQgdi \m zum Irniennnd und lingi dee Senmee «etbe 
Flrbung. 



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— 90 — 



Saummonde aller FlUgel schwarz, l'raiucu roiitgelb. 

UnUcMito dw Vonkrilagd liditw mtgelb und bann gemiscbt, ifi» bnone EMning 
tritt b«Mitid«n in «inom gn/bm^ vom Vwdnniid bis anf Rippe 4 xicliemim Fl«^ wid in 
dMr dM FHIgcl dududmeldenden, andentUdieB PteebaiiUDde vor dcmielben mt. In d«r 
FlOgebpitn «in Ti«i«ddger, weUUicher, fdo banm geq»nidnlt«r, aduof begmuttar Fleck 
]litt«l]&{»d andAQtliclL Hmteiflllijel dme bxsana Flflckeo, nur bcaan ^OMgwtiidMlt, IQttel- 
■nnd fMfa» «ditt^ dunlwlbiwiiit Stanunond« tonm, d«n ffinttribigcln ftidoid, BrandbiiA falb« 
mf den HinterflOgeln inn(>n fein bnum «qgalegt. Fnuan lutgalb. 27,16 mn, 1 $ tob Aeern. 
Hypopalpis Guen 

219. "Terebrana dum Maiil. lUun. ]i. 20, pl. 2.1 f. II 

1 9 von AiHTa liefitimintc mir Saalmilller al» mutmaDslich za dieser Alt gehörend. 

Hypochroma (iiuMi. 

220. *Madamaria imtin. Uran. u. l'hal. IX. p. 277 (1877). Walk. List.ücom. 431,7 ^iöÖOj. 
8 9 von Abori. 

S81, ZMüartRrM n. ap. 

FOUendiaft w«Uli, Kamouabn« mtgelb. Palpen beingdb, Stirn ImebgiOn, Sdieitel 
weife. Bdne beingelb > die ffintneddenen in ihrer ganzen L&nge durch einen aaliegenden 
nduieew^en HmcboBch bed«dtL Thonx und Obeneit« dea ffinteriefbea meeigrtn, Untei^ 
aeite ««iis. Grundfarbe der Hügel meergrün, einzelne weifse Querfleckcben über die Flügel 
verstreut, auf der Mitte des Innenrandes der VorderflUgel steht ein grölserea gemndetea 
weilses Fleckchen. Vorderrand der Vorderflügfl ganz fein gelblich angelegrt. Franzen grün. 
Mittelptinkt nllcr Fiügel sehr fein, schwarz. Uateraeite weiDigrttu ohne alle Zeichnung. 
16,10 mm. 1 6 von Ahuri. 

Microuia (juen. 

222. 'Aalhmiata Guen. 1. c. X. p. 24 (1857), Walle List Geom. 821, 13 (18Ö1J, 

2 9 ven Abni. 

m AyeMb Gma, L c ^ 30 (1867). WalL IM, OeoD. 816^ 2 (1861). 
1 9 TOD Abvri. , 

SeniotliiM Hb. (Jteta Cortla.) ^ 
224. *AiigotariaBMSL 

1 9 von Accra zeichnet aicb von memem 9 ans de» Kaflbidavde dnreb viet geringen 
Gitice imd danUen Firbnng aiia. 



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- 94 — 



22Ö. Uit(€iUomria n. Bp. 

Fühler braun, Palpen, Kopf und Tborax rostgelb, braun gemischt Thorax und Ober^ 
BCite dtt ffintarieibM veilgrau, Untttaeite vnd Brmt, «wie die Bciii« heH ockei^gelb. Vorder- 
flOgel ndt achwüch gewcUtem Sram, HinterlMgel itiimpf g«zihntt Sann anf Bippe 4 et«tt 
Toigexogen, 

Gnmdfttb« ixt Flligal voHgiwi, im HitteUleld der Yoider> and am Saud dar Hfaiter- 
ilfllgd gegen den Afkenrinkel iririemd weiblich gea»c]it, ao dafr die Gnndfu'be «la Qoer- 
«trich« enebdnt. Hinter der IGtte aller FIttgd rieht dn breites dnoMbraniMa Band, in 
dflBsen flufserer Hrilft e <?elbe Quenstriche stehen, welche sich, besonder» auf den Hintertiügeln, 
fast zu einer Biiide verdichten. Vordi'rflfl|,'t>l mit ockergelbem, brann nnergestricheltem mid 
geflecktem Vorderrand. Mittrltteck dunkelbraon, Hinterflttgel mit schwantem Mittelponkt. 
Sanmiinie brattn. Fnm/en wetfslich veügrau. 

UntPTi sind Flügel biß zur Mitte ii-isiercnd weif-;, duht brnnn fin^rffei?triihrdt. dann 
folgt auf dort Vonicrtlugeln ein breites dunkelbrauncä ßaiid, und Linter diesem färbt sich 
das Saomfeld veilbraun. Die flufsere Hälfte der Uinterflügel ist bräunlich veilgrau, von Rippe 5 
siebt ein veUtor nnregelmälsig breiter Qaentrdf Unter dem Aftcnrtokel in den Innennmd. 
Am Saarn stebt von Rippe 4 xn Rippe 2 ebi breiter «elfter Fleck, weldnr an aeinem 
Anfimg väk dem Streif acbmal (pierrerbanden ist. In dem Pieck und Sbrrif steben bnonüdie 
Qnerfleckcben. IGttetfleck ood Pvnkt, SaoinUnie nnd Fnuuen irie oben. 17,10 mm. 1 s 
von Äbaii. 

In der GrOAe koonnt dien Art gro&en StOdcen dw vorigen Axt gleick. 

226. B^uuOm-ia n. sp. 

Fahler braun, gelb gemischt. Palpen ockergelb und hrann ppmischt. Kopf. Thorax 
und Oberseite des Hinterleibes dnnkclbrnrni . T^ntrrseite, Brust und l'.einc nrkfrpclb. Saum 
aller Flücel s-tumpf fyezahnt, auf Kippe 4 der vorderen schwarli. der hinteren starker eckip 
votlrcteiid, (Iniiidfarbe der Flüfrel dunkelgraubraun. Vorderrand der Vorderliiipel fein 
ockcrpoll», dunkelhniim gestrichelt und gefleckt. Hinter der Wurzel tiii kurzer, ab- 
gebrochener, die Flügelränder nicht erreichender brauner Querstreif. Die beiden Quer- 
atreifen, der Ifitiekclttttai and der Ifittelfledc dtnik^nmn. Der voidere Qmntreif vom 
Tordemmd echxllg aramvtrta Us in die Mltt^eDe aidiend, In dendbw ant«bn>dien and 
dam, etwas xvrDckgesteOt, in einem gjelchmftfeigen Bogen zun Innenrand ziehend. Der 
binlera Qnmtrdf Zdle 6 irinUig gebrachen^ dann etwas aebng nach bman «an Innen- 
rand zieboid, vor demadben In Zdle Ib mnen kanm merfcficken Bogen bildend. Der adunale 



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— » - 



MitteLscbaUen ziemlich gerade zieiit:iid, in Zelle 1 b wurzelwArts »chwach p(<bogen Im Sanm- 
Md om nodi melff ab die Quenstretfea und der Mittel&chatten verloschener brauner Wellen- 
•tnir. HinterflOg«! mit gau verioMüuiicm bianneni lOMdMliattMi wmI deotlicherem hinterem 
Quentrdf, «elcbar niUig geaduroiigen durch den Flflgel sidit. WeUentreif guu vedaachen. 
Sawnlini« aBer FIQgd dnnkfllbmDii. Fianno welbUeh, mit gnunn Spitaen. 

Unteneile bdlar Taflbiwiii. Bia zur Ifittt aind aU« FlQgd weib qiiaigaatridMlt, welehe 
Farbug aich in dar Ititte zu «in«m bnimgaiiiachten, anf denV<m]«fflOfelnadunil«rai Qoer^ 
baad ▼anHehtet. Ih dar Spits« der Vacdnilagel Qnantrlchaldieii, Voidenand ockM>- 
galb, bnuQ gestrichelt luid p't'fleckt. 

HinterHagel an der Wurzel des Vorderrandes ockergelb, braun geBtrichelt. Die lichte 
Mittelbinde gaumwdrts nicht schall' bcprenzt , von ihr zieht zwischen Ripiic 4 und dem After- 
«inkel weifae tieckaitige Färitun^ bis mm Saum. Mittelpunkte dt i Mügel verleechener als 
oben. Saumlinie und Kränzen wie dort, lö^ mm. 1 d von Aburi. 

227. Lartfißcari» n. 8|).. fig. 2r». 

Diese Art unterscheidet aith von den votigen durch uut Hippe 4 nicht vortretend«!), 
aif den Voideiflflgeln giatten, auf den H]iiitMl.fg«tai katim gewellt«! Saum, von Gumppen- 
berg sagt, dab er Maemia in xw«i Gattongen, jUbeon« imd Qtdmda, trame, ton walcham 
letzt«» kateao Anaadu^ dar Yordarlllgal, weniger gaachirlaat« HhitaiiHlgel nnd andeie 
Winltd bcattxn. Dt der ante TeJl aeinaa Bjntena Gaometr. diaae Gattungen ideht mit um- 
bist, 80 weib idi nicht, ob dicae Axt zn ffodoiwfa zn atenan aein wird. 

FUhtcr gelblich weiia, dwht brann gefleckt Palpen am Rfidien roatgelblich, an der 
Schnaid» gdbUdiw^ Kopf rostgelb. Thorax und Hinterleib gelb, Beine gelb. Flllgel 
gdUiehweib, dicht braun quergestrichelt. Vordertlügel mit einem verloechenen, schwach 
geschwungenen, ziemlich breiten braunlichen hinteren Querstreif. einem solchen f>chmalen, 
geraden Mitte!<chatt»*n und einem dunkler braunen p<i':iflen liiiittroii fjuprstreif. wi>l(hf'r anf 
den Vordprflfi;jpin (in]ipclt tfst «nd hinter welchem auf allen HüK<'lri nw\i undeutlicher, nicht 
s<li;uf hegren/tcr, teilvveij> tieckariiger brauner Streif zieht. Uer vordere Querstreif fehlt 
dt'u Hintertlugeln , der Mittelschatten ist deutlit hei wie auf den Vorderflügeln. Mitteljiunkt 
aller Flagel fein achwar/. Saumtlecken undeutlich, braun. Sanmlinie fein braun, Franzen 
gelblieh weib. UirteirMit« gatblicb weiib, dicht graobraon and nwtgdb qoergestricbelt Der 
hintere Qiimtraif anf den Vorderllflgdn ehie breite dulde Binde bildend, auf den Hinter- 
ttgelB wicht brdter wie oben rnid weniger scharL Ein ganz verleadianer bnmlicher Bogmi- 
streif steht anf den HinterUflgeln im Savaafeld, toh dem tüttelaehttben, sowie von dam 



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vordem Querstreif der Vonlerflügel i^^t nichts zu sehen, ebenno fehlen die Saamflecken. 
MiUelpunkt, äaumlinie anU Fraiizeii wie oben. 13,B mm. 1 9 von Accra. 
Hyposidra Guen. 
Chtmppavbergi IL gp., üg. 5. 

FUiknclMtlt gelb, KaduuUtnt bnHUi. Palpen^ Kopf; "nwEai, Brost «ni Hfntciieib nw(- 
brano, Halskngan «dfisgelb mit ipannm dngestnoteii bmonen Sehappdran. Bein« »Mtgdb, 
Tanen braudich gefleckt Wunsel- and MiU«]fe]d der TinrderflOgel natbrnm, Sanmfeld veil- 
gian, gegvn die FMgdBfntm fleckaitig Tostbimin geftrbt Nach inneD iriid du HittdiBM 
dvrcb einen naeii Mib«a gestellten gmden, stailEeii sdiiranen Qaentni^ naeb üben durch 
einen in Zelle 5 stanwfwlnkttg aaviBwlxts tretmideB, dann nach innen gebogenen und sieaüldi 
gerade in den Innenrand verlaufenden weifslichen, innen fein und verloschen angdagtStt 
Querstreif befrrcnzt. Kin Rchwar/cr P'leck steht saumwarts in Zelle 4 und 5 an ihm, vor Ihm 
Triebt ein geschwungener, aus auf den Rippen atebenden Bcbwanen Flecken gebildeter Quer- 
streif. Mittelfleck mondfönnig, schwarz. 

Hinterfiflgel rostbraun, das Saumfeld veilgrau angetiogcD, Vordertajid gelblich. Hinter 
der Wurzel ein breiter, gerader Mbwtrzlicber Streif. MitteMeck acbvarz. Der hintere Qoer* 
atnif gerade, dvnkelbnnn, naeb innen dnnlder rostbrawi, nach anben schmal w^lieb an- 
gelegt. Sanmlinie roatbiann, Fraoxen roatgelbL länzebie adtwaiM Scbllppdien rind über die 
FUgel zemtreat. Unteoeite rostgelblich, veilgtan geniacbt, mit eingestreoten braonen und 
grauen Pnnkten. Der vordere Querstreif auf allen FiDgeln, unregelmftfsig breit, dunkelbraun, 
der hintere, auf den Hinterflügeln schwach ges( hwijnfren . nur durch braune Herki hen an- 
gedeutet. Hinter ihm ein panz verloschener gerader grauer JStreif. Mitteldecken liunkelliraun. 
Iimeurand, 1- lugelspitze und der gruiüte ieil des Saumes der Vordeiiiugel veilgrau, der rost- 
bnmne Heck der Obonelte roalselb. Fransen rwtgelb. 20,13 mm. 1 <f vmi Aboti. 

leb benenne diese Art an Ebren meiow gesdiatsten Frevndes Freiherm von Gamppen- 
berg in München, dem verffienatvoUen Yeribaser des Systema Oeametiaram. 
Pitthea Walk. 

2S9. Cottthm» Walk. List Het IL p. 463. 

1 S von .\buri. 

2iK). M»ng! PlöU, Ötett £nt Ztg. 1080. p. 82. 

1 i von Aburi. 

Dewitz hat entschieden ilt;clit, wenn er die^e, bowie die verwandte, von ihm errichtete 
Gattung T^tnitMmia zn den Spannern stellt; trotz ihrem abwddienden Habüns weint das 
GeMer diesoi Gattungen ihren Platz in diesar Familie an. 



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- 97 - 



Zwei Spüniu rartf n. von deneu die eine nahe Ouytim (iueii. steht« muTs, unterlasse ich 
zu beschreiben, da ich von beiden nur ein Weih besitze, deren Beine leider teilweis fehlen 
and so eine Bestimmung in Be^tig auf die Gattung unme^lich machen. 

Mlorolepldoptera. 

i'yralidiiia. 

Godara Walk. 

231. *CImimIm Gimii. Deltnd. p. 869 (PiwiaO. Led.WieitSit.lIaiiatwlir.VII (IMS), p. 383. 
1 9 ton Accn. Gaeni« «id Led«r«T iiatn«n OatindieB und C^lon ab Vatertand. 

Stemmorhages Led. 

232. Senaa Dr. I. t. 6. f. 1. Lcd. 1, r. p. 397. Geom. Lateraia Fb. Bobjs na!a.»tnalu 
Bdv. Faun. Mudap. pl. If5. f. 6. p. 117 (IH3.H). MnrgatvfJes Fn-tr^ohlin Gtipn. l)elt. p. ;iU7. 

Mehren^ Kx<'iiii»l:ir(' von .Ahnri. I);us ? führt kur/c gellie Ilaare an der Spitze de» 
Hinterleibes, der / einen Uuiiktlbraunen Afterbusck Die Fühler bilden Vi ihrer Lange eine 
Krümmnng, (Ibnlich wie bei i vieler Fhycideenarten. 

Lederer kannte diese Alt Rndit » Natur, und da Qnende al« auch nur nadi eiDeni 9 
bcidireibt, Boisdaval, irddier an 9 dtUldat, dieser «igeotOmUebeii FOldwbjldnng weder 
im BIM, noch in der Besdinlbiuig Erwllmwig thaft, so glanbte Ledarar, dab dieae Aai- 
ariehnimg mir dem S niklm«. 

CiTptograpliia Lad. 

883. *Bo8md,^ Lad. L c. p. 400. t 187. 14. 

Ledarar beedmibt dieia Axt and blUet sie ab, giebt aber als Vatedand dea In 

Wiener Zool. Hofkabinet befindlichen Exemptarea ftlschlich „Amerika" an. 

Mem einzelnes 9 von Aburi stimatt genau mit Ledarer'a Abbildong, nur nnd die 
Fcanaen nicht 10 hell wie in dieser. 

Spilouiela (inen. 

234. l'odalirialü Queo. J. c. p. 281. 

i 2 von Aburi. 

In Lederer's Zünslerarbeit ist dieae Alt veigeaMn aafimfllbreD. 

X>rnokfebIer. 

Seit« M, i^eile 4 \m uuteo, liei CalUmtm statt CaUmonc. 
» 69i » 5 . , Um Vtifotia »Utt Vaparia. 
, 64, . 8 , . Uator w» ftUt Fulmm PlMi. 



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ff 



Register der Gattungen. 

















... 90 


Eidtayokira ol . . . 


16 


Xare^kuM Wik. 


•Mb 




... 8? 




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yenMt Hk 


71 


JUmmmn. Fk. . . . 


. . . S6 






Nepiit Fb » 




^tjj^ottttk Iitr« • ■ * 


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NyciftMTSi Hb 


73 




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Ophidert» B4t 


83 










Opkisma OiM& « 










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Ophin^ft Tr 


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Amerüa Wik. 


... 72 




67 


QfUti^ifKi Wik 


80 




... 78 


Baatroplakaiii n. . . 


. . 78 


OifvAHbi . « . . . 


76 




... 70 




Cl 


P<iiiami AMk. .... 


6S 




... 89 


Godara Wik 


97 


RgMrtlMM Hb 




J>I%IIWM Hb. 


. . . tt 


Jfimiiiiniwiiifir Hb. . . 


60 


JA^ImUo Ii, 


IM 




. . . C6 




61 


xit/ii^rj ,11', ri.'i^, ^ ^ ^ ^ 


• «o 




... 75 




67 




NK 


^üJifc» Tiki .... 


... 86 


Avin* Fb ... 


64 




7t 




... 60 






Philtthama 


80 




... 72 


BgpoUnuHU Hb. ... 


67 


iWu Sehk. 


5) 


ItawolHw Wik. 


. . . «T 


üllMlIWMIMI Fdd. . . 


. . 6t 


TVwftM Wik- 


96 




92 


UypüjioljM OueiL ■ • 


. . 93 


Plnmtinni/i Tlnti 


RR 


IhMinna HIil 


7« 




66 




69 




. M 


AmOmilra GwiL . . 


. . 66 


AMii Hb 


66 








. . 63 




67 


r^fi/Zinii/üi II h 


54 






I'rAtntMtrr^ Hilm 


70 




M 


Jwtünio Hb ... 


. 66 


PftAudonatädAiiiA m 

r wuikvifluiuviv-iiui >Ui, . 


76 


GftMraMMin Itap. . 


. . . w 




57 


Satami» B4t. ..... 


67 






Xi«;i.< H. Sdi. . . . 


. . 74 


Ä'ointa irb 


78 






ZxnicaruiM Guoa. . . 


. . 83 




, 93 




... 87 


X^MM DbU. Bow. . 


. : 6S 




67 


r ri^ftciirajJita Ltd. . 








Strmmnrhrt^ Ltd. . . , 


. 97 
























. W 


DiiJiromia Guen. 


. . . !»1 


Macron adata m. . . . 


. . 82 


rn<7r.:i.;.-.* in 


. 66 






jtfqraeoAoto« Saalai. . 


. . 8« 
















. 6t 


i:.n((imo^<imma GOM 


• • • . 85 


.WWyw«» Hb. . . ^ . 


. . «3 


7Vi./r.i/<.Y,-.v Guen. . , , 


. OT 












. 7» 










XmUuim Gttn. . , . 


. 8S 




. . . n 











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Register der Arten. 





9«tt* 




■•Ha 






































Fammit Dt 


. . 


Acctntifera PallMt. . . 


■ . 11 


CqoiUmi Fb 


58 














FImm Fb 




Ainatha Hew. . . . 


. . 65 


Collari* m. 


aa 






Aequivalen» Wik. . . 


. . u 














Ctmnuitiat Wik. . . . 


. fiZ 


Forfleilato* m. . . . 


29 






ConMandnut W»rd. . . 


. 51 














Fa«oataria m. ... 


, . M 


Angclanm Oeese. . . 














. . 9S 


Cynorta Fb 






















. . fifi 


Da«dahu Fb 
















6umppcnber(l m. . . 


. . 9fi 


Antkedon DbL . . . 


51 


DeUcatarl« m. .... 


aa 












51 










JDmu^ia PlOtx 










. . fiü 




52 




21 


ÄtUropt Klag. . . . 


sa 




ai 




la 




, . 23 


Dorothea Fb. PömIm. . . 


. 52 






Attraea Dr 


12 


Dorothea Cr. JUycuXttM. . 


. 62 


Bfifmnmt-itggii Zell. . 


. . 61 




. . 2fi 


Ediptu Cr 


GH 




Gl 


Banaka PlfiU. . . . 


ai 








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Bauri Plötl 




i^fea Cr 


. 55 


Idotea BdT 


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fil 


Blanda Bdf 


. . ^ 


Eguta Cr 


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Ilenla m 


65 














Caeta FT) 


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51 












, 55 








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55 




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23 


Jwo PlöU 






85 


fittcfwha Wik, .... 


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Cert» Fb 


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Chely» Fb 






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Chlori» Fb 










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Mli 1 


66 




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IW'.iAcua Wik, . . - 


73 




64 




69 


ataCrOSptia WIK. . • . 


TO 




61 




73 


i^iktta Dr 


72 




83 




64 




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51 




. 88 




58 




. 58 


PodalirialU Gnen. . . 


.* . 97 


Jl/jlMMd Uli 1 1 


72 




61 




62 




68 


W^nM T 


. 60 


PorfhgrioH W r l 


68 


■iii'if w/iB rw 


58 


Fratmu Dhl üew. . 






, 61 




88 


McrOpC yJT. . . « « < • 


. 52 


Padtca m . . , . . 


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. 80 




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ibaiZn niii Ha» 


. 08 




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aolaquepanotita m. . 


. . 76 




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SB 




73 




H7 


Rhadautarta Qa0M. . . 


93 




56 




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58 


Bhodope Fb 


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M — ■_ nki 


56 


Bogenkcferi Lei . . 


97 




56 


Eumia Westw. . . . 






55 


SaalnOlleri m. . . . 


68 


IVah 


. 61 

62 


Saba Fb 






Sabina Feld 






. 86 








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, 96 








08 


Serena Fb 


. . 6& 




. 78 








86 






AnMM OU. flew. . . 


. 61 




. . 64 




88 







Sobrina m 81 

SoUmi Bdr. TD 

AvAm fb. 08 

Sordlda m 74 

Sperehiut Cr 72 

Spica MOsekl M 

Botida Fb. 88 

Straminntia ^Vlk- . , . . 87 

SM^iAttna PlOU. 96 

a^HkmfutimM. n 

rotfema He«r. ..... 60 

7rN%rMfl«w. ..... 09 

AnsSr. 67 

Terebrana Onen. .... 60 

IftdloMMM Bdv. 64 

l'^Mlft PlBti. *•«... 86 

Tlifmiü TP) 59 

IVoboK ObL We<tw. . . 61 

Thon PlHi. ...... 86 

ToUma PlStz «i 

IVtiAMNOMi« W«IL ... 71 

Tynkmm Wntar. .... 70 

Oma. 60 

Unlpuaetata m 74 

Vaama Wwtw 78 

FwWdk 71 

Veronica Cr. ...... 60 

VMpMia a. ...... 00 

VIreMem n. 77 

WaOuri BatI 86 

WeigM V\mx. Hetperia. . . 66 

Weifle* m. Protopam. . . 70 

ITtNnliiMlitSuO.. . I . Or 

Zmtiim Ph. .60 

£:«te< L 66 

ZHvta Or. 101 



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Erklftruug der Tafel. 



I. JiRwnufiqpeAe Oraeilin m. 

/Vird.i'l l'illlirld III 

a £Wi<roc(w Aunfnms m. 
4. J%i7«(h«niui JiMfhM m. 

'i liijfxif^iilro (luminif'il'rriji in 
r; l'newloniA'jtiiMa Viraem» w- 
T. JI/iaraiuMicita Grffdf<* m. 
& ilNftmart« ^ntOMfg PMUL 

10. .<lr»jn Suliihurta V\»U.. 

II. JSWtMyetow ^'nfiNVMmitafa : 

12. I>i)hismn I'ud" " r.\ 

13. il6«riM(i Sobrinn lu 

14. £«>(eMi SÜRpTMi 
15k 0!(A»mo Oi'Hleiila m. 

16. AQMna i/«nia m. 

17. Oa4lrayiroil»ei:« Fmi^fadit « 
IH He*iieriii \Vi,ijki PttU. 

l'.». Li/O'^lriif Liiitaltt n. 

31). ^'cHuuf'i'»»' l.'innßeafM n. 
21. LifttM MneMfit m. 
'.'•2. .Iriiii.i/y./ii ''»'I m 

i'ai«itr<« t^aaluiulki'i m. 
jS4. iVotojMn« ITm^« m. 



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AbkaniH tiSmi-kenb iMtiirf. <'rscllxrh 



MöschlfT. 




im. Jhrt rkhKTJ Mrtr: fIraiAfI 'ff 



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EKFEHTELE nOdlfßl 

ÜBER 

DAS WACHSTUM DEK ZELLMEMBKAif. 



HABIUTATIONSSGHRIFT 

DER 

HOHE» PHILOSOPHISCHEN FÄCULTÄT bUi KCL JÜLlüS-MAXlMlLlÄliS- 

ülilYERSlTÄX ZU WÜHZBÜRG 

ZÜR ERLANGUilG DER Vii^NIA LEGENDI 

FKITZ NOLL, m PHIL. 
Am rtJLMtraaft am. mao. 



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SEINER HOCHGEBOREN 



HERlüN KARL AUGUST GKAl^EN BOSE, h. c. 



DEM HOG'HHKKZTftEW FÖBDEBER BIOLOOISCHEB FOBSOHONG^ 



OBWIDIDT 



IV DAUKBABKUT DVD 



VOM VÜiiFASSER. 



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Experimentelle Untersuchungen 
das Wachstum der Zellmembran. 

Voo 

Dr. Fritz XoU. 
(Mit ««««r T»f«l.) 

W&hrend die nns onorganisiiter Materie gebildeten und eines ,WadiataDiB'' fähigen 
KöqM'r von f?f>sct7,in&r»igen Formen, nämlich dl*« Knsfnll«». dtirch Anlagerang neuer Subätaiiz- 
tcili- auf itui- Ohprrtflchp sirh vprfrröfsrrn, ist bei organisirtcii lebt?ndfn Körpern pin Waohstum 
dun b F. i litägerung iirucr SuUätaii/. zwischen die schon vorhandenen Substanzteilcheu mög* 
lieh, und in der That weit vtibreitet. 

Die Undarchdringborkeit der Materie bringt c& aber mit sich, dals dieses Warkstum 
dnich j^IntntuiMeiitioii'' bei im letstgenannten KOipcn docli aeUieUich wieder anf ;,Appo- 
eition'' benilit, Mbeld nun nlmlich die Ueineten Banateine deiaelben in Betracht xielit. Bei 
dicMti kann acbUeSdicb nur eine AvcbiandeilagBning, aei ea von Atomen (bei ebeniadien 
Veiinderongen)« ael es von MoleeDlen oder lideciiloonipiexen atattfinden. Ein WacbBtom 
doidi IntaasoBceptiM «erden iabet mir gririäere Einbdten besitien kOnnen, wJdu«nd daa- 
adbe bei den, diese Einheiten zu&ananenetMinden Teilen niederer Ordnung an irgend einer 
Grenze natweDdig durch Appositiun ersetzt werden mnfe. So würde man von einem ßanme 
als (ianze» nagen, er wac1iSL> durch lntQ<.^asfr'ptinn, aocb wenn Seine einzelnen Zellen ana» 

Khliefslii'h (iurcli Aiiposition sieb verprolVeni wiirden. 

V» kuiiuut also, wie nuiu sidit. bei der Frnpc. ob Tntu??snsfi»ptionRwaphf!tHm oder Ap- 
poeitionswachstum, zanach^it auf eine genaue Noriuierung der zu betracbttiudmi tUuheit an. 

Die Einheit, welche in den nachfolgenden Unteranchungen iu Betracht gezogen werden 
Boll, kt die Kevibnn der pflandichen Zdle, FOr diceelbe aind naeb den eben gegebenen 

AktaMii. «. stMkM«. MiMft e*(. M. sr, U 



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— 102 — 



einleitenden Bemerkungen beiderlei Wachstunttwoisen möglich, und wir finden in der (ieschicbte 
der Hotaiiik amh beide Aiisrliaiuiugen vertreten. Es ist dabei von Interesse, zu sehen, wie 
die lifiiii'u au! jene Wai hstmusiBodi geprrilndftpn Tlieoriecn sidi ahrr iiidit etwa srlpifh^ritig 
luiil gleitlimachtlg gtt:i luiiji'i-standen, Mniilt'rii beide ihre Jahre gehabt haben, wo sie 
fa»t alleinherrschend die jeweilige Ausi hauung bestimmten. 

Schon bald nach der Entdeckung der Zelle und nach Beginn pflonzenhifitologischer Unter- 
Biiduiiig«n fiel der gesdiidite Bau beeonden ikikw Membtenen auf. Die S^kblen, welche 
den Unluige der Zelle panllel Uuifend, ffmdmn in einender geecbaehteU endieiiieii, fiDhrteii 
die eisten onbelüMigenen Beobachter auf den nietotliegenden Gedanken» dafe diese Schiebten 
nadi einander entstanden seien und einander an^seiij^ worden seien. Beaondexs klar finden 
irir das ausgesprochen von den Histoiagen ans der eisten Hüft« nnsMres JahrhnndeitB. 
Heyen, besonders aber Sclileiden, t. Hobt, Unger and Scbnebt fitsaen die Auf- 
lagerung als von innen her entstanden aut Mulder und Harting nahmen aufserdem noch 
eine Bildung neuer Schichten auf der .\ufsenseite der prim&ren Zellwand an. Th. Hart ig 
schliefslich leugnete die Apposition von innen her und pnh nur eine solche von atif^pn her zu. 
So verschiHcn aber auch diese Meinnneert im Einzelnen sind — darin siinimcn sie alle 
überein, daU au>srliliefsUch Appositi(ui>wsichstum vornnssetzen Von Priiiuvlu im ') und 
C rüger') wunie dann auf die K.ntstehung der Zt^lUvaiKlvcitlukung aus dem I*rotopla.sma 
der Zelle hingewiesen. Pringsheim nahm eine dircctc Umbildung der Ilautschicht de» 
ProtoplasmaB in Zellwand an, nnd Crttger beobachtete an Zdlen mit spiraliger Wand- 
Terfficknng, dab die Scnlptnren deiaelben von dem Protoplasma vorgebildet worden nnd ans 
diesem (ans „ProtoplaanuatrAmebai') hervoigingen. Anck Nftgeli, dessen geistTolle spttere 
Ausfllhrungen die Appositlonstbetme dnmal ganz In Vergessenheit bringen sollten, steht in 
seinen fMtberen Aufsfttzen noch volhrtftndig auf dm Bodoi der alten Lehre: 

p:s ist vielleicht von Interesse, die Ansicht dieses Autors hier «lederzageben, wie er sie 
in den AufsAtzen über Cauler/m />n>l(fera') Und über .Zellcnkenic, Zcllenbildung und Zellen- 
wacbstom bei den I*flanzen''*j so klar ansge^rocben bat. Catderpa prdi/eroy deren Anatomie 

1) UoMnaeLiuigMi Uber im htA ai 4ie BiUug Amt PHaiiMwnlle. BMNa 1864 
S) WatindiMilia EkigMntai TI Zu BrtwfAhmmwwhtdit» 4er ZaUenwawL Bot Ztg. VSKt, Kr. SB 
md Nr. 3>;. 

3) Zeittchrifl flbr wiweitKbalUidu B^Unik tob i(chl«tdeB owl KttgelL Zttnch 1844. Bntes Ugft. 

4) I.e. SntH H«ft 1M4 naa Britta lad ViertM(!) Heft IBM in;.» 




- 108 - 



und Watlustuui ui ileni erstgenannten Aufcaue eingehend geschildert wird, ist ch ja gerade, 
welche ap&tcr für die Theohe der Intussu&ceptiou bei Membnnen ins Vordertreffen ge&tellt und 
die dun noch ^Bter von den Anladitam dieacr Theorie «baAncidige Gegenwaffe benutit wurde. 
(Es loQge vefwflgaichkkt werden, daHi K Ige Ii die didte ZeUmembna der Cainttrp«, welche 
eine starke Cntieok entwickelt« daaude m anfbaite, dab sie ans der unqwOngBdien Membran 
beetehe, der innen die Vwüdnuigmshiditen, an&en die aaagescbiedwe j^ExtraceUDlmnbstanz* 
anfgelagect eei. Dabei hielt er die Trennengstime «wischen Membran and Ciitieala fQr die 
nnprllngliehe Zelhnembran). Er sagt p«g. 136: .Die innere Bant wird darch die von 
innen Abgelagerten Verdickungsschichten gebildet^' Von den Zellstoffbalken dieser 
l'Hflnze sagt er, dafs ihr Wachsen in die Dicke ,hücb.st wahrscheinlich alü Schichtenablogerug 
stattfindet, da die zuweilen sichtbare coneentrische Streifung eine laniellenartipe Strurtur nach- 
weist" (]>ag. 14t5). In dem zweiten Nageli 'sehen \nf^nt/f^ finden wir dieselbe Anschiiming 
von der Apposition vertreten: ..Pie Verdickung der /ellwainltinpen srp^ihipht bekannter- 
maßen (liinli Vnlugerung neuer Srliirlitfii. iJieae neuen Schitlilen wt-idf ii /.wischen der 
Zcllwaiiduiig uikd der SchleinischicliL »d. i. l'joloplasma i erzeugt. Dieses tactum (I i gestattet 
kehie andre Erklärung als cUe, daCs die ikhleimschicht (oder der Inhalt darcb die äcbleim- 
scbicht) «rgaidMbe stickrteBtose Moledile amacht^et, wdche die nene VerdickimgB8chlcht 
bflden« (pag. fiS, Heft UI 0. VI). 

Daa FUcbenwacbatnm der Membran wird merkwaidigerwtiee von den genannten 
Autoren nur aehr wenig beachtet; nur gana fladitig wird »einer Erwähnung getban. Scbacht 
begnügt sich In seinem «Lehrbuch der Anatomie und PhjrBielegle der Gewächse' vom 
Jahre 186& mit dem kurzen Hinweta: „Mit dem GrBberwevdea d«r Zele seihet ist natOrlicb 
auch ein Wachstum ihrer Membran verbunden: dieselbe wachst mit der Zelle wahi-schein- 
lich durch Ausdehnung*" (pag. 20). Nftgeli untei-scheidet bei dem Wachhtum des Caulen*!!" 
Hhizcniir- <'rte der Neubildung von Membran und Orte (It Ausdehnung. Ks bleibt dabei 
aber utK•nt^< iiif>fipn, oli djts Wort . Atisflehnnn;.'" in nVfncin (iilcr in pas.s,iv<'iii Sinne gelirauclit 
wird,') doch öchciiit Nftgeli niil ilci liumeikuiig. dals ilie .Mfnibnui ilmch allseitiges 
Wachstum sich dehne,-) an eine Ausdehnung im aktiven Sinne zu denken Die Art uud 
Weise einer solchen aktiven Ausdehnung findet sieh aber nirgends nfther präcisirt. Wir 
hören nur, dafo beim allseitigen Wachstum, welches sowohl auf die Zellenbildong als auf das 



1) L & Baft I, pi«. M& 

14* 



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— 10t — 



SpiUeuwathüCUlu iölgt, eine Ausdehnung und Verdickung der nengebildeten Membrai) >t;irr- 
findet,') wodurch das „allseitige Wachstum" ebensowenig wie die Ausdehnung in ihren 
OraiuleRdiebiuigea Uarer wadna. Nftgeli spricht aber a. a. 0. aoeb von dneai Wadatnm 
der Memlnan durch „EnUining* and daTon, data sidi die Ifembm mw^ ,i]ite Entatehung 
aich allnftlig in daa Wacfastnm mnandeira, wie jeder mdera OigaalHnna veritalte".') Ea 
•cheini diesen Autor demnach doch sehen me danUe Ventdlnng dea IntoMuceptions- 
veigangaa damals vomiscbweben, irie ibn ab Erster wohl Schwann an sg espuochen md auf 
oanotische Voiging« in dw Hembnn anrackgeflUirt hat. 

Im Oro&en nnd Gauen war man aber, wie ans allan Mügefheaten an enehen Ist, 
damals and bis gegen das Ende der Fünfziger Jahre nicht weit entfeint von dem Stand- 
punkte, den die wiederbelebte Apporitionstheorie Iwntigea Tagce etwa eibmiwinit. 

Da erschien im Jahre 1858 das in wahrem Sinne des Wortes Epoche mnchende Wall 
Nftgeli' 8 Uber die StArkekörner.') Die Wirkung dieses, Geni&litAt und Gründlichkeit ver- 
bindpndpn Werkes ist bekannt: Die AppnsitionstJipnrie wurde von den Botanikern nh ein 
Irrtum ohne weiteres aufgcgehfn and dif lntiiv<iisi(']itionsIehre beherrscbtf vmi da an die 
Geister. — Es könnte auf dfii ('i"st(>ii lilick wundtTbar erscheinen, dafs ein eiiizi^rs Werk 
gegeniibei' den ReBultalen Jahrelanger Forischungen dit^iiu Baun so vollstflndig bewirken 
Itonnte. W&gt man aber dieses Buch gegen alles früher Geschriebene geistig ab, so er- 
achebit nidita natOrhcher, als sein enonn«r Elnflab auf die Botaniker jener Zeit, EnKbloia 
deeb Ktgeli seiner Wissensdiaft anter anderem eine nene Weit, die der UoMndarmedianik 
orgasiisirter KArper, eine Medianik, denn Oeaetie mathematisch und aas den Anssersn £r- 
adMunngen abgelotet, auf die allgemdnste Eigenacbaft jednr lAiterie, die Attaktion 
nnd Bepnbnon aarftefcgeflihrt wuiden, nnd wobei doch die Eigenart der Snbatanx du- 
Lebewesen gegenOber toten, anorganiachoi Ibaaen, so (^ftcküeh wiedelgegeben war 
Bedenkt man die erfolgreiche Fundamentirung der Thj-sik und Chemie durch die atomistische 
Molekulartheorie, wie sie von Dalton, Mariotte, Gay-Lussac, Avogadro nnd 
anderen zn Anfanf* dieses Jahrhundert» vorgenommen wurde, «o versteht man die offene 
Attünahme, die eine gediegene Arbeit £uid, welche fttr die orguniacben Wissenschaften dasfelb« 

1) 1. c. Hett III und IT, paf. 87. 
2 L c pag. 8ö. 

S) tiyMotftdtB Uatenutlnnfni ton C. Hig eil asA C Craner. S, Heft tob a Nif «Ii IMe 
SOrkakOnnr. ZBridi ISBA (6SS Seit« 4> nit 1« TdUa) 



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— 106 — 



verliim. Ifit d«r i»aendiloaacn«ii Einidclit in ien Hdekahibao organkirtor Gebilde li«tt« 
•ber Nigeli, gwtatst anf Beobaehtangen «n StariiekOineni, die Intueneceptiointbeocie anfe 
Engste verflocbten und dies ist wobl der Hanptgraiid, dab idcb fies^ eo grttndtteh und 
allgemein Eingang an Tenchaflen wnläte. Ei getchali diea in den Mabe, dab eelbat die 
obgektiren Beobaehtangen, welcbe Nftgeli nr Beaeitigimg der Appeeitimutbeorie gef&hrt 
betten, ab gana aelbatvenrtlndttcb and Uber jedon Zweifel eibaben betmchlel wmden. Die 
Dienste, welche die IntassttBcepUenstbeorie für die Krkl&mng des bislang lücbt recht erklarten 
FlÄchen Wachstum» und des sogenannten tentrifugalen Dickenwachfitums leistete ; der Umstand, 
dafs sie nichts unerklfirt lirfs. legte auch den prinzipiellen Gegnern dic^fr Theorie, welche 
für diese Frschcinuntfi'ii abrr keine Erklftnin? ;ib£rpbpn konnten. Schweigen auf. 

Mit der \'frvollknniinniiiipr der Mikroskope und liei der vermehrten und gründlicher 
betrieb(;uea aiiatümiivLhL'U l oi^tbuiig wurden jedoch bald lüiuelheiten bekaunt, die sich mit 
der Intusruaceptionstheorie nicht gut lu Eiuklang bringen Uelsen, wenigstens neben der Ver- 
dickung ducb Einlagerung noch dne aolehe dwdi Anlagerung hdcbst wabiaeheinUdi maebten. 
B» Mi hier nur z. B. anf die Untetaocbangen von Pfitaer') Uber den Einecblab von frei 
«ntatandenen Kiyatallen in die Zellbant Uagewieaen. INeM Erratall« konnten nur durch 
apponirte Zellbaoteehicliten eingeecbloenn sein; doch bg hier immer die Hflgliehkdt einea, 
zu abnormen Bildnagen führenden Reiaea aeittma dea Kxjitalb vor — Im Prinzip fthn- 
llche Beobacbtnngen wnrdoi aoch in neuerer Zät nodi von Straabnrger nnd Kleba 
mitgetheilt. So fand Strasburg er.*) dafs manchmal l'rotoplasmateile zwischen die Membran- 
Bchichten der Caulerjxi gerathen, wahrend Kleba*) die Ueberlagerung von Kisenpartikelcben, 
die zwiw^hon ProtoplaRma nnd Membran ausgeschieden worden waren, Annh Mpirifiniu Inx Iirieb. 

Weiterhin machte D i p p *■ I * ) darauf anfrrifrkwim. daf? der Srhicbten\ erlauf au den Balken- 
aiisat^en von Caulcr/za, der »eitens Napeli ah ein Heweis für die Iiitus-sa-^teption aniireführt 
worden war, von letjsterem Autor nicht richtig erkatuii vvoideu war, süiuleni geradezu dasjenige 
Bild zeigte, da&^Iageli iindSchweudener fQr den Fall, dals Appositionswachstum stattfände, 
eonatrairt hatten. Wenn aidi mm amANftgeli, wohl anf Onnd aefaiei sehon im Jahn 1844 

1) Pfitser. Über die Einlageioig v«n Kattoulat-JbjitaUaD io die pftuoliehB SMdliHt Ikn 1019: 

2) Strssbnrirer. f'her den Ban and das Wachstimi der ZeUhSnt* .'ena 1882. pajf. h. 

3) Kleb«. Üb«T die ÜiyNiimti«! der atUon« bei «inigea Algen nud FlageU«U«ii. Unten, a. d. Bot. 
ÜBttiCnt L TaUiifm. IL Bd. i. Stfk. IHM. 

4) Dippel Dte aanin Tlieuie Iber M fdnaw Stmotor dar 2MUUaiai hatrMlitat an der Baal dar 
HialBMkB. AMMMdln^ dar Baukaaiv. Nstett Gaaallichaft. Z. Bd. in«, pag: 181. 



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— 106 — 



TerQiffentUchten BeolHichUmg«ii «o Ctnierfa in «in«itt »pttd^m Punkte v«iMb«ii ]i«tt«, «o 
war ans dem Dippersehen Hrnweb docb nur das zu eritennen, dib die Appooiäon mit 
Unrecht gmu aiugefleUonen worden war. Ein thatalcbtiiebea Voiliegen dondben war damit 
aber noch tttcht erwiesen, denn gerade so gut wie in dimn regdmlfrig geacfaiditetett Statin» 

koni war auih hier miissililiofslicheü Wachstum durch Einlagerung mOglildi. wann dovcll 
die Befunde Dippcl's nur wieder beide Mti;;lii bkf iten gegeben 

H;inptsnc'hlir]i mit dfr Anfühi'ung <l» l;i"i^|li(■U's tlfr ran)<»r]'!>'f*>f"<f'" blatte Nftgcli 
iibcr auf den \ < liauC ih r Scliichten und auf die rol^zcnni^'^t.'ri uufinerksnm gemacht, die der- 
hillif t ventueli lur dir Kti(stehungsgeschichte lii ix ibi ii au die Hand geben kann uml hatte 
daaui eine gröfsert Au/.ulil von l'ntersuehungea licivorgenifeii , welche ergaben, dafs der 
^bichteuverlauf in allen Fallen recht gut mit Apposition in Einklaog zu bringen sei Die 
äbsolttte HertBchaft der Einlagerungütbeorie begann aweifeUaft m «erdn , nunal rie aneh 
dnrcli die Unteisuelningen von de Bary ober die BUdting dca Ezeaporiams an ld>enden 
Feroneeporeen'J, von Sebmita*) und Strasburger *) das Privileg veitor, welches ^ fütr 
die Erklinuig der centrifogalen WandvenUekungen ond des FlAcbenwaehstuois besaJa. Ea 
stellte aidi heraus, dafe aucb diese Ecacbeinnngen durch Apposition (mit pamiver Dehnung) 
err^cbt werden kOmien, ja, dab der Schichtenverlauf, vor allem aber die Entwickelungs- 
geschiehte in vielen Fallen mit der Annahme Apposition vortrefflich hannoniren. 

In der llotanischen Zeitung von 18H1 ♦) zog zudem Schiraper die Schlü^sf in Zweifel, 
w(di!i* aus seinen Beobachtungen an StJlrkekomern gezogen hatte und erklärte sich 

auf «irunii genauer entwickelung!*gesrhirlit!i(lier Beobaclitunef^n für rlas Apvio-^ifinti-wachstuni 
jener Gebilde. Fr suHitp dalipi fl»ivutliiiii . ttafs Nageli htiirkekunur ciitssicki'lini^'-. - 
geschichtlich vergliilun luui'. dif tntttickeluagsgebchichtlich nicht zu&amnifnurrb.nriti. 
Wabreud Schmits nebcu der Apposition — die er in Kenn dünner, aus l'rotoidasuia 
hervorgegangener Lamellen annimmt — ein Wadmtum durch Intusausception nicht aui$- 
schlie&en will, spricht sieh Strasburger dahin ans, dtCs «nzlg und allem Appomtiens- 
Wachstum bei den Membranen und StarkekAinern vorliege, dafs alle zu beobaditenden 
Eisehemnngai daraus und aus Quellungen oder diemiseben Verftnderangen der abgelagerten 

1) de B»rji-. BeiurAge sur Mur|»]iol<rgie and Pb>Molüj(ie der Pilze. IV. 1881. pap 
a) Seknita. Sittnnanliericlite dn NiadmMn. GtadUcbafk Ar Nfttnr- und U«Ukande za Boun. Be- 
lidit mm a. D«B. 188tk 

n) 1. 

4) Schimper. Bot. Zt«. lt»l Ka. 12- 14. Erwiil«nu( NSgdi's in N«. 40^ 41, 



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Scliicbten ableitbar seien. Zu dem von Schmitz und bauptsftcMicli tod StrMburger 
beigebrachten rcidien BeobachtODgannternl sind doon noch wettere TbatBadien und Axgmnent« 
seitens anderer Foisdier wie Pfeffer,^) Sehenck,*) Kleba*) u. a. hiiuagdAgt worden, 
weldie Bich der Tendenz jen^ anreihoi. 

Umgebdiit ist Wille m neuerer SSeit auf Grand von Vntenuchungen: „Über die 
Entwickelnngsgcacbidite der Pollenkitiner der Angjoepemoi and das Wachstum der Meoibnnea 
durch Intttsstnception* Ar die letztere eingetreten. 

Der heutigt> Stand|)unkt der Streitfrage ist dadun-b churakterisirt, data die beiden 
Tlieorieen, wclcbe eine n;u li di r anderen ejnmal unbeschrankte Anerkennung genossen baben. 
hidi im Knnipf<> um die /ukuiift ;rf?fnüber stehen. I>abci lisf'^t «irh nicht l)»uß-n«'n. da.«»» 
immer mehr Tliat.sachen zu (iiiu.srcu Jit Anlnpfrungslheorie bi'k.tnnt wcnl<'ii . wi'ihnMul -ich 
die Eiiihigernngstheorie mehr in der Ih l« iisivf befindet und mh liiuiptattchlich dadurch hiUt, 
daia sie immer auch in den FAlien noch .Hiiueiidbar erscheinl, m dtum die Appositionstbeohe ihre 
irichtigsten Stät/en sucht, nftmlich in denen mit deutlichem Verlauf derScUditen. Die Deutung 
denelbea ist, wie gesagt, in venddedener Weise mfl^Ocb und es fragt sich nur, weldies d«r 
Yon der Natur in dnem gegebenen normalen Falle thatalciblieh ängeadilagene Weg ist 

Bein theoreüBeh ist diese Frage Torlftnüg kaum m Iflaen, sie kann nur entwickdongs- 
geschiehtlieh an der lebenden nnd wachsenden Zell« oder aber «xpoimental-physiologiuh an 
denselben Material beantwortet werden. Den eisten Schritt «nr exakten entwiekelnngs- 
gesdtiebtUchen Untennehung machte in neaerw Zeit Schmitz,') weldier Foisehcr dardi 
Flximng und Färbung zwischen dem Protoplasma nnd der fertigen Zeltwand dünne Lamellen 
fand, die ihren Reaktionen nach Üliergangsstadien zwischen Frotophv'ma und Cellulose re- 
pra«entirt<>n. Schmitz schlofs dnrnuH auf die Aida|?eninjr fKlniKT Crnnlftselamellen , welche 
durch .Metamorphose von Pi"otoplasma-l^aiii*'lli i) cntst iinl« n itn jiifrcwandte Methode .sddietst 
natürlich ein fortsre.setztes l?*»olin<'hten ili r Kntwkkt liiiitr an ( in und denselben '/.v\]i> :uis. 
Fortdauernde Ueobachtungen .ui dii U'lfcisdfn Zelle, dii« kiiu»* und unzweideutige Aullil.uung 
geben Kollten, werden aber wegen der Feinheit dieser Dinge vorläufig noch gröfsere Schwierig- 
ketten bieten. Die Metamorphose der Protoplnsmalamdle dUfle ohne Ilrbe> und Ffadrangs* 

1) I'feffi-r rflanzenpliyKiologie. 

2) Üciieuck, II. Uuuimchiuigeji aber diu Dildiui^ von centrii'ugalen Waudverdickoiigeii aa Fdsazeii- 
bum» und EftMenaen. Bon» 1884. 

B) Xlebi. I. 0. 
4)le. 



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— m — 



mittel itchwer festzustellen sein. I>pr eitifaehere Wpp ist unter den gegebenen VerhaltniMai 
jedenfalls der <>xp»'rinu'iit.il-]ilnsi(il<iL'i.si lu-, den ich dei^halb einmiil zu verfolgen versuchte. 

Ich gin^' (l.tliri von fulgt'iid«! tjimullaf^e aus: Die Anatomen') fanden bekanntlich vor 
Jahren, dafs imch der Fütterung von Krapp an Thiere der Zuwachs an Knochensnbstanz 
sich durch rote F&rbung auszeichnete, wahrend die zu Beginn des Versuches vorhandene 
KnodieiiBiibstaiu fixUM gebliebea war. Es wir dadurch tön Mittel an die Hand gegeben, 
die Jfenbildmig«!! auf den enten Kiek vm den JUteren Teflen ra nnteodieiden. 

Nachdem m den letzten Jahren dnrdi Brandt*) und Certes*) fBi niedere tienadie 
Zellen, doidi Pfeffer*) fttr PHanzenaellen der wkhtife Unntand bdcuurt gewerden war, dalb 
dae lebende Protoplaama gewisae AnilmfarlMtoff« dnrcbltbt und aoigar in gil^&erer Menge in 
Innern der Zelle anfepddiat, war die IfügUdikeit ki Aoai^ht gaetellt, die flnudidee jurar 
KnochenwacbstnmsTeiNnrhc anf die Membran der Pflanzenzelle oder die Stfttkekfimer zu 
Ubertragen. Eb war damit die Möglichkeit vorauszusehen, daüs der aufgenommene Farbstoff 
in die neugebildeten Starke- oder (:ellulo8<'tf'ilf' mit überpfhp: wahredioinlich war die Sache 
ja nicht, nhfr eine vorhfripe f herka-tinfi; hm*' die liotfärbung der ufiitii Knochensubstanz 
mitti'ls Kra]ijt doch ebensio uii\vahi>;rh(inlicti erwheinen lassen. nuilsti' eben einmal der 
Venuch mit möglichst vielen und vti^chiedenen Pflanzen und mit müglicliät vielen und ver- 
idiiedenen Farbstoffen gemacht werden. Es wurden zu diesem Zwecke Wasserpflanzen und 
PhanerogamenwoRdn in verdünnte FaritUlBougen gehndit nnd nach genügender Faib- 
apdcberong gOmtigett EnabrogsveihlltaiBaen anageaetjst Da« Venmehareanltat war besOgUch 
dea erwttnaditett Reaaltates Jedoch hi allen FiUen ein negativ««; wed«r die tfembran noch 
die Starke seigte neb gefiubt — Wiire ebe Firbnng erfolgt, «o bitte man ans der Faib- 
verttilnng wahiaehebilieb anf AppoaUdoii odorlhtaasnaceptloa eddieben ktonoi, wobei bcaondos 
im FaUe der Appoaieion die VeAUtniaae kkr geiegco bitten. 



1) pnhampl, M*m. de l'Acftd. de Parii 1743 n. lä. 

2J Bmadt, Biolo^ucfaM Cuumlblau 1881, Bd. I, iMwbachtete Bismarckbmiuil&rbung tou Protocoen, 
BUnMiyllaftilnug tob laboMHgiw JaOibm vni Sownntiardwa. 

3) Gert«* (Zoolagbdnr Ampfer lKl)t«atanit4»li*i«taiideiMUiMl!lntkarpaidMBHcbBtt 

4) Pfeff f r , V irl iufitr - Mitteilungen über Stoffaufhahme, Bot. 7.tg. 188« R In dem, mir IHilrr crit narh 
Autffiliniiig dieser L'utcri»udiuu£cu zur Hutd gakoBunaien Mufttbrikhen Äalmtzt : Über A ufmünwB von Anilin/Arben 
fB lelieiid* ZeUca (Virtm Bot lait TVMagm, DL IM. H«ft 2) tallt PC In «b«r Ammnlnnv nit, diOk er Ber- 
liner BLta ia die Zellhaat e-inLitrcrtf:. <lrtH r^ii'Ii dU: 'SUm\n\in nhcr nli lit viilUtiiniliK ßrbto und »ich *o die Hoff- 
luuig nicht naliiien«, aut diese Weise ein Mittel zu erhalten, das den Vorgang des DickenwadutiUM dar 
Zdlwiate ia «amiftOallw WdM m utaditUw geitatut Utte, 



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Nach die.«!'!! vergeblichen Verstjrhpn, die ich hi^r aber kurz envflhnt haben rofichte, 
nin CoUegen etwaipo Beniflhunp<»n in dieser Hichtuntr zu ei-sjiaren. versuchte ich es, den ent- 
gegengesetzten Weg einzuschlagen, iiAmhch die zu Beginn de» Kxperimentes vorhandene 
Membran an der lebenden Pflanze deatUcb durch F&rbang kenntlich zn machen. Auch so 
war ja tSa» fiwntwoitiiiig dtr gwteRtai Fnf* wmUm der Pfluin Mtbrt m nwnteit 
findit naadkli di« KtuMam eiiMr geftiitMi Mmbru dvnli IntoMvaeeptn» atatt, m mb 
dicMlbe in flurem ganwn ümfiuiBe gclhrtit UeilMi; der Fartwoton «ixd mH der Yndklnuig 
oder der Veittagemig nur bkner werden mOuen, and iwar um ao mehr aa den Stelteo, 
wo daa BÜUrkate Wacbstom sieb eineteUt ESa Wadwtnm durch Appontian mala sieh ebenso 
nnverkenobar dnreh AnfUgenuig vOlKg ingeftrbter Schiebten auf die gtftrbten menkenneiigelieiL 

Im Frühjahr und Sommer 1886 stellte ich zunächst Versuche mit Holz, Sklerenchym 
und Hartbast an, deren Zellmembranen sich sowohl durch starke Verdickung, als dnidt reich- 
liche Aufnahme von Farbstoffen anszeichnen. Zu den Versuchen wurden I'flanzen frewUhlt, 
welche sich leicht durch Stecklinge fortptlanxen lassen. Von die?.en wurd<'n zu Hegiiin des 
Sommers Zweige uiUer Wasser abgeschnitten und dann kürzere oder längere Zeit in Farb- 
stofflotiungen gestellt, bis der HolzkCirppr und etwa vorhandene Hartbast- und Sklerencbym- 
elemente deutlich gefärbt waren, wuide dann unter VViu^er einige Millimeter oberhalb 
der ersten SehnittlAcha eine neue hei^estellt und die Zweige ab Stecklinge in Nährlösung 
oder damit bcCeocibtcten Sand etngq^buut. Die iua Terwandten Pflanien, Pappel, Weide, 
Oleander, Fnduia, Fdaigonittm und Epben lieferten äber mit Metbylenblan, lleOg^gran» 
Hethylvidctt, Fnehab, Eosin, Bianaxeklffann, Hoffmannsviolett, Ptmud, Cbijsoidin, Ponoean^ 
B«t und cJaigen Naphtalinfaritoi, aneh Campeehebolseitnwt, Safhotin, Tka|riU>lin und anderen 
Ftrbenittelii Imlaag keine Inmehbaren ResDltate, indem «meneita die Plhmxen eingingen, 
ai^nneito die FaibatoiTe sich nicht ak balthar erwicaen. Dieaa Temcbe mit lanhliiMmni 
§a4inke ich mit einigen Abftnderung'en aber wieder aufzunehmen. 

Als ich im vorigen Winter dann auf der Zoologischen Station zu Neapel wahrend einiger 
Monate Helepenheit hatte, die Flora des Golfes zu studieren, und mir ein reiches Material 
von biphoneen zur Veiiugung stand , deren einzige und ziemlich dicke Zellwand leicht zu- 
gäitglkh ist, nahm ich die Ffirbeversiuehe wieder auf. Caulerpen (proliferal. Derbe.sien und 
Bryopsisarten wurden mit »eewasscrlMicheu mir zur Veriügunf stehenden l'arbstoß'en (darunter 
Congo-Rot) gef&rbt und in reinem Seewasser weiter coltivirt. Das Resultat war aber in allen Fällen 
daa, dafasidi die lebendig gebliebenen Pflanzen raaeh entftihten, irtliTeBd Pflanzen, weldw den 
Fniwloff behalten haltan (wie i. B. nnmer daa MeÜq^violett) aicb ab abgcatoibcn erwicaen. 

AbkiDdL *. SiMknik Gm. Bd. ZT. 15 



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Da die HembiBii gtgMObtt wmlflilielwn FailMtdiMi u dir liboidiH PfliiM oimbar kdit 
iltikes ZurllcUaltuBgiTeinSgeB bcritst, m winde die Fortaetnuig dietcr Vennehittihe uf- 
g«ge1»eii und der Vemeb genuMlH, die Membm mü etmm wdMIdMn F w fcete g es 
iapiagniren. Ei M da» nattMidi mur m nsglidi, dab diewr Fartaloff an IMUchen Baatand- 
teUaD in der Memlmii selbafc eat eneagt wird, b der aaiimUackeii Pbyrielogie wird n 
Uudiehan Zweeken sdion längere Zeit da» Berüner Blau angewandt,') weldia» maii ans 
Ltangea foo Ferroqranlodiani und ven EiieiMMqrdaals bei »aaMr Bealctioii de» Sobstiates 
entwickelt Audi bei Pflanzen ist es in n(>iierer Zeit neben einer groben Anzahl andrer, 
8U8 Lösungen erzeugter Miederschlftgc von Klebs*) angewandt worden, um In der Gallcrt- 
scheidc gewisser Süfswasper-Alpen eingelagert nnd zum Studium der feineren Organisation 
jener Gailertt' mitbenutzt m werden. Die ersten Vorrersuche, ob sich auch die Zellwftnde 
zur Kinkgerujig von r>t>rliner Blau eignen wdrden, ergaben gleich positive Resultate, so 
dab sofort zur exacieren Vci-äuchsanstellung geschritten werden konnte. 

Zuo&chst war die Methode noch genauer hinsichtlich ilirer Brauchbaricdt xa prOfea and 
wann vor attm fidgende Fragen zu lieaiitworten: 

1. Bat <fie Ffabdi^r nnt Bttüner Blatt kamen idddliohan Ehillaik anf daa Lakan dar 
Pflanze und adf die normale Tkltifl^l: de» Pratopkwaua? 

2. Trift (fie Fllibang die ganxe IMdce der Membran nnd kA rie aime gleidimllfirige ? 

3. Bleibt dieFftrbnng eeltiet ULngereZeit zn den gewUnsditenBeobacktnngen erkalten? 

4. Yeninecht die FUbung nicht die Yer&nderung wesentlicher Eigenschaften der 
Membnn »dkat? 

Die Methode des Färbeius. 

Wa? ziirflclist die Methode des Fftrbens betrifft, so ist man bei der Darstelinnp: des 
Berliner Blau auf das rerroiyankalium und ein Eisenowdsalz hinp^wif^fn. Operirt man 
dagegen mit Tunibulk Blau, welcher FarljätoÜ' zu den nachfolgeaden Vei'sachen ebenfalls 
verwandt wurde, so ist wie bukiumt Ferricyankalium und ein EisenoxyduliMilz zn verwenden. 
Zur Uerstellong des Berliner Blaues diente Eisenchlorid in sehr verdünnter LOsong, zur 
DanlaOnD^ daa latitgeBanntatt nnaa nOcliBama Hsenoijdid. Um bei dar Flibong ndknaU 
voROgeken, »ndite idi zmadint AnkaUsponlcte bezflgHek der Wirkung der einietnen Salz- 

1} Cl. Beruftrd erzeugte duselbe ia üerisdieu Gewrebea durch getraute Injektion der beidea cur 
BiNtaBg wnätim ÜMtaedteilau L^ow mr Im prnfriMta flvriolaciiiiM etc. II. ISN. 



9)L a 




— III — 



lasnupen auf die Pflari'e y.n pewinnen. I>i<' I'tlanzpn des Meeres gewahren nnn schon inoofern 
eiuen betjonderen Vüitheil, ab »ie »clion au einen liolien (.ieluilt des umpehenden Medinms 
an minerftlischen Bestandteilen gewöhnt resp. darauf angewiesen äinil. — Dem Seewateer, in 
w«ldi«B C«oI«ipcD, BorlMsieii «nd Biyopsis gehalten urorden, inirde trapfoiwme «ineLdnmg 
v« Fcnwjniikiliifiii in SObwMMr zagaelnt, weleher danellM 9«. Ctewidrt) wte dem 
Mencswaner gegeben voNten ir«r, w dafc damit keine eigentUelie VeidflnBiing Terknllpft 
«ar, Audi «orde dnidi diesen Ziaati der isotoniadw Wert dce 8eaw«Meis ftr die YeniKliBp 
fflannen angenadidiiUdi nieht belangrdeli t eitndevt. Letitore wnrden bei allnlUigeiiii Znaata 
der BlntiangenBflUiaKDQg mOEnekopiedi beobaditet und ertragen einen beben Proientgebiit 
denelben (bie 40'/i)*) einige Zeit aehr vobL Anden iriilct die LOAing -wa Eiaencfabirid efai, 
ndcbe adien in geringer Concentration das Absterben der Pflanze nach kurzer Zeit bewirlct. 
Es entsprang aas dieser BeobacbUing also die Forderung, die Berührung des lebenden Proto- 
plasmas mit freiem Eisendilorid möplirbst: zu vcrrnriden, d. b. immer mit einem t"T)er&chnf8 
von dem wenig schädlichen FerrocyaiikMlium /ii arbeiten, und dadurch den Zutritt freien 
Libenchloridü unmöglich m mnclieii. hm Nebenprodukt der tniset/uiig b«i der Bildung des 
Berliner Blaus, velcheü ja auih noch in Betracht zn -ziehen int. besteht nns Cblorkalium, das 
sich bei der geringen Quantität seines Auftretens auch uuhdiüdlich erwies. 

Zur Firbnng muden deogemlfa ^fecwuidt zw« LOeongen, deren ente ins 1 TeD See> 
maaer nnd 2 TeQai Snbweaaer beatand, welcbem letzteren FemN^ankaliDni Us na Salz- 
g^t dce Heenraaeen angeaetst wurde. Die iweite Lüenng bestand aas 2 T^eo Seewassor 
und 1 Teil SOCmanw, weldiem letsteren einige TVopfm Eiaencblarid bis an aehwadier 
Odbfiurbung angesetzt worden waren. Die Eiaenddoridldanng imetst »eb mit SeewaiMr 
nacb knner Zeit und mnlä deabalb vor jcdeamaligem Gebtancb neu beigeateHt werden. Znv 
FAibnng mit Tnnibiills Blaa wurden entsprecbende Losungen rm Fem^ankaBam und 
milchsaurem £i»enoxydnl verwandt. Im Laufe der Untereuchnngen wurde der Färbung mit 
Berliner Blau der Vonog gegeben, da daa Eisencblorid in der Membran, wie es scbeint, 
nacher vordringt. 

Die m Hurbenden Pflanzen, welche eine r e i n e O b e r f I a c h e besitzen müssen, wurden aus 
dem See wasser in die Ferrocyankaliumlösiing gebracht (eine bis einige Sekunden), dann durch 
ein Gefells mit reinem Seewasaer ra-^eh durchgezogen, um die ftolserlich unhuftende Hlutlaugen- 
salzlösang zu entfernen and dann einen Moment in die Eisenlösung eingetaucht ( Vi bis 



1) V«lHv«Mite AnMvaalallwlMttg rite «04^ Smwhnt). 



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— 113 



2 8w.), vm. Heh äbwnaligMi DmpdmdMD dnid tte i w i mr wcshmls «m Mcnd* 
FwfpqiiiWiiiiilftinug gebncbt qod danadi In ratn» SeemaMr mttnr knltiflit n rnndta. 
Dw Vonehsobiskt idgt ludi «iiuHdigwr Anirairiang dlMts VwAdis«u ria» VUk Umm 
FiibooK, ^* «Ivr^ voniditiige Wtod«r]iolniig aber oliebttA gvrtdgat wardaii kanii. Bi 
M MlbitTCnttiMllidi, daft man aidi nit garia^laa «iMn adua bnidihataa JatmaitU 
bflgaOgt 

Bbübift der liclHiiig «af die LebeMttdttislEeift d^r Fflnae. 

Um AiiftcUub ab«r di« ESrnriikiiBg dw FubaTerffthrans and dia eiagalagertaii Färb- 
atoffaa aof «fie LebaaBtliUigkdt der Pflanae so erbagan, aina Ebiwtakoag, wddia vidlaidit 
Anlab xa pattudogiadieB Yoiglogea g«ben kftmite, wuida «iaa stränge Kontndla der yenudia» 
pibuuea vor and pach der Flrbang vaigenonunea. INecelbe bezog aieh aaf die Geachwindig- 
kdt des Wacbstams, auf ^ Fi«to|iilaamastT6maiigen und die Woebsfiuia. Eine Aaadcbnoog 
der Kontrolle auf die As-similationätbatigkuit führte m keinen sicheren Anhaltspunkten. Die 
Wachstumsgeschwindigkeit wurde su festirestellt, dafs die Pflanzen auf Glasplattcben fest- 
gehalten wnnJcii, die mit oinpr Skala von halben Millimetern versehen waren.*) Diese Platten 
wurden diclit an den S( lieil>cii des Aquarinms anfffpstplU. so daf?ä Skala und Pflan/.enspitze mit 
der Lupe betrachtet werden kdnnten. Einige Tage vor der I'ilrbun!; wurde mit vierstündlichen 
resp. sechstUndlichen Aufzeichuungea begonnen, wobei die anf /ehntel Millimeter ab^fescliiitztea 
Zuwachs ein deutliches Bild der WachstumsintensitAt lieferten. Die genau bezeicbtietea 
Fflanaen waidea dann itadi ibrar Färbung abermals vor der Skala beobachtet und nur die- 
jenigen SU weiteren Beobadttangan verwandt, welebe bei mebrtagiger Keatrolla anaMhemd eder 
gaitt gIdcbnftMg weiter «aehBeD; alle anderen wurden doieb neue Vcnufibaobjekte eiaetzt. 

Warden die Gte»piattchen mit der Pflanze in fladie SebUeben mU Seewaaser gdegt^ 
nnd unten Mikmakop gebnebt, ae kennte die Qeacbirindi^eit der ProteptennaatrOmongen 
an besttanmtan Orten mit Hille des Zeiebanappaiatas festgestellt und vor und nadi der 
Flrbung verglichen werdea, wobei natflrüdi anf mflglidute Übereinstbnmung dw Temperator 



1) Dieae Skalent&felchea stellte ich durch ('In rzii hco von (iHapitUm mit einer JtlnnBn Scdifht sf>!^ 
Negativlackei ber, in welche mittelt a^tser Nadel p«niliele Linien von getULsotem Abstand eingeritzt wurden. 

lieh uc)lt^!\r. 

2) £< üt uizumthen, die Schalen dabei unter Seewaaser za uadim, m daft die PMninhnn nidit lai^ mit 
te Laft ia «Nile BciUbniig Imubcd. Ba aehakit «et iumr mh gvwkaea attto^ mftia^ n 

V» lUk iMMMdm la O a it ilt — rgirThrftii In lir Ifnalm Iii Tiftinnw TTufcion pltiMS mdmi inimni 



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und sonstiger, die l'ioloplaüiiiabewegunK beeinflossend^r NehenumstiliMie g^ehen wurde. Es 
leigte sich, dals die normal weiter wachsenden l'Han/.chen ein? im Mittel sie Ii leleich 
gebliebene Geschwindigkeit der Frotopi«aiuabüWügung beioehuiii:n iiaticn. Die. Cbur- 
mefciug der Wodufam riehtofee weh bowiiden darauf za seh^ ob lUe nonnalen Pro- 
poitknm ladi d«r FMw« IwüMtelteB wvrim, «b di« mngaMIdife« Tiit» iiUht dtdnr uid 
nid« tdumchligw, okkt Uafar nd aidit kflraw moea, ab bei ufeftrbten OdjekUtt. D«r 
Umtandf dab die den frtien Mem entboboMii und In Aquitaa uter lerlnderten 
EraibmiigBferltlltiiiiraD fadtivirteE FiaiiMii melir oder minder grobe Abweidmiigeii in 
Ibbitna tod den frei gewechBenen «afmiaen, madit netfriidi die Vergkielnuig der geftilitea 
Odjelct« ndt besonderen, nnter den gleieben Aofsneii YerhlitiiiaieD kaltiTirten KontroQ- 
exemplaren notwendig. Bei dem Vergleich mit diesen ileDte es sich heraus, dab durch vor- 
sichtige FArbung keine wahrnehmbare Sttrnng aof die Geetaitangsvoiglnge der 
FÜanzeo zu ericennen iat 

Wild di« Kembnn gui, md dabei glelehBäJiyg geOrlit? 

Die nikroekepiacbe Dntenaehniig d«r, gleich nach vollendeter Firbmg lo fipiritu von 
70*/t eingeeebeten Pdeazen idgte, dab «fie genie Membnn einechlieblich des hmenn 
«GreDdavtdieu* Fferfaetoff hi eidi eingelagert hatte. Die mit dicker Memhmt vendieiie 
Otm&ijw (bei welcher in der Regel auch die längste der angewandten Fftibeieit zugelassen wurde), 
war darin von den dttnnwaiuligen Derbesia- nnd Bryopsis-Arten nicht za unterscheiden, soweit 
die jflii?en-ti noch nicht enorm vprdi(kten lUfrioiien der Membran in Betracht kamen. Der 
Fiirli>t(iff zi'itrte sich vPillif: homopen in der Membran vertheilt, auch mit starken Immcrsions- 
svstcnien waren keine Kurndien oder auch nur kömige Strukturen zu entdecken. Vj^ mufs 
de^haib wohl eine lösliche oder \ielmehr gelöste Modifikation des Farbstoffs hier vorliegen, 
ein Umstand, welcher für die gleichm&faige Verteilung desselben in der Meimmtu hohr 
vorttilbaft ist') Wir werden sogleich sehen, wie es Icommt, dab damit da« Berliner Blan 
dodi nfadit die Nachteile verbfaidet, wekhe £e UdidieD AniliBfeibetoffB von der Bipeitaumtri- 
nntenadrang anigeschloemi hatten. 

1) Das Bertiner Kinn tritt gewöhnlich in Gtistall ciuts florkiifen N'ii Jf'.rf.ihlaifs auf. lu diT tleri-sehaa 
Hütologie nnd Fh^siolugie wird aber «cbou Ulngera Zeit tnds ein Idälicbes Berliner Blau angevraiidt. <a ietuu 
DwMdhüv Brtck« aiiw gmum T«iNMft g«k Hort Dr. P. Xayar in Ktupal itallt mutiu, dalb » nr 
miang «inen kleinen i'^bcrschafa Ton Fcrrocyankaliuui benutzt uu<l den so i^eiviinnenein Niedereolita«: auf dem 
jrutar Bit tetiltinMii Wmmt avawiacbt. Kacii «iaiger Zeit Uofi darch das FUter di« biaiw hüMOi, tob der 
tSxkt Mant Iii. ob rf» eine phynilriMwii» ate tktmkAm MattOa/ätm te iMwgwrlilaBtBia TetUate« itl. 



— 114 — 



Die Farhnng zoitrte 7,wei schürf ffcschipdonc XüanrPTt: die nicht cuticularisirten Schichten 
waren hellblau, die ("utinihmhichtrn dunkler hlau fref.irbt. Inm'rbalb dieser gesonderten 
Gebiete war aber die Filrbung eine gleichmftfsiffe Knie Aupnahme von dieser 
Regel liefe sieb jedoch dann zuweilen beobachten, wenn zwei tjchichten der Verdirknngs- 
masse durch eine scharfe breite Trennungslinie von einander abgesetzt waren , dann war meist 
die innere etwas schwacher gefikitt als die tollBere, eine Thatsache, die fQr die Beurtbeilong 
iMt VämchBeigelnune naUMicfa wichtig ist. 

Bleibt die FarhunK der Membran » rhaltenV 
Der Umstand, dafs das Berliner blau in der Membran uufrens( heinlu Ii in irgend t^iner 
löslichen Modifikation auftritt, mufste die Befürchtung erwecken, dafs v» scblielslich wie jeder 
fladra angswuidte Udidie Fndbdf am d«r UembnH auwindflni wOide und la den WadMi- 
taawveniKhen deshalb aadi imbniichbar wL Der Veriavf d«» Experimcnta zeigte aber, dab 
von dieser Sdte nidits m bcMrcfaten ir«r, er wies jedodi auf eine andre Scbsrierigkeit bin, die 
aidi ent naditnglidi hMiiualdlti. Hat ttsn nimlhdi BtTofaiB, Denbeaici oder Gaoleipen, 
aodi andre S^boneen, Fioridecn etc. sdnOii Uu geAibt md aetit aie ra reines fieewtsaer 
zullGk, w findet nan Mhen nadi ein«' Stunde, dab die Farbe viel Uato geworden ist mä 
nach einigen Stunden oder gar einem Tage iat auch jede Spar d«r Uaoen Fftrbung ver- 
sdiwunden ; die Pflanze hat ihr normal grOnes Aussehen wieder erlangt Anfonga filhrte ich 
dieses Verhalten auf eine thatsftchlirhe Auslaupimg der blauen Lösung wirück, aber schon 
die Beobachtung, dals eine verh&ltnifsniftfsig kleine Wassermeuge von sich entfärbenden 
Pflanzen nicht den Schein einer blauen i-ärbung annimmt — wie es bei MethTlenhlanfarbung 
z. R. der Fall ist — deutete auf eine andre Tmche des Vei"seb winden« hin. D&a Berliner Hlau 
mufste sich zen^etzt haben, es mufste in eine furbluät: uder tiust turblo^ Verbiuduii^ umgewandelt 
worden sein. Bei Beriiner Bka hat man dann immer zonAchst an die Zerlegung zu denken, 
weUbe Alkalien mAwSUdug vonEisenoxydhydnit «der Eiaenozydulhydrat und tintwBfleUiiUbinf 
von Fcmcgrankalittm bewirinm.*) Dn nun lebendes Pnitoplaaain aUgemein älkaüadie Reaktion 
zeigt, so lag eine deraitige Umwandlnng des Farbatoflea an einer kaum geOrblan ESaen- 
-raKbmdnqg an nächsten. Die Beobachtung, dab Pflinschen, weiche heim Fliben doidk 
iifend ein« Unfoniebtig^ g«ditt«n hatten, «idi vid Ungsan«r «ntflirbten, als aoldw, weldw 

1} IMs flNwretfHih» fMBUl iBitet BiMiMn;4bHnt> in *" MaiAna «Mat abtr, tMMcI« mttit dtaa 
BMtb 4m SscwasBen, das ferbloce Eisenosydnlbydrat co eatateben Krwkrmt nan blas geftrbte Xmbranw 
in BUamm ait XalüsiKe, diu wwdm «Mdben gMOA gtOtht dwch 4m WMMbwde Ogjihjim. 
ininte Weiss knwt fis Bmftita« taih aal«waft%s UnMi^r <h ftHsjhswM n ttMiL 



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- tl5 - 



nicht gelitten h&tteii, war dieser Annahme gilii.stig. Wenn nun un Stelle des Berliner Blau 
das uolösUche Eisenoxydulhydiat in der Monbraa festgebannt war, so muEste es geUngen, 
dbmelli« bei^Midigang daa WadataMBWiiimiiiitM tiiaJw iiirBwawrBkHi wuMkmU km aod 
M» an Ort «id SAelle iriodor aiektbar la machen. Ei moMe la einem Salsa galM, in 
Momente der Loaang aber auch an Ort und Stelle niedeigeachlagen werden, na idae 
DjJhaiflii ala Lilamig n verUnden. Icik Taeraelito diea n emidMn, intan ich die «ntlhiliteii 
Oljjdite («der Schnitte da¥on) in eins, mit dumiadi reiner, vor aUen aber «iaeitteiair flali- 
iinra aogeaiaaito FemcyaidadiiuDMMUig einlegte, «der aber «nt in Fecvoejnnknüu, dann 
In Salalnre biacbte. Der Erfolg ergab die Richtigkeit der Pr&misse: Die uisprünfl^ ge* 
ftrilt gewesenen Membranteile nalimen fast momentnii ihre blaue F&rbong wieder an. Nicht 
vorher gefhrbte Membranen, welche der Kontrolle halber auch ao bebandelt worden, blieben 
farblos. 

Die zeitweise Entfärbung der Versuchsobjekte ist dalier für die Brauchbarkeit der 
Metbode kein wesentliches Ilindenü.s, dieselbe bietet iiu Uegenteil ein willkommenes Merk- 
mal, am Pflanzen, welche heim l'Ärben irgendwie geschadigt worden waren, von denen zu 
aondem, welche intakt aus dem FftrbeprozeeB hervorgegangen mren. 

Bei Anwendung von TumbulFs Blau ist der Sachvertialt Slmlich. Zur Regenerirang 
de« FariHtoiee ▼arweod«! aum ebi« ang e tfnerte Lteong von FerrlcynbiUnu. 

Soweit erwies sieb also, bei praktiidier AnMdudtnng aller zweifelhafter Versuchsobjekte, 
die nibemetbode bnoebbar. Ee stand ab« nocb einer der wiebttgaten Pnnkte zur Em» 
Scheidung ans bi der Frag«: 

Verursacbt die Färbnii^ ki iiu> wesentlichen \ eriiuderaogeii in den Eigen- 
schaften der Membran? 

Mit der Einführung des Farbstoffes in die Membran wird in dieselbe ein fremder Bestand- 
teil gebracht, den die Membran normaler Weise nicht enthalt; es mulste deshalb festgestellt 
werden, inwieweit derselbe die nonnalen Kigeuschaften beeinäuist. E& sieht wohl jetzt all- 
gemein fest, dafg die Membran der rtlaD;:(;nzelle nicht als etwas Lebendiges angeseheu werden 
darf, wie das vor Zeiten einmal geschah, sondern dafs der Trflger der Lebenserscbeinungen 
ladigüdk da* PvotgidMnia irt. ICan kann dabw nbbt von lebendiger nnd toter Menbina. 
«preeben und dedudb mdi nicht bebaiqrtien, di« Hembnoi «ei durch die Fiibnng abgestorben, wie 
«twn tisi Infkttorfnm bei der Anbsbme von MeOylviolett abstiibt. IM« Mcnbina Ist alt etai 
irgendwie geUldetes Aanebeidvngqwodnkt ein« l«blose Hüll«. Aber andi in einer solditti 



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— 116 - 



können Hufeere Eingriffe, weiche nicht prerade direkt zei-störend wirken, doch pcwisse patho- 
logische Veränderungen hervorrufen und zwar aul doppelte Art. Einmal iät im denkbar, dafo 
durch die Einfllhrung des fremden Bestandteiles die Molekularstruktur in ftuli»eriich kaum be> 
neridintr, «btr d«cb tMl^nUinid«r Weite gertürt «ird; ««itwliln wnnag aber wa fremder 
BeetenÜeO «neb fte Wedieetwirkiiiigeii, welcfae nrisehen UemlueB und PntoplaBne auweifel' 
lieft stattfiirf«B*) m mtadern, bexiebnogeireiee m hemmen. Beides ist nidik leicht n km- 
■fefttierBB, Bobeld ee aidi imi die fBineran, nmeren Wahni«limitngeii edtwer mglagfidiea Voi^ 
ginge beaddt Nor die giOberai, eDerdingi enf jenen Mnaten StEoktnrfeiblitnilhea nft 
bereheaien V«rlndwttngen leewn sieb ebne weiten» beebediten. Der geasen FngAi inrieweit 
die Membran pathologisch verftndrrf i>t, lafst sich daher nur so beikommen, dals man ihre 
flqralkaliscbcn Eigenschaften — Dehnbarkeit, Elastizität, Quellbarkeit, Verhalten gegen Farb- 
stoffe, polnrisirtes Licht und Lösiinfrsmittel mit den bntreffciideii Ei;?f'nschafteTi normaler 
Membranen vergleicht, andrerseits al)er das Verhalten der Membran zu der Lebenstbfttigkeit 
des Pix^toplasmas i und umgekehrt; wohl ah !<icherstm Anskunftsmittel in lietracLt ^ieht. 

Die Erfahrung vonKlebs,') dals Kinlagening von ikriiner Blau in die Gallertschicbt von 
SQfswafseralgen die Desorganisation der Gallerte nach sich zieht, legte den Gedanken nahe, 
4el^ die Fftrbung aucb tnf <Be Menbfiii naditeiUg datrirken wOrde. Da niro Gleiebgemebt»* 
atorangen In derlldebidentrakMr mjek mit einer Vo In mtertadernng qoellbarerKOiper 
nwemmengebwi» lo iratden innldiBt Uesenngen nadi dieaer Biditnng voigeiioninien nnd rmt 
m Tenebiedenen Biyi^räh und Decbem^Arten. 

Die Dorebsiditigkeit denMdben geatettet, die Dicke dar Zelhnembnn ea der lebenien 
Pflanze genan feBtinetellen «nd mtUds Zeldheoeypaiatee an ebier bea^mten Stelle m meaaen. 
(Eine Bestimmung der wabren Dicke fat nicht nötig, da es nur auf relative Ortben ankommt). 
Die betreffende Stelle der ausgewachsenen Zellmembran wurde 3 Tage vor dem Farben» 
dann unmittellinr vor dem Farben, nnmittelbar nach dPin Färbmi und 8 Tage nach demselben 
auf diese Art gemessen. Es zeigte sich unter 27 darauf hin geprüften Membranen nur bei 
dreien eine geringe Volumvergrö&enmg nach dem Filrben. Bei iiileo tutderen hatte di# 
Einführung des Eisens keine Volumanderung im Gefolge. 

Die Yergleichung der Dehnbarkeit und Eieatizitli wurde durch die Beobecbtnng itt 
MimMamg nnd Zuaaunemdehnng bewerkstelligt, wvidie Derberia- «nd Bryoprie-Meaa bnni e m 

1| £in EinfluCi das Fr«U>plMiiiu auf dio MembrAO gebt aus den scbueUea Zerfül üalirt«r Ueabru«» 
hmn, in u«ekalitte wiid hsepnidilidi m tar DveUifti^tit te Knitou thUigM. 



9)1.0. 




in gef&rbtem und ungcftrbtem Zustande zeigten. Die zu untersuchenden Stücke wurden an 
zwei Punkten festgeklemmt und mittel» angehängter Ccwichtchen gedehnt. Je zwei gleiche 
Pflaiizt'ntpüe von derselben ungefÄhren McmbranstArkc wurden npbpnpmjinfIfT vor Glasplatten 
mit Skala aufgehängt und die Strecke von 1 oder 1 ' t Ontimeft ni der Üebtinng unterworfen. 
Ik'i I'tlAnzchen mit unplcii luT .MfiubrainlR-ke wurde diK»e mit iti Bcicchnung gezogen. IL^ z<Mf:tc 
sich bei eiuer grossen Keibe von Vmuchen im Mittel kein L uterschied in der Ocbn- 
barkeit und Klasticit&t zwiadien nicht 211 stark gefärbten und iiiigeflUrbt«D Membranen. 
(Es möge biw nebenbei bemerkt werden, dafa die Deboberkeit derSiiibiODeenmemfann eine «dir 
hohe ist) Die teigldebenden licsBimgen wmden vorgenommen soffiirt nadi der Fttbong 
uid eplierf als da» Berliner fiten echon in die fiurUoM ESeenTabbidimg mwandelt «ar, aber 
ehne dab neh tin üntcnebied zeigte. — Die DefanbaAeit der Gellnloee ist abtf in Bezqg anf 
Ihr WadiBtnm (man denke an die Abhingigkeit ddaelben vom Tgrgor) rine der vichtigatM 
Eigenschaften. Die Intnmnaceptionatbeorie bat seit den Sache' und de Vriea'achen be- 
kannten Ausführungen in hervorragender Weise damit gerechnet und auch die Appositionstheorie 
rieht dieselbe beim Flachenwachstum sehr ins Spiel. Der verschwindende Kinflufs der Eiscn- 
einlagprung auf diese Kigenscbaft ist demnach «itseliieden bemerkenswert fttr die Beurteilung 
der Versuchsresultate. 

Die Vergleirbniifr der 1 arbung, wolche die Membranen in Farbstofflcysungen annahmen, 
geschah in folgender tinfacheu Weise : Ji* wurden je drei Spit>a*c einer Spezies zugleich unter 
dem Mikroskop beobachtet. IHeselben wunden möglichst gleich alt und gleich staik gewählt; 
der eine wnide von vngeftrbiem Uatenal «ittninien, der 2wdt« toh eben geOrbte«, der 
dritte Too beretta entfilrbtem. Die FaibBteflABong ik>b altanRhlidi an, ao dab neben .der 
InteuitU auch die Geecbwindigktit der FirtNmg w fieobacfatong gelangte. Zwischen den 
Sproaeen 1 und 3 waren bei Anwendung aller mir an Gebot stehenden Farbstoffe kdne Unter- 
adiiede weder in der Geschwindigkeit noch in der Intensitit der Flrbwtg n efkenaen. I)ie 
hlaa geftrbten ergaben Mischfarben von Blaa mit dem sngesetsten Faibsto^^ bei Fnehain* 
ftrbnng z. B. also Violett. Auf Zusatz von Kali m solchen violetten Schlauchen wurde das Blau 
zerstört und es trat dieselbe RotfÄrbung hervor wie in den anderen Sprossen. Bei An- 
wendung Fmircr Tinl;tinnstnittPl wie EssigsAure-MethylgrOn wurden die Farbentöne iti f1f»r 
eisenhaltigen M< iiibran nndrc. mit l incm Stich in's Blaue, der sich aber aus der teilweisen 
Begenerirung des hiaucA leicht erklart. ^ 

Auch die QuellungseiBcbeinangen, wie solche mit Kalilauge, Schwefelsaure oder Chtur- 
ainkiod eingeleitet wniden, boten hetae durchgängigen Untcnchiede zwischen nicht ini]irBg- 

AMmSL 4. 8«MkM». MUrf. Om. M. XV. 16 



— 118 — 



Hilten und imprftgnirten Mcmbnuien dar. Im polarisirten Liebt verhalten neb schwach ge- 
flibte und ungefärbte Membranen nnrh »ranz eleicb. 

Der •irM^te Wert hei dfr lienrtcilmi!; (ier hier licharMicltcn Frafrc wurde auf das Ver- 
halten der geiarbten resp. d< r f iutiultcii Membranen (die im Füllenden aber immer kurz 
als „gefärbte" angeführt seien» im Lcbcii gilegt. — Verhält sich die gefärbte Membran dem 
l'rotopla^ua gegenüber wie eine normale ungefärbte; sind beide gegenüber dem lebenden 
ZeUeninbalte gleiebvertig oder niebt? Aueb dkse Fmge nnbto dabin beantwortet werden, 
dafa sieb beide in ibrem diesbezüglichen Verhalten nnd Sehieksat« soweit es zu 
beobachten ist, nicht unterscheiden. Ich acfallebedaazanichst darans, dafs das Pioteplasaia 
in den ansgewaebaenen Teilen der Pflanae, wo es nnr mit g^rbter alter Membran in Beiflbmng 
ist, ToUkommen lebenakrtkfkig bleibt nnd dais es dort nicht etwa enie neue Uembzan nm sich 
bildet, wozu es doch Ohig ist Eine derartige Neubildung tritt nimlicb in der That dann 
ein, wenn d;is Protoplasma VOtt der Zellwand losgetrennt wird oder wenn sieh Fremdkörper 
wie abgestorbene I'rotoplasmaschichten auf die Membran legen. I)a.s Protoplasma bleibt aber der 
gefArbten Metnhnn di< lit atilieu'wid in normalem Ziistamic I>i-r Ansfmisch des Stoff« ech^sels 
niiifs durch die Meniinati demnach ungchindeit vor »ich gehen und dieselbe wird nicht wie 
ein rci/ansübendcr Fremdkörper beban<1f!t 

Andrerseits ist in der Finwirkung dts» i rotophismus aal die Itchcbaffenheit der Membran 
Iteine Verändei-uug zu bemerken. Eine nicht anter dem Einflufe, unter dem „Schutze*' 
lebenden Pmtoplasmaa stehende Zellhaut ist, wie beraita erwihnt, sehr bald der Zentftmng 
nnd der Verwesung preisgegeben; sie wird mhrbe, serftilt in BraehstOeke und verwest scbliela- 
Ilel). Die vonichtig geAibten Uembranen wurden ab«r in allen beobachteten FaUein wie die 
normalen vom Protopksma erhalten. Unter ihnen bildeten sieb hin und da adventive 
Vegetationspunkte, welche ganz normal ansaebende Seiteosprosee enengten. 

Auch diejenigen Proaesse. welche die ursprtinglieh aas reiner Collalose 
bestehende Xellhulle spater in Holz, Cnticula oder andn Substanzen umwandeln, 
gingen bei der gefärbten Membran vor sich, soviel sich aus dnn Reaktionen ent- 
nehmen lafst. — Ks ist eine allgemeine Er^cheinun?, dafs die Zellhatit auf der an die Anfsen- 
welt crrenzenden Srite eine chemiseh-idivsii^alisclie Verändenrng erfslhrt. die unter dem Namen 
(JuticuUrisirung zu-Hanimengclaist wad. An den Stellen, wo die junire Membran iimdi eine 
dünne I^iumelle bildet, iät diese Cuticula gewöhnlich auch viel dtiiiner als später, wenn die 
Dicke der Zellhaut erfaeblieh angenommen hat Bi ist das besonders leicht an Längsschnitten 
durch die Bidaomapitzen von Oaulmpa zu sehen. Die der Cutieola zoiAehst liegenden Membran» 




— m — 



schichten miii^cn nho nach und nach auch cuticularisirt werden. Darin liegt aber eine, un 
das ].phm der Pflanze greknüpfte Veränderung von Membranschichten vor. von der leicht 
fest/ii-tr llni i^t, (ih sie an der geftrbten Membran auch ststttindet. Vs wuideji Lftngswhnitte 
von einer towV«/'«, die vor eiiagiT Zeit gefärbt worden war, m diesem Behufe angtk'iligt. 
die blaue Färbung wieder berge»ti'Ut und die Caticularscbicht mit Schwefels&ure isolirt. Die 
Cirticttlft lutte an dieseii Schnitten die mittlera nonuile Dicke ecreiebt» «e wir zu «ehm, 
dafo nicbt die Cndcide adlwt diueli btniBaKeption stirker geworden war, «od dem dah 
kaller gefftrbte MembTanaehieliteii darunter ebenfalls in Cntienla nm- 
gewandelt worden waren. Die geftrbte Membran nadit alw aagenacheinlich die 
stekke Wandlnng dordi wie die «ngefhibte, aei es mm, dalä dieae Wandlang dvrdi 
chcmiicbe Vnuetning oder dnrcb bleae Imprtgnimng mit einem, aas dem Protoplasma dort 
eingewanderten Stoff sich vollzielit. 

Die hier kurz mitgeteilten Voruntersuchungen zeigen, dafs die vorsichtig und nicht zn 
Ftark ptTiIrlitf ti Membranen in ihr^m wcscntlirlir-ri Vrrhiilten nicht von dfn nTii:r'R\rlitrri nor- 
malen Membranrn abwridim. dafs man es als«o wagen kann, die genannte türbemetliode 
zur rnten»uchung dtb WucLttums der Membranen zu benutzen, ohne befürchten zu mflspfn, 
künstlich erzeugte Krgebnisse an Stelle der normal sich abspielenden Vorgänge /u erhalten. 
Aber trotzdem mufc bei der Beurteilung der Vei-suchsresultate immer berücksichtigt werden, 
dafs in die Venudiaobjekte ein Itemdes Donent elngeflUirt worden ist. Fmdet daa Wacbs- 
tnm der Zellbant bei den genannten Algen in der Tkat anrnddielBlidi dardi App<iaitkMi statt, 
woran idi nadi mdnen Er&hrangen lüdit im geringsten zweifle, dann sinkt Uberiuuqit der 
stftrende Faktor, wcidier durch doi experimentellen Eängrilf veninadit worden ist, aof Kvll 
kenb. Aber aodi in Anbetradit eines eventnellen IntaasaaeeplionBvraganges ist dem Um- 
stände, dab nadi der Flri>nng ta der Membran ein mbieraliacber Bestandteil lagert, kdn 
aUzngrofBes Gewicht beizulegen. Fast alle Membranen ohne Ausnahme enthalten anorganJaclie 
Bestandteile in gröfserer oder geringerer Menge und es ist dabei gewifs nicht anzunehmen, dafs 
dieselben auf das normale Wachstnni einer störfnticn Kinflnfs ausüben. Nur von den jüngsten 
Membranen im Tr- und Folpemeiistem erhielt jniin liislung keine Ascbeuskelette, wahrend 
die im BtArksten Wu* liscn lit f^nHcuen ZellhAute von niiiicmUschen Bestandteilen immer schon 
imprägnirt sind. Will mm aber tintzilem noch den Kinwurf erheben, ein lntu.s»ujyie(itions- 
wachstum sei durch die Eiseneinlageruiig künstlich unmöglich gemacht worden, tio genüge 
dem gegenüber der ToriUfige kone HinwelB, dafs dor^ gemme Messongen ') an normal 

1) OitNltai ward» wtiMr «nten «mAMielnr altgateik «wdm. 

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■wacbsendra und nnjrpfürhtni Derbesia- und Rn-niwis-Membranen sich fi'ststf Ihm lAlst, dats die 
ganze Verdickun^f nur dun h Aiifla?rruntr pcscbieht, dafs intimusceiitious Wachstum in der 
That dabei unbeteiligt ist. Die dun Ii Kiirhuiicr (»rhaltpnen genetischen bilder stimmen aufser- 
dem so gut mit allem, was man au der gebunden ungefärbten Pflanze beobachten kann, 
ttberein, dats man jede Andeutung eine« pathologisdrain Vorganges oiMOMt mellL 

Auf dem Gebiete der Eqierimcntel'Pbysiologie ist ja eine geiue ReUie von Ecfidunngen 
nnr dmcb mebr od«r nioder gewaUseme Eingriffe so eitengeii. Diese Eifobnmgen dorfen 
dengendib nur mit gewiaaeii Vorbebalten auf die noimden LebenerMgtnge übertragen 
werden. Ifan wird ulebe EängiiJfe Att trotitden Teroehmen, wenn man daTen die A»- 
nllwnmg an one aaebgemftläe AnHuBong erwarten kann, wie ieb es nadi den mitgettilteii 
Vorvenaeben von der Farbungjamethode flberzeugt bin. 

V^rsuchsergebnisse. 

Die in l'olgendem mitgeteilten Krgebnisse beziehen sich, wo nichts anderes bemerkt 
ist, ausnahmslon nnf l'rtnnzcn, wische rltirch das l-'ftrben keinen nacbwpi«bnr«'n Schaden <»r- 
littfii li:tttfii. Nfiti-n üiNiluiiiuiivfii ''i'i t-'t'fSrbtPn Ohjpkft'ii wiTili'n iuicli noch scilcho an 
noinial gewuchbeiieiä uiul lokal geAuteii l'liaiut» mit^;eteilt wcrdfii, uui das (iemeinsamc der 
Vorgänge, wie sich darselbe im Apposition&wachstum ausspricht, darzutbun. 

]^BIuannspit2en geranderoiidkilftigwadiBeDderBMiB^nreder Csu/eiTra yrolifera Lmm. 
warm im Draember etwa zwei Centimeter weit geftobt wiuden. Bei vier dieser Pflannen 
zeigte das Wacbstui darsul bin nicht die gertaigite StBmng, bei dräen war es etwas, aber 
nur wffliig TerlangBanit. Die blaue Fflrbnng war bd allen aeben naeb 3—6 Stunden niebi 
mdir »n erkennen, du Zeichen, dab das Protopiasau nicht oder kauu geiUttea hatte. 
Nachdem die Plhuzea in veisddedenen, mit Seesand beschidcten Beblltem, deren Waaser 
dordi kMne Zuflflsae in kaum nennenswerter Bewegung erhalten wurde, wahrend 37 Tagen 
w^er gewachsen waren, wurden sie herausgenommen und in 70% Alkohol zunächst vom 
Chlorophyll entfärbt. Dann witnle dn.« Berliner Blau in saurer FerrocjanlcaUttmlOeung wieder 
hergestellt, was fnfät mtimcntan trcsihflirn war. 

Die Pflaiizeu baitcn nach den titglichen Aufzeichnungen waürcnd ihrer Kultur ihre 
Ithizome in veischiedenci Weise, alle aber ziemlich erheblich verlängert, dabei neue iilatt- 
gproese auf der Oberseite, junge Wurzeln auf der Unterseite erzeugt. Alle diese Za- 
wackse zeichneten sich nun auf daa Ueberrasehendat« durch ibre Farbe 
gegenüber den ftlteren Hembranteilen mos, aie waren alle weib, wlbrend die 
QiiQillDglick vorhandenen Venwdgungen soweit sie nickt weiter gewackaen waren wie daa 



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Rhizom eine Maae l-iirluing Ueä>al»€ii. An der I?hi7oiniixp wtirdf» nn 7Wf'i Expmplaren die 
blaue Farbe itach der 8pitze zu schwacher, dmn stt/te sie mit «i liarfcr, alicr sonst iiirlit 
weiter auspezeichnetor Grenze gegen die weifse Membran der Spitze ab ( Fig. 2). An dm mideren 
vier Yersuchspftanzen waren ebeafalls alle Neubildungen weils her\'orgetreten, nur war der 
Übergang nacii der Bliiniintiipitie bin dnrdi Riase dutnktemtat, wM» ehoelne ScboUea 
▼on blaner Ftrl« begreuten, die nemlicb ngeDee angeordiMt, «if der heUeren UntecUge 
bafteten. (Flg. 1 n. la). Die «nprOngUcbe vorbandene geftibte Menbiaii war da «Im ia Stack» g«- 
^rengt worden und diese dmeb die FlIehenTetgrOlMiniiig der demnter liegenden neuen 
Henbcwi aveeinander gertckt wonleD; dies am so wdter, je niher we den Tegetatki»- 
punkte waren. Besonde»» lebrrneb waren die adventiv entitandenen Blatte nnd Wondava- 
wachse. indem dieselben voOkoBun«! fiuAkw aos dem intfloiiv bkn geOülitai Rbixom berver- 
brachen. Die Membran war von den<<:c!hen gesprengt, nnd *w«r von dem 
jungen Sprof'* wio von piiipr stiimi)fen Niult t dnrchbohrt worden. Die aus- 
gezackten \\ iindraiuier wartn der jnpeiullicLeii Anssiinis.-iinc dirlit nngelcgt. Nach diesen 
Ergebnissen war au ein Spitztiiwucliäluui durch liitUitöUäcepüuu. ba.'sunders bei Bildung der 
neuen Sproiisc gar nicht zu denken. Die alfe Membran war bei der Anlage derselben nicht 
aktiv gewachsen, sondern war gesprengt worden, die Membran des jungen 
Sprosses aber wurde aus ganz neaein Material anlgebaot Diese ErBcheinuog war ao feappant, 
dab idi nmftdiBt docb tine VeiSndemng io den Etgenaehaften der Membran aeitene des ein- 
gelagerten Farbatoffes vranntete, und defidudb normal im fireien Meer gewaehaene Pflansen 
(denen man bei oberflicblicber Betradttmigkwn ^EnptionswaidiatDm* anmerkt) genanerdaranlhin 
betraditeteL Da wir denn »t aeben, dab andi bicr die, eine Streck» weit vom Vegetatkme- 
ponkt avftretenden Aouweignngen, wie sie bei Cmdtrpa pnHferu liemlldi btaiig beohoditet 
werden, alle die mite Membran in der gleichen Weine dnTckbreehen, wie «■ 
80 dentitch bei den geArbten Exemplaren zn ^eben ist. Besonden tl&t sich dies schon mit 
einer guten Lttpe an solchen Pflanzen sehen, deren Membran mit einer Decke kleiner 
Fldiiileen-Knisten bedeckt ist. Der junge Sprors kommt dann mit glatter reiner Hnnt niis der 
aufgerissenen roten alten liervor. Dn«» frpschildfrte Durchbrechen der Membran konnte fjanz 
rpppltnafsia' nn den dem freien Meere direkt entnommenen Plianzen festgestellt werden, es 
liegt al»o darin bfi den gof&rLten Pflanzen keine Ausnahme vor. 

Auch das Spitzenwacbstum der Kbizomc ') und der weiter gewachsenen Wurzeln und 
Blattstiele iat mit einer «bnlieben Dnrcbbredrang der Membran am Vegetationspnnkt adtena der 
^ 1) Voflfliiele ww spiter aber Detbcti» gwtgt wM. 



— 122 — 



fortwacbsenden SpiUe selbitTerbunden. Das Spitzenwachstam stellt sieb also als ein kontinuirliches 
Henroi1>recb«i ans einer beetiiiiiDteii Stdle der jungen Membian mit Sprengung dendbcn 
dnrda die jOngsten Schichten dar,*) Der Proceb ist gaiu analog dem AubrediCD junger 
Adventiwpreeae an irgend einer Stett« der alten Membrui, mar dab dtoaer Voigang beim 
Spitsenwocbatum kentiwm'lidi etattfindet und bei der jungen gesdmicidigttn Membnn leichter 
und in andrer Form tod statten gdit, so dab er nicht die groben Modnnale des gewalt- 
samen Aktes binterlabi.*) 

Ging« das S^tsenwachstom dnich annihemd gleiebmlAig verteilte Intnasnseepücm, 
durch ein sellwtamliges Wachstum der Membmn vor au-h. m würden flieh nattiriicb total 
andre Entwicklungsbildcr dargeboten haben. Zwisdun) wcif'-or und blauer Monbran hAtten 
allinfthljge Übergange auftreten mttssen. in Wirkiii likt ir wur al rr die Grenze zwischen ge- 
färbter und nnpefÄrbtor Snb>tnn/' banrsrharf pr/nfjcn. Der l iuhi-iiton vsurdo narh d(»r Spitze 
hin blasser, weil dort die Mriiilinin aiu meibttiii gedehnt und mit uiifrcfarlitt-f Materie uiiier- 
lagert worden war, wie sich aul Querschnitten zeigte. An dt-u lUiixomea mit schollenartig 
gesprengten Schichten war noch zu bemerken, dals die ur»pranglich als uncuücularisirte 
Membran gelfeibten und defahalh schwacher blau geweidenen Schiditm atellenweiM writer 
gedehnt vorden waren, als die Cutienlancbicbt, dab sie aber nadi ihrem Ob«rgdien auf 
die Peripherie des Rhisoms wie die echte Cutieala tod SehweidBaure nicht mehr an^eUtat 
wurden. 

Zur mikroskopiaGben Unteiauchung der Membranen wurden die Yemiclupflanzen in 
Paraffin eiagebrttet. Es geeehah dies in der Webe, dab dleadben zunächst in 70*/« Alkohd 

kamen, der allmählich durch höher prozentigen, zuletzt durch absoluten ersetzt wurde. Xach 
längerem Verweilen in diesem letzteren wurden die Uhizomspitzen in einen Glascylinder ge- 
bracht, der ptwft zur Unlftf mit ChlnrnfnrTn gefüllt war. auf welrbos n.i' bt!li£rHch oine Schicht 
absoluten Alkohol.^ vorsulitig juiff:('t;i<>st ii war. so dafs sich beide 1- lüssigkcitcii iiiclit ver- 
mischten, sondern durch eine "-ilKirff lircTi/c von einander getrennt waren. In (ii'in Alkohol 
sinken die Pflanieentcile rasch bis zur Überdache de« Chlorofonus herab und sinken m diesem 



1] Vergleicfafl Wu irtitcr «DMi tt«r DcAena gesagt «M. 

9) Der Vtuftag dw SpitasBWMhitau «rineiit «lir UUkdk, wte bui ihlrt, u 4u Wadiitaa 4ar 

kfltKtlii lii'ii Zi lli'ii ViiH Ffrrijo>:iiik«j f(!r Dafscike finilef ichr iin'diaulirli bcscbriHicn in Sarlf*" Lchrbwrh 
der Uounik IH'tl, pog. f'A:> und wurde too &Mb» unter dem tiezeirhnciiden .Aniutruck ..Wachütam durch Emplion'* 
C««diiMegrt Auch iu 8|{ia«iiiw*dMiiiHi d«r ugenlinBa AlfM kaim BwtekBalMg ab dn „BnftiniwBeihitaa** 



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dann ganz allmahlieh in dem (irade ein, als der Alkohol vom Chloroform darin verdrängt 
wird. Die Siphoneen sinken verhältnismAfsig rasch unter, weil »ie dun:h Zellwandc nicht ge- 
kaminert sind, imd dfn .\nf;tan?r!i der Heiden Flüs'^iprkfiton leicht gestatten. Andere, zellige 
Pflanzen brauchen Tiijre /.u diesem Wechsel, der sich liei den Siiilioneen in 12—24 Standen 
vollzogen hat. Sind die oiij^-ktt- auf dem linden des (ilnx vlinJerii aiigekdinmen. von Chloro- 
form ganz durchdrungen und aufgehellt, duim hebt tuan den Alkohol oben ab und set/t noch 
tmm Chloroform zu, in dem man nach )ind nach mehr und »dir Paraffln aoflOet. Dem 
CUoroform gibt man dann Gelegenheit langsam zti verdunsten, hfa die Man» bei Zimm«p- 
temperator äemfich entant ist Daim «wirmt man langsam fiber dem V aaseibad, bi» 
alles Chloroform Terdampft ist nnd die Pflanxentefl« in reinem gesdmiolzenem Paraffin liegen, 
von dem sie dann vollatikndig daitbdmngen sind, ohne eine Sehrnmpfung zu zeigen. 
Um die Objeltte «im Schneiden In der richtigen Lage in passende Faiaffinetudra zu bringen, 
giebt man zanftdul Ideine PaiaiBnblOeike, «ie tän ddk zum Einklemmen in das Nikratom am besten 
eignen. In dieeen kann man dann die Objekte in jeder gewflnschten Lage lixiren, wenn man 
mit einem erhitzten .starken Drahte die Paraffinmasse in der Richtung, die man dem Objekt darin 
zn C'pI eil wAnneht. verfltS.-^irt nnd IfA/ierf^ dann einschiebt, fl'.eiiu Kinfmiri'n der Olijekte 
in Kästchen mit f:fsitiniol7(.iiriTi Paniltin hat luuii en nie «n sicher in der Haml. drii.^cllicti 
eine bestimmte Uuhtung /um eretarrten Block zu geben.) Miltels tinc-^ Juntr X heu MikrutiMus 
wurden dann iSerienschnittf von '/ji mm Dicke angefertigt und in ricLtjgör Ueihtululge auf 
Objektträgern tixirt. Da.s llxiren geschah mittelst Eiweifs. in der Weise, wie es P. Mayer') 
hl Neapel empfohlen hat. Nach Erwärmen der Objektträger auf 00—70*, webe! das Eiweils 
coagalirt, (und in wtaserigen Fldmigk^ten etc. miUtslich wird) das Paiafün aber ab- 
scbmilzt, werden die anbangendoii Reste des letzteren in Terpentmöl anfj^lüst, das Terpentin 
dnrch absdlttten Alkohol verdrlngt, dieser dnrcb SO"/*, dann Ttfh Alkohol ersetzt nnd die 
Ol^ekttrikger mit den fixitten Serien dann in destillirtes Wasser gebncbt: Die 60 bis 
100 Schnitte können dann wie ein einziger bebandelt, eventttdl geftrbt und eingeschloraen 
werden. Die Berliner-lllau-Farbung der >Mdinitte, welche »ehr em|i(indlich ist und bei der 
langen Proccdur meist leidet, irurde regelnilUsig in angesäuerter BlotUitgensalz-LOsung noch 
einmal aufpefri.scbt. 

Dil' (.^)nei>chniltt' und Längsschnitte der in ilirem Aulseren «ebon hesehriebeiit n ( 'auler|iii- 

Khizomc bütcn sehr instruktive Hilder dar, du die .MtMiilnan stark an Dicke zugeaommeu 

1) HitteUoDgen der Zoolog. Station in Np«p«l. hd. IV. pag. ö^l (■'i*) ccin Eiweib, IiÜ cciD Ulycerin, 1 gt. 
ai^ydbauM KttTM in Mumt Sdiiebt tat im OldBcttilgar avlirMtzialicii). 



— 124 - 



hatte, und /.war durch AtiflagerH iip lu upr larhioser Membransch i< ht eii auf 
der Innenseite der gefärbten (Fig. ;J). Die Uitnze zwischen beiden war iiucli Itier 
hunduurf gezogen, die gettriiten Schichten waren gleichmoisig blau, die angefärbten gleich- 
nftbig fiufUo*. Bride stiebw eng «d ebumder, olme durch rine Linie Ton anderam lieht- 
loeduiiigavermitgen getrennt m srin; lie waren voHataniUg «venchweUst", nie man die innige 
Adhtaion am peaBendatoi heaeidmen konnte. El Ist desbalb ven Bedentnng, da& die 
Schichten «diarf von emaoder gesebiedea sind, ebne jedoch eine breite Comtovr zwieeben 
aicb m zeigen, weil das eben einen innigen Anscblub alter und neaw Menbraneditditen be- 
weist. Bei der MembnnverdkkaHb die noter Storang des normalen VeriaafiBS ver aidi geht, 
auch bei einer I&ngeren Unterbrechirag dea INdnnwacbstums fand ich nftmUcta deutliche 
dunide TFennnngBlmieD zwischen den BüdnngeD filteren and jflngeren Datnma ganz gewöhn- 
lich vor, 

iMc s.nt lihi^'f suiihl hier so eiiLsibiedeu iiiif t in Wachstum durch Apposition hin, dafsi 
unter liiitwti» nuf die Ausführungen auf Seite lUU und die Figg. 3, 4, ü, ö u. 9 jede 
weitere Erörterung überflüfsig eracheint. 

Besonders deutlich war der Schichten verlauf an den Amat/stcllen der ^Fasern" za 
sehen. Kftgeli hatte bekanntUeh in aebem Anftatze Ober Cmtleri-a pn>Uf<^ra ^) die Art and 
Weise des Faaeransatses an die ftoTsere Membran so dargestellt, dals dieaslbeD in gleieh- 
miCdgor Dicke die Schiebten der Membran dnrcbsetzen sollten. Er sagt darftha*: — ;,nnd 
eine genaue UnterBuehung lehrt, dab de mit ümt gleicher Dicke die gattertartigeo Verdiekmigsi* 
achidUen dnrtbsetzett, bis an die Innwe Fliehe do' Extraceliiilarsiibstanz'), ako bis aar piimftren 
Zellmembran. Die Verdickungssehlehteo lehnen sidi rlngsvm so an dte Faser an, dalh sie 
aich nach innen biegen. Die BiegungsstcUen liegen entweder unmittelbar an der Faser, <iiet 
etwas von derselben entfernt. — Die primftre Zellmembran ist an der Stelle, wo die Kauer 
ihr angpheftpt ist, ebenfalls nach eirnvarts crebo^en Dieses Verhalten der Membran ist der 
Gnind. warum alle folgenden Yerdi* kung>.btliiLhu'n die pleichp Lage liiiiiehmen". Anschließend 
an din ächon mitgeteilte Reobachtung Nägel i s iilier die lüMielieniutige btniktur der Fasern 
giebt dieser Autor dazu folgende Interitretatioa ; „Wwiu die I tuieru wirklich von aufsen schicht- 
weise sich verdicken, so mässen sie ihre Entwickelung schon zu einer Zeit volleBden, da die 
Veiliobiuigsidtiditen der Membran noch sehr dlinn sind. ^ Wenn sie »cb gieidizeitig mit 
den VerdiekungaseUcliten ausbildeten, so mllbtea ne von deren inneren FlAdie bis an ihr 

1, Z«itachrilt fttr wüs. Botanik IM4. p»g. 137 u. 14«. 
S) wsl. oli«n pay m 



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— 126 - 



aufserpH Eiuie sich allniÄlibg zuspiUcn; weil je die späteren Schichten der Fasern die schon 
Torbaodenen Schiebten der Wand zur Ormse bJttten, nnd also nkbt mehr bis zur prirnftren 
Membran raidien kannten." Dicae hier ansfhbilicli «iedeiigegebene Beobaclitang wude apttn- 
ata eine» der geviditigsten Argumente für das Intosaasoeiitionawacfastoni der Zellmembranen 
heraogezogaD. Dii»pe) wies dann aber darauf hin, daTs die Vecdidrangsachicbten anf die 
Fasern abergeben und sieb auf ihnen avskeilen nnd auch Strasburger gab aptter Ab» 
bUduQgen, die sidi denen Dippel's voUstflndig anschlieben, «ud von deren Bicbttgkeit man 
sieb jederzeit leicht Oberzengen bann. Nor darf man bei der rntei>uchung keine starken 
QneHangsmittel nnwenden, denn sonst erhalt man eben die Bilder, vif sie y ä ? p ! i be- 
schrieben hat. Unsere Fip. 4a zeiprt ein mit Chlorzinkjnd und verdünnter Schwrf< l>,iiuc be- 
handeltes Sttirk CaitlcqinitK ni!irnn, :in dem durch die Qih IIiui;^ iüp (n->-prO!i!?lii bpii Vcihailnisse 
ppbr vprwisf hr uinl milvcMiitlu li f^i-worden sind. Iliese 1 i^'iir i iklail aucii du; N ä l' l i ' sehen 
Angaben, die nach d- ii All itdungen wie nach den He,s<hivii>un{?en ( „srallertige Verdickung»- 
6cbichtcn"J jedeufall.s au» stark gequollenen I'raparuten gewonnen wurden. 

Bei den gelbrbten Objekten tritt es ganz besonden klar zu Tage, wie die neuen 
Schiebten auf den am Grunde blaa geflulitNi Fasern sieb aufreizen und albntthlieh dünner 
werden. (Fig. 3, 4, 6.) Während auf den Quencbintten die Verdickungsaehiebten in fitat 
gIdcbmiCtiger Micfatigfctit die geftrbte lltere Membian ttberdecken, ist auf den Llngs^ 
schnitten mn aHmflbliehce DOnnerweiden der blauen Schichten nach der Spitze zu bemerklwi. 
Sie keilen sieh langsam nach auTen aus und werden entsprechend durch iutloee Membran 
innen Terstftrkt. Diese blau gefirbten andersten Schichten büdet«i aber wahrend des Fätfoens 
die ganze Membran der Ubi/om»^pitzc. Dieivelbc wurde demnach gesprengt, vorne, wo sie 
nteammenschlofs. auseinnndergedrAngt, bis auf den l'mfang des normalen Rhizoms gedehnt, 
und nachdem die Spit/e weiter fortgew.ii lisni war. dun'h Anlagerung neuer Sdüchten Ton 
innen vr-rdickt. I>ie Fiirnr wird di»s in cinracher Weise zeigen. 

Aiuli Ininlibiucb adventiver Spruj^sungen wurde an (^MuTsclmitten noch eiuiual 
genauer studirl, und 2war wwohl an gefArbten, wie an ungelUibteii C uulerpen. In beiden 
Flllen stellte «r «di aber ab gleich heraus. Die alte Membmn wird an dem Punkte, wo 
dne Sproasong (sei es Blatt oder Wurzel) «aftreten wird, durebbroeben, ohne vorher vid 
gedehnt worden zu sdn. Das unter der Dunhbrudtttelle angesammdte wdfagdbyehe Prot»- 
plaama Uldet dann dne dlinne Membrankappe llbw sieh, weldie deb sdtUeh «n die Innen- 
adto der alten Membran ebie Strecke weit im ümkrds anlegt. Die junge Sprossung treibt 
bei ihrer Eotarinrng dann die Wunde in der alten Membran immer weiter auf, atOlpt die 

AMMil. « fltMlnh. utart Om. Bd. XT. 1? 



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— . 120 — 



zackigen W undränder nach aufeen, wäj;b«t an der Spitze wie ein normales ßhizomende weiter 
und verdickt die junge Membrankappe fortwilmnd dureh Anlagerung neuer Ittiipenfiuniiger 
Sdüditen. Kommt di« Sftroesang an einer Stelle nim Don^bmeb, wo die Hemlmn des 
Mottoioitganee eelbst noch an Didce sonimmt, eo wwden neoe zosMinHnliingende VerdldcoiigB- 
Mkiditen anf die alte Membran und die dea jungen SprooseB zngleicli an|K«lag«rt Vm 
Bilddng der SpioaBongen ao» Katt «nd RbiMiB, Aber deren ente Anlage neiae Unter- 
Bttdinngen nodi nicht gans abgeacbloaMn sind, gdit wohl am beaten aoa den beigegebonen 
Figuren (Fig. 7 und 8) hervor. 

Bei Caulen»*'"- wehhe im Zimmer kultivirt wurden, kam es öfter vor, dals beim Durch- 
bnich der alten Membran die junpt» Zdlhautkappe nioht früh genug oder nicht stark genug 
gebildet wurde. wurde dann aus d* r geöffneten alum Membran dnrrh d\v. lu doiitenden 
Turgorknlfte ein dirkiT 1 lopfen Protoplasma aiLsgoprefst, liiT aht-r Imlil i i^tjurtc und M-Ibst 
den ersten \V»indvcii.»:li!ul» bildete. (Fig. 1. p.) Besonders iiäuhg zeigt t-ri sich solche l'roto- 
plaamaausHüsse, die iUso mit der Bildung von Sprossen zusammenhängen — natilrlich aber 
anch bei gewaltsamen Verletzungen entatehen — bei Caulerpcn, die bei Mblecbter Belencbtong 
knltivirt worden. Die in der Wunde gebildeten festen Pfropfe, die bnnptaftchlich von emer in 
der Omdtrpa vorkommenden gelblicb«! und xlhen ElweifimibetanK gebildet werden, aetxen 
nch eine Strecke weit in'a Innere der Pflanze fort, aiod dort mit den ZellatoBiHarn verklebt 
nnd bieten ao einen featea Vendilnb. Die an daa lebende Protoplaama atoGnnde Grenne 
wird scbr bald von einer Zellhautscbicht überlagert. An ftltimin Rbinrnteilen sind es lokalisirte 
Neubildungen, welche die t'inliillbnif? der Pfropfe besorgen, an jUngeren Rhizomteilen aber 
.'^ind es^ die im ganzen Umfange des Rhizoms gebildeten Verdickungsschichten, welche Uber 
den i'fropf hinwe^Ianfen Tuid denselben so aus dem lebenden Orjrflnismus aus.schalten. 

Die gleiche Fix lu inung, dals dieselben Schichten, welche einerseits ah Verdicknng der 
Membran dicht angelagert und mit ihr verschweifol werden, andrerseits de.sorgaiiisirtp Ma.'-sen 
in gleicher Milchtigkeit Uberziehen, wo sie doch nur durch Anlagerung entstanden sein können, 
iat kUmtfidi dmth Ätnngea an wreidien. Wenn man ein Canhapa-Rbisom oberflädilicb 
mit Filteipapiw abtrocknet und auf einen Punkt der noch immer feuchten Membran die 
Spitze dner Kiystallaadel von übermanganaaurem Kali auiBetat, eo entateht dort ein Ueiner 
hmner Fleck, der von eoaguUttem und gebräuntem Piotophrnna heirllbrt. Man verfiüiit 
hei der Ätaong am beaten ao^ dalb man etadgenal nach dnander den KiTBtall anf dieselbe 
8tdle anbetet und zwiaishendurch mit Seewaawsr abqiflii» dem ebie Spnr Enigsture zngeaetit 
tat. Ik nmb nbnlieh einenritB daa Itngere Trockenaein verbotet werden, andreneita dundi 



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die MbwMbe Säur», das, bei der Tenetnng dei ftb^mang«mttirea Kdte entatdimd« Kali- 
bydroqrd neatnlislrt werden. IHe lokaliBirten Ätzungen tSmi vat dt» OeMUtbefinden der 
Pflanxen «iig«nseb«iiiBdi gar kdneii nacbtdtigen länfioC» ans und sind deshalb spenell bei 
Cnhrpa ab IfaikiroDgBntittel zu empfeblen. Ad jungen RbuomteOea «erden dieae. Atz- 
pAropfe im Innern des Bbteone, die e^rf t«d dem lebendigen Frotoplasnia getiennt sind, 
auch von denselben Schichten überdeckt und uinhullt, welche auf der gesunden Membran auf- 
gelagert, deren Vcrdickungsschichten darstellen. Man sieht dieselben von der Membran 
direkt sich abheben und über die Pfropfen verlaufen. Wenn man nnsefahr in den Zwischen- 
räumen von 14 Tagen rwh mehrere solche Stellen an der ['enplierie ntzf, sn bietet ein 
yii.'ivi haitt an dieser Stelle ^jöter ein sehr interessantes Bild lim . Kij:. le» stellt den -ii in mati- 
Mrt»-» Querschnitt eines Rhizonis dar, an welchem nach einander drei l'rotop!asma-l'fio|)le 
durch Ät^en erzeugt wurden. Der erste ( Ij wurde hervorgebracht, als der Schichteucouiplex a 
die Dicke der Honbnn dantellte; die Sehiefatoi b, c und d bmfen Ober ihn, wie ttber die 
Sdtieht A hinweg. Der Pfropf II wurde angelegt, als die Verdieknngascbieht b schon anf- 
geietxt war, es hrafen nur die Schiebten c und d über ihn weg. Der Pliropf III wurde dann 
zntetzt angelegt, nachdem die Membran Mbon die Dicke von n + b -f-e erreicht hatte; er 
wird demgemtfa nur von der VerdidnmgBSchicbt d aberzogen. E» liefern diese Ätxveisnche 
also recht anadundidie Illustration«! fBr die Verdickung der Zellwand durch neugebildeto 
und aufgelagerte Schichten, die einesteils da, wo sie an Membran angesetzt werden, YoM- 
komnien mit dieser eins werden, andeniteils aber als selbständige Membranbildungm er- 
scheinen, wo sie Fremflkflrper flbrr/iehen. 

Es majr hier enviilmt, wmlrn. ilafs ntjin aar nirht M'hr selten kleinere Plajimaeinsehlfisse 
in der Membran von L^uleipeii nndt-t, weUhe mau direkt aas dem Meere genommen bat. 
Besonders an den Steilcu, wo läugs- oder schiUg verlaufende Fasern oder „Balken" von 
Veidickangsschiehten Überdeckt werden, aind solche Beste sn linden, sie treten aber auch 
an anderen Orten »of. Straaburger hat derartige fänscbltttse schon abgebildet Und 
sie als Beweise für die Aulhigerung der Schiditen herangemgen. Nach längerem Ein» 
gssdikaseneein verwandeln rieh diese Protoplaamaportionen in gdbfiehe mehr oder 
aindec bonegene Massen, ') naebdem sie wahischeinlieb bcIimi vor ihrem Einsehlnb in dOle 
Wand eine Verftndemng erfthren hatten, deiznfolge ue überhaupt von dem übrigen Pioto- 
plasm« abgetrennt wurden. Nd>en dem Hinweis auf das Appesitionswaduttnm, den dieae 



1) dls doipeltbradhand wenden! 



— 128 — 



Beobachtungen g«1>ni, ÜBd di«Mlb«ii aiidi noch in «ndmr Beridnug von Kuterene, nlnlkli 
in Bericihiiiig «tif Fragen, wdehe Idmiicb wiedar tob Wiasner*) in den VorderKnmd ge- 
atflUt wurden. Eb liandelt aidi ntmliah nm die fragliche Ditrdidringmg dar ZaUwand «titana 
«be> feinsten ProtoplaamanetzM. Wiesner ist an der Annalune geneigt« dab diaa darFkD 
ad, einnud aas rein theoretisdien GrOnden, da mit dieaw AnrnJnna vialea Tentlndlicli wOrde, 
was seiner Ansit lit nach anders nicbt gut erklärt werden könne; zweitens, und das wäre ein 
stichhaltigerer Gruud, weil in der Merabnui gewisiser Pflanzen ein Eiweifcgehalt thatsftcblich 
soll nachgewiesen worden sein. f> ist dtnnfrHgenüher aHpr m \m\mkm. dah die sehr ge- 
nauen Analysen von Hnfr sTroFs« n Zahl ]irlauzlicker Membranen, wie sie von pi'ühte^ten 
Cheniikcm vorliegen, iinmi r nur die F.lcniente (', H, () in den bekannten Pro/.enL"^t/.en, 
niemals aber Stickstoff geliefert haben. SoUlen in vereinzelten Fallen thatMchlich aber EiwciUs- 
körper iu der Membran festzustellen sein, so könnten sie von solchen groben oder feineren 
EinschlOBaen berrllliren, wie sie bei Cm^ajta vorlconiBien. Ein Sticlatall|^halt ItOnnte aoberdem 
an^seftinden werden, wenn die Membranen mit dner atidotoinudUgen getOatan Subatanz 
z. E Aspantgin dnrcbtrAnlEt sind. Alle diese M«gliehbnten sind an berOcicaiehtigen, ehe man 
den Kadiweis einer stieliBtoffhaltigen Snbatana In der Membran im Wiesner* sehen Süm« 
verwerten Itann. Die naditMgtidien Umwandlangen der Membran^ welche nach Wiesner 
das Postulat einer innigen Dnrcbsetnmg mit Protopiaama atdl«i« sind aber anch nngexwnngen 
dnrch Einwanderung von J^tofTi n in die Cellulose vom Protoplasma ans zu erklären. 

Wie sich sjiäter ans den mitgeteilten Beobachtungen an Hrjoi)si.s- und Dcrbesis-Arten 
ergf»l>pn wird, erfolgt die Appi^^ition der Schiebten in (restalt dQnner OIlnloHPlamellen, die 
auf irgf'iul I iiii' Art vorn l'rotoplasma gebildet werden. leb mfti htc daniuf jetzt schon be- 
sonders hinweisen, daiiiit mit dem Ausdrucke .Apiiositirinswin listuiu", der hier prebrnncht 
wild, der richtige Vorgang verknüpft wird. Bei diesem Wort bedarf nämlich der Ausdruck 
„Apposition" wk dar Anadnwk jfWaehBtam" in seiner Anwendung auf die vorliegenden Ver- 
bUtnisae einen beaonderen CommeirtarB. Warn dn KrTStall ans einem Lösungsmittel nns- 
biystalliairt, so «wAefaat" er, wie man sich ansdrUdct» dorefa Apposition. Diese A^Msitioi 
ist veraniafst durch die anaiebenden Krtfte, wdcbe der KrjstaU auf die Mbleldlle oder mi- 
aiditbar Urinen Moleknlacgnippmi der Lteung auattbt. Die dam KiTstall hme wehnenden 
AniiclmngBknfte bestimnen nebea der Aniiehvng der MoleklOe aber aneh aogldeh deren 
gesetzmiC^ Anordnnng. E» gebt vom KiystaU tin Ebflnll ans, der ihn eineneits an 

1) W it'sMi'r, I ntemurhaiiircn <l]>er die Orgiini»ation der vegMtWÜHllMI ZSIIbMt AtMagSiMr. 4. 
L k. AkadMU. d. WitMuch. sn Wies. Bd. 98. 1806. Abttd«. L Haft L 



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— 129 — 



Materie /.uiiflimt-a lafst, andrerseits ahrr auch die Aiii»ere Foriu der MatiTin /upleich l>e- 
stimmt. Man kann deshatl> vom Ktystall sagen, er „wftchsf, denn hei dtiu Wortt , Wachsen" 
ist immer eine gewisse Aktivität des wachsenden Dinges bei der Gr&lseazunabme voraus- 
gesetzt Auch eine SchtammnUagerang knnn durch mae SehUuniutoDdien m IKeke «i- 
nebmen, aber niemuid da» Wort j,Waeh8«n* im eig«rtJkben Sinne dea Wortes Iiier 
giebnandien. Ganz anders als bei dnem KiTstali kommt das sogenannte Apposttieoawacbatiim 
der Zeltbant zimtande. Bai dieaer w«rd«n nicbt Ceüiilosniiolekale oder -liDedle in beatinunter 
Wdae ana tiner Mntteilaiige angeragen, soodem ea wird vom Pmtoplaama i»ne Lamelle van meliir 
barer Dick« eineagt md ifieieLaaielie dann appoirirt) aof die Hambna wie eba Stflek P^ier auf 
einen starken Carton aa%pl(^ Sobald man bei der Zellwand das Wort Appoaition gebraucht, mala 
man sich deshalb immer vergegenwärtigen, dar» die bei Kiystall und Cellulosemembran gleich 
bezeichneten Vorg&nge in Wirklichkeit ganz enorm verschieden sind Aufoerdeni i*<t alier 
auch, soweit die Anlacrcmncr von neuen Lauu llt^n in l^ptratht kommt, von einem eigentlichen 
„Wachstum" dorZelihaut j?ar keine Rede. KbeiisdVM'iim \\it' die aufgeführte S4'hlHniniablagerung 
gegenüber dam imi hinzusinkenden Schhimnie. hat die voiiiaiidt ne /ellwaiid eine direkte Mit- 
wirkung bei der Verdickung aufzuweisen, sie wird dorcb neo aufgelegte Lamellen eben'ntir dicker 
gemacht. Daa iDtomuceptiensiracbatum in NAgeli^aehem Sinne win etat «eht«a;Wadtt- 
tnm. Für die Worte IHckeowaehatmn, FUdtenwaehatmn, Spitsenwachstam konnte man, um 
den wa paadven Cbanktcf «Keser Bnchmnnngen aneh m dar Beaeidmnng mehr an betonen, 
die Worte .Verdickvng", »Flachencwdehnnng*, „Sintsenanatreibnng^ 0 anirandfln. Doch 
braacht kebieaw^ von der alten Beadchnnng abgegangen an «erden, aobald man aich nur 
dessen bewoftt bleibt, was es mit dem «Wadutnm" der Membran, wenigstens der \on . Caulerpa, 
D>rh,.->{m und Brfoims auf sich hat. — Spitzenw8ch.s*'ni> nnd FlJkchenwachstum sind bei 
diesen Pflanzen von einander zu halten, mehr als es bei Iiilu-ssusreptionswachstum der Fall 
wäre. Sie sind insofern mit pinandcr vorkiiilpft. x\h riic Spitzt'iKiiistn'iliiniL'. n^^nilich liic Vor- 
Ftnl]mn!f neuer Membrankapix n dii> riAclic der (li'samnitiiiomhraii ja auch vcrf^nir.si'it. V» 
(iiidct atifserdem aber auch noch eine l*'lächeiivergrüliit:ruiig der sclmu k'V\\\z jjohiUk'tcn 
M. nibrnii statt, wie man aus der Zunahme schliefscn mufs, welche die Ijiifenmng der Fciscr- 
an»ätze von einander eine Strecke weit hinter dem Vegctationspunkte eifUurt. Kägeii 
machte ichmi dannf anfineihaan, daJs die Fasern bei ihrer Anlage nahe an der^Spitse ehie 
Entfernung von 0^0015" Ms 0^0020* besiUben, wfthrend sie an ansgewachaMM» Stellen dnrdi' 

1) £a wurde ja bereit« erwäiuit, d«I^ dabei eine i>arcbbrocliaii(; Junger Hembruucbidit^ dttrcb loch 
Jfligcn Hmtonkapf« atattdniBk 



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- lao - 



Mhnittlich auf 0,150 Linien auseiaaiiili i geiatki emhicnen Die Membran müiste sich also 
in dieaem Falle tm in Hondeitfacb« (linear; vergröfeera, iJire Fläche beim Blatt demnach 
«ich ÜB dM lO|0OQAM:he verbreituiL Die IfeMimgni, wekhe idi an Blattern und Hhizomen 
«nt«Ute, die mit Ean de J*t«|]6 doiehticbtig gemacht worden wiuren, ergaben nie m hebe 
Werte, mdem die epitere mittlere Entfemang der FeserDanBatM das 6 — 10belie(!) der- 
jenigen betrag, velehe sie bü ihrer Anlage besalaeD. Ob die game FUcbenTeigrOftermig bei 
CWIngw anf bkeer mechanisdier Oebnnng bemlit, oder ob ein aktiver WacbetumaTOigaog 
dieselbe nntersttltat, konnte ich bei Oatdarpa nicht (estitellen; icb glaobe Jedoch nach den 
Beobachtungen an Bryojm» und Derbesia auf eine bedeutende meehaniache Dehnnng BchBeben 
zu dürfen. Eine so fTrofse Dehnung, wie sie in manchen Fallen vorliegt, geht natürlich weit 
über die Elasticifrit-prm/'r*. wie sie für altere Membranen festgestellt werden kann, hinaus. 
Für ganz jugeruilithe Mfuiitnmcn mögen 8llfrdin?rs p-nnz andfre V«»rliftltnisse, als \m filteren, 
in IMracht kommen; es ist aiir«»'nlpm ahvr hu< Ii iiii Iii ilusfJPs^lllnv^«>n. ja sogar walirschcin- 
lich, dafs durch eine Liiuviikuag des i'ruto|jla»iiite tlio LigmschafttJii der zu dehnenden 
Membran so geändert werden, dalä eine fast unbegrenzte (unelastiichej Dehnung ert(dgen kann. 

Nadi den wenigen Beobaehtnngen, welcbe ich Ober das Wa^itum der Blatter von 
Cmdmifa gemacht habe, liegt bei di«»en Spnmmgen, die cylindriach wie ein Bhizom zma 
Venehehl kommen nnd bei denen sich ao der Stiel zuerst bildei, ein den fihiiomen ahn- 
Kehea Wachsttun vor. Der Untmchied ist nor der, dais sich die Blattsproase nachtngUeb 
ahüachen, d. h. dafii da, wo bei den Bhiaomen eine Spitze dorchbrochen und durch nene 
Membrankappea veiiAng^ wird, bei dem ifauhen Blattqtrob eine Kante dieses ScluickMl 
eifthrt Es kommt gar nicht selten tot, dab ein Blatt, welches im Wachstum dne Zeitlang 
stille gestanden, von nenem anfängt, weiter zu wnrhscn Dann wird die alte Membran an 
den Kanten pe«rTeTi<rt nnd der Zuwachs dringt aus diesem Spalte hervor, wie es deuthch 
auf mikroskopisclH u Si hnitten m sehen irt Selbst makroskopisch ist der aufgcbrorhene Rand 
der alten Membran oft deutlich zu * ikt iiiuu und zeichnet sich als feinp f rlial)rnc Linie auf 
dem Blatte ab. (Fig. II.) Was hier \m\i periodis^-her Uulie mit den ^iibtbaien S]nufcU der 
Durchbrecltung vor »ich geht, das spielt sich bei gleicbuiätäigem W aclistum an den geschmeidigen 
jungen Membranteilen ohne m augenfällige Erscheinongen ab. MaiUrangsverHiche mit 
übennangansanrem Kali, weldiea, «ie schon erwähnt, nnveigttagUdM nnd aduif begrenste 
Marken Kefeit, zeigten em aUmUbUdieB Abxfldcen vom oberen Blattnnd, wahrend ^ sich, i» 
einig« Entfemnng vom Bande angekonunen, untcreinand« nicht mehr versdioben. Aich die» 
deutet an, daG» daa Wachstum am Bande stattändet nnd ehie knne Sttecke davon entfernt eiliadit* 



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I>ie lilauer der Caulerjia proUfern 5.ind Iflnjfüch nviil (imi an» Vcfrctatioiisininkt oft eiti- 
geliut laet. Der Vegetationspunkt »elbht teilt si( h nii lit. so liiir.s die Blatter einfach bleiben. 
Bei anderen CBUleri)en. so der Speadfö crasstfolia, jalcaia eic. kommen normaler Weise ire- 
fiederte Blätter vor, und es war mir deshalb iiit«reiäant, auch bei Cauterpa jtrolif 'era ms- 
nahnuwri»! gelederte , irad zerteitte Bb^mnen Mftnt«ii 20 Mbra. Diese BIttter wordin b«- 
obachtet an Cavloiien, weictae zu Ende Demnbtf ava dem Pwto di Hiaeno gebolt woiden waren. 
Onderpo frol^mi bededd dort einen gmben TeU des sandlgm Bodens in der Nike der weet- 
fiehen Ktlst«, aie bildet einen «nsammenbuigendea Basen, der Ide nnd da von einzelnen Grappen 
der Atduia favMviaj nnd, wo ein Stein za Tage tritt, von Sargaaaum Ihufiilum nnterbrocben 
wird. Eine nralmige Scbianun» nnd Diatraneemchicbt überziebt aUe Altären Teile der Graft»]» 
und verdeckt deren GrQn. Nahe am Ufer eteigt die Pflanze an dieeem Ortf> <uirh bis dicht 
an da« iMeeresniveau herauf, Ist dort frei von läciilummbedeckung und kann mit den Steinen 
auf denen sie festgewurzelt ist herausgehoben und auf diese Art ganz unverletzt in die Bassins 
des I iihoratoriums übergeführt werden So geemtete Ptfari/'CTi. weli bc 111 friofspii fllasbassiiis 
iu der Nähe von Noi"dfensteni weitei kiiltiviit wurden, wuchsen laiigsaiu wi'lter und Ix»- 
ganuen anfangs Mar/ durch ProHäkation die eigentümiicbeii Blattfornien zu t izeugtiii. Die 
Blattchen w&reu schmal, an ihrem fortwachgenden Ende stumpf zugespitzt uud entweder 
dicbctondaek oder racenrita in einer Ebene verzw^gt Einig« Fwnien aolcher BUttdian rind 
in den Figuren 12— U in natflrlidier GrOfae wiedergegeben, Bs ist zn bemertoi, dab daa 
"Waaser in den groben Bassins dorch einen dlinnen, znglridi Luit einfObrenden WassefstnU 
eroenert wtirde, dal^ dadnrcfa aber keine irgend erbeblicbe Strüninnig eintnt. Um iartr 
zuBtellen, ob die Zimmerkiiltnr md die damit gegebene Ablndeinng der inberen Lebm- 
verfalltnlaB« anf diese abweidtenden Formen m EinUnls wann, nntenmdite idi necb einmal 
die Pflanzen im Haflm von MiseDo zur reihen Zdt; ich fand die meisten mit nonnalen gans- 
randigen Biftttem vor, aber doch einige dichotom verzweigte und ein dreiteiliges (mit einem 
Haupt- und zwei Seitenlappen vensehenpi?'^ T?lattchen vor, eine Krsrhfinunpr die irh früher 
niemals bpoharhtft xmA wflchp ich aurh in der Literatur nicht t'r\\;kluit fand. Irgend einen ftufseren 
(Jnind, we^liall) sich die \ et.'etatiüiu»punkle liei diesen W.'Uttiru rtgolmilfcig teilten und so 
die aliweitremie I onn er/eufrten. konnte ich nicht auftinden. Durch meine Abreise mufstc 
zudem die Kultur aufaiigü April unterbrochen werden und ich konnte auch nicht feststellen, 
ob die Fiederung und Teilung noch wdtw fiirtgeBdirtttfln «in nnd ob sie erentndi der 
VoilKnfer zn frokUfidraidHi, Sehwlxmsporen bUdenden Bhüsproasen war. Der Umstand^ 
4ih man Iddaag bei der fewübnttehen Fom toh Omdtrpm pnJ^en vergeUieb nadi Scbwanner- 



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- 132 — 



bOdung gesucht hat, imd wdtmduii die HuImmiIm, dab im Pflnuenraeh für fertile Bluter 
oft bewBdere, von dm atarilen wesenttidi diflininnde Fohmd gebildet weiden, Usb den 
Gedanken in Erwigong ziehen, dafe ei sidi avcli hier mtglidienreiie am eine BUttfonn mit 
bernnderen Fiwlctionen bandle. 

Gans beModeis gOnstige, weil in l«b«n scbon xiemlicb durebNchtige Venaehapflanzen 
bot«« alcb in Arten der Gattungen Bryeptü und ßertttü dar, von denen baaptaiehlick 

Bryopsia plumota Ag., Br. cuitrt-stioid«* Ktzg. und Br. nwitcom Tiam., dann DMiSmm Lamourouxü 
Sol., D. tenuUstma C'rouan und D. neglecta Bcrth. zu FArbeversudien verwandt wurdi n. 
Die ziemiich df^rlx'ti Mfiiihnnf n nrlimrn die Farb^ «fhr Inrht niif und die zählebigen Frianzen 
ertrap'fii die l ailiung, wenn sie voisiclitii: irr-nuj.' iiu.sf:i'füliil ist, sehr >fut. S<"hon narh zwei- 
ni;tli^'i'Mi jii»t;lR'iu Kintauchen in die lntr<t1<inl(n lAi-uiigen sieht man die Mnnlnan durch 
und durch gleichniaJ.^i^ hlait gilurliL, sowohl in den jüngsten Pailieen an der Spiize wie in 
den Alteren. Nach (ieni Zurückbringen der PAanzcben in Seewaaaer «Walät die bbme Farbe 
ninlebBt in den jüngeren Teilen, kune daianf auch in den Alteren, «o dafo oft «cbon nacb 
Vertanf zweier Standen die kUnetli^e Faibang nidit mebr zu erkennen ist. Untenoeht man 
dann nacb S bis 3 Tagen «nies der V«enicbqiifllnxdien tat angesAiaerter Fmocyankalinai- 
Iflaimg, so findet man, dab ans der blauen Membran vorne eine Ueine ungeftrbte Kiqtpe 
herronebaut. Kach einigen Tagen findet man an einer andwen Venuchspflarae, wie die 
Sttppe sieb verlängert hat, aber die Pflanze dabei ihr normales natürliches Aussehen behalten 
bat (Fig. 15.) l>er Übergang von blauer Membran zu ungefärbter acheint ganz allmAhlich 
stattzufinden, er ist dun h gar keinen besonderen Absatz kenntlirh ; man sirht nur. dafs die 
Grenze zwischen helil'laii uiid wfifs PchlipWirlr pine scharfe, wenn aucli nicht dunli eine 
Linie Ijtv.riclmt't»» is'f. Mt'Ut man auf fieii diitix licti l.;\tip'^.^i'linitt, eines 8j>n,>bs('b fiti. so findet 
mau ilkinliili, wif e» Uit: l-iiigsh«iiiiitu; dtT t'auieipa-Klazüuie zeigten, ein aüiuahlichts keü- 
fönuiges Auslaufen der blauen Membran in eine dünne fluläerc Schicht, welche innen um so 
mehr von faiUoeer Membran Oberiagort wird, je weiter nadi von man kommt Von der 
Spttn iidi entfeinend, findet man umgekehrt die Didra der farUflaen Sdnditea abnebmeo» 
die blauen keilfiSrmig an Dicke zunehmen, bis man acbüelUiGh an eine SteUe gdangt, wo die 
ganze Membnn bteu gebrbt ist und an die dann das Protoplaama direkt anstObt. In den 
Hieran StanmteOen find^ man das letstgenannte Verhalten andi noch nadi 4 bis 5 Wodien 
nach der Flrbang vor. En wurde darauf echon Mber bingawkMn, als auf einen Beweis, dab 
die mit der F.i!)enverbindung faflapiAgniEte Zellwand von dem Protoplaama aonHSgen gleich- 
wertig mit der niehtimpiagnirten erachtet wird, dafe die Auflagerung neuer Membnuttchichten 



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1 



— 133 — 

an aml' H II sti lU u nicht als i'iw von der pfelaititfn Membran ausgelif ikIp Hf i;?et=ic!u'in»!np 
MufziilViv^i II i.st /liilc'iti erfolpt «Ii*' AiiHsipening neuer Cdlulosclaniellfii naln- di r Sjnt/.e auf 
die geliirbu' Mtnibnui nur m ilnu Maise, dafs dieselben die iiaiiiiale l»irke der 
Zellbaut ergftuzen. Wo die blau gefärbte Membran die noimolc Dicke scliun ro- 
pitseotiit, da wird iiicbts mehr au^elageit; wo sie etwas dOnner Ist, wird wenig fiirb' 
lote CcUvloee inneii an^scsetzt, wo sie weitezliiii gaoi dfinn aasUkoft, wird entsprechend 
viel fiuMoM Cellnlose m VentAiInmg angelagert. Ancb diese ErgUnong apricht 
docb ganz entscbieden fttr die plijr^logiache (ileichwertigkeit impMgnirter nnd nicht 
impiagnirter Membran fit di« PHanze. Veribigt nan den V«ig«ng des Spitzenwadutoms in 
kürzeren IhtmaUen, so zeigt «s aidi, dab die dOnne blaue Menbrsu an der SititM noch 
dünner ansgeddint, zu gleicher Zeit aber vnn farblosen Lamellen nnterlageit wird. Die 
Inuner dOnner gewordene Zone auf dem Scheitel hangt scblief^licb kaum sichtbar noch zu- 
sammen, dann wird sie oben getrennt, gesprengt. Wei^e S( hirht*>n drflneen sich zwischen den 
Handeni durch, schieben die blauen wi-sprtlnglich halbkugellonnig gewölliten .Schichten mehr 
lind mehr /nr Seite. Diese werden dann endlich gerade gestreckt in der ("ylindertlfu lir, zu 
wtkLir biih du I mfang des Spros.se.H entwickelt. Ks findet b<'i dem Sjntzenwacbstuiii also 
eine gewaltsame Dehnung zunächst in der Lingsriclitung »tatt, dieser folgt eine ZerrciTsung 
der oben aiifs Feinste ausgezogenen Membianadiiditen; nach der Sprengung tritt dann ein« 
Dehnung in tangentialer Riebtung anf, so weit, bia der definitive noimate UmCuig des Sprossen 
«rreicht ist Würde die geftrbte Membran irgendwie in ihrer Dehnbarkeit, in ibram Moletadar^ 
znsammenbang verlndert, so ist «e kter, dafs an der Anstrittsstdle der nngeOirbCen Membnm- 
bmenen entweder eine Verengung oder ^« Ausbavcbong der normalen Cjlinderfliehe er> 
fslgen mOfrte. Fig. 16 atellt <dn Stüde dnes mittels Mikrotom bei Paraffineuibettnng heigeetellten 
Längsschnittes von einem im Wacbstoni begriffenen und knrze Zeit vor der Tötung gcfllrbten 
DertMSienscheitel dar, wie es mit der Oberhft»i« t'Mli( ii Camera bei Zeiss' D nach der 
>'atnr aufgenommen wurde. Kür gewöhnlich ist in dt-r Mcinhrati xm Dcilx sirn und Rrropsiji 
eme feinere Schichtung gar nicht zu erkennen. Diei-i-lln' wird alu r in ilin ni Verlauf und 
zugleich in ihrer i^ntstehungs^pesrhichte durch die FArlmng auf das Klarste demonstriert, 
Ys zeigt »ich dabei im Wesentlichen derselbe J^ihicbtenverlauf, wie er von Schuiitz an 
ßorntim Mcuudißora beschrieben und von ihm und Strasbargcr*) fUr die Theorie de« 
^tzenwadutnaw dvnb Appo^äon verwertet wnrde. Dicae Theorie bat ndi b« Dttittia 



t) AbtsfeiUat hl (»traibvrf er: Bra ud Wadutun in- ZdlhtatSL Jm iMft Thfl IT. Oftw 

kVbaaM. 4. SMatwih. wtott 9m. M. ZT. 19 



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— m — 



üomit durib deu experimentelleii Nachweis der Schiehtendarchbrechung aU richtig erwiesen. 
Durch die FArbang kann ftbrigem jedeixeit dieser SellicIiteBverUuf ancb in «nderen Pflanzen- 
membtanen dentlidtti gemaebt werden, in d«ien ihn Schmitst xwar aneb ala wabneheinlieh 
vennntete, aber nicbt siebtbar maeben konnte, waa nur fär BwMtia gebmg. 

leb mtebte hier in Besng auf die dnrcb Fflrbnng erhaltenen Mder noch ganz beaondeia 
hervorheben, data es mir bei normalen, ungeOxbten Derbeslenaebeiteln durch langaame Em« 
Wirkung von MolybdlascbwefehlMire gelang, denaelben Schiebten verlauf hervor- 
treten /.II hissen, wie er «^it^h an ^ffArhtcn als ßrenxlinie zwinchen 
b I n u u n fl w t> i Ts / «> i g t c . daf» es abo nicht an Farben liegt, wenn die auläenten Membran- 
Bcliii-Iitcn saihto g:t>is|)r('ngt werden. 

I)nr pi-stp Atitor, \vfl'h<r liliripcns auf diese Waiiistnnfnit in bündiger Weise auf- 
iii*'ik-iiin LTi iiiin lit li;it. WIM krin iindrer als Näfreli! In dem titr seine Zeit aiLsjrezeichnetcn 
und duiib die exakün inoUaLtiiuiigen nocii heute zum Teil wertvollen Aufsatz: „Zelienkerne, 
ZeUcnbildung und Zcllcu>vai:h.stum bei den Pdauzen 'j sagt Nägcli unter auderem: „Die 
Membran verhalt sieh also anders an der Spitze und unterhalb der Spitze. An der Spitze 
«RAbrt sie ticb fertvAbrend, um diesen Auadrack zu gebrauchen, oder, was mir riditiger 
scheint, sie wird fortwibrend neu erzeugt: der daselbst tbfttige ProzeTs der Membnnbildung 
bldbt tanmer der gleiche, so bmge das Spitaenwachstnm dauert — in unbegrenzlen Achsen 
also unbegrenzt Unterhalb der Spitze wachst die Membian durch allseitige Aosdebnung und 
Verdickung bb auf emen beatimmten Punkt." — ,l>as Spibcenwachstam besteht daher aneh 
in einer fortwährenden NeiibilduniB: von Membran d^r Spitze tlcr Achsieii - ,es setzt sieh 
fort durch fortdauernde Neubildung mcmbranbildenden Schleimes." — .Sobald beim Spitzen- 
waehstnm in jedem Momente wieder neue Mt^m^ran entstanden ist. so (irbnt sie sich eben- 
falN dun Ii allseitiges Wachstum hiih." „Die .Vii- Ii hiiunfr dauert nur eme Zeit laug und hört 
liuiiii !iut''^ ''t Di»' Durchbrechung der alten Mi'iiii.ran ilurcli jüngere Schichten wird bei der 
.\Atbiltluiig ia mtlii concieter Weise beHprocbeii; .lias Auswachsen der Zellwand in einen 
Alst geschiebt aber, wie ich glaube, nicbt durch einseitige Krnäbrung, aondem durch Neu- 
bildung; besonders auch deswegen, wdl die Wandung der Muttenelle oder des Muttenwtea 
zuweilen sdion ziemlieb dick und gesdiicbtet ist, ehe sich dn Ast bildet and dann das 
Auswachsen viebnehr den Anadiem gewBhrt, dafs die Membran der Mutterzelle nach 
anfsen gedringt und durchbrochen werde, als dab sie ducb Emihnmg sich erhebe 

1) I. 

8i I. c. IM«, m 9i-m. 



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— 1S5 — 



und einen A^^t bilde. Die KnUstehiinp eines Zellastes iinteivrheldet sich \on der Ktiisuhung 
einer Zelle dadunli, dals dort nur an Kiner Seite, Iiier lui ili r gnn/.en Ohertlfli he Membran 
gebildet wint und dafs dort di« Membranbildung fortdauert, hier aber nur einmal und nur 
knne Zeit vorbinden isf Abgesehen von der etwu allgemdn ttod dften etwas anbefttinunt 
gebaltenen Anadmieksweiae linden sich also sdion bä Nftgeli 1846 die Anscbaunngen ') vor, 
wie ^e iD mmrea Tagen wieder neu eingefllbrt, vertbeidigt und begründet weiden naalbten. 

Um wieder zur Secbe selbst nirliekznkoinmen, so mOebte ich noebnals bervorbeben, 
d&Is die FMbe-Venoebe den experimentellen Kncbweis geliefert beben, dnTs die Scbkbtnng 
an der ^litie nidit dorcb Intnsaoaceptioiwvorgftnge, sondern durch tbatstteblicbe Antageraagen von 
iimf n zu stände komuen. Es lie&e «icb rein theoretisch der Yeilauf der Sditcbten bei Borvetia 
ja auch durch Intusüu»K'e])tion ungezwungen erklären, denn es ist gar nldit UAtig und in dv 
Intussusceptionsthcorie nicht mit iii1n in iffcii, dafs die Differenzinmfr in waasemrme und wasser- 
reiche Schichten parallel der Ohf i tl;ii lic di i Membran verlanffn müssen. — Leidfr konnte ich 
die besonders ffflnstiffe Verstii 1i-|ithiii/i'. die ßonieda, nicht selb*.! /u FArbever>in liea verwenden, 
da kh i^w Mi dt» voi» llerihold angegebenen Fundorten bei Neapel (der Mcrgellina, 
der Grotta dd tuonu und im porto di Miscno) im vorigen Winter trotz eifrigsten Suchens 
meht finden kennt«. 

Die OoMUcbnitt«, veldie ihallcb den LlngMcbnitten duidt Bryopais- und Deibe8in>- 
^nwae bei Panffinebibettttng und mit Benntzung des Mikrotoma leicht in Serien von 
Vm— Vm» mm Didce zu erhalten abid, ent^racben natOrlicb voUkoimmen den VerhaltnhBea, 
die ^b auf den LSagMchnitten dargeboten betten. Von unten nacb oben fortschreitend, 
findet man dieselben zunlebet von einer gleichnifiiig blau geftrbten Mmnbran umgeben, 
welcher in hfibeien Zonen ein schmaler weilser Bing innen aufgelagert ist. Letzterer nimmt 
nocb wdter oben einen inrtmer gröfseren Baum gegenüber der dünner werdenden blauen 
Membran auf der Aufsenseite ein (Fig. IT -li»), bis letztere ^ihliefsli«^ vefBChwunden igt 
und dif sranze Dicke der Membrnn von fnrli'ospn Schichten gcliildcf wird. 

Aus den bisherigen Versuchen geht hervor, dafs die Vfriiickunf; dcv Mf-mbran in aus- 
giebiger Weise dnrrh Anlagerung neuer Membranschicht m ^tatttiIldf■t . dals ebens^o da.s 
Spitzenwachstnm durch die Bildung neuer l^iuiellen von innen her und durch die sRihriige 
Anlehnung derselben an die durchbrochenen äulseren bewirkt wird. Die Frage, ob neben 
itaaer ApiKMUjonatbfttigkeit bd der Zunahme der ZeinmulBubatanz noeb eine aolcbe dmeb 



1) IMtMAse gAn tm 4m Zuamma^ tam Unw, ab eu «n Uv banugffriitMB SltMa. 

18» 



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— 136 — 



EinlMgenuig neuer Teilchen einlier «ebt, wurde bisher nodi nicht m den Bereich der Unter- 
eitchitiig geiogen, d« dieselbe wiederholte Messongen an der lebenden Pflaiue erfordert. 
Die dnrcbsietatigen ZeilaehlMdie von Denheaien and Biyopeii geataitteD nnn, eoleheMewnngen 
vor»inehmen nnd dieser wichtigen Frage somit «och niher m treten. 

|E» Hegt dabei in der Xator der Eqmiment-ABBtdtitngt ^ ^i* Frage nur beiflglieh 
der Ifembranverdickung «ner exakteren Beiiiteilnng sich darbietet, wtbread die FlAchen- 
austiehnun^ sich derselheii iiielir eiitxiebt; doch glaub« irh »mh Uber dic^n Paukt, wenn 
auch ilirht f<-sto Anbaltspiirikto. so doch wertvolle Hinweise erhalten zu haben. 

Beti^nihrcn wir ^^iniaü-hst rlif ViTdickiing, so leuchtrt rin. riafs dieselbe, falls sie iliirrh 
liitii'^«i!S('('j)tion i'incr in ihrni (ii iii/^cn .sdmrf markirteti Mimli: aii-t liicht venirsjicht würde, 
•sich ilnnb ein Aa^einandernuken dieser (Jren/.en offenbaren mulste. Wir haben als» in «len 
genauen und nach gewissen Zeiträumen wiederholten Messungen ein Mittel in dw lIuiiU. 
besUnunen, ob die besagte Schiebt in der Zwischenzeit durch Einlagerung sich verdickt hat. 
Freilidi ist damit noch nicht gesagt, weicher Natur diese Einlagemng ist; ob eine solche 
von Cellnlosemicetten, abo rin lebt« IntnssuaeeptionBwachstnm, vorltegt, oder ob es Waaser 
oder eine andere Substanz hrt, wdche tine VolamTerlnderang vcmnacht. Würde sieb that- 
aActalich bei den Versuchen eine naehtrft^cbe Dickennnahme aeigen, so mObte eine schwierige 
Untertuchung dte Natar der EiniageningiimaBse klailegen, oder der Grund denelbeu mfllste 
ganx unsicher bleiben. In entgegengesetzten Falle liegt aber eine unzwmdentige Beant- 
wortung vor. 

lüe Messungen wurden, du es nur auf relative (iröCsen ankommt, auch liier wieder mit der 
Oberbfln«ri"-( tif n r,niii r.i tttcirla ausgeführt, wobei natürlich alle Umstflndc, wc^lche auf die dröfst^ 
der zu vergim lu mim /< i imungea von T-lintlurs sind, auf das reinlichste beiiicksichtigt wurden. 
Hin Teil der Ptlan/rii wurde frisch dem Meere entnommen, ein anderer Teil aber den Zimmer- 
liulturen, die iii der Nahe von N'ordfenstern gehalten wurden. Der hohe Chlorophyllgehalt 
der Freimeer-PHanaen bt bei den Meüsangeu oft etwas hinderiich und dies war der Haupt- 
grund, weshalb neb«Aber Zimmerkulturen, die teilweise etiellrttn, dabei schnell wadiaen and 
cUoroi»byllarm mnd, benutst wurden. Wahrend bei den frischen Pflanzen die Cblorophyll- 
kflrper dicht andnander, stellenweiBe aogar Oberebiander geschoben sind und eme danUe 
grüne Farbe dea Sfiroases bedingen, liegen die Cfaromatophoren hei den SSnmeipflanien in 
gro&en Zwiscbenrftnmen von einandw entfernt, sind hellgrOn and die Urinen runden Zell- 
keme sind dazwischen deutlich als aehimmerade KOiperchen za sehen. (Nebenbei sei Im- 
mwkt, dab die liei einseitiger Beleaehtnng geaegeiwQ Zimnerpflanaen deutlich die An- 



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- 137 — 



saiuiiilung der ('hloroi)h> Uk(»ii)('i au ilcr Lii btscite der Sthlftiuhc zcifTton. oft in dotn Mar-.t,', 
doTs die Scbattoascitc davon ganz entblöfst war. Die Cblorophyllkörper selbst, im All- 
gemanen von ttngHdi dOnniger Gestalt, zeigten langsame amöboide GcstaltveiAndenitig bei 
ihrer Bewegung.) 

Die Bfarklmng fester Grenxpimkte geacbth zmiftclKt wieder durch Berliner- Blaa- 
Fiitmng. Die geftrbte Membnui warde dann an einer beslintmtai Stelle — in der lütte 
ziriBcben 2 Piedem, oder an der Basis eines denetboi, oder aneh an anderen anfliUig be- 
stinunten Orten, wie aoleben, durch epipl^tiBche Fhiiideen gekenmieichneten — gemewen. 
Hie und da geben aacta Einschlösse oder sonstige Unregelm&Isigkeiten in der Membran will- 
kommene Anbalt.spunkte für den Oit der Messung ab. Nach der Messung wurden die sich 
niseb entfärbenden Ttlanzen weiter kultivirt und nach 14 Tagen resp. 4 Woehen, nachdem 
sie krnfti? weiter gewachsen waren, abermals an der LetrefTendon i^telle nach Kegenorining 
des Minii'ii l'iirh^tnff« irrnirssen. Dabei imil^ die Vorsicht gehniiifht werd(>n. dnfs hei der 
Hegeneratiüu iiiuglii-liJ^t wmifj Sflure mnl auch n«r miisrliclf^t kni/r /' il eiiiwiikl, denn 
stärkere Salzsäure veraulalst nudi und nach tiii Auiituclli ii der Membran. Die VersueLs- 
ergchniii&e zeigten, dalä in keinem Falle eine nachtragliche Verdickung inner- 
halb der hlanen Zone stattgefunden hatte. In den unteren ansgewaehsenen Teilen 
blieb die Membran gleicbmUfsig dick; wäter oben, wo ein Dickerwerden der Gesanuntmembran 
stattgefunden hatte, war dies lediglich durch Auflagerung neuer Substanz auf der Innenseite 
geschehen. Geht man noch weiter nach der Spitxe, so findet man die geftrbte Membran 
aogar etwas dttnner geworden, und diese Didtenabnahme wird um so anflUliger, je mehr man 
sich dem Vegetationapunkte nähert. Die Terdttunung rtthrt offenbar von einer Dehnung auf 
eine grßTsere Lftnge her. Durch die^e Dehnung wird aber auch die ( Genauigkeit der Messungen 
ganz nahe der Spit/e vereitelt, indem man nicht mehr darüber in's Klare kommen Itann, oh 
man wirklich dieselbe Stelle der Membran mifst. die man /u Heginn des Versuches geniej^cn 
halte; nn der Spiti-e sind nairilirh tr(>wöhnlich auch keine Anhalbspnnkfc £re<?ehen wie sie 
weitfT unten die Urientirung eiU ichteni. Soviel läfst sich aber iniiut r test.stellcn, dafs die 
markitteu Schichten an den Orten ausgiebiger Streckung der Membran dünner werden. 

Kine Verdickung durch InLuasusception ist nach diesen Vei"suclien also ausgeschhisscn 
und auch fUr die Veriftugening ist die letztere höchst unwabrecbeinlich gemacht. Würde 
diesdbe im letztgmiannten Falle von irgendwelchem Belang sein, so wlre ein Dflnnenrerden 
xnit der Streckung gar mcht notwendig Terbanden, denn die Suhstanumfuhr kfinnte die 
Divken-Ahnahme durch Streckung wieder auagleiebeB. Trotzdem kannte aber eine Etnlagemng 



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— 18« — 



noch mit im Spiel st in. w«>nn namlit h Mv Streckunjr «las Melirfache der Vertlünnnnfr betrüfre. 
Auch darüber habe ich mir (iunli Messuiijren Aulschlnfs 7» vfi^rhaffrii ?PMirlit : »lii'-f 
Mef^Hiinepn sind aber schwer ganz pxakt aii*/nftibr«'n. iKi. wo ein«' si.iikc lii-liinitiL' -Iliii- 
fimlet, keilen sich die blauen flufi-i i' ii MrniLianieile gerade iiu-, man «cils da/.ii iiiclit, wu 
auf der ins Auge gefafsten Strecke die llauptdehnung stattgefunden liat. und so konnte ich 
nur auH den mittleren Werteti vieler Einy-elmesäungen eine ann&bernde Bestimmang der ge- 
wflDKht«! Grelkcn «rimHen. DieMlbe 1i»tte aber inaofera «in befriedlgmileft R«raltat, th 
das Mittel der Verdünnung im Allgemeinen den recipreken Wert der 
Streckung darstellte, ein Verlitftniif wie es vorliegea nnls, wenn Dehnung tw KOrpem, 
die ihr Velnm nidit Andern, nnd oluie Subetinznftdir atettfindet') Die TorgeüindeneB 
Schwankungen, die «ich ans den nngewiwen Anbaltainuikten e^ben, waren nie so erheblich, 
dab sie dieses Verbkitnis gans Terwiwht hatten. Wie bei der Verdicknog keine Intn»- 
eusccption in die Membran nachgewiesen werden konnte, so geht meiner Ansi^-ht n-.x h aus 
dem Mitgeteilten hervor. daTs auch die Flachenausdchnnnt' !>pi dm beobachteten Urjopeis 
and Derbr-ien ohne Einlagerung von Cellulosc stattfindet. Dir ( • lUüoselittUe ist bei (Uesen 
Algen augenscheinlieh nicht m sHbstam!ii?em Wachstum brf;ilii<.'t. 

Vü ist bei den chtii genannten Hirbeveisin:lieii iilliTiiiiiir.~ ein iMriuaml /u beiilck- 
»ichtigen. auf welclien weiter oben (Seite II!») s«"hon iiiuiial liiiij<t' wiesen wurde, nflmlich 
der, dafs das eingelagerte Eisen die bei ungefärbten Membranen eventuell stattfindende 
Intnunsception, die AufDabme von CeHnkiee-MoleltOlcm ki's Innere, nnmflii^ieh madie. Da aber 
das Wacbfltnm in Geschwindigkeit nnd Fonnbesthnninng nach dem Farben ganz normal weiter 
geht, so ist «ine so tie^Brdfende Wachatumastomng, wie d« durch d«n Aunchlalb nonml 
vorhandener IntniaoBcqition gegeben war«, an ticb schon «nwahnch^ÜdL Es wnnle aber 
auch gdegentlich schon betont^ dals noimal wachsende Hembrum alle regdmafing einen 
Umemlgehalt hesitKen, von dem noch keta Anhänger des IntnaanaeeptkNHwachstnms be- 
hauptet bat, er binden die Einlagerung von CeUnlweteildien. Ich habe tntadem dicaeD Ein- 
wand ermtlieh in Erwägung gezogen und die gefärbten Pt1nn7:rn in dieser Hinsicht s<tfaiit 
mit nngefikrbten verglichen, bei denen dieser Einwand in Wegfall kommt. Auch bei diesen 
findet man hie und da natürliche Marken in der Membran vor, besondem h&ufig in Gestalt 

1) Bei «UeMO fat d«r Poiiaon'ielie CoUtOmt « » Vt. Ei whsltei weh w MCallaUe, Set llt«m 
Membranen fand ich u < '.>. Die BcHtimmung ist hei den Membranen, welcbe Hohk^Undtr iSaA^ die bei der 
Dehooiig Auch Tugor kaim ai fiadiu abnebmeti, »ebr einfach dnrcb liiN«n Kmov s« emidMa (s» 
genao dt M M MdM^Mlln Hkstlaopt wSiacbeaawert ist). 




von Linien, wolcbe zwei oder mehrere SehirlitenkHtnplexe ziemlich scharf treooen, aber auch 
cmgescliiossene I'rotuplasmateile kommen aU soU-lie si>ontan gegebene Marken vor. Mittels 
des /»'itli('u;iii|>nn)tf"< wurde die Mflcbf iirkeit »1er veivchiedetten >fpriil»ra!i»irhi('liten an he- 
stininiteii >steiieri ftvmu aufgezeirhnet und von fünf zu fünf T;il'i ii ummi verglichen. Ks 
wurden »o kimtrolliit 22 Pfliln/chen. alle mit deutlirlieu < irenzniatlit*n versehen, die nieist in 
Bchnrten 1 rennungsstreifen zwischen Schichten vennliiedener Dicke bestanden. In anderen 
FAllen dieuten iinche eingeächlosäeae l'rotoplaamapoitioncn, in drei Fällen ein Kinücbluls 
unbekannter Katur, in einem letzten Fall ein eingescbkasenes Chlorophyllkimi (1) als 
Anhaltapnnkte. 

Obgieicb nun in «fiesen FRlIen ein IntaaBOBceptionavacbBtani durch nichts anageacblowcn 
war, so bewahrten doch alle so abgegrensten Schichten bis anf die innente ihre fiHhere Mlchtigkeit, 
sie nahmen benehungswekie in der Nfthe der Spitae etwas an Dicke ib. Knr die jedesnul innmte 
Schicht nahm an Dicke XU, mochte sie nun vorher eine kaum mefobare oder schon eine «n- 
sehnlicbe Mftchtigkeit besessen haben. Letzterer I mstand ist auch beinerkenswerth. insoweit 
er die .\nnahme au«>cldierst, es wachse vielleicht nur eine innere Schicht von einer gcwi&sen 
beschrankten l'icke durch Intn'-'fj^rppfioTt Drr l'nl! freilich, da.ss nur eine innere dtinnste 
Lamelle ilitidi Intiis^uvrciitKiii s^.(il\sr uml der. diese Dicke jeweilig iil>eivrbn'!rende ftu^sere 
Tlieil anlliuie zu wacltetii, i^i uodi iiiciit ausgeschlos.seii, wird ahei diucli die direkten 
Ikubachiungeu an den Vegetationspunkten lebender Derbesien und llrjojtsis nicht bestJltigt. 
Schmita hat nach den schon erwibnten alteren Angaben gleicher Richtung zuerst wieder 
darauf aufmerkllMn gemacht, dab bei der Bildung der jttti{^ten MembranlameUe eine Meta- 
»«rphoftc der auTsetsten ProtoplasmaBchidit verli^, dafo dieselbe atis dem Proteplnsm« 
direkt hervorgehe und nicht ein AuüscheidangBprodnkt deaselben seL Schmitz achlob dies 
ans Beoibacbtungen, die er mit Hilfe von FArfaungsmittebi an verschiedenen Untersnchnnga- 
olyekten anstellte. Rr ftnlsert sich über den Vorgang der HembranbDdnng folgendermalsen: ') 
„Die pflanzlicbe Zellmembran ist fwenigstens in allen den Fallen, die ich bisher genauer 
mitersuchen konnte) zunftchst nicht Am Produkt l iiur Sekretion, sondern sie entsteht durch 
einfache Substanz-Met4unorim.sc aus dein Protopiasnia durch direkte Umwandlung des letzteren. 
Da« Iflxsf sich atir»( trenaueste feststellen :in Zellen, welchf* i'iilet/t Iitt Der Protipla^iua- 
korper wini hier allniithlich zu cmmmh diiuiirn n;tnflsfaniiiL'''ii Miihuulic. der inmier imOir sirli 
verdichtet, iiuuier schwieriger duitlj Ivommhiri ini»- Ueagentien von der /elhvand sich ab- 
lü^n lafb t und zuletzt aU inncrüte Yerdickuiig»ächicbt der Zellwand selbst fe»t anhaftet. — 

1)1 c jiag. 2. 



— 140 — 



I»ic L'l''irlii' Kiitstohunar ili'i /t lliiiciiil.r;)ii /.eigen ieriiei' sokbe Zellen, wolcbe an der Au?.sen- 
tiinlie iliie.> l'rotoplaiiiakOrpei-s wiederholt Memhranlamellen ausbilden. Hier bildet sieb die 
äu&scrätc Schickt dn^ {'rotoplasniakön^frs allmaUUcb zu einer immer dichteren Schicht aiu, 
die zunftcbst noch fest mit dem übrigen ProU^knaakSiper verbondeD ist; «Umlhlicta aber 
gelingt C8 immer leichter, diese verdiebtete HentfcUebt von dem Jcontiabirten ProtoplBBmar 
k6rper absolOaen und seblieaslicb haftet diefelbe als innere Vodielcaiignchicht an der bis- 
heriges Zellwsnd fest bd." St ras barger vertritt in seinem Werke Uber den Ban nnd 
das Wacbstbom der Zellbiute diesdbe Ansicht. 

idi &nd an den Scbdtdn von BiTopsis nnd Derbesia Idmüche Erscheinungen, «ie sie 
Schmitz an anderen Objekten besrhrif>!>. vor. besonders bei Anwendunff von Quellungsmitteln 
2. B. Sehwefelsiiire siebt man sehr häufig, wie die innerste Schicht der Zellwand, die an der frischen 
unverletzten I'tianze mit der Membran dicht zusammenhftnpt ' nnr fhirch das höhere Lichtbrechungs- 
veiinofreji. wif (ilinrhaMpt dem .Grenzhi^dt' ben" zukommt au-L'< /ei( hnet) sich von der Membran 
ablöst, >irh kiaiL-,eiL und nailuieni die aus-i n' Celhilose aufu^rl(<>t i-t, mit dem übriL'« !) l'la^ma 
zurückbleibt, allerdings in mehr oder weniK^r gequollenem Zustande. Wendet unui an Stelle 
der reinen SchwetelsAure Molyhdanschwefelsaure an, «ie sie von Gardiner'j zur Sichtbar- 
machung der Protoplasmaverbindnngen zvisclien den Zellen iMuenit Pflanzen benntzt «orde, 
flo ftrbt sieb das ProCoph»ma blan'), die in j,Umin»Mllnng* begriffene Lamelle aber je nach 
dem Grade ihrer Umwandlung mehr oder weniger bUm, «obri sie weniger oder mehr «of- 
qnillt Aehnliche Besoltate ergibt die Bebaodlwig mit E«u de Javelle, wdehes das Prolo- 
phnma aoflOst (an Spiritnsmaterial), die Cellaloae aber sehr hngsam etwas anfqnellett 
hUsL Je nacli der Natur der Umwandinngslamelle wird dieselbe dann mehr oder weniger 
von diesem Reagenz angegrilTen. Es ht dabei zu bemerken, dafs sich das gesagte Gebilde 
erst dann von dem rrotoplasrnn-scblaucb aU selbststandige Lamelle scharf abhebt, wenn der 
Cellulofecharakter schon /inniich ^tark lurvtirtritt. Atuli fhlor/inkjod tnrab mannigfache 
Übprpjnjrsreaktifiiion. J)if jiiiitr-tf McinlniiiilnmcUe wird also ganz augenscheinlich nicht von 
der Zellmembran ausgebildet, wie es die IntuäsuscepUonstheohe annimmt, sondern vom Proto- 

1) W. (> ardiner. ()n th« cMtiiisIlgr «f ^ |fVtiopiiiiii iknaqgh tte mllt «tc Aibsit« d. Bot Jagt, 

WUrabure III. Bd. Heft I. 18t*4. 

2) Eie^-narti^ BlaufSrbungen erhält man oft bei Znnls nlner SdiweWgÄnre m frtaelieB Dar1i«alfli. 
Dieselben zeigen «irli zwischen dem kontriüiirten ProtopItuoiMchUacb uml üit Mr-mliran in iiestült eine» 
iDienitiT blau i;eflirbten kOmigeu Nicdenschla^, beaondcra liXotiK in der Nahe der fortwachscuden Enden. Wolter 
die Blaufärbung rtlbrt, konnte ich nicht ergründen j vielleicht lind es atärkesrtige Mikrosomeo, die darcb Jed> 
vekiM HiMiMiti dudi die ScbwefelBiu« «h TciWulaitaB frai fnmdit wM, geMlat miiea. 




- 141 ~ 



plaama «Ib LuneUe von measbanr Dick«. Über die Art «md WdM der EmtclniDg dieser Lamelle 

ans dem Protoplasma ist noch gar nichts bekannt; ich selbst fand nicht die Zelt, dies^elbe 
so eingehend zu studiren, wie es wohl nötig wftre Da das Protoplasma eine Stickstoff, 
Scliwcfol lind Phosphor enthaltende Siibsfnnir i-t. \siilin rul die Cellulnt^e nach den eingehendsten 
,\iialy->rn imr an« den Klementcn tiiits KnlilcliytlnUe» besteht, so i-^t es selhstvenstandlich. 
(lafs die Bilduiip litT t ■eliiil(i>-f'lami'Ilt' an Stelle einer ProtoplasmBlaiiu'iU' nicht in einer ein- 
fachen MetamorpbuKL' hs-stthtii kann, sondern den ganzen l btiui.ninia betrtüen iiiii^; e« 
mOlstc eine Umnundlung von (irund aus vor «ich geben. Da aber dos Protopluhutu vti- 
adnadnier PlaitteDgattungen, aeUiet •Arten wakndt^kk vecMliiedta« ZoHrnmensetzang 
hat, ao mfllite in jeder Ptanienart dteaer dtenisdi-pliyailcalndie Piozeb dn aperifischer aein. 
Dem gegenQber fingt ea aidi, ob die beobachteten ThatBadien nicht noch «ine andere Inter- 
pretation zaiaaeeo. Da mnlii man aich denn aagen, dab die erwlhnten Encheinungen in gleieher 
Weise auftreten mttbten, wenn die an&ente Protoplaemawhicht aich allmlhlich mit Kohle- 
hydrat Bo ttbertadet, dab dieaem gegenOber die Frotofibwniarealitionen mehr nnd mehr 
tniflcktieteo, wenn sieh dann das ans Bweifsköi-pem bestehend gedachte Proteplaama ana 
dieser noch weichen Koblehydrat^ichicbt xurück/ieht in demselben Mafse. als d&s Kohlehydrat 
selbst noch vermehrt wird und schliefsiich allein übrig bleibt. Wir hatten dann eine Bildung 
der einzplncn Tamclltti durch einen eigenartigen, von den {^Bgeli'ii'Chen Vorstellungen ab- 
wci( licndcn Iiitu.<.su.'-t('|iti(in>vorgang vor uns. Die aufsere Protoplaxmaschirhf bHadet sieb mit 
Kuhlclmiral (UIkI dafür spricht die bei Schmitz und Strasburger stit- wiidei kein ende 
Beobachtung von den An.saninilungen von Mikrosomen in der membranogeneu i'iutuplasin:!' 
Schicht, welclie Mikroaomen zum Teil vor der Membraubilduug verschwinden); uu.s dem 
Moldtfilgemenge von Eiweib und Kohlehydrat ziehen dcfa die Eiweibmoleköle znrtck und 
werdoi «cetsct doreh neu einwandernde KohiebydiatmoleklUe, die ihren Platz dnnehmen. 
SehlieCglich bleibt dann eine Cdlatoaelam^le da Qbrig, wo anfange eine mit wenigen Kohle- 
hydratmoleikfllon bdadene Protoplaamaachidit war. Ea wäre danadi ein Intnasuaceptienavorgang 
bei der Bildnng ivr nebbar dicken CeUnloaelamdle thfttig, der im Protop la am a aefaien 
Sitz hat, nicht in einer festen und toten Zellmembran, wie es die Nftgeli'ache Intnaauaceptiona» 
theorie Idirte. Filr das mehr oder weniger fl0»>igc I'rotoplasma sind die Intussusceptionsvorgflnge 
nicht nur wahrscheioltdif aondern nach Analogie der Vorgänge in Emulsionen und I^sungen 
wohl die that^a( lilicli voiliep^nden. — Es ist natürlich nicht ausgeiM-hlo«Ken, dnf» der in gcwis-sen 
EntwickelungHstufen regcimafsip narhznwfisrnde Eiweifsg^ehalt der fntstehenden Mrmbrnnin ge- 
wissen Pflanzcnspezies Wciiifiid werden kann, wodurch dann die Wicsner'schen Angabt u daiHber 



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TOP andnni 6«debts|niQkte au Tentlodlidi wllniMi. Eb«itto wüd die Mtnbim nacli llmr 
Entatehong einen Teil de» Oiguiisatloittw«BMn> wekheB im PMt(9liaiia «ntbitten war, nrocik- 
betaalten. 

Eb ist TieHeidit gende hier der paasendeQrt, «nf oneEoduniaDglniiniiraiMn, wddie 
tdi tu didran Membranen von Derbeaien bier nnd da bcobacbten konnte. Wenn an dieoen 

langsam Schwefelsaure zugesetzt wurde, m verwandelten ganze Strecken der Membran mit 
dem Aufquellen oft ibre Struktur in auffallender Weise. Anstatt bei der Aufquellung m 
einer durcbsichtipeu Gallerte zu werden, nabm die Substanz ein fcinköniigpi Aussilien an. 
wie es driTi I'rotoplasma eigen ist. Die Substann^ der Membran war dann von dein an- 
grenzende!) I'iotoplasnia kaum zu unterscheiden, nur diu reilu tiwoiso und srhichtt'nwris*' An- 
ordnung der McmbransubütauzteiU hen verrieth ihre Zugeböngkeit zur Mtmbrun. (Fig. 20 j Der 
Vorgang erinnerte an den Zerfall der Membran in die W i es u er' sehen Derinatofiomcn nach der 
lyCerbonisiiimgBnietliode^. Sebr Interemut war die Faibraafction, irdcbe eintrat, wenn 
Chloninlgod zugegeben wnrde. Dann «neUen an der Stelle, wo die Sebwefelalare schon 
dngewiikt liatte and dn ktoniger Zenfidi ebigetietcn war, eine die Kttnenehicbt ttmbflllende 
diclite Wolke blan geOrbter feinster Ktnchen; die kdr&ig xerfallene Membran 
f&rbte sieb dagegen rotgelb, genan wie das angrenzende Protoptaama. Die 
von da SdiwtfdBaure nicbt in dem Malte angegriüene ZeUwan^reckB fkflite aioh n^ dem 
Cblondnkjod violettblau nnd die Wolke blauer Kömchen fehlte daaeliiet Der Uebergang 
von der violettblauen Membran in die körnig veränderte rothbraune war ein allmählicher. 
Dieselbe Ueaktion wurde noch öfters und raeist mit dem srleichen rrfol<7*^ wi(<b !holt. Vs 
war mir bpmf»rk<>nswf»rth, dass es meist einzelne Stellen der Membran wanMi, welche sich so 
eigenartig vt landtitm. niilit jedesmal die ?an/i'. Es mag dies vielioiclit mit einer ab- 
weichenden Membranbeichailenheit gerade au diesen Orten zusammenhängen, vielleicht auch 
damit, daüs an diesen SteUen die Konzentration der Schwefelä&ure den Grad erreicht hatte, 
der «n- Hervonnfimg dies« Enebrinimg der geeignete igt Aebniiebea worde aneb aa 
BiyopsiMnembranen nnd an der Blattmamlmn von Canlerpa in einielnen FlUan boobaehteL 
Man gewinnt dann» den Emdiock, ab ad die Membran dieaar Aigen ana zwei veneldedenea 
Beatandteiten soflammengeaetzt, die aidi anter gewksan BedingODgen trennen hMoen : Einem 
mit Odorrinljod aicb intenalv Mlnenden, der dnreb SdiwdiBlBftBre aoBgengen werden kann 
and einem grftbw kernigen, d«r sidi mit GUominljod wie die Sabatanz daa Frotoplaamaa 
rotgeib fiurbt Wenn keine nachtrftgliche Zersetzung durch SchwefidimirB voiÜegt, ao Wlrw 
ämt KQcper gewfthnlicb in der Membran anf a engate vereinigt. 



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Nach der oben aiUM^inanilergesetasten VoreteUung der l'ellulosebildung &m einer Proto- 
ptannaliaiell« «Rn die Manlinnbililiiiig dner iMmw etwa so Mi£cufaasen : 1. Bildung neuer 
GeUoIoselamellen durch IntlUBiDsceptionsvorgtngo im Protoplaama ab deren fitdrowKat eiae 
msaimiMiiblogende CdlnloMluHit anffarttt. 2. Pwiodieehe Wiedeilidaiig dieeerLameUeBbUdniig 
and AnftcIiiditnQg solcher LemeDen an eSner melir odsr weniger dieken ZeUhtUk, wdebe 
dudi lasigs AdhSsion der timetoen Lamellea «nt«r dnaader aidi ah ein seheblMur tinkeitp 
]idi«BO«bflde daiUeteo kann, tlnalieb wie sidi die Adhtakn iwiadien zwei ftiicb geaelmlttanen 
Kantacbukfl&chen, zwischen frisch polirten und aufeinander gepreasten Bleiplatten «der wellig 
glühendem Eisen in KohAsion eines einzigen Körpers überführen laast. 

Für diese Ansicht und gegen die Annahme einer chemischen Umwandlung des Proto- 
p!a.>^ina.-< selbst in Ceiluiose&ubstanz fipriclit meiner MHnunp narh aneh die Bildung der 
Still kekonier in den Chromatophoren. Wenn n&miich die eiii/elucn auf das St&rkekom auf- 
gelagerten Starkelamellen ') ans dem Protoplnsma selbst hervorgingen, so mUsste doch 
durch die Assimilation ^tuiiAchät vorher rrotopla^ma erzeugt werden, welches sich dann 
dnidi diflmische Zäseteongen in die Stftriresellicbten lunwaodelD mO&te. Es geht aber 
aas aDen Aibidten, weldie dem Vorgänge der Aaeiariiaticin gewidmet waren, aaf das 
entschiedenste hervor, daOt das «iite Imriang Sieker nachwsiBbare ProdnlKt «Oeses Proeeflsea 
em KoUdijdiat ist. Dieses mOtste damt in Protei^SBma ent mngewandelt and ans 
diesem dann des KoUehydrat wledw zartckgebüdet werden, bfls man die an der Algen- 
nembrui mitgeteilten Beobaditnngen aia 'ehie UmwamDnng des Pnrtoglismas ia CeOalose 
deuten wollte. Da erscheint doch der Vorgang der Einwanderung von KoMdiydiatmiOMcakll 
an die Orte der Membranbildunj? nntOiiicher und wahrscbejnlicher. Bei der Heranziehung des 
StArkckOmerwai hstnms ist der Umstand natürlich gaas tIDWeaenflieh, dala im einen Falle 
Cellulose, im anderu Starke das Produkt ist. 

Man kÄnnte sieb andrei^seits aber aach vonstelleu, d&ta die GrunümasBe des zÄbtiiissigen 
Protöplaämas aus Kohlehydraten bestehe, welche innig mit einer Lösnng durrhdmngcn ist, 
die den Stickstoff, den Scbwelel, den Phosphor, kurz alle jene Elemente enthftlt, die sich in 

1} Ich nehiuo mit frhiirppr das Wa(ti?thiini der Slärkcttinicr als ein HpposItioncllRa an. Auch die Ab- 
flachnog oab« nuuiiiieDg«4r&ngter Stirkek(>ner, bevor sie ticb schon voUstftndig berflhren, «pricbt gcfeu dM 

den StirkekSrnern liegende und siih ainaclun.le ProtHflaama hei dor arpositiunrllim Biliiiing und deshalb 
der Forni direkt oitwiiken Übt. Es ist aber gar nickt eiazuaehen, warum raude und durch Intacswcaf tkm 
(lUhnC te fdortbniMa 8«Ut^) waehMBdoKSraer Mk% «irtaa Mllei, wvn iie 4arch Bat TMgritlbiinHi« 

IS* 



— 144 — 



der grolM'n (iesamtÄiitti\.>*' des Protoplasmas voriiiideu und iu demsfUien cliemi»«:!! gebunden 
gedacht «erden. Die luikrochemiüchen spezifbcben I'rotoplaümareaktioneo könnten von üolchen 
pfaysiktliscb innig geboirfwMii Stoffim h«rTll1iTeii. Die BUdnng der Zdivnd «m dem 
flist noch «nfacher «lardi ein AoBwaodeni 4«r gtiflrteii ESwri&atoffe «ts. «m der GnuMbobatenz» 
abo diirdi dne Eotmischniig, wie sie bei Eamlirioiieii und Lowmgen auftreteo, in erkUraa. 

konnte dabei noeb der Fall voriiegen, dafe eine od«r mdirare der atidotoff haltigeo LOenngen 
das Ldsnngsmittel für das Koblebjdrat abglbe» nadi denen VenebwindeD der feste SSnstand eln- 
tnte. £» wOrde diese VonteHnng allenfings weit von deijenigea abweicben, die aum sieb bisher 
von der hcM-hcomplicirten Xussmnienset/ung d«-^ l'r.it(>|ila;<mas gebildet hat. Ic!i wftfste mich aber 
keinoN Momente«) /u erinnern, welches direkt einer solchen .\nnahme widerspräche. Dagegen 
könnte man zn dcrsellun diiiTli rlif, mit den Worten Schmitz" ^rhim wi*'dprfrpgcbcne That- 
sache hinjrofitbrt wcnlfti. (Iar> iiainlich in gewissen /eilen Ix i ilm r \ i'nlirkiiii^ das l'roto- 
pla.sma alliuiililü h <j-au/ M li«in,li t, Die in demselben enthalten gewesenen .Mi riL'cn .Stickstoff, 
Sthwefel n. a. können nntüriich nicht als Elemente verschwinden, sie mUs.sen alao in liösung 
ausgewandert sein, während das Kohlebfdiat als Wandverdicknng zurückbleibt. *j 

DinTs exakten, milcraeln^Bcben nnd chemiscben Uotertnebmigm llbwiwen weiden, 
in dieser Hinsicbt den ricbtigen Weg t» «eigen. Die letxtgenannte Annabne ist jedeniaOs 
in Anbetraebt der grofsen üabl complicirter organiseber Körp«*, die man im Protoplasma 
scbon gefunden bat, ab viel zu emfiwb anzuseben. In dem Oesamtprotoidasma kommen un- 
streitig eine grobe Menge KoblenstoffrertHndungen sebr verachiedeaer Eonstitution vor, es 
scblieJst dies aber den Gmndgedank«i imma* noch nidit aus, dab KoUebTdrate einen Hnnptr 
bestandteil des Protoi>lusinus bilden. Unsere Kenntnisse vom Hikroctaemlsmus der lebenden 
Zelle sind noch so gering, diifs darüber etwas Exaktes noch gar nicht gesagt werden kann. 

Die That.sache. diifs bei der Frzengung der enormen Masse von organif cTut Substanz in den 
I'Hnnzcn, wie sie hp\ dem .■V.>'similation*prozefs in Scene gcsct/t wird, /nnftchsr mir Kohlehydrate, 
nicht Kiweifskorpi 1 entstehen, s<:heint mir auch darauf hinzuweisen, dals }cnc f iiict) gröfseren 
.\nteil an der Substanz des Lebenstiilgers (de.s i'rotoplasmas) ausmachen, als mau dies bisher 
geglaubt; daJii nur ein kleinerer Teil derselben zu Eiweifs und allen den Verbindungen um- 
gewandelt wird, die man im Protoplasma nachgewiesen bat. 

Wie gesagt, steht dieses Feld der exakten Bearbeitnig necb gana oflim und ohne 
weitere bypothetiscbe Betraditnngen hier anstellen zu wollen, will leb nur das als sieber nodi 



l) Vacgl. ni ^icMu AwAtongCR il«> Seite 14» 0«H«te ,B« tot vielldcikt fmia liltr mc.* 




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einmal hen'orheben. dafR von einer , direkten Metamorphose^ von l'rotopla&ma in Cellulose keine 
Rede sein kann. In einer si>&teren AbhandluD^; über den SaU d«r Benempfanglicbkdlt der 
PiuniD in der «Hintadikbt* des PniUqileBnMB beabaUlitig« kb nüivt dnnutf eiii»ig«bea, 
nie dnrcb die peiipheriBche Membnuibildniig» Tertmnden mU der Senktionahigkeit des 
HMitpbumnB gi^nOber auberen (und inneren) Beiien die Oeataitang der Pflenien dnreh die 
fnte Ifembxui nnd die gdegentBcben Geataityeilndimingien durcb in&ere Einflagae dem 
Verttindni» nfther gebncbt werden, nU dies durcb die LitaBaaBceptiMntheorie gwehab. IKese 
icbri«d> der leblosen Zellballe ja geradezu ein eigennicfatiges Wachstum und damit eigene 
Geetaltungskiilfte xu und führte zu der Coiuequenz, die battplüftchlicb Hofmeister *) 
gezogen hat. indem er die Ueizenipi^nglicbkeit der Pflanzen gegen Liebt, Scbwere etc. in 
die Membran seihst, statt in das, lebende Protoplasma verlegte. 

Nachdem duivli dii' I a]m rimcntc mit gelÄrbten Membranen von Cnnferfta, /irt/nj^ix und 
l>r ihijiieii da-- Iiu k< iiwai livtuiii Appositinnswarh^ttmi sich /u erkennen pe!r»»hen und auch 
für das l.ntr.'i iiwa, h^iiua das GUiche wabinclM iiilu h ijeworden ist, mo^en hier noch einige 
Membraniiildiingen ei'wAhnt werden, wie sie an PÜftn/chen au» dem freien Meere beobachtet 
wurden. 

Nicht weit von dem fortwaclisendcn Scheitel der Biyopsis-Aiten wadisen, nachdem die 
junge Hauptachse erst einmal »ne gewiaae LAnge errelcbt bat, bi alcrapetaler BdbenÜDlge 
Seitenzweige, sogen. Fieder berver, die etwa nnter einem balben recbten Wmkel von der 
Hanptaxe abatefaen. Vacbdem dieselben eine Z«t lang ab AarimüationMrgane tbatig waren, 
wandelt sieb gelegentlicb der protoplaamattscbe Inbalt In ebie Menge kleiner Scbwürmaporen 
nm, nacbdem der fnbalt des Fieden voiber durcb einen calMsen Pfropf oder dnrcb Cellttlose- 
membran von dem des MntterBpnnaes abgescbloasen wurde; der Abacblub gescfaiebt in sebr 
wecbaelnder Weise.') Nach dem Ausschwärmen der Zoespmw aas emer in der Fieder- 
Membran entstehenden (»ttnunfr fällt die leere ziirilckgelassene Cellulose-Ilfllle nach und nach 
der Zerstömng anheini und nur ein kleiner basaler Ringwall bleibt davon auf der Haupt- 
aclisc znriirl<, Ni^hrii der Vermehrung durch Zonsfioren dirnen die Fieder auch, wie ich 
beobachten konnte, noch iu andrer Weise der Fortptlauzung resp. Yermehrong der PtliUuEcben. 

1' V'ergl. die Kajiiul: Ucliutrujiistniih von /ellnieinhrniien, Jtrixbarkeit vn\\ /clliuciuLraBca u a. iu 
fl«fiBeiit«r'a ^Lelire von d«r PflanKmelle*. Leqnif IMT. 

ti Dar YMBHa^ »t «iagahaad idim ImaliiMeii toi Priagi1i«in, fiitiufilw. d. B«iL Acad. 1871, 
Mit; od m Stnshmrger, EellbiMnag imd ZdÜrflnag. & Anll. pag. 8981 Tt£ XHI. F(r> 54-«l. 



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MiD aieht nicht uAieaL, bwonders an den Zimmerkoltuipflanzen, dafo auch ohne Vorbereitongeo 
lor SdiiitimBElnUiiig die Fi«d«rn dnreb eallOie «der mmbn^an VwcMttftMMa», di« sieb 
u der engen Veriiiiidiiiigntdl« mit den Mnttenprob bildet, wn diesen getnont weidctL. 
Dum bilden eewoU Fieder, wie auch der Haaptspiob aber der TrennnagarteUe eine zonichst 
dflme Hcnbnuike]^, die e^ eeitKdi in die TorbaadeiM Menbnui famen «nÜMtit vad neck 
«ad meh ytuMxkt wird. Dei in dieeer Weise eelbetfliidig geweidene Äatebea treibt dsan 
«ÜB der. unteren Seite einen WuizelsdilniGli, Ulet sidi von der ICiittMpdMitt lee nid faQdet 
ein neues Individuum (Fig. 21), welches nach einigem Umhertldben schliefididi cinniilRnbe 
findet, um sich festzuwurzeln und weiterzuwachsen. An Pflanzen von Bryopsis muacoaa sah icb 
diese Art der vegetativen Fortpflanzung am häufigsten und es waron da oft ein Dutzend 
Fieder gleichzeitig im Begriff, sich selbständig zu machen Vhcr dem kleinen aufgelagerten 
Stückchen Membran, welihcs im Hauptsprofs den Stiinipf in der Uegel wie ein Pflaster noch 
einmal abbchlielüt, latent sicti dann später oft noch die Yerdickungsschichten des Sprosses 
md acblieisen das Stflekehen 'Wnndmembran zwischen sich und der alten Membnm ein. Ein 
selebes fiHd» ironun die Appention von Wmdmembru md VerdicIniqgHGhiciit nnmitteiOier 
^euditet, steUt Fig. 22 dar. Man sidit bier andi wieder deutlich, dab die Yerffidnings- 
Mihicbten da, wo aie nicht an ichon vorhandene Membran angepreßt werden, aia sclbetladige 
Membrantm an&nten nnd «o daranf Undentea, daJe auch die Verdidnagnebiehten sdbst ab 
sdbettDdige Gelnld« eotstaadea sind, ab«r darch Yendunelning mit sehen Toigeblldeten 
SeUebten Itiren Cluurakter zu veri&agnen yermOgm. Man hat deshalb in der That die 
fipihstnndig verlaufenden Schichten als Neubildungen atiljjell&t, die als etwas Besonderes mit 
den Yerdickungsschichten nicht identifizirt wurden, wie es nath der \i)po8itionstbeorie ge- 
schehen mufs und das ganz offenbar mit Recht. V» ist diimit natürlich nicht gps.ijrt, daf* 
das selbständig erscheinende Stück der Membran mit der. an vorhandenp Membran ange.'tetzten 
Cellulose gleiche Dicke haben raufR. Da.'^ freie Stück kann dnrch lokalisirte Bildung von 
Celluloselamellen, wie sie unmittelbar beobachtet werden kaiiu, bedeutend starker werden — 
der umgekehrte FaU ist natdrlich ebenso wenig ausgeschlossen, aber seltener. Die erwAhnt» 
Tbatudie, dab die Ihien MembnintadKe nmt atiilcer durch Kappen Terffieht werden, «1» 
die anliegenden, sieht man bflnlig dann, wenn sich der ProtopbMwncbbndi dvreh irgeod- 
welcbe Ebiwiilcnngen eingcsehntrt hat and an den von der Wand getrennten fitdien sidt 
mit neoer Membran mnbftUt Fndet dabei nodi YehUdtHng der Oessmmtmenbnaa statt,, 
so bmfn mandie VodickungmehiehteD Irnnttanlrüdi über die alte md jmge Bfembraa binwegr 
sbid aber anf letstoer didrar, oder man ftidet aneh an&er den gemeinsamon Bdiicbtea bet 



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der Behandlung mit Molybdftnschwefels&ure noch besondere Membrankappen, die auiischlierg- 
lich die freie Membnuistncke ventSiken und sieh nach aoakeUen, aobald üe von dieser auf 

die ältere Ubertreten. 

Jiil('nfiill> ist die Bildung von Cfilluliis«' seitens dt s Protopla-smas nicht ein autonomer 
Vorgang an fr^wissrn Strllen, fjrnidern (iure)) Reize mit vcrnnlafst, denn es kann auch da, 
wo normaler Weise keine ('ellulo^<> mehr cnt^tpht noch einmal zu der Büduiig solcher 
koinmt^ii, wenn ein Reiz da/u virh einstellt, das I'rorojjlasma zum Beispiel von ZHlliiifmbrau 
eulliiiilsi wild. Nagel i gab in der Zeitschrift fiir wiHttenscb. Botanik 1844 Tal. 1 schon 
AbbUdnngen, welche diese Verfa&Itaine iDartrinn. 

IHf l'.iUIuiin; von Meiiiliraiikiiiiix n, die sich aubkeiiend auf dip Innenwand der alten 
Membran ä[i)(oniren und mit ihr verschweilst werden, eine Erecheinuiig, die sich normaler 
Weiie bei dem Spitemwaduthiim beobicbteD IftfiA, tritt auch lici ktavtlidiea Yerletzdngen 
▼on Syphoneen-Sprosaen ganz regelmftlaig ein. Wird ein Derbe8ia'>Fadeii znm Beispiel dureh 
einea Quexadioitt in swd StQdce zffldegt» so adunint die Memlian moKcliBt plötzlich wie 
ein awigeaogeneB und dann loagdasBenea Gmnmiband nuammen, (Hlllt man einige unTerletate 
Derheien zwisehen Damnen nnd Zügelinger tuid schneidet dioeelben mit vavtt eebaifen Sche^ 
durch, 80 voqritart man dem Bnclc in dm Fingern und fühlt, wie die Ffldet zugleich dünner 
and schlaff werden. Schon aus dieser anffallenden Erscheinung llsat sich addieaien, wie selir 
die Membranen dorch den Tutgor gespannt und gedehnt aindj. 

Wibrend äch dann nach der Verictmg der Protoplsaauuchlauch langsam an der Wand 
zurOclEäeht (zurflcktliefst) quellen au» dem ZelLsafte eigentümliche Körper hervor, deren 
Natur und Eigenschaften hier eine kurze Bcs'i'tt cliunf? finden möKen IMc uus^'c^tofscnen 
Körpor sind Kiifrcln und fudenffinnitrp. an ^ciiuollene FiMtoplaunafftden «nanemde Uebilde, 
die an der unverkuttju ^ila^^e im Zellsafte suspendirt sind. 

Die KuKelii. die sich in viel geringerer Zahl als die Fäden vorfinden sind von wei hselnder 
Grösse, ihr iKirthmesser raeist jrröfeer als die I.finpe der t'hloroiihyHk5rjipr und meist von 
homogener Beschaffenheit, wii.'-.-^erhell. Die ftuficrätt; Kugel.seliale he.'^itzt ein etwiLs stärkeres 
Lichtbrechungsvennögen als die innere Kugel. Zuweilen tindet man Kiif»<'lii, weklu4 in 
radialer Richtung eingelagert kömige i:^schhis&e von spindelliiniiiger (iestait besitzen 
(Fig. 23). Die Kugeln, welciha wlhnmd dar WintanDonatfl von Uevendier Ua Min an 
DeiiMten, beaonden grab in D. Lanuninniiü gofimden wurden, bestehen ihran Bealctionen 
aacb MiB etw^faartiew Sahitaiu. Sie rtten «ich der Bebandlnng nüt Zocker nnd 



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Schwefelsäure, bicton auch mit dem MülonVhen Ilf'iijrrnB Eiweifsreaktion dar und nphmeti 
Farbstoflfe st»!ir iK-pierip auf. ¥!» sind wohl eiwiMssaitif;«' I{ es f»rv(>«t of f e , wie solclif nicht 
seltt-n zur späteieii Vi-nvendung wahrend der Fniktitikiitiou ^'i'sneii hert werden iiiui n\vi>t im 
Zellsaft zur Ausscheidung kommen. Ihre Subi^utn/. ist weich und iu Set-waAsei etwais quellfiiil. 
Durch diese Eigenschaften bleiben die Kugeln an der Wundflftche sehr letcbt h&ngen, ver- 
kleben mit tinaiMkr lud balten die ziriicben ihnen donfakommeiiden faden«rUg«n Oelittl« 
auf, Bo daJk licb in konw Zeit aus diesen beiden InbaltBlEftipeni ein voilldiger Wnndrenddaliii. 
in Geatale eine» Siweift-Pfimpfte bildet (Flg. 24.) Di« langBjnndelflttmigen fiulenartig«ii 
QebiU« beuttpnieben ans «ogleieli mitiuteilenden Grflnden dn nocb fadbere» Intereaae. Sie 
sind ibren Bealttionen nacb ebenfalia «iweUnrtige Körper, di« eine feine Kitoneinng ihrer 
Substanz erkennen lassm und wie gesagt an aufgequollene Protoplasmaßiden erinnern. Sie 
liegen frei beweglich im Zellsaft, bewegen sich mit demfflbon bei lokalem Druck auf die Zeil- 
Bcblftnche. und ^krystaUisiren*, so weit ich es fi vtstclleii konnte, in der Nflhe der fort- 
wachsenden Spitze aus. Man bemerkt da nämlidi /uiiiulr-t kli-inp NJlcIclchen, denen sich 
andere bald seitlich aufsetzen: dann verschwindet die sihurfe peradünipe Contfiir dei-selbeii, 
sie scheinen zu quellen, werden vurlitngert, verbiegen sich uiul marlieü schliefslidi den Kin- 
dmck, aLs ob sie losgelöste und in Verquellung begriffene l'rotopliwmiusirange seien, die i iuuial 
den ZeHsaft durchsetzt hatten. (Fig. 25.J Diese SchUerea haben eine merkwürdige optische 
Eigenschaft; sie reflehtinm sehr stark bbttes oder heUblaagrttnes Liebt. Ein mit soldMn 
Schlieren angefttUter Zellscblaueb der ZMmia schimmert durch das OiOn der CUorapbjII- 
kfirper hindurch prachtToU bbm oder heiigrlin. Dieser Schimmer ist nicht gleielunl&ig Aber 
die PflaoM tertbeilt, sondern annuncben Stellen «dir intensiv, an andem Cut Tersdiwindend 
bd ganx »liUllger Vertheilung der lenebtenden und nichtlencbtenden Stdien, Miknakoirfsck 
betrachtet 6nden sich an den bell leuchtenden Stellen ganse Klumpen der ESweiOtftden 
gehäuft, an den nicht leuchtenden kaum einige wenige zerstreut oder auch gar keine. Blendet 
man das Licht vom Spiegel des Mikroskopes ab und beobachtet bei auffallendem Lichte und 
schwjiihrr Vergröfsening, so ündct mnn jpden einzelnen Faden mit scharfem Umrifs in 
blaugnliieiii Lichte leuchtend. FMe rraii/en lenchfpnden Ma-s^en sieht man sich mit dem 
Zellsafte bin und her beweget!, subald man einseitig die Zellschl&uciic drückt. An noch 
jungen Derbesien-Itasi n fand ich im offenen Meer die leuchtenden Massen öftere dicht am 
Scheitel zusammengedrängt. 

Äbnlicbe, EiwdfihBeaktkmen teigende Schlieren kemmen andi bei Bri/opsts vor, wo ai» 
ebenMls in Uangrtnem Lichte kochten. 



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Erkläruug der Abbildangen. 



1. Biaa gefflrbieii and dann weiter gAwacbatoea Bhinmi Ton Canlerpa pnitfera. Hie Spitze und zwei Blatt- 
»proase rIimI nit nn^flrbt«r jaoe«r Hambnn dnrchsebrodien; alMus» die jUngnte WnrzrI. p ist ■n»- 
getrct«ücs Protoplasma. Ktwas TereriS'Kert. (Text |mff. 121.) 

1 . Kine v prilt-re Parti« der Fitfur 1 istlirkcr vcrgrüfscrt. I>i« alt« Membran ist icliolienartig jtprrii-ipn 

btiick eine« auderea Khizouu an der Ur«uze von gcßirbicr uiid ueu^ebildctur Membran. Der lidUilauc 
TeU ledbta war «UweuA it» FKrUm btaere Zdiwahd, bt ate jeut taA itafkir Dduiuy coitieBlailairt 
lind vom gi-Kpreii^t. Der dmlnlUm T«il lit die tbeiiliilli gtKgmtn» Oltieiilft der idteB Menriwu. 
^Vei)ffHS»<ert.) (pag. 

9. QMiidmItt dnrdi «In gefbbtea nnd dann ««it«r in die Diele« gcwaebeeoee Rliia«m. DmlwIUa«- Cntieii»; 

hellblau: frtlbtr vorlmnrleue Membranschichten : wcifs: neue Verdickunt^achichteii. Hei M' itt elwjling« 
Worael getioff«o, welche 2 Tage nach den Fiiben aasgetreten war, vergrn/siert (pag. 

4. Aiisatntelle ein« ,BA]keiia* (ebier OaHukwfaaer); atlrkinr vergrSaaeirt. (pag. ISS.) 

4«. AnaaUMelle cin«at BalkciH Kit guollniiK'sniittelii bi-han^elt. Der Balken dardwelBt aebeiikar in fßiMf 
mifiiiger Dicke die peripberiwb« Wand. (pag. I2.=>.) 

Ii Bine whrlg verlanfead« und tdiwefae elBgeadilaaRaae Fa»:r i (). IJrsprilqjilidi waren mir die Manen Sddchten 
mhnmlen. Die n-eirsen »ind nach dem Ffirben gebildet worden, nnd iwar zBiiilch<it die äussere welTse SeUelit a 
mit drin VenIii'knDi,rsriiig um den Balken, dann ist dieaer too der innersten Schicht i Oherdcokt worden 
nud nicht lodir gewacluen. 

6. LSagBKibnitt dmck elii OamlMpft-BUmn; Unkt jüngere, rechU «Itere Fnrte; etwna ichemntlairt. fpag. 185.) 

7. a) Blatt rn'.i f^ti!rri>a proliffra. Keil iHri^n rer Zeit abi;e<x;biiitlen md proUteirand. • Jnnga Spirom, welcb« 

die Membran des Blatte« ß darvhbrci-hco. (pag. I3ü.) 
h) Jüngere Siwmm deaaelken Blattet illriMr TergrOfaert md die Sprcngnng seigenl 
$. Längsschnitt durch ein iiuniinl prulift^riri-nde.« Blatt an der AnsatZAtrli.j l in.j^ jurnii-ti '5iii ">>e<. Die Membran 7? 
des Blattes gesprengt, s die Membran des dproases, die aich innen an dii; Blattmenibran aufhat, b' junger 
Balken dea Sprosses, b* Slterer Balken de« BUttea, von der Sprob-lTemlmn mit kadeekt nad dedalk 
stark verdickt, (pa^f. 12ß.) 

9. Eia ütttck Membran ans einem Hkiliclien Schnitt. Blatt and jagendlicher Sjftoh waren mit Berliner BUa 

geGirbt. Der Sprefs hat beim Weiterwaehsen (weiXin:) Venlickungaiicblehten aafgeli^fert. 
l€l Bin Stück Membran des Caolerpa-Bhizonu nach Aetsnngen mit UbcmianKaasanrem Kali. I, II, III sind 

uacbelnan'lpr cphiMctP Plii'mapfrnpfo, I ■wtiHp erzeugt, o-h dir Jfcinljran •lic Di^ ke di-r ScliiLtit a hatte, 
11 nachdem b als Verdickung gebildet war, Iii nachtlem c, welche tichicbt Über 11 huiweglüaft, entstauden war. 

IN« laMMle TtfdldnnfMcfaMt dar Jiamknit (d) lünft nnch Iber m w4g. SdMnttiiirt. (pnf. 1«7.) 



11. filiUer Toa Caularpapnliftr», die seitwet»« im Wacbatnm itille g«$Und«n hatten; du liiil(e einmal (an der 
ponlttiitcii Iifi^ «ddie im Sind der gaqpmigtai «Itan MnilNnui ■MiUrt), 4h nohta nraiiMl -weiter 

gewA' tni n liii' tu rvuaurtigcu Linien üind stark r. >'li!MrM|)hvltknr|>erfQliren<lc Protoplaamastrrime. (f^i: I '-Oj 

12. 13 und 14. VemdiicdeiM Fonnea tiedeiteiUger fil&tter ron CMojw gni^en, wu nomialea BUlUern ana- 
geaprofot (pag. 181.) 

16. Bryopfis numcoaa «twax «dtcmatisirt and Tergrörsert. FfluiM Uh gtttllK md 14 Tag* vdMr Cewtdiaeil. 

ä&mtUcba Spitno weite todigewacliaeii. (p«g. 13ä.) 
Vi. LiQgwebiltt doicfa cteen Thefl der Menbru in Nllw der ftttwacbaenden SjdtM von Ztoteiw 

riiiwniiniMin'i' Da» äpitzenwachiitum dnrch Dchnnng nnd SpieagUBg der iltem Uui geArbtiB Hnirtraii- 

adiiditcn zeigend. (Zeiss° 1), Oberbüager'gcber Zeicheuapparat.) (pAiir 
IT. 18 o. 19. Qaenchnitte duich eine gefärbte luul weiter gewad»ene Derbeaia in Tersefaicdener Hohe <ier Pflanze. 
17. in einer tInflKW liaMlen Befion, l& nUwr m dar Spitia, 19. nodi mtar an daneUen. Wand««« wr- 

hillttiismflf-«!^ 7.r) 'tii-lr frpzfit^hnej fpacj 136.) 
20i. Meoibranütflck von Derbaia, p Protupliuima, o Chloruphyilkörpnr, c abgelilst« Cnticnla, in die Membran, 
«wf deren linke Seite Selnreftirtare eingewirkt Inlw Maeeibe »Igt dort ZerfUI in KUmdian, denen dee 

Protoplftsm^' fihultili, Mi( ni:'tr7.iiilijijil fiirl.ti' ri'nh üiilfc T'artii" wie da8 Prolupla^^tiia tih'ljrnitn, liir 
rechte «cbmatzig blau-riotett ; a eii>e Wolke feinkörniger Maue, die mit Chlorainlijud prachtvoll dunkelblau 
wild «nd jadenhUs «u der Itembran etaannt) darea Uan^etu Faviw aia tnf der raetMaii Faitie bediagt 

(pag. 142.) 

gl. Fiedensweig tnm üfyo|«H wnueoBa in dar Unwandlnag an einem »clb^Uludigen ludividnum. v czllüne Ver- 

rtlilnlimiaam', Hb» welelie aowdbl aelten* der Hnttarachae aia aaitena dee Fiedenwnga eine Menlmin gelegt iat. 

W jnnge Wurzel des Fieder/.w> ii,"- Mit Kau de Jatelle ao^ahelU. (pag. 14C ) 
32. Wandnarbe an der AuMtzstdle eineti P'iederzwei^ von Bryoptis; e caUütie Versclilnrsaaaae. 1. alte Uembran, 

9. Wundmembran, ti. Verdickungasehicbt di r alten Uembraa deotlicb anfgetaiicert, Über die Wnndmembran 

wagiMfend. (pag. 14G.) 

2Sl EiweiTuirtic;!' Kuiriln aus dem Zullüaft v. ii li^rbesiai; • gswübnliciiea Auaeben, b mit radial lerianteden 

Spindeln, d bei (juclIuDg, c Zwillinge, (pag 147 ) 
U. J? WandfiaraeUalb beiiHirbemB dnrcii die «oellenden Xogaln nnd Ilden. P Wieder «ordringenderProteplaa- 

maiclilanch, fp.vi,'. MS) 

Entatehong der ciwcifaartigen fadcnfSrmigun OebUde, welche das Iriaireu von Derbe-sien und Br>op9i8 
fanmutefc (pag. 148.) 

2fi Eigenartige Mi iiiliriiiiliiliiuiiK uu der WundüKllc. (Derböiiia.) (pa*f. IM.) 

27. Wiederbolt« Uembranbildung dea Irontrabirten Protopla«uak4ti]ien Ton Dcrbmu Lammtrmucn (in eioer 
offenen Schale nH Saewaiaer gehaltanX (fNig. 151.) 

Eigenartige» t'ellultwegertlst an der im Wachstum ge.'rtSrteo SpUse einer Ticrhf^,a. (pag 161 ) 
89. Scbeidewand- nnd BaUienbUduiig in Innen einea SSeUvcblancba tfaer Darbma Lamomamni. (pag. 151.} 



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ABHAxNDLUNGEN 

HEB&USGE6EBEN 

TON DSB 

8£N0KENB£MISGHMN NATURFOfiSGHMD£N 

GESELLSCHAFT. 



FÜNFZEHNTEB BAND. 
ZWEITBS BEBT, 



FRANKFÜRT A. M. 

IN COMIUSSION BEI MOBITZ PIBSTERWNO. 
^1888. 



BEITRAGE 

ZUR 

NATURGE80HICHTE DER KIESEL8ÜHWÄMME. 

I. Donniusidoii Bosei NM mit Hmwflisen auf 

Cräuiülia cai'uosa RäppcU und Spongüla iiugilis Leidy. 

VON 

PROF. K C- NOLL. 



M 11 DREI T A l ' K L, N. 



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DSM JkNiywrKBlN 
vm 

Herrn KARL AUGUST GRAFEN BÖSE, m hon. 

IXT S JkXTSB^XiSBIV 
OXWIDICKT 

VOM VEBFA88KR. 



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Beiträge 

nur 

Naturgeschichte der Kieselschwämme 

Ton 

Prof. Dr. F. C. KolL 



L Desmacidon Bösel ^'oU mit Hinweisen auf Cranielia carnosa Rüppell 

und Spongilla fragilis Uidy. 

Am 2. August 1884 fand ich bei einer Ausfahrt zur Tiefseefischerei auf dem Trond- 
lyemljord nördlich von dem alten Inselfort Mnnlvlirilni t'ine Stelle mit felsigem nrniidp. die 
wif» firip Inspj nm dem ringsum mit pnitifTn Si lilii k hc'iiei'ktpn Spcbodcn hervorra;.'i'n mochte 
und von ctw;! 2,'>i i ni Wasser bedeckt war. >ie /.';ichiittt sicli durch ein reicheres Tierleben 
und besonder durch ansehnlich<'i i' (u'si liupfe aus, als sie ringsum in dem schlammigen tiruiide 
zu finden waren. Von bchwaiiimon erbeutete ich hier ein schönes Kxcmpl&r der Geodia 
norwegica und em andern, der üattui^; Desnuddim oitgebörig. Letzteru, «ia ttw* 6 cm 
lioher Sdiwamm, enthielt in «einem weichen, filaSbolidien Gewebe, ganz Ton der Obeihant 
bedeckt^ bUb fleiwhrete KOiperchen, die aidi als 5mm grobe Krebacboi am der Gruppe 
der Ampbipodeo «rwieeeo. Dieaelben etanden auf Tenchiedmer Altenstufe; eivlge draadben 
hielten Ihre Eä«r und Junge swiedten den Fnfsen feat, waren abo geachleehtsrei^ und ea 
nmia angenommen weiden, da& der aagenloM Krebe wenigatena einen groben Teil Beinea 
Lebern in dem Innen dea Sdiwammea Tezbiingt, dab also hier tän Fall ven Kmumenealiemna 
Wlriiegt. 

Wie aus einem Vergleiche der in dem Kapitel „Systematik" dieser Arbeit angegebenen 
23 ftcbtcn Dwmafidfm- Arfpn hervorgeht. i.st die ans dum Trnndhjemfinrdf stammende Speeles 
oinr- bis jetzt norh untu schriebenc ; sie wird dnnun hier dem Herrn (irafen Carl August Hose, 
Dr. hon., zu Ehren, der als ei/hger Förderer biologischer Forschung der Senckeubergiacben 



naturforschenden Gescllwb ift dt-n Aultrag gegeben hatte, eme Keise nach der norwegischen 
Küste ausführen zu lassen, als 



auf^eütiilU. Auch der Bewohner des Schwaraiues, der Krebs, der (iattung Aiiun}x A ruynr zu- 
gehörig und dem Anonjrx pumitaa Boe<-k nahestehend, ist bisher noch nicht bekannt gew^o 
nnd «riiUt dkmiii d«a Nttncn Anonyx spongiviritt NoB. 

Eb war mir dne erwUiudite CMegwilieit, dnen gut afaultimeii — bi Alkohol von Wh 
geti5t«ten und dann in alMolotem Allroliol aof bewahrten — Schwamm ans der Familie der 
Dcemaddmae 0. Sdmiek genaner nntennchen xn können. Da durch daa Gefiindene vieUeicht 
erginzendea Material für daa his jetzt mtiatena nur auf die Syatematlk dtir Gattung Desmaddon 
Bezug habende gegdien und dordi Seitenblicke auf enIqHPecbende TeriiBltniaae bei anderen 
Schwiaimen, namentlich bd den Spönnen, vervollständigt werden kann, ao Mdt ich ea für 
gerecktferügt, die gewonnenen Beaoltate zu vereffentUchfln. 



Dcsmacidon Bosei (Fig. 1» hat eine HhIil' \oii ticm bei einer tnafslen Dn itn von 4 rm 
und einer faiit gleichuiäi»äigen iJicke von .*)— tiuini. Der ^ehwuitiui aafs mit einer liaMa von 
1,5cm Breite auf dem Boden, wohl auf einer feUigen Unterhige, fest, steigt auf der einen 
Seite wenig «chrag auf, verbr^ert nch dagegen auf der aodwen Seite 6 mm aber d«ai 
Grand« aogMck ttaxk. ' £r iat fladi, bat fkeheifitnnig auagebr^t, dabei aber nickt platt In 
einer Ebene gedehnt, aondem etwaa lowvei-konkaT; an dem einen Rande entspringt nach 
der konkaven Seite kin ein unter atunpfem Winkel voratehendu' Ansatz oder Lappen, der 
eich mit «n«r deotllebMi TrennongaOnie an daa Hauptttack anaetzt (Flg. 1 Ifaiks). An dem 
oberen Bande iat eben&Da eine durch Emadmitte bezeichnete Kefgnng anr liappenbüdung 
bemerkbar, indem hier sechs, an den Ecken abgerundete Abschnitte zu nntencheiden amd. 
Im Übrigen stellt der Schwamm eine nnzerteilte, kompakte Masse dnr. Dieselbe ist außer- 
ordentlich weich und leicht zusammcndrückbar, quillt aber nach dem Drucke, besonders in 
fri<!rhem Zustande, wieder auf und ist demnach elastisch. Das Qewebe ist einem lockeren 
feineren Filze ähnlich. 

Die Farbe ist ein mattes (iraut'''lb. wie Pf die Hornfaaer vieler (Jeratoden ^eipt. Im 
Weiugtiiiit iül die Farbe weilulich grau gtiwurden. Die ObertlAche ist verli&ltnismAüsig glatt 
4. h. ohne grölsere Hervorragungen von Nadelbündeüi, Papillen der Oberbaut oder dergl., 
wie man aolchea an vielen Schwammen findet. 



Desmacidon Bosei 



1. Habitn.s. 




— 7 — 



Die Osktila siml in f-Törsci cr Ziilil vorhanden und über di<> Ix id« ii Seiten des Scbwammes 
verteilt. Sie tahlau liiighum auf den den Rand bildenden schmalen i^^etten, auch oben auf der 
Höhe der Lappen, wo die Neubildung der Gewebe, also das Ilöbenwacbstum, stattzufinden 
«dMint. Die Oaknk aind veaebtoden grofs, bis tu Sn» im Itarcluiie86«r. 8ie bilden einfiiche 
Ofbangni ohne bervomgeiidc Rinder in der OberluMitf von 1creiianmd«r bis flach gedrüfikter 
eUiptiadier Form mid führen nicht Betten schtefwinkelig in de» Innere. Die nldnddiaten nnd 
gtOUben Oaknla finden eidi in dem unteren Drittel des Schvammee; die bedeatendeten sind 
in der \«cü»fmg nebe dem anteren Ende der TrenmmgaKnie der beiden HanirtteOe dldit 
mnnuneogeeteltt 

Poren für die Weesensufiibr sind auf der Oberflicbe d«e Sdiwammes nicht bemerkbar. 
Die dOnne Oberbant zeigt wenigatene Iceine dem btofsen Auge kenntlichen öfinungen. 

Des innere GefQge dea Schwämme ist dentlich faeerif. Nicht lange, den ganzen Schwamm* 
korp« dtirdieetzende Züge werden von den Stiftnadeln gebildet, eondem kürzere Bflndel, 
die sich teOs parallel teils »dirAg aneinander gmppiren. meistens mit ihrem Grunde im Innern 
des Sfbwammes stehen, mit ihrer Spitze gepen die Oberhaut gerichtet sind und seltener 
unter dieser, ihr parallel, hinziehen. Wo die Oberhaut zerstört ist, erbAlt darum der 8chwamm 
das Ausaehen, als ob er leicht zerzaust sei. 

2. hos Skelett uiiil die KieHelgebihii-. 

Die Formen der Kieedgebilde bei Deamaddon Boeei sind mannigfiidie. 

Das dm ganzen Schwamm doiebnitbeinde Skelett betteht ans derberen and scbwieberen 
Balken oder Strtngen von htngen, stampf-spitzen Stiften ^ tr. ac. nadi der von Yosmaer fllr 
die ftirtidle der Schwftmme aufgestellten Formel. (Bronns Klaasen und Ordnungen dea Tier- 
reichs. 2 Bd. I'orifera. Leipzig 1887. Seite 148.) Dieselben besitzen eine lilnge von 0,60mro 
bis 0,63.mm hf-i cinor Dickt» in ihrem stftrkRten Teile von 0.01. "i mm. Meistens sind sie prcrade 
gwtrerkt, /nwcilcii auch ein wenig gekrüniiii t ; teils sind sie in ihrer fransen hAnge gleich dick 
bis jrc^'t n die Stelle, wo sie anfangen sicli zu/uipiuen, teils verdicken sie sich alhnAhlich 
etwiib vom btumpfen Ende aus und eiTtitiien ihre gröfste Starke etwas unter ihrer Mitte. 
Auch diese scbwachspindeligen (subfu^iform Bowerlank) Stifte verlaufen schliefelich ganz 
nOnuhlich in die Spitse (Fig. 2). 

Diese Stifte sind der Länge nach dicht aneinander gelegt und zwar oft in gleichem 
Sinne, so dab, wie es banfig der Fall ist, die Spitien der Spicnhi in emem Strange alle nach 



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— 8 - 



Obeifllehe dv SdnrudiMs in gwiditet sind, oder die ttumpfen Enden stdwn nach aoläflo. 

Doch liegen Öftere einzelne Stifte umgekehrt zu den andern. Die vott ttnen gebildeten 
StitDge sind bedeutend st&rker in den älteren Teilen des Schwammes, also unten und im 
Innern; hier enthalten sie bis zn 20 Stiften zusiimtnenirelejrt. wnlireiid in dem jttnfreren, 
oliemi Teile des Srhwammes mir weuipe, maiu hinal nur drei btiltc die Dicke eines Stranges 
auismaciimi. In kleinen Bttschelu »telien die Stifte mit ihren >^iiK/e!i oft ul>tr die Haut des 
Srhwanimes heraus, ohne aber desHen Oberfläche euie aiitiiiüeiidf Ltiebenheit zu geben; 
iiuiiierliin mögen sie imtaadc sein, allerlei unangenehme Ikrülmuigen durch andere Geschöpfe 
von dem Selnrannu lonznliilten. (Fig. 1&) 

Die Strttnge dee Skeletts eatspwcben in ilinm Verlnnfe dw oben erwAbnten Stniktor 
de« Bcbwnnmee. Sie stefaea von d«r Bttie tm etww flclieiftnnig ansgebieitet nncli oben 
and onlsen nnd wnnien daidi ziUieiehe a^tUcbe Strang« oder «ocli durch eioselne Stifte, 
die Bich apitzwtnlce^g oder reditwinlcelig an sie aosetien, mit ebiaad«r verbunden. Andi 
dnzeln findet man die Stifte, wenn «neb nidit frei in dem Farenchyra ao dedi in eigen- 
tUmiichen dfinnen Sponginb&nten, die sieb hier und dn dntdi des Gewebe ziebwi. 

In den Stran{?en sind die Stifte durch Sponpin fest mit einander verkittet. Bei den 
jungen Strängen des Skelettes ist die Sponginmasse in der Regel nur schwach entwickelt, 
und nicht «fiten liciren einzelne Stifte mnz oder fa.st ganz frei bei den r.üiideln. f-ind nhn 
von dem Siiiiii(.'iii noch niclit i!ni:-i:hlobsen. In den alteren Teilen des Srli\sammes alier werden 
sie ganz vuu dem Spongin uiuiiüUt, das hier meistens einen Überzug vnn der I'irke emta 
Stiftes bildet. An ilen Kreiizungsstellcn der Strange alieidings tritt dit» Spougin oft in 
st&rkerer Entwicklung auf, es bildet hier bugige Verbindungen in den Scheiteln der dnrcb 
die SpicuiezOge gebildeten Winl^el and zügt dentlielie Streifung oder Faltong. Im Ouien 
ideo male nun du Spongm bei Deemnciden Boeei als nnr mifinig «nsgebüdet beeeicbnen. 

Wie sebon oben bemerlct, stellt de» Spom^n Öfters andi flacb «osgebreitete Hftnte oder 
Bänder Im Innern desSchwtmnies der (Fig. 29 und 33). Sie entspringen nne derSpongln- 
baUe der SkdettstrHnge, die aicb an der Spitse dnzebier Äste oder an deren Seite baotartig 
nnsbreitet nnd in ihrem Anbnge ein noTegdmlleigee Gewirre von Stiften eineeblielst. Sehr 
derb sind dieiie SponginbAote in dem (iewebe nahe der Yinah de» Schwammes, wo sie mit- 
unter eine Breite von 4nun erreichen; gestärkt werden sie auch hier durch einzelne in 
sie einffelHsrt'rte Stifte, die in der verschiedensten Richtung durch einander liegen. T)ie«e 
Sponginbiiute befe>tit:<'n in der l'liat wie die I?,lndcr des Wirbeltiei&keletts die Spieula&tränge 
aneinander, ohne deren Beweglichkeit zu verhindern. 




Das Sponpin bildet eine durchau? homopene Mas?»«, üeij?t eine Menge feiner Falten und 
Runzeln (Fig. 2yj und niruuil .^ischiedcnc FiirbstotTe lelfht auf. 

Selten findet man in dem l'arenchym ein/eln oder auch zu zweien aneinander gelegt 
Spicala, diu btwaä kleiner ak die am>gebil(ieteu Stifte aber sehr \iel dünner als dieselben 
Rind (Fig. 3j. Es bleibt dahin gestellt, ob es fertige „Farenchymnadeln" sind, die sich nicht 
fortentwidnln, wogegen allerdings ihr B«far «plilicbw Aafbrataiii Bprkbt; oder jagendlicbe 
Spicula, die dturch Anflagemng oeoer KieMümbatM» anf ihre Oberfläche xa den groften 
Stiften bemnrwhMn. 

Eimoal ftad lidi «ine Mdir dUnne Nadel Ton viecfiidier Llog» der «lugewadiMBeii 
Stifte zwiadwu dieeen. Ihr» Etodea wnm abgebroehen, ihr (^tnlkenal beeeb eine 
bedeutende Weite, ao dab die KleaebnbstMa in der ICtte der Nadel, wo der Centrailmnal 
aan wtiteaten war, nur eine dOnne Binde bildete. Die Nedel wurde dem Inneni dee SehwamniM 
entDonunen; de aber tSm xw<^ ihrer Form nicht zn indeo war^ so wtre es nieht «nmflgUch, 
dab sie von einem firemdw Schwämme bernditte. JedenMa nmlkte aie hier erwthnt werden. 

Aolaer den vorhin genannten wenigen dtbinen Stiften neigten sich In dem inneren 
Scbwammgeweb^ dem Farencbjrm, Iceine diesem eigentflmlichen Kieselgebilde, dagegen aind 
solche vm so mehr in der den ganzen Schwamm Ober/iehenden Hautschidit Teibreitet IKe 
Form dieser Ideinen nod zierliehen Haatapicala ist eine ntanniglBltigeL 

Am häufigsten finden sieb C förmige Halten (Fig. 4, a, b) in der Grööe von 0,087 
bis U,114 mm. Denkt man sie auf ihren beiden Enden ruhend vor sich, flaiiii em i( lit ihr 
Bogen winrn höchsten l'nnkt meistens in der Mitte; dorh rückt derselbe niclit selten dem 
einen Knde zu. .so dals der l'.ogen schiff cedrtrkt er?i li('inl. liie beiden Kntlen sind in einer 
Lbi^uti gegtu eiuatidi r irelHigen, indem sie sich plut/Lich, fast einen Winkel bildend, gegen 
einander krümmen, um in eine feine Spitze zu enden. 

Viel seltener als sie tr< t< ii S förmige i^picnla anf. Sie /.* i<:i'n diesellien Gn)fsen- 
TCrhftUnisse wie jene und besitzen die gleiche Dicke, aUur ihr lluuiiUeil i?t nicht bof/enforniif» 
gekrümmt, sondern nur wenig geschweift, und die in einer Ebene mit dem bchufie liegenden 
Sjjdtsen aehlagen aidi in entgegengesetzter Rlehtong znrOck (Fig. 5, a, b). Doch kommt es 
auch vor, dab das eme Ende nur nm 90" oder noch weniger von dem andern abgedreht ist, 
und man wird dadurch nur nmsomelir in der Ansicht beatftrU, dab ifie beiden der gmiannten 
flaltenfomwn, die C- und die Stbimigen, von einander abanleiten amd. Beide stehen oflen» 
bar in genetisdiem Zoaammenhang mit einander; dafür sprechen ihre QrBbenverhUtniNe, 

AMbMriU. d, a«Mk«ab. MMMt Qm. Bd. ZV. 8 



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— 10 — 



denn l>cidr- koninicn in aWi-n (iröfson mnerhall) der angegebenen (in'nz<'ii vor, »ie besitzen 
Reiche Dicke und gleiche Enden, wolili Iftztf rr nur m ver«rhiedenem Sinne gebogen find. 

Anch O. SchmidtfSpongicii des adriati>(li( n Mefn'8 18Ö2.S.&3) leitet beide Formen von 
einander ab und HAgt: „Denict man »ich den bogigen Mittelteil (der S förmigen Hakenj in 
der Hoiizontalebeoe, w» vt 4er eine üaken nach oben, der andere nach unten gewendet, m 
dali M nner gcwima Dreknng die fiftmüge Pnä^oii in einen Bogen wniandelt «ihL* 

Ab die Grondform beider rind vielleiebt die Idetnen lialbmondfdritttgen Bogen 
«nniaelien, die deb, aOerdingB nur adir Tmdnzelt» in den Prapenteu finden (Fig. 6); sie sind 
•o&erBt fnn nnd haben gl ntt anBlanfende, nicht «nwttta gdoOnunte Spitzen. 

V«n andimni l^pna als die drei emalmten Formen aind Doppelhaken gemn von der 
Geatalt, wie sie die Heftbaken von fdoem Meseingdraht in unseren BrosehOren (z. R in den 
Katalegen der Uuchhandler) besitzen. Ihre Llvge wechselt zwischen O/UO und 0,064 mm; 
ihr Ilaupttei] ist fast gerade und macht nur eine unbedeutende Krümmung nach aulsen 
(Fig. 7, a, c). Am mristen fallen sie durch ihre geringe Dicke auf. die bis zu der fines 
Striches f aiifh bei starken N eiirru^fningenl zusaramenschniil/.t i I i?. 7. !>( tintl fjffts die f.'l. i('lie 
bleibt, \vi(' in der Mittf des Hakens so an seinen stumpfen Knden. die mit dem S. hafte 
parallel laufen. Diese Hefthaktn isiiid nicht in grofscr Zahl vorhanden; sie ffhleii in 
manchen Pr&paraten, kommen aber in anderen zu mehreren vor und zeigen darin, wie auch 
andere weniger hftnfige Spicnlaformea, daa Elgentibnliehe, dab rie nicht ailerwirt* zentrent, 
•ondem dafo stets mehxere Spicola derselben Axt in Gnppen suaammenliegen (Fig. 7, a). 
El sdidnt also — und andere Spicolaformen beslAtigen dies — als eb an ▼osdiiedenen 
StdleD des Sdnnunmes die FlUgkeit oder Kdgnng voilianden sei, ebie tigene Form d«r 
Spicob hemmibringen. 

Ala dinen Heftbaken verwuidt kann amn andere 8|>feiila von gleidier GiObe nnd Dkke 
(Fig. 8), aber mit ganz anderer Ausbildung ihrer Enden betrachten. I.etztere ^d lUger ab 
bei den Hefthaken, wenden sich mit einer Schweifung von dem Schafte ab und spitzen aich 
allmählich zu, wobei ihre Spitze selbst wieder ein wenig einwftrts gekrümmt ist. Bei genauer 
Ttfuljachtung bemerkt man. dnfs sie nicht wtp die <>rwah?itcn Hefthaken. die wir nun als 
glatte Ileftliaken bezeii'hnen wnllen. au.s einem einfaehen und nackten Stabe bf^tfh<»n. 
\V() sie sich umbiegen, gewahrt man \ielmelir von der äufeei^teu Stelle des Bogeiis herab- 
laufi'nd zwei feine hervorragende Leisten der Kie^eläubbtanz ; die eine derselben läuft an der 
Seite des Schaftes herab durch das erste Drittel desselben und endet hier. Da von dem 
anderen Ende her eben aewett elii «ddier Vorsprung hemofttrigt, ao bldbt denuiacb nur daa 




mittlere Drittel des Schafts frei. Die zweite Leibtt; entspringt unabhängig von der ersten 
neben ihr au der höchsten btfli« dta Bogens und läuft nach der Spitze des Ilakens, in welche 
«ie «ich «PmfUidk ToriitfL In d«r BSUwig dM Bogeii usgeBpumt icbeB irir dum noch, 
von den ScbiftB nieh dem EnditOeke gehend, «inen Uebnen Kki«lb«1k«n od«r tine Wand» 
anf die irir qrtkter Boch larackznfcoinmen luben. 

IKe emtimten Leiaten oder Vorsprünge der Spicola nnd Midiehe Uettaitige Ver^ 
breiteniiigea dendben, Qnementieniiigen gewiHemuBCiik, aUeidiiigs von tehr geringer Breit«. 
Sie gleichen etm den Strien von BlftttnlMtai», ^ tob der Bub vieler Blttter (Oerdttni) 
GeniaU Bat^tteUe etc.) an dem Stengd eia Stade beiablanfea und dieaen m etaiem ^^gedoigdten* 
inadi«L in diasen Sinne dfliftn wir die eben beadiriebeBeB Spienia (Fig. 8) avdi ge- 
fUgelte HefthaiceB im 6eg«Bmtm m den glatUn neBnen, Sie kommen nldit hlnfiger 
vor als die letaterm nnd Kegen wie ate meieteBa in Uehum Qmnran zoiammen. 

IKeae gdHigelten Heflliaken nnn ichebicB das Hoden abgegeben in haben ftr breitgeflilgelte 
Dofipelbakan von goingerer Grtliw nnd derbere Stroktnr, die nnanunen mit den CfBiinigen 
mken die An|ttmaaae dw Ouitapieiila ananiacbeB (Fig. 0), wahrend alle anderen Fonnen nnr in 
geringer Zahl vorhanden sind. Wir wollen sie nach dem Vorgange von 0. Schmidt Spangen 
nennen. Ihre Lätiffr variiert /wischen 0,010 und 0,056 nun. Ihr Schaft ist dicker als bei den 
Hefthakf^n und ihre seitlichen AnsAtze erscheinen so ausgebildet und scharf abgesetzt selbst 
bei (icn klfirisfeii dicsor Art (Fig. 9 b, e), dafs ninn den Kindnirk erhslt, nh ob die Spange 
auä drei verschiedenen Stückm. cincin Srhaft und zwei r.nfjen.stiii kcn. ziisiinmu-ngesetzt oder 
als ob sie gegliedert sei. Die kh iiif Kir,->rh\arid in tifr Iii npe des üogtiislilcks ist auch hier 
vorhanden (Fig. 9 a. f). Öfters IriiL eine li.it;bclj)latte auf, die, mehr oder weniger ausge- 
b^ildet, die beiden Rander eines Bogenätdcks, wenigsten» anf An einen Seite, mit einander 
verbind^ so dafs aladann das betreffende Ik>gen.stOch ecbanfelartig aoffiieht (Fig. 9 c.) 

Legen sich die Spangen so, dafs mau die LUtuitigen Bogcu&tückt: van der Flüche 
betrachtet, dann haben wir die vielbeschiiebenen „gleichendigcn Doppclschaufehi'' (rut 
wie aie jetzt von Voamaer al» fDr daa GenuB Deamaddon eharaktoiatiadi angenommeB, 
vm ai« dardi Bowerbank und 0. Schmidt auch anderen Gattungen zngeacbrieben w«d«i. 
,,DmiM»fmbaat» «quimehamP* nennt Bowerbank dieaeForm, 0. Schmidt beaseichnet de 
nndi als «Ankeihaken mit dnw Schaufd an beiden Enden an Stdle der Zihne* (Spong^en 
▼on Algier S. 12> 

Sind die an dem Strafte and aa dem Endatfleke dtiendea Fiagd oder Kleaelpktten 



— 13 - 



gleich prrofs, dann werden sie nütiirlicli. von der l'lftrhe ircsolicn, siili dei'kcn und Jih eine 
Piatie t'iNi-lif'inrii. wie die< hei DcÄUiaddon ßü.sei gewölinlicli ut; ist die eine derbdben kleiner 
und schniäker alh diu uiiilere, uo wird sie »ich in ilirer Umgrenzung von dieser abheben und 
wi« eine kleinere Platte auf einer grösseren aussehen, wie dies 0. Schmidt in seinen 
Werken von ^«ndnedenen Esperien nnd anderen Sdiwammen »bbüdet. Bei onaerem Scbwamoi 
tritt dies seltener «of, aber ea kämmt «idi vor (Hg. 9 d oben and g). An der Spit» der 
Spangen aoU sieh dn «Zahn* (Bowcrinnk) oder |,Wideilukfiii* (0. Schmidt) befinden nnd 
die FUdienanaidit aebeint an dieser Ansicht au bereehtigen. AnfEdlend mi ea mir mar, 
dab auf keiner dw bimderte von Spangen, die idi in ihrw Seitcnlag« dawafhin ontenocbte, 
etwaa v«i einem Vonprange an tfieaer Stdie an entdedien war nnd data andi ireder 
O.Schmidt noch ein anderer Beobachter emen solchen abbildet. Ebi solcher ist eben auch 
nicht vorhanden, er wird uns bei der Flarhenbetrachtung der i)pangen durch die Umrisse 
des in der Höhlung des Bogens befindlichen Querbalkens, der durch die dünnen Kieselplatten 
hindurch stark sichtbar ist, weil er selbst von der Kante gesehen wii-d. als Vorsprung nur 
vorfTPtnnscht Ein Vergleich der 5^j>?infrf»n von der s>eite und von Her Fläche ergibt dies 
weiterhin aus (!er (»rftsse des QucrbalkcK^, Uie bei beiden Ansichten übereinstimmend ist. 
Deutlich erhellt diea aut> dar ubnorm gebildeten Spange, die in Fi^' !* 1 dargestellt ist. Wie 
wir Drehungen der ehieu Spiculahälfte um 90" bei den Cförmii^en liogen kennen gelernt 
haben, ao ist andi hier ein« aokbe eing^reten, so dab wir die Siiänge in der obwren Htlfte 
von der Seile, in der onteren HBifte von der Fifadw aehen. 

Anch die Spangen, die in der eben beschriebenen Form (Fig. 9, a— f ) wcitana vor- 
benaehend aind, indem wieder nach vetacbiedener lUcbtong bin ab. So tritt hie nnd da, 
eben&lla wieder in mehreren Stileken zusammen liegend, ^« aeblankere Foiu derselben anf 
(Fig. 9 g). Di« Lange doselben iat die gleiche wie hä der gewOhnlidien Art, dagegen tat 
sie etwaa schm&ler. Der frei gebliebene Teil des Schaftes erscbdnt kftner, weil die Flflgel 
an aenien F>nden etwas länger sind, schräg über diesen Platten des Sdiaftes rieht man dann 
die etwas kürzeren Platten des Endstücks stehen. 

Xorh eigenartiger M eine weitpre T'mformurcr der Spancren, bei welcher deren I'-nd- 
stüeke sieh in «'in rundes und /ii.ü'espitzto I>aeh von der Fami eines jVgaricushutes entwickeln. 
Die jcusammeMgehürigen Hüte }>iiid ent^^(•lh l trlei« h und mit einem seitlichen Schlitze versehen 
(Fig. 10 b) oder der eine Hut ist kleiner als der andere und an seinem Rande deutlich drei- 
z&hnig, so dals wir hier einen Hinweis za den ungleicheudigen Ankern haben, wie sie der 
Gattung Esperia vorwiegend ankottOMn. Auch eine in der IGtte dea Schafts dieser Doppdf 




— la - 



Initc aiispcbildete krfisniiule und frei aljstehende Kies('lj>!:ittf ist zur HtHihachtiinp gekommen. 
Diese Lutlörmigcn Spicula sind bei iJei^macidün howi selten und von sein- perinper Grtfse. 

Übeischauen wir die bei unserem Schwämme auftretenden Spicula, so laääe» akh die- 
adb«n nach Votkouiiini und Fom in smti Grappen bringen, in SkeMtepicol« ood Haot- 
qricBla oder in Stifte und IKippdlukeii. Eisten varilmm ftet nidit md dndeii aieh nur in 
den Mitogen, die cur Sttttie de» Oewebee dienen; entapradiend der Fom dieser Strtnge 
tSni eie tooggeatredtt nnd entstebMi wohl jedenfidb in langgeeogenen Zellen; in der Hut 
dagegen Imninen nnr Ideine Eieadkoi^ tot, die eile die Tendern lub«ii, ihre Enden einm- 
krOmmen, tlao DoiipelhalEeD zu machen« So venebiedeo Bie «neh tvageblldet dnd, eo leUm eie 
neb nnprtlnglidi decb nur aw zoMnmengebogenen Sttben ab. Die eben, iHe C- nnd Sftfmigen 
Haken stellen, wenn wir sie uns ansgereckt denken, Stfthe von etwa der Difke der Stifte vor, die 
aber beidends spitz zulaufen (a c ; die glatten Ilefthaken sind abdann dünne aber gleich- 
dicke Stabchen mit stnmpfpn Enden: die geflügelten Ilefthaken haben ausgeschweifte und 
zugespitzte Endstücke nnrl [-citliihf I. eisten, die Flöpelansfltze. Sie füliren uns m den 
Spangen, hei welchen die liei jenen nur selnmilen Leisten Hii'.li zu einer bedeutenden Breite 
entwickeln und »chaufelformige Platten dartstellen. Sind diese Platten seitlich zusammen- 
gekrümmt, dann bilden sie die kleinen Doppclhüte. 

Ib kt begrnffidi, dalä dne gro&e Haue aolcb Ueiner Doppelhaben in die Oberiiaiit 
cingebigat, diem»* Tm bedeutendem Katiea aein mnik, dieee wird vor altem dadnnsh gestärkt 
und «identandeflOiiger genadit Indem die Haken in ibre Sabetana etagreifen, geben aie 
denelben bd Bewegangen nnd FonnTeiloderungai ZnaammenbaH (ratentive qticula Bwbk.); 
ti» dimen angleidi aber nn Verein mit den ans der Haut kervorrtehenden Stiften snr Abwdir 
felndlicber Kingriffe (defensive Bpicoto Bwbk.) Beiden Zvrecken nOgen aoirabl die C Ainnigen 
Haken als auch die Spangen dienen, denn beide sind allerwärt« in der Haut zerstreut nnd 
oft dicht untereinander gemengt. Die Spangen häufen sich besonders um die aus der Ober- 
flnche des Srinrnrnmcs beranstretenden Enden der Stifte, wo «ie BteUenweise eine Art 
Panzerung bilden (I'ip. lö). 

Wir glaubten aus verschiedenen Gründen auf die genanere Darstellung der Spicnla- 
formen hier eingehen zu sollen. Einmal sind ja die verscbieJunaitigcn Gebilde in dem 
Sebvanune thatsachlich vorhanden, geb&ren also zu ihm nnd müssen deshalb ßerücksichtiguog 
finden, dann Mben wir aber aadi, in wdcber Riditnng and Mannigfaltigkeit eme eingebe 
Gnmdibrm aidi anabilden kann und wie acbcinbar scbwer ventlndliche Gcatalten ndi doch 
■von einander ableiten bMB«k Und Ibr den Spongiotogen iat deahalb die Kenntaia aller in 



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— 14 — 



einem Sohwamine auftretenden Formen von luteresse. weil ihm dadurch die Stellung der 
bj»«zie-i zwischen verwuiiUiea l-ormeo erläutert wird, denn wie an verj>chiedenfn Stpllen in 
einem Schwauuue verschiedene Gestalten sich ausbilden, m können möglichervei»c auch hier 
wmr iimdiiBsweiBe aaftmtmdeSpieiiltfonnas in einem andaivn Schvamme bftufigcr sein oder 
sogir vorwiegen, wa» «laas die EäumMä Ten der Ungreniiiiig der Bptäbtn «ft «Ar 
erschwert Deb «äches nekr&ch Torkiommt, ist von Tenchiedeoen Beobachtem, insbesondere 
voa 0. Selimidt «mgespfodien wefdeo. 

Ans dudidiem Gmiide iat es auch nkiit gani olme Wert, die in eneoi SchwinuM 
T«rkaauttend«B AbwdehoiigeB von der MonnalfoRtt der Spicub keuMO zn lernen, denn endi 
hier Uist sich vidl^cht eine bestimnte BOdanguichtimg erkennen tmd ennelunen, was bei 
Deraiacidon Bosei eine Ausnahme ist, kann bei verwandten Formen wohl auch die Regel sein. 

Bei den Stiften finden sich in der Nfthe des stumpfen Endes zuweilen knopfförmige 
Anschwellungen (Fipr. 11, a— d). Der Knopf bildet nicht das aulserhie Ende des Stifts, 
sondern ist ein weniy: von demselben abgerückt (a, c), er l\;inn mu h ein gröfneres Stück von 
dem.selben entfernt >ein (bi, oder seine Biidantr kann sich iiiehrmriU an demselben Stifte 
Wiedel Holen (c). Wie der Huudgnti eines GraW'heites nimmt sicli dacre^eii di-r dem Ende 
eine» älilL» quer und etwa& schräg vorgelagerte Aiumtz bei Fig. 11, d au^, er beait/i seinen 
eigenen Centndkanal, der mit dem des Stiftes zusammeni^lst, and ist wohl selbst als ein 
vedKtRter &iit anbalUBen. 

An dem qiitien Ende der Stifte sind Abnoimtttten nur hükhst selten za bemerken. 
Zw«nml mnr müde beobadtet, dsss dieselbe «iiM scUefMnkdig angewachBene swefatpifacige, 
aibw sehr kleine Nndd (n c *) tmg. (Fig, 11 e nnd 12.) 

Okuiiger kommen sbnonne BOdungen bei den C ftimigen Bsken ver, «her andi bier 
sind sie nur an dem einen Ende bemeikt wordeiL Dasselbe leigt meistens einmi kleinen 
Zahn an dw Spltxe, der rOckwIits gekrümmt ist (Fig. 13 a, b, c). Derartige Gabelnngen sind 
and nicht gerade selten. Einen ganz monströsen Haken zeigt Fig. 13, d. 

lUnnial wurde auch der Bogen in seiner Mitte verändert gefunden. Er zeigt an der 
inneren Seite zwei Anschwellungen (Fig. VA e\ die durch eine Kerbe von einander petrennt 
sind. Dals solche Bildungen auch nndenvrlrt.-. nnd h.inti^jcr vorkommen, zeigt I!o \v e rl>an k 
in dem ersten Teil seines Monograph ot the l'.ntish fjpongiadae (vgl. auch Ihilosophical 
Transaciioite of the iioyal Society of London \ol. ]-iS. Taf. XXIV, Fig. 44 — 49). 

Eine gau^!: abaunderltche Bildung zeigt noch t ig. 12, die aus der Verwachsung mehrerer 
Spicüla entstanden ist. Das gröfsere Gebilde ist entweder ein Stift, der noammengekianimt 



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und bcidends zugespitzt ist. oder ein C Haken, dessen V'.iuistücke ungewöhnlich verlängert 
sind. T)r r klrinfre, an dem Ilofron fi stgeheftete Stifl trügt an seiner Spitze eine zveispitzige 
Zwergiiiulel, wie wir sie &chon von Fig. 11 e kennen, hat aber anrserüem noch zwei Ansätze 
tOD Spitzen, deren eine sieb aof den Bogen der gröfseren Nadel auflegt 

Waa den ftbrigen Bau der Spicnla betrift, ao kmnte «in Ceiitralk*n«l fitr «die 
KleselgeMlde bei Desoaddoii Bösel nacbgevieaen werden. Bei den Sttften iat er in aeinem 
ganzen Veilaafe von geringer aber gleicher Weite. In dem stnmpfim Ende aber nkkt er 
nicht bia nadi anlaen, aondem bflirt etwa in der Entfemang von der halben IMcke dea Stifte 
anf, daa spitse Ende dce Stift» dagegen iat «ffen (Flg. 11). V» Hantqticola acheinen alle 
an beiden Endtm effen an aefai, wenigatena iat diea bei den C- und S Haken aidier der Fall 
Den Spangen der Dcamacidineen (Eaperia) apricht 0. Schmidt «fam Gentndkanal ab. (Spomglen 
dea adriatischen Meer;* s si ; derselbe ist aber von Kölliker. Vosroaer u. A. gesehen worden. 
Er iat auch bei Desmacidon Bosei leicht überall nachzuweisen (Fig. 9 d und h); er Ifluft 
mitten dnirb die Spaiipf ihrer Eranzen Lange nach und konnte auch öfters in dem freien 
Endstück mit Siibfibfit crkaiini werden. Unter .\nwendnn(? von Ölimmersion wird er 
besonders liei trcrrlüliicn Sicinu'cn und bei Bnichstiiikpn der-clUfii deutlich (h). 

Einen in dieiicm Kanüle licgeiiden t eiitrulfadtin dagegen vermochte ich nicht auf- 
zufinden. Allerdings habe ich, um ihn zu isolieren, Fluüssaurc nicht angewandt, mit Hilfe 
deren Kölliker den Centrolfaden bei Geodia Barettii (Iconea aooUigicae Tal VIIL Fig 14) 
bloßgelegt hat. Er ist bei Kieselsctawinimen flberhaupt in der Regel nidit Iddit an erkennen, 
nnd nnr bei einigen Gattnngnn an» der Oroppe der Ancorinidae Veam; & B. bei PaehaatreHa 
(Derdtna Gxar) ncnilifem 0. Sehn. (0. Sehmidt IMe Speaglen der KHate tui Algier 1068, 
8. 16 ond Taf. III, Fig. 12) «der bei Aneorina aaptea 0. Sdim. (daa. & 17), heaondeis auch 
bei CklBtea LacazU 0. Schrn. (daa. S. 16 nnd Taf. UX Flg. 2) und SteUetU pathokgica 
0. Sehnt (daa. S. 19 nnd Taf. III, Fig. 3 und 4) ist er sehr stark, oft monströs, entwickelt 
und sieht man ihn dann ohne besondere Prftparation deutlich. Die Senckenbergische natur- 
forsclH'iid«' (tcselhjchaft besitzt in ilirer Sammluiifr Hn noch nicht nfther bearbeitetes Exemplar 
einer Cninit lla (). Rrbm . dn«. dn verstorbene l'd. lüippell I8'i7 von dem Roten Meere mit- 
brachte und mit der I'.tikrtte heypiilniPte: ,Tf'tliyii i'n raninsa l!iip|i. Marc nibnim. Rüppell 
1827." Die Vierstrabicr irctt n in vie!erU*i .Ui&ndening ;iuf, als Anker mit Hn*>m verlängerten 
Arm, gleicliarmig und ganü ungleicharmig, wobei die Nebtii*tr;ililen von Ueai Hauplstrahl in 
spitzen, rechten oder stumpfen Winkeln abstehen (M. ta. '/ ^ 9<)°i, mit geraden uder mit 
gekrOnunten oder wellig gebogenen Strahlen. In der Obohtnt liegen zahlrahilie C-, weniger 



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Sfönnige H&kchen (C, S) ; die ans bier interessierenden Xadeln aber sind zwiidkea den Vier- 
strablem liegende beidends spitzige Einstrabler (ac* oder ac ac). Sie zeigen einen unregelmftssig 
weiten, aber im Ganzen sebr starken Centralkanal, und in diesem liegt fa.-;t immrr deutlich 
sichtbar der im Weingeist in der Lange der /« it vielleicht teilweise kontrahierte C oiitra'faden 
(Fig. 49 — 52)*). Er wird bald von der Kirsclsulistanz der Nadel dicht umschlossen, w.is gegen 
eine etwaige Sclirunii<tiing spricht {Fig. 4ü in der Mitte), bald liegt er lose tu duiu weiten 
Centralkanal (Fig. 49 oben and unten und Fig. ö2) zuweilen von einer körnigen Substanz umgebea 
(Fig. ö2j. Cr bat ikk w dem weiten CentnUnnal zowinmOTgetaHionit, bildet WeUealiiüea in 
denuelbeii und bat aidi daran von den Enden dw Nadd, Uber die er viell^bt frllber Uitaaa- 
«tand, znrOckgeMgen (Fig. fiO und 51). Znw^en «tacb^t er adbat wieder an aeinem Ende 
pUKdieh TantOnnt (Flg. 51), and Uendt ateben vidlfliicht die dOnnen Endamfttae im Zvaamnien» 
Inng, die sieb an mandien Kadeln ala Ueine lObrenaitige Veriftngerang (Flg. 53} oder in stofteH- 
wdaer Abnabme der I>idEe der Nadel (Fig. 64) selgen. Ber an aeinen Enden ffutwacbacnde 
Centralfaden kOnafte dieie Fomen veranlaTst haben. Der Centralfaden liefs auch bd den 
Kieaelachwamm des roten Meeres keinerlei Struktur erkennen, er beatand aus bomogener 
Mawe nnd verkohlte bei dem Glühen glcichmAfBig. 

Für die Warhstntn^verhaUnisse der Spicula von einiger Wiclitisktit sind woh! einige 
beobnrhtctc l'ftllc. wie sii' in Fig. ö.") nnd fj*? abgebildet .«iiul. Iii«- lictiftli'ndfn Nadeln 
hclioiniMi vielleii:l)t iiifülgc ('iIu•.^ aul dt» .Scliwütuui tTtülgle« Lirui Uea gebrüclien und in sich 
selbst iiusammengeschoben worden zu sein, was nur bei einer Kieselmasse von sehr lockerer 
oder gallertartiger Coinuteiiz denkbar tet Wie die anlaerBn Kcntnren der Nadel von einen 
adeban Vorgänge Zeugnis geben, ao haben aidi andi die gebroisbenen Enden den Centnl- 
kanala nebeneinander geadhoben. Idi gebe bier diese Tbatsacben, weil icb glanbe, da& als 
für die ErkUmng desWaehatama der IQeaelapicttbt von einiger Bedeutung aebi können nnd 



ihnen vielleicbt am enten weiterar Anfrebhib tber dieae Verfalltnisae an erlangen tat. 

Nocb ist für die Spicnla von Desmacidon Bosei «nes Überzugs von organischer 
Substanz Erwähnung zu thun, der sowohl den Stiften detü Skelett-s als auch den Ilaken 
und Spangen der Haut unzweifelhaft zukommt. Haupuachlich nach Behandlung der Präparate 

mit einer llöllen^teinlttenng f Argen ttim nitrirnml, weniger rieutlirb mit Acidiim pyrophe«- 
phoricum, manchmal aber auch mit l'ikrokarmin wurde derselbe sichtbar. Stifte, die isoliert. 



*) Die hier gegebenen Notizen nnd Abbildungen sind von mir im Jahre 1868 gemacht. 



mn auf die Schwimme der Familie der Ancorini 




besondere aufiDserkaam zu machen, da bei 




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olme Übemig von TeridUendem Spongin, Sber die Hlüfte frei ans dem SdtwaimagevelM her- 
vontndm odtr «ocb saldM^ die ganz fiel lagen, warn bemnden nach der Silberflirbang 

gleicbmlüsig mit einem liehtbrannen tlicrzugc versolien. tlc-r trotz seiner geriiipeii Dirke 
doppelte Konturen erkennen liers und die Stifte gleich marsifir flhordetkte. (Fipr. 14 a und b.) 
Kbenso war fr hei den Spanjrpn n'u-hi sfltfn deutlich vorhanrlfn. '/uwpilfn war er teilweise 
von (if'ii Stiften -trcift ; <l;iim konnte man klar sehen, wn' liii" Siiirulali.iiit zusammen- 
geschoben war und viin n ilnnkli i m vprdickten Wulst an der veiiei/.ttii Sti lle gebildet batt« 
(Fig. 14, c und dl. in i*rii|>aiatt'ii, die ciiaK»' li'K'' l'iki"okarmin gelegen, besjifsen die 
ganz frei liegenden Stiite znweileu auf der ObeiHache eine lichtrote F&rbung, die der Kie&el- 
«iibstanx niemals anhaftet, die also nnr von einem organiscben StolTe anfiKenommen sein tronnte. 
Die Spienla von Demtatidon Boaet besitzen also ^nen homogenen baatartigen Überng von . 
organischer Substanz, der vencbicdene Farbstoffe anfiiimint. Wir wellen ihn ab Spienla- 
Oberbant iMzeicbnen, da er etvas anderes zn sein scheint ab die Spiculascbeide, die tOr 
die Kalluchirftmme von KBllilcer, Lieberkdhn nnd Hlckel nachgewiesen ist. Die Aiif- 
üttsnog Aber deren Natur ist eine vencbiedene, immer abec wird sie als nidit zu der Nadel 
sdfaet gehörig, sondern aufscrbalb denselben im Gewebe liegend angesehen, Köllikrr t'^laubt, 
flfones I, S. (>4). dafs die Sdieide eine selbständige Uildnng sei, die vielleicht mit der Ent- 
wicklung der Spicula zu.snmnienhangt und der Uest von Uildungszellen ist. Nach IIA ekel, 
dfr flif'-cT Aiiffnssnn? wirir-r-jtriclif , kmnnifn (üc-^f« ^chfirfr-n ni\«'r Fiittornle bei den Kalk- 
si liwuiiiiiifn ganz alig< iii. in vi rlnritrt vnf. bald dunner. nur ah ( inlin lu r Kmidir erkennbar, 
buid dickiT nnd doj»pelt kontuiici L Li.- /u t'.(iOir) mm dick. Sie sind völiitr .-iniktiirlds, iiyalin, 
farblos, durcL-icLiUg; sie entstehen erst nachträglich uiu die schon gebildeten Nadehi licnim 
nnd die ganz, jungen Nadeln besitzen noch keine Steide. Bei Dennacidon Bosei aber 
konnte eine solche Scheide nicht aofferefhnden wwden; wie man sie tberbaiipt von den 
Kieseisdiwammen noch nicht kennt Der voit ans als Spicnla-Oberhant bezdchnete oiganisehe 
Überzug der Splcnla gehürt unzweifelhaft den KieselgebOden sähst an, wie ja nach aUganeuw 
Annahme in allen Kieselnadeln oi^anisebe Lamellen mit stridien von reiner Kieseleide abwedisehi. 
Die Oberhaut ist vidl^dA eiiw sokbe auf der Oberfläche der Nadd abgelagerte Scbtdt 
oder der Krst der die Xadeb bildenden Zellen. Ob sie audi anderen Klesebcbwimmen zu- 
kommt und ob üe nicht in irgend einer Beziehung steht zu dem Wachsen der Spicttla, 
davon wiR«en wir noch niilit-, Kiiip Bcili'uning besitzt sie jedenfalls. 

Bei Betrachtung der (tioss< nvi'i>i hiciicnlu'it der Hnntspiciila mnss sich dem Beobachter 
nnwilllniHich die Fraife nach dem Wachstum der Spicula Uberhaupt aufdr&ogen. Sind die 

AtbkixU. il S*t>rk«nb. nalurr. (>••. Hil, XV. 



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kleinen C-Hahen (Fig. 4 b) Jogendfornen der grossen (Fig. 4a) and eniwidnltt sieh die 
winzigen Spangen (Fi». 9b) BpUer zu den grSnsereo ihrer Art (9a)? Und auf weldie Wdse 
kftante dies geschehen? 

Ks wird jft/f woli! iillL^'cmoiu aiK'> nomiur»n. d;»fs die Kiesel -spiruln in kleiuer Anlage 
entstehen uti'l aNdiiiui durch AiJp'j^ilioii, d. Ii. durch AuH.i^prnn? von Kieselsubstanz auf ihre 
Oberriacbe \v.i< h>rii. 0. !>i;liniiill »eUl aiasr auch hii'iln'i iiii lil tiur ein mprhinisrhrs .A.uf- 
lagern, sondi^ru eui DuithJriiJi^cu der ganzen Spicula von aulseu her und ein»; Iluckwirkung 
von dem Cciitralfaden aus voraus: „Allerdiu^j's geschieht augenfällig das Wachstum der 
meiaiea Innggezogoaen Kieeelteile, also derjenigen, die vor allev den Namen der Nadeln ver- 
dienen, dardi Scliiebtenbildttng, die mit dem Wachstum der Kryatalle dnrch Äppositien eine 
gewisae Äbnlichkeit hat, aber auch nicht mehr; die Kiesdnadel ist, so lang» de eehiehtea- 
bildendwftcbst, ab organisiertes Wesen im Organismus su betrachten; es ist gar nicht ändert 
mfiglicb, ala dafs eine organiache Beziehung awiaeben den Tnaehiedenen Sehiehten, ^ne 
Wechselwirkung zwiacben den inneren Sebicbten und der Oberiltche stattfindet." (Spongien 
den adrtet. Hewes, S. 8). 

Nichts spricht dagegen, dafs bei den Skeletlnadeln unserer Desmacidon-Art nicht ein 
derartiges Wachstum Platz haben kunue, es ist vielmehr wahrscheinlicli, dasa die Stifte in 
dieser Weise wachsen, wie auch Kcilliker dies von den Kiesclnadeln annimmt. 

Wohl rn beachten ist dabei, dafs die l>p-macidonstiftP an dem finon Ende geschlosseu, 
an deiu iindmi nji'eii >\in]. An dem ge>chlo?M';ifii Endo i^Fig. 11, u — üf wird das Kiidc des 
Centralkaiials vou einer gleit hdickeii Schicht der KieseLsubitanz überlagert, wie sie auf den 
Seiten den Kanals sich aui>etzt, eine weitere Vergrössening des SUftes ist also hier ausge- 
eebkween. An dem olfaati apitxau Ende dagegen (Fig 1 1, e) kannte der Centralfiideu unbe- 
hindert vadiseii und «ne lAngexnnabme des Stifte Teranlnsaen. Dafa der OentimUideu stell 
znent bilde, wie Kallikar voranssetat (Iconea, S. 61), ghwbe ich bei SpongiUra gefundeu 
m beben. Wir werden apUer durmtf xnrOddcemmen. 

Jedenfiina mnb die Aosbildung der einmal entstandenen Spicula bri den KieeelsdiwMnMn 
ungemein rasch erfeigen — und denn liegt wobi die Ilauptacbwierigkeit nur Erkenntnie dieses 
Vorgang — denn nach in den jüngsten Teilen der Sdiwimme findet man fast immer nur 
TOUig ausgebildete Spicula. Nur selten sind wir bei Desmacidon sehr kleine und üsinett 
Stiften begegnet (Fig. 3), von denen wir annehmen können, dafs sie durch Auflagerung neuer 
Kieselsubstanz — oh dies nun rein mechanisch durch Sdüchtenbildung auf ihrer Ohertläc.he 
odtf durcli eine Wechaelwirkong zwischen den umgebenden Zellen und dem Ceatral&ule& 



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gtaehieht — ni den groben SUften heranmchsen, wenn si« nidit etwa ab sogenannte 
Fmnchjinnadeln in ihrer Gröfse verharren. Ihr Heranwadiseii zo den giofsen Stiften ift 
demnach wohl möglich, aber nicht unbedin^;! anzunehmen. 

Eine Dickeii/iiiiahmL' auf flic^elhcArt können wir auch ihn ^Hatten Ilefthaken (Fig. 7b) 
raschreiben, die amh bei stftikerer Verpr<"r^rnir;K nicht mit doppeltem Kontur ?;ori(iprn al« 
hinter Striih erH-lieicen. Aber das I..lii;:t:ri\va<h^tuni knnn hier schon durch Appo-itinn 
nicht t'tdadit werden — die Haken habe» jii auch bereits die Lanf?e wie die dickereu 
derselben Att (Fig. 7, a) — und sicher kann dies auch nicht der WVt; siiu, auf dem alle die 
weiter beschriebenen Formen der Haken und Sj-angen sich vergrö^erii. denn diese mCÜstcn 
rieb dftbei In nnflnalklie Klcwlklnmpen vemiDdelD. Um dies VeriflltDia z» leleocliten, 
dnd di« Flgnrai 4« &, 7, 8 ond 9 «He nacb der Caanra hitida (Hartoadt) geMidinet« um 
deren relative OrBfee richtig nr AnsclMuiung xa briagen. Es memeB demnach in Millimeteni 
(Bartnacb, Sjatem 9, Okular 2 m) 

C-Haken S-Haken HeftbakM Spangen 
die grtfeten . . . 0»ieS^ 0,114 <X064 0,076 

dieUdnMen . . . OfiaS O«036 0,010 0,016. 

Wenn nan aber ein Wachsen der Haatqpicnia darch Apposition anagescbleasen encbeint, 
auf welche Wcifr i=t daoll eine Ordfeenzunahmr nberhaupt möglich? Findet eine .solche 
vielleicht durch Intussusception statt, indem in die bereits vorhandene Masse der kleinen 
Spanpp neue orpani^che Substanz und Kieselprd«» anfpenommen und eingelat(prt wird, =0 dafs 
die b|iaii^.;<? sidi von innfn heraus nach allen Dimensionen ausdehnt? Dann mül^te man sich 
aber die Kicbelsubstanz der Spicula als eine weiche, schmiegsame, der Weit* rbildung filhige 
Masse vorstellen, dann müfste man vor allem lieiii Leulralfaden, der Spicuiaoberhaut und den 
ftulscrst zarten, zwischen die Kieselschicbten der Spicula eingefügtca organischen homogenen 
lamenen eine Lebenathttigkeit irenigstens fOr dfe Zeit nadireiben, in nekhor die Spienla 
nach wachsen. Sie gdmidctei}, in sich selbst lueammen geadiebeneD Kadds bd C^ranidk 
cameea (Fig. 6öt 66) wQrdmi ^ Ar eine seldie Weichheit der SpicnhnnbetaDX spreehen. 
Vach einer seleheo Ansicht könnten also die Haken andSpangmi aidi strecken nnd verdicken, 
indem vidleicfat die ein- mid anlgelagerten organiadien Sdiichten, daa Spenlig, wie Et ekel 



*f E* ht UeHMi an kttttlMB, daft «nf d«r TaM die Qrtfte dw Ftear 4» uit dar Qrtte dn grtAtaB 
S-Hakcn^^ I Fig 5 a) oterciHtiuit, c* liad akw spRtcr «wh Mdi gteftaie &Hika, wie di» Tlibaik «igt, 
gtteiden worden. 



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vorlftufig die Sub&laiiz lierselbeu nennt, ilic KiLsel/nfnhr besoryttii. Naeh dem Vurf^auge 
Nftgeli':> hatte mau Idr die M«jail>iau di^r iidj.Q<:lictieu Zelle Bowiu für die äUrkekbroer 
allgcmeio eia Wachstum auf dem Wege der lotussusception angenommen. Nachdem aber 
Tcndiiednie bereditigte Zweifol für beaUmmte FtO« d«8«gen ausgesprodieii «im, litfc 
meiD SobaTr. Noll (vgl dies« Ab1uuidl«iig»ii Bd. XV, & 101) wenigBtfliiB für einige Ifeens- 
•Igeo expertuMintell oidigeirieMD, dob die Verdidcoag loirie dia LlageDwadutua ihier 
HembiBQeo nnzweifeUiaffc auf dem Wege der Ayposltton erfolgt, Für eitt Waebstam der 
Eieadspinil« vemllUib Iitimitteetttiea hat dcb bis jetst nodi awbi eine Stimme erhoben, 
weil eben lielnerki Anhalt dif&r vorliegt. 

0. Schmidt (loc. dt. S. 7), der auch zugibt, daTs bei vielen Spicdlaisfmea doe Zu> 
nähme durch A|)|>o^itiou ausgeschlossen erschänt, ist folgender Meinung: ^Vielleicht nicht 
minder hautig ist eine zweite Art des Wachstums, welche stattfindet unter einem vollständigen 
Stoff- inid Siib-tanzwechscl, indem die Gestalt nicht wie in jenem Falle sozusagen praformiert 
i^t durch die Aijl;ii;i* oder Au^M-hwitzun«,' der ersten Schicht, sondern solche Vorflnderuufien 
und alimüliliche Waadiungcu diuchmacht, daß notwendig dabei di»- cisU' Anlage untergeben 
oder wenigstens wesentliche Modifikationen erleiden mufs. ^. . . . r);ir> die charakteristischen 
hakenförmigen Körper der Gattung Eäjieria sich uacb deu^clbea (je&i:ueu vergrülsern mdsseD. 
lehrt ein Blick.* Schmidt scheint dabei sogar an diosmotische Vorgänge zu denhen, wie ai* 
eetbatandigen ZeBen zukommen. FQr tde dOrfkea äck «dtwerltcb Anhaltspunkte finden laaMn. 
Kölliker (loc. dt. S. 61) glaabt nicht, »dafo die Klesebiadeln in ihren BUdnngsiellen voll- 
kommen sich ansbilden, aadt wenn solche ZeUmi ab eine gana aOgemrine Erscbeinang «leb 
ergeben aollten, vidmebr eeheiot kanm anders nS^h als anxanehmea, dala die Nadebi 
apiter frei werden und selbstAadlg weit« waduen. Ebenso wie firOber ans dem Inhalte der 
Bildungszdten, so könnten spiter nnter Kitwirknng der nmgdienden PsreaebTmidlra inmer 
neue Schichten von Kieselerde auf die ursprünglich gebildeten sich absetsen.' Er imiA 
«ich also den Wachstumsvorgaog auch als Apposition. 

Noch bleibt eine andere Ansicht zu erw&hnen übrig, die nach LieberkUhn zticrit von 
J. Ilofrj»- ausfresfirochen wurde (MülItTs Archiv 1856, 8.7). Danach findet ein nacLlra;.,'liLhes 
Wachsen der Siiicula überhaupt nn liL sutt, die.<elben werden vielmehr gleich von vornherein in 
ihrer Zelle i^o ^ross angele*;t und ausgebildet, wie sie uns entgegentreten. Die kleiaeti Haken 
und Spanjreii waren al>o ni( lit juHendliche sondern nur kleine Formen, die auch nicht grofser 
werdeu. I>ie Veiscliicdeulieil iu dci üröfse müfste demnach von der verschiedenen üröfse 
der Bildung^^elleu, der Silicobhiste, abhängig sein, die ja allerdings in wacUedeaer GrObe 




— 21 — 



vortaaudüti sein könueu und iu der Thal auch vorhanden siud. Wenn uns diese Erklärung 
fClr die langgestreckten Nadeln und Stifte der Kieselscbwämme, z. D. der Uexactinelliden, 
«obl weniger aaaebmbM' andidnt, so wln sl« d«g«g«iii für die EttlitahimBnr«i«e allar 
liakeiii&niiigsn G«bilde aelir bequem. Wm «fr von der mdmfSirdBe d«r Aipghldiakea bei 
de» GemnnUL der SpongiUen viueo, spricht eher fllr ab gegen dieee Aimehim, denn diese 
werden in ihrer gauen OrOAe in loigellgeD Zellen «ngelegli obj^eich aie in Ltoge und 
Sktrke ebenblb bei rersebiedenen GanDoli denselben Sebmunines wie bei den rendiiedeoes 
ScbwMnmliQloiieD denelben Speaes «bindern. 

Semit Iwinmai wir zu der Frage, ob nicht alle Spicula eines Schwamniee den gleichen 
BildDDgsgesetzen mterK'orfen siud und ob bei den Skelettnadeln und Stiften ein anderer 
Wa(:h;;tuinsniodus statthat als bei den Ilautspicula und Amphidisken? Hier ist, wie es 
scluMtit, noch keine 1)«'nimmte Antwort 2U geben, und von den Kieselgebildea beiDesmaddoB 
Bosei können wir nur siif,'<>n: 

1) das \Vucli:^tuni der bkelettspicuia durch Apposition i^t nicht ausgeschlossen, es ist 
vielkicLl mgtiv wahrscheinlich; 

2) die Hautspicula künoen sich auf dem Wege der Apposition nicht wesentlich vergröfsern. 

8. DieObefhMiL 

El ist mir nicht gelangen, bei Desmaddon Bosei ein Anberse Flnttenepithel, etn Ekto- 
dem, nnlxulinden, sei «e, dalis daseelbe Tietleicht durch ^ Art der Behandbng des 
Schwunmes xenUrt winden ist eder d«b nidbi die geagneten Methoden und BeagoitieB 
bei der Untennchnng nur Anwendung Icsnen. Nach den Untennchnngen Gdtte's .geht 

das Ektoderm aller SchwAmmc in der Metamorphose verloren und ihr gesamter Organisrons 
baut sich nur aus dem Entodenn aiif." (Untersuchungen zur Entwicklungsgeschichte von 
Spon^illa fluvialili^;. 188i). 4r!). Ein PlattentpiÜic! aber, das \<ni F. E. Schulze und 
Anderen als Ektoderm aufgefafst wird, ist bei vielen Sdiwaminen vnrhanrlen und kommt 
vielleicht allen zn. So könnt« ich solches mit litistimuitheil bt'i klptiicii Ijtemplarcti von 
bpoDgilla Üuviatilia eikfuticn, und zwar bei solrlicn, die sich niclit luis. Kiern, sondern au» 
Gemmal& des vorhergebcudeu Jahres eutwiekult hatleu. Iu einem kleinen Zimmeraquarium, 
das mit VaHimeria iiiiralls bepflanzt ist, halte ich avf einen schwanen Basaltsteine 
8Mi mehraen Jahren eine kleine SpongiEa üaviatUis. Zur geedilechtUcheo Vennehmng 
bat sie ea noch nicht gebracht» web! in Mangel an genllgender Nabrong in dem kleinen 
Bebliter, denn jedesmal, wotn sie eine Kaste von etwa Vt cm Dicke gebildet 



22 - 



hat UDci ich das Auftreteu vüti Eieru oder äanienkapseln erwarte, Bchrcitit .sie zur Gemmii)«- 
hilduDg und stirbt danu ab, um üicb im fulgeudeu Jahre wieder neu aus den Gemmalft zu 
€iitwidiatik. In Jihre 1886 trat ile rnHwm im Juuur nuk dreytbriger Rsli« der Ommulft 
auf; midi» Ut «i «Ineu kleJneo kr«ianiiid«n Raten von 19 miD DdrdiiDeMir beran, aterb 
aber bardto im April demdben Jahres nach Eraeagnng oeiier Gemnnli wieder ab. 1887, 
nadtden dag Aqnarinm mit einen Diircbl1lftiragmpii«nt veneben woiden war, trat der 
InbaH ndirerer Gemmulft in Februar am und sebnwlz zu einen mndlidien lacben Sdiwanm« 
zoeamnen, der eiooi Dwdmetter von 34 nm drüdite und wieder am 1. Jntt eine roicbe 
Q«annniab11dung begann. Kleine PJanorben weideten jetzt fortwftbrend auf dem offenbar im 
HQckgange befindlichen Schwämme, was de fluber nie getban, UDd bald bbeb nnr noeb 
daa Skelett mit den Geinmula Übrig. 

Ich machte im irühjalin- l^s? den Versuch, kleine abge.«chnittene Teile iUvm 
Srhwammes auf Objektlrflgero, die in das Aquarium elugchangt wurden, zu ziehen, und sie 
betätigten sich nach einiger Zf\t auf ihrer rntf-rfasre. um w«>ifer zu wachsen, sogar wenn 
sie mit ihrer seitherigen üulctscilo, die skh dmxh aiihat'iciiUti gruijc Algen i'Palnielleo» 
kenntlich machte, nach oben lagen, al^^o in umgekehrter Stellung wachsen mufsten. Solcbe 
SdEwamnatadcchen worden, wenn de angefangen batten, deb auf den Objekttrftgcrn aasza- 
breiten, anf vendiiedeDe Weite pripaiiert Wurde dn stldi lebendet StOefccben mit Ar^ 
gentnm nitrienn (Oi;25*/*) abergoeten nnd der Wirkung dietet Beagens etwa 20 Minuten lang 
ansgeeetzt, woranf dne Firbnng »it Pilirokarmln folgte, dann trat du Plattenepitbel, aueb 
auf den nmgedrehten SebwammttOdLen, dentlidi bwror. Et bildete ^g. 66) eine dnsdlige 
8cUdt vertdiiedea grober poljrgonder Zellen mit dnen oder andi awei Kernen. Die Winde 
der Zellen waren öfters wellig gebogen oder auch gerade. Über die Entwicklung und Be* 
dentung dieter Epithclzcllcn boten sich mir einige AufschlOtte, fitNH' die icb in doer Ipftterwi 
Arbeit über unsere Spongillon berichten zu können hoffe. 

Die Oberhaut von Dfsinacidou Bosei i«it faf^t spinn^^nsjcwehartii: tlttnn nnd diirchsrlieinond. 
dafs man dun Ii >it' luiidurch das Gcfiit;!' des innricii (icwcbos ,>owie die iu düHiselben 
sitzenden Exemplaif des Anonyx spon^^ivivus cikeiiMen kann. Auch ist sie an den Stellen, 
wo der ächwamm bei dem öftercii Ikrausnclimeii aus dem Weingeiste mit dem Glase in 
Berührung gekommen, mehr oder weniger abgerieben. Mdstens liegt tie dem Parenchym 
didit anf, to dafo de nicbt Iddit in grOTseren Stttdmn abzotrennen itt. Anfter den ihr 
dgenen Banttpiaila, die wir olwn eingebend kennen lernten, treten andi die Skdettnadeln 
vidbeb in de ein (Fig. 15). die d« »totzen, mit dem inneren Qewebe fett verbuden nnd 




— 23 — 



Uberali kh in-' Kiiu'liutii^fu über ilie übtTtiftche bilclüD, so dais dieselbe ein etwa» lauhis, last 
äaintartif^es Au.-'tjheu erh&lt, keineswegs aber stärkere Hücker oder Spitzen darstellt. Eine 
so zarte Hautdecke bedarf allei'dingä der FesUguug durch die Menge der iu ihr enthaltenen 
Kiewtblkdieo. 

aeUt «ieb mebifub, b«80iid«n in dem antwen ilt«r«ii Teile des ScbwamniM, nacb 
dem Innern desselben fort und erzeugt hier ein eigenttmUches «ibdmnnlei Maachenweric 
(Fig. 16 IL 17). deesen Str&nge aus ito^gem Gewebe, vie e« der Oberbant «elbet ateUen* 
irefase »ikomrot, beateben, das kein Parencbjrni einscbtiebt» wohl aber ao triden Stellen mit 
Parenchynsellen (Wanderzdlen) und Zellkernen bedeckt iat. 

EntDimmt man Ter^cliiedcnen Stellen von Desmacidon Stückeben der Oberhant, dann 
erhalt luau oft ganz ferschiedene tnikro-kopische BiMrr. Haid ist die Haut dünn ausgespannt, 
fast nur aus homogener Gruiidsubstanz mit wenig Zeltkerncn gebildet, halt? trctt^n nu lir orler 
weniger zellige Klemcnte oder einzelne kontmktil«» Fasern in ilir mit (xier sit; wird zum 
gröfsten Teil ans knulosen Fasern zusammengesetzt. E& scheint iil-D. als üb auch die phy- 
siologischen Fuiililioiitü nicht glcithmflfsig in ihr verteilt pt im und die tiue Stelle mehr 
dieser, die andere mehr jener Aufgabe unterworieu sei. Ks war mir leider nicht möglich, 
bei dem eioen mir zu geböte stehendea Exemplar, das zudem uicbt gauz fUr die Unter- 
sucbttng verbrauebt werden dnrfte, auf diese Verteilang der Elemente nnd vi^eht andi 
der Arbät weiter einangeben; zudem werden ftr aotehe Untenmebangen nur lebende oder 
ganz frizch gewonnene Scbwlmme mch eignen. 

An den Stelleo der Oberbant, wo die belle Grundsubetaos vorbemcbt (Fig. 18, 2t, 
22. 23, 24), trtflk man, io dien eiagebettet, zablreicbe Zellkerne Terscbiedener OrSfse an; 
ibr Protoplanna eebeint ganz In der Orundsnbatana aufgegangen zu sein, doch treten aodi 
Bindegcwebszellen von verschiedener Form anf^ bugeUgei. eifSrmige, eekige, eiiw und mehr- 
strahlige (Fig. 18). Sie .scheinen nur dünnem« Protoplasma zu besitzen, denn sie f&rben sich 
nicht stark, atirh üefrpn sif nie sn nalu' zusammen, flaf'J ilirt* Grenzen sich bcrührwi, viel- 
mehr lagert) immer mx Ii Zonen oder FeldT von (jriiiiiisiibst,aii/ zwischen ihueu. 

In fast alloii Praparateu von dpr Haut bemerkt man ihinnf, jedenfalls kontraktile Fa.sern 
und üwar zweierlei Art, die einen al» blofse verdickte Züge der Grundsubstanz (Fig. 2'An.\ 
die anderen als Aosilniier deutlicher Zellen (Fig. 18- 21). Erstere, die kernlosen Fasern 
(Fig. 23 a), liegen meiat dicbt gedr&ugt an einander und steUea Binder dar, in v«i>- 
n diied o ne r mehtnng md «war in der Bogel in der Vibo ton Öflbungon die Haot dmdi- 
aioben« Dab aie «elbet bei SftiiiUueienipluen nodi dne grabe E^nnnng beiptzen, aiebt 



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— 24 — 



mau an allen Zupfpiftparaleu, iu denen >>ie auftreten; ihre abgeris.<eiiBa Loden krümmen sich 
stets spiralig eiu, was <lio Übrigen Stellen der Oberhaut niemals thuu (Fig. 23a), ihre 
Wirkung für <«iificili«nBi» ist «Im offmW dne »iMnmMizMeDde, tokllRftiid«. Derartige 
Funu fiDdst man such in den StringeiC die das emlhnte sabdemule Ketiverk bilden 
(Fig. 16 0. 17). Wir dttribn also vohl sagen, dafs die Orandauliftanx der Oborhaut atellen- 
weise die Natur des elastiscben Bindegewebes anninnt. 

Viel biafigtt sind die meist Terrinielt die Grundsabstans dsrcbiiebenden kontraktilen 
Fasern, die als die veriangnten Endpole laoggesogener apinddfttrmigw Zelien encbeinen. 
Diese Zellen seil st sind nicht alle gleicbgrofs, sondern ftodern in ihrer GrO&e ab. Die 
stärksten derselben sehen wir in Fig. 10 im richtiufMi Vi ibfiHiiisse zu einem C-Haken dar- 
gestellt, der iu seiner Gröfee mit dem in Fig. 4 a abjjiebildetcn übereinstimmt (U.114 mm). 
Die Kcniß dic-iT Zrllcn sind oval, der Zf!IiTih;\!t -fib-t \<i frinkiirniir: dir von ihren Enden 
ausstrahh'iitieii kniL'tMi Fa-crii fhirchzitiheu diu ()hi'ih;nit nach alieu liichtun^cn. krenzei» *irh 
mannigfai.li und ^ind als« »uhl ini^tanilf», dif Zii>.iimiU"ii/iehung d**r Haut an klcim rcn Stt llcn 
wie auch auf giöfsere Bezirke öbergn-ilLud zu bewirken. Man wiivc m iki Hat vtuMuht, 
diese Zellen als Muskekellen zu bezeichnen — und vielfach ibt dies ja auch geschehen — 
wenn eine Inawvatioo derselben Dacbanweisen «tte. Vielleidit aber gdit man nidit feU, 
weun maa ihnen bn Vergleicb zu den erwftbnten elastladien Bindern und Fasern ebne Zell- 
kerne, die wohl nur passiv wirken, eine reliektorisebe Thfttigkeit znscbreibt und annimmt, 
* daTs ihre VerkOrsnDg auf tuTsere, die Oberbaut tr^nde Bdse erfolgt ForoiTeitndeningen 
der SdiwammobeHlacbe sind ja viel&ch beobaebtet. Bekannt ist es ja aucb, dab Oseobt oft 
aaf Reise geschlOBsen und dann wieder geVlhet werden nnd mehr&ch sind spbinkterartige 
fiinga von koctraktileu kernhaltigen Fasern um solche Öffnungen nachgewiesen und abge- 
bildet worden Auch hf'i Desmacidoi Bosol i^utd diese zu beohacbteo. Um das Oskolnm 
(Fig. 21) hemm liegt ein Kranz jener sogenannten Muskelzellen; ihre Fasern lageni sich um 
den Rand der Öffnung zu einem Ringe zusammpn nnd wordon bei ihrer Vcrkfirznn? jedenfalls 
zur Verengerung des Oskulamä beitragen oder dasselbe, wenn es nicht zu weit ist, gans 
scblieften. 

Anders muI liieinere, überall in der Haut nachweisbare Poreu bcÄchalfeu (Fig. 22). 
Von geringerem Durchmesser als die eben beschriebenen Öffnungen, die wohl von bleibender 
Natur sind und als Osknia dienen, sind sie von «valw Form und wohl dl« EingangB|iorea 
nr das dea Schwamm dnrcbstrSmende Wasser. An ihrem Bande fehlen kontraktile Fasern 
gtDtlifih. An nancben SteUea des Schwamncs treten auch die ana Zellen eDtspringeoden 




kontnktileii Fiwni s« StrlugeQ wmmatea (Fig. 20), wddirdi Htm ntusiHiridieBde 
Wirfcuf jedenfidls venUrkt wivd. ZawcJIoi Hägen dicte Euendlai dielit bei den kenilowD 
FeseilModwo. (Flg. 28 bei schwIdierBr YergrS&eniiig). 

öften trilR man nriaclien den bereitg beaclixiebmien FonnelemeBt«i der Obertiant 
einzelne enfibUend grobe ZeUen mit grobkOrn^eai bilult^. 19, 21. 22, 28, 24 o, Fig. 26). 
Sie Bind fl^eidifiüb menbnnioB» beaHien einen kngUgen Naeteua mit Nndeolvs and tngen in 
einer dlUPcbnchtigeD GrundsabstaDZ grüfsere scharfkotttinierte Kümchen. Sie erreichen eine 
Lange von 0,017 — 0,027 mm, einen Querdurchmesser von 0,007—0,008 mm. Ihre Gestalt 
ist wechsehid, doch herrscht die lanfr^ostrcckte, die Ei- oder Siiiiidelfonn vor. Manche der- 
selben sind unipolar, indem von einem kolbenartir/on Korper ein iort--iU/ utis|i;ehi mit 
der deutliehen Tendenz, sich an seinem Ursprung' in eiuer Bogenlinie seiilicli m biegen 
(Fig. 24, ■?.")(■); anilere \(>n spindclftirraiger Gestalt haben zwei Auslaufer (Fig. 23, 24. 25 e), 
und «ieder andere, aber »eltner, üind multipolar \,Fig. 25 d). Ihre Fortsätze zeigen im Ad- 
^ge die gleidie Idtaige Baebifltadieit me der Zelfinbalt, dum adtwinden die Kdrndien 
und der FoitBBtz Terfeinert licli denrt, dels min ihn «n den Angen Terlieit (Fig. 25 e, 
unter ÖHmmendon). Mu iMigegnet dieten gröliiten ZeDen des Schwamm» nicht in jedem 
Piftperaty immer aber sieht amn aie in der Nflhe von liontndrtilen FaaerxdDea. 

IhnüclM Gebilde aiM der Oberbaut der ScbwUnme rind in neuerer Zeit nehr&eh 
bdcannt geworden. Toamaer beadireibt ven Spoogdla und Vetineft graciüs groto stern- 
förmige Bindegewebszellen (Studies ou Sponges. I Velinea gracilis Vsm. Mitteil. d. Zoolog. 
Station. Neapel IV, 188a. — Bronns Klassen und Ordnungen dos TierreicbB. Porifera. 1887. 
Taf. XXII), aber es ist nach den Abbildunfren sehr zweifelhaft, ob unsere grofsen Zellkürper 
zu jenPTi ffchören, denn ihre Form und Verleilunu' i?t eine andere, und ein solcher Zusammen- 
hang, wie ibii die Vosraaer'schpn Bindp^evseb^kiirperchen zeigen, ist hei unseren Zpllen nicht 
nur nicht uathweisbar soudeni buchst uüvvahrschciiilich . ja ihrer gegeiiöuitigeii Laj:e nacii 
taät unmöglich. Auch sind sie viel zu wenig zahlreich, al» dafs «ie filr den Bau des Binde- 
gewebes der Oberhant von Bedentnng arin IciHinteB. Eher nach stimmmi rie mit den Abhi> 
dangen der ,bighly refringent eelto ef eonneetive tissne" ttbendn, die Vosmaer von Thenea 
mnricau Gray gibt (The Spenges of tbe Wülem Barents Expedition 1880 and 1881, Taf. II, 
Fig. 4^). Hier hA die kAmige Notar der ZeUen gans so aam Anadmdt gebracht (man 
vergieicbe flg. 4 mit nnaerer Fig. 2iSi, c), aber sehen der ZeOkem zeigt sid bei unseren grofsen 
Zellen in anderer Weise, stets kngjlig nnd stets mit deottichem Nadeolos, aaefa konnte ich 
alemala Fomea, wie sie die Fignren 4, 6b, 8 und 7 bd Vosmaer zeigmi, bei Deamae. Bosei 

AkkwiU. 4. «mfemk. Hlorf. «w. BC XV. 4 



— 26 — 



beobachten, wie aucb Vosmaer die Fnrt -At 'c hk ht augibt. Zudem kann ii h ijiu'cbMlB uicllt 
Sftgen, dafs die bftr. Etrof-cn Zöllen »t&rkfr liihthri ihond seien als dir- luidfirii 

Pol^jaeff bestlii fili! aus der Oberhaut von Janttiella tiahfMlifi'tmis l'nll i('lialltiii;>-r 
Expedition. Zoology. Tome Xi. S. 40. Taf. II. Vis. U) Zellen, die in Verleiluuj; uud I urm. 
die zablrcicben FortsAtze ausgeuommeu, gauz uu^creu gruütea Zellen gleichen £r z^lt äie 
den durch von Lendenfeld bekaont gewordeBen DrtsenaelKm lu ^tschr. f. wieseii»ch»ft]. 
Zoologie. Bd. 38), sagt aber dabei: «It is iadeod dtfBeiiH, «heo aeeing Ümms element« Ifiag 
aeparately amid fusiforai moacle^U», to realst tb« idea tfaat tbese elementa are of a nnvous 
Batnre." Da nnser Sdiwamm kriae Cuticula besitzt und die groben Zellen nocb weniger 
als die von Po16jaeff abgebildeten den Dritaenzeilen gleieben, ao kann man neb nicbt der 
Anaiebt Tencblieben, daTs wir ea bier mit einer sehr rinfadien Form von Sinnessellen 
zu fbuD haben, wenn auch ihre Verbindutii; mit den Faserzellen nicht nacb^ewiesen ist. 

Noeh treten bei Färlnin),'en der Oberhaut von Desmaridon liosei andere rütselhafte 
Körpcrchcn :inf, füc nhiif Fürhuu« sich der Beohachtuui! entziehet!, Sie werden dnutlirh 
na<'h Kehamiliiii^' nur Aitirütiini uifrirnm mit Krapp odr'r manclu^n Aiulinliirben niid prJL^en- 
tienni >uii al-i!:iiiii ,iN mm iHniäti iieUi^it i icluMc . cil'iillr mit ini'lii «hIit wiMiiger 

jjröfsf'reii «der kleiiien'ü Körnern. .Sie sind unreuelmäliig ulttn die llauLs liiclil dej» .x lmaiunies 
verbreitet, fehlen an manchen Stellen gänzlich, zeigen sich an anderen, auch an dem subder- 
malen MsBcbenwerk (Fig. 11) vereinzelt, finden sieb an einzelnen Orten dagegen auch 
ia grober Menge. Ihren Sitz haben sie anf und in der OIwrbant, wie man deutlidi siebt, 
wenn sie an dem Rande eines HautbaUtens stehen (Fig. 26, a, b, c). Die Kümcben entstehea 
in einer Zelle oder ätzen scheinbar einer sotchen auf. Oft bemerkt man deutlich einen 
Kudeo« in dw Zelle (Fig. 27 k). Die Kümoben sind oft nur in geringer Zahl voriianden, sinA 
alsdann grttfser und zeigen nach Färbnngea einen bellen Hof um sieb. Sie sind wohl adbsfc 
als Teilun^fszustände von Zellen «ehr geringer «Jröfse oder auch nur des Zellkerns anzuseheu, 
wie dies beaondei-s aus Figur 27, a — f, erhellt (die Stadien a — n dieser Figur sind mit 
Ölimmerrion von Leilz. Ocular 3 beobachtet). Haid sind es Körnchen von ungleicher Gröfse, 
die zum Teil dirbt unter ndir auf drr Oherflaebe df-r Zrllc zti lir^cn srhcinen. eine dunkle 
Färbung nngeuonimen lialie». al>er d irli ilii> Knnturtn <ini v HoK.s erkennen lassen »Fig. 
27. a — k), bald wieder beifcgnet man Zi I1<mi. dcn i) Inlialt eine sehr feine und glcichmftfsige 
Granulation zeigt «Fig. 27, i, m, n\ so dais man glauben mochte, hier dajs Eudergebui^ eioer 
fortgesetzten Teilung der gräfseren Körucbeo vor sich 2U haben. 

FBr die Natur dieser Kdmebenbsllen sind swmeriei ^Deutungen müglieb. Entweder 




— 27 — 



gehören sie zu dem Scbwamme selbst, werden von dici'eni gebildet — oder sie sind fremde» 
auf dem Schwämme lebende parasitische oder epiphjrtiselie Gebilde. 

Wenn dieselben dem Gewebe des Schwarames selbst ansiehören, duim kann man bei 
der ¥rn'jf mich ihrer Natur nur an S|iprmaballen denken, wenigstens wird man nach dem 
Vi 1 hr fii'i" mi istt ii der hiervon gegebenen Abbildunsren mit unserer Fi«. 27 iienötipt 
sein. Darstelluiitii ii . wie sie beispielsweise Lieberkuh ii lur tjpougtlU MiilU rv Archiv 
Taf. XYili, ¥i\i. 11 — 17), F. E. Schulze für Hali!*arca lobuiaiio. Aplysilla 
Bttlfnrea, Oscardli. lobuleris e. a. (Zeitaehr. f. wtsaeDsch. Zoologie), N. PoUjaeff fOr 
Syenndia mjAAiiiiB (j,t)ber das Sperma und die SpermatogOMM.* Sittoiifib«r. der K. E. 
Akademie d. Wiasemchafteii. l[at]iem«t.-NatorwiBa. Klaase. Wien 1868) und ihr Leneoeoleiiia 
poterium (?) (Beport «f the Cltalleiiger Expedition. Vol. VIII Calcorea), eder anch J. Voa- 
maer Dir eine Leueoeoienia (Brom» Klanen und Ordnungen des Tiexreiclis. Porifera 1887. 
Taf. 29) geben, erinnern in der Art. wie die Kdrperchen der Spermatowen dnrch eine fort- 
gesetzte Teilung entweder der Zellen (F. £. Schulze» oder om iet Zellkerne (FoKjaeff) imtp 
stehen und zuletzt in winziger Orüfse in einer l'mhUllung zusjimmeDgedi-aut^t sind, sehr an 
die verschiedenen Stadien unserer Figur 27. Dai's ich dabei die Schwan^fäden der Sperma- 
tozoen nicht auffiiuleii nmi dar^^tellen konnte, wftrc bei dem in Wi intfpist konservierten 
Srhwnmnie iiiiht zu vcrwuiKicm. iiegeu diese Deutung der Ki>i luliL'iiballt'n als Sperma- 
kiuiuptu mochte uljtr ihr .\uftreten auf der Äufseren Fiiiclic von Dcsmariiidii -iircchen, denn 
hier sah ich sie nur in und auf der Uberhaut, nicht ubti lu dem Fiuenchvni iir< Schwnmmes, 
wo Me doch iu der tiegel uachgewieseu sind. Polujaeff (Challeugcr-Calcarea; und Vus- 
maer (Bronn rtc. PotifM« 8. 418) &adea twar auch die SpermniellMi fi»t immer aufser- 
halb des Meeoderms, Jedodi nicht auf der Oberliaat des Schwammes, aondera dicht an den Kngeo- 
sdle», also dem Entodenn. Vosmaer, der Pdi^if in der Aufbssung der Entwidclnnga- 
vetoe der ^rmasetten vOHig beistimmt, kann es deshalb „als ziemlich «ichor snaspreehen, 
dab die im Mesobfaut entstandenen Spennszellen ebenso wie die Eier durch die Grundsab- 
stanz fortkriechen, bis sie gerade unter die Kragenselleaachicht zu liegen kommen.* Die 
reifen Spermaballen dtftngen sieb dann dun-b die Schicht und „ragen schliesBÜGk als siae 
Art dicke Papillen in das Kammerlnraen iunein." (Das. S. 413). Wenn aber, wie Poldjaeff 
annimmt, die Spermabildnngszellen wie auch die Eier ans den Wanderzelien hervorgehen und 
wir die Wanderzellen z. B. hftutiff anf dem -«nbdpnii ilt'n Ma-^rbenwerk (Fi<i. If?, 17> auftreten 
sehen, dann würden wir auch für da?> Er>ibtineii der Spermaballeu daselbst Erklanini: finden. 
Dafs die Köruchenzelleu bei Desmacidon fast immer die gleiche Gröfse besitzen, und nicht, 

4« 



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— 28 — 



wie es F. E. Schulze ;iLs Kegel bei im von ihm untersuchten Schwftmmen gefundeu. hui ihn>r 
WeiterentwickluDg au Gröfse zunehmeu, würde sich wieder den Fundeu Polöjaeffs au- 
acliliefBen, uch waleben „eine Volununuwliine des Spermaklumpei» bei d«r Vermehrung eeiiier 
Be*Uuid(eile nidit mtHawamAmm ist" Und ebemo würde es rieh mit dem Fdileo einei 
Endothels vefbslteii, dss bei den von F. E. Schulte nntenuchten Schwimmen stets die 
HAhle des HesodeniB anAhddet, in welcher die Umwaadltnug einer 2M]e in das Siienna vw 
rieb gdit, d«ui asch Pel^jaeff feUt bei Sycaodn raphuius und anderen von ihm nnter^ 
anebten KalInchwimiDen «eine Endotfaelsebichtlage ToMbidig.* Er glaubt annebaien in 
dflifen, dafs die von Ihm beobachtete Spermabilduog den KaUocbwimmen znlrammt, wihreod 
der von F. E. Scbnlze beschriebene Bildangsvotgang typbcb sein soll für die Pertfera non 
mtlfrarea. 

Da würde nnn Desmacidon Bosei, ein Kicselschwamm, als solcher wieder §ua vereinzelt 
dastehen, indem er »ich dt r SpermabilduuK der KalkMchw&mniK anschlösse, aber auch wieder 
darin von diesen abweichen, dars die Spermaballen auf der OberÜ&che ihre Beife erreichten, 
was von allem bis jetzt Fokaunten abweichcud ist. 

Das Vorkommen dt r Ii ablieben Körper auf dt i Aufsenflache des Schwamme^i, ihr ganz- 
liches Fehlen im Innern dt>s<>lhfMi, simi«» ihre uimleiche Veitiilmi^' (lhi>r den Schwamm. 
sprecbPTi vielh'irht ebensosehr für die Aiiffus-unL!. lials wir iiiu froiniini. auf dem Schwuinui 
und viclk'irlit aiirh von ihm lebenden <»el)ildeu üu ihun hiibi'U Oh ities aber der l'ail und 
ob dieHelbt^a ptUui:licber oder tierijcher Natur sind, dafür konnte keinerlei Anhait&imnkt 
gewonnen werden. 

Ich möchte es »omit nichl wa^en, eiae bestimnitf Mpiiaing über die Niitur der 
körncbenuagenden Zellen in der Oberhaut von Desmaciduu auszusprechen; vielleicht gelingt 
es aber, lebende lütemplare von Schw&wnieu dieaer Uattung xn erhalten ihmI an ihnen dSeso 
Frage ztt lifsoD. 



Das» Piirenchyni von I>esn>atJdon Bo.sei ist sehr slaik *iiil\vii;kelt, da es bei der gehuKea 
Dicke der Oberhaut die Hauptm&äse de^ ächwamroe^« ausmacht. Auch herrschen in ihm die 
zelligen Elemente vor nod die Gnindsnbstans tritt gegen sie bedeutend anrttck. Dit ZeUea 
sind im Teigleiehe an denen anderer Kieselsehwflmme, s. & der ^ngitten, von geringer 
OrSlse, »e Tariieren «neb hierin bedentMid vnd «igen ebenso sehr versdiiedene Form und 



4. Dm PnNnoliyn. 




— . 29 - 



AuinbilduDg. Sehr zahlreich, ja fast die Hauptmasste des Parencbyms darstellend, sind kern- 
lose Protoplasmakörperchen ( Fig. 28 a): sie besitzen zugleich die geringste Grürse und fftrben 
sich gleichmafsig. so dafs sie nicht einmal Kfiriirhcii iu ihrem Innern erkennen lassen. t^)erall 
erfüllen sie die Grundsubstanz, in die sie oft ohne scharfe Umrisse überziipehen scheinen. 
Zwischen ihuuu finden sich iu dem Farenchyro zahlreiche freie Zellkerne; wie alle Nuclei 
des Parenchyma haben sie Kugelgei>talt, lassen deuliicli einen Nuclcolus erkennen und besitzen 
eine durcbächnittliche Gröf%e von U.UUö mm, erreichen aber zuweilen 0,007 min. Vollst&udige 
ZeUen mit Protoplasm« uimI K«rn. alle «b«r ««di ohne Menbr«Q, woA in gMosD nicht m 
abireidi TorluMiden wie die gemnoteo Oebitde. Ilir Zellkeni . mit einem IHirdimeBBer 
m 0.007 nm, bt «tels kugelig, ilir Frotopltama «ber zeigt vendiiedeneii Unrtfo; bald 
«ncheint es fast kngefig, eifltnBig (Flg. S8 f ), tiopfenfftmig (h, i) oder «terni&nnig (e» d, «). 
Dieeer Wechsel der Gc»talt ist «ohl ein Beweb daMr, defs des Protopinwie dieser Zeileii 
«nOboide Bewegungen aiuftbit. Solche Tolbtlodige Zellen besitien einen Dnrebmener bis 
m 0,014 mm. 

Mitunter finden sich au h - vim Kerne in einer Zelle; dieselben sind manchniBl von 
gleicher Gröfse (Fig. 28gs. zuweilen aber sieht man in tropfenfiirniigen Zellen einen gröfseren 
und einen klrinoroti Niicl»ni< (h. it. von denen der grrtfsere da«: «.ttinipfp Endr- der Zelle ein- 
liinunt. Wie di.' /eilen lic- I'.ir< ii<ii\ ms splbst. <o ^itid auch deren Kerne in verschiedener 
Grofse vorhaudeu, wjc ein Vi i^'lin h di r Zi u hiuiniii'u h u, i in Fig. 28 zeigt. Die kleinsten 
Zellkerne, eiugeschlosseu iu kleine Zellen, fand ich U,4mj3 mm, die st&rksten gleich den freien 
Zellkeroen {&. o.) zu ü,U.)7 mm. 

BetincbUit man die hanptsleblieb ans Fasen bestdunde» snbdmMdeo Gewebabatk» 
^g. 16, 17). Bo sind diese auf ihrer Oberlllcbe mehr «der weniger mit Uwlierten oder 
an Klümpcben vweiaigten FareachTmaeOen bedeckt, die nicht durch Zwisebensobiitaas 
mit einander verbanden werden. E» sind offenbar die sogenannten Wanderzellea, wie 
sie den Spongien eigentflmücb »ad nad vielleieht ebensowohl der Attfbabme wie der Ver- 
breitang der Nabmng im Schwämme dienen. 

Auch bei den Wanderzellen (Fig. IT) finden sich solche mit und ohne Kern, wie seldie 
Zellen sowohl als auch freie Kerne in der Gruudsubstanz «te^ Parenchyms liegen, und fast 
möchte man auf den Gedanken kommen, dafs die Kerne und da» Protoplasma der Zellen sich 
trenoen und ein selbständiges L«ben fahren könnten. 



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30 - 



5. Die SUieoblaste.*) 
Bei Frftpanten aus dem oberen Bande von Desmaddou Bösel, d. b. von den jangsten 
Teiles des Sdivaanies, fiersen dch, snotchst nacli Flrbung mit Saflwnln, anf den Bttodeb 
TOD Stiften Legen grober spindelförmiger Zellen erkennen , weidie sieb von allen tbrigen 
Zellen dee Scbwaamee deutlich untenscbieden (Fig. 20, 80, si). Sie stdlen anf den Spicutap 
bündeln eine Art Cberang ber, Hegen nnter neb nnd mit den Stiften in gleich« Iticbtnng 
der Lange nach aneinander, schliefseu meistens fest zuäaninien iinil sind nur zuweilen durch 
den austrocknenden KinHnrs des Weluf^eistes. vielleicht auch dunh die Präparatiou , los:e 
neben einander gelagert. Der Ilauptteil dieser Zellen ist spiudelfürniif,' mit feinkOrnipem 
Inhalt, mit kn^'PÜijem NikIimi- um\ -trirlc hcrvurlietendem Nucleolu»!. Nwh ?:wei entiiffron- 
gesetzten leiten erstrecken sirli lan:if' Fort-i^t/e. ileren Enden sieh zwischfu die betiac'hharten 
Zellen schieben uml von (lie>eM utierJtckt ^iud. Diese Zellcu bilden fest aueniiiniier gefügt 
I&ugere Zuge durch das S< bvvuitiingewebe entweder auf den S])ic-ulü»Uangen selbst oder doch 
in deren Nahe. Der mittlere spindelfuruiige der Zelle hat eine L&uge bis zu 0,U3 oder 
0,04 mm, nnd ebenso lang ist jeder der FortsUie, so weit diese zn mesnen waren. 

Da die erwAhotea Zellen keiner der anderen, von Desmaddon und anderen Kieael- 
aehwlmmen bekannten ZeUgrappen angdi$ren, so muss desselben eine besondere Bedeutung 
angeschrieben werden, und es fragt sieb nor, weldies mag Ihre Aufgabe und ThUigkeit seht? 
Ihre Lagerung anf den Spicvlabaadela, die Obereinstimmnsg in der Sichtung beider, deuten 
sieber darauf bin, dab diese Zdlen in irgend einer Besiehnng au den Skelettspicula stehen 
müssen. Dann aber können es entweder nur S])nngob1a.stc sein, die Spongiu als verbindenden 
Kitt auf die Nadeln absetzen, oder Silicoblaste. welche die Nadeln ^Ibst formen, sei es nun, 
dafä sie als Spiculamutterzellen die ganzen Spicula in ihrem Innern erzeugen oder nur die 
er«te Anlat?« derfselben «eben, sei es, dafs sie zum Teil in letzterem Falle sich der jungen 
Spicula autla^'em und die.sc durch Aufsetzen neuer Schichten anf der Atifsenflftche verp:r»ifsern. 
Nach den voi trefflichen Untersiiehuneen von F. E. Scliul/.e witth-en auf letztere \Vei~e die 
SpODginfa-seni da liuriL^chwämme und naili i'ulcjaelf werden auch die in .Muaojzcllca cul- 
standenen Spicula der KalkBchwAmme durch besondere ZcUen, die er Calcoblasto nennt, 
weiter an^baut, ein Vorgang, der auch von andern UntecsndMrn der Kieeebdiirfnnne ftr 

•| Vgl flcrivlit nh«r die .Senckeiiberjrischc Duturfofcheiute Oeselhchftft. Frankfurt «. M, 18S7, 6. 71 
nud Ta^bUtt der Kii. VerMmmlang DeuUclier Naturforsctter uud Ärzte. VVi«»biMleii S. 2i>4. 



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- 81 - 



ilieae vwinntli^ worden war. (Pol^^eff, Bepnrt on the GtlcarM dredgAd by H. IL i^Ghalhiiger." 
Beporl CbaUeDger. Vol. VIII. 1884.]. Vosm«er sdiligt vor (Porifera. S. 485X die Kdk- 
Didelo btld«Dden ZeOeo sintUdi «bC«leobl«st« xn besekhoeo, wie er iademMlben Sinne die 
die EieBOlspicula erzeugenden und vergrdfseniden Zelleo Stücobiiatie nennt, nnd m vetsteben 
wir auch hier diesen Ausdruck. 

Es war mir nicht möglich, für DesnueidoD Bosei eine Antwort auf die Frage nach der 
Tbatigkeit der grofsen spindelfönuigcu Zellen zu finden, da ich keine der Zellen mit einem 
junfsen J>tifte in ihrem Iniieru beobachten konnte, und darum suchte ich \m unseren S|)on- 
gillen nach dem Vorkommen .ähnlicher Zellen und nach ihrer etwiii<:( n Ik'/.iehung za den 
Kieselnadeln Soiclie jun^e Spongillen standen mir reichlich zur Vertüjjung. 

Im Okiober I88<) waren bei >ehr uitnierein Wasserstande des Rheins üd den durch die 
ätromrcgulienin;; ent^taudenen Tüinpelu oberhalb der Stadt St. Goar die dort icaliUeich ror» 
kommenden SpongiUenatecke und -Basen leicht zugänglich, die hier in jibrlidi wieder 
erscheinenden konstanten Formen (ich sage auadrOcklich «Formen", um damit die Frage nack 
ihrem Werte alsVarietAt, Sttb»peziea> Spe»e», Subgenus oderOenns uuentaebieden zu lasaen) 
auftreten, nftmlich Spongilla Lieberldlhnii, contecta, fragilis, Inviatilis, MüUiHci nnd erinaeeua. 
OelegentUcb findet sich noch anderes Eigentbmiiche, doch ttbergebe ich hier diese VerbiltF 
nisse, weil ich dieselben in einem aweiten Teile dieeer Arbeit rormgaweiae an bebandeln denk«. 

Von der typischen S|»ongiIla fragiUa waren Stöcke freiwachi^end h\s zu der Höhe von 
36 cm entwickelt, und di« v< w:iren mir bc^inders willkommen, da bei Schwämmen, die frei 
in das Wasser em|>or-tflhen, das Skelett jedenfalls kräftiger ausgebildet sein mufs als bei 
snMiori, rtip sir h um auf einer Unterlage als Kruste aii<brt»ifen. Hie hier trffundeneu Schwämme 
stellteu mit zahlreichen, aus einer genieinschaftli< lu ii Basis entspnii^'t ii lt n StAinmchen und 
deren gabiiger Verzweigung rundliche, lehiiait grun gefärbte Bü-mIk' dar. Dabei zeigten 
sich wieder zwei deutlich uutcrscheidbare Formen, die eine mit dickeren Ästen und 
«twas kleinerem TeUnnij^winkel derselben, die anderen mit dünnen Zweigen nnd weiter 
geöffneten Astgabeln. Die Spitzen der einzelnen Zweige waren^ hdler grttn ah die Qbiigen 
Teile des Stoita, meiatons dflnn znbmfend oder etwaa abgeilacht und dann in der Küdoog 
einer neuen Gabel b^füMt, kurz sie erwiesen aich in jeder Hinsicht als die jUngalen, in dem 
Stadium der Neubildung stehenden Teil« des Sebwammes, und auf diese richtete ich meine 
Aufinerkaamkeit. Ich sammelte am 6. Oktober 1886 eine Anzahl aolcher Spitzen, ttrbte si« 
«of verschiedene Weise und untersuchte sie teils an Sehnitt-, Unb an Znpfprftparaten. 

D» die Babettns der PiftiHmte in CuadalMlaaB M sutm ■NabnudMoi ZeUaa nldit iuaiMr die 



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— 32 — 



gMrtMdMo BMritet* €«8Att M w«rta wmIi vMMbMtaMii VatiMbn ftlgcaln VerAhrat Mite (aoigiMt llr 

die Herstellnng von DauerprüpiirateD gefnoden. (>l.vceriii-6eUtiiw m flenlieh f(»t«r Form wurde mit einem 
gleichen Vrilunicii Ksairjsänre nnd iebensoviel Ulycerin übergroßen niid erwSnni. hin ilic Hansi- rtüAstt: und 
glaichin&i'ug dick war Dienelke bleibt bei einer TempeiAtur roo -t- 12" R noch fldasig, wird aber bei 
aMflnr THupentimr dwreli Bmr m wn vor tan GthnuMlt vanMut; de «nun mter 4m ÜMkgttMlia nur 
wfM, 4ali 4iwM nH abun MgMmAaetan Band« bfltetigt «Irt, wHqrand iM Inn«» aiir:ht gaiu n «teer 
teln Xnute sich Tt rliiiri' i Nacb eini^r Zeit kua dar etwa« klebrig« Baad de» DeakgK««bein mit einen 
Kiff, etwa ScliüIU'jikitt i .^ibutzlt'iiitpnkitt''), tlberzogen wpnlfn >'i-fiwammü«llen «Her Art erhiilton Arh auf 
dies« VVei$e ibi.n mir onn Qber ein Jahr) recht »charf in allen ihren Teilen und auch die zirteaten Zellrette 
raf den jungen •Spicda a. B. nad aaeh FKibnngm noch deutlich und ohne .SdimiapfuDi; zn erkennen. 

B« Sclmitten dianeli die voiww&hnlen Zweigspitzen fielen sogleich die langen spindel- 
ftonigen ZcUen in die Aagea, wie sie soebeD für Desmaddoo BoMi brndirieben wnidea. 
traten aneli bier nicht eimelo, sondeni fest aneinuider gelegt in llogemi ZOgen in dem 
ScbmuiUDgewelie auf (Fig. 67, 58); ans Ungvehnitten dnrdi den Scbwemn lassen sie «idi als 
oMlitereHillineter lange nod als 1 mm dicke Stringe heransneluDett. Sie bilden sogar eft eine 
für sieh ahgeaehhiesane Oevebsdaheit, indem die von ihnen gebildeten SMnge ringram nm sehr 
grofimi bandfönnigen nnd dflnnen ZaDen irie von dnem EpAtbel ftberaogen sind <f1g. 57, 67). 
Sie gleichen ganz den entsprechenden Zellen bei Desmaddon und haben einen dUpti&chen stiel- 
runden Hauptteil, der in zwei lange Fortsatze ausgeht Das dicht körnige und demnach 
wohl nalirnnp;?rcichc rrntoplasma schlipf^t einen kundigen Kern mit deutlichem Kerukörpercheu 
ein, von deuea besoudorsi das Iptzt^n' mit l-'iirhi.t(itl'i'ii vollsauiit. Von den die ZeUstiange 
überziehenden flachen Zellen weidcM wir weiter iiiiteu au-fühiiith sprcilicu. 

Dil' Stiiuitje [iieser äpiudelfüruligeu Zelieu ^chliclsci» in ileri tneisleii ralkn einzelne 
hinte r ».■inaniltT auch wohl neben einander gelapt'rto aiibi.'t,'\vai h-('iie Skt'lftt--|Mcula ein i Fiu'. ."is i, 
au welchö aich die spindelfurmigcu Zeüeu anlegen; luan luuchlu last glauben. aLs ob iieie 
etwa Ilichtungsnadelu waren, die den sich anscblieDaendeQ Zellen den Weg, den sie zu nehmen 
beben, Tonehrieben. Aach, in den tufsentea Spitsen der Spongillenzweige findet man in 
groCmr Zahl eiazefaie, wirr dnrcbeinander liegende Nadah), die aasgewacbsmi ichmnen, von 
denen ea mir aber noch fr^licb scbeini, ob sie hier als eine der ersten NeobilduBgen entr 
standen oder ob sie als fertige Kadehi ans dem mehstliegenden Gewebe trorg«achoben worden» 
Übrigens bemerkt man ancb dnaelne ZaHstiftnge ohne alle Sphnda im Innern. 

Bei dem Zenopfen dieser Strtnge treten nnn anitaer den erwachsenen Nadeln häufig 
einzelne spiculabildende Zellen in verschiedener GrVlse und auf verschiedener Stufe der 
SpicnlabiUlung hervor (Fig. 60—64). Stete aber waren nur eiaselne der Zellen in diesem 




- as - 



ZuäUiide uud oieuittlä habe ick alle ZeUeu eiueä Ölraogea gleicUisuilag iu der äpiculabildnng 
begrilRm g«aeliM; TiaBHcht, dab dies Ibeilwupt oicbt gleichzeitig sUttfindet, vieUeicbt wach 
■khi mdir io m «pltor Jabreneit, in Oktobw, wo iu Waehrtnn dtr fipMigillAtt ftr das 
betralfende Jahr aabiBm Kode eotg«g«n feilt nad jadeafidk nidit mehr m laach viwaaaelirdtat 
wie im Sommer. Im Jalve 1887 koante kh zur gflaatigea Jabienoit w^ien des lidben 
WaMeiataadea im Rhein keine Smngillan eilangea und daram anch niehta Weiteree aar Be* 
tntwortong dieser Frsfen bettiagra. 

Es war natürlich mein Bestreben, die E^tstehaog der Spicula in ihren ersten Anftngen 
zu verfolgen, was allirdinga dadurch erschwert wird, dafs die nadelbildenden Zellen stets sdir 
sind und iM> ihr Plasma wenig Farbstoffe aufnimmt. Nach vielen Beobachtungen habe 
ich ileii Einilnuk y:ewoniiPn. als ob die Zelle, die zur BiHuri'^ riiicr Näidel srhroitet, sich 
zuen^i in die l.aage dehne, wobt'i ihr Inhalt -*ich anflifilt. alsn wohl vfniüniit, Daun finden 
sich ZelU'i), wie sie in Fig. 6i darj:ehtt'llt sind. Ein (lunkit-r einfacher Strith zielit ^ich von 
dem einen Ende der ZeUe mitten duiuli hin zum amlfiü, oLiio dafs man Konlureu eiuer 
Nadel bemerict, so dais wir es hier ücber mit der Anlage des Ceotralfiidens zu tbuu haben, 
ik hestlitigt das die henwbeod« Ansehanang, dab der Ceatraibden der Kieselsphialft das 
anerst OehUdete sein nnb and dafe am Ihn dann die ffieBebubBtaM abgelageri whd. In d« 
heobechtotea ^«n iridite der Faden nicht ganz bis ans Eade der ZeUfortafttse and ragte 
noch viel weniger darttber Unans, vielmehr endigte etwas vor dem End« der ZeUe, das 
gerade vor den Spttaui dea Fadeaa etwas verdickt aehien. SpAtere Stadien neigten dann die 
bekannten, von vielen Autoren dargestellten Bilder: die Kiesdsubstanx ist vorbanden und 
.steht mit ihren Spitzen aus dem Phisma der Zelle heraus oder wird hier nur noch von einer 
ftufserst feinen Schicht de«.selhon umkleidet. Jemehr nun die Nadel wachst, sowohl in die 
lAu^e als auch iu die Dicke, um so mehr schwindet das Plasma mit dem Kern (Fig. (>0— 64), 
und -i hliefslich scheint von erstcrem nur ein fciiicr Überzug, die apiculaoberhaut auf der 
Nadt'l übri'; /n lilciben Bei Spon«filla scheint aucii ditse spater noch zu schwinden, Ua ich 
sie hier nicht uufzuhndeu vermocht«, wahrend sie sicher hei Dt snun idon besteht (s. o. S. 16). 

Nach dem eben Dargelegten scheint mir die Scfalassfolgerung begnindet, dafs die von 
Desrnnddon Bosai nad von Spongilla fhigtlis beschrfebeaen groCMu qrindetftrmigen Zellen die 
JBUdner der Spicol«, also die SilicoUaate, sind. Ihre Lngerang »i geaehhMsenen Strängen in 
dem jngendliehMi Schwammgewehe gaaz in der Weise, wie sie die Spienhstnnge selbst xeigen, 
«der Ibra Anaammlang aaf den nen geb)ldet«i Biringen von Stiften (Desnaddon), das Um- 
echkMaeaaein fertiger Nadeb von diesen Zellen nnd das Entstdien junger Spieola In denseUien 

AMMdL a. aiMtoilb utyri: flau Sd. XV. 5 



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(SpongiUa), wwie aach 4er IfMgel «öderer sor SpicaUbUdung geeigneter ZMtä 
i|iir«di«ii diflr. 

Um «bar die Frage AeMiliife m erhelteii, eb iHe j^itade dar BpoegiDeB gau tea 
«teer eieaigai Zelle geUldet werdam kBnnen oder eb die Jenge Madel erat ta aiaer Muttw^ 
aalle «itatelit «nd daae etwa iidi dann Untergang dnrdi aefgelegerte Silicobbrte anf den 
Wege der AppoaltioB TergrObeit wird, habe ich tineAeaaUSineiib jSogeree JUteie gamaaen. 
nachfolgend stelle ich die mit Htlfe dee HartDick^acheo ^«tena 9 und öaa Oknian 8 («) 
gefindenen Mnbe nach HflHnietwn in einer Ueinen IVtheUe aaatmmen: 



Ko. 


Uknge 


GrOCMe Dicke 


ESoBchfiebende SobaUnx. 


1 


(',051 


0,(KI2 


Zelle adt Kern. 


2 


0,085 


0,002 


B 


3 


0.104 


0,003 


n 


4 


0,105 


U,002 


• 


ö 


0.107 


0,002 


n 


6 


0,119 


0,003 


r 


1 


0.125 


0.003 


n 


8 


0,1dl 


0,004 


n 


9 


0.186 


0,008 


» 


10 


0,180 


0.006 


btä liagind. 


11 


0.U1 


0.00g 




12 


0,149 


0,004 


Zellreat ebne Ken. 


IS 


0,198 


0,006 


ZaUe mit Kam. 


14 


0.187 


0.005 




15 


0.2.^8 


0.012 


frei liegend; ohne Kern. 


16 


0.241 


0,010 


n 


17 


0,241 


0,014 




18 


0.25.') 


0,006 


sehr foinr i'lasmahaut. 


19 


0.255 


0.012 


frei licKc-nd. 


20 


0,258 


0,015 


durch Spicalin verkittet 


81 


0,260 


0.008 


frei liegend. 


S2 


0,265 


0,012 


n 


SS 


Oj78 


0.008 


» 


94 


0,380 


0,006 


r 



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Bei £«trachtuu^ der vorstehenden Zahlen ergibt u.s üicb, dsS» die Zuuahme der Spicula 
in Bezug auf LiUige und Dicke uicbi gleichen SduriU hAlt, indem die letztere im Vergleich 
lur L&Dge eins idmnkiBte UL M Gtun tkr mIim vir dMh, dab ü* Kiddn, je m«br 
ii» ätik ikrar tmltodditien GrSb« nlliani, tucli vm so dkdMr ««vden, denn «nt iiy,t dar 
Llog» vm nähr al» 0,80 pm tritt der Dnrcbnwmr von 0^010 nu aii; nldt ete. 

Di« K«d«l No. 1 mit ihrwr Zelle war qnsawldinlkk Ual« und M aar sinaial beobachtet 
ment nnd «ohon die Sfflcobhw te grtfaor, denn die Ueiaeren haben etwa 0,068 mm Lioge 
und aaigMk nodi keiao Anlago «loer Nadel, dio grdliwian aind nit ibren FerteltMii bia mr 
L&nge von 0,111 mm bei einar DIdt« von 0,010 mm genesaeD, ohne dab eine Bpor tob 
Kadelbildnog bei ihnen vorhanden gewesen w&re. 

Die Nadeln bis zur Gröfse von No. 14 zeigten noch deutlich den Zellkern in den die 
Spicula einschliel'-seiuleii Silit obla^tell: 10. 11, 15, 16, 17, 19, 21, 22. 23, 24 waivn freiliegende, 
noch nicht mit anderen zusammeni^ekiitete Nadeln No. 2(J allem lag tu Spungiuunihiillaog 
und dadnrch mit aiuleru Nudeln zusamincugeklebt. Zu bemerken ist noch, dafs alle vor* 
stehenden Meäbuugen der Vorsicht halber nur an losgetrennten, alao nicht in Gewebiunatiae 
atngaMÜianaDaB Spienla Yorgononmen worden. 

Eb Mihejnl» daib atUeoUaata vandiiodeder Grübe snr Spicntabttdung aehrdten küiam, 
dnu bia aar Llogo von 0,110 nun -«-antapreebond der No. 6 sind dieadben leer oder andi 
von Nadeln beaetit fefindeD; dabei wann dta ZeUkerno atoia nodi dontlkb bia aar OrtÜho voa 
No. 14, dann achwandeo do, aber bei No. 12, 13^ 14 war nodi dar FlaamaObenog Uber die 
gaaao.Itadd mit daw Aoachwellang in dam nitOerMi Teila dehtbar, and adbst No. 18 lieb 
noch einen fdnen tarbloseu organischen Oberzug auf der Nadel erkennen, der um ao scbftrfer 
hervortrat, ak er nahe der einen Spitze zerrissen und etwas abgestreift war, so daf« daa 
Emie der Nadel frei heraus^tand. Eine sekund&re Einwirkung von einer Anzahl anderer 
Silitobla^te zur \ cr^rfirscniD!? erseheint demnach wohl ausge^ehlossca , und niun möchte 
glauben, da^^ bei Si>on|.'illa ein Silic '>l)la>t zur Herstellung einer volWundigen Nadd genüge, 
fiudeu wir doch »chou Nu. 2u mit anderen äpicula durch äpongiu zu einem Strange verkittet, 
womit ihr Wachstum jedenfalls abgeschlo3»en war. 

Nadi ist au bemerfcHO, dab onBem Batbe wdtorbin adgt, wie das LAngenwaahotam dar 
Nadeb atalig fntacbrdtet, wibread die Zonabme dea QnerdardmeaaeKS IftogaM Zdt bindvrdi 
BOT wenig ianarbdb darMlbeo Qrenaea variiert, and wie selbafc die llofita Nadd No. H 
k«inaawefi aneb die didcato iat. Damit dOifte die Tbataa^ in VerUndong aldiaa, dab 
allo Naddn mü dam Dardunaasw onter O^OlO mm anfbUmal acUankar «adMinan, indem da 

ff 



— 36 — 



gaoz allmAhlich lu feiue SpiUfii aublautoD, während die &k au.-gpwafh!*!! zu betrachtenden 
Ntdeta voa Do< 15 »n alle fast gleicbmAbig dick und nur ganz kurz zugespiut siail. Fa^t 
mochte auui ds glaobeii, ith doeh noch «a oadtAgMclM DkkMmehrtDm iftitttndsB hliiuM, 
w«fllr «wh die tbergiefae Ansihl im SiKcehlMten dneaStnageB spricht, die wdil sidik tlle 
zur Spicalafaildni« Iwinmeiu M«ie der Unetaod, dab viele SUiceUMte rieh lefar faat «a die 
ia dea SMagea tiagewhbawnea Nadela aaseUiefwn (Hg. 68). 

Dab liei dea SUioobliBtea anch eiae Vemehnag doieh Qaertirihtag stattfiadet, geht 
daiaas hervor, dab aiehifedi eolclie Zellea mit twei Eeraea acd aach mit eiaer ESaMhaOraag 
ia der Mitte vorlcommen (Fig. 69. si ). 

Wir mfisseo die Frage nach den Bildungaverhftltni^sen der S[iicii]a immer noch aam 
grofspn Teil als eine offene l)etrarhtfii und beü'uilp;en uns hier, ein kurzes Bild davoa SO 
entwerfen, wie man sich uacti uiiüereu jelzigen K»'mit!iissen den Yon?anp denken kann. 

Fdsl alle Schriftsteller, die sieh flher die }.nt.st('hiiiig und das Waciuitum der Spicula 
bei den Kie^^>lsl•hw;"^ImIll:'u aufbcrn. srlircibtu von der Zeit an, w<i der Ccntralfaden durch 
Külliker zuerst aachtcewie^^en «urde, demselben bei dein Vorgänge der Nadelbildung eine 
grobe Bdle au. Nach ihm (Icones, S. 61) iet er die erste Bildung io der die Nadel leidenden 
Zelle nnd eotstebt »dardi Verdichtaag eines Teilte des ZeHeaiahatte analog etwa «aar 
Hnekelfibrüle und aaderer geformter BildaDgea im ZeIHnhalt An iha lagert rieh Kieeelerde 
ab aad bildet eine Seheide am denselben. Doch glanbi KOlIiker aaaebmea an aiflssen, dab 
die Nadela »spMer frei werden aad ndbetaadig wachsen." Nach Uarehall ergibt es ridi 
^aor Evidena, dab der AduMnbden (Ceatialbden) mit der Blldnag der EieselkOrper im 
flllerianigstai &nmmenbaag steht,* (Untersachungen Ober HeiactiadlidnL Zritsehiift Ittr 
winensebaftl. Zoologie. XXV. nd. S. 163), aber .es kann freilich auch die Kieselsubstanz 
vom CentnlbdeD unabhängige (lestalteu, wie in den Ankern von Ea^ctella, den Amphi" 
disken u. s. w. annehmen; doch iKt jene Kie.sel8ub8tanz immer mit organiscber Substanz, mit 
Spiculin, auf das Innigste verbunden." (Ideen über die Verwandts^chaftsrerhAltnlSse dw 
Uexactinelliden. Zeit«fhr. f. wissensrhafU. Zoologie. XXVII. lid S, 119) 

ßowerhank sinichi vo» einer inneren und einer aulsereii Membran der Spienla. die 
beide Kii-.si'li nlc ablagern, erstere auf ihrer ftuf^eron, letztere auf ihrer inneren Oberfi.lche: 
„the dcposit of thc silex is not coutiuuous and homogcnou.-> , but ia jiroduced in succe3>i>ive 
couceutric kyeni «hieb it would appear are, at least for a period, equally seoreted hj the 
iancr sorface of the oater mnnbrane and the onter snrfiue of the inaer oae; fbr we ahraj* 
find tbat M the devdopneat of the eplcalutt pcop^sses« tbe iatoaal eavity gmdnaUy beeomee 




- ST — 

\ess, until finally it exists only aa a central eanal of very miaute diameter in comparison 
with that of thc spicuilum itself." (Philosophical Transactions 1«58. S. 282). Aber aus den 
dtierten Abbitdungen ge;,'lühter Nadeln, Taf. XXIII, Fig 2 u. 3, jgeht hervor, dafs die im i>' 
Membran der Centralfadeu, die aulsere eine der durch Glühen gebräunieu Schichten orga- 
nischer Siibstaoz nahe der NadeloberflÄche ist. Die unklare Anffa.s.siing von Bildern geglühter 
Nadeln mag auch die Ausichl hervorgerufen h&beu, dafs der Gentraikanal aicb mit dem 
Wachsen der Nadel verengere, w&hrend er umgekelirt bw im HeuetmeHideD udi Uftreball 
«kb »ptter «rwtltani wU (Zetleclir. t wiaMosehaftl. Zoologie. XXV. Bd. 9. 170). 

Wie irir früher adioii (S. 18) «ngeflüirt haben, bt ee 0. Sehmidt, dar den Central- 
faden die wdtestgebeiide Bedeatuiig fibr das Wacliatiin der Spienla bdlegt, denn j,die Kkiei- 
oadel ist, ao lange äe wftdnt, als Arganiaiefftea Weeev im OrganiaiiiiiB wo. betiacbten and 
es iit gar aicbt anders nOgüeli, als dab eine organisdie Beiidnag xwiscben den Terscbiedenen 
ScbicbtMi, eine Wecbselwirkang ziriadien den bmerM Sebichten and der OberiUdie stattr 
findet* Anderen KieselgebUden aebreibt demetbe Verftner gar «ein «abres Wacbstun mit 
Substanz wecbMel" zu. 

F.f. fragt sirh nun, ist rier Centraifaden wirklich ein th&tiges Organ und spielt er eine 
aktive Rolle für die gaii;^e Dauer de^ Wach^ttmis der Sjticuln. wip Schmidt es- annimmt? 
Und liegen irgend welche ^wiugeude odtr heweit-ende Gründe für eiue w>khe Auuahme vor/ 
Da mübäeu wir nun gestehen, dafs weder Schmidt .<4lbst noch irgend ein Anderer eine 
wich höbe Auf^ung von der Bedeutung des Centralfkdena begründen konnte und dafs 
aidits Ar dne »olcbe spricbt. Eine derartige AnnalnM ist aacb nid»t ntftig, wenigstens 
aidit für die Nadeln der 8|HHiginea, nadidem wir jetzt mitBestinmibelt die Zelle ab deren 
BUduagsstbtte kennen gelernt haben und mit dieser «lies erUlren kSnaen. 

Wie sich Jeder dwreb eigene Untersaebnng leidit ttbenengen kann, dHrfen wir dem Central- 
ftden keinerlei Orgaaisatien snsdireiban, er ist «ein solider Faden ans weicher erganischer 
Materie, biegsam, eher blafo* (KöUiker), und j^eine Straktor lit niigend an dieser orga- 
nischen Unsse wahrzuuehmen" (Marshall). Letzgenannter Autor will gesehen haben, dab 
der Centralfaden koutinuirlich in die .Sarfcodine des Syncytiums" überging und zwar bei 
zwei Nadelformen eines Schwammes von der irischen Ka»te (einer Stelletta?). Da wir von 
einem Synrvtium. wie Hftckel es annimmt, absehen mflssen. so wäre es wohl die Grund- 
substanz des l'urenchyra!", die in diesem l-alle sich din kt dunli die offenen Enden der 
Nadeln lu deu Ceiilnilfarien fortgesetzt hätte. F> .>clH iiit, dals Nieniaiid weiter ein solches 
Verhalten beobachtet hat und eine iauachung könnte doch dabei auch hier vorgekommen 



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— 3B 



Min, demi der OentnlfadeB ist da« in InnerD «iner Zelle «mtehmto Gebilde, nkhfc aber 

des Vrmmtaula Akt ^BOdMllMtlllf . 

WoU ftbtr kflmit« «e mOf^eh aaiB, d«b der Ceutnlhdm tu aaiMa Etadm vefgrttairt 
«ird dB, wo die Midelqitieii «ellMt elBn diid, dMi an dan gwelikNaaBeKBndao, nie li« die 

Stifte von Desnucidon an der einen Seite seigeo, iat dies nonO^elL Wenn wir SiHcobHaat» 

bei Spongilla fragilis mit zwei Knrnen in einer QoeffteiUlDg begriffen sehen (Fig. 60, n), M> 
wird uns liierin viellcictit ein Weg angedeutet, anf welchem eine solche Vergröfserung des 
Centralfadons mfiglich wäre, indem nftmlich die neu abgetrennten Zellen bei wiederholter 
Teiluug ihre ursprüntriiehe Richtung beibehalten tind die Verlänperunt; des l'entralfaden? 
sowie dann der Nadel selbst bewirken könnten. Doch kaiiu dies auch uur aia Venuutuug 
ausgesprochen werden, bib eiuuial direkte Beobachiuugeu über diesen Punkt vorliegen. Bilder, 
wie sie die Nadehi von Craniella carnusa so häufig zeigen (Fig. 51, ü3, 64) scheinen Six 
eiae solch« nadttrAgBelie VwgrMIcnag des CeotnUMiMia, voo der sneh EttIHker spiridit 
(InHMfl, & 61), stt sottgen. WeitoriiiB wiatea wir von den Nadein, dsb ri« iridit darchwof 
aoa anavterlurodieiMr KieaelmaaBS besteheo MHidorD dsb nsich einer gewiaaan Didn dar 
KicaelablaganuiiB eine organiaelie I^ndle folgt, anf der steh wieder KieselsiibsUni abseist, 
und daib dioMT Vorgang sieb öftera bd dmelban Nadel wiederholt. Alle BeobeebAer, welche 
8|iileida der Kieaebebwttiune aoigftltig glObten, sind an diesen Reanltaten gakominen, and 
vielfach finden wir diese Sache in Abbildungen illustriert, Tliflt man dies einmal nicht an, 
dann köutien besondere Schwierigkeiten fttr das ErlMOnen Torliegen und wird dadurch das 
allgemeine ReeuUal, wie es vorliegt, nicht beeinträchtigt worden. Bei Desmaiidoii Roxei 
konnte auf ausgewachsenen Stiften noch ein orfianischer ÜberznR nachscwieMn werden, da» 
Spicula-Oberhautcheu, wie wir es genHunt huben. und die von amieren Autoreu gefundene 
Spiculaseheide ist vielleicht ebenM> noch ein Krzeuf<ni.s der t>etrt;dt>ndeo biiicoblaste. Der 
Centralfadcn steckt mit seinem ihm /.unai tist liegenden Kie»elbelage also gewissermafseu in 
eine Anzahl tob HfiUen ans Kieselerde eingescbachtelt, und diese sind alle dnrch orgap 
wSmS» ZwiseiieBlagen, die Harsliail hei dem periedlaciiea Waehatim der S^eola gemdean 
als die Jedesmaligen Spienlssehetdsn" hsAnehtet (Zeitaehr. t winenaeh. Zoslogie. JJLY. Bd. 
SappL'Heft, 8l 166), von einander getrennt. Dieee homogenen HMtdien haben walmdMinllch 
die ^ddic dienuaehe ZBaanunenaetsnng wie der Csntnlfnden adhat, denn sie entstdien ans 
demadbeu Motterbodm, aus der Zdle, nnd dnd anr dae Wiederholung des CsntralÜMlena. 
HAckel hat dleae Sahstans, deren Znsammenaetsnng anch ftr die Kalkschwimme tkM 
bekannt ist, „voiHuftg* SiiieBlin genannt, und vielleidit dOrfee wir- sie audi hd den Klead» 



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80 MSDDBO, Ws gafandtti «jnl, 0I» ito in ititr Matnr wn dir bei dm Sdk< 

tcbvftmineD abweicht. 

Claus bat bei Euplpctella gezeigt ^Über EnpIefteUa aapergillutn 1868' dif'- hn Iftren 
Nadeln ein honiogeticr Kicselbcing um den Ceutralfaflcn bei der mikroskopisrijeii Betrachtung 
erkennbar ist. den er den , Achsen cy lin d er - neuat, und dafs auf diesem dicht aufein- 
anderlie>;ende, concentrisch ansjeordnete Schirhten von KieMlsubätanz, die Mantelschicbten, 
folgen. Auch Mar »ball (a. a. 0.) bebchreibt dies eigene Verhalten bei Hexat^eUJden ; 
«r fiadai dia Wiodiogeo des AchseDcjlinderB httt immer didcer ab je elae IfanUl- 
•cbicht, enterer nadhi IlbeAntpt dim mdeiw Bfaidrodt unfear den Uikiwlmp, obm dab 
aogagcben werden könnte, woraaf dereelbe eigentlich beniht Wem aacb bei den Heiao- 
tiadHden beaonifln Verhiltoiaae Im fiao des Kieoelgertstee veillegeii, indem bei vMen der^ 
aeibeii die neben mid anfeinenderilegenden AebseaqrHnder dnn)! genciHaaM Ibntelediditen 
flbeiiogen und fefkhtot wevdeB, worans man die Meinung MAflffen nMite, dal» die Achsen» 
cgpüoder die nrqirOaglidien Nadein «im, wegegen die die Stelle der fipengoblaste vertretenden 
Zellen hier nicht Spongin, sondern ebenftUs Kleselode ausscheiden (ich babr bei den 
Hexactinelliden selbst noch keine BeobachtuBgen gemadit und spreche nur nach dem Eindruck, 
der mir ans der Darstellung der verschiedenen Autoren tyeworden ist). Lipy;eti also hier 
jedenfalls andere Verhältnisse vor ab bei den (Ibrigen Schwömmen und besonder» de« liom- 
kies'elsch'wftmmen . so können wir doch dem Alter nach bei den von uns hcsfbriehenen 
Kieselschwammen ebeufalli» von einem Achsentyli nder, der Kiesel>ohicht zwi.^ehen dem 
Ceutralfadeu und der ersten organischen Lamelle in der Nadel, ««precben uud ebenso von 
den darauf folgenden Mantelscbichten, wobei also zu bemerken ist, dals diese Uoter- 
ecbeldung nidit auf die versdiiedene Eal8(ehung«weifle der venebledenen Schiebten einer 
Nadel wie bei den Haiactinellidea betegen werden darf. Sie Anwendung d«r geteanehtön 
AnedrSeke geadüeht alse bei ans in etwas anderem Sinne. 

Ave ueseren eben dargaiteHtea Befunden geht berver, dab für die SpieulabOdung gani 
bestimmte Zellen Torhanden sind, die eegar (bd 8poD|^) einen beeendereo TeO des Oewdies 
deistelien und ae ihrer Form Mdit erfcaimt werden. Diese SiUooblsste schreiten erst dann« 
wenn [sie eine gewisse AusbilduBg, die vielletcht durch Aa&peichemg von Reservestoffeu 
bedingt wird, emicht haben, zur Anlage einer Nadel; sie verUngem sich, hellen ihr^n 
Inhalt auf. und nun erscheint zuerst der Centralfaden (s. 0.). Dieser aber i'ibt nur den 
GepensUind ali, mf dem sieb die Kieselerde des Achseneylinders nieder«;cb!flErt, er iüierkicselt 
jMcb wie der Dorn, der im Gradierwerk von kohlensaurem Kalk oder wie das Sandkorn, 



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dM in d«r Pul» m Hon- EdtasUditen Aberzogen wird. Wird der fremde Kera gieieh* 
Bl&ig «beildeidet« duB «bd dareb wiie Fom anek (Ue des Überzags beMJaunt. Wie die Mite 
Membnn dee BhiwpodenkArpen die Fem der KeUoehale bedingt, die eidi aiif ibr tbeetit, and 
wie die Dintomeeuefaele pitfbmiert iet dnreli die wte Zellaieiiibiu» die ibr mr Qmndlage 
dient, so kenn mm mit Bowerbnnk den CeatnJhde» eine oaeh innen von der Zelte ebge- 
lagerte Hembru nennen; ihre Fora bftagt von der Form den SiSeoblaateB ab, and so 
aehea mit die Sfknfaunnttenelln der Kadein bei SpengOla nrie die Nadeln aelMt Ingge- 
Itrecikt, wihrend die Amphidiskcn in fast kugeligen nur seitlich zn^^ammengedrückten Silico- 
blasten entstebeu. Der Centralfadeii ist wasserhaltig, das zeigt dentlich sein VerbalteD bei 
Craniclla, wo er im Weinffpi:>t sich vprkOrxt und zusammeneezogen hat. wo er sogar ftfter? 
iiiil er Mitto zerrissen ist {¥\s. ")2), weil er an zwei Stellen nahe den Spitzen <!<>r N'adela 
von der Kieselsubstauz eingeklemmt war. wie wir eint* solche Stelle boi Kig. 4tt in der Mitte 
sehen ; er zieht sich also hei W;L-^servt»rlust stark zusammen. Wohl dürfen wir ihm eiue 
Attraktion zu der in der Zelle gelöslt^u Kieselerde zu^hreiben, die sich entweder auf rein 
mecbamaeheni Wege auf ihm mederschlagt oder — waa wabrscbeiolicber — auf cbemtschem 
Wege dordi irgend eine von ihm ansgebende Beaetioo «nf ihm «bgeaetat wird. 

Aach von der Hechnnft der Kieiderde Wimen wir noch niehta. Entweder hat der 
SiUeoblaat, bevor die Nadeibihlnng begonnen, einen gewissen Vorrat derselben in sich anf- 
geepeichert und verwendet dieselbe velbtisdig, oder er nimmt eolehe fertwibread oder in 
Perioden von aafaen aas dem Wemar anf nnd führt sie aeinem Innern an* we de dareb den 
Elnitab der wiederiMdt nea gelnldeten Membranen in feste Form flbergettbrt wird. Aach 
Itennen wir nicht die Umstände, unter denen die Kieselerde in dem Wasser gelöst ist, in 
der ZeHe aber als '„völlig amorphes KieseLsflurehydrat oder Opal" t F K Schulze. IHe 
Stanimesge«ihii hte der HcxactiDellideu. Berlin 1887. S 27' nnlftslich wird, wie wir das 
von dem kohlensauren Kalk wis^^en. der unter der EiuwirkniiL' freier KoliIensÄure im Wasser 
al? doppeltkohlensaurer Kalk gelost ist, liei Entziehung der Kohlensaure durch Organismen 
aber aU einfacher k(jhkMi>aiirer Kalk unlöslich wird und die ihn niederschlajifiiden Membranen 
mit einer Sitiiuiuduvr umgibt. Auf die vcrschiedeuartige Gasaufhahme durch die Organismen 
würde die Kenntnis dieser Vorgange jedeafidls Udit verbreiten. 

Der Centnübden wfarht keiowfidls dncch die ganae Nadeisabataaz hindurch, denn aeae 
Laiaellen voa Sj^cottn werden von Zeit an in der ZeUe gebiUet Die Thitigkeit der 
Hattenalle ist also eine periodisdi wechaelade, aie schadet nitweiae Spienlin ab uad dann 
wieder Kieaeterde, wedoreh aie die Hantelaebiehten enengt; die BiUnng neuer Menbianen 



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ist «Iso offftatur zur AUagernng nenco Opak ndtig. Ja «s scheint, d«f« solche Membranen 
sjdi sdion unmittelbar nach Entstehnng d« Centnlfadens bilden kfinnen und diesen alsdann 
fllT die KieseUbwheidnng Oberflllasig machen, denn oft fflllt der CentraUaden den Central 
kanal sehr nngls^ ans, nie die» die Figuren von CranieUa (Fig. 49—^) zeigen. Werden 
solehe Nadebi geglAht, dann verkohlen sie stark aaf ihrer Innenseite; sie bentzen also eine 
organische Auskleidnng, eine innere Membran, die sich H>*ter als der Central&den, nnab- 
h&Dgig von diesem gebildet hat, da sie ihm nidit dicht anliegt, und nun zur Abscheidung der 
Kiesels tib^ttanz Veranlassung gab. 

VVipfifrholen wir, wa^ um aus der vor.>teheiiden Bctrachtuog über fli«« Entst4»huiiy der 
Kieselspicula hervorzugehen siheiut, so ist e« etwa fnlärendp«: Die für dii.' lüldunt; der Nadel 
bestimmt«» Zflle, der Silicobkst, streckt si< h lu i lii gitiu seiner Ihätigkeit in diu Lange, und 
datier «;rklürl sitlt d&a auläiiglich üt&rkere Likngenwttcbbtum der Nadel, der Inhalt der Zelle 
wird lAsUcb; letztere li«llt sieb auf und scheidet nun als innere Membran den Centralfaden 
ab. IHeser sdilagt ebe Lage KleselBlnrehydrat auf sich nieder und stellt mit dieser den 
AdtBen<7linder dar, worauf die Bildung des Gentral&dens in Gestalt einer auf dem Achsen- 
i^Dnder abgetagerten Lamelle SpicnSss gewiasemaliien wiederholt wird und Kieselsdiiditen 
mit derartigen Hftntchen aufeinander fbigen, bis die Mntterzelle durch die Abgabe dieser 
Maatelsebichten eneböpft ist 

Die MntteneUe nimmt nämlich in demselben Mafse ab, als die Nadel in ihrem binern zu- 
nimmt; ihr Lumen, da.s von der Nadel ausgefüllt ist, wird natürlich durch die Abgabe fester 
Stoffe immer weiter, und in gleichem Schritte blafst sie mehr und mehr ab, d. h. sie wird ärmer 
an Nahrun ifsstoffen, ihr Kern <<fhwiudet und zuletzt bleibt von ihr nur noch das Spiciihv- 
OberhAntcben eine Zeitlang' ülni^', da«? zuletzt ebenfalls iinti rKehen kann. Hat dif Zelle ihre 
fmifste Lange errficbt, dauu kuiuiiil ihre Thftti'^keit au den heideu Kndfn kaum noch in 
iietrachl und nur uüch ihrem mittleren dicken Tuile zu scheidet sie noch stArkef aus, wes- 
halb die Nadel io ihrer Mitte also dicker sein muls als an den Enden. 

Besehrtakt steh d« Siliooblsat hd seiner Thatigkeit nur auf die Abgabe den Admeo" 
eflinders aber keiner Mautetschicht oder nur weniger der letzteren, dann erhalten wir kleine, 
gidcih feortig angelegte ^cnla, wie dies Begg (S. 80) erkannt hat und wie wir sie von den 
Hmtsiuenla bei Oesmadden Bosei sowie von den AnqihidiAen der Spongillen kenom. 



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— 42 - 



A. Die SpoBgoblaste. 

Sei Bedditignog des PvipwatM tiu Dttnuddon Bosn, dM ans «neeat die SilieoUaste 

vorführte (Fig. 29). fielea ifl der Maaclie, die io den von Spongin zwischen Süften gebildeten 
Waud frei geblieben war, noch andere Zollen auf, die ebenfalls in dem, was von Kiesel- 
>i-hwftmmen bekannt ist, keine Erklärung finden konnten. Sie lagen als ein Überzug dem 
fn ii'ii .^jiaiiirinr tnrlp rin?=nrii dirlit nii ff^pt, waren nur an der einen Seite durch die Prftpa- 
r.itiuii voti (iciii-ellii'ii i'i\Ya> ah^'i'l(i>t iitnl iiiii-<-hl').-<sr»n auf der abgewendeten Seite die 
Ma-^t' von l'arcücliynueDeti inil GeiLclkaiHUiciii uad einer Blastula, so dafs also Iiut mitten 
lUi Geuebti vuu einem Epythel keine Rede sein konnte. £s sind lauggestreckte, bandförmige, 
d. ii. platte Zellen, die sich mit ihren allmaUich sich verscbmlÜcrDdeu Furtä&lzen iu einander 
sehteboi, ibr Isbalt ist lertkOnüg; wenig F&rbe «oneluneiid, ihr Kern oval flach nnd lAfsi 
nur tin kleine^ wenig bemeritbares Kernicörperchen erlcennen. Diese Zellen waren ateo aueh 
von den SUicoblasten wesentlicb vendüeden. Stets beigegnete ich aolchen auf der Spongin- 
snbaUos bei Deamaeidon, wie 2. B. aof den Krenmgsstellen van Stiften, die jttngefen 
Scbwammteilen entnommen waren; besonder« auffallend traten sie mir auf einem dar oben 
(S. 8) erwähnten SpongtnbRadw entgegen , das zwischen Sltdettballtan anagespaant war 
und selbst dasebia freie Stifte enthielt (Flg. SS). Hier worden sie deutlich sichtbar, nach* 
dem das Prfiparat mit Eau de Javelle aogettzt aod nach einer Auswaschung gefi&rht war. 
Die ganrp Spotmiuplatte erwi<»'< sich von dipspii Zr-Wen bedeikt. die jetzt nur nicht mehr 
diclif iiTioinainierschlossen, sondern klfinc Zwisrlicnraume zwischen sich liefsen. wodurch sip 
um s<j (ii'utlicher hen'ortraten. Kinzcliio Zellen hatten eine Länge bi.s zu u.oTu mm. 
Nirgends konnte ich in dem Siliwamiue die.-e Zellen al^? uur iu Verlniiduus mit dem .Spongin 
beobachten, uad es liegt darum die Deutung auf der ilaud, dai-s wii hier die SpuugobU^te 
vor |nna habra, die aUerdings von anderer Form sind, als F. R Schnlse sie ans von den 
Homscbwammaa hennea geldirt hat. Aber wir laben es bei Ikamaeidoa auch mit dnem 
Vertreter der KiaaabdiwAmme an thnn» bei denen die Verhittniase Ja ia vieler Baiiehnlig 
anders liegen ala hei den Keratosa. Dieee ZeUen sind es also wobl, walebe dnrcb ihr BacM 
die neagebildeten Stifte zu Balken und Strängen auaammenkitten und ebmiao die ala Btodar 
wiricenden Spoaginplatten aofbanen. Wenn dies aber der FalU daut ist jedanialls die Auf- 
fassung derjenigen Sjstematiktv nofeaan, die bA viden KieseUchw&mmeu die Uornsubstaas 
als das PrimAre ansehen und onr von wenigen oder van vielen in ibr aaftretenden Spkida 



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— 43 - 



sprechen, vielmehr sind die bpkiila ilas Kr>tj:rhiliirti:' liii.' lloui-iibstanü erst da? nneh- 
tragiich Entstandeue, das uur zum Zus^imimMihilt- it dii ut. s Üowerbaiik tjudeu wir jeue 
«eilig zutreffende Auffassung üfters. ^nf er /. H. im 2. Baud seiueä Mouogruph die vierte 
Unterordoaog seiner Silioea, wohin Desmacidon gebSrt, Mich mit den Worten charakteritiert: 
yFUMTtt lUied «ith spicDlft* (spftter bat «r bei D«nnnddOD die Diagnose genauer ge&bt 
&. IL Kapitel 10); auch bei deotBcben Autoren begegnen wir dieser Darstellong, weldie von 
der Betracbtnng der Hemwhiftnine ausgebt and ^e Spicula fitst mit den wHngaaiscben 
EinscbUlsseo, die man in den Homfiuem der Keratoaa so biufig findet, in eine Linie steUt. 
Für das Versttednis des VerhIItnisses iwiadien Horn- und Kieadscbwlmnen aber dflrfte das 
Featbalten der riditige« Beieiebnangswcise. also z. E lo dem Bowerbanlc'teben Falle 
^Spicula.strftnge durch weiii«: Spongin verldttet,'' doeb wobl von einiger Bedentnng tir die 
ricbtige Auffiui^ung sein.*) 

Von Spongillä fra^ilis haben wir .schon ijrhürt, dafs die Straiii;e der Silicohlaste von 
Zellen flhnlich den Spoiigobla>ten von Det^maeiduu umschlossen sind Ii' ig. 57); solfhe schienen 
auch zwischen d«'n Silicohlasten in den Strftiif;eii zu lieRen, wie Zupfpraparati' LTLrabcti. und 
solche sind ebeufalls auf Ikiken der Skelettspiciila /u erkennen, wo sie dem von iluieu ans- 
ge«t-hiedencn Spongin dicht outliegcn. Die Spongoblaäte von SpougiUa zeichneu bidi oft durch 
riesige Grfifse ans, und icb babe aolcbe von 0,OBS mm und sogar von (M90 mm bri einer 
Breite von QfilO mn^ gemessen, sie flbertreiTen also bedeutend die Siiicoblaste an lAnge. 
(Die Fig. 67 und 68 geben die relative GrB&e verschiedener Zellen an). Wie bei Oesmaddoa 
sind die Spongobkste aucb bei Spongilla flacb-bandförmig «nd allmlbUeh nach beiden Enden 
veRthmtlert: ibr Inhalt ist blars, «mig IcSmig, ihr ovaler Kern, der Mch nur sdiwaeb färbt 
ohne dentficben Kucleohis (Fig. 66). Die Silicotlaste sewobl irie auch die Spongoblaste sind 
demnach bei Desmaddon ottd SpoDgUIa, einem He««»- und einem Slfitwaseersdiwamm, in der 
Form ucd Lagerung ti^cr^^^^timmend, was dafür sprechen dürfte, dafs auch bei anderen 
Kieselschwftmmen beide Zellformeu leicht aufgefunden und von einander unterschieden werden 
können. Bei Spongilla f^mX nur alle j^nllipfn Elemente griifsfr als bei Desmacidon, wahrend 
umgekehrt bei letzterer die Skelettuadelu eine bedeutendere Pjitwicklnng besitzen. 

Nocli ist zu bemerken, dafä icb auf den Nadektr&Dgea von Spongilla Übergänge der 



*) Nacfa F. K .''rhalze'«' Ansicht haben sich diu lluntst.iiwamm« „aus den Kiesel- retp KjeaeUu»n- 
schwlngm Airdi alltuaMiche Ueduktion uuil whlictaliclien ^nzUebeu Verlust der Kistdaadtthi*' «Miiltikalt 
(IM* MmBMfcachichte der Hexactioellidra. Abhandl. d. KKnigl. prenf«. Akadeini» i. WlmwiKhsftoM. Berlla 
inV.) FBr die KieMbobwftnine lind »Im die Spicnia das Ckarakteriatischate. 

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Hchmalcu baudfunuigen äpongoblaste m ruderen mehr kui/en über breiteruii t onueu gefunden 
habe, di« sieh dadurch untencheideo, dafe sie mebrcre, oft fingerfönnige Fort^ze zeigen 
(Flg. 70). Ofenbir sind dieselben dioeh VerkOrzuDg der noch nicht flingieieiiden laage« 
Spoagobleste entetaaden, eine FormTertadeniug , die vieDeicht mit dem Begiaa« ihrer 
Thfttigitdt im ZeMmmenhens steht. SchwammseUen kifniwn ja, da wie «hoe Membnw sind, 
ihre ¥vrm leicht verAndem und eelbfit bei den SUicotilasten sieht man nicht selten selche, 
deren FoitsAtze in verachiedener Weise verbreitert nnd geteilt sind. Jene Zellen erinnern 
an die von Pol^jaeff (Oalcarea. Cballenger Expeditien. Zoo). Vol. VDL S. 32) auf den 
Kalknadeln von Ute aigentea und liWlcenia niultiformis zu zwei oder drei aufgefundenen Calco- 
bla^te, „[irotty large but tiatly compressed c«lla, forming «itb tbeir protoplasm a Idnd ef 
irregulär uetwork." (Taf. Vl,3c). 

7. Dm Entodenn. 

Wie bereits früher bemerict (S. 21), ist es mir nicht gelungen, Epithehmllen von der 
ftulseren oder inneren Oberllche von Desmacidon Bosei anfsnünden. Was die GeiCselkammem 
betriOi, die steUenwose sehr dicht bei einander Hegen, se haben dieselben stets eine Eiforu 
(Flg. 29, 85, 36, 38) und eine mittlere Llnge von 0,029 mm bei einer Brsite von 0^020 mm; 
die grflbten der gemessenen waren 0,082 mm lang nnd 0,017 mm breit*) Wie es seheint, 
sind diese Oeifäelkammera bei Desmacidon von einer feinen homogenen Haut umschlossen, 
denn ersten» nicht mau sehr häufig die Öffnung nach ihrem Innern scharf konturiert (Fig. 35, 
38 a) und zwar ist die Form der Öffnung bald -/ipmürh Icrri-srnnil. bnld irisartig spaltförmig 
mehr oder weniger zugezogen, und dntm kommt es auf feiuou Schuitten wulil vor, dafs die 
Geif^elkammer als Ganzes verloren geiit, worauf dann eine scharfe Gren/üiiie siditbar lileibt 
(Fig. 38 b), die allerdings der Itaiid der die Kammer umachUefseuden GrundsubsUuz üein 
l(&nnte. Die üragenzellen (Fig. 3G und 37 j haben ihre Zellkerne stets der Aubenseite der 
Kammer minlehst Uegeud, sind nach dieser Seite abgemndet und voiAngern sich nadi innen 
allmlhlicb zu iet GeiCsel, ohne dals ich aber tinen dieselbe am Grande ungebendea «bageo* 
hfttte erkennen kSnnen. 

ihnlicb ist es bei Spongilla fragUis, nur sind aneh hier die einseinen Zeilen wie audi 
die QeübdkBsynwn selbst derber, hmftiger, leiste noch mehr der Engelgestalt genthert. 
In den jungen Spttsen der Zwtige b^wt grotbe Haufen der Gegenseiten, ohne deb sie 

*) Die GeUKUEammorn stutl offenbar durch die Kinwirkiuig des Alkohol «tark kontrahiert, da sie hier 

MlUltoi kkiamduiMn. JJIe le voillsfliMiMr AtMt aog«B»li«o*a Habs risd 8pirin(||fS»mts« m^tmmm. 



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— 45 — 



bereits einp Kammer Kffnrnit umi <.'iin' (jcil-cl entwickelt hatten. juiiL.'!', in ilur Eutwickluui^ 
begrifiecc ZoIIimi. üeieu kugeliger kleiner Ki rn vou einem breiteu Hofe last un^efarbteu 
ProtOI.•la*^lu;l^ uincichen war (Fig. 07, g). Sie waren stets dicht zusammengedrängt, bei ihnen 
im Pareudiym aber lugen oft äbolicbc aber gröfscrc kugelige Zellen, ebenfalls mit blassem, 
kömchenkMem Protoyla&ma , kMiw auek ab iie dwbemi Parenclqmutelleiiii «s scUeien 
EntodermzeUeo zu sein, tu» demo diweb Teilung die Kngeuellea benorgebea (Flg. 67, g*). 

8. Das £aiialajrtteni. 
ZBUraieli afaid id der zartoi Oberluiit Yon Dcnnaddoii Bosei Poren; teile dnd ee «in» 
ftche LOdiein in der Haut von kreieronder oder tlagUcbninder Form (Fig. 32), die, wie dies 
von vielen Schwammen bekannt ist, a1« EinlafqKiien für daa Wiasw dienen und je aaeb dem 

Bedürfnis der lokalen oder allgemeinen Waaeentufbbr wieder geschlossen werden können; 
teils sind sie offenbar bleibende, denn um ihren Rand herum (Fi-i;. 21) ist ein System 
elastischer Fa.sern au!<gcbildct, das sphinktorartig die ÖifTimi^ schliefscn und wieder herstellen 
kiiiiii. Letztere sind möglicherweise kleine Oskula, deren Y/M eine unbestimmte, rtcrer Vprt^ibing 
über den Seliwaunn eine unregelmftfs^ijre ist, vielleicht «linu ii aber aueh iIlt \Va^serillllnal^iue. 

Das dnrrh die zahlreicbfu iViren dir dUerhaut in den Sdiwaiiim eiudriügeutie Wasser 
gelangt zuerst lu «iie Maschen des subderuiaku NeUvNurks ^i ig. 17), verteilt sich alsdann in 
zablreicbe feine lüm&lcbeu, die man auf Querschoitteu und Lftugsschnitteo in Menge gewahrt, 
and tritt abnlaan in Obernli doreb daa Pnrenebrm auetreute Geiläelfcatnmem ein. Dieee 
nmlagem andere Kaaftichen dee Sebwanmes ^g. 38, c) ond treiben daa Waaaer in dieee 
direkt binön, so dab es von bier den AinstrlMnaogaSflhungea soiliessea kann, 

Vosmaer hat (Porifera in Bronn's Kinasen und Ordauagen des Tterreldtt, 2. Bd. S. 183) 
nacb der Art nnd Weiaef nie daa Waaser von der Oberflacbe in veridiiedener Art dureb 
einfiwbes, Ober die Innenfliebe des Scbwannes vwbreitetes Kragenepitbel oder dnrcb Ver^ 
mittlung von Geifselkammern durch verschieden angeordnete Kanäle dnrcb die Schwftmme 
geführt wird, vier Typen aofgeateUt, die allerdings nicht „ebensoviele scharf getrennte 
Gruppen darstellen,'' denn ,wir finden doch nirgends »cfaarfe Grenzen in der Natur und 
gewifs nicht bei i\m Schwammen.** Dcsniacidnn Bosei würde nach obiger Darstellung dem 
dritten 'lypus aufiehiiren, denn der „Krageiizellen trajjende' Teil mündet direkt iu weite 
Kanäle und diese nochmals in weitere Gef&fse oder in die nach AuCsen mündende 
Kloakeubühie." 



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— 48 - 



9* Die Bier ihre imeilielb des Seiiwftmsevebes TerlMtfeBde Entwieklmg. 

Oben (& 26) ia( der eigentflnittcheD, auf und in der Obcarbent vod Itontaddoii Boaei 
l^legeaen ZbIIbd Erwahnmig gethBii, die maglicberweiM mit den Ton iodenn SehwaauMn 
beaetDieboii«!! ^wneebaUeii identisdi sei» kAiuiten. Sollten «■ viiUidi aotche wiii, was ieb 

nicht zu eDtscheideii wage, dann wftre BesiiMciden Bosei zwtigeedileelitig nad swar «flrdeB 
dann die beiderlei Geschlechtsprodukte, Sperma und Eier, frloichzeitig reif sein. 

Eier entwicicelt unser Schwamm in abcrrcichem MLilsc. iJie elbeii siod in allen Teilen 
dpB Gewebes jinzittreffpii. an der lunentl&cbe der Oberhaut sowohl wie im Parenchym und 
auf di u Spicula.«tiilii.m n. Auf Iptzferrn i-rhciripn sie sich mit Vorliebe m hildrn. m dafs die 
Nadelbalken oll dicht vnii ihueii wie laii einem Epithel überzosen «ind iFiu' ov\ Oft 
liccren «in hier mit den Silicoblasten (si) zusammen, berülniMi ^il Ii lioi S|.iiiiiis|irrtpariitt'n, 
weuu bie uur eine eiDfa4.-he Laj^e bilden, nicht mehr, oder siuii uucli uiUv*jiä,c üht^reinander 
geschobeo uiid aufeioander gelagert (Fig. 31)). Wurden solche geschrumpfte EizuUeo mit 
EasigsAure behandelt, dann quellea sie anf und stoben wieder ndt polygonalen FlaeheD voll* 
stftndig snanamea (Fig. 40). 

Dto EbeUen sangen Farlietoffe begierig ein and treten dadurch leicht kennüidi iwischen 
anderen Zellen hervor, audi sind sie an ihrer bedenteaden GrOlte leidit keoatli«b. 

Kern und Kemkfirpereben sind wharf auagepirftgt, das Frotoplaana ron feinkörniger 
fMt gleidMÜditer Bescbalfonbeit nnd ohne Membran. Darnach lassen sidi die EiMUea in 
allen Gröben, von den kleinsten Anfängen bis zur völligen Ausbildung leicht aufSnden 
(Fig. 41, tir~f), Ihre Gestalt ist eine wechselnde nnd ohne Zweifel sind äe inutande, amö- 
boide Bewegungen auszuführen (c— f'i. ir» es scheint unzweifi'lliaft, dafs sie wie die '^V:lI]lipI•- 
zellen befftliijrt sind, in dem S( h\\aiiinii,'ev.t'bL> uuiher zu kriechen und so bis zu dt^r Oberbaut 
zu gelangen. Sclton sitdit man iu ihrem Innern helle, Vacuolen fthnliche btelien (f). 

Ihre Weitereiitwitklun.; geht im Innern des Schwammes vor sich und becrinnt mit einer 
Zweiteilung dei, Korus (Fig. 42;, woraiu alsdann die Eizelle iii zwei Zellen zu zertallen 
scheint (Fig. 43, wo offenbar die eine, rechte, der drei gleicbgrofon Zellen in iwei kleinere 
sieh nmgeblldet bat). Dann wieder findet man die erfolgte ^nertetlnng (Fig. 44) und mit 
dieser ist auch die BOdnng eines Fellikflis an eitonnen (f); dies ecsebeint immer als inlannt 
fUne bantartige HQlle nnd findet sich bei aUan weitmren EntwicUangsetadiea, sowi^ dleeeliben 
innerbalb des Sebwammes beobachtet wurden konnten, als eine gesekkesene Kapsel. Die es 




— 47 — 



bildenden endeditatrti^ Z«Hmi «eidai «ctt bei ituken YeigrSfBeflingen (ölimoMniiMi tm 
LtiU) siditiMr, iodem eUann die ZeUkeme (Fig. 48 a, n) deaUid tuf der luieiMelto der 
Keiieel liervertreten. wUnend der ftbiige der ZeOeii mit dem der beDaehberten nsmineii 
geflOBBen cnehetnt. Die Kapeel »eibst TergrOb«rt aicb mit der Zoeahme ibies lohelto niid 
bleibt edbatftndig, wenn oie «ndi mit den Ihr zanaebat Uegnndoi K^mln nueaiBienstSIlit 
(Fig. 48 a). 

Der VierteiluDg folgt die Acht- und dieser die SecbBzebnteilnng (Fig. 45), bis endUcb 
durch fortgesetzte Teilung die vielzellige Morula, Itlastosj^iire oder Serrobki^tula entsteht 
( Fig. 46— 48). Diese siud, ähnlich den Eiern, oft 8« dicht zusammen^ri liif-tTt, dafs ihre HflIIeD 
jsich inpinaiKlnnlrflckPn nnd ahflnrhen und si»* wlbst vr»n der kugeligen in pinp lan;;?«*- 
strerkte I'Vinii iiln.-r^'eln.Mi il'ii,'. 4^, ai, Kiin^ DirtiTeuziormi^; ilinT Zellen, deren Kerne nach 
uiehjiaciier Tcilutit; nicht iiiolir erkennbar ^inll, uiicli Form oder nach gegenseitiger Lage in 
Ektoderiu uud Eulodenu, wie mau sie vou deu leilungszuständen der Eier vieler anderer 
Sehwinme, besonders der Kalkschwamme, kennt, konnte nicht beobachtet werden, ebenso 
i*ie andi dae Anftreten von Oeifeeb an der tnberen Zeiltage nicht geeehsn wnrde. 

Hiennit endet die innerhalb des Schwammes erfolgende Entwiddnng dee filea and 
weitere Stadien dereelbeo sowie das Anasehwlnnen der Larven kflnnen selbstverBtlndUch nnr 
an lebenden Exemptaren beebadtt^ wwden. 

10. Zar Syatenajtik der Gattuag Deamaddon. 

L i 1 1 e r a t u r.*) 

Linne, C. Systema naturae Ed XIII, curantc Gnielin. Leipsig 1789. 

Malfer, O. F. Zoologiae Danicae Prodromus. Hafniae 177«>. 

Ei/is. J. and SdandtTf ü. NaUiral History of many curious and uncommoa Zoophytes. 

Londou ITöü. 

Enfer, E. J. C. Die Pflanzentierc. Nürnberg. Teil I, 17«4— 1797; II. 1791—1794, 
1798-1806; III. 1806-1830. 

£ttmmnk, J, B. F. A. dt Momtt, Hiatoire dei Awmanz sau vertMnes. Tnne II. 
Paris 1816. 



*) Die Litteratur tu den vorlici^beudea Abschnittdll iit nar »o weit angegeben, ala lie n der Betrachtniig 
nisüg war. Die .'Vnirabe der Arbeiten Ober die Srbwiiinme Überhaupt findet man }m lam Jahre 1887 am voll- 
«tandigBt«!! bei Voamaer, Poriferti (Rroniu Klasatm mvi Ordnongen des Tierreich«, Band II. 1887). Seite 3 
tmd S«iU 4ü2. Üb«: ä^agülau «id dkMlbea bewaden i» «tatgen MonogiTapliiai ab«r Amm OattooK so* 



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— 4d — 



LtmtottrMXj J, V. F. Hiitoire des po^pi«n conll flmiblcs Gmd 1816. 
MotOastu, Ab Eaaty on 8p«ag«a. McmoircB of the Wtmaiiiii Nitnnl History 
Society. 1818. 

Lamottroux, J. V. F. Exposition TnMhodiQtte Polypiers. Puls 1821. 

Scf,wei</yer, A. F. Handboch d«r Naturgeadiiditd skeleUloaer iii|geglied«rt«r Tiere. 

Leipzig 182U. 

/WK»«"», Jamei*. Outüues of Oryi'lülogi<\ LiukIhii isj?. 

(r,;i:i'. Ii. E. Observation^ and cxpcrimcDls ou the älructure and funcüon of the 
Spenge. Kdinburgh Philo.süphic«! Journal XIII, 182.'!. 

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phkal Journal L 1828. 

FltmhtSf Hiatoiy of firitisli Aniauüs. £diiitnirgh 1828. 

i» Btamvilte, R iL D. UmaA d'Actioologie et d« Zoopbyt. Paria 1884. Hit Atlas. 

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Schmidt, 0. ürutidziige einer Sponglen-Fauna de.s allauli^^hen Gebietes. Leipzig 187U. 

8ar», M. und Q. O, Ob sone remarkaUe fornu of aninuU lifo firom tlie great deepa 
oif the norwegUn eoaat. I, Cbristiania 1872. 

ädUiwft, 0, Artikel «SpongieQ.' \3hm «weite denticbe NordpolaifabrL IL Letpaig 1874. 

GurtifTj B. /. Developneat of the naiiae Sponges etc. Aonaiea and Uagasin of 
Natural Hiitory. XIV, 1874. 

BdmSiitf 0. Artikel »Spongien.* lairesbKieht dv KönaniHioa zw wimaeebaflliobeii 
üntenocbung der dentacheu Meere in Kid. V. Zoologiadie Ergebafaie der Nwdaee- 
lUiri 1875. 

Hollah, w. J. The sponge fauna of Norway. Annales and Magaxin of Natural Uiatoiy. 
V. 1880. S. 130. 241, 396. — IX, 1882, S. 141—165. 



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— 49 - 



Vomnatr, G. V. J. The Spenges of the Leyden Museum. 1. l'he family of the De&- 
macidinae. Notes froui the Leyden Mtiaeum. Vol. IL 1880. 

AmMn, Q. A. Den aonke KnidhB¥B>Eipadtti«ik 187$--1878. XIIL Zaologi Spongiwiae. 
Cbirtiaiila 1885. 

Rißtg. 8, 0, Report od tbe Zootogical CoUeetiow ouule dnrlng tbe Vojrage of H. M. 
a .Alot* London 1884. 

90» Lmdm^Mf S. Od tko ^jrotoinatic Position aod ClowifiMtioD of 8poag«8. Prooe»- 
dings of the Zooloskil Sodoty of LoodOD. 1886. & 688.*) 

0rtf, JDr, J, S. Motoa oo Um AmDgonient of Spoagot. OateHKL 1867. 8. 686. 



Die Gätluiig DeBfflacidou ist von Bowerbank (Ii, ä. lu; im Jahre läüü auljiEeäteUt 
luid in folgenden Worten chanIttetiBiflTt worden: ^^Skeleton fibrous, irregulär)' reticulated. 
FUms composed ontirely of spionl» amaged bt aeeordMeo wlth tlie axin of ttM filne. 
oemeoted together and thiulj eoated «itli keratMto." 

0. Schaidt gibt von dieeer Diignaee in e^oeoi zweiten SopplemoDt zn den Spoagien 
des adriatiadMD Ifaeree (1866 S. 18) die Übenetniog: ^Skelett Cuerig, aoragelinibig netz> 
fSnnig. Die Fasern bertehOD ane Nadehi, weiche parallel der Axe der Faeem ttegen und 
dnrch Keratode an einudior gekittet und dlinn mnhlUlt sind.* 

Bowerbank hat bei seinem System der SchwAmme da« Hau|)tßewicht allzusehr auf 
die Anordnung und die Richtung der SkelettÜMeXQ und Nudeln gclejjt und dadurch seinen 
Gattungen pine unbestimmte UmgrenzunK j;«sffiben. Hatte er mehr die 1 onn der in den 
SrhwSmimn vDrhandrtion Spimila hpaihtct. (iiiiin wSrpri m'ttk^ GnipiuMi niitüriicher geworden, 
aber sij hrin^il «T uulur Dcsnuiiidon l-orniea, die lieuU' ;t!uis'ren Gattungen zagerecbuet 
werden ihü^m ii, odi-r er trennt hierher gehörige Formen gniii; ab. 

0. Schmidt falät 1870 i^Spongieufautia des Athiutiscbeu Gebietes, Ö. die Gattungen 
IfyxHkt. SderiSa, DeBmaeidon, ScoitaUna, E&peria nnd eine Reihe von Formen msammen, 
«weiche ee vollend» tm Entscbeidnog bringen, dafs die so speziöschen Kieselgeetaiten, weiche 
alz Bogen und Spaagea. dreitilihDige Doppelhaken UDd ankerzahnarmige X6rperehen be- 
edirieben sind, einen grofiten» nadi ihrer Abetamninng zusamniengehSrigeD Varietitenkreis 
bilden nod samt den ebenfalls fkhüMh ineinander ahergehenden glatten oder knotigen 
Spindeln, Stiften und Steckoadeln in erster Linie ab Famifienmerknale zu gelten haben." 

*) Diwe AiMt «nChllc etaafUlt alu vdiicSadiBeAag»te dar «Imr dlo Pnite» «orinadmw Uttsniw. 

AbhMtU. 4 8«Mhfik Mtarf, «w. M. XV. 7 



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1 



- BO — 



Seine so begründete Familie der Desmai-tdinae bildet eine natQrliche Gruppe und somit einen 
Fortschritt in der Systeriuiiik l)a> in dipsi» Famüie Rehßrige Genns Desmacidon wird in 
den S|M>ügien von Algier : l^t;^. S 11 nniuTcnzt: . AufsiTer uiul innerer Hnbitii'! von E«peria. 
Die in tiem Net^wt-rk zusaiuoiengekitlettiii Nadeln spit-spitz oder knotig, die Aukerhaken 
gleicbendig, d. h. ihre Lflnffsbftlften symmetrisch." 

Vosmfter in seiner Arbeit ,Tb« Spoiiges of tbi> Leyden linseum" (1S8<|. S. 104) 
amcteeibt die FuniSe der DeflaMcidiae« dertrt: ,Dr*ppe!aulterig« (bnuichonite) Spicnk. 
entweder begleilet oder ersetit von Bogen oder (und) zweihakigen (S-förmigen) Spienla. 
Glatte oder dondge Stifte oder Stil» (rods), betrtebtlicli «biademd in der Pomi, »ind stets 
«aveaend.' 

Das Genus Desnacidon bat nacli ibm (Sw 130) «Isdaiib folgende Kemneichen: ,Stftbe 
glatt oder dornig. Anker zwei- oder dreizfthoig, ancb schanfelftmiig gezahnt (palmatiK 
dentateX gjeichendij?. Sponi^in i'Kerat^jde-fitnf -phr (Jputlirh - 

Nach dieser klaren Cbarakterisieni;!^ 1« ^ liräitkt Hieb die Zahl der bis 188<) beschriebenen 
Arten mch Vosmaer auf 14 Artt r I» luridon. (iciu-n sieb noch 10 nachher bekannt «e- 
wordone S]iczie» aii^M-blicrsen. «o dal« mit Sicherheit jetzt 24 Arten von Desmacidoo belcannt 
geworden >ind E< sind di««^: 

1. DcAiHacidi)!, arc<>';Mu. •) 0. Sihm. ^pongicu der Küste Algiers». (18t>8, S. 12). 
SpiciUa: ac». — tr." ac. - tr." ac. f. — A — rut». Pnndort Algier. 

2. D. «refüBMM. Hansen. Den norzke Nordbavn-EipeditiOD. (1885, S. 15.) 
Spcida.: tr. ac. — tx.» — anc' 8. — . anc'Ö — A — Fundort Nordsee. 

3. D. «trmata. 0. Sehn. Spongien der KUste Algiers. 8. II. 

Bpieula: ac* (didt). — tr. ac (dann). — tr. ac sp (didc). tr.* ac sp (dflna). — anc' Sw 
Fandort Algier. 

4. D^dttvatmn. Hansen. Nordhavs-Expedition. &14. 
8]HCtiIa: ac*. — tr. nc — anc * 6. — Fundort Nordsee. 

5. D. comfnaatL Ehlers. Die Esper'achen Spongien. S. 20 a. 31. = Spen^ com- 
prMta Esper. 

äpicula: ac*. -- rut*. — Fundort Norwegen, (irönland, Nordameriita. 

*) Der Käme DMmacidon tob ()<a/>t, Kttadel, und Nadel mcbeiat niclit g»ns glttcklicb gebildet, 
M d«b Wwr aititQanldMhtmadhiadMiBlItiiiSag bemeht, BmulMak idkit admAtlk. «vImu tudaofioM, 
0. Scbmidt sieht ihn alt N«aim aa. — Die Spienla ilBi Uer M AnftlUnng te fl|pMlM mit to ▼owaai'tabMi 

Fonnela »lugediltckl. 




— 61 — 



6. D. coimiona. Kidiev A Deudy. Prelimiriaiv Hcjiuii on tlir Mcmaxoiiida collected by 
H. M. S. „ChAleuger." lu Aiiaale» it Maga^iae of Natural liUton. lüiHi, S. 346. 
äpicula: ac*. f, — rut*. — Fandort Simousbay. Cap der guten Hoffnung. 

7. Z>. cratttia. Vosm. Note^t from the Leydeu Musettin (1880, S. Iö9). = Spongim 
ciolüia Esp. = Rhaphidoplus <'ratittM Ehlers. 

Öpicula: tr.* ac. — tr. ac. sp. — ^ — anc* — Fundort Indieu. 

^. V. Diana«. 0. Schiu. Spongien des .Attantis^cheu Gebielew. (1870, S. 55). 
Spicula: tr.* — 's*— Asp. (kräftig». — anc' — Fundort Florida. 

9. I). dauHca, Vosm, Notes from the Lüyii«J0 museum (1880. S. 132). 

iipicula: ac" (in der Mitte j^ebogen». — ac-. f. — tr.^ac, f. (sehr grofs). — tr. * — Vir. ac 
sp, (selten). — anc'M. — nil. * — Fundort Cap der guten Hoffnung. 

10. ü. frondota. Ehlers. Die Esperachen SpoDgien. fl870. b. 17 u. ai). 
Spicula: tr. ac. — tr. ac. sp, — ac. * — nit.* — Ftadort Indien. 

11) D. fruiicota, Bwbk. Monograph of the Uritisb. Spongiadae. (186(>. II, S. 345). 
Oler die Synonymik Lktentnr, vergl. VonnMr. N«t«« fron the Lerdm Mmtun. d. 180l 
Spicob: tc.' — — «qc'S, — Ftiiidort Eofliscbe Ktet«. 

12. D. gigantea. ilauäeu. Norske Nordbav&-Expeditiou. (1885, S. 14). 
Spieub: «e*. — tr. ac (beide lang). — tue* 6. — Fnndort Kordsee. 

13. D. grUea. 0. Schm. Spongieu des atbntiaclMii QeUetee. (1870, 8, 55). 
8|Ncnl»: tr* (dünn). — <N> — ane»3. Fundort Plorldm. 

14. I). inermtaiLH. Vusni. Notes from the Leydeii Museum. \1880, S. 134>. liaselbst 
siebe auch die Litleralur und die Syuonymik dieser .\rt. 

Spienle: tr. ac — tr. ac. sp. — tr. ac. f, — — aoc* — Paodort Engliaehe KQat«. 

15. D. Imitt. Vosm. Notes from the Leyden .Museum. (1880, S. 131). 

Spienla : ae • (gebogen ). (ac * f ). — tr * (gebogen). - tr. ac (tr. • ac). — anc '8 (ruf). — (aiic*2). 
Fundort FtanilfaKlie KQvte. 

I6w D, miefntf. Hansen. Norake Nordbava-Expedition. (1885, S. 14). 
Spienla: tr. ac. — anc '6. — Fundort Nonbee. 

17. I}. iHitmata. TooD. Mote» fin» the Layden Hinen». (1860, S. 133). DaadlMt 
*L ancb die Synonymik und Litteratur die«« Art. 
Spienla: ac.* - anc* — Fundort Englieebe KIbte. Nonregen. 



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— 58 — 



Ih. D. lamota. Rulle}' & Ucndv. I'rclimiDar}' Keporl on the MüuaxüaiiJa coll«^cled bj 
H. M. 6. „Challcnger.'' Annais & Magazin of Natural History. Novbr. 1886. S. 346. 
• SpkaU: «c.*f. — anc. '3. — Fundort Cap der guten Hoffnung. Marion-Insel 

19. D. rqgioju. RIdL A D«Dily. Ihuwlbat & S4& 

Spiciil»: ac't dflint knra sagwpHit. — mc' 8w — <». — F^nndort Bt!tM, 

20. D. rMMMo. lUdley. Beport «f tb< Zoolngical CoUactlom ot H, M. S. »Alert.' 
Britiih Muenin. NaL Histoi;. 1884. Tif. SS ii. 54. 

Spicnla: tr. «e. — tr. *c sp. — A- «ne. ' — Fundort Hoiunbiqtie, ioiiarbalb der Fhitgreme. 
%l. D, Imieata. 0, Scbm. SponKtoa d« AtlMtiacheo G^iets. (1870, 8. fA). = Dmm. 

infe^htm. 0. ScblD. 

Spicula: tr. ' — '^^ _ anc * H i,riit ' . Fundort Florida, Portugal. 

22 D. villosa. Va«m. NvU^ from tb« Leydeo Huettim. (1880. S. 131). = Etperia 

riffosa. Carter. 

Spii ul.i: tr • ac. f (tr. ac. f; - ^ — - rut ' (zweierlei >). Fundort Zwischen Schottland und 

den Karoer. 

23. De«m. »yec.? VoBinaer fflhrt in ^The äponges of the Willem Barcnt« KxpeditioD 
1880 nnd 18B1, S. 90" «ine Art üesnacidon an, voD d«r nur ein Exemplar vorlag, welchea 
«r nicht genügeiid bflBtiimii«ti konnte und deswegen nicht benannte. Wahncbeinlitb ist ee 
abw ein DeanicidoD. 

S]denhi: «c.* (lang und dann) - tr.* sp. Qbergehend m tr. ac. sp. nnd ac.* sp. — nnc* 
Fundort swischen dem Nordk^ und Spitibergen, 

Wie ein Vergleich lehrt, schlieTst sich die von uns beicbriebeae Art hier an als: 

24. ß. Bo$n\ Noll 

Spicula: tr. ac. — (dreierlei). — rut.* ~ Fundort ThrondheimQind. 

Drr Vull-t.ui(ii','k('it wegen t\ilii. ii wir du- ^in li ren. unter dem Nnmon De^^macidon auf- 
gestellten ^'iMMi^ii'ii hier un: ^ie t,uid abtr nach <ler jetzigen schärferen ümgreoituag d^ 
Geuuti andert'u üüUungeu zugeteilt worden. 

1. (25) Dumacidim aegagropila. Bwbk. Mooogr. of the liriliäh Spongiadae (1866. D. 
S. 35S) ist wegen der nngleichendigen Scbanfeln Esperia aegagr. 0. Scbm, und Vcem. 

2. (26) D. aneap». 0. Schm. Ergebnisse der Nordsee-Fahrt Kiel (3876. 8. 117), ist 
Amphilectus anceps. Voam. Notes of the Leyden Mi». S. 119. 



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— 58 — 

0 Schfn. Spongien der Küste voD Algier (lötiö, S. llj, ist 
AmphiieauÄ caducus. Vosm. Notes Leydeu Mus. S. 114. 

4. (28) D. cavermJ», Bwbk. Mooogr. of tbe Britüh SpongiadM lU, ß. S68^ iit Dw* 
nModM cftTtnuilns. Voan. Notas L^«ii lim, 8. 106. 

& (29) D, cohmtila, Bwbk. Mono^pb of Uie Biitldi spoafiiadae. UI, 8. S48. 0«bttrt 
ab«rbanpt nldit hi die Fmilie der Dfleneddina«, da ne our lekbt gebogne, «a beiden Eoden 
etompfe Staboedeln bet (fbrifiinnMyliDdrieel epicale). 

6. (SO) D. cMkim. Bwbk. lleoogr. Brit. Spong. II, S. 860. — III, S. 181 e. 18S^ 
ist EsperU censtrieta. Voau. Note« Leyden Hos. 8. 146. 

7. (31) D. copiomi«. Bwbk, Mooogr. Brit. Spong. Ol, 8. 266, ist Eaperte modeste. 
0. Schm. Spongicn des* Adriatischen Meeres. .S. bl. 

b. (32) D. crvT. 0. Schm. Ergebuisse der Nordaee-Fahrt (1876, S. 118), ist Am- 
philectus crux. Vosm. Notes Leyden Mus. i^. 121 

9. ^33) D. emphwma. O. Srhm. Erfft fdiisür der Nordsee-Fahrt, (l^lb, S. 118), ist 
Aoiphilectus empb.vsetua. Vusm. Notes Leyden Mus. S. 113. 

10. (34) D.ßUferwn. 0. Schm. Krgcbuiiwe der Nordsee-Fahrt. (1875, S. 117), ist 
Amphilcctiis tilifer. Vosm. Notes Leyden Mns. S. 114. 

11. (a.öj D. /«M»M. BwUe. Gehart nicht in die Feadtte itf BetBidiBDae, iit 
Bhiaoebalina istuloea. Bidl^. 

12. (3^ D. fdioÜtB, Bwbk. Proeeeding» of tbe Zoologioal Sodely of London. 1876. 
Oehdrt wie Ko. 5 (D. oolmnelia) sieht zu den Desnecidinae, itt Toxoebalina folioidxs. Ridley. 

13. (97) D. iiteognUM. Bwbk. Monogr. ftriL Spoeg. III. 8w 392. Oekilrt nicht in 
die Familie der Desnaeidiiiae. 

U. (38) l). iiife^tum. 0. Sebm. Spoogien des AtlautiedieQ Gebiet«. (1870. 8. 56). 
= D. tiiiiicntH 0. Schni. der ersten Serie Seite 52, No. 21. 

15. (39) D. /i'i-uitru/i/rit. 0 Schni Spoiigieii des AtlantiscbeD Gebiet*. (1870. S. 76). 
= Hymeniacidon )<>( u<rii!uin Bwbk. = Microcioua jectttculun. Bwbk., ist jetzt MyüUa jecu»> 
colunt. Vosm. Notes I.rvdpn Mit«. S. Iii». 

1»;. ID) D. Jfjheifiin. Bwbk. .\lo!ioi;r. Ilrit, Siioiij^. II. S, 3{7. — III. S. l.">7. 
= Espeiia renicroidcs. 0. ächm. Jetat Espenu robusta. Vosm. Nute» Leyden Mus. i>. 143. 

17. (41) D, Joknttoni. (?) 

18. (42) D. Komm', 0. Schm. Ergebnisse der Nordwe-FahrL (1875, 8. 117), itt 
Ampbilectus Korenii. Vo»m. Noiee ieyden Min. S. 112. 



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5i - 



19. (43) Z>. mtgümiim. O. Schm. SpoDgiea d«r AtlutiutaNi G«btet& (1870. 8. T^. 
s HyneniMidoii nwcilento. Bwbk. » D«raiaeidim ainlluk. Bvbk. , =^ Ekperte nad- 
lente. V«aai. Notes Ujdm Mtu. & 148. 

80. (44) D. A^AMt*. 0. Sdm. agebnüM dw KodMa-Fdirt. (1875, & 117), iA 
Anphitectw Neptirai. V«m. Not« Lcgrden Mn«. 8. 112. 

21. (46) D. fomomt. Bwbk. MoDogr. Brit Spoag. IIL 8. 81S. Gehört aiebt in die 
Familie der Desmaddlaeie. 

22. (46) D. pauiferfat. 0. ScbiD. Spongien des AtUntischeu Gebiet«. (l>^10, S. 76). 
= HymeniacidoD pauperUs. Bwbk.. ist MtoHb patipprtAs Vfwm. Notes f^eyden Mus S 127. 

2.^. 147) D. Ptachü. Bwbk. Mnnogr. Brit 6|)oug. II. S. :^9. - III. S. 163, I8t 
Desma* odcv l'eachii. Vosm. Notes Leyden Mus. S. WA. 

24. (48) Ü. perarmatwn. 0. ächm. .Spoiigieii de» Albmüscheu Gebiets, ä. 76, ist 
Miyxilla pennnata. Vesm. Notes Loyden Mus. ä. 126. 

8ö. (49) D. jikga^ 0. Scbiii. Ergeboiaee der Nordwe-Fahrt (1871, 8. IIS), vi 
AnphUectiiii pbjse. Vosn. Note» Leydeo Mm. 8. 112. 

96. (fiü) A pbmmm. 0 Sdun. Spongien dea Atlantiscfaen Qebieta. S 76. 
= Hymeniaddon plnmoea. BwbL, ist liyiilla pInmosa. Vom. Notes Leyden Mos. & ISO. 

27. (51) D, TtttHa. Bwbk. Hooojfr. Brit. Spong. III. S. 828. ist Eqieria totalis. 
VoBin. Notes Leyden Mus. S. 146. 

28. (ö2l D. HtmOari». Bwbk. MonoKr. Brit. Spong. III. 8. 319, ist Esperi« nadlent«. 
Vosm. Notes Leydeii Mus. S. 143. i VkI. Nr. 43). 

29. (TiB) D. tituban». 0. Schm. Spongien dos Atlaot. Gebiets. Ö. 6Ö, ist Ampbilecta» 
titubaus. Vosm. Notes Lt'vden Mu.<. S. ISi» 

30. (f)4) D. mrinnh'a 0. Schm. Spoiii^ieri de^ Atlant Gebiets. S. 76 

= Uymeniacidon variautia. Bwbk,, iät I>e8macode.s varians. Vosm. Notes Leydeu Mus. S. lUä. 

31. (5ö) Z>. nemma, BwUt. (?) 
= B. folioldoBw Bwbk. (?) 8. No. 86. 

11. Naditriige. 

1. Zu 8eito 17. F. E. 8ebulzo bat bei den Hezaetinellideii auf der Oberflaehe der 
8picn)a obenfalla die Stricolaoberbaut ,as a more or less dutinct tbin layer of byaUne matrls* 
beobacbtot und bewiebaet sie als 8p ica läse bei de. Anf beeondera dicken Naddo wird sie 
ab ,a fin^ fibroos membnw«' gesehen. (Challengor EipediUon. Zoology. VoL XXL 
1887. Beport on tbe Heiactinellida. a 24.) 



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- Ö6 - 



2. Zu Seite 20. Bei dem Horoschwuinine AplyMua utropholm hat. t. K. äcbulze 
gefunden, dar» die MaikäubsUuz in den Horofusern mit dem Wachstum der Fasern ebenfalls 
noch etwas, „wenn «ndi nidit «riiebidi* nminnit; nnd n glmbt dnctin idilteiMn la 
mlliwn. vdafe «nfMr dem erheblidien Wedütnm der Fasern durch Appeeition auch nach 
eine ellefdinea nur geringe VoliinannabiBe durch Intuasneeeption geediieht* (ZeHecbrift 
fltr ifiaBenBchaftUche Zoologie. M XXX. S. 40S.) 

Nach den Untenuehungen von Lende nfeldls an einigen Apljwnidae «t „die An- 
nahme einee Waduten» durch Intmanaception ahnflOsBig', und er kann sieh nicht vontellMi, 
wie die «taxre, tote und aller selligeD Einlagcmngen entbehrende Spongiolin röhre durch 
Intii!4.<ii»'eptioii wachsen könne u. ». w. Er uinnt vielmehr an. .dars die Zellen in den 
KupplIii, gleich den Osteoklasten der Wirbeltiere, die harte lünde der Skelettteilc auflösen 
und in Marksub^tanz verwandeln. " (Zeitschrift für wissenachaftliche Zootogie. Bd. XXXVIII. 
im S. 29! , » 

Polejaelf fand bei verschiedeiitu Hornschwammen, dafs die Markbubätanz durch die 
polygonalen Spougoblaste von vornherein mit ganz verschiedenem Querdurchmes^er angelegt 
wird, so da^ sowohl junge wie alte Horn&sem dfloneres oder dickeres Mark betätaeu, 
wihrwid die «aber» geeddditete Hwusubetus den ItaglidMa ßpongoblaaten entstammt. Die 
Intnanseeptionsannabne von Prof. Schulze wird danach nicht bestttigt. (Chaüenger 
Expedition. Zootogy. VoL XI. 1884 Report on the Keratosa. & 8.) 

3. Zo Seite 87. Nach F. E. 8chnlxe's Ansieht «dietnt der Centralfaden hei 
den Httactineliiden fibr die Zelt des Wachstums der Spkala n^t der uwgdiendea wdehen 
Maaee (Orundsubstanz?) durch eine Öfibong na dem Bude eines jeden Strahl» (ray) im Zn- 
saiDTTicnhang /u stehen. Wenn aber der Strahl aufhört in die L&nge lu wachsen, wird die 
Endüfiuung durch eine Ausdehnung der Schichten der Kieselsnhstan« geschlosaen. (Challenger 
Expedition. Hpxactinelüda, S 27. ü 

4. Zu Seite 4U, I*rof. .Maly in (iraz hat iiuf den Wun»ch von I^rof. V. E. ächulze 
Spicula der Wurzelbüschel von l'nliojw^'on aniadr)u analysiert: „Die Spicula bei + lOf»' ge- 
trocknet enthielten noch 7.16 ",o Wasser m chemischer Verbindung. Sie sind nicht Kiesel- 
saure (Quarz) in mineralogischem Sinne, sondern eine wasserhaltige Kieaelsfturc <bydrated 
aUidc acid) und gleichen danm Opal, io welchem der Betrag von Wasser hftufig von 6—8 
«biDdert. (Chaihmger Expedition. Vd. XXI. HexactineOida. 8. S8.) 



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Erklärung der Abbildungen. 



Fig. 1—48. Deemacidon Bosei Noll. 

1%. 1. Der Si-hwumDi ia iwtttrUcher Ofdte, wm dar koalWfm Seit«. 

, 2. Kin <koli'tt--tift. etwa riOfarh rpfgr^lfsm. 

, 3. JniD^endfonn «nnes «»Ichen toder pArenchymiiiMi«! i*) 

, 4. * fiiittutu. b khiHtw O-ftrnüfer H«km. 

, 5. a grOfstcr, h klein»ter 8-fnrniiger Hnken. 

, 6 HalbuKHidfÜnttigw Bog«a. 

, 7. QhU» WÜmtam, • giMMe, h dflunte, e khiuM Finrai. 

, H. Gentl<;elter llefthaken. 

, 9. Spugea , « grübt« , b lüetoste Form vou der Seite . c aehrigli^geod , d «im 4«r Fliehe goKba, 
« mHtlm Gisrto. f di« «ine mite um W« godrelit, f tchlaak* Flonn, k firaelwMdt 4ee Setaftat 

md einer Platte mit dem C«ntralkaual. 

Die Fi^ureu 4 it, g »ind mit der C«uter» Im ida (fuddinat, na die gegenseitige Grorie der 

Kürperchen richtig darzuntellen, ^ h nater Ölimmeraion. 
, 10. Kleine DoppelhQte, a anglcirhendig, h i^leicheadig. 
, 11. AbDomp BilfInnKen der Stifte, a— d am «tOUpfM, e em ifiuea Bade. 
, 12. Zwei gauK ubnuria gebildete S]ricttlA. 

, 1& HiMiidmigMi der (MkneiKM Hakm, «-e Amltm m dem dnai Bade, d IQMlid»« de« gum 

Haki'n», e den .<«hafrp' 
, 14. äpcukoberbäutcbeo. a, b an den beiden Endes, d teilweiee »bgeatreift. 
, 1& HD« Btnamfcmg der Obeiknit, gm mit Spengea eiftüt. 

j l(>. Ein TrW 'l'-^ ^uli'li'nii.iliiii Nitzwi rk- . 

, n. Einige Balken desselben mit Wauderzellen and einigeu Ir&glii-lien kfimcbeareiclieu Zellen {Sfnumit- 
WOmf). 

, 18. Kill ."^tUckcben OIwrhaut mit FA.«prrellcn. Hiiidegewekütarperclwii und (rrohkaraigeii Zellen i. 
, 19. Eis greller OHaken von Feeerzelleu umgeben, um deren nletive OrSbe u leigeni n eine ^rob. 
küraige Zelle. 

, 20, Ein Bündel von Kai«crzellen. "»n. 

, a. Ein Stückchen Oberhaut mit einem l'oru« <' ■ , dvr sphiakteivtig *an Feeersellen «Umgeben i«t, eiae grob- 
körnige Zelle u, eine Eizelle, FaKurzellcu. 
, as. Btai Stlckekci (Nmknt OH einer BinlaJUUhuig ekae qihiaktemrtiget VeceeUnr«. «»/i. 



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— 67 — 



Kg.<a. BiB gnekdiea Ofcerkrat ntt atooi Bud dHtlKhv Ptun t; b dar lüte iIm EMIe, dwttw die 

fratflieli'-ii ZellkSrpetffH ii s. ilHrutm r uiiie ^bkörnige Zdit M. 
, 24 £iii ätUckdiMi Obailuat mit 2 grobkörniges Zellen n. 

, 9k GnUtBraig» ZellM, • uipotar, d nnltipoUr *"r'i, e bipolar, anUr OUrnuAi fiiiflint 
, S6. Teile der Oberbuit »It ftalgUchM Zellm (apwmlMlIm?) b «nd b tm Rand« der ObwlMllt 
gcMlien 

, S7. DiaNillMB Zellen mter ÖlimunioD betncktet, a— a die ZellkerateUuug auf Terschiedener Stufe. 

t 2», Parencbymzellea, «. diM ZeiOkan, b dm Pbou, e— f gene ZaUea a TWidiiedaiMr Font» ■««i' 

kernige Zellen. 

„ -Jä. Eine MMcbe aus dem jüngeren Ueweb« a Stifte, b S]K>nginwuHl, pPoreucbjtn, g Oeiftefluminem, 

ai fltHaaUaata^ ap 8peag«U«at^ «r Mttp VI Blaalala. 
, m). Ein BOndel Skelettapicob, bedMkt Ott SOIcobtoatatt ai ud Kaim «V. "•ft. 
, U. Ein SilieoblML •**/!. 

, 98. Bio StOok «iaee SttfeoUaatanatfiMifaa al, mit «bar HaaUe vr, 

, Eiur SiM.iii.-i!i|:i;ittu mit ^»aagaNaataii 

a 34. Ein äpongobUat 

I 35. Vahrare OdAelkaaiawni. '^h, 

I 3IL Zellen einer üeirKelkamnier att Ibm OeUkaL *■*/■. 

, 97. Zwei Krageoaetlaa. ***/■. 

, »8. guertcbnitt. c und e' KauiUe, « OeHMkavaMr adt flitaang, b laenr Kaan, aaa deai aiaa QeiliMl- 

kannier benku.4gefallen ist. 
, 39. Ein Silicobla«t ai xwijcben Eizellen ot <^/i. 
, 40. Drei KizeUen in KuigsAure geiiooüen. 
, 4L «— f BiaeUe« ia vane^Mane« Fana nad OflMto. 

p 42 Eis!''llp mit zwpi /pllkmipn 

a i<l Drei Eizellen, von denen die eine in zwei kleinere geteilt 

, 44. Vienailaag dar Biaalle. Bii FoUilwl ia» benita Taibaadaa. —lu 

, 45 OR't 4ti ViclfsiitniiL' '!:tLisIrita\ 

a 47. Drei venscbiedeue Entwicklaugaatadien aus einem Priparat in natOrlicher Lage. « Eiselle, b Kera- 

telhng, e Blaatal« ia ihrer Bitte. 
, 48a. Ein Daufcn venicbiedea entwickelter Blaatal«, a Ztilkaraa dta Badoliwia. 48b. Bis Tailalfldi «bar 

Blaatab anter Ülimaieruon geaeben. 



Fig. 49 &6. Craniella carnosa. BUppell. 

(Nack ZeidiaaBfaD m alr aaa daai Jalm IMB). 

Pig. 4'.t Kinp pinatipe Nmlel ftir»! mit nnKleich weitem Ontralkanal and CentraUUaa. 

, fiu. Ende einer solcben mit dem SBMUiunengekrdniniten C'eatnUfadea. 

, &1. Dar CaatnUidea geht b «bea dbawrea Teil ana. 

, 52. Der zerrissene Pcntralfaden Ton KOmchen amgebaa, 

. 53. noulicb reijüngtes Ende einer NadeL ■**/(, 

, 54 Bb Bide atolbawdi« ai«aa|it«l. 

, 55 aad M. Zerbrodwoa and wieder aaaamBaagewachaeiie Hadain. 

MhiaM. 4- aMthMk. aatair. aM.Bl.XT. § 



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— 68 — 



Fig. 57--70. Spongilla f raglUs Leldy, 



Fig. 57. Tdl oiBM MiMltlutaiMnagi il, ip ^ongsUaate, p FwanchjiMallM, e Ktnl. 

. 58 Eine Nadel mit iVm aohligalM 8iliMlilMta iL 
, 5&. Ein SUicpblMt. "»i t. 

, 65. SilieolilMta il nät «ianr jiugtn Nadal. p PuaadbiyiiiMti» '■^^t, 

, 61b. b SiliroWast« mit d«r AdI»^ de» C«ntr»lf»dciu. 

a 6Sh-64 Jange Spicola in ibrar Mattsmlie. 63 mit kogaliger AiuoliwcUiiiig in 4er MitU. 

, 86. RBttcnepith«!. i. 

, 6tt. Ein 8poDj^>bliut. i, 

f VJ. Verücbieden« (iHwilHztllt n in ibnr ^enseiti|rcu GrObe »i SilicublMW, i|p 8pmg«MMt«r P Bifcn.» 

d^BuieUe, g junge Kragen^ellen, g i eine Miche vor ibrei TeUung, 
• 4& BbnM. Ii SOiaaUHt» ip SpoacoHM». 

. 69. KernUilmig. p Pareoetiymzelleu, «i SilimWapt 

, 70. Kan« SpongobÜMte von SpiculMtr&ngen, mit Ongertiarmigeo Kortaftuen. 





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DER 

MAGNETSTEIN VOM FßANKENSTElN 

AN DER BEEGSTMSjSE. 



EIN BEITRAG ZUR KENNTNISS PÜLARMAGNETISCHER OES 1 EINE. 

VW 

Prof. D£ A. AJSDRILJi am D? \V. KÖNIG. 



«II IUI unu tu im iniKunini u nit. 



I. Geologisches Auftreten unü mineraloyische Zusammensetzung 

des Magnetsteines. 

Dvcb die, vor elnigeil Jahren neu in Angriff genommene, geologische Landesaufnahme 
des Grossher/ogtuins Hessen (im Mafsstabe von l:25tXiÜ) wiindte sich auch von Neuem die 
AufmerksaTri^-fit den im nArdlirlifn (Wonwiilrlp so verbreiteten iluillaptrestHnen zu. Vor allem 
bind es iVw AufiKihimn utui Arlmtm von l>r. ('. Chelius, welche hier viel Interessantes m 
Tapp ffHiicitcti. Kiut; kur/c \ürläutige Mitteilnni? im Notizidutt de« Vereins für Kidkunde 
zu iJaruihladt IV. Folge, V. Heft lhi«4, p. 24 Liiihail einen Aufcaiz über „die Diallaggesteine dea 
Jb'rankenbtein uiid seiner Umgehung'', al&o grade Uber diejenigen Gistem«, die vns teOw^ 
wegen ibree stvlceD pemMUtentungaeUflcben Veilieltei» nflher beechAftigen irerdoi. Die 
gaune Art der Uigemng und des Aulb«teiB der Dielleggestobie oder Gabbro'^s des Odm- 
valdee ist nocb nidit endglUtig erfbmcbt and werden wohl die meiaten dleebezOgUcben Fragen 
ekb ent nach VoOendiuif der ganzen Anflwhnen and nenentKdi inch neeb dem gennversn 
StwUnn der Gabbro^s des binteren Odenwaldee aiteeheiden leemi.*) 

ik U MU den Arljeiten von Cheliaa m erkennen, delk die CMenwtider.Oiibbroy analog 
den Gibbrw des Süd-Sdiwanwaldes'), einen oft sehr betmchtiichen Gebalt an Hornblende 
aufweisen und so Übergänge m den Dioiiten bilden. Diese ÜbergUge »t Dioriten ''), die 
bis zur „vollständigen Verdrängung des IHalln^'i s" fülncii ki«nnen. sollen wesentlich nn den 
(irenzen des Gebietes auftreten und die im Iiiiieien der braunen iioniblenden vorluiiKltncn 
Diallag- oder Augitkenie zeit?» n den si kiiiHliin ii Charakter dieser, nicht unmöglicher Weise 
durch nvnamonietatuurphuäe bedinß'tfii l inwaiKlhing an. 

Uelativ sparsamer treten sowohl im hiiiU-it'n Odeiiwttld. wie vorn au der nonilulicn 
BergstraJDse Olivingabbro's auf. Kacb Chelios, mit dem wir selbst die betreffenden ätellen 
mebifiach besndten, entredten aicb drei Zflge von eUvinflIbnaidn DialtaggMtelneB in ümt 
Gestaltung nnr^lmflsfig, jedoeb annftheind paraUei nnter einander wie es sdieint, Aber den 
▼en N naeb B Tertaafenden ROcken de» Frankenateinbeiges. IHe btiden eUdlicben Zflge ibul 
olivintimer, dementapredieml reidi an Feldepatb und ftteeber, wabiend der nerdBebate Zug, 

•) J. Roth (Sltslir. d. Hart. Ak. Jini 87) iteUt die FiuikawteiimablirM n Mira Zobtwitan. 

') Xamentlirh fj'ewj.-ne (festciiit* des liititi^rcti tJdenwaldcK vom Biirgviertel hti Kohli.nh fjleirhen auch 
nukroskopiach angemeiii einigen Gabbro-Arten des SUd-Sc]iw«nw«ldea, ao du^enigen tod Ehrabcig im Wiesentlud- 
^ «f. CMIw ErllntaniBgeB t. faoL Kart« H<«Ma J/L t, Blatt BuMOfff k. 17, 18. 

9» 



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- 02 — 



dem nowr Hagnetstein ingehArt, aebr olfvinnicli Ist. Di« VerhUtoisse dieae» Zage» sind 
folgende: er verlMft bei Nieder-Beerlndi, woselbet er nemlieb breit ist, beginnend and un- 
gefUir di« Ricbtung von NE. nach SW.« also annähernd lUe Streichrichtang des alten Gebirges 
in diesem Gebiete, innehaltend, sOdlich an der Ruine Pmnlcenstein vorbei, qner aber den 
Bergrttciten (ef. Kartensldne Tf. I.). Das amgebende Gestein, bi welchem dieser otivinreiche 
Znganftritt, ist ein weit grßWrcr, hellerer, »tellenwebe homblendereicher Gabbro. Bei Nieder- 
n<'t'rbaih ist «Iiis dunliolircfarbtc olivin rciclu': (ifstt-in iiit-lirfafli, iminentlich an dar Nordseite 
dl'» !'. ' nuffrosililo>soii. wclclicr den N ihimi Wie Huifr fülirt. r).if--*t'il)f' ist sehr zt-rsctzt 
und /. igi liifr nirgiMids oiiicii l)«'incrkl):imi KlnHu-.s a'if dif Ma<rnptnadH' sowohl :im VÄn- 
Lranj?, wie :>)ti ^liütTTstf'n V.n<U' ciin-s ftwa liiil Fuss laugen in don lifrs pctriobetie» .Stollens 
wurde die hiklifiatioii hcstiinmt und koin rnt<>i-.scl»ifd >ri'fiind*'n. Unmittclhar p-ircnjibor der 
Allen üur^r auf der Nordsrite dc> rhältlii-us findet sirli, durch 1,0-.^ und einipe frröbcro uin- 
licrliegendc liabbroblockc vom Ulivingabbroziifre get reimt, ein .■>chr beuierkeuswerte» (ie^tein, 
weh^ durch eine Asiicstgnibe riemlich gut aufgcsdblossen ist. Dssselbe bföteht der 
HanptmM«e nach aus hartem sanssaritisictem Gabbro, in dem man bie und da noch Diallage 
erlcennt, und wird von zahlreichen gr^fscrcn and kloineren Adern von lasorigm Asbest*) dureb- 
zogen. In diesem Snuiisflritgabbro linden sich Partien von zersetztem serpentinisirtem Gestein, 
äuiserlicb dem Gestein von der Alten Barg sehr Ähnlich; es zeigt £e cbarakteristiache 
Maschenstraktur der Magnetebenpartieen und sehr sparsame and seltene Olivinkeme. Auf 
dem Wege, welch» giddi westlich Uber dem Aslestbrucb vorbeiführt, haben wir anstehend 
im Wc'p. dfinnore Streifr-n od- r Ii'- TaiHcrn im Sanssüritfrabbro bildend, ein ei<rentfim- 
liclies (iestein; es be>ti'ht oft nichnnals zur Hälfte aus Mairneteisen lohne Spuren von Chrom 
und Titan) und wunli^ vi^i Phelius stdior. fn'li'-r '1. c. j). L'S' rnrlaufi? ntjf dn-";i>!bt> hiiitre- 
wiesen Nel>en dein ^ia)^neleise^ fanden wir im M liiiff reielilii li Korund, Siilinianit und einen 
sehr dunklen, iui dun hfaUeudeii Lii-Iit grunini Kiseiii»|unell (Ucrc)iutj > Die^e ivht eisen- 

' I Luilwiv: "iiil Seilicrt L'elifii vnn ilt-rKirdu: von N'icdi'i-Iii'i'rbai Ii mat-nf-lischt' Stcino an. KrlÄHt. z. Sc« 
Erbach d. gtol. K. v. H. 1 : 'imm». IS'ül, p. 20. Es war uns uumoglick, bkr ir«cö(lwcklie uiagaetisi hou üeitusijjc 
n lliid«D and bailclhen fkh Augtbeo Tiellekht Bkht auf uutdtaiidM Geitaia, «ndam raf iMiabfaraUto 
odar siuB Bm vat llaotni li«Tl>eigctfB(!nt» Blfieke. 

*) iMlirte Ftatn von dfoctii A»1iest z«lK«n «in« liohe Lkhtbrprhunsr nnd mtit Mt mienAamMan 
Wege hiiJk in lieiitfcllM n u.n hs;* w i<'>i'n. p« dlirlte :il*t» wolil i,'f"^>'tciitlii>il» Tmiiolitnsbest vorlicijLMi. 

') Die puuw VeigeseUacbalUing im Mineralien und iiir Aoftreteo in der Nachbanduft von (jabbros and 
Faridotiten arliiDert anflkUfliid ut dfs tob WIlUaim am den Cortland Oeries an Hwlwni riTW benütriebeiMB 
Vorkommnis.'?«' Am .Tniini. uf S<:i. aud Arts "^üliriLii;' ISST, ji 1 ^."i. Ks rui ii ii h Virr unu:-r SlmliilKiii Vi-r- 
bSltniaieD die gleicben »u* Mngneteiven, Korund, ^jUlitnauit und Um^nit bestebeoden Ue.tteiae. — Es vrürie bier 
n weit fnkmi, du intMuiute VuAoimen gemmr n nhüdera «nd Utibt dies qiltenn ZmIob vorlnkaltan. 




- 63 - 



ivicheii (iesteitie sind riuflailtiider Weise t'"'" 'H'lit poiamaf^netwch. Frispher als ;i!i linr 
Alten Burg zeigt hidi da« ijewt«'iii des oüvinfuUieiiden Zuges auf der Holie de» liciij^nKkcn*; 
liier steht es /unachst auf der Üstscit«- dta iJerges in schwarzen Felsen rechts und iink.«, an 
d«m, von der Riüiie Fiutkoutiein kommenden Fubwege im (Tf. I, Karte): dieses G^teiu, 
mabwkopiäch g«nz iden^b mit dem gleidi va «rwitmenden Gesteio vom MagnetfeisMi auf 
dar Höhe des ROekenS} beeinflo&t gar nidit einen gewOtmlidien Compab. 

In geringer Entfernung ungeOiir 30 m. Ii»ber steht auf dem BergrUcicen ein viereclager 
etwa IVt m. beber FeteUots vosteekt im Walde, der aebon seit langer Zmt berühmte Mag- 
netstein, wdclier an renehiedenen Steilen die Magnetnadel auf das helUgste aiuieht. Dieae 
ungemein starke*) magnetische Wiikang kommt nun keinen&lla diesem Felsen allein zu, 
SAndem den meisten ans dem Boden hervonclnnenden kleineren FelablOcken seiner weiteren 
Umgi>l»uiig. Wi-folpt man vom Magnetfelsen aus doii Gesteinszug nncli W. so findet man 
zimachsit. fials auf licr Höhe (k-s I'i'igcs in geringer Kntfeniung vom Magriot-stein ein kleiner 
(iranitgung da-s (»f^tfiii durdüpif il. neben dm der gewühnliciie grobe (iabbro ansteht Jen- 
seits dieses kb'ineti lianpes treten dann wieder die dunklen Magnetsteine in zahlreichen kleinen 
meistens stark niagnetiseben Telsen in der I nigebung des alten trigonnmetrischen i^ignals 
auf. «ml reiehen liinal) bis zu der, auf der We stseite des Herges herbuil'eiiden J?i hiiei>e. wiche 
von der Itainc Fnuikenstein kommt, AUdaun ist der Zug noch ein Stück weit ül)er den 
Weg binaus zu verfolgen, scheint aicfa aber bald au verlieren, was zum Hieii durch den 
Mangel an Btdckcn and »tellenwetse Bededding durch Iflasartigen Flugsand bedingt sein mag. 
Jedenfalls wurde demelbe nochmals im Fortsetzen seiner Streicbrirhtung, weiter abwArts am 
Berge von Chelios constatirt, nur daf» er hier verhftltniismftfitig feldspatbreicfaer ist nnd ans 
Olivingsbbn» statt aus Peridodit, wie auf der Höhe, besteht*} 

Soviel mag genügen um Aber das geologiBdie Auftreten des Magoetsteines eimgermaCsen 

''i Kf'inc'i (Jpr aiiilcrdii tiia^tM!'!'^! licn (ifttteiue, >\iv «ir untcr-iiuhrn koniiton. mit Ausimhiue vou Maffn*'- 
fi»en selbst, wio OliTiiisis.^ipinc. «inl s« .'n^iiül» «lldercr Lt-oilitäteii, Baaalt«' nn<l I.aveii (Katucntmikcl, Eifel, 
V«nir, Trftchrte des Ute. Cimiuo) sdgte eiiuni nw «imUienid m itukan Uagnetisma», wie unser Xagnetatein 
von Fnuik«ii8t«hL Aach der tod BninlioMt eis ■» lM«iad«n rtvk lugiittiHili gerülimte SMiMntin vom Haid» 
Ui-rg im ric:hte!^r(.birgc zcmi ilio ErM liiiuutigaa lADge oidit in ao anfallender \T«iM wk dw FirnnkmtaÜMr 
Fell. In Betreff der Litei-«ttir »iebe & ilö. 

*i Dem Ennehen meines FVenndea, Dr. Ch«Htt< folgend, teil« tdi hier ene Stelle an« einem Briefe mit, welebe 
lieh auf <tcii oben i^e^vliililerlen (iestf iii»zii(r btzii'lit unJ in finicer lliiisictit seiuo frlUnren Angab*» iT^'änzt: 

f Durch Ihre Arbt-iteu fentuUCitt, fuii<l ii b. 'hh ^Wh «1er '/,ag des OUvüigabbru reap, W ulirllu vuut Fiauken- 
stein aewohl mn der HSb« an« auf der Wcnueit« des Bei^e« uadi Halcben liln üHtietat, ab anch jenaeila dee 
Niedcrbeerltaclier Tbaln genau in der OXOliili'.'U Bi< biuuK d<>s IIauptznj;eH vorimoden ist. Bei weiterem Ver- 
folgen dieser Eicbtong trifft man bei Niedcnuodau auf diu Ueateine, welche dort Asbest fUbreo. I>a Bomit die 



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— 64 — 



m «icntieren; ww nun sein« mineralogiwlie ZvMimnai&etzung betrifft, so bettebt derselbe^ 
wie schon FrofiMor Sosenbiudt ftalier ') erlnimt hatte, wesentlich ans Olivin und Dialieg, 
gebart Homit zwt Omppe der Peridotite, spccieti den Webrüten. Dim und offenbar hier 
auf der WUbe des FnmkeoBtein als eine extreme Facies der Olmngabbros aufisoftaseD, wie 
dies maonig&ehe Überginge andeuten, so dafs leicht wiedersiHrechende Ansichten (Iber den 
Feldspathnattgel oder Feldspatbreichtum des betreffenden Oesteiimoges mOgUch wurden.*) 
Immelhin tritt m( der llfihe des Beiges in der Milhe des ^Ingllct^^t<'iIlos sollst, der Fddspatb 
sehr zuiilfk und in den 12 mir voriiegonden Schliffen vom Mapiutstcin und sriner näheren 
l'mgebuufj: konnte ich denselben nirjfctjii« sicher nachweisen, wählend anderei-s«'its randlicb 
.«nwir nach NiederhecrImrU iii«d nach M:ilrh(>!i hin der {(letche (ipstcins/ugr sich rtl^ Olivin- 
gabbru ei-weist. Der eigentliche Miigiietütein, sowie die sciiwaeb und uiiniagnetischen Varie- 

Iwidai AiibutfvAommtn M Ni«d«rbaar1»ek luul Nledarnddra, fnaa, Im Stnkhm dM Olivii^utaiiiB Vtgtm, 

ist eine Bcziuhun^ bcMor urnl zu ilein Oliviiiijf'stein iiitlit unwalirstlicliilicli. Die Gesteine, in »«leben bei 
KiederniMlAtt der A&be«t bieh. liiulet, sind zu «tark zenetzt, am ihre Zuaiuu]ueiia«Lzuiig «rkeuuen «a liuaeD. 

Ooatlidi NiederlMcrlndi wuHe 2aa OUviBgesida xwlKli«a BmiMloh «wl P«tenli«g aa «l«m HoUweg', 
der iiacli Hof Brcitcloh führt, nii beiden Gehängen angetroffen fVi-- Hm ist zum Tnil stark zersetzt und bat 
Am AoHelieD de» Webriiu Toni tLagnetsteiu, zum Teil üt m ciu frischer feldspathreicber Otiviogabbr«. Der 
VUlIaf «Hmcs GestAlw raA des tonaditisrten Gabbra daaellwt Ut liewniden ehtnlnerittiBcti. 

An dem Wcittubhang de» Frankeustcin besitzt das olivinlialtige Gestein eine grofiic An<dvhuuag ebenfiUI« 
in der Richtttng deg Uanptziig?, I>w8«lbe »tchl dort sträcben llerruwtg, ScbatzensteioKliiwice, Lanj^^cbncise 
nnd ISngji der Schlucht, die den SchQtxcnbcr^' im Norden begrenzt, an nnd nt wk feldspetlireicher, mei^i lehr 
frischer OliTingabbro von etwas dunklerer Farbe, ain die bcoacbburteri (iaitbro vuii ^angrOnliiiicin AtuMbco. 
Hagnotciicn ist in diesem Olivin^abbro nur aU Gciidcr um and in den ^rofsen, MrasaerlMUeii, friacken ONvin- 
küroern aaegescbieden, wflkreud a ini librigcD Teil des OcsteiDeä voUstdadi^ feblt 

Ab derOraiM nriadMBOabbro«add«nildlicliMZwe^desOttTbig»bl«»lbidet Mi ia daer Bratneltnng 
•uf mehreri' Wi m :iarh 0X0 ein nur 4--'; cm Vr:<it--r <'<%\v^ eines tielscbwurzeu , »chillemden frischen 
(Jesteins, welchem «ich wiüstartig an den Uesteinsblöcken dortselbst abhebt. Der üang (»esteht Torwiegend aa> 
HwnUeiid«, der «ieb OUvin, Dinlbg, wenit; PlagieUaa, efai tbonbbefaer Vyttam mä l!i««a]d«e bdg«M]|«i. 

Gegen (t:i> Sall.m.I /r-iL-t ilu-- fii-stfin i_-::if VcrilMilum.' ilurch Kleiuerwerden der HorTiML'BilriinliviJucn. Dies« 
sind aw ädbaod meist ZwilUagsindlTidaen von bellbiaoner Farbe. Im Innern de« Gangs «erden die Uorablendie- 
indlvidaai um du iftufae grSAw. dnhtor od sind voa Flaglnklaalsisten hMnAf dmdilMilirt. 

Die grufsen OliriDkDmer sind nra«serbell, frisch, soweit das »chworse OnMar ▼on EisenaaiM-hciduoKen 
da nicht fstdeckt Der UaCirOtticliie, |leoeb»titiMlie, rboobisch« Fjtvxn «mMe» bwonders h&nSg in der 
NUie d«r (NiTnikOiiier. Die OhnenioBen da Uabgraobnonea Ohihgi arim« aaeh dam Qangcentmm al», 
wühren<l «cino Knrner am Salband itelten sind, aber die Graft)« der DiallagkQnwr des Oliringabbro haben. In 
dem rii II Sallmu ! >ti h Ganges wnida kein Olivia geAmden, da« «111111116 Jedoch ist identisch mit dun 
Ohrigen uorni»leu uliviugubbro.* C. Chelins. 

Bowabawh PbjvisgiapMe der iMMrigea Omi. 1877, p. S51, 2. Aofl. I8W, ». 386. 
0 Cheiiu L & pi. 1, 27. 



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- 65 — 



taten desselben von dunkler, fast ecbwai'zer bis schwarzgrüner Farbe, von mittlerem Korn 
wAren abo ein licbtiger W«brlit (Mber Pmridotit im 6iig«ren Sinn«). Nebes dem rnidilich 
ab «Ite Ausscbeidang in Kftnieni «uftreiUinden Olms findet aicb tot aUem Diallag, oMist «Is 
Attatellmig nriscben den OHvinkftraen); Hagneteiun*) zm TbcU prbntr and dann oft in 
deutlicben qaadntiscbm Duidndinittftn, tdls Mkandftr in ScbnOren auf den KUlften in Olivin.') 
Dann folgt in geringerer Menge «me bianne Honibiende, wobl tm dem Diallag bwror- 
gegingen. Hie und da tritt Uaematit anf ab »etnmdlm Gebilde au dem UagneteiBen ent- 
standen. Utaneben nacbsaweiMn getang uns nicht, weder bdm Bebandeln der Sddiffe mit 
Sftare, noeh beim Untersuchen dor mit dem Magneten isolirtcn Er/gmengteile. Ein sehr 
perinper, zuerst von Suckow chemiscb nachgewiesener (iehalt an Chrom deutet wohl auf 
kleine dem Olivin ursprShislich beigemengte rikotitkömchcn hin Das Gtv^tLiti ist uircrends 
frisch, meist stark zcrset/t, resji 'ierpentinisirt. Der weit ;in Mi-iic'c ühiTwii'iftMuie Olivin i^t 
von einem polygonalen, wabigen .jedo> h luth dt n (lr«i Uiciitunj^n n ci( > liiimncs iwic < nt- 
sprechend orientirte .Schliffe zeigen ) gleichem Netzwerk von KlUfieii dun hsetzt. Auf diesen 
Klüften liegt iu der Mitte Magncteiscu, dann folgen Zonen von parailelfaäerigem, anf den 
Klttftllieben aenkredit stdiendem Fasemeipentin nnd im Centnnn des Netsw^es selbst be- 
merlct man meistens noch mdir oäer weniger grobe friaebe OUvinreste (ef. Tf. I, Fg, I.).*) 
Avber dem überall rdcUlcb vorbandene» Serpentin konunt andi Cblorit vor und zwar weseni- 
ieb ab Zenetzungsprodnkt von Hornblende; oft riebt man solche feinvcHrfilste ebloritiBebe 
Fasem nodi teilwtiBe nmgeben von einer schmalen nnprQnglicben HomUendehnile. Der 
Cblorit war. namentlieb bftnlig m einigen SehlilfBn der unmagnetiadien GestdnsvarieUit. 
Seblielslicb warde noch, in ziemlicher Uenge, ein im Qaeischnitt rhombenßnniges, im Längs- 
schnitt rechteckiges, meist gut begrenztes Mineral zwischen den Serpentinfasem liegend, 
beobachtet. Dasselbe zeigte starke Licht- und Doppelbrechung, eine positive stumpfe Hisectrix. 
ziemlich groben Axcnwinkel und eine Auslöschungsschiefe von etwa 15**. Zuweilen war eine 

'I Gediegenes dem Macneteinou bciif-emenKte» EiseD konnte nieht uAch^^wie^eu werden. 
*) Ein Teil de« liag^neteijen» ist jedeufaUs krjstaJUsirt und nicht derb, was ia sofern bemerkeaswertli 
i>t, ab snweilM «oU ftbdilidi nsntabes wiid, 4ab rar tokw XagHUisaiiicb in dar Natnr po1«iM«wliidk 

fiti tft Wir linlt'-M rirJit (iflri^pnhfit Anpalie zu rontrolicrcn, da den SammlntiKcn futnonimcne Krv«ta!|p. 

die wir pularroagnetisch fanden, keine :ricberbeit bei der UntersocliaDg bieten und »icb sehr leicht in jeder 
BicliliiB? tUA ■agintiiirto lamii. — A. Niet in Hains let ileii snariigga «alt dem paburea Ifagsetismiu tob 
M-i^rieti'h>'nkrv'.t:illi'n uinl u.itiicntliJi mit dar Ltgs im Pole ia dautfbaa baaahlftigfc Bar. ib. d. Var- 
sanunl. d. Oberrbeiu. geol Vereines p. 8. 

*) Dia 4aM afaeiellan Patracnfhaa woUliakannte Haadwiitnetiir ist Uar socbaMtb dagahailer tolOrt 
««rilaa. «att sie Mlii«aMi iit flr dia VattaUeaff 4aa HagaaiaiBna in naaran Oaataliu 



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— 66 - 



^paltbarkeit pamllel «len Rhotnbenseiten zu sehen, dxf einen stumpfen Winkel von 124* bildete. 
V«nDtttIich ist dieser üeiaeiigteil, wie auch Professor Rosenbiiseb «nninebmen geneigt ist, 
ab Tremolit (reap. Gfimraatiti) zu deuten.') Demnacb wären also die Oemengteile des We1ir> 
lUm vom Frankenstdn nochinals sumiDirt folgende: 

nrsprUngiiclie ' selcundftre Gemengteile. 

Olivii) l Tremolit, Serpentin, Cblorit« MAgneteiwii. | 
i ÜiallHg Hornblende, Clilorit. | 

I Magneteisen | Haematit. 

i 

Schon irn N criaufe der oliigen peti-oprnphischen Charaktcrisiruni? wurde von raaftnetiscben 
und uiiiiuijftieti.si heu Vnrietftten des bprieffenden Welirlites gesproclien und wollen wir liier 
nwiiitiais nillier danint /uni' IvkonniH ii. Ks tiel uns sehr bald auf. dafs freolo|?isch zuaamincii- 
geboiigc, rftumlirh ganz nalie beisammen gelefjcne, mnkroskopisoh niclit zu untersrhi-iikiide 
Ge8t«ine sieb t«ilä als i^tark peimancntmagncti^ch. teils als unmagnetisch oder ganz schwach 
und nkfat polaraiagnetiscb onriesen. Die mi1(ro:>kopis( he Unt«nacbung dieser beiden Geatein»- 
Varietäten ergab folgend«. Beide afaid minendogiseb gteieh unBanuDengeeetatf es Iftlst sidi 
kern weaentUeber Unterscbied in der Menge des Magneteisens, necb in der Straktnr und 
Amndniing erkennen. Hur ein Untetsebied war an den meisten (nicbt allen) Schliffen an 
seben: der ganze ]>llnn8chlilF der nnrnagnetiacben VaiietBt encbien mdir gelUicb 'geüriit 
and »igte giO^re and reicbliebere ftiaebe Oltvjnreste im Centnm des Netewerke& Diese 
friscbere Beacbaffenbeit der onmagnetiscben YarietAt in Bezag auf die OKvine, sowie über- 
hnript die netzförmige Struktur der beiden Gesteine, ist sdir schön an dm beigegebenen 
Abbildungen auf Tf. 1 (Fg. I u. 11) za erkennen. 

Das spei-ifisrhe (iewicht prj.'ah an mehreren Stücken und nach verschiedenen Methoden 
sorgfältig bestimmt, bei guter Übereinstimmung der Einzelwerte*), folgende Mittelwerte: 

■) Diem Tlr«m«IUTorkoiiuuiii im Serpentin erinnert a. a. an dl« VorkONUnntoMldes glekben Miner»ls in 

den Serpentinen von Erbendorf (Schnlite, Zeit, I i) i.:' "I Ofli 1«s3. p. 433), «owie an die Serpentine dt« nieder- 
ü»t«n-4tli»»«l»en Waldriertels (B<}cke, Tstlwnuaks miucr. petrog. ilitth. 1881, XV, p. 338). Neuerding» sandte Chdio« 
an dem MBtsren Odenwald OUriagnteiBe, wdobe Doch lehr Tiel rekker aa Trtmolit «ind ab die obtn be* 
idlriebenen. «ic üfammen aus der Niihf» tlr>; Bnrpviertf»!^ ;Vi.-!r«t?ick) bei ßehbadi. 

>) Durchweg bei allen (10) Kiii2clbei<timniui)gen au gror^eo und kleinen StUeken war das meguetieche 
Gestell inawr etwas idiweier ali diu naamnetisabe.. 



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- 67 - 



Sppi'. liew. des miniapnetisrbeii ütöteüiei) = 2,8172. 
SiM'c. Ccw. (It's mii(.nKtisclirii tl<>ste!n«»H — 2,8630. 

Dieses BeobacbtUDgäreüulUit int auäaUeiid, da man erwaiteu dudte, dafo umgekehrt das 
«lunagDeiiMli« (kitön mit 4en Mteheicn CffiTinen das adnrarari sein soUte und irir noch 
sAhcn werden, d«b «neli das Isiditere uaaMgnstitdie Gestein reicber «n Eisen ist. AUiutdingB 
Ittt des nnntagnetisdie Qestdn einen ctwss giOlseteii Wassergdudt, ms in «ndem Snsidit 
saf gr&bero Zenetmng hindeatet. 

Die eheiuwhe XJntenndhians der beiden GertdnsTSrietlten ergsb Hdgende Rcsoltste: 
Bi woiden m Bnwndabeig'tafaen Lnbuntoiiitm nntcr gütiger Leitung des Heem Dr. Fikd- 
heim von Hem R. Fischer folgende Ansl[|fB«n snagelUbrt: 



vwnsgnetiMlMS Gestein 



nttgnstiacbes Gestein 



Si 0» 


nr.,23 


38,62 


Ti 0« 


bpar 


Spur 


AI» 0» 


4,17 


4,12 


Fe' 0» 


10,27 


0,67 




6,27 


6,27 


Mn. 0 


0,34 


0,81 


Ca 0 


2,69 


4,6 t 


Mg. 0 


29,18 


29,60 


K- 0 + Na* 0 


0,90 


1,20 


0 


10,33 


7,68 




100,38 


100,18 


Fe-Gehalt 


12,06ü*/o 


9,546 *>/o 



Eine titrimetrische Bestimmung des gesammtcn Ki.scngebaltes der obigen 
dl« wir sdion froher ugesteUt hatten, ergab fast genau das glekhe anfliillige Resultat eines 
geringeren IQsengehslteB in der magnetiseb«! als in der onmagnetisdien Gestelnswletit; 
indem wir für enteres 9,0 '/o, für letzteres 12,8*/« Fe fanden. Der höhere Wsaseigehalt im 
nninsgnetisehen Gestein, welches sllerdingB^ wenigstens in Bezug asf seinen OUvin, eher einen 
ftiaeheiien Eindruck machte, dttifte das geringere apecUische Gewicht desidben etUftriich 



MkmA 4. «iMl 



mtaiT. 9m. 94. XV. 



10 



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- 68 — 



II. Physikalische Eigenschaften der magnetischen und unmagnetischen Varietät 

des Peridotites. 

Der scbrafe Gegcnsatx magoetiacher und niunigDetiMiber Stflek« d«s glcidieii« oder 
d«cb uhexa gteichoi OMteines T«rMil«Gste um m einer gentuen Untenueliitng d«r magne- 
ttflcbca Eigenschaften l>eider Varietlton. 

Wir lieben vxa zuosebst in der Acbatschleiferri reo Heraunn Stern in Obentein *m 
Stacken des magnetiaeben wie de» unnugnetischen Gesteines Prbmen von nabesn gleicher 
Grobe acbneiden. Hei dem magnetischen Plisma die lAngsaxe mit der Richtung der 
natflrlichen Mugnetisimng des Gesteines ungefÄlir zifsammen: seine Lange betrug 0,29o cm., 
sein quadnitisclier Quersebnitt hatte die Si'itenlr\n!jp 2,!>.s7 cm., es wog 239,945 gr. Für da» 
unmagDeti.sdie I'risma waren liic L'leiclien (irulsni: 79% cra., 2.9Ö87 cm. und 2*)>*.tFL'.") j^r. 

Das magnetische i'risnia wurde an einem liuigin SfahUliLilite aufgebangl und sein 
Trägheitsmoment empiiisch wie bei der Gaussischen Messung der Hoi izüntalintensitat bestimmt. 
I m die 'lonsicuskratt de» Drabti» zu tinden, wui-de das magnetische Prisma durch das uu- 
magnetisclie enetrt und deam Sehiringung!>dauer gemenen. Am diesen Daten, ans der 
Schwingungsdaner den magnetiscben PrisniaB nnd der Horitontaleoniponante de« firdmagneti»- 
mm berechnete sich das magnetiadie Mom^it des besebriebenai Prisasaa zu 73 m. gr. sec., bri 
eniem Gesammteisengdialt von 22,9 gt. gemab ieh Analysen. Die Frage, ob das annagaetische 
Priama wirkücb vStlig nnmagnetiaeh war od«r nicht, kxnmte nnr mit HSlfe einer sehr empfind- 
lichen Magnetnadel entschieden werden. Erst bei starker Annfthemng an ebie solche bewirkte 
das Prisrnft eine Ablenkung nnd zwar eine nicht von Inductionswirknng der Nadel, sondern 
von eigner Polurit&t des Prisnias beitithrende. Aber die >Yirkung war eine inbent 8ChwaGhe> 
Das ihr entsprechende magnetische Moment würde nur etwa 0,23 cm. gr. sec. betragen. 

Andere Messnnirnn fihpr die S{.*\rkp des iiatftrürhen MagnetLsmus wurden an beliebig 
geformten Stücken atip<sti llt. iiulein die ahU nkciulf Wirkung beobachtet wurde, welche die 
Stücke in der 1. HauptUge au> eim r bcstiuaultn Kiitfcrnunff auf i'inc Magnetnadel aa%Ubteu. 
Um die Zahlen angenähert vergleichbar zu machen, wurden aus die.^eu lieobachtuugen unter 
Vemacblftssigung der Dimensionen der ätücke die entsprecbenden magnetischen Momente 
bersdmet nnd durch Division mit dem Gewicht der Stocke auf die Gewichtseinheit das Ge- 
flteinea redueirt. FOr dieee «rgaben sich die Momente: 



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- 6» - 



bei dm ohvn best-hriebenen Pröma: 



0,30 cm. gr. sec. 



bei einem flachen, besonders stark magnetischen üaadstttck: '>. ) ! 

bei eitipm würfplfTtrniipvT! Stück: Ujj4 



Würde man Stiit ki' voti allen möglichen Teilten Aü^. magnHhrheri (ifbiotps untei-suchen, 
»0 würtii' iiKiii vi'ix hicdcnsten Grade drr Majjni'tisiniiiir hcolnu htcn. lue hier gegebenen 
Zahlen aber dürften ungefAbr die obere Grenze der vorkommenden natürlichen Magnetisirung 
darstellen. 

Von besonderem Interesse war nun die 1 lagt;, ui> diese Unterschiede in der Starke dos 
natürlichen Magneti&mus auf einer Verschiedenheit der Magnetisirbarkcit beruhen, und femer 
die Fntge, in weldkem V^tiltoiCs aatniHeli vwliandeoe Betng an MagnrtisnniB zu dem 
Htf kOiwUidiem Weg» io dm Gestefnen bwromnifenden iiMgn«tiMh«n Momente steht 

Um sanfteint di« tempoinre Hagnetbirbarkett der GestcjwnaasM zu prüfen, wurden 
Teile d«a magoetiBclMn sowie des iminagnetiseben QestehieB gepnlvert und gleiche Gewicht»- 
neagen denelbai In ihrer Wiiloandieit aowcdil nnter einander als aoeh mit deijenigen ^er 
glöcben Menge trodten geschliffenen Eisenataubes nach TeachiadeneB Methoden Tsrglidien. 

1. Ein randes PjrknometergilBdien wutd« nach einander mit den Tencbiedenen Pnlräm 
gefOllt nnd dem Nordpol einer an Coneonlhden an^hAngten Magnetoadal von der Seite her 
bis auf «Ine gelinge, in allen Fallen genau gleldie Entfonrang genähert. Die AUenlcang, 
welche die Kadel hifolge des von ihr seihst in dem Pulver indndxten Magnetismus erfiUirt, 
ist diesem hidodrten Momente angenähert proportional Bezeichnen wir die Magnetisimngs- 
eonstante des unmagnetischen Pulvers mit '»^i. (iic rles luafmctisihen mit km, die des Eisen- 
ataubes mit ki, so ergab sich, da die Ablenkongea der Nadel entsprechend 9,5, 16,U und 
103 sc betrugen: 



2. Vier grolse flache Stahlmagnete vmi 124 cm. LInge wurden mit gltichen Pidm so 
an einander gelegt, dab ihre Endilftchen eine rechteckige Fläche von 80 x 6513 mm. Inhalt 

bildeten. Das vorhin erwähnte (Hasgefftls, nach einander mit den verschiedenen Pulvern 
gefüllt, wurde atif cinor Wnec .liinilibriort uiul liann diLs Überpewicht lipstimmt, welches nötig 
war, um die Si-liale luii dfiii i >liis<;h('n vnn dtr ipchteckigen i'oIrtAchc loRzurpirsen. nachdem 
die Magnet.«tAbe in vortik^ilt i Mtllung unter die äquilibrierte Wagschalc geschoben worden 
waren. Diese Übergewichte betrugen: 



= 0,16 



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~ TO — 



für das uniua^iietiische Pulver: U,21 gr. 
, „ magetücbe , 0,35 „ 
, » Eism- . 8,74 , 

Damm folgt: 

''in ^ ^ _ ''u 
= u,öu = 0,10 -j^ — O.UtjO 

3. Di« bdd«n Di»btspinleD eiii« UflüMB Bektmiiugnetai murden «du» di« 
geUbigen Etoenkene xv beiden Stiten der Nadel nnee Wiedenaim'idien Mnltiidktton m» 
aafjgertelltt dib de von dcnaelbeD Strome ducblloasen, keine AUeokong bewirkten. Die 
Liage der Spiralen betrag 15 em., (fie Entfenmng ihrer Mitten von der Nadel angefUir Öl ca. 

Ks wurden die Ablenkungen gemesaeOf «ekbe entstanden, wenn eine mit dem zu untw>- 
suchenden I'ulver gefüllte Cilai>röhre in die eine oder die andere Spirale eingeAbrt woide. 
Dieselben betrogen, objectiv mit Lampr tind Srnln nb^elfvien: 

fär das Pulver den ininiagiu tisdun Geateiiu; 17,7 sc 
« , » „ magnetischen , 29,0 „ 
„ „ Eisenpulver 275,0 , 

woraus folgt: 

kg kg, k, 

= 0,69 -j- = 0,11 -g- = 0,066 

Eine Wiederhelling mit geringerer Strouatkrke ergab entepreebend dieAblentamgan: 
8,78, 15,96, 146^8 und die VerUdtniBBe 

-k'^ = 0>BB -V = 0,U ^ = 0,060 
I>ie drei veräcbi^donen Methoden geben also 

fUr die Werte: 0,60, 0,60, 0,69 und 0,66 

far , • 0,16, 0,10, 0,11 , 0,11 

für . „ . OflB, 0,060, 0,065 „ 0,060 

Mau sieht, dafs die Rt^sultati- .vo tri'iiuii überemMtiiiiiiiPii. wie man «s bei diesen einfachen 
Mitteln erwarten kann. Da das magiictisihe (tpstcin nach der Anal)'8e ca. ü l'rücent Kisen 

enthalt, ao folgt ana dem Wert fttr -]^, dafo die HanptmaaBe dieaea iäaena in der Form 



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— 71 — 



stark-magnetisdu r Eisenverbindunfren, also wohl als Magnetelsen, in dem GestPin Ptithalt^n 
Mio mulii. l)u uHiuagnetische Gestein dagegen, welchem 12 Procent Eisen znkommen, ma£s, 

wie tm dem Wert s (ii,06 folgt, läntm gnStm T«U demlben In V«i1iiiidiiiigea «nthalten, 

die belitcbtUdi ediwichw augnetbirbar und. 

Bti den mter 3 bcaefaiiebenen Venmchem Migten (fie Pnlm nach dem Oeflhen des 
Stramce einea nagnetiechea Rtickatend, dem die AUenkiuBen 1^6, 3,9 mi 18,1 entapmehen, 
wonutt felgett wAide: 

= ä:« = «•« -: =wi='>'" -^-=0^« 

Für die vorlie£r<>nflf Untcreuchnng Rind jpdoch niciit diese Zahlen mafs?p''en^. soiid<nii 
es knininr auf den Iletmg des remanentpii Ma^'nctisiiius an. den das Ga^^teiii in fester Masse 
anzunehmen vermair. Um diesen /,n iinti isui licii. liefseu wir uns Würfel ans beiden (iesleinen 
anfertigen. Bei dem uiagaeti^chen i^taiid die Uit:ht.uug der niuui liehen Magnetisiruiig .senk- 
recht zu dem einen Fl&chenpaare; seine KantenlAnge betrug 3,675 cm., eeiii Gewicbt 144,970 gr.. 
nn einen Oesemmt-EteengdMlt von 13,8 gr. bedeuten wftrde. Ffir den mmagnetiBdien Wfliftl 
waren die entsprechenden OiOCnm 3,817 cm. mid 157«t3ö gr., waa 18,96 gr. Eiaen in dem 
ganzen Votamen danteUt Diese beiden Wflrfel wurden Mnatlich magnetfaiit ndt HOlfe des 
grelhen Berliner Elektromagneten, d«i Bsxr Oeheimiat Qohieke beaehiieben hat*), und der 
durch einen Strom von 6 Bnnaai*achen Elementen erregt werde. Um znr genauen Ver^ 
(ßeichnng beide Wflrfel ganz gleicbmiJ^ig an bebandeln, wurden «ie zn glekher Zeit magnetiakt, 
indem sie hinter einander gestellt zusammen zwischen die Pole eingeführt wurden. Die 
)Iagneti8ining geschah zuerst «lurch einniuliges, dann durch sechsmaliges Schliefsen und Oeffnen 
des Stromes. Um noch »Wrkcre Wirkungen zn erzielen, wurden darauf die Pole auf die 
HMftf der frillieren Entfernung zusan«mon?rr(1ckt nnd in diesem so verengten Felde jeder 
Würfel einzeln liöch einmal mit zwölfmaliL'em Sihliefsen und Oeffnen hehnndclt. Die so er- 
zielten niaffiieti^cben Momente der Würfel wunien mit den ui-sprüijgliili \orhandenen ver- 
glit hen duicii die abk nkende Wirkung, vvcUhc die Würfel in der ersten Hauptiagt aus einer 
stets gleichen Entfernung von 45,4 cm. auf eine kleine, an einem Coconfaden hangende, 
magneti&irte Stahlnadel anaflhten. Da «fie Entfernung der Pole in den Würfeln Idebi war 
gegen die Entfemnng r der Warfelmitten von der Kadel, so genügte znr Befeehnnng der 
Momente M der Ansdmck: 



') G. (iuhicic. Wied, Ann» XXIV (1885) 359. 



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— 72 — 



M « ^ tag. fl« (l + d) 

worin H = 0,1947 cm. gr. aec. die SOike der Horizootalcompoiieiit« d«a £rdiiMgnetinni» 
und D s 0,017 ias ToniongverhUtnib der Nadd bedeutet Di« folgende Tabelle entbilt 
die Remltat« dieser llesMingen. 



Mapn>'tiMhi' Momente 



HedocirterWert 





des magnet. 
WArfete 


des anoiagnet. 
WQrfels 


i» letsteren 




vm gr. WC. 


«tu. gr. icc 


cm. gr. WC. 


Vor den Magoetiairen 


50 


7 


' 6 


Nach 1 nitligem Sdilie&en 


175 


163 


150 




177 


168 


154 




170 


165 


151 



VeibUmib 
fii/r« 



I 



0,13 
0,86 
0^7 
0,90 



Vm die Mnincntc di'i' liciiieii W '.ii iV! iiiil i'iiiainier vergleichen zu k<>ini*-ii. i>t es jinti;.'. 
auf ilfii I iitei>t:hied iliriT l)iHtt'ii.«?iiMiiii üiK k^irlit zu iirlnnen. Wir lialj^n /u diestui k> 
die daect gemessenen Momente des uiuiiagiK'Ei.sclu'ii WiiitfU iiur«li DiviMuti iiitt dein Verhäitnils 
der Gewichte auf den Gewichtsbctrag dcä magnetiüchen Würfeln rcdui-iit; diese Zahlen sind 
in der „Redndrter Wert'' abendiriebenen Spalte enthalten. Die letzte Spalte giebt dann die 
VerbaltaiBae dieser rednditen Momeote, su denen des nagnetiscben WOrfela. Van enielit 
annlebst ans der Tabelle, deb des Geat^nastOck, ans dem der .»aanMgnetiscbe WUrfet" ge- 
sdinitten «ar, doch nleht gawe onmagnetiscb war; aber das Maximalmoment« das der Würfel 
annimmt, ist 24 ml grolaer als sdn natOrBebes Moment, wlhmid bemi magnetiacben WOrfet 
das Maximalmoment wnr 8,6 woi grSTser ist als das natürliche. Das Verbtftnils der per- 
manenten Momente de» unmagnetischen, oder richtiger des schwach magnetischen und des 
stark Tiin£rni'tiHcben Würfels ist rtiirrli die kOastUche Magnetisirung von 0,1 auf 0,9 gestiegen. 
Bei den Pulvern war dnr rnterechied der remanenten Momente für (!;i<: iinmagnetische nnd 
das mn?neti<ä.-he <rt»st(_'iii l)(jtr;lditlifh frröfsor. Oh diese Vfrsrhifdcnlicit auf I!fM-luiung des 
festen /ustiiiides. re-p. der r,('.^tein->tru( t.ui' /.n setzen i^t. oder oli iic auf einer Veiijchieden- 
h( it (lei bei den i'ulvtru und bei de» Wüiiiln verwendeten Materialien beruht, da^ muFs 
freilich dahingestellt bleiben. Aber .soviel i.st aus den Versuchen unmittelbar en>ichtlich. dais 
das geringe natürliche Moment des einen WOrfels im VerhAltniTs zum anderen nicht auf einer 
entsprechend geringeren .Magneti^rangdflthigkeit b«aht. 



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Oir lipoljaihtunt:. diils in nnt-m [landstUck die Uichtang df^v iiatüriichen Magnetisiniiifr 
mit (li'rjrniiri'n nmx jiaiaUelstreiligen Structur msamiuenfiel, legte den fiedanken nahe, dafs 
die iUikc MagiietUirung des magnetischen (Jesteines an eine bestimmte Richtung in dem- 
selben gebunden sein kUinte. Um dies zu entscheiden, wurde der magnetische Wfirfel mch 
nidi mderen Bicbtongen als derjenigen seiner ursprünglichen Magnetisirung kflnatlich pugne- 
tisirt. Es eifab aicb ab«, dab er bei gleicher SUriw dar nagnetiBiranden Knft in den «ir 
utBprQnglidien magnetiachen Aze senlcrechten Biditangen fitat genau das gieidie Moment an- 
nahm, das er vorher in seiner nxsprUngliehNi Aze dordi liflnstfiches Magnedainn erhalten 
hatte. IKe Flbiglteit einer permanenten Magnetisining ist also nach allen Ricbtongen die 
gleiebe. Katttriieb Ilftt sieh das Gestein aneb völlig nnmagnetisiren. 

Die auf diese Weise in den magnetischen und in den unmagnetischen Würfeln kfinst- 
lieh hervorgerufenen nlagnetü^cllcn Momente zeigten im Laufe der nächsten Wochen nur 
eine ganz geringfügige Venninderung Ibras Betrages. KI)ensowenig änderten sich im Laufe 
der Zeit in ireend «»inpm der in unserem Bcsit?:»' hpfindlichen Stttcite die Hiehtong oder die 
St&rke der natürlichen .M;\;.'ii(tisirutK' in merklicher WriM-.') 

Vm ist schliefelidi zu lu'ijuTkt'ii. dafa »Ins (lej^tciu durch liluheu bcmeii Magnetismus 
verliert, wie es bekanntlich auch beim Mngnett;i.sciiJ5it'iij beobachtet worden ist. 

Falst man die Resultate dieser vergleichenden Untersuchung der beiden Gesteine zu- 
sammen, so mala man zwar zugeben, dals gewisse geringe Untenchiede in der diemischen 
Znaammensetanng, im speeüadieo Gewiebt und im magnetiscben Veriialten ziriachoi den 
beiden Varititen bestdien. Das anmagnetisehe Gestein enthillt mehr Eisen, aber offenbar in 
Verbindungen von geringerer Magnctitrirungsftbiglieit. Aber die Untendiiede der peitnanenten 
Magnetistobarkdt smd um so vieles geringer als die Untendiiede der vorhandenen natariichen 
Magnetisirung, dal« die letzteren nicht amf den entwen eiklirt werden können. 

Man ist demnach für das weitere Venrtlndnib dieser rrsrh<nnungrMi auf die genaue 
Untersuchung der localen Verhältnisse angewiesen, anter denen der Magnetismos in diesen 
Gesteinen auftritt. 

*) Die Baunfcuv ZiaunsnMan't, d«r m «Iimb in ftilaa der Wiifcnf d«r AtuMpliSt« tm^eMtsuii 
Stndn aine DnnrechHlDaip dir Pule wahiyemnintB m kabM ^nU, tanht mlil aof eiiieni Imlniai. 



— 74 — 



III. VorinmittR, Lage dar PMs yiMI Verthailina ^ mapMtischeii Felsen auf 

dem ROekeii dee Fnuikenetelnlieniee. 

Nachdem wir das geologische Auftreten, die inineralogisi h(> und i liriiii^i hc Zusuiiimen- 
seUunar. Howie die an abgetrennten Stücken und am Gcsteinspulver milersuchteu miiguetischen 
Eigemcbaften unseres Gesteines kennen gelernt haben, bleibt um noch übrig, das Vorkommen 
der magnetiadtti F«tMa «uf d«n BengrOcken Mlbat und die Lsg« und Intemittt d«r Pole 
in dieMn na besprecben. Der »tarke M agnethmitt einiger Felsen in der Nibe der Ruine 
Fnuikenstdn err^e sebon in frOlier Z^t die AofinericmmlEelt der Nakorfondier nnd finden 
vir wobl die erste Inirae ErwUinnng «nd llittlieaiuig ab«r onseren Stein in GUbert's Ann. 
d. Fbje. Bd. 28, 1806, pg. 483. Es wird liier in einem Briefe von Dr. Zinunermami auf den 
bemeriunsweitben etaiken PelamuigaetisiDm, eewobl des gmxen Feieens, sowie abgebrocbener 
Stttcln desselben hingevioM». In Jsbre 1841 Item d«m Svekow (Joum. f. prakt Ghem. 24, 
pg. 897 — 400) wieder anf den Magnetstein zurück, es gelang ihm Chrom in dem Hestein hl 
geringer Menge nachzuweisen, worauf er besonderes Gewicht zu legen schien. Femer machte 
er die nnrirlitifre Ai!p:a1iO. «dafs der nach X gerichtetf Tril jeder einzelnen Schicht auf drn 
Nordpol (Ir r Magnetnadel abf^tofaend. hingegen der nach ö gerichtete 1» il der Schichten auf 
dcnsclbf^u aii:^iehend wirkt." — Im .Uihre 1863 in den Erläuterungen zur yri'oloi^ischen Spezial- 
karie von Hessen Stctioii Erbach wurde von Ludwig und Seibert pg. 2u wieder der Maguet- 
stein besprochen und aus den dort gegebenen Skizzen geht ebenso wie auä unseren eigenen 
Untersnchungen klar hervor, dafo die magnetlsehen Pole keineswegs nadi den ffimmeis- 
ricbtungen orientirt sind. Seither scheint nnser Uagnetstein, mit Ausnahme der sdien er* 
«idinten petrograpUsehen Arbeiten, nicht mebr Gegenstand besonderer Untersnebnng gewesen so 
sein, ohwobl im Uebrigen eine leiehe Litterator magnetische Sterne betreifend, Torbanden ist.*) 

1) Vergi. n. «. 41« Arbeit von Beleb. Vtgg. Abb. t9(9, pg. 32, wo «Ine nlcUldie Uttenitnr ttber 

mgaelJldM Gesteine big zum Jahre 1848 Kugammenge« teilt ist. — Aach in der Arbeit ron B. Nanniann: ,Di« 
Krscheinnngen Enlma^etismus etc.* pg. (io— <>9 ttwien wir mehr«»: intensMante auf den G«itein«- 
magnotinumg bejcttgliche Daten. Wir finden hier u. a. eise interesiante Beobachtnac ▼enelcliiMt IfAg. fi3). 
Auf dam Olpftl des erleedteaen Vnlltuiea Kerijmdii üai Vumun «iMo Lanblock (Aigitandedt), wekhcr 

stark polnr'iviL'H'-'isrh »iVh TeThtHt, ■wShr'r-'ntl riic umliefrenden anderen Blddic de? sjtf'ichea Clest-^ints tiii'hf-! duTnn 
Migteo. .Naumxuu iat g-euoigt, die Uaguetiiiiruug dos LavaJclotzea einem Blitzschläge zozu.iebreiben. Kr ist zu 
Mamn, iab die naguetiiclMn Ctevea des Bloekea idciit beatiumt WMdai eind, dft ata Tenmtüeh wattat 
ATi^fWn«-!" in di-*TOr Fra^e gewährt h-itfn 'Vprpl. aiirh N.-iumann Bau u. Ent^t. der jap. In? IS*.',, psr H etc ) — 
Ferner yillippo Keller: äoUe rocce niagnetidie di Bocca di Papa (Bendkouli d, B. Ac. dei Lincei, 16. magg 18S6) 
VBd CaBtrlbiita aOo studio deUa rsoce mgnat det diatoni di Sona tL ^ f«». USW]. 



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Betrachten wir zunächst die VrrtoihinL' der iii:if.'iu'tischen bkUkt' auf dem Hcr^ruck« ii 
(cf. jrc«!. Kartpnükizze Tf. I). «o sehen wir, dafs diesflbcii kpinffwffrs pan/ lUissclilielsUch an 
den aus Olivinpabbro und Periddtit lir'wt^'hendcn (Icsteinh/ug gcbuiidf ii sind, smulprn dafs sich 
imch im groheu und feldbpathreiLben IJaLbiü isokhe Blöcke finden. Auf dtv Höbe zwischen 
den zwei kleinen Steinbrüchen nahe der Ituine liegt z. B. ein grolser anstehender Felsen, 
welcher in TcncliiedeiieD Stellfln merUidi d«n Compias «blenkt; sogar enmlne abgeadilegeiie 
Stacke diese» Febcm beeinfluBen noch die KadeL Der betreffemde Feben besteht aus ebim 
honblcndelUireBdeB olhinfnieii Gsbbro; er ist feldepathidch und sehr eiaencnn. Vereinselt 
finden eidi «neb sOdlich des FeridetUamges iaoUrte magnetiache nocke, d. h. solche Blöcke, 
die an cinxelnen Stdlen den Compefe beeinflussen. An den slidUchen Sande des Kartenblattes 
and sogleich Use hochrten Stdle desselben biofen sich derartige magnetlsehe Blocke ziemlich 
and reichen von hier tos namentlich an der Westseite im Beiges hinanter, zam Teü dOrften sie 
In die tieferen Niveaus hinabgerollt sein, da es sich hier nicht um anstehende Fetten handelt. 
Im Allgemeinen gilt jedoch die Kegel, dafs die bedeutendste Häufung magnetischer Fdsen 
in dem Peridotitzug auf der Berghöhe stattfindet. liier treten zogleicb auch die weitaus am 
stärioten magnetischen Felsen auf. 

Die nnregelmftfsige nicht na<h dorn magrietisflifn Meridian des ()n<^ orientirte Lago 
der Pole in den einzelnen Fclsbl-irkcn, g.m/ analog den Hrnbadituiigei» von Zaddach,') die 
sich meist auf Basalte der Eifel beziehen, gebt am bebten aus drn versrhiedenen auf Tf. II 
gegebenen Abbildungen hervor. Dafs diese unregelmftlsige Lage der l'ole nicht etwa durch 
ein nachtragUches DurcbcinanderstUrzeu der FeUen bei der Verwitterung entstand, i^t daraus 
erBicfatlich, dab wir ea in trlal» Ftn«i mit anstekendem Gestein an tinm haben und dals 
teilweise neck sosammenhtegende FelqMtfthien Terechieden orientierte msgnetische Pole ent- 
halten kfinnen. Ober die Lage der Pole eigab sich käne feste Regd, nvr seigen viele Stocke, 
dab die magnettseba Aie, wenigstens an dner Stelle sttdUch des Signals, an mdumn Blocken 
senkrecht anf den Elnfkflfteken stand, so dab zablrekhe sdunale tafeUdrmtge Platten des Ge* 
stnnes sieb panOel an ihrem kOrsesten Davebmeaser stark p<damagii«tisch erwiesen. Wir 
haben es m diesen Flllen affenbar mit, durdi Zerhthftang seriMooheno, nispiUngüdi gröberen 
Magnetsteinen ?.n thun. Bemerkenswerth bleibt, dafe an mehreren Fplson, an welchen die 
magnetischen Pole ungefähr senkrecht übereinander lagen der + Pol unten lag, d. h. derjenige 
fcif welcher auf die Nordnadel abstofaend wirkte. In Bezog auf diese Encheinang verhielten 



>) Zftddach fttwr natflrliche lUcnete. Qel. in d phfsik. Ökon, Oes. zu Königsberg 27. Jani 1851. 
athwM. 4i*r S«Mb*aV «M«if. Qm, Xr. M. 11 



— 76 — 



»ich also die FcLsen so, wie durch den Krdmagnetlsraiis magnetisch gewordene nenkrecht 
stehende Kiseiistangen auf der Nordhulhkugel der Erde. — An einem grofsen besonders stark 
magnetisriien Hündstück i sowie an dem ganzen Febiblock von welchem da8S«lbe »tammte und 
der in geringer Entfernung WS vom Magnetäteiji lag,) war deutlich eine parallehtreifige 
Stmktor zu lehen, bedingt duRh nUnieb» Mtam fdb« Sinitai von Ofifin md Serpentin, 
die mit daoUeren magneteiaenreicken Strdftii tttonbtn; genas paralld dieaer Streifimg 
lugt in dieaen HandrtttdE, aowie in allen dwn» locgetnnnten Spttttem die magDetiidM A». 

Die Fntge, ob aieh die Lage der Pole «■ den aagnetiadien FdBen in Laufe der 
Jahre gelodert hat, dflrfte adiwer an entudieidea aon. & gelaiig den von Ludwig vnd Seibeit 
im Jahre 1863 (I- c. pg. 20) beaehriebeneD oad abgebiUetea Felaen mit grober Wahrschein- 
lichkeit wieder zu linden. Derselbe Hegt etwas sadlich vom alten ^^ignal nnd ist auf der geoL 
Karte l:f)<MJO<) durch ein Zeichen angedeutet. Der licfu tlVnde l'eLsen wurde aufä neue ge- 
zeichnet nnd ^<timmt unsere Zeichnung nicht mit der Lodwig'achea Siklae genau ttberein, wie 
aus den beistehenden Abbildungen ersichtlich ist. 




Fig. L 

Onmdrift einet seritlflfttUB 

Mairnt^-iti in-'-- v Fninken- 

>b Kliit'te I "1 
Ludwig nad ä«ibert, IMS- 





m eiM_ 
an der 
Btdt» oMgar 
'«k, m SehritM ladrtdwertl. 

ram Siaul, der Pfeil ^ebt 
immer die Rfehtnnf der Nord- 
B«del die Polo im Riqg 
li^^en etwa* nnfr A'^r nber- 
flaehe. Die puaiftirtcn Teile 
der ttiam lie^n tietVr. ^iai 
meiat tob Moos bodt < ki und 
hebeu sich nicht srharf .ih. 
Die gaase LtUlge der Feia- 

O^B. fßkSaMbt 1867.) 



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- 77 -- 



bei dem Verpkich füpspr lieiilen Hihior wird es jedoch waiiiTicheinlich, dafs die Ab- 
w€i(luin^en sich nutneiitlich dadurch erklären, dafs die I.udwip sihe Zeichnung stkr i>cbeiaa- 
tisch gehalten var und ist man wohl nicht berechtigt, irgend welche weitere Schlüsse aus 
diem yen<ined«t.cit n lishsii. 

Um >diH«Mieiii ooeh v» der Stuk« dar oagnetiMlMn Wirkung des ganzen Febena, 
rtep. seiner Pole, «ine «nffmlkcfte Yonteümg n «kalten, wurden an Ort and SteDe einig«, 
aücaiiBngi »ir adur ioIm Measingen ToqieimniiMn. Zu danwIlMn dfeate eine einftdie Bnanle, 
^«rm DnrdDMaaer 76 nm. betny; fieNedal, «ddia efaie Liag« m 55 nun. bette, adnrdiie 
mtttebt AdwtliQtdieos airf oner Sfaddqiltae. Die Sdamgmeßäams der Nadd wurde an 
lehMenea SteDen in der Nahe des Magnetsteines mittelst Chioneikiopce gemessen and mH 
derjenigen verglichen, die sie in Heidelberg besafs. Bezeichnet man mit Hi die gesucjite 
Intensität des magnetischen Feldes, mit H diejenige der liori/onüilen Tomponente des Erd- 
■agnetienms m HeideOwrg« mit Ti oad T die sogdiAr^ten Schwingongsdaaeni, ao ist l>dmnntUdi: 



De aber bei den in Betnebt kaoamcDden lUlen die Kditang der &aflüni«t in der 
NAbe des Steines derjenigen der erdmagnetiscben Kraftlinien nebesa entgegengesetzt war, 
80 ist die gemessene Intensität offenbar die Differenz der beiden vem Stein imd der Erde 
enageabten WiriamgeB, oder die gesachte Intensität ist: 



Es betrag T 1,M0 aee. Ti «Mde «initialt fir lencbiedene Stallen ni der KKbe 
4as ittrloteB Poles, den der Fetecn besafs; es ist dies derjenige, welcher in Taf. 2 Fig. 1 
an der rechten Seite des Felsens als oberer -f Pol angegelteji ist. Wurde die Bussole an 
dieser Strile unmittelbar an den Felsen gehalten, befand sich also die Nadelmitte in ?,B mm. 
Entfernung von der OberMche des Steines, so Ittrup die Dauer einer gmzm Sehwingung: 
Ti ~ 0,390, also Hi =• Ä7 H. Entfemte man die Uub-aoie auf einer horirontalcn, von NO. 
nach SW. Teiiselenden Unie von dieser iStelie des i^etsens, ao war, wenn die haielmitte 
sich befand: 






i: Ti 0,477 «ieo Hi 18 H. 
m9 , 11 . 
0,966 n Ö.8» 



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- 78 - 



Die Enftlinien voilufin w Iksar SteBa miiki der gewdiltea Hobe naheza liorixoatd, 
w d«b di« horiBontale Scbwinging die gaue Intenritll de« Feldee nübt. Die erdimgiMtisclM 
HorisoDtalliitenntit H wurde im Heidelbei^r Imtitate nach der GeuMiacfaen lletliode xn 
0,1947 cm. gr. eee. beetimint. 

Nadideni in den vontdiend«! Zülen die mign^dieo Felsen vom Fnnkeiwtwi 
nOf^bst neck eilen Seiten bin genau nntenncht worden sind, wftre es von Interecse, dieses 
Vorkommen natürlicher Magnete mit solchen anderer Lokalitäten und Gesteinsarten zu ver- 
gleiciien. um ulsdann weitere und allgemeinere Schlüsse namentlich auch auf die Kraft ziehen 
zu könw'n. wHrhc iir^])rfln?li' h den Magnetismus bewirkte: was nach der Untersuchung (li>^ser 
einen Lokalitüt iUh-in iin lit nKiprlii h oiIit ratlich er^rhcincn würde. Da jedoch die Ijcteruttir 
über Ahnliche Vorkommnisse meisten» eine ältere und auch nicht gerade r< iili im genauen 
unii üuverl<ts.sigen Daten ist, so war dies zunächst noch nicht durchzuführen. Aus diesem 
ürunde entlaiten wir uns auch hier auf die verschiedenen Theorien und Speculatioacn, welche 
bUier aofgesteUt wurden, einsogehen and diesdlien n discntiren. Et Ueibt dies spiteren 
Zeiten vorbdielten, wdcbe Uber ebi giOikens BeobeditangnuRterial and ssUnkliere thnlidke 
Untenudiungen verfligen werden vnd wttide es ans fireaen, mit dieser Arbeit vielldcbt die 
Anlegung zn solchen gegeben zn beben. 



Resultate. 

1 . Der sogenannte Magnetstein vom Frankenstein ist ein Pendotit oder Webiltt (Olivin- 
Dieilaggestein), welcher ziemlich reiih an sokundaeroni Troniolit ist. 

2. Derselbe bildet stpllcnwcisf in ( Hivinf.'al)bru überdrehend einen, etwa in der Streidl- 
richtung des alten (ifliiri^cs verlaulViidcn. unrcfjelmflfsitren Zu?. 

3. Blöcke mit jioiarniagneti.SLlicn l'.ii^cn.schaften kiiinnien nanientlicli an exponirten 
Stellen auf der liühe des Bergrückens vor, sind jedoch tiicht auf den Peridotitzug h«Ächrankl, 
soadeKS finden sieh noch i» Gebiete des gewöbnIidieB Gnbbi«. Allerdings sind dieselben in 
dem betreffenden Pendotitzug am reiehUdisten voriuutden and auch weitaus am stirititen 

d. In dem Peridetitsag finden ddi Feben mit veneUeden starkem pennanenten 
Magnetismus, aoldte, welebe viel eisenrelcfaero Gesteine weit an magnetisdier Kraft ObeirtMffim 
and andere nahezu gleieb znsammengeaetste, welche bat gans onmagnetiscii sind. 



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— TO — 



5. Das Vciliiiltiufs der temporärüii MagucttHirbarkeit der M;isr,f des uiimagae- 
tLschen Gestein» zu der des magnetischen, wurde nach drei v«i-»4:litedeiieu Mclliodcu ermittelt 
und abereinstimmead = U,6 gefunden. Dw TerhJUtnib der permanevteii Magnetidirb«rkeit 
der festen Gestein» betrug dagegen 0,9; beide Varietäten, wemtM die mscpietiMke wie 
die (nnlMza) anrnsgoetiBcb» Isasen üih in beliebiger Ricbtang Icttnetlicb nugneti^n und da- 
bei wird die entMe unter glneben ünstlnden wenig stirlcer nsgnetiacli als die letitwa. 

6. Für dies« Verhalten ist der absolnte Eiaengebalt nicbi malbgebend; dann denelbe 
betrag (Or die nagnetische VarieUtt 9*/*, fllr die nnmagnetiache des gleidien OeatebieB 12*.'t. 

7. Wesoitlidte Untencbiede in der Znaammensetanng oder ^mlttnr der magnetiaeben 
oder ttnmagnetiscbeo Varietät dc^i Peridotii<« »scheinen nicht vorhanden zw sein. 

8. Die Lage der magnetischen Pole in den Felsen am Frankenstein ist nicht oricntirt 
nach dem jetzigen maj?npti«rbpn Meridian des Ortes; auch liegf^ii die verschiedenen magnetischen 
Axrn ti]i ht iianillel unter einander. Ein bestimmtea System in ihrer Anordnung liefe sieb 
bisher nucli nitlit erk^ iiiien. 

U. AU ein iietif iii>iU:.liliciie» ilesultat von geologischem Intere.s»e mag noch auf dun bis- 
her im Odwwald nicht beobachtete Vorkommen von interessanten Gesteinen hingewiesen 
werden, weldi» weBentHch ans Magneteisen, Komnd, ^inanit ood HercTnit (resp. aebr dtmUem 
EisentpuMl]) bestdien nnd im Sanaattiitgabbro T«n IKederbeeibaeh am Fulke des Fhmlceastebi 
(s. Tf. I. ^art«) vmlioamMn. Dlcaetben sind troti ihres sehr lidben Eiaengebaltes m gut wie 
jfanz immagnetiBdi. 



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AbhoHdl li Sfni-kfuh mthtrf'tifxfilsck 



Taf! 



Stiiialionsjildn tifr /'riK/rluiriff ilcs Mtj<fnel.sletiies vom Frtiiihfnsteiri an <lei lier(jslras.<ie 

lifolrtiixi h ,111/ijiiiomnifii tv/i /)' .1 Aiuirfne ti If C i'hftiits /AV,' 
Du Ttptifntpkuche tinindUgt biUtn äu Ümsh Mrss Ont/inalau/haAmeit I KfOOO 



Kuth AVfV*r ] KttriHii-li 




LI. . (inbltro xullfuwfist 
nifh an lloniblrititf im .VA" 1/ 
XW in (Itihhiiulionl uhrn/flienä 
OilWii/iiMiro iwCderHoht 
in t^iuuhtiiWthilil iibrnjfhtml 
WKk SnitssiinfLi;tr(fr Oabhro 
mil Kmlitijtnmijfn von Mitijiiel 
fisrniiestfinm Ju mrh an Kmind 
Silhmunii u Ittanoil sind. 
WIM<innoi)iunitf lAfihtfl 
Pilmwm .iiif'Ufiii II H'f-iil 
(iflianiff nit hl dUSfifidi hnet u 
nurdnreh It-Lassl 11 i!l tcss • 
urttytr Smd) iin<tfä<iitft 

• MaftntUschf Ftlsni 

• lUr MV/ .Viiiiiulsli-iii 
»fDtrnm LuJ»yg beituhult Moftmlttna 

• l'nltrsiuhlt nnmiignttische 
WfhrhIffl.Kfii 

• Aftf.\ iHflon Sit/ntil 



l)twns(hlt/'f? im fu>larisirltn Lichl von »iem IMirlit flWuiotitl 



I Xiehl [inlumitiifttflixchf Wirtftut 
Hill /iiIiliYiclun /jj.vr /itvi Olivinkenwn 



II /'oltti nuuiiif'lf.ilii' \',iridtit iint iflir 
spanamm Otmnrtstat I tltras mthr trrgrvsstil aUXTll 




- Stnirntm 
Sagntlttttn 



riiUnI 
«Win« 




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Text m Tafel II. 



Fig. I. Aiukbt de» MagneUteinfelsetu anf den FrankeuUla im Odenwald ron NW. Der FeUea üt etw» 
m. hnit hoah. Dia fltailm •> mldan <!• Wn^ttiiiilil anf im Jüm mmknääi wutt, aliid 

als Pnlf «'inisr»'trag«n und wiH die VnrrlHpitzp tlp^s Cnmpafü ron einem — Pol angCMgMD, fOn (bMl H- Pul 

aligeatuben. ^ — ^ bedeaiet l'aralieigieiliuig der Nadel mit dem Feben. 
üg. S. Da|^. TCi SB gieMiMD. 
Fig. 3. , , KE , 
Fig. 4. , , 8W , 

1%. & Obare Aaalcht gMdMU Febeu. Aa 9m Vfätm ateht die liellwtloiiHuiM aankn^ Dia mtlmi 

Linien bezeiclioen die niilitun;; i]«r DocIin.itiuii^iiaJi:! und zwar zei>;t rler Pfeil stets die Richtung des 
Nont(«la« der Nadel an. Der grolse Pfeil unter dem FaUeu bezeichnet dia «ahn N-tf Biditiiag 
Dia ZaUan I, II, XD, !▼ ^tMm aiek «uf 4Je Anniditn Flg. l, 2, 3^ 4. Di» Miiwttirtaa Teik daa 
Felsens liegen tiefer. Dar + M im KnIb inlhaiUb daa Stall« Ulgt M daf flalM des Maaw atma 
nnter der Oberlicbe. 

Itg. & Dia glaidMB nagnetiKliai Cvrao wia in Fig. 6 aif aimn aniana FaridoÜtfeUen altdUch de« Signalea 

am Frankenstein. Die Länge der beiden FeUptattea betragt gegen O.tiO m Nördlich und sttdiich tod 
den beiden Felsen liegen mxdi andarn magiiatiaGlia Oeataiaiplattaii, «alcha SU TMI Coma aaf daa.- 

•elben mit beeinflossoo. 

Fig; 7. FUnq «aa dar Vike dm SigMlca nit -h Pal oboa aad — Pol aalaa, aiaan aviamtaiMa 



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AÜHANDLÜNGEN 



HEKAÜ8GEÜEBEN 
TON DBB 

SENGkENBERülSCHEN MTüliFUll^sCHENDEN 

ÜESELL80HAFT. 



fOnfzehnteb band. 

DBITTBS SEFT. 



HIT VIER TAFELN, EDUB KARTE UKD NEUN TEXTFIOUBEN. 



FUANEFURT a. M. 

m COMMISSIOM BEI MOBITZ OIESTEEWlO. 

"im 



UNTERSUCHUNGEN 

Ob£B die 

VERGLEICHENDE ANATOMIE DES (iEHIMS. 



1. DA8 VORDERHIRN. 

▼ON 

m LUDWIG EDINGKR. prakt. Abzt. 

IN 

FRANKFURT AM MAIN. 



MIT TIES TAFELxN. 



Unt8E«iohi]ig«ii ttlMr die Ywgldelieiide Autoiiiie dei CUdm. 

Von Dr. Ludwig Ediiiger, prakt Aizt. 



I. Das Vorderhlrn. 

Der folgende Anfeatz giebt Keantnk vom li&a des VordertiintK auf (.irund vergleichend 
anatomischer Befunde. Er ermittelt, wie sich der Mantel, wie sich das ätammganglion bei 
den vondiadfiim Tinnii Teibalt, lomt ^ ffimrinde vaA di« b« lM!gl^BdeQ Fonntr 
tionai aiiftratm und weist «Bhli«Mif3i «ine AmnU Fawnflge nach, wsiclie d«oi Vord«rliini 
aller Wirbeltiere gemeiiuam sind. 

Seine Angaben atotnm sich auf ßdtande, ffie an Seiienadmitten dnrdi die Gcidne 
von Vertratara ikst aller WiiiidtierldaaBen «rlioben abid. ^e apitera MitteOong wird lidi 
in gleicher Weise nit dem Zwiadien» and Ifittdfalni beadiflfligen. Wenn ^mb In dar 
Litterator nicbt w&agt BrndtttOdt« mr vergleichenden Anatomie des CMrina ai finden aind» 
Bo war ea doch nfitig die Arbeit systematisch durchzufflhren und anch solche Klassen noch- 
mah neu /ii untersuchen, die schon früher seitens der Anatomen genügende Berücksichtigung 
gefunden haben. Der Text wird, wo er es mit solchen zu thun hat, kurz sein könn<'n. und 
es wird nicht «rfordprlich «Ptii in lietailbefunde da einzugehen, wn Älteres nur bestAtigt wird. 
Uäufig wird an Stelle des ausluhiliclicn Textes dann die Al)l)il(liiiif; tu ten kftnnpn. 

Mit der eigentlichen Ilistiologie den Gehirn* weidtu sich dieae Zeileu svtiiiger zu 
befassen haben. Meine Untersuchungen, die Anfangs nur auf die 1-Irkennung des Verlaufes 
der markbaltigen NerrerCttam geikbtet waren. Bind fiut die an PNtiacaten angestellt, die 
nach Weigert mit alkaSacber HimatoxylinUBoog geschwftrzt, and dann mit Boinz->Ferrid^an* 
kalhunlOenng dUEnenziert worden waren. Dab^ werden bekanntlieb aUe maikbaltigen Nerren- 
fuen BcbmtR, wahrend die Zwiaebennifaataoa gdbiieb «fsdieint, und die Zdten tat ibr je 
nach dem Orade dea Aoawaacbena heiler oder donUnr bnnn erwlinnen. Daneben Itamen 
Caimin- und Säarefocbampr&paiate znr Betrachtung. 



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- 1» - 



KbetiKo soll glekli lui Voraus bemerkt sein, dafs die nicht inarkhaltigen Züge, da wir 
noch kein gonü^'cndcK Mittel besitzen sie immer von BindegewebszQgen sieber zu vinterscheiden, 
nur BerOeknchtigung linden, wo « ndi, wie bei den CimiiiiMifen, um solcbe Blndd 
handelt, «eldie cemimct verianfen und aicb bei hshena Tieren mit Mark amgeben, alw 
sieber amn NenrenjBtem geboren. Trotz aO dieaer Reetricdmien bleiben aber dem, der aa 
die verglekbende Anatomie dee Vorderfaimea beraotritt, nodi viele und wichtige An^gaben 
zu Ifiaen. Die Anordnung der Nervmizeüen iet adt Stieda nicht mehr bei Vertretern aller 
Wiibettieridaflaen antersucbt worden, Uber den Veitanf Avt «o» ihnen entspringenden Bandet 
iet flberhattpt nnr sehr wenig belcannt Sie ridttig an deot«, bediifte ee vieUiidi neuer 
rntersuchunpen über die grOlwren anatomischen Vprh!Htni«>e, die sich, zum Teil entwicklnnga* 
geschirhtlither Natur, wesentlich auf den Mfuitd und seine Anhangsgebilde erstreckten, 
Hesonder*« Si li\vipriL'ki->itPn niailifr iinerwartctfi ^V(IM• <]^^^ viclnntoi'siirhte Sclachicrpehim. 
Dann war der Hininiantt ! 1h i li^ ii cnvarhsencn KiiDi limiivi hrti nnd die als P1px!1<s choroidei 
zu deutenden Stellpn d^r lirir-iilcn lliruwand bei allen i'iereii \uii tlt n liislicriero I ■nt<'isuc hem 
zumeist nubt riililig gtht linn woiilcn. Fa.st alle vorliegenden Hewiircibuiigi n siiui nach 
Oehiriien gemacht, an denen diese Teile ganz oder stückweise wegpraparirt waren. Nach dem 
Vorgang« iUbl-Bflekhardta worden debihalb viele ganx entkalkte Sdildd gcechnitt«n, in denen 
dann daa Oehim mit allen seinen Ht«t«n mtverletzt hg. Dabei waren, namentlieh mit Rttchaicht 
auf die nacbtiügliebe Weigertsche Pirbong, Anfimgs grobe Sdiwierigiceiten an fiberwinden. 

Am Frontalachnitt durch das Vordeifaim irgend eines Wirbeltieres nntench^det man 
awedcmibig 2 AbteUnngen: Eine Tentnle, die meist als aiemtidi dieke Gewebemasie m den 
Ventnkd vonpringt, und eine donale, die mehr oder wütiger dOnnwandig die Seitmt^le 
and daa Dach des Ventriicds bildet. Die ventrale Haase, wdcbe fthemll mit meüt nnr ge- 
ringen Variationen wiederheiirt. wird als Stammganglion oder Conuis striatum aofgefiüst, die 
dorsale, welche namentlich bei den niederen Wirbeltieren in ihrer Ausbildung gi-ofse Diiferensen 
zeigt, wird der Himmantel genannt. Nach der am meisten verbreiteten An.sicht ist dieser 
Mantel imnifr, oder fiocli fn.'^f immer, Hberzofron von einer Srliicht grauer Siilifitan/.. der 
Rinde. In den folgenden Zcilrri wird \( isudit \vi rdcn zu zeigen, dafs eine Hirnrinde in dem 
bisher angenommenen Sinne nulit notwendig dtnn Vorderhirn zukommt, dafs vielmehr erst 
spat in der Tierreihe die Nen'enzellen sich im Mantel zu eimt .sülch<;ii ikhicht vereinen. 
Ls wird sich dann weiter ergeben, dafs die Hirnrinde, wenn sie auftritt, noch nicht das ganze 
Gehirn Aberzieht, wie denn auch bd dem hochstehenden Gehirn d«r Primaten noch rinden- 
kiee Stdlen (Septnm pelincidnm) voilEommen. 




- «a - 

Bei all«*n WirhfltuMf ti ist ti;is ötaiiuiigangliou nervöser Natur. Der ManWl uber ist 
Lei den C.vclwäLoiutüi und bei den ieleosticm nur durch eine Schicht einfachen Kpithcls dar- 
gestellt, die nur an den Äusatzstellen durch Olia etwas verdickt ist. Bei allen anderen 
TierUauen, bei den Selacbieni, d«n Amphibien, Iteptilien, Vögeln und 8log«tiereii besMit 
du Vord«rUnid«:h tm Nervengewebe. Nie ab«r rdcbi diee« Enetzung der dnfadieD Epifhel- 
sdiicbt dordi dieses Gewebe nach hinten bis am Gangfion Habemdae, dem voiderrten und 
donalstenSUlAe des ZwiscbenbinNS. Immer ist das «or diesem liegende, also candalste StOclc 
des Binunasteb nodt einftdi epithelial. Es wird znm^ diiveh OefiUke der Pia voigeatlllpt 
nnd ragt als „Plexus dioroidea" in den HoUranm des VenlMbinica blnrin. 

Dm Vordwliini des AnnoooeteB. 

Die Utterator Uber das Voiderhim des Ammocoetes wird man in der vortrefflichen 
Monogiaphie zusammengestellt linden, welche Ahlhorn dem Gidnni der Petramjixenten ge- 
widmet hat Meine eigenen URtennehnngen besUtigen in Vielem die Angaben jenes Foneheis 

und venochen, sie nach einigen Seiten hin zu erweitem. Mit dem feineren Ban des Ge- 
hirnes bat sieb, einige gelegentliche Notizmi bei Langerfaana*) abgerechnet, anber Ablbom 

Niemand bcschAftigt. 

r>;is Viiritprliim pliodirt sirh diirrh tl.irlir Furcfifii in das ('isreiitlicht' V'orderhirn und 
den Lohm oiiat:t<iiiii>. l>er Venlnkt'l >i't/X sieh iii den iHzteifn fort. Kr liat im Uicclilapppn 
sowohl wie im Vorderhim je eine .^ritltphe Ausstülpung. Zunftchst srh.itit auch dvi liau 
beider Hirnteile wesentlich dvi gkiche. Aber an der frontalen und lateralen Seite sind in 
das Gewebe des Riecblappeus die eigentümlichen AufkiiAulungeu fein^ FOden, welche ab 
Glomendi olbcbntt hennchnet werden, eingebettet. Ava ihnen entwickeln sich d^6 febe 
Strtnge, die sich dann jedenmts an tinem Nervus ol&etorius vereine». Di^enigen Fasern 
des Riechnerven, wekhe am weitesten medial Hegen, scheinen ans dem Lobas der anderai 
Seite m stammen. 

Man erblickt auf einem Schnitt durch das Voidcrhini zahbeiche randliche Zellen, die, 
in kleinen Gnq^en behammeaUcgmd, auf der Scbnittehene ziemlicb gHeiehratlidg vertdlti 
von der Periph^e bb zum Ventrik«l«iiitbd reichen. Zwischen ihnen liegt eine fdniäaeiige 



') AhllK>ni rntt'HiUfJiiiwgim flber das Oflhim dar t^unaynuitm. ZaitMlirift für wiMamdwftllche 
Zvolütfie. Bd. 39. ä. 191. 

*) Langcilwiu Uatemchiiiigai aber V&nmgmia PlaiMrL ntilmy 



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— 94 — 



Masse, welche sich zu mehreren Str&ngen gleichgerichteter Fflfercben verdickt. Als solche 
Bfindelcben worden schoD tod frBli«Kn Autoreo beschrieben and auch von mü: «ifideqpifiiiiilm: 
eine Comimnir und dn CbiMam d«r Biedmarren. «. o. An ak tdüle&t alcb direkt mwh 
lünten eine Anatal Cenunimirbandd «n, die nriidien den Houiaitblno hinnelieB (Comnia- 
snra intodobidaiiB), und ecbUebUdi irt ein gani p«riplierwicta liegender Z«g ni «nriluMa, 
der zwiaebenhimwaxta siebt Er endigt eehwuUeb, wie Ablbm» will, im Zwiadimbim, 
wahnchendich gelangt «In Teil aeiner Futm weiter lünab. Idi balte ihn fBr dai binde 
VordeibinibQndel, von dem sp&ter die Bede eein wird. Die Commiann olCactoria bildet 
ywn den einzigen Abschluß des Ventrikels vom Schädelraum. Es liegt kein Himgewebe 
vor ihr. Ventral und dorsal von ihr grenzt das Ventrikelepithel direkt an den Scb&delraum. 
An der Peripherie der lateralen Gehirnteile fchlfti die nanplimizpllen; es verdickt sich dort 
das Zwisfhpnppwebe zu den mehrfach genannten i iL-,("r>,tiiin!,'t'ti Dips Zwisrhpnisrpwfbe er- 
scheint sonst ais enges Netzwerk . dessen Fiteerchen sich nach der Häiuütoi) liafäi buug 
Weigertb iu ijoiaxterridc.vankaliuui tost jhj schwer entfärben wie markbaltigc Nervenfasern. 
Sie stimmen darin nicht mit dem feineu Netz gewöhnlicher Glia überein. Wenn wir dann 
eeben» dab beim Ammocoetee die bei anderen Tlerai sieber nervOaen Zage der Commisenn 
olfutoria und inteilobitlatiB, ebenao wie die basalen VocderbinibOndel nnmittelbar io j«Moa 
Netz sieb anflOeen, ao wird es wabndieiDlieh, dab der giObte Teil dlea«r feinen Faden zu 
dem Nervengewebe gebort Diese Nervenüaaem, wdcbe sieb gegen die bekannte Weigertacbe 
Hetbede der Ifarkacbeideiiftebiing ao eigoitliinUcb verfaalten, aind in der gaaaen Tierrribe 
sebr verbreitet. Nackte Axenqrlinder sind es nicbt, alter mit dem, was wir Iwdier ab Nerven- 
mark bezücbneten, sind sie anch noch nicht umgeben. Weitere histiologiscfae UnterBnchnngen 
werden da wobl Aufklärung bringen. Ks ist nicht unwahrscheinlich, dafs wir da eine Art 
Nervenfasern vor uns haben, die bei den Wirbellosen vorkommt. Im Schlundganglion von 
Arion nifus vfrhaltrn sich die dort allerdings viel dickeren Nerven ahnlich gegen die 
Markscbeidrnlarbiing. 

l't'ber die (iestalt des Ammocoetesgehirncs (iiit ntitt der in ¥\g 1 dnrgestelltt» Hori- 
zonlalschnitt. von dem die mit S. bezeirhnete bullt- in tig. 2 .starker vcrijrüfeert dargestellt 
ist Beide Fraparate, mit der Wagertschen Fftrbung behandelt, zeigen das ferne Netzwerk 
zwiacben den Zellen. Der Froutaleebnitt der Fig. 3 erbringt den Beleg daflDr, dab bei» 
Ammocoetes nur das bassle ffimstllck ans Nervengewebe bestebt, der Mantd aber »or dne 
dUnne epitheliale Wand ist Auber dem Ammoeoetes keimte ich keinen CjrclostMnen 
untersncben. 




Dfts Vwd«riiini der Teleosti«r. 

Das Gehirn der Knochenfische ist bekanntlich seit uiehr uk buniiert Jaliren ein i^icb- 
lingsobjekt vergleichend MMtomkcbsr Fancfaniig gewesen. Aber ent in den letzten Jalir* 
sdmten kiben wir diurdi die Atbeitea vcn Stiede*), Fritscb*), Snnden*), Sellonei*) 
md Rebl'BIlekliftrd') Naben» Uber des Vordafain erlUiieii. Bi eoll hier oidit «of die 
eieb so vieUiMib widenpredieiiden An^en niber eingegsngen werden, die in der Dentnng 
der einxetnen Himtote rar Änleenuig kernen. W«s oll«r des Vordeihim bie jetst mit Sicher- 
heit bekennt geworden, ist etwa des Folgende: Die bdden eolidm Messen, die Uüä entmiorce, 
wekbe den ▼Mdonten Oehimebaehnitt bilden, sind, wie Stieda zneiet eeh, en den einandor 
zngewendten Seiten mit Epithel bekleidet, und di«ser von Stieda bereits mit einem Ventri- 
culuä communis des Yorderhirns h()iiu>]<)p''mirte Spalt ist auch dorsal von einer epithelialen 
Membran begrenzt Frit.^irh sit ht in den Lobi anteriores nur dns ^rimhim und findet d&A 
eigentliche Vord«Tl»irii in deiijenipen Hiniteilen, die alle anderen Autoren als Mittelhini be- 
zeichnen. Sanders. IScllonci. Mavser UJui andere halten Stiedas Ansicht für die 
rirhtiv'e. Keiner die^er alier s](ri(ht »ich über iliü eigentümliche, solide Beccbaffenheit auü, 
welche dies Voriierhini abweichend von demaller andern Tiere hat En^t liabl-Uiickhards 
an Forellenemboonen angestellte ITntenochnngen bncht«i endgültige Klarheit darüber, was 
die Lobi anteriores sind, indem eie, Stiedas BeofaMbtungen beetitigend, zeigten, dab der 
genxe Hantel der SnecbenHeehe dnreb eine epitheliale Platte gebildet wird, die eidi Tocn 
ind an den Seitenteilen an die Lobi antenerea aBbellet Felgereebt woide deshalb gesehleeMn, 
dab diese letsteren nnr den Stemmgaagtfen entstHMdun and dais die GehinM der Knocben- 

') Stied«: Studiwi Ob«g <U« watimto WaifMMgrtw <tor KniidnQg»elM, ZatMlaift Ar «iaHMclMftf 
liebe Zoologie. Bd. 18. 

*) 0. Fritieh: Ober da fttaMM Bra dM IlMlcsUnMS. BaiUa U78. 

•) A. Sander«: Contributj«M to the Autony «f tbs atutMl MnoM 9r^Um la 7«rMl«M« AaiaMli. 

PLilo». Trwisact 1S7S nml 1W2 

<) Bellonci: Ricerche int^mo all' inüma teaitnr» del oerreUo daiTeleMteL Baak AcwLdei Lincei. 
Bon» 18». 

DersnlVir Intiirno al!" Apparat.j tiltiro e olfAttiv«-oftifO dcl rprvcüo dci T«l«o(tei ibidem 16B6. 

Der»eibc: Intonto alla Stnittnra e alk «xiDeMiani dei Lobi olf&ttoni ttc iliiiiem. 1882. 

*) Rabl-Rflekhard: Znr Dntug mi EatmiMmg im a«iUiw der KnoehenSMlie. AicUt tir 

Anat. 1) Diy^iol. I^H2, 

Derselbe : Weiteren zur Dentung des UehiriiH der Knochenfische. Biol. Centralblatt. . Bd. 8. 
Dervelbe: Du Oehiiu der Knocbenfisclie. D. med. Wocbeosclirift. 18&1 Nr. 33. 



— 96 — 



ÜBche sich von denen anderer Wirbeltiere dadurch unteischiedea, dals der Mantel nirgends 
Nervengewebe besitzt. 

Die beiden Stammganglien sind unter sieb durch eine Coininissar verbunden, „Com- 
nuBBun intailobDliiri»'', die man «m Gittnden der Aniloeifl nnbedenUkib «t» ConunuBora 
«iMrior beMiehnen iaxt Fritsch hat Otfactoriosmixidii in ^ «intneten gesehen, und 
Be llonci hat dann in ihr «ine Coauniwiir und «in Chiaama baid«r lUeelinerveD Dacbgevinen, 
wie er sie hei verwihiadenep TierklaBen in d«r CommiaBmm aoteriior an^efiinden hatte. 
Osborn beachreibt geoaner di« einmlnen BOodel ^eser GonuBiaraien. 

M« Antoren anAhnen ttbeMinatimniend «inen marldialtigwi Faaanag ans dem Voider> 
bim, «Pedancnlna cerebii', der dort aiemlidi fteberftfniig entspringt und dttreh Zwiacbcn- 
und Mittelbim spinalw&rta zieht. 

Di« Zellen, aiu denen da» Statnmganglion der Fiache aufgebaut ist. sind am genauesten 
von Rcllonri nntprsiuht \von1«n Kr hat sich da\m der Osmiumbehandlung und auch der 
Fürlmiifjcii ln'diftit. Man kann drt>i \r\n\ von Zellen unterscheiden; kleine Zellen, fast nur 
au.> dem K<ni lie>telifnd, liefen in der I'tTiiiliLTif. ^'rofscit^ und kleinere multipolare Zeller^ 
erfüllen da* liintre der IIemi»jjhare, wuLtü die kleint'rt'n mein- aufsen liegen und sich dun h 
Osmiumsäure nicht no schwärzen wie die gröfseren. Auch verzweigt äich ihr AJicnc}iin<i«r 
m dnen Matse» wihmd derjenige der gtiStem Z«Kan direkt in Kernnfuer thop- 
zugehen aeh«bit 

Hein« eigenen Untnaudittngen waren weaentlicb «if dl« allganeraen FonnveibUtnine 
und den Verlauf der nailtbaltigen Kervenftaem nn Vordobini gerichtet Sie «iiid angeatellt 
aa Serienaehnitten diudi die Gelunie von: Corrina nigra, Bhodeu» amania, QjprinoB aantna 
(mehrere Altentadien), nnd Sabno trutta (nor ein cmbiyonalea Exempltt). Da die Angaben 
Rabl-BOcldiards trotz ihrer Wichtigkeit, so weit irh sr-ho. noch keine Nachprurung erfahren 
liabea, so ist es voh) zweckm&fsig zunächst auf den in Kig. 4 abgebildeten Sagittalschnttt 
hinzuweisen, der olmt' jrdc Scliematisintnp das Ophim einer jtintrcn ca. 2 Cent, langen Forelle 
dan>tellt. I»ie iillfrenieinen l'onnverljaUni.^se de^ Vorderiii rne.« sind da klarer, als heim er- 
wachsenen Tiere. Die (nisale M;i.s.se entsiiri< ht morpholopiM Ii dem llinistaTnm, die dur-ule 
Membran dem Mantel. Die echtere ist identL-^cli mit dem, \v.w die Autoren Lobi anteriores 
nennen. Diese enthalten aufser dem vorn und baatil liegenden Ursprung dcs Kiechuerven 
noch das Stammganglioo. In ihm Hegen ahlreidie ZeUea riemüeb niiregeliuar»ig zerstreut. 
Anf den Frontatachnitten duivh daa Gehirn dea Bhodeaa, die in Fig. 5—8 abgebfldet sind, 
kann man am StammgangMen zwd Abtdtungen mterschaiden, eine ventrale, weldi«, adimal 




uii<i mit wpiiig Zelleu veiselieii, batipt»ilchlicb die Fasern aas der dorsalen Abteilang iinch 
hinten führt, und eine dorsale, welcLib die Mehrzahl der Ganglienzellen enthalt. Bei Corvtna 
liegsn midi in der ventralen Abteilung ziemlicb viele OanglienxeUeo, wie denn aberhaapt M 
dieMDi Tiere der Ben des StammgangUom eompliciiter n aeu Bckeint, «b es «idi mit den 
einfiwbeD von mir angewaadtea Metiioden erkeuBen liefe. Bei Qyprin» «iiniti» ist die 
Tremnug dee SUmraganglkH» in eine donale und eine ventrale Abteitong nur tn den 
eandakrai AtMehnittea dentlieli. Anf der Gienie zwiacihen denaler und ▼entxaler AbteOnag 
setzt akli «nlBen der Hinmuntel an, in den Afifimga nodi ein StOckehen GUa flbeigelit, der 
aber bald nur ans dner dösigen dünnen E^theUage beateht Abbildoogen des Mantek von 
erwachsenen Knochenfiacb existieren, sowdt ich sebe, noch nidit Gewöhnlich wird er 
beim Prftpariren abgerissen. 

Der Mantel spannt sich dann, man auf Fig !3 — lf> sieht, in Ipichteir Kofrpn 
über die Staramfranplien hin Obgleich er keine inediuh' Minstülfninfr zeigt, wie dfi Mantel 
der höheren "Wabeliiere, >(> wird man doch leicht anf den Alilnidungen erkenaen, daf^ aiuli 
die KiiocLeiiti.sche Seitenveiitrikel beaiitzen. Sie sind nur außerordentlich enge nnd wurden 
biober meist übersehen. Dicht vor dem Zwischenhim bildet der Mantel don>al eine sich 
«adEartig nach vom legende Anaatulpung, das Polster inr ZlrbeL Auf dieses legt sich, den 
Sack von eben her etwas eindradcmd, diet Sdilaiadi der Glandula junealis. Dieser ist, wie 
bd allen Wbrbdtieren, eine AnastOlpttag des Zwischenbtmdaiches. Vw dieser AnastOlinuig 
seilt sich der bis dahin rdn eidtheliale Hiimnantd an die GangHa habenulae an (Fig. 15), 
die awei recht ansebnSdie Gebilde sind. Aof der Flg. 15 aidit man neben ihnen auf dem 
Sduntt schon die Ganglien des MittelhimeB getroffen, wodnrch das ganxe Bild etwas eempli- 
cirtes bdtommt, wie man es auf Schnitten durch diese Gegend bd anderen 'V^'irbeltieren 
nicht zu sehen gewohnt ist. Das kommt dadun-h zu Stande, daf:^ bei den Knochenfischen 
das Mittelhim so stark au.*gebildct ist, dafs es das Zwischenhim weithin nach vom übernigt 
und dicfit; hinter dem Vorderhini erscheint. Dieser rmstand hat mcrkwflrdigerweise manche 
Alltonn da» Zwischriibiiu ganz übersehen la.ssen. Die Kiiothcnhsche aber haben wohl ein 
dtutlKli abzugrenzendem Zwischenhim, in dem sich auch, wie ich im 2. Teile dieser Arbeit 
/t iptMi werde, die Ganglien und Faserzttge finden, welche bei allen Wirbeltieren diesen 
Himteil cbaraktensieren. 

Ans dem Staniroganglion entspringt ein einziges MHoMiaHiges Esseibllndel, das basale 
Verderb irnbandel, der jjPeduncnlnB Cerebri* der Antoren. Bd Memen jüngeren Tinen 
hat es nodi kdne Maricscbdden. & eischeioen seme Qaemehnitte debbalb tn den Figuren 

MhiadL dw («MlMnk. MtVlT. G«. XV. Bd. U 



13—16 imaat bnon und nidit iavdi HftaMtoxylin geseltwarzt. So fiuid icb «» den 
5 CtoL langen BhodenuKempIann und bei einer Anzahl Ideiner Goldkarpfen bie »i 4 Ctm. 
XOcpeilMg«. An dem Gefaiin der erwachseoen Ck>rvinft waren alle Fasern dteaea Bflndel» 
markhaltig, man kennte da erkenneOf dab ea mit drei Wnneln entoprang. Die beiden eiaten 
ataarnnteo ai» dem Gebiete der dmaal nnd lateni etwa» diekter gelegenen Ganglienzellen, 
die dritte bot ein bewmderea Intemse dadnieh, dab aie an» dnem eigenen woU chamkteii* 
Sirten Zcllkomplex stummtp, der nahe der Medianlinie mitten im (>»nglion liegend wobl als 
besondere Abteilung des basalen Vorderhimganglion aufzufassen ist. Die drei Wurzeln sind 
aaf dem Fig. 16 abgebildeten, etwas schrÄg nach vom abfallenden Frontakchnitt deutlich. 

Die Fasern des basalen Vorderhimbündels sammeln sich nabe der Basis und ziehen 
dann nach hinten, wo sie im nnr^(*ren ventralen Gebiete dv^ /wisitbeniume», dicht nacb innen 
von dem dort herabsteigenden Tractns opticus gefunden werden. 

Wie .sie sich dann weiter vr rhalti n. konnte ich bei den Fiirhf^n nicht sicher ermittehi. 
Wir werden aber bei dfii iUin2:en Wirljctticren diesem Bflndfl iiunicr wirdrf Ix'frcEmen und 
dann sehen, dats es zum i eil im Thalamus mdai, zum Teil weiCtr liinab gt Uuij^t. Um UiioUeos 
und Corvina glaube icb die hjidigung im Thalamus erkannt zu haben, doch sind die betreffenden 
Kkter nicht to eindentig, dab icb mit aller nötigen Sicherheit diese Angabe machen kann. 

Bei diesien Tieren ziehen zwischen beiden basalen Vorderbimbündeln dünne Fasern 
dahin, sobald lie in'» Zwisckmdüm eingetreten sind. Diene Commissor der banalen 
Vorderkirnbflndel kemmt bd allen HerklaBsen vor, ist aber bis jetzt nur einmal« von 
Osbem') geaeben worden, bti Reptilien. Mit der CommlsBiiift anterior (Cemmissiiin int«r- 
lobolaris Autt) darf de nidit verwechselt werden, sie Hegt welter hlntOD und gekürt bereits 
dem Zwischenhim nn. Bi ist mir firagildi, ob sie ebe Commlsaar oder rino Knnzong ein- 
zdner Bdndel dantellt Bei dieser Gdegenhelt msckte tdi «rwSknen, dab c» ttberiwopi kei» 
einfach anatomisches Mittel gicbt, diese bei Untersuchungen am Centralnerranqptem so oft 
auftretende F'rage /ii entscheiden, und dafs man gut thun wird, in lier Frage ob Commiasar 
oder Chiasma nur der (indden'scben Atrophiemethode sich anzuvertrauen. 

Ueber die in der C'ommissura interlobularis enthaltenen Fasern kann ich nur wenig 
sagen, da ich sip fast tmnT^r niarklos befunden habe. Hin Teil verbindet jedenfalls die Stamm- 
gwiglien unter einander, ein anderer stammt aus dem Riecbnervengebiet, er entltftlt som 



■) Oükorn: Tbc drigüi of tbe cor])tu callasum etc. Morpbol. Jahrbach 1807. — .S. 541 In danr Ffgor 
ahne nSlui« B««dii«Unuig «Ii ,ConmiMiin conneetinf mgion of the tbe pedanelee* beeeidmeit. 



— » - 



Teil sich kreidende ia^eru, und <iie geki^uictea Üündelchen gelangen dann in das Zwischen - 
hiiu Bei Corvina war nur dieser Teil der Couunissiu' markhaltig. 

Dik biMl« VardCirtiimpngUaii d«r KMdMdiMte kt mt tirsprungsoit von Nerven- 
fttem und nidit, wie ee Ten Corpos Btriatnm der Sftogetiere behemptel wird, in die Nerven- 
CuerbaliD dngeadialtet Ei entopridit nor dem PntameB und dem Kaelens candatu der 
hfihwen IWe, mit doeo Ben ea nedi dem AvuSbea vad der muregeUnftbigwi Anonhinng 
seiner Zellen •■di grobe Ihnliehkeit hat. Von den eigenUbnüelien im Giobai pelfidim dce 
Linseoiceni» geg^nen Faser- nnd ZeUwlilltniHcn ist bei den KnoehanfiKhen kfliaa An- 
deutong zu finden. Das dort entaprkigende ^ba&ale Vnrderhinibflndel" knnnnt. wie oben 
gesagt wurde, in der ganzen Tierreihe vor. Unter dem Namen Pedunculus cerelih wurde 
bei den Fis^-liPti oft befjchrielicn. I>a aber der HinistiH hfi (Ifn hnhrn'n Ttprcn nticli die 
Fasern aus dem Mantel aulser denen, welche aus dem Coqms striatum stamm* ii. i ntlialt. <o 
rnnTste fttr da.« Bündel ein aelhsttadiger Name gewählt werden. Ka wird bei den irischen 
»ehr spat markhaltig. 

Dm Torderhirn d«r Seliehter. 

Wt besitien eine groiie Anubl Arbeiten, wetdie sidi mit dem Ban des Seiachier» 
geidnes beadiflftigen. tSaägs neuere enüialten Voneichniase der alteren Uttentnr. Fast 
alle beschlitigen «ieh mdir mit dem maeroeeopiachen Anaaeben ab mit der feineren Analyse 
der Faaefong nnd der Anoidnnng der Zellen. Über diese letateren Punkte Anden sidi nur 
Angaben bei RohonO nnd bei Sanden*). Die Abhandimg von Viaalt konnte ieb im 
Olic^nal nicht erhalten. Nach Sanden« enthalt sie keine neuen Thataachen. 

Meine eigenen l'nterHUchungen »ind angestellt an 3 Exemplaren von Scyllium catulus, 
an drei Haia davfita, einem Torjtedo und an einer gröfseren Anzahl junger Embr>onen von 
loHfido oicllata in vor«chi<>denen Altcrsi^tadien. Dea dürftigen Materiala halber kamen nor 
Fronfai- iimi Saf:ittiil-,i.iiiiiUt' zur Verwendung. 

bm \ orderhim der Selachicr ist ein mächtige Gebilde von einei' bei den verschiedenen 
Arten nicht nnbetrtchtlich wechselnden Pom. Ein Blick auf die zahlreichen nnd sehOnen 

') Kohon: Dai Cefitnlofgan des Nerreikvsteiiu dar SeUcUer. Doikwiizifteii der Wicoer Academie. 
1878. Vol. ffi. 

') 8aD(U r-< I 'II the .'VoHtoi»)- of tlie oeaUal aemom SlyiUai !■ Vartefarale aaiiial«. FhiL IVaaNCt. of 
the rojrai «ocitHy Vul. 177. SefiArat Luudou TrUbncr IBt<7. 

*) Vimolt: Becbereliee bbtolegiqae« tur 1a i>uactare des centres menreu des Pla^ustonies. Anh. dt 
ZmL «ipailn. 1818 VaL S& 



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— 100 - 



AUnldmigai bei BdMm «od MidadM»>lbelaj*) irint bMMt «b BaielinilnH^^ tt«- Sm 
MamdgGdtiglMH; d«r •oCmiwi Fofngertaltant «liantten. Die VwdtiUnbtaM der Knorpel- 
fiadie antench^et aich dnidi einen UmitiDd eebr weeentfidi ven der aller hBheren Wirbel- 
tiere, ee kommt in ihr ide m einer vililiigHi Treminng des llentele in swel HenkiBpbiren,«nd 
aneh an den BtemnigangUen iet die bilaterale Anoxdnuig mdaC edwer ss eehen. WoU 
erkannt man auf der Oberfläche dee &Bt Tiereckigen Gebilde» bei einigen Haien eine aagittale 
Hedianfurche, aber diesp bl< il)f, wenn auch in Linge und Tiefe wecliselnd, doch immer flach 
iHirl gellt mV bis zur Schädelbasis dmrh. Bei einigen Haien (MnsteluH, Carcharias 11 A.i 
sie sitiY nlrlit vorhandpn sein, nnd den Üochen fehlt sie jedenfalls. I>iidureli prhült das vorderste 
Hirnstiu k. von d<ni noch lifi \ielt'ii liaien beiderseits die enormen KiechJai»j>eii abgehen, 
ein etwää ungeheuerliches, vom Gewohnten ganz abweichendes Aussehen. Querschnitte zeigen 
daiui, dals auch die Formverhältnisse der einzelnen Himwflndc ganz eigentümliche sind. 1^ 
igt gewShnUch (Be Yovderwand wid die beeale Wand in ibrem TOirdenten Tdle emm va- 
dicht, aie achNoen die Hauptauaee des ganxen (hgaas an bilden. Der hintere Tril des 
VorderiiimdadMB beateht nnr ans dner dünnen Membran, die aidi, ehe de in daa Ziriaclien> 
hindach Obeigebt, zn einem Plexna cherddena aUBatOlpt. Dieser ragt in den Hohlnam dea 
unpaaren Yentrikda hinehi mi spaltet sieb bei deqfenigen Halen, welcbe Seitenventrikd 
besitzen, hi iwei Plexna cheroidet latmka. 

& ist «n hemnaprftparirten Selachieifebimen wid auch an Schnitten durch selche 
nicht leicht zu erkennen, was die dicke Masse des Voidt-rhirn-s, deren .lufswt Fenn so 
wechselnd ist, und dcrt n innerer Hohlraum bald außerordentlich klein und unpaar. 1):il<i 
grüCser und in zwei Ventriruli laterales aus^pzopon ist, eifrtüitlich bfdcntet. Die Mchr/ahl 
der Autoren nimmt an, daiii es sich uro die in eines Nerschiiiol/eiieti Mantel und Stamm- 
gangliou handele, andere sprechen sich überhaupt gar nicht darüber au», wo sie den Mantel, 
WO m das Stamraganglion finden. Die Entscheidung dieser Frage ist aber sehr wichtig, nicht 
nur in rehi morphologischer Hhnicbt} soadeni aneh wegien Deotmig and AnffiuBong der fan 
Gdiim der Setaehier entspringenden FaserbündeL iSnen Zwdfet daran, da& man ee einfiscb 
mit HendaphBren, deren Teile ToDkommen mit dnsnder rersdimolxai sind, 3su thon habe, 
lifaert nur Hader*). »Bs wird*, sagt er, «das Yeideriiiin gewübnlkb ab Produkt dw Ver- 
achmebnng der Gtobhimhendsphftren betrachtet, ist aber vielleidit riditiger als des^ verdickte 



•) Miclncbo-Uaclay : Beitrikge «nr TergleicbeDd">n Nenroln^ir rlrr Wirbeltiere. I.i>ij»ü!jr 1W70 

*| Uoxlejr: Uandbach 4er reigl. Aoatooue d«r Wirbeltiere überaeUt T«n fiaUel. Brealaa IKTS. liöb 



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Knd« dtm prim&ren Gehirns zo betrachteu, in welcbem Lamina termiiialis and Uemispb&ren 
kaum aujigepriifrt. sind'. 

Es wird schwer »eiii, die&f !• ragt- an »»rwRcJisrnfii 1 ieren zur Entscbeidung zu bringen. 
D«Uialb ist im Folgenden der Versuch gemacht, /.u ermitteln, wie sich an Embiyonen die 
«biBchllgiiehen V«E)illtBim dafoMkn. D«r ttitwicklBiigii8«M^ehl)k&« Hf «g Iwt daaa in d«r 
Thit andi zn beiHedigender Aafklanmg gefBbtt. 

IlnterHUchongcn an Embryonen von Torpedo ocellata. 

Sa^iltalscliiiiUL tliii th Embryonen von 1 Cttii. ].äiif,a' iFig. ü; zeigen, dais dio Iluujd- 
iiiii-^sk- der N'ordeiliiriiwutid nur frontale Wand ist. Au »ie reihen sich kurze hohe SeiUiuwaade. 
Üaä dor^^ü uud das biuale btück der Vorderhirnmasse ist ebeufall^ aui^erordentlicb kurz. 
Entaireg endet mit der Anlage des Flexas cboroideus, die sich dort einstülpt, letzteres wird 
dnidi die berat» iem Ziriaelieiiliin ragehOmito Etmeniniiig im bfimdfliaiio« begnoft 
Die yorderliinibiM» ist «ItP mbr Icurz, kaein V« so lug eis die Btaae dee IfittelhiTae*. Sie 
besteht in diceen Altentadium weientiicb am den enb^salen wmdBchen Zellen, nach aaCBen 
TOS den Zeüen liegt «ne lielle SeUdit, die wohl den entea auftretenden FaMvn aagebOrt 
An der SdiSdelbaiie «sdieiat die Hjpoplyiwnanbige ak eiafaeher, aieh am den Epitbä der 
MnndhBlile eatwididailer SeUandi. 

An EmbTTOnea roa 2 Ctm. Lange (Fig. 6) tritt die im Verbaltnie zu den andeven 
Hirsteilen aufhUende Eflrze des Vorderhims noch mehr hervor. Oer Boden (Anlage des 
Ba^alganglions) und die Vorderwand (Regio olfat loria i sind dicker fjewordcn, ebenso auch die 
Scitcnwande. Die dorsale Wand be.'^teht ans »■incm nur '^idiu. kurzen (iewebsstttck, das sich 
rasch zu dem Fk-\u- clioroidfus vcrjüügl. In diesem öUdium hat bereits eine Scheidung 
in zellenreicbe priue Substanz, welche ventrikelwftrts liegt, nnd in feinfaserige weifse Subst;iuz, 
die peripher bleibt, au der gauzen Peripherie des Yorderbirns stattgefunden. Die graue 
Sabatam iat nanentlicb mAebtig in den firentden nnd baaalen OeNMen, demelbea, am denen 
BfAter daa BeaalganglioD «ad der Bieebnerr bwvorgeben. Diem lehaife Scbridnm der 
Gevebmiten bleibt apMer niebt erbalten. Li dieier Weiae danend beatebend «erden wir 
ibr aar bei den Amptaibtea begegnen. Das Oanf^n habeanlae nnd das anstefiwnde Mittel* 
biimdMb weisen bereite Complicationen dea Baues an( von denen in einem ^Itenai Aafeatm 
die Bade sein wird. Intereasaat ist, dafs die Valviibi «enbelli, tinScb «ie bei den Knedian- 
fiscbeo, etws» unter da« UütelbinMlacb ragt. 



— 102 - 

Am. Boiitt 1« lifwi ffVJinM seht ma ü» Hüniitad lieh in saUreidw Iwhie 
ZtpfiBD tMuMfiva, Dadnxeii enlrtdit der M Sdachiern w seiir «ntwidielt« oenbnio Tdl 
d«r B^fpopbjae. Danmter hat audi der ent eiobche Sech des pherynfeelM HypephTaen- 
eeUancbee beraita einig« AMBtaipiaiigea entiricMt. Von nnn nh begbni dte Vorderwiiiil 
«idi mehr nnd nehr su verdidMn. Bei lachten von 8 Cbn. LInge (Fig. 7) itt das Beben 
deutlich. Dann aber scheint der Verdickungsprocers fUr einige Zeit unterbrechen zu werden. 
Bei Früchten von 4—5 Ctu. L&nge gleicht sich die KopfkrUmmung wieder aus. Wenn man 
nun Fip 7 mit Fi^ 8 vergleicht, so sieht man, dafs tliireh das Verschwinden der Kopf- 
krfimmuiiL; im sjaii/t ii Ihibitiis des Vorderhirnes eine Veränderung erzeugt wird. Intlem 
tlas-L'Ihe sich crliebt miüä es »ich den weiter hinten liegenden Hirnteilen, dem (imiglion 
babenulae und dem Mittelbirndach n&hern und das kauu uui auf Kosten stiittes ilohiraumee 
gescbebee, in den dann diese Gebilde, ihn Tereegernd, zu liegen kommen. Dabei Tenieht 
eich die ganze Himmnd so, dab der Mantel von nun eb nor noch geringen Anteil an der 
üngrensung dea Tentifkelhobhauies bat vad Uat gans in die daa GtMm ▼era aboddiefeende 
Wand einbeiogan wird. Namentlich geht ihm nm diese Zdt eeh eandalea vor dem Plexus 
dionudens gelegenes Stück ihst verloren, es wird aameist in die doiaale Waad Ihergemnunen. 
Wenn das Yocdetfafam einmal gratreckt ist, beginnt es wieder stark in die Didn in wuchern, 
und PS vprrngt sich, wie mau auf Fig. 8 und Fig. 9 sieht, der Ventrihel immer mehr. 
Schliefslich ist er nur enger Spalt, der fast unter dem caudalsten HimstUck beginnt und sich 
nach der um iliefc Zeit sfhon sehr ttti*pfbi!i1ctpn HypophyypnformalinTi hin^^ipht. Fig. 12. 
Die Gci!anjmtiiia^>f tlos Kochengehirnes, wie si(> bei einem li Ctin. Imgen Kmbryo vorhanden 
ist, gleicht whoii sehr derjenigen beim reifen Tiere. Mantel und ätammgantriion «ind nicht 
von einander deiitlicli trennen, der ersterc ist, wie wir gesehen haben, fast ganz in der 
Stark verdickbsu Vorderwand antgegangen. 

Wenn wir nodmab den eben geschilderten Ihtwidlmigsgang aberbUdcea. so aeben 
wir, dafa bei den Rochen aich nicht wie hei anderen Tieren aus dem prlmAren 
Yorderhirn nach vorn ein paariges secundtresVorderhirn (Stirnhirn) ent- 
wickelt Es bleibt vielmehr zeitlebens die primitive Form der ersten 
Anlage erhalten. Indem sie sich namentlich in ihrer Vorderwand stark verdickt, und diess 
Verdickung bei Ausgleichung der KopfkrQmmung nabe an die basalen Hirnteile rückt, ver^ 
schwitidrt dff ohnehin kurze Ventrikel hi- ;iuf ?pinen caudat>t lie^'emien Abschnitt und es 
entsteht das anscheinend solide (iebiide, dati wir bei den erwaihseaen Tieren beicits kenneu. 
Der dorsale Maiitelabscboitt ist io ihm fast aur durch den plexus choroideus erhalten. 



— lOS - 



Naehdui vir lo fir dt* Bodien «iiMiB Avsganppunkt gefundeiu ist es niebt mehr 
whwer aadi dw Yorderliini der Haie mit sflinen «ediMliMleii Formen sn Tentehea. & 
handelt rieh da iwettUsohne nneh um das nnj^aare piimlre VorderfatrD mit seine» nnpaeien 
TeiitriliaL Doch siebt na» bd den Halen hier und da deotlidi, dab aü dieeem sidi Ton 
kons Hobhrlnue aeastOlpai «nd so da» erste Anfkraten ven StlntappeD enengen. Die 
Hauptmasse des Selaehiergehirns ist also das priin&re ungeteilte Vorder- 
biro. BieRochen besitzen nur dieses, die Haie haben bereits, bei den ver- 
schiedenen Arten wechselnde, Anlagen xu einem secandaren Vorderbirn. 

Erwachsene Tiere. 

]>er folgenden ScbUderaag des Faaenrerlatiles Hegen nur die PFftparate Ten den Bochen 
m Grande. Erstens, well wir eben die Sntwicklnng gerade dieaea Gehirnes studieren konnten, 
nnd zweitens, well zafUlig die Uebraab) n^aer Kügehime nicht in dem hohen Grade Yon 
FHschheit mir snkam, der nun einmal Ar Untmsacbangen mit dar Blmato^linmethode gana 
nneriiislidi ist. Soweit ich sehe, sind aoch die Fasen erhaltnisse bei beiden Seiachiergrnppen 
nicht sehr verschiedea, wenn man von dem bei den Haien viel besser und kr&ftiger ent- 
wickelten RiechnerTCDapparat und dem dazu gehörigen ConuDisauron^yatem absieht. 

Daa Vonieiriiini der ervachsoncn Baja und des erwachsenen Torpedo, über deren 
aufsere Form die Figuren 10 12 orientieren, besteht aus einer austbeiiiend ganz soliden 
Gewebsmasse- Mantrl und Stamm sind in eines verschmolzen. Nur um hinteren Ende, dicht 
vor dem zum iilcxus choroideus verdünnten Teile des Hirodacbes, kann man noch einen 
caudalen Mantekl>M;hniU deutlich vom Ijebrigen absondern. Er sphliefst mit dem relativ 
kleinen plexuj» zusammen den kurzen unpaaren Ventrikel dort^al ab. Bei den Htucn aeVit 
dieser aich Tora in die mbchtlgen HeUrinne der IHediii^^ und in die klEiarea iiu 
ventrienli btendea fort In letztere reicben aneh Foftabtae der pletas chotoidei hinein. Bd 
den Bochen dM» ist. wie wir sahen, wahrend der Entwickhnigsaeit der grSbte des 
prlmiren Himboblnnmea vorleren gegangen, eis sieb die EopfkrOnBimg amgticb imd die 
Wftode iea primären Vorderhiraes sieh so stturk verdickt». iSn abnor, fAdbt »ehr »It 
Epithel beklddeter, sondern von einem lockerem Gewebe erfüllter Spalt, der bei allen Rochen 
in der Verlängerung des unpaaren Ventrikels nach vom lic^t, ist als der letzte Itest dee 
verschwiiTitlenen vorderstpn Vcntrikelstückes anzusehen. Der Beweis \siri\ sich leicht ci-'eben, 
wenn mau die Tafel 1. abgebildeten Schnitte von embiyonalen und reifen Bocbeu vergleicht> 



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— 104 - 

b d«B Hinigmrabe difagM vm donal bmt dtrcb einen eich necii Tcnmcfgendai 
Spelt CR<»^ »fmanea eiitilUtiui') nebrere Qettüte nH «eiteo LgnDpbBGheiden ein. Etm 
eil dieeer Stelle beginnt, geoen In der eefl^tttleiiMediBnebene,ein nun gfoieenlWI meridee« 
Nervenfaenng, der ven vom denal neeli hinten ventnd ideht Er ellein giebt eo eine An- 
dentung dMon, dab eneh hier eine bOeterel efunetriedie Anoidnnng beitetaL 

Hinten aetst sich das Vorderhim doml und latenil dnrcb die plexus cboroidei resp. 
dae bftntige Dach, ventral durch die P e d u n c n I i der AuU. in das Zvischeohim fort. Diese 
Himschenkel sind T^fi >tarke Verdickungen der basalen (Grundplatte in denen hei allen 
Sehchiern flic Fasern ilalnnzit lien, welche aus dem Vorderhirn !>tanimen, Bei den verschiedenen 
Arten der Knoriieltischc i.«t das von den HimsrhenkHn eingenommene Stück zwischen der 
Hauptmu^&e Ue» Vurderhirneä und dem halaiuua verä^hiedeti lang. Bei einigen Haien 
Scymmus, Scyllium, z, B. odstirt de&halb Uber den langgestreckten Himscbeokeln dn sehr 
langer anpaarer Yentrikd, bei andern nid bei fast aOen Rochen dnd die betreffenden Stildm 
1nirz,nnd ee reicht die Hauptmeaee dee Yorderhimea de Obrndeckend nadi hinten Ue an du 
HittelUm dicht heran, nie es aof den Figur 10—18 abgebUdeten Segittabichnttten denUidi 
ist ünter den Himetielen liegt daa Ghiaeua. 

Des geaae Verdcrhlm Ist dnrdiseUct ven «abireichen GaagUenseUen. An drei Stettea 
eamiieln diese Mdi m grofsen Gmppen an, aus denen jedesmal markhaltige Faserzüge ent- 
springen. Im Stamm^anprlion kann man zwei Gruppen, eine dorsale und eine ventrale erkennen. 
Aus der ersteren stumnit. das basale Vort! erhirnbündel, in der letzteren enden die 
Fai'Prn der ComniisHiira anterior; -w m'höri vteHpirlit dem Ursprungs ^^ebiet des 
Riechnerven au. Im oieipitalsten Teile dv> Maniels Ywut ^eliLielsiich eine dritte Zell^ippe. 
ziemlich dicht über dem Ventrikeldach, aus der ein marichaltiges Nervenbäadei euU$phngt. 
des HantelbOndeL 

Ober die Faseraage, die im Verdeddm entspringen, diftrieren die Ansiditen der 
Antoreo, was, da bisiier nur Camiallbflwng rar Anwendung kam, nicht Wnnder nimmt 

Hach Robon giebt es d«rt: i, Qnecftsem. Sie Terlaafn als Analegon der Cemnissara 
anterior in der veideren mittleren Gegend des Vorderfaimes, S. LiagsfiNem, die Pednneali. 
Sie enfe^riagen in der oboreo vorderen Partie und riehen im Begen venlnlwirta, a. Fasern 
ans der oberen mittleren Region, die in d« Nachbarschaft der Pedunculi in das Zwischenhira 
hinabtreten. Rohon homologisirt sie ohne genügenden Grund den hinteren I^Angsbündeln 
der TIaulit' bei den hAhercn Tieren. S ander'; kennt fTieiifalls die rnmmisstira anterior, 
«r lalst sie aus Zellen an der Himbasis entspringen und erwähnt, dafs sie vielleicht identisdi 



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sä Bit Belloncis beim Aal entdeckter Riecblnpiicneonniarar. Er bcMbrabt andi die 
Cm» ceiebri oder Pednoeiili und iüs^ t&t im Mbr medial gelegenen ZeU«n entspringen. 
Das dritte Bündel Bobons bat er niebt gefand«i. 

Die Anwendoog der HlmatoxyliDmetbode UTst nun wenigstens die markbaltigen Zflge 
in ibrem gana^Veriaiife so klar erscbeinen, dafs Ober ibre Herkunft und ibren Verlauf kein 
Zweifel iiißfflirh ht. F-s gicht bei den Roclien deren vier: 1. Das basale VordeilliinbQDdd 
^identi«h mit den l'eduntuli Rohons). Es entt-iiringt im Stammgangliou, wendet sich von da 
im I^dt'cn herabsteigend zur Pasis. Twht nnter der C'onimissura anterior hinwep- und gelangt 
die CciiDmissnra Hallen und das Clii;iMiia liiiPVM brf ifend in <]n< Zwi^thenbini. Dort heJit steh 
ein Tpü dorsnlwflrts. um im pmlMu ■riiiihiiiiu-f.'aiiplii'ii /u eniltii, ein anderer zieht weiter 
hinalt und kami i punktiert in dem l ig. Ii abgebildeltu ^^bllitte) bis m.dit ObUmgaUi vuriolgt 
Verden. Vor ihrem Eintritt in des Ziriscbenhim wichen liundelchen aus einem Tractus in 
den andoren. Fig. 27. Das ist die Comminwr oder das Cbiasam der bnalen VordoliinibaDdd. 
2. Daa IfantelbOndel. Sein Verlauf erbeltt aus Fig. 10 and Hg. 27. Entspringend aus d«r 
denalcn Hantelr^on und der eben erwtbnten dort liegenden Zdlgmppe ziebt es ziemlieh 
eenkrecbt am binteren Bande des Vorderbines binab zur Basis. Dort wenden sich seme 
Fasern mit den^ der anderen Seite kreuzend auf diese binQber und sieben dann nacb der 
Oblongata binab. Der Vorlauf dieses gekreuzten Bfflndds ist auf Fig. 10 sehr gut m seben. 
Die ganze Kreuzung iijt schon öfters beschrieben worden. Da man aber Uber Abstuminung 
und Verlauf der in sie eingehenden Fa.seni nichtts wnsste, hat man das niftchtige Gebilde, 
welches sie fonnif it. der Commissura Halleri. welch«» von nnderrn 'Wirlif-Itif'n'n. besonders 
Knochrnfisrhrii. her wohl bekannt ist. pleirbc'«ft7-t. Mit dic-i r liat sii- r.ii lits zu thun. Die 
Con)^]ll^-slu•a IbiUeri verlauft ganz im /tti.Hhfiihini im<l wird iut /■.wcittii Tt'ile dieser Arbeit 
besprochen werden. Am einfachsten ist es, das niiuhtige ("ommissurensjstem an der Basis 
des Selacbiergehiinä als Kreuzoog der Mantelbündel zu bezeichnen. 3. Als drittes markbal- 
tigee Bündd des VorderUmes wlkre die oben erwldinte Cornmissura anterior zu beseicbncn. 
Bei den Bochen enthielt ai« nur wenig« markbaltige Bflnddcben, bei den drri untenochtea 
Exemplaren von Sqrllium catulus aber sab ich ausser diesen die StammgaogUcD T«rbmdenden 
Nerven noch mlditige markbaltige Zflge zwiseben den grofsen Bici^ppen dieser Tiere dabin- 
sieben. 4, In der donal«i vorderen Begion des Gdiimes entspringen ftot in der Medianlinie 
^e Anzahl markhaltiger tind eine noch gröfsere Zahl markloser Fasern. Sie ziehen erst ein 
«in wenig frontalwarts» wendm sieb aber bald in gestrecktem Zage nach hinten und zur Him- 

AMwiP«l.i«rSw4twlk.aituLaab«XT.Bl. 14 



— 106 — 



basis. um sich liaiiii waUrscbeiiüich mit dem Uu>iil('ii XOiderliirnbiiiuicl zu v(;reinen, als dessen 
medialät golegeuen Teil man sie aach auttitsäen kuniite. (Mediaubliudel der Fig. 12.) 

Brno. Bocheneiubrvo siebt mau zuerst das MautelbQndel und das basale Vorderhim- 
bflndel ineb 6dt«kk«l]i; beide sind wahnchniDlieh noch bei Embiyoneo v«n 7 Ctr. Lftnge 
marUeft. Es dftrfte ein lehnendes Untemebmen fhr dnen nüt reichem ICateriaie an der See 
Arbeitenden sdn, wenn er dieFeaerang dea Sdacbieigeliimee anf Grand ihrer Ibrkwbeiden- 
entwicldnng studieren wellte. 



Das Yordeibim der Amphibien nnteischeidet sich von dem aller anderen Wirbdtiere 
durch die vorwiegende Aosbiidang des Mantela und dardi das Zurücktreten des Basalgaogliet». 
Es ist ferner durch die eigentfflmliche Anordnung der Zellen und Fasern in seiner Wand 
wohl den embiy<)na1(>ii Orgiiiicn allor Wirbcltiero ähnlich, aber es isteht weit ab von dem aut- 

gertMft«Mi (Jebirn irfjend eines aiidoren Wirb«>lti(,'rcs. .So nimmt es eine Sonderstellung eiD, 
die. ob^lfjich sein H:iu hereits lanjje genüsnnd bekannt ist, bisber in den 'li's trntdarstelluiiffen. 
die wir von der vergleicbendcn Anafornh' r.cliisTis IxKitycti, nicht gi'nnL:*>nd ppwiinÜL'' 
wurde. Das Am|»bibieng<>hini steht nidu ui di i Iii ihr /wi.M-iien Fisch- und IleiJtiliengchim, 
soudeni es ist eine gauz abseits vun diesen liegende Hilduug. 

bt das Vorderhim schon anders gebaut ab das niedriger stehender Vertebraten, so 
ttbenascht ▼eilends die durchsiehtige Einfachheit des Zwischen- und Mittelhims denjenigen, 
der vorher die complicierten Verhältnisse kennen gehrnit hat, welche bei den Fischen an 
dieser Stelle bestehen. 

Das Amphibiengehirn ist das einfachste Gehirn, welches in derVer- 
tebratenreihe vorkommt 

Wir besitzen eine grofse An/abl Arbeiten, welche sieb mit seinem Bau beschäftigen. 
Die altere Litteratur ist bei Stieda citiert, der dem (jebirn des Frosche» tiiid dem des 
Axolotl eine mono^rraphische ileiirbeitung gewidmet bat.') Sind auch «eitilem iilter die i;n>- 
beren morpbiil'iLri rheu Verh.lltnisse eine Anzahl .Vngjiben bekannt gi wunlt ii. so ist doch, 
wenn wir von dem fast nur iconographiacben Werke Masows') absehen, der feaiere Bau 

*) Stifda: S(u<lieu ab«r da« c«DtraIo Ncrv<!a<:rsU'iu der Wirbeltier«. ZciUchr. C«(l(I.ZlMl BISO. 1870. 
— Derselbe: Ober da» cenu. Nerreuy^teui des AsaloU. Ibid. Bd. 25. 1875. 



>) ll»t»: The niimte BtiBstne of ilie oeitnl nervo« tjttitm ef «ertsia Reptttee saA Batradha» 
ofAmiiek. »«wyort 18». 



Das Vorileriiini der Amphibiea« 




- 107 - 



seitdem nidit mdir GcgensUnd angebender Untenncbung gewesen: Nor iBe Conndararen- 
q^me beben dorcb BelloncP) und Oeborn*) eine den Gegenetand fint eracbspfende 
Bearbeitung geftmden. ScUierslicb sei eturabnt, dab ganz neuerdings ven Scbulgin') eine 
UntefBUebung über das Gebim der Ampbibien und Beptilien vertffentlicbt wurde, die ruasiBcb 
gescbiieben ist. Scbulgins Arbdt enebien, nacbdem meine rnteisucbungcn berats ab- 
gescUoesen vorlagen. Ich vcivichte darauf, s-oino Ergcbniaee veigleicbead anxuzidien, da ich 
hcfflu'lite , ihn , wohl in I'olgc der inangelhuftrn Übenetxung, die allein ieb mir veiscbaffen 
Iconnte, vielfach nicht richtig veretanden zu haben. 

Die folgende Beschreibung gründet sich auf Aas Stndium completer Schnittaerien, zn- 
meibt in allen drei Kirhtungcn, durch die Küi>fe von Sainmnndrn, nufgewachben und ver- 
schiedene Larvenformen, Triton ebenso, Axolotl. Hana, in vier Larvenstadien und einer Bttfoart. 

Von der dünnen basalen Schlussplatte des Amphibienvorderhirns gehen nach vom die 
beiden Heinif.phftren aus. Sie sind dicht hinter dein \.r>hm olfactorius auf eine kurze Strecke 
nnter sich verklebt und von relativ hetiitchtlicber W mid^taike. Im hinteren Drittel verbindet 
eine uiiultigc, mehrere Commibhuieii iiageiule Iiiiukr die Himhftltteii. l>as Stück der 
luedialeii Mantelwand, welches gerade üheribi* liegt, \iiüünnthich zu einer einfachen Kpithel- 
ücbicht, welche, von einem Hutgeftb dw Pia ausgestülpt, zum Plexus choroideu» wird. 
17nter und hinter der Commiaaur liegt der Ventrieulus nedb» mit iea Eingangen in die 
SeiteDventrikel» and weiter hinten liegt noch der kurze Lobus «ecipitalia jeder Hemi- 
spbAre, dem wir hier zum ersten Mate in der Tierreihe begegnen. 

Ein Stock der Hemispbarenwand, welebes lateral und basal liegt, ist etwas dicker als 
die übiige AuTienwand und ragt deshalb in den Ventiikd tiefer hinein. Ans ihm entspiingt 
das basale Voideibiinbllndel, das aam grofeen Teli markles ist Diese Verdickung, die bei 
dem Triton and Salamander sehr deutlidi, bei der Krote ab«r kaum angedeutrt ist» mnas als 
das Stammganglion angesehen werden. Besser als eine weiter ins Detail gdiende Beschrei- 
bung wird ein Blick auf die I'iguren 17 — ^20 and 28, 29 Ober die moiphelogiacben VertiAlt- 
ni«e des Amphibiengehimes orientieren. 



■) Bellouci: Man vergleiche awftr den $. V.'i citirtcu Arbeiten: Solle coauniMnr« cenbrati aat«riori 
dagU AilU e M ItottHL Biili«ut IffiT. 

*) Oaborat Tke Origin of <lw eavpiw ctllMon, ete. KoiphoL J»btlMck 1881 S. 2SS n. ua 

■) Scbnlgin: den Bau den centralen NtffvmiytMiU dtr AmfUMu nd BiptiliaL Hdiüttn dar 
■eswaiiwbwi <i«MUMi»ft ü Odtm. 1S87. S. 14S 



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Dm Ente, wm an dtesea Sduütten «aflWt, istt dab kein« Spar von ^er Hiraiinde 
SQ 8^«n 1$t Gans wie b« den ftlteien EmbiToneii aller Wirbettiere ist die Wand dei 
Centnlnerven^tem» gewbieden in eine tanffe, weeenHieh ans Zellen bestehende, and eine 
taberef wcaentttdi ans FaBem und Glia bestehende Sdncht. 

Die relative Anabr^tung beider Scbiditen stwfiert man am besten auf Frontal- und 

Hblteonliilschnitten. S. tl Fif^g. Man sieht dann, dafs die Ausdehnung der zelligen grauen 
Sulxstitn/ nicht eine ganz gleichniafsige iit. Im allgemeinen folgt der graue Belag der Ven- 
trikelhölil^' und nittiint etwa die Hälfte der Wnn>ldicke ein; er besteht ans kleinen Zellen, die 
/uniebt rundiicli. selteaer polj'gonal sind und ohne deutliche Abgreuzung in das Veatiüiel> 
epithel übergehen. 

Die (janze graue Srhiclii lHv,ir?t jodm"!! mehrere Vortr»'ihun{»en nach anfscn, die viel- 
leicht den Aulag«'n künftiger <ianglien eiit-*t|iret-lieii. Kine solche liegt zunAch^t im basalen 
Gebiet der Hemisphären, vom, dicht hinter den Riechlappen. Eine zweite tindet man etwas 
weiter bieten in der lateralen Wand, etwa in der Mitte ihrer Hfthe. 

Id der &u£ä«ren Ualfce der Hirn wand, der Faaenehicbt, findet man nur einzelne xer- 
strente Kellen. 

In der medialen Wand sieht man dorsal von der Stelle, wo sie sieh anm Plexus che- 
roldes verdflnnt, dab eine grobe Anzshl Zellen zerstreut ans der Zellensehieht m die Faser- 
echidit Obergebt. Biese Zellen haben meist eine eckige Form, viele sind auch deutlich 
pyramidenfiinnig: Die beim Triton mbhr zerstreute Formation ist beim Frosche etwas ge* 
schlessener, und man noht (Fig. 28 A), dab sie nicht nnr lateral, sondern auch ventricnilr 
von der Fiu>erschicht umgeben ist. Ana der ao gebildeten, bst bieeUbrmigen Stelle gelangen 
Fasern in den fiereich des Uiechnervenonpmnges. 

Die Stelle, um die es sich hier bandelt, ist dieselbe, an der irtr spAter, bei den Rep- 
tilien, dem Auftreten einer deutlichen .Vminonsfonnation begegnen werden. Es ist wahr- 
Bcheinlich, dafs wir isclion hier die ersten Anfange einer solchen vor un-* haben. 

Auch das Commi:?surcnsy.stem i.st an seiner frontalen Seite von der Zellschicht über- 
zogen. Sie drangt sich zwischen die bcidfit Ti ilr- Af-r Errnfsi^n 'Jucrcomraissur, den ventralen, 
de» ich mit Osborn mid ]?ellonci (b r i llmllli^^^ura anterior gleichsetze, und den dor^slen, 
der. ilif M;intrlli:iltti'ii vriiiimlctxi, »acli U.-^born als Hulkr-Ti nnzuschen ist, la dem aber 
Bei lonci Teile einer tomraissura und eines Chiasma oliactorium erblickt. Nur die Commis- 
sura anterior enthalt marhhaltige Faser». Jedoch besteht aoch sie zum grolsen Teile aas 



markloscn FaMTii; di*- Mantclioiiitni.Nsur Itf^il/t nur so!fhf. Ks «rheint, dafs die Kpdrlicben 
(10 — 1 .T > markkiaitigeii t'li-ieif h df-r ( ommissura anterior mm I cil aus dem biwalon Vorder- 
himbilndcl stummen. Sichere lieweiae, die nur aul" liwizoiitabihiuttea voikuuimen könnten, 
ftnd ich nicht. Wer den Schnitt, der Fig. 28 abgebildet ist, durchmustert, wird unschwer 
«frk«iui«ii, dab $m der mlUgoi Innensdiicht die UehmU cd«r att» Ftmn «tspringen, 
wdcüie als fiuerige AttbensGUcht Vorder- und Zwiedwobini umgeben. DieTe Fas«n scibwanen 
sieh wie markbaltige Nerreo&Mni mit HlmatosyOo« entftrbeo aidi aber viel mehsr als eolehe 
in iUndiaeher FttridcgfankaUUidiig. Bei der DiffennBemng in aolcber eiluUt man Bilder 
irie das in Fig. 28 abgebildete tegefmlfing. Wann man aber langer fort di« Diffeienidemngft- 
llflMigkeit «rinwirken Utast, so wird das schwarze Gewebe dnnkelbison in einem Stadhun, wo 
die Himneneii und die panzc Foscrung des Uückenmarkeg , die das typische Hild markhal- 
tiger Ncncnfasem gewähren, nwb schön geschwärzt bU-ibeii. Wir haben da wieder das 
eigenftSmüclie Ocwobc vor nm. dem wir ?r-hon heim ATninofiites begegneten, das seiner Lage 
nadi au-^ (ilia iimi den Ausliiufem der ii;ui^'lii-n,'r-lirn iM'-trlicn mim, das aber in seinen 
Farbenn :ii timu II i ine Mittelstellung zwisch<;u juaiklusltigtui uiul murklusem Nen'cngewebe 
einnimmt. Carmin- und PicrocanninfArbungcn geben keine liilder, die weiteren .\u^hluls ge- 
irtbrten. Beim Froacb, beim Salamander und der Krote, bdm Triton md beim Axolotl, 
Oberall kann der gleidie Befind erhoben werden. Es besteht «in Uotencbied zwisdien den. 
Ampbibien nnd dem Ammodttea insofern, als bei den «rsteren die Fasern sieb alle nach 
anfsem von der Zellsdiicbt anlegai, wihrend bei dem letsteren sie noch di« gsnse Gekim- 
msBse dnrchziehen. 

So anberardenUlcb cin&di Ist das Gehirn bei allen den oben anfgesiblten Amphibien 

gebaut. Es erfahrt auch von der letzten Zeit des Lan cnlcbens an bis in das Alter des Tieres 
keinerlei Vervollkoniiimung mehr. Die Vordcrhinic grolser Sulamandcrlarvcn und des .\xolotl 
sind den i^nnloson Organen von erwachsenen Salamandern, Krüten and Tritonen ganz ähnlich 
oder gleich gebaut. 

>>chr spftt. wohl erst ganz kuu vor Autrill dvh reilea beginnen sich die Spär- 

lichen Marksdieiden zu bilden, welche im Amphibiengchim vorkommen. Es giebt dort nur 
swei maikhaltige Nerrenfsserbabnen. Beide enthalten aber viel mehr martdose Bflndel. Die 
ente, die Cemmusnxn anterior, wnrde berells oben erwafant, di« aweite, das basale Vorder- 
UmbOndel, entspringt im Bssalganglion nnd zieht nach Innen vom Opticus dnreb das Zwisdien- 
bim der Obhmgata zo. Im Zwischoihim steigt du Teil dieser Fasern nadi oben und endet 
in den lateralen TeQen der gmnan Substanz. Ein dritter Tdl der Pasem des basalen Vorder» 



~- HO — 

binbOiMl«!! gdit BIT auf d«n Schnitten in der Reg» iiifimdibtdi ▼erloren. Wo «r endet, 
iit nneidiw. Äof den Fig. 29 ibgebOdcten Segittahdinitt dnrcli des TritongeUm eind die 
drei Bündel m sehen. 

ZwdfelloB vexlanfen im Vordeiliini noch mehr Bahnen, ete ^d aber mit den ange- 
wandten Ifittebi nieht meto Bich«r ab nervlee zn erkennen. 

Die Markadieilden im Centnlnerven^yatem der Amphibien gelangen nnr adir aihnihlidi 
m Entwiddong. Zaent angehen aidi öniebie BOndelcshen im Rlldcenmaik mit denaelbee, 
dann der motoriadie TMgeminus, das hintere Langsbflndel und der Oculomotorius. Spater 
triift mnn die Fairem aus dem tiefen VierhQgelmark maiklialtig. Vor ihm hat das basale 
VftrdfrbitTthnrdel schon seine Markscheiden ( N nauere Angaben Aber die Haritscheidenbüdnog 
wird man in den späteren Abschnitten dieser Arbeit finden. 

Dem Ami>hibiengchim panz pk'idi «r!i.inf (ins <;phim der rMpnoer pcbant zu sein. 
Fulliquet') hat nenerding^ tiiir litsicbreibuiig dt» Üigmis von l'rotopterus ht?rall^frtcell^■a. 
Aus seinen Abbildungen ergiebt sich ein Punkt, der mir für die (^tanuneepfsi hirhic der 
tlimrinde auDscrordentlich wichtig erscheint. Ganz wie bei «lett Amphibien ist aul aiien 
Schnitten tfie StaaBnmensetaang der lümwand ans einer inberen teerigen nnd dser inneren 
zellreidien Schicht zn eifcennen. Aber in donalen, weiter iUnten auch im ventralen Gebiete 
der Heniaphtre sammelt Bich in der aufaeren Schicht eine Lage Ton Ganglien« 
zollen an, die deutlich noch mit der innneren ZelUebieht anaamnenhangt 
Sie folgt der anfaeren Gontonr nnd ist hftchst wahrscheinlich eine lebte 
Hirnrinde, 

Dm V«id»4iini der EeiitiUeii. 

Das Hateiial auf das sich die folgenden Angaben wUtzen, bestand ans den Gehinen 
der Mgenden Tiere: Lacerta agilts 8 Exemplare, Laoerta viiidia 9 Exenqihin, anünrdem 
2 tut reÜB dem Eü entnonmene Enhiym«! dner ESdediae, Angnis ficsgüs 8 Ezempkie, 

dasselbe Tier 10 und 20 Tage nach dem Ausschlüpfen aus dem Ei je 3 Exemplare, Enjs Intaria 
5 Exemplare, von der Oröfsc eines ^larkstUckcs bis zu der einer Hand, Tropidonotus natrix 
1 Exemplar. Die reifen Tiere, mit Ausn.tbrne der Schlange worden in allen drei Schnittebenes 
ontenucbt, die äcliildkröten auch in SchrOgschnitten. 



>) Fulliquet: fiecbercbes m le mveaa d« Frotoptcm «hmcmu. Diiwrtatios. GeiMT« 1886. 



— III — 



Es sei hier gleich erwälmt, duLs diu Vordediinic allur erwück-scniiii Tiere im Wesent- 
lichen, was Verteilung der Rinde und Faserverlauf angeht, übereinstimmen, so dafä im 
folgenden, sowot es nicht aagdiflcklich Inders angegeben wird, nur HUB Reptiliengehlm tii 
Midian die Bede win mII Zatdünftige Untenochongen, di« äcb miiniitlidi menend auf 
die lelatim GiftJäenTcrliiUtDiwe u «ntreckm haben, werden, vi« berettB erkenne, Unter- 
adilede «nffiiHlen. Ebenso ward«, für das Voideifaim wenigatena, donh daa Stndiam der 
If arlttcheidenentwicidnng wider Erwarten nidita gewonnen. Bd den jungen filhidachl^en 
and den Eideehsen war kein einüger Zog nuurkhaltig, nnd nmgelcehrt waren bei den kleinen 
Schildkröten bereits iille F«sem mit Mark umgeben, die es auch im reifen Zustande sind, 
pjä fehlten mir also die geeigneten Zwischenstadien. Schöne Aufschlüsse aber gaben alle diese 
jungen Tiere für das Zwischen- und Mittflhim, für das- (Vrebelhira und die Oblonpnta. 

Wir besitzen aufser einigen ulteicn. mir das .Mukin-f.jjjische behantlcliKlcii Aiix-iten 
über das Reptilietifrehim nur wenip^, die Mdi mit <lt iii 1 .uei verlauf und keine, die »ich mit 
der Verteilung der iiinde auf der Uininberflächc genauer iM-schaftigt. Von Stieda'; wurde 
daa ScbüdkiilteRgehim ao genau dnrchfoKBcht, ata ea die Carminmetliode gestattete. Er hat 
die Caaniaauren beacbrieben und auch ein Bündel aua dem Verderhim erkannt, daa »pinal- 
wlrts zieht und Faaein zam Thalamus abgiebt Durch Bellonci*) und Oaborn'J (dnd wir 
mit den CemmisBnrenajBlemen besser bekannt gew<«den. ScbliebHch sei nochmals anf die 
schon bebn Ampbibiengehin erwtthnte Arbeit von Scholgin*) hingewiesen, deren Resultate 
sieb, wenn ich sie recht verstehe, vielftch mit den m^en decken; namentUeb bat auch 
Schulgin das erste Auftreten der Ammonsfonnation bei den Reptilien erkannt und beschrieben. 
Die allgemein uioi-phologisclien Verhältnisse des IteptUiengelünis sind von Babl-Bflckbardt'') 
für das Gehirn des Alligators geschildert worden. 

L>ie Ilemisphäron des Iteptiliengehirnes bestehen aus dem basal liegenden Staniin- 
ganglion und aas dem sich tlai uher erhebenden Mantel T)ie beiden Stamragnnglien hiiid im 
hinteren leiie duicli die giüfcinteils marklose Comniie«uia anterior unter einander verbunden, 
der liautel besitzt am hiuteren Ende seiner Iimenwand zwei, l)eide H&iften verbindende, 
Bttlcken, von denen die vordere dem Corpus caUosnm, die hintere der Commissara fondcis 

■) Stieda: Obar daa Ben In cMitnüm II«r*Mi»j*teiu der SdiildlaOtai Zelt«iluiit lUr wkieudisftlid» 

Zoologie. Band 3h. 

') '} ♦) 1*K0 ciUlO, 

^ IUU-Biclih«i4«; De« CntHdasmoiirimi dai AlHiaton. Zduduift Ar wimuehaftifaha 
Zoolofia. Bud SO. 



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— 112 — 

dtt Sug«r hoBiolog iat (Osbon). Die Faacni d« Cmpat callMim Bind nicfat mir CammiaMmi- 
itten, aonduni enttudten «odt ein« AuaU Sramngs&teiModel, die BeUonci wm Teil mit 
dem RiflcJdaipen eoaunoMeim laaseii will. Mein« PMpente, nur Firliang dw nwikbaltigai 
Fasen, gestatten keinen weitena Entscheid. Hinter den ConumBMmnejeten) wird die StcUe 
der medialen Wand, wo dieses sals, durch GefiUse m einem Pleoniä cboi-oideos ausgestülpt, 
der nur wenig weit in die Ventrilcel vorragt and sich dann )turfi(-.kwendend zur Decke des 
Zwfechenhinips wird. In dieser hinteren (»egend rücken auch die Stammganglien mehr narU 
autsen. weil /wim hi n «ic der vorderste Teil dp? Zwisrhfnhinies sich einschiebt. Nachdem 
dann diejenigen 1 aatii!, welche Vorder- und /.wi-sthenhini mit einander verbinden an eben 
dieser Steile hinabgetreten sind, trennen sich die Hemisphären vom Stamm ganz los und 
liegen als zwei Lobi oecipitaJes dorsolateral von dem Zwiscbeuhim. In diese Lobi ragt tw 
der caodaiste TeU des StammgangUoiis nodi hinan; anch tm Stttekchen deePleflU dieroid« 
liegt in ihnen, Ihre mediale» don Zwischenhim angewandte Flftche bietet an der ventialst 
tiegenden Stelle ein eigentamUches Verhalten, da» spftt^r deehalh nther in achfidem iat, weil 
wir hier dem enten Anftreten einer Fomiz-Ahnlichen Bildung m der TSerr^he begegnen. 

Nadi dieaer Schildnnng der allgememen FonnTohlltniue, die deshalb tarn «ein kann, 
weil eie mit den Abbildungen Tai III mid IV, Fig. 21—26, 80—86 xosammen nur nr 
(Moitimng dienen aeü, gehe ich direkt zur Beschreibung der feineren Verhiltnisae des 
MantelB Ober. 

Der Himmantd der BeptOien ist in mehr ab einer lOnridit an&wordentlidi intoessanL 
Wir treffen hier znm erstenmal auf eine anzweifelhafte Hirnrinde. Stieda, 
wdcb«r die SchildkrBte untersuchte, hat sie zoent gesehen, sie ist bei allen ven mir unter* 
»ucbten Reptilien verbanden, ist dbemll ziemlich gleichm&Grig angeordnet und schdnt Ober- 
haupt allen Reptilien zuzukommen. In dem grolken Wok von MnaonO» du m wertvoHe 
Tafeln, aber leider fast keinen Text beaitzt. ist sie auf aHen Schnitten durch die verschiedenen 
dort abgebildeten Reptiliengchime zu sehen. Eine yennuere Untersuchung ha^ dii' Txinde 
des Rpptilienf?ehimM ,srit Stieda nirht crfahrcTi, Nur llcllonri hat gelcgentliih seiner 
Unterbuchuiif.'* '! üix r lixs Vcihalteii drr ( lanirlirii/cllcn Ix i Wiibeltiercn auch in der Hirn- 
rinde der .Sciiiidkiüte die /.wt;i von ihm (.v ü.) aufgcbtellteu Zelltypen gefunden. 

Die folgende fieschreibong der Hirnrinde wird durch Fig. 36 iUastrirt 



') loco ciuto. 



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— 113 — 



Der aubpiale Ijnplmuim kt dnrdi ein feiner Balken «n ier Oberflll«he dee 
Hanteil gebfldtt. Unter »na beginnt eine nenrenUoe Sehich t feinater Gliabalken, die nahe 
der Obeifttebe etwaa dichter liegen ala in der Tiefe, ae dab man in dicaer ftnfaerenGU«- 
Bchieht (Fig. 96') wieder awei Scbiditen onteiachdden kann. Unter ihnen treten ala 

auTserstea nervteeg Gebilde die Taogentialfnaern auf, markhaltigc Nencnfasem, spärlich, 
in einem mr Oberfläche d«8 Gehirnes tangentialen Verlauf. Sic liegen bereits in der 
mittleren Neurogliaschicht (Fig. 36-). Diese ist dichter gewebt als die änfsere und 
in ihren sp!\rlichf»n I,üc!c«'n lindm sich in rpru^p HnhlrUimiP P!n?PHfbln5sen inuttipolare Gang- 
lienzellen, iutnähernd von der Form jener, welciie in dt ii Voriierhornern des Saugetierrflckpn- 
murkes liegen, nur viel kleiner. In dieser Schicht verbreiten sich die Kndausläufer der gleich 
£U schüdenideu l'yramidenzellen ab auiserordentlich feines Netz, das mit den Au&iäurern der 
dMt Torhamtonen Zellen «i anaatomosiren schont Die Fliaeithen dar nnttlaw Neoroglia- 
achicht weicbm an deren innerer Graue anaeinander nnd laaeen «in grofaea LacanenaTatem 
xwiBcben aidi. In dieaca eingebettet liegen die Pyramiden der Himricde. Das ist die 
»Pjrramidenac hiebt* dea Ibntela (Rg. S60> Die Fyxamidenzeßen abid mit der SlütM 
naeh der Peripherie, mit der Bans, ana der mehrere Analftnfer kemmen, nadi dem Ventrikel 
zn gerichtet Itanr 4—5 Hegmi In der betieSenden Schicht über dnandn'. In den ocelpitalen 
Himregionen, iro dieeer Typna am bcaten an^dyildet iat, kann man hftnflg erinnnaa, dab 
nach der Weigert'schen Fftrbong aich eine Differenz zwischen den son^t anscheinend gleichen 
Zellen zeigt, einige entfärben sich in der alkalischen Ferridcyankalilösung ganz, andere 
bleiben schwarz. F Irsch nnd seine Schüler haben bekanntlich auf diese Farbreacfion bei 
Ganglienzellen iltr Aaj,;cnnierk gericlitct umi .sie ^elir scrhrtittl pefundfii. Ms ii-t ihnen wahr- 
scheinlich, (iiils sie fisnctionell diffcif utc Zu^tilnde andeuu t, ahcr die strikte ] Beweisführung i£t 
noch nicbL gelungen. AUu Zelleu liegcu ui Hohlr&umen. Diese Hohlräume kehren bei den 
veiBchiedensten ll&rtungsverfahren in so gleicher Weia&e wieder, doss man sehr versucht 
wird, aieb der Anriebt Lcydigs ananaehlieaHm, dw alle dieae pericennUien Hdüiiome ala 
pmeformirt nnd ziunSaftbahnayatem gebSrend anrieht, eine Anrieht, die achen Mher wiedar- 
hott gauasrat, ebenao oft anch beUünplt worden ist. Specidl für die Zellen dea Rttekan- 
markea haben nenerdinga Kreiaaiga nnd Anderer Unteiandrangan die Eriatena rinea peri« 
ceUoUren Ranmea vor der Hutnng beatritten. 

Nach innen folgt auf die Pjnunklenschicht die innere Neurogliaac hiebt (lig. 36*). 
Sie bat etwa die Dichte der Äusseren. In ihr iat daa Netz der Axeo^Underand&iifer d«r 
F^pramiden zu suchen. Hier treten die eraten markhaitigea Stabkransfaaern 

AMMdl. 4 £«Mk«Dk. ■•larf. nm. Bd. XV. tS 



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— 114 — 



•nf, denen wir in der Thierreihe begegnen. SpittUcike nuMllidie Zellen Uegen neck 
dort, vndweitkin dringen in dieae Sdiklit hineJa die Endfilden der Zellen detVentrikel- 
ependymi, (Fig. 36*.) IMeie BtkkaSmg dee ffiniuMitel-Qnenclinlttae tat dar dorsalen 

Kante des Occipitallappens der Blindschleiche entnommen. Die Anordnung der Rinde aber 
variirt sehr, und es ist jetzt an der Zeit, dass wir an der Hand der Fig. 30—33 abgebildt'trn 
Serie von Horizontelschnitten dorch da» Eidechaen-Oehim dieee Variationen lunnen lemeo. 

Man lunn am Gehirn der BqitOien eelir Wdit drei veiediledene Bindeniagen In 

Mantel constatiren. Die erste, auf allen Figgp. ab 1 1 "/' i lmet, ist in d)?in ganieo occipitalen 
Mantel und an der Dorsalkante des medialen Mantelgebietes vorhanden. In dii'^m flfbiete 
sieht man üLciall die Rinde als sehr deutlich abppyrf'nztc l^cbirbt prosscr Pyramiden aus- 
gebildet (Fig. 30'.) An ih r Aussen- und rntorsi iti' des Gehinis aber, desgleichen an d^n 
ventral liegenden Theilen der sagittalen Innenwand suid die Verhftltnisse .niriciT Xu dtr 
Aus&enwand sieht man siemlicb nahe der Oberflache eine Schicht kleiner, nicht dicht gelagerter 
mndlieher und pyramidaler ZeAen daUniielien, die akk im Bereiek dea Riedmerven-tJrsprungs 
ao einer etwaa zentrenteren Foimation gruppirt. Dieee Sekickt (8. aller Figuren), welche 
nor in den donal«ren Regionen an d«r ganzen Awsenwaod vorbanden ist) entsendet apirliche 
marUiattige FasMn neck vom in doi Biechnerven nnd muss» da andere TerUndnngen rinatp 
weilen nicht voriiegen, ala zum Uiquingsgebiet jence Nerven gehttnnd ani|KefasBt werden. 
Oodpitalwtrta erreicht sie die eigenflicke Rinde nicht In den Zwbekennwn zwischen beiden 
Formationen legt sich eine dritte Ähnlich gebaate Sdücht, die aber etwas mehr vriitiil^rd- 
wsrtä gefunden wird und nicht in diiectem ZnMUDUBenbang mit einer der beiden anderen 
Zelllagen steht (Fig. 22' tmd 30*). 

An den ventraleren Thcil der Vorderhimaonenwand legt sich das Stammganglion 
an. In ihm liegen zalilreicbe Ideine Ganglienzellen zerstreat Nach aussen bositzt es eine 
rindrnflhnlirhp Formation Man kann aber in ihm zwei 7pll.^ii«ammlungen erkennen. Eine 
vordere, die mehr di m /t r-ti tMiii ii Typus angehört und ilin- 1 .^.-^erii /nm Riechnerv sendet 
und eine hintere, bei dfu Öebildkioten nicht (*o wohl, aL bei dtn anderen licptilien abge- 
grenzte, den jpKugelkern" Kucleu» sphafricus. Er gleicht einer Kugei, die nach vom 
ekle gmese OdRrang hat Die Winde dieser Kogel (s. Figuren) bestehen aus mehreren 
Lagen polygonaler nnd randUcher Zdlen. 

Aus dem Ötammganghon entwickelt sich da& kräftige basale VorderhirnbQndeL 
Ea liebt anerst etwas frontalwarts, wendet sich aber dann rasch, mit vielen Faaem andi 




— 115 — 



■dum direkt, caadalwaits. Zu ihm gesellen sieh, im ich bkber aber nur bei der Schildkröte, 
nocli nidit aber bei d«a mä«na Bc|>tiliBii adie, apiifich« narUMlUge Fnien ms d«o ktmlm 
Bindeopurtieii (Fig. 26). So vMwint zidit dies mlditigite Fsseibandel des B^tiHengeliitu 
«an nMtamas bin. Es .Obeisdirettet das ChissinB und teilt sieh bald daranf io ein donales 
Bfiudel, das an dkkeo Fasern bestehend im groben innden Thalamiukeni endet, aud fai ein 
feinbaaiigiea ventialea, das weiter Mnab aar Obkwgata zieht SagittalBctaiiltte (Fig. 84) laaseii 
das klar erkennen. Desgleichen sieht man (Fig. 24) auf dem FvootalBdiliitt beide T«Ba dea 
basalen Vorderbimbündels. In dy-v f^end, wo sie sich tmuMtt, tanschen sie durch eine 
dttnne am Bodpn des Zwischenlnrns lirptiulo Commissur einige Fasern aus. Dieser Commissur 
der h:\snlen Yorderhirnbündel &ind wir bereits bei den Selachiern, den Teleostiern 
und den Amphibien begegnet. 

Dne besondere BeaehtODg wdient die medial« Wand das ReptUiengdüns. Nor an 
ibrw donvalen Region besitzt sie, wie erwähnt wurde, BinJo. weiter Tentral ist eine solche 
nicht vorbanden. Man siclit nun au£ den dorsaleren Gebieten sich Fasern entwickeln, die 
FHpittal und nach vom zur llasis hinabstpip-en und sich dorsal vom basalen Yorderhirnbündel 
anlrfj:en. Lnif^n pine Streek^ ff. Fi^'. i'O und 22) mit ihm, wonfl^n ^\ch aber am lieginne 
des Zwisilitnluins dorsal und gr'l.ui^on auf dessen üufeere doreale Seile Dies Bfindel 

ist bei den Vugelii, wo es maciitig entwickelt ist, seit langem bekannt und wird dort als 
Bflndel der sagittalen Scheidewand bezeichnet. Bei den BeptUien wurde dieser Zog, 
welcher das VoKdMbin arit candal gelegenen TeOeD, wahnchdolkli dem Thalanns selbst 
vcricnapft) wohl seiner Kleinheit wegen, noch nicht gesehen. Idi hab« Arn bei den Eideehsen 
nnd den Blindsehleidien genan verfolgen können and Ihn bri den Schildkröten angedeotet 
gsfandcn. 

Äulser durch das basale YorderhimbOndel und das Bflndel der sagittalen Sdiodewand 
ist das Vordaifalni neeb dnrch einen Faaemg mit dem Zwisdienhin verknüpft, wefcher als 
swciMoser Fovnbt ansnseben ist Um dt es» Zug riditlg sa vostehen and die Dentnng als 
Fonds ikbw an bqsronden mub auf bisher noch gar nicht gewürdigte VadilttnisBe an der 
Rind« dwHemiapbtr«a-lnn«nw*nd geachtet werden. Auf den Fig. 20— 23 abgebildeten 
Frantalsdinitten sieht man, ebemso wie aaf iw folgenden, dab die»es Stück der Hemiqthanii- 
wand eine Rinde besitzt, welche sich ansaeldinet durch die Kleinheit und dichte I^agening 
ihrer Zellen. Es entspricht in seiner Lagerung deijenigen Stelle, die bei Säugetier-Embryonen 
die AmmoDsfolte einnimmt Da, wo der Hemisphftrearand sich zum Pleins choroides verdünnt 



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- 116 — 



(Fig. 21 ), uekt mm, dib die Qliiidiidit «bor dw Rinde plöuliiA iinflekir«ielkt aad di& m 
di« Rinde aeHnt ftt& liegt, Ztriichen Our and den HemiBpbareimQd «ber noch ein« 
Idebie veidiekte Llogal^te, in der auf elteii Sebnttten liinter dem Belkon meridMl^ FaMn 
sdutg getroffen irerden (a. die Flgoren). Diese Leiste, die «lee den Hemisplitrninmd begleitet 
md DBcb innoi -nm Flexne, nedi «oben von der besonders geteuten Rlndenscbtebt begrenzt 
«ird, ist die Fornixlciste. Das betreffende Bindenstflelc mufs men eis erstes 
Auftreten der Ammonärinde in der Tierreihe anseheo. Die Ammons- 
formation wird characterisirt durrh ihre I^apc fllxT dem Hemisphären- 
rand, durch den ihr anlagernden Kornix und dun Ii dpn auf ihn fol?«*ndfn 
Plexus rhoioides. Sie enthalt also hei ihr< m tr^ttii Auftreten alle die 
Klemt iitt , welche »pftter. wenn auch dun h Wiiidun^ten und dergleichen ver- 
wiijchi. das cbaractcrische Ammonshorn hildcn. Kurz vor dem hinteren Ende 
der Hemispbiren sieben spATliebe Fesem v«n einer Fenbcieiste rar enderen. Dieses Quer- 
Stade ist bersits von BeU-ROclcbardt bei Reptilien gesehen worden und wird avcb von Osbon 
besebrieben. Nur ganz wenige Foinizfasam geben in die Querverbindung ein. Die nngetaenre 
Hebmbl derselben zieht nach Tom and wird auf ailea Frontabcbnitten (s. die Fig. 22—24} 
sdtng abgeschnitten angetroffen. In der Gegend, wo die Commissura anterior und der Balken 
liegen, wenden sie sich basalwatt» und ^sieben dann sich leicht nach rückwftrts krQmmend 
nach der Basis des Thalamus, indem sie hinler der vorderen Conimissur dahin ziehen. Das 
ist also ganz der typische Verlauf der Fornixsaulen, wie wir ihn von den Saugetieren her 
kennen. Auf dem !^n?ittatschnitt, der anf Kij?. 34 aHp^pbildet, nahe d^r >ft>dinn!inie üecrt. ist 
der Verhulf dtT 1- HiMix-aule perade f^otroffen. Wo die- an der liasis de- Zwim hcuhmis ^sl•it(•r 
hinziehenden Faseni enden, konnte ich nicht ennilteln. Sie verlieren sich dort unttir anderen 
l&ng» verlaufeuden Zügen. Bis zu dem Corpus mamiUare hin koiuite ich sie noch nicht ver- 
folgsin, wobl aber bis nahe an dieses heran. 

Demjenigen, was durch S t i e d a , B e 1 1 o n c i und namentlich 0 s b o r n über die anderen 
CoTiimi?siirensysteme des Yordcrhiins bekannt wnrdf^^. ImVe ich nichts Wesentliche;« hinzu 
zufugi'n. Fa.smi aus dem Lohns olfactorius, die nach rückwftrts ziehen, jrelaiiprn in d*»n 
Bereich eines mächtigen Querfaserzuges, der beide Stammcraii^lien \ -rliindct Oh sie .sich 
dort kreuzen, oder ob sie als Commissura olfactoria verlauten, oder ob licide» »utl hat, kanu 
1dl an den bat maildoaen Zügen nidit entscheiden. D'mo Züge und die zwischen den 
auaunganglien »ttaamen bilden die Comraissnra anterior. Auf dem^lg. 32) abgebildeten 




— 117 — 



Horizont«l8€bnitt ist die Zusammensetziing dieser Comraissur deutlich. Dort sieht man anch 
dafe ans iiir wieder /ügt! thuiamuswarts gelangen. Nachliellonci (■ntsprethen sie gekreuzten 
Anteile« der Büadel aus den Itiechlappen. Ueber der Commissura anterior liegt (Fig. 22) 
dk grolse yoa Oaborn not Bftdbt als Balken bezeichnete Mantel-Commisgur. Ihre Fasern 
aitttniMa m dem Gebiet der giofimi ZeDuii in der denaleo Wud wahm dar 
AmmoiHriQdft. Fast alle Faaem des Balkeu nnd if '»TiMHjg^ die vuMm dM g^jiterai der 
Comnüasai* anterior Bind markloe. 

Schlnsa. 

Aufttaigend voa dm KnM^enliBelieii und SeUehien haben irir im BeptiUeogeUni 
endlich da^eiüge Vorderhirn kennen gdent, das alle Elemente enthalt« midie das Oeblm 
der höheren Vertebraten characterisieren. Das Stammganglion. in dem aich bereita eine 
weitere Difft renziprung einifitct, ist dort woU abgegrenzt, im Mantel ist es anm Auftreten 
einer Rindi-iitortnuticu gekouimen. 

Nach zwr-i lÜrhtungen hin erfol^'t von jetzt an in der Tierreiho die Wciterbildmiu. 

Bei den Vügelu entwickelt sich (ia< Stammfranslion zu Wi kciuer andcreu Tierart 
erreichter relativer Grölso, die Itindcnfonnation erliält tceinen wesentlichen Fortschritt. Bei 
de« ftngvtienn nher wkd die bei Beptiiien noch an nnvollBttadige Riodenlagc des Mantels 
m einen ibtebtigen ndgeblteten Ühoraag dee ganien Odiimea. Über das Yorderhim der 
TOgel ttnb tdi die ansAhrtiehere IfitteUnnff noch Tenehiehen, meine Uatemdrangwi er» 
atreeken sieh noch nicht auf gentgend viele Emmplare und mdasen andi, da ea wesentlich 
auf die gnne Substanz des ^ammgaaglions «nkemmt, mit Methoden dorchgefObit werden, 
die in ihr« Jetligen Anabttdnng noch nicht belMedigeD. Der die Binde tragende Ifantel hat 
im Terhlltnib zum ncptitiengehirn nicht gerade viel an Attsdehnong gewonnen. Die Haupt* 
masse des ganzen Vogclhirncs bildet das zu enonnenlNmensirtnen nn^'cwacbscne Stammgauglion. 
In ihm sondern sich neue Zeligmppen und Faserstr&ngc, denen wir bisher noch nicht begegnet 
sind. Unter diesen ist aber, wie bei allen Tieren, das basale Vnrderhimhflndol wohl characteriairt 
zu erkennen. Keine Hauptmasse senkt sich in das eine der drei liei Yogein zu uiiterHrheidenden 
Thalamu>^aiiL'lieii, Kin weitaus schwächerer Teil zieht weiter hinab. Von dta markhaltipcn 
Bündeln aus der iiiude sei hier nur eines erwähnt, das auf der Innenseite der ta^ittalen 
ScheidtwuMl hinahdaht und den Bhcmeheniel dann nmadlkgoid In das ZwlachenUra gelangt 
Denn diflaea mehifacb beadiriebene Harkbflndel der aaglti*len Scheidewand tritt, 
wie wir nahen, achon bei den Beptiliea mit eiflägeo ddODen ZBgen an£ 



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— 118 — 



Dar hUdirt magBliiUatMi DMtanni&vig dar in dw wcign Abachuttea geaddldertiB 
UMtoniscb« VeriuMm begegnen wir im Oekim der Sauger. Liegt « auch sieht im Plane 
di««r Arteit mf diät » oft uttaEBodite und nillidi Mcä w wenig UavgeateUt* Orgn 
aftbw «inngehen, w mb docb geielgi «erdn, «le aieh die Anttomle dM V^wderiiiiBM der 
Slageüero ea die Veiliiltniaee «uddielirt, deren Eatukkhmg vir Uateng verfolgt haben. 

Das embryonale Organ bat mit dem der Ilcptilirn und Vögel eine nicht geringe iÜn* 
lichkeit. Später aber gewinnt der Mantel eine so hohe Ausdehnung, daTs er dem S&ager- 
gehirn einen ganz anderen Chararter dem aller anderen Tieren giebt und zunächst als 
Hauptmasse des Organs impomn, Auswachs^end lest er sich ja bekanntlieh Aber einen ^rafsen 
Teil der candaler gelegenen liiniteiie. Die ihn ta^t iiikrwarts überziehende Kinde nauf-> sich 
ihrer grolsen Auädehuuug iialbtir uuch in zahlreiche Falten legen, deieu Anordnung wühl vuu 
jnrri EKten» ebbtngt, tou der Ausdehnung der Himrindo, die sich das betreffende Art- 
Individnim im laufe der Stamnesentwiddmg erwerben bat vnd von der OrBfae dee Sdildel' 
ranmoB, die natOilich nicht mit jener glichen Schritt balten nnlkte, da de emb »och von 
anderen Faetorea abhiagig iat. 

Ana der Binde kommt eine eebr groiae Menge von FaBera, der Stabfcraoa. Ibre Zahl 
iat bebe Uensdien die rebitiv haebste, bei niedoer stehenden Staigetiorea «ine geringe nnd bei 
manchen, den Nagern z. B., eine sehr kleine. Vergleichende Messungen der Ausdehnung dieses 
Marklagers fehlen leider noch. Aufserdem aber bat sich in der Rinde selbst ein reiches Netz 
nmrkha!tij;er Fasern entwickelt, das alle Teile derselben nnter einander zw vcrkuiliifeu sceit-'uct 
ist. Andere mJlchti^ie JiiliiJel dnrchziehen die Ilemisph&ren, eiuxphu^ (lehietf ilin'^ \f.inLeLs 
mit iinJercu verbindend. .\üch dus CüUiiuissurensystem hat sieb bedeutend wtnier eniwiiielt 
and es ist uumentlicb dio Mautelcommiäsor, das Corpus oillosum, entsprechend der be- 
deutenden Auadehnung des Mantels ein mAchtigea Gebilde geworden. Aus der dem Hemis- 
phlcenxude lUMdiat liegenden Binduipartie, der Anunonsiiindvng. entwidkellt ridi der Fernii, 
den wir xnerst bei den Reptilien auftreten sahen, ganx an dersdbea Stelle wie dort and 
siebt nach rllekwtrta nm an der Basis des Gehirnes in das ZwtehenUm einantrslMi. 
JjL der GommisBan anterior sud nameatKeh die Fasero, welche bei den niederen Wfabal» 
tieren nodi wenig ausgebildet wann, d^jenlgen, weldie die ScUafeolappen des Maatela nnter 
einander verladen, IcriftJg entwldielt, während der Anteil derselben, welcher bisher in der 
ÜSDeihe neben dem die basalstcn Iiiruteile verknflpfcnden vorherrschte, der Riechnerventeil, 
zwar noch deutlich tiachwei.shar i>t, aber heim Menschen und den Alton doch starlc gegen die 
abrigeo in dieser Commmur Uzenden FoMra xuracktritu 




— 119 — 



Das Stammsani^lion, das bei deu Embnonen derSli>i^'er vi>llig ilemjoniÄPn der niederen 
Wirbeltiere uacb Lage uud Aussehen gleicht, wird bei deu erwachsenen Tieren ganz von den 
BiMDbaft UB dnn Ifuitd heribstKOiBeiidan I^acra uoHidiMiBii and dnraUinKhBiL Die m 
dvrcbliraetaeiidiiii Fuen (vorderer Sdiebkel der Otpiida inten» beim Menuchen und den 
Primaten) teQen ee in einen iuGseren Korn, PntMnen nnd in ebien innenn, Nudeni cradabiB. 
An den erstoen legt seh eine wihradieiniicb dem Zwiadieniiini angebArende Formation, die 
Bogenannten Inaonglieder des Kudeoa lentüonnia, an. Diaae nnd die beidMi ent gflnamiten ' 
Kerne zosammen bilden daB^ was uäL Alten als Corpns striatnm beuidinet «iid. 

Uebcr die Fasern ans dem Stanim;;aDgUon sind wir noch wenig orientirt. Namentlich 
gestattet »etn<> Liifrc iiunittcn der reichlichen Bttnd<»l des Stabkranzes, die es nrnfliefsen, beim 
Erwacb-teneii nicht .sicher dw^ basale Vortierbiinbiiiuifl luirh/uweisen. Beim Fötus aber ist es 
mir gelungen den Ursprung <iir>( > Mündels im btaniiugauglion aufzufinden und zu coustatircn, 
dafs, ganz wie bei allea Wiibtiiieren, ein Teil seiner Fa.'iern in den Thalamus gelangt, ein 
anderer aber weiter hinab zieht. Ich verweise auf die deu Beleg erbringende Figur 37, die 
einen Sduntt durcb das Twderiiin eioes mewdilicbe« FMna von 2V« )l«nat«n iriedergiebt 

In dieier Abbandlimg ward« gezdgt, dab der Hiraauntet nur edw alhiAUicb die 
ToDkommenlieit erreiidit, in der wir ihn bei den Stngetieren keanen. Eine nnonterlwodiene 
Entwlddnngweibe von den niedenten Famen bia m den bAcbatsbenden ist niebt vorbanden. 
Wir kennen k^ne ObergangegUeder awiecben dem rein epitboiialen Hantel der Knoebon- 
fseh« nnd denoenigen der Ampbibien, und e» fehlt Vielea zwiiGben dieiem nnd dem gleidien 
Hirnteil bei den Reptilien. Erst adt dem Auftreten einer echten Hirnrinde bei dieaen tritt 
derjenige Uirubaa in Eracheinung, von dem da» bocbentwickelte Organ der SAnger sich 
ableiten taf^t. 

^Vflhri'Il(I d«>r Mantel alle diese Wandlungen durchmacht, bleibt im Grofseu und Ganzen 
die Struilur und die Lage des Stammganglion-« «berall die ffleiche. Bei den Knochenfischen 
bildet es die llau]jtmafise des Yorderhirnes, mit ^uuehmeuder Mächtigkeit des Maateis aber 
tritt ee mebr nnd mebr in die Tiefe anrOek nnd wird acbüeblicb bei den Singem an einem, 
fan Veri^icb mit dem tbrigon Oehim, kleinen Gebilde. 

Ebie Anzabl Faaeralige wurden bei alten Tinren «iedeikebnod geAmdm. 



Dr. SenckenbeigiMbe Anatomie in Fhakibrt a. H» December 1887, 



Erkianing der Higuren. 

Sinmtlidie Pignrai aiiid dordi IVoJectkn mit dem Seioptim in üminm IwifiilaiUi. 
IM« Details wnrilen iMi «UfktMr ICknwkopTnsTVlkniw «iigcieieihB^ 

flg. 1. Rbriiintalidniitt dorch daa Voidatbini da AibiimnMm. 

Fijf. 2. Die Stelle S, <l«r Fig. 1 sWrkcr vcrgrOfsert. 

Fig. 3. FrouMitdiiiiU dnreli das AmraocAlM-VoTdarhira. Zaigt den epitfaelisl« MmtaL 

Fig. 4. Sftgittalaohiiitt imk das Oehint äaet Foralla wom t tUm. Ungo, 1. Vw dariiiw nit dan dflioM» Mantal. 

Fig. r«. Sagittaliiclulitt «lureli den Kopf eine» Eubiyaa Ton Toiyada OBaUata m 10 um. Uqga. 

Fit;. C. Denelbe tob einem Tier von 83 aus. Ltaige. 
Fig. 7. Dttsalbe bai 90 mm. L&nge 
Hg. 8. Dendba bei 46 mn. Llog«. 

Fig. f DtTDoll)« bei <!0 mm LSnc* 

Fig. 10, 1 1, 12. Drui vuu aufsuu uiu'ii iDiieu iticb lolgeiMle äagiitalscbaitte darcb das Geliiro einer erwaclweuea 
tUjt, nr DcmMtifttion dar Fam daa ToidaiAiniea «hI aalMa Plana chaMUMH M avwadMBaB 

Selachieni. 

Fig. 13, 14, 16. Frontalscimitt« linrrl) «tas Qebim von Rhodoo.« amaruü. Fig. 13 i«igt VonUrliim, 14 liogt etwa 
tat der OfeiM aviKhea Vorder' lad XwiadienUra. Iß gebt dareb den TOrdentea Tril dee Zwiadian- 

l.irrip?. dirsal Oirli.! !i;il..'iiiil;ni ;i'.if>:l/eii . KM'- iiuf-i:!! tvnimnt «lafi Mictelbim — lolii r.piici - 
tarn Vorschein, weldje» bei FUcben m weit nsrb vom mgt, Uab ea auf «aldien Sdusittcn mit ge- 
trtffiiB weidsB ank. 

Pig. 16. Sn^ttaUchnitt dnrch daa Vaidctliiiii voD OaniM «Igi». tnrDenwMtmtiMi da« Unq^vaaiw de» budaa 

VonterbirakUiMlel«. 

Vg. 17, tS. 19. aa nwntalaebnitta dwA das KfOtangeUiiL Hg. 17 titllk den Tardenten Teil dn Caauaiiam 

anit-rinr, anf ilir bracht'' man nn< h die Verdilnnnng der dnr«alen IlemiüpbüroDwaud zum Plcxuit c-boroidens, 
auf Fig. 18 rieht man ventral von dieaea dea Balkan oder die MantelcoouDiantr, auf Fig. 19 habea 
aldi die baMen Bcmiiiphärcn abi^cHcIinttrt ind Hage* ab LoW ocdpitalee «eben dam Ik dtaaer Sehaitl- 
bSbe gctroffinuo Zwinchenbim. Fig. 20^ die etnen fkhnltt wiedergiebt. der dirhi dilieh daa CUaama 
creht, seigt oben neben dem OgL habaonl. die caodalstea finden der Lobi occipitales. 

Fig. 21, '23, 2.0, 24. 85. Sneredireade FronUlMhiütt« darcb das QeUni ▼ob Aiigai« fragfli«. Alle Bezeichnungen 
eingeitchricben. Man beachte namentJicb wif Flg. 98 lud ff daa Verhalten den HeinisphSrenrAudcti, der 
»ich ZUM riexns renlünnt alier die Fasern aus der AamoiiJtwiudung ahi Fumix weitfrflihrt Vim Flu' 1?t 
ab gehen die Schnitte durch da« Zwischeultim. Auf Fig. 'J5 ist der Eintritt eines Teiles der Fanem 
dca baaalBB VoidailiiimbBBiila fai dm Thalaana dnitlkb. 

F%. 80, Schrügnrbnitt durcli da.« Vordt-rbim von Emys Intarta, zeigt den ürspmng ha^alfn VnrderilinblBidail^ 
den Fttserzuwacfas so« dem i'urtcx (prinüliver Stobknutc) und daa aagiitalo llarkbQndel. 

Flg. 27. FfaHtalaehaitt dmefc daa VoidaiUiB deaTocpedo. Umm tOtmt daa Kaitalbtaid last faiahnigaaMa 
Tcviur tai aMt daa sebilf abgMehaltlaBa baaak VoidaUiiUlBdd. 



Fig. 28. HorizoQtatiM-hnitt durch daK Qebirn einar fiwt tnftn VnkUnwt. 

Fig. Siu^ittakehnitt durch dos TriU>n^iiriL 

Fig. 30, 31. 32, 33. Eiae Serie von IIorizonUlMluiitten dortb iaa (iebirn einer LacerU mr Deroon«tnitiun iler 

bracht« mau snr)i liin riTorhiedenen d"r1 ?r*ir dontUdOl ABteil* itt CMRBlMan anUviaV. 
Fig. 34. SagituUciinitt durch das Oehira der Schitiitcrote. 

Flg. a&> Bi(ltt«laeliaiu iwA das 0«lilm te Luart«, aaf dam «mm daa I« ataUBn sfaÜNa Talle aelM» Var- 

laufe* getroffene h.i-' ttr Vi Hf»rliirri^i1!ndel »ich iu die xwei ^fi^diricl rrn n Trili- tr' iirif»n tiobt. 
F^. 36. Die Sckiditen der Iliniriudc iu der Gcifeud der AuuuuMwiudong bei der Bliudüolileirhe. 
Hg: 97, FraitaMiMitt dnnb Vanbr- «nd Zviadicaliin dMa iMMolilldMiii FOMa «w dar 12. Wadw dar 



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DIE KllElIZOTTEH 

UND IBßE VKUbüElTUiNtr IN DEUTSCHLAND. 

VON 

J BLUM 

FRANKPUBT AM MAIN. 



MIT £1X£R iLABTE UND N£L'N T£XTFiti(J££N. 



• 

Vorwort. 



Di*; vüiliegende Arbeit wuiJe Ende dtb Jaiirps 1885 von Dr. J, Ndttdiift dahier 
begonnen. Schon im darauffolgenden Sommer warf ilm mit' tuckintbe Kruitkbeit auf das 
Scbmerzenslager und am 1. Sept. 1886 Imndite er sein junges Lebeo ans. — Aaf Anntten 
meines Frenndeft Dr. 0. BOtiger fibernalim ich Oktober 1886 diese Arbeit uid flbeigebe sie 
litermit der (HTentliciikeit. Gern« benuUe Ich gleicb hier die Qdegenhdt, um Letsterem 
für Mine stets bereite Hilfe neinai INudc emindrOckeD. ^ Du Msterial, welches ich in 
K«ttb«ft8 Nachfalb vorCmd, beeUnd nur «im einer groben» Anuhl beantworteter Frage* 
bogen — von eonRUgea branchbAren Notinn war nicbte voibai^ — » so dab die Arbeit 
dorchans von neuem begonnen werden mnlstc. Zimach^t »uchte ich mir aus demjenigen 
Gegenden, von welchen keine oder ungenügende lieriditi' v<»rlagen, dun-li Versendung von 
Fragebogen Mittfütintr zu verschaffen. Die in einem soldini Formular von Dr. 2«oUbAft 
znr Beantwoituii? ftutu'i^strlltrn Frapren sind am Endp fli<>ser Vorrede abgedruckt. 

Die llaupts( Invierigkcit bei d>M Iltarbeituncr lae darin, in den Antworten das Falsche 
von dem Wahren /u unterscheiden; dinu imuar wieder slellte sich die Verwechselung der 
Kreuzotter mit der glatten Natter ein, und selbst gewiegte Beobachter, deren scharfes Auge 
sonst nutrUgliche Gewihr Idetet, Beben sich oft tinschen. Ailardings gelangt man naeh und 
nadi m einer gewinen Fertigkeit in dem Abwigen, lo dab man oft an einer nebenbei 
hingeworfenen BenMifcnng hennslndct, ob die Hitteilnng soverllbig ist oder nidit. Ich 
«achte (So ZwoHd meiatens dadnrcb sn hetwn, dab ich mich an andere Sacbventandige wn 
Aasknnft wandte und hesondws, wenn thnnüch» dadurch, dab idi mir dn Belegetttck znr 
Aneidit schicken lieb. Angaben, die mir fraglich bltel>en, habe ich bei Seite gelegt, um 
Irrtflmer möglichst zu vermeiden; nich tdestoweniger mag sich du und dort der eine und 
der andere Fehler eingeschlichen haben. — Erleichtert wnrde mir andererseits die Arbeit 



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— 124 — 

durch die Liebt-nawuttligktjit, wuiuit mir viele Sachverst&itdige entgegenkamen. Kin/elne 
flowobl als Vereine haben sich der Sache in einer Weise angenommen, die meine Erwartungen 
w«t flbKtiofliHi k«t; auMn «Doi nge iA läetaBk mukm «ftmutett tNuik. Di* LOekMi, 
weldi« geblieben aind, rfibren diher, dab aus den betrefiiuidiea Gegenden kefaie Antwort 
eintnf, eder weil idi daaelhat keine SediventtndiisiMi ennitteln kennte. 

Bei der AnfOhnug der Gewfthiwninner habe idi der Kflne halber daa Wort «Herr* 
weggelaaaen. Seilten aoeh bei den Titeln Unterlaasangaallnden alch zeigen, ao bitte ich am 
deren Vwgebang. 

Die Fundorte, von wedclien kh selbst die Delegat itcke gesehen, aind mit & bezeichnet. 

Iki donjcniKcn Cu'wflbrsm<tnncm, bei welchen kein Heimatsort angegeben, iat dieser 
mit dem Fundorte übereinstimmend. 

Fm auch dem Laien die >fö?lir!ikpTt ?ri bieten, nnsere Giftschlanff<»n von den nicht- 
giftigen zu unterscheiden, befindet Aich in einem .Vnhange ein in möglichst elementarer 
Weise abgefarster Schlüssel für die Trennung derselben. 

Möge diese Schrift dazu beitragen, die Kenntnis unserer deutschen ScbUingen zn ver- 
trnlten mtd beaM^ei» dam dienen, Ungiaekafllle in Zakonft an verblltenl 

Frankfurt «. M. im Jnni 1888. 

J. Blnm. 



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Fragebogen 

« 

betr. du Yorkomineii der Kronrotlw, Viper* benie, in DentiwUuid, 



beaiitwüitel durch in 

1. Kommen ffiftiiVe Schlangen in der 
Umgebung Iliros jetzigen «der (get 
naher anzngcbcndcnjfrQhercn Wohn- 
ortes vorV Sind sie diuelbst hAutig, 
vereinzelt oder selten? 

B'- m r f fc '1 ri ri;';*^ t r iuf r.uf m^rkuBt 

^.-l.lr. , ,J in u::'- .i-r l.' i ( l l ,»11 K f «Ql- 

l»«vi» iitPiFbri iiail A u) it!i< I. >.io ..ti 11. i.-'hfton 
oin« gcvrUs« JLhaitcbkeit b«»ltil und ilaUar 
■> TarwMlHllaara Arnim g>v>>— In*' 

2. Welrhr örtlirlikeit l.owolnit die 
Kieiuoiter bauptä&clilich ? Findet 
sie sieli meliT in den Niederungen 
oder auf den Höhen, in Hochwald 
oder iv honungen, im Moor j»der der 
Heide, auf iJasalt-, Kalk-, Granit-, 
Lehmboden etc.? (Jenaue .\ngabe 
der Höhenlage des lu h. Fmdortea 
in Fufe oder Meter erwünscht 



3. In welcher Jahreiueit und Tageszeit 
begegnet man ihr am baufigaten? 

Ist sif Dr^legentlich finmal im Zu- 
stande des WinterschiafeH in Mekr- 
«ahl nsammcngcd rangt beobachtet 
worden? 

4. Welche Fftrbungen sind Ihnen be- 
kannt? Finden sieb mich l infarlMp 
schwarze (d. h. auch atu Uauche 
sdnrane) tSere? 



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Kommen Verletzungen von Hmiden, 

Vieh und Getlügel duiili Kreuz- 
ottembiiss vor ? Welcher Art «nd 
di« Folgen doMlbeii? 



Wie grofs ist schat/utigsweise die 
Anzahl der in Ihrer Gegend wÄli- 
rend der letzten Jnhre pfliis^piien 
Penionen / Ist der Verlaul mitnnler 
totüch gewesen oder ist tang- 
jähriges Siechtum eingetreten ' Vnn 
welchen besonderen Uni»tAnden der 
JahresseU, des Lebensniten nnd der 
sonstigen körperlichen Desi li.itTf tw 
beit giaubeii äie, da& sie auf die 
Folgen der Vennindung Einflnb 
gehabt haben V Welche Gegenmittel 
wurden bei der Behandlung ange- 
wendet? 



Bestehen in Ihrer Gegend irgend- 

welihe Mal'sregeln zum Zwecke^ 
die Zahl der Kreuzottern zu ver- 
mindern? Sind Prämien anf den 
Fang gesetzt und mit wehhem Kr- 
folp y Welche Tiere sind als Feinde 
und Verfolger der Kreuzotter in 
dortiger Gegend bekannt? 



g. Kömmt Si« darüber Angabe machen» 

ob in einer Sammlung Ihrer Fm- 
gebuHg in der Nähe gefangene 
Kremiottein in Spiritus od«r aus- 
gestopft liegen? 



9. Adressen von Ihnen bekannten 
öachverstftndigen: 



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Litteratur, 

welolM hanptoltehlidi benutst irordm bt. 



1. A« Strtacb, Synopsis dar V^mMca, mint BuMvIaiiign (lb«r die geographische Vw- 
bMitnng dieser QifiBcbtaiigwFaaiiUe. Bitaoirai de rActdAniie imp&rial« de» Scienees 
de St-Pa«nl»oug, VII. »rie. Tome XIV. Nr. im. 

3. F. Leydig, Veber die «iidieftiniKhea ScUengen. Zoologiedie und anstomiadie B«- 
merkmigeD In den Abhindl. der Sende Metmrt OflseDacb. XID. 1884. 

3> F. Leydig, Ueber Verbrettong der Tl«ra fan Bbangebiige und Mtintbal mit Hinblick 
anl Eifel and BbdilbiL VeAndL d. Venbn d. preols. BbeteL n. Weett 1881. 

4. Jahresberichte des Mannheimer Vereins f. Natnifc, 

5. Jahreshefte d. Vereins f. vaterl. Naturkunde in Wttrttenibei-g 

6. Der Zooloprischp Harten. Tlernus^Pireben von Prof. Dr. F. C. NoU. Frankfiut a. M. 

7. Corr('si)ondenzblatt des 200I. mirieral. N'iireiiis zu Regewborg. 

8. Lenz, 8chlangcnkunde, I. Aull. Gotha, i8;{2. 
». Hrehms Tierleben. II. Aufl. IW. 7, 187H. 

10. M. J. L. Soubeira», liapport sur Ics vipOsres de Fnmce. In BaUetin dt It aoeUU 
imp«iriale zoologique d'acdimalatiiNi. 1883. 



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Allgemeines. 



Die denUcben 
ScUaageaarUB, 



Eb giebt in DeotichUuid mcIib Tenehiedene Scblmgenuten: 



1. CoraiMlla austriaca Lavrenti, di« i^atte Natter, ocitomidiiache N. odar 6«hliag- 

natter, auch Tharinger Natter. 

2. Coluber Aescnlapli Hoat, die gelbe Natter, Aeskalapnatter oder Schlangenbader 

Katter. 

3. Troiiidonotus natrix (L). liio Hiiitrclnatter. 

•1. Troiiidonotus tesselatuv iLaurontii, diu WUrfeluatter. 

.'). N ipera beiUh (1^), die Kit tuolter und 

6, Vipera aspis (Lj, die Aaptsvipcr, italieniscbe Viper. 
Vipent amoMNiyte» Dum. n. Bibr., di« Sandviper, ist bis jetxt nicht nachgewieaeii; di« 
Exem^are, wdcb« 8. Z. (vor bald fteimag Jabran) bei R«Beiib«iiik g^n^n wurden (KabD, 
Fauna boiea, NOnbeif 1838), waren aller Wabnebeinlicblceit nach ana der GdiMigeiMcbaft 
«ntkommen« Tiara, di« für die Apotheken nach DeutaeUand gebracbt worden «arau 

V«n den genannten aecha Schlangenarten aüid drei, die Ringelnatter, glatte Natter 
und die Kretuotter, über fast ganz Deutschland verbreitet. Die drei (ihrigen sind sm dem 
Süden und Westen eingewiindcrt : ihr Verbreitungsbezirk in Deutschland ist ein beschrankter. 
Die gelbe Natter findet sich bei ^diUinpenbad, an einzelnen Punkten der Mosel und im 
Donaupcbirt Anch bei Baden-Baden wtmic ?<if> brobacht! t Die Würfpfnatter ist im Uhcin-, 
Nabe- und Lalinthal nachgewiesen. Von Vipeia iLs]»is wissen wir Ijfstiinint, daf« sie in 
Deutsch-Lothringen vorkommt; ihr Vorkommen im siidlithtn bchwar/.waldc bti dem Stiliitthen 
Thiengen, im SchlUchtbalc und in seinen Nebcntbalem, ist noch nicht mit gcnügtnder Sicher- 
heH festgeateUt. *) 

*) Data V. »sf\9 im Sanerlande bei Hallenben;. Krei« Brilüii (nicht Kreis Metcbedc), vorkomuil, wie 
Dr. i. T. Betlriaga aus einer Notiz in der K<>ln. Xeitunii: vom Au^«t IHHO schlicfiieii xa können meint («. die 
AnBcrkaog jwg. 178 in .Die AmphibieD a. Keptilien Orieobeiilaiula. JioakM 1888' iit Mhr imwahnehcinlkiL 




— 1S9 — 



Die Kieamtter, Vipen \teaa, bat woU ikna Namen von den «nf dem Eepfe befind- BtnlMIlnag Im 
lieben nrei balbkreisStomifBn Bogen, welebe mit ibm kentexen Seite gegeneiamder ge« 
ridKet cind and ao an die Fonn dnee Andreaakmuea (Fig. 1) erinn«n. FQr den 
Namen Kreozottersiod aadi die Beaeicbnungmi Otter, Adder, Kupfematter, Feaer- 
«Uitft [fta TAT. ebenen), Teofekotter oder HtUennatter (fbr var. prester) gebrftuchHch. ,Pi(. n. 

Das Kreuzott ennanncben wird etwa w cm lang. Daa Weibdien ist im allgemeinen 
gröfscr. Iiis 70 cm Irinic:; zuweilen finden sich aber auch Tiere von 80 cm und darüber. 
C. Struck in \\';irt'n hat ein !;\eni|jlnr erlegt, welches eine L.'lngc von 81 cm hatte. Im 
nonnalen Zuatande ist die Kreuz ottt-r die kleinste deut-<che Schlange. Die Uochgebilgsüere 
sind bei 4,') und uelUil bei uoeli wejiiper cni auspewachsen. 

Der Kopf der Kreuzotter ist vom Halse deuüieh abge&eUt, bieii und ikh h ilei .Schnauze 
to mftUg verengt, die Schnanae nicht aufgestoipt Die Oberseite ist ziemlich flach, nach 
dtt Selten ateil abfoltend. Yen doi Kopftdiildeni treten daa Fnintale (Veitieale) nnd die 
zwei Farietalia (Oedpitalia) dentlidi hervor; dieaelben niiieren oft in ihrer Geatalt nnd 
adbat infolge Qnerteilang in ihrer Zahl. Die Übrigen Sddider aind Hein. Daa Beetnle, 
TOn eben nidit aichthar, iat, wie bd allen Schlangen, an der Unteneite anagerandet, om 
daa ZOngebi ancb bei geaebteaaenem Mnnde lo emUf^en. Ue Snpraorbitalia ragen mit 
Ihrem tnlkeni Bande bogenföimig über die Angen hervor. Letstere aInd von den Stq^raUUnlen 
— und xwar am regelmäßigsten am vierten ObeilippenBchild — durch eine Schilderreibe 
getrennt Bei Vipera aspi» mit der aufgestaii.ten Schnauze und dem entsprechend breiteren 
Zwischenraum befinden sich zwei lieihen Schilder an dieser Stelle. Diese Verschiedenheit 
wurde bisher als ein wichtiges Unterschiiidungsmerkmal der beiden \ ii<ein angesehen; vor 
mir liegeil indessen vier V. berus aus Carolinenhorfit in Pommern, wovon 1 F.xemplar zwei 
Schilderreihen zwischen Äuge und Oborlippenschildeni hat. Dasselbe ist der 1 all bei einer 
V. bona anter nenn Exemplaren, welche ieb von Wunsiedel im Fichtcigebirge erhalten habe. 

Daa Auge ist rund, etwas gew&lbt, scheinbar ohne Lider, von einer uhrglasahnlichen, 
dnrcb^tigen Lidbant bedeckt (Johannea Mflller); die Dia iit rat nnd die PqpiUa lingi- 
gOfMltett. Die NaaenlSeher liegen an den Seltai nnd abid rund. Daa Ohr iat von aimen 
dudi niehta angezeigt; daa Tronunciftll fehlt nnd aneh die eoBtachiache BAbra nnd die 
FanhenhAlde aind nicht Torhanden. 

Die tanaettlich nnd «um Teil eiftrmig geatalteten Schuppen ^d acbarf gekielt; nnr 
bei der nntenten Beibe treten die Kiele weniger dentlich hervor oder amd gar nidit vor- 
handen. 

aktna. 4 »m h>rt. uiwf. Om. ZV. M. 17 




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— 130 — 



Dl« Züi clv Sdrappen iind Sehüier die Eüvfm M mit AquIib.« iw Sckuppen- 
nihen und dw AwalidiHd«» keine «BT«i«ftd«riiek«, wie kw eiii«r VergleicbwiK d«r fttlgwideii 
BtdHfM» eiilebtUek: 

1. Kloster Iteltbarg (Oberbaywü) N cm kofe e* 

Sq. 21, 5/5, y. 142, A. 1, SCL 89/39 + 1. 

2. MeUbergr (Kreis Bms, Rlieliiitr.) 66 «n 1., a. 

Sq. 21. G 3 '3. V. 139, A. 1, Sc «V« + 1. 

3. Wonsiedel, 54 cm l., rf. 

Sq. 21, n .' '5. Y U7, A. 1, Sc. 39/39 + 1. 

4. Wunsiedel, 46 cm l., cf. 

Sq. 21, G. 3 3, V. 134. A. 1. Sc. a*. 36 + 1. 

5. Carolinenhorst (Kreis Naugard, Poinmenij, 6u cm L, y (pJ^ler)- 

Sq. 21, G. 5 5, Y. 148, A. 1, S«. 81/3t + 1. 

6. Cumlinsnilont 50 cm 1., 9. 

Sq. 21, O. T. 152, A. 1, Se. 32 82 + 1. 

7. UtUbeig (Krais Rees), 50 cm, 9. 

Sq. 21, 6. 6'6, V. 148, A. 1, 8e. 36/85 -I- L 

8. KkMtw BäMmtg, 80 cm t., 9. 

Sq. 21, O. 2/2 -f- 1 -K 1/1, V. 147, A. 1 Sc 28/28 -I- 1 
Selten erhftit man FAemplare von aberemsthnmender Färbung und Zeichnung. Ge- 
schlecht, Alter, Standort und Zeit der Häutung bewirken die mannigfach^tt>n AbAndernngen. 
Im grossen und ganzen h<>m sich zwei Farbengruppen unterscheiden; eine mit heller und 
eine mit dnnklor (?rün(if;irhp der oUerseite. Die helle Grundfarbe geht ron rein Weifs durch 
(rrau IjIs duTiki'l lli-auntrrau und (inuiblau durch alle SrhatticnniKen. Bei der dunkeln Grund- 
farbe hemcht das Bniune vor und xwar vuii dem lichten (ielbbrauu oder Gelbrot an bis zn 
OUvengrttn, dunkel Schwarzbraun und ganz Rcbwarzer Fftrbung. Die Baucbsette ist veiCi, 
Uengran m venektodsDen AIntofnngen, rotlkb, violett und scihwen, einftoUg nd cnweUeB 
gedeckt, nementlidi am Grande der Beoekiinge. Haneken Gegenden ht dae bestkamle 
Flibong e^tOmlidi, ebne dam jedoek dieselbe eine anssdilieEdicke ist bs Hnekgebtrge 
iSoä die Tiere dOater geftrbt; im ellgemeinen berrscbt deaelbet di« sekwane Fuknag (ptester) 
Ter. Anlbüend knpfenot and scbOn gedeckt, bemeikt Prot Ndsdin in Kerlmsbe, raid die 
Kreuzottern der schwftbuchen böheren Alb, im Gebiete deg weifsen Jura. Nach den Hitttil* 
ungen des Dr. A. Walter in Jena, Asristent am zooleg. Institnt daselbst, kommt in den scbattige» 



. kjui. .^ i.y Google 



— m — 



Wlld«ro Livland* rar var. presltr, adtaii dra braane StmuiMit vor. In Deottdilaiid findet 
aldi m. preiter in den AlgUter, Bflyeritehcn, SnUlnirger Alpen md in doi Torf- mid Mmr- 
g«geiid«ii der noidwtrts dsnrr liceendeii Hodiebene bis in die I>oiMuigegend; in WOrttembeig 
Ober die Dman bmam. Ferner findet «ie elcb in Scbunnwild, veninzelt im Erxgebiige, 
Liaaitier Gd^irge und m ObencUetien. Im Fiebtelgebiiige, TbAringerwald nnd Han aebdnt 
sie za feblen; dagegen trifft man sie wieder in den Uoor- und feuchten Torf^artien der 
norddeutschen Tiefebene, besonders in Ost- und Westpreufsen und in Pommern. — Inwieweit 
Bodenbescbafenbeit, Klima, Licht und Schatten, Höhenlage, Nahnmg und HchutzbedUrfnis die 
Frirbtinp brrinrttisspn. bleibt nwb Hnc zu lösende Frage. Alexander v, Hnmpycr plnuHt, dafs 
die pommerbchen Kreuzotteni (Icr Waldmonrp nnd HHden bfi M-lii^t hillcr olirrfiniiunp ott 
und gern die Unterseite ni<ht liijniblaululi, sondeni schwarz haben. Viele {.ifwiiliiMiianiuT 
sind der Meinung, daia auf iruckeneui Terrain die Tiere heller gefärbt erscheinen und dais 
je fenebter die OiUiclilEeit, deeto dndder dann die FIrbnng sei. So &nd O. Goldflua In dem 
trodcenen, aandigen Scbie&banawalde bei Kreoabiuig (Obeneblerien) ganz belle, granweirBe 
nnd bellbranne, in dem fniditgelegeinen KobgrUno dagegen hat Mbirane und ganz dnnkel- 
biaiine Ezempbure. Frei MaUos in Kid acbreibt: «Bnuine Her» mit deatUehem Zickzaelc- 
«tieiüen kemmen mebr anf der Heide vor; braunaebwarze mit TerwiBClitem Zieknekatreifen 
mebr anf Moomn*. 

Auf dem Kopfe befinden dcb bei nocmalea Stücken acbt Flecke, ein Fleck vom an 
der Schaauee, drei quer zwiadien den Augen und vier bindenartig in die Linge ge- 
zogene, welche daK schon genannte Andreaskreuz bilden. Zuweilen fehlt der eine oder andere 
Fleck und oft sind alle zusammengedossen ; nur die zwei hinteren Binden sind fast immer 
vorhanden. Diesp divergiprpn nach hinten nnd anfsen und zwischen dem durch diese 
Divrrgenz <-iil.staii(lt'ii('ii l'aiiiu licfrinnt der hdiwar/f inlcr liiauficcliliiiti' Zickzackstrcifen, 
«elcher bicb iAng» der gaii/in Mittcilinii' tiet» Kuciiens hinzieht und nur selten in einzelne 
Flecken aufgelöst iat. Von den Augen ziehen sich ebenfalls, mit dem Hückenstreifen parallel 
lanfend, dunkle Streifen nach hinten aa den Seiten des Körpers entlang, und diese Streifen 
Iflaen alcb in efam^ie Flecken auf, wdcibe zwiicben den Einbucbtungen der Zickzacklinien 
ateben. Bei weUter oder grauer Gnmdftobung ist die Rficken» und Kopfoeichnung acbwars; 
bei donklw Gmndfirbnng kaatanienbrann bis kaffeebxaon. Znwdlen kommt es ver, dals die 
binnne RttckenaeicbnwqE von einer wdiUidien Zone begrenzt ist« vodoreh aicb die Zddmung 
beaonden acbta abbebt Die Btnder der Aogenbnnenplatten ^d weift geflurbt; die Ober- 
lippcnadtilder afaid ebenfalla weiss, aber dunkel nmslumt waA seben dadnrcb wie fletacbende 

17» 



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— 132 — 



Zlhoe im. Auf die, wenn uch imr wenig gelb, orange od«r wdik geftriite Scbwmxspitze 
auch bei nnaerer Kremotter, tut aehon Dr. 0. BOttger anfinefkaim geaueht, and tdi b«itxe 
gnade Exemplare aas Norddentachaandf welche dieee TMmag sehr athön zeigen. 

Bei der dn&rbig adtwarzen VaiieUtt« var. preater, and bd m. scytba ^ «diwanse 
Ober* and weifee üaieneite — sind die Zeidiniragen nicht an eritcnnen; ab«r anch bei 
ihnen ist die Schwanzspitze mciatens andeta geflibt. 
Cesciiicohtrant«. Mannchen und Wdbchen nntendidtai wie schon bemerkt, durch die Kör|)er- 
gröfsc, die Schwanzlangp, welch Ipiztm^ licim Ar'>n'M lipn etwa ein Set^hstel des Kftrpermafses, 
beim Woibclien unpcffthr nur ein Achtel desselb«» beträgt. Beim Männchen ist die Wnrzel 
des S(hwan7f« durch die /t iisunfr-JS'liprlf'r diiker als heiin Weibchen nn der entsprechenden 
Stelle und dort viel deutlicin r als Iii- r L'tgeii den Krtrpi'r absre«eti't. Für ti:L^ Miiiiiu lif ii i-t 
die helle, also graue Grundfarbe der ülierseite in ihren verBthiedciicn AbfiLuluiigi u cUarak- 
terii>ti;»ch, für da:» Weihchen die dunkle braune Farbe. Weibchen mit bcllrotbrauner Ober- 
and rOtUAer Vnteneite bilden var. cbenea. Alte Weibehen «rhaltm »ften di« graue 
Farbe der Minncben, wie ja aucb bei vielen anderen Tieren alte Weibchen gern Eigen- 
achailen, welche dem Manne ^n sind, annehmen. Var. preater gelMrt meistens dem weib* 
liehen G«s(A1ecbte an; d«ch giebt e» auch achwarae manchen. Ein aolcbea Exemplar befindet 
alch X. B. in der techniachen Hediacbale in Kariamhe. Nach Lenz haben ganz jnnge 
Ifftnneben eine belliminnUche Grandfarbe, wihrend die der Weibchen blafagnm oder blab- 
rötlichgrau sein soll. Leydig findet, „dafs der Kopf <\r^ Weibchens mehr niedergedrflflkt) 
länglicher und feiner ist. Da die schwarze Abart meist Weibchen in sich fafst. so begreift 
es sich, daf* der Vipcra prcster nnch aewöhnüch ein kleinerer und niedrigerer Kopf zuge- 
.«rhrirben wird Beim Männchen ist der Kopl di< kcr, kiir/.t r u;iJ diis Trotzige in der Gesichts- 
liildnti^' wird gesteigert durch den mehr ah beim Weibchen vorspringenden liand der 
iirauenplatte". 

Gifu&iute. Oberkiefer, welcher bd der Kreuzotter zn einem kleinen Knochen verkümmert, 

ist einerBeit* durdi eben Verbindangsknocb«i (Os tnwmcsum) mit dem FlOgelbein, anderer- 
seits mit dem Zwiaehenkiefer bewegücb Terbunden. An dem Oberkiefer befinden sieb aaf 
btidmi Sdten deoaelhen je ein feiner pfriemenflvndg gebogener Zahn von etwa 5 mm Lange, 
durch wekben der Llnge nach ein Kanal ziefatt der gegen die Spitie hin vom aaf dem 
ZabniOcken mit einem Schlitz endigt. Sehr oft stehen j« xwei Zahne an dem Oberkiefer 
nebeneinander. Da der eine davon gewöhnlich wackelig ist and da aocfa beim Bisse wohl 
selten mehr als zwei Wanden beobachtet werden, so ist anzunehmen, dab der zweite Zahn 



— m - 



dn Mb« Funktion gesetzter ist. Diese Z&bne nun stehen mit Oiiidruäen in Verbindung. 

'Wni du Titr beilwn, so driickt du Oa traosTeniuB gegen deq Obwldtfer; dieser mit den festp 

gewwlisen«!! Zdinen riditet sicli «of uod das Gift fliebt ioMge Wiifcung des SeUAfenmiidceb 

doKh d«i Zafankanal Dringen di« Zllin» b«lm Beifimi In das Fldsdi dn, ao gdangt dts 

Gift in die Winde nod von da in das Blnt Conaarrator Pidtel in Dresden, in firnlieren 

Jahren als Sdilangenniann beinnnt, sammelte dt das Oift. indem er den Sddangen den 

Bachen Mhet«, auf die ScUlfenmoaltdn diflekte und das aiadann ans den Giftslhnen 

trflufelnde Oift in einem Ghtaehen auffing. Ick selbst habe dieses Eiperiment mit Erfolg an 

einer frisch getöteten Schlange gemacht, nachiieni ich die (iift/ähne durch Vornchieben des 

Flüpclbeines aufgerichtet hatte. — Im Knhezustnnde sind die Giftzilhnc zurückgelegt in 

häutige TaschpTi »lep Ohorlcipfcrs Hinter den genannten beiden ZilhnoH befinden sich noch 

Je 'A — 4 Hesen/ezahno, wclrlio an die Stelle i\<^ im Ohniurh sfclu iuli ii Gifuahnes tn ri n, 

im Falle derselbe abbricht Der erste Heserve-iahii bat luituiili-i, titlion ehe er in FunKtion 

getreten ist, seine volle Orftfse erreicht. Solide hakenfömiige Zahne befinden sich am VeredJingea d«r 

Btate. 

Unterkiefer vnd auf den Oaumenbciaeii; dieselben dienen zum Ertasseit der Beute und zum 
Hinnntenchleben denelben in den Rachen und den Sdilnnd, wobei die nur dureb elastiacheB 
Bindegewebe (Lqrdig) verbnndenen IJnterkieliBrtste abwechselnd vorgreifen. Dndoreh, dala 
der ganze Kiefer-Ganmenappant dnrcb die vielen vencbiebbaien Knochen ungemein dehnbar 
ist und eine reiche DrOsenabeondening die Beute sehr aehlOpfirig macht, kflnnen die Krenz- 
oUem, wie Überhaupt die Bchlnngen, verfaftItmamAfsig grobe Tiere vertdilingen. Der Akt 
des HinnnterwUigens geht sehr langsam vor sich; doch da die Tncbealmfindnng weit nach 
vom liegt, ist das Tier imstande auch während des Sehlingens zu atmen. Möglich, daf» der 
an die langgestreckte Lunge sich anscbliefifiide Luftbehalter auch das Atembedürfnis etwa» 
liprabmindert. Die gespaltene Zunge, welche als Tastorgan fungirt, liegt in einer Scheide 
unterhalb der Luftröhre und kann weit vorgestreckt werden. 

An sämtlichen Wirbeln des Rumpfes mit Ati^nnhm?^ dos Aths «it/(^n Rippen, welche Fonbewegnag. 
frei ondiiren. Imnli si itlfcbn Bewegungen de> liiimpf*'.-;, wclrlic inf^'gi' <\vv VerÄchiebbarkcit 
der \Viilii ikoi|ii r uiUi rfiiinnilor ermöglicht werden und durch abwecliselndes Vor- und 
lUu kwitrtÄsciiieben der rechten und linken Rippen bewirkt die Kreuzotter ihre Fortbewegung, 
weklie dnneh die anbt^baren Bancbringe, die sich gegen die Unelienheiten des Badens 
stemmen, nnterstfibEt wird. Übrigens steht ihre Behendigk^t hinter, der unserer flbrigen 
Sdilangen znrQck; tie bewegt sieb siendich hmgsam voran nnd ist nicht imstande äne 
grOeaere Hohe zu erklettern. Wo Klettererfolge verzeichnet werden, mflaaen dieselben unter 



184 - 



besouden gQnstigtn UaiUiiden atattgwhnden Itäbtn. Frei kanii alt den Vorderteil ihm 
KOipen bödtttens ein Drittel ibnr KAipeilRoge eAeben; wa Winden kommt de viel hUier. 

SdmiMwn. UnfMirilllg Ins Werner genten, Touag sie läish durch die seitUchen Bewegnngen ene Und 
n retten. Es wird von mehreren Seiten bebeoptet, delii, ohgleieb sie k^e eigentliche 
Wssemsdilange sei, sie rieh doeh Alters an Orten nnfhalte; vosie zum Schwimmen gezwungen 
werde und dafs auch zuweilen gesehen worden sei, wie sie Bich freiwillig in« Wasser begeben 
habe. So schreibt Brehm (Tierlcben, TT. Anfl ): .Sie weiss sir!i im Moore und Sumpfe, wo sie 
nur schwimmend von einer Bt'llte /iir anderen gelangen kann, trefflich einzurichten". So vinl 
mir bekannt, iiiridct sie solctic rniil<t(\ wfkhe sie nur schwimnü'iui zu erreichen vermag, 
und es lie|?t mir lilier froiwilliircv .\nfsu5:hen de« Wassers auch keine zuverläiisige Beobachtung 
vor. Dais sie in unmittelbarer Nälie des Wassers gesehen worden ist — ich selbst habe sie 
am Bande tines Baches heobaebtet bewdst nidits; «Ir irissoi dagegen, dab FlOese und 
Bicbe vidiach die Oreuse ihrer Verbreitung bilden. 

Btatonv. Die Kreosotter bantet sieh einigemal im Jahn; die ernte Hhnfauig erfolgt Ende April, 

die letzte in der Begel im August, und wlhnend die Fubung des Tieres vor der Hlntnng 
trübe anssiebt, ist sie nadi denelben firtaeh und glAnzend. Die Jungen htuten sieb ka» 
nach ihrer Geburt und After ab die Alten. Bei der HBntnng streift <fie Otter ihre Haut als 
tin Ganzes ab (Mattemhemd) und zwar be^nnt die AbUtaung znent an den Kiefern und zidit 
sich von da über den Kopf. In diesem Stadium, die Haut hinter dem Kopfe angerichtet, 
hat die Schlange ein eigentümliches Aussehen and vielleicht hat dasselbe die Sage von dem 
.Krönchen" anrh bei der Krenzotter venxiilafst. l^t dieser Anfaner ^enuiebt, so sueiit die 
Sfhlnnfje an raulion UegensiAnden und in engen Hilgen die Haut vollends abzustreifen, was 
in der Weise pescliieht. daff die Innenseite nach aufsen zu liegen komokl. Auch die Augen 
hauten sich. In der Freiheit liadet die Schlange immer geeignete tiegenstAnde, um den 
Hautungsprozcis regelmftfsig verlaufen zu machen; in der Gefangenschaft muis man diesen 
Umstand bwacksicbtigen und zugleich fOr die zum Oeachmeldigmacben der Ibnt nMige FlOmig^ • 
keit aoigen, andernfsUa die Tiere zu gründe gehen. Kurz vor dem Hiatangspieiesae 
und wlhruid deaeslben scheint die Sddange sich weniger bdiaglldi zu fUblen, als wenn er 
vember ist 

mdmuf. Die Hauptnahrung der Kreuzotter besteht bi Xiosen, Arricobwrten und Hoiiden; be- 

sondeis der Feldmaus (Arricola arvalis ) und der Waldmaus (Hos sylvatfeus) stdit tat gerne 
nach. Auch die Spitzmftuse und Maulwürfe fallen ihr oft /.nt Beate. Frösche (meistena 
Raaa tonporaria) und junge Vögel, weldie in ihran Neste aufgesucht werden können, gehttrsn 



. ^ ^ .d by Google 



ebenfalls zu ihrem KQchenzettcl. Leunis fand einmal einen Siebenschläfer (Myoxus glis) im 
Ibgen «mer Kfewotter, £, F. v. Honqr«r «In dtM uiid ein joiiges Wiesel (Muatcla vulgaris) 
F. HOHer In Bwd den achwaimo Alpennlinandef (Sdaamiidi» at»). — INt die Kreuotter 
•nf etamiel viel Nebning ra aieli ofaniiit, znwcileii diel vier mnse, und tnüDlfe deaen aidi 
Tie! Fett usetst, ao venney iä» eaeb lange zn Imngera, oA Ober ein balbee Jnlir. — Jnnge 
Tiere nilmn eieii von ESdedwen, vomeliDlidi ven den Jnagen der Beigeidecbae ^jaeertn Tinpan 
JacqO. Deb jnnge Seldnngen ihn eigenen Geadiwlrter TecMfeUflgaa» nag «obl nur in der 
Gefangenaehaft vorkommen; ebensowenig ist es wahndieinlidi, dab sie im freien Zustande 
Ameisenpuppen nehmen, was /.oweilen in der Gefangenschaft geschehen sein soll. Insekten, 
die man im Magen der Kreuzotter gr-fnnden, sind mit dem Magen der Beute dorthin gelangt. 

Der gesjialtPii*»n Pupille nach sollte man die Kreuzotter zu den Kschttieren rechnen; Naeht-odarlagUer. 
allein sie ist viel mehr Tag- als Xachttier. „Uh sah sie ta(,'s vielfach auf Raub ausgehend", 
sehreibt Alexander v. Homcyer, „und halic aucli den Angriff wahrend Tags selbst beobachtet. 
Wenn sie akh »onnt, so schlaft sie nicht, denn sie bemerlrt alles und flieht leicht und oft in 
gröläerer Entfernung schon ; also schlaft sie nicht Dahingegen traf ich die Otter abends nie- 
mals lebbaft an. Dab «KOtiselie Ottem MaditiaiAllBni rind, Wueiat nielita ftr die deutsche 
Art*. — Alle lOtteilnngen, die ich ediiltnn bäte wd meine eigenen Beobachtungen geben 
dahin, dab nach Sonnenanteigang, mdstens achen HA Jküher, die Sceuacttter ddt In flir 
Veiateek zarnckziebt nnd damelbe vlbrend der Xaebt nur bei «anner, sdiwlller Tempentnr 
veriisst Dann atlenlings straft sie umber nnd geht anf Raab aoi. Tmtidem kann leb ainfli 
bier der Melnong Brehn» (e. Ttnleben, n. AnH), «dab ale sieb llbertages nkht in waebem 
Zustande, .sondern eher in fiiner Art von Halbschlummcr befindet", nicht beipflichten. Im 
Hochgebirge, für das sie meistens die einzige charaktenstiscbe Schlange ist und in nordischen 
Gegenden, selbst in der Tiefebene, mit immer knUen Snimncmücbtcn verlil.sst die Kreuzotter 
sicherlich niemals nachts ihr Quartier; sie ist also dort gezwungen, sich bei Tag nach Beute 
umzuthun. Übrigens sind auch noch andere Schlangen mit Spaltpupille als Tngtiere bekannt 
Von der Schinngenfamilie der Lycodontiden n&bren sich die indischen Arten von Skinken, 
die sie bei Tag fangen mttasen (Ganther); die afrikanischen fressen allerdings fil&use oder 
andere klebie nlchtUdie Singetiere. USglieh, dab die Spaltpupille and das bervertretende 
Braaenscbild beim Aobneben von Minsen in ihren LBchem von Ifntaen sind, Dab sie das 
tbot, beweisen die Kesttiere, die man mduiäcb in ihrem Vagen gcAmden hat Ven BeU 
apiden, dab die Kieosotter ancb bei Tag ihn Beate veriblgt and dicaelbtt mit Anstrengung 
anbneht, iAhie idi die von Fontracdster HjHlidi beatitigte Beobacbtong ebiee Hdlxhaners in 



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— 136 - 



FbdilMcli (Loreiuwr Wald M NOnberg) an, «oiwcli ein« Ktemotter an «inan ra. 1^ n 
lMh«ii Flchtensttnmeken empoiklettcrCe and die in einem Neste in der Btomkrone 
b^dlklien jungen Finken tatet« (Dn H«9en> — Ober eine andere Beobaditang in 
Val foin 1878 im Juli iMiiebtet Aiexander v. Hemayer wie folgt: j^Ieh war «tf der 
SclimatterlidgaJigd. IKdit adtwarta de» balcaanim Hani>twege«, der das gan» Uni dardi- 
aiebt, und kaum zehn Schritt von mir entfernt, scbrio ein junger Wasserpieper (Anthua 
aquaticus) und sprang derselbe unmittelbar darauf Vi Fufs hoch aus dem (Jrase, um wieder 
nirtckziifallpn. Der Vogrl war \-fi\hf^ befipdert, fnst oder «.rhon fliigf!lhig. Ich trat schnell 
iiAhor. sali don Vnf^pl ~ er safo still im dra-s««. Ich üherli'Kto. was wohl mit ihm sei. Da 
bewegte hkh dicht neben ihm im Grasr und iih bemeriite eine Kreuzotter. Ich verhielt 
mich ganz still und blieb regungslos stehen; dennoch hatte mich die Kreuzotter bemerkt. 
Dieselbe lag dicht vor dem Vogel und starrte ihn an. Ich rührte mich nicht Nach circa 
1—2 Minntan icUoIb der Ideine Vogel die Angoif nnd in dicaem Momente acholä die Kreni« 
Otter gegen den VogeDcapf vor nnd padcte dcnsell>en ao» dab er TolUcoaunen im SeUange»> 
flchinnd war. Der Vogel «ebhig ein paar Haie mit d» FUgelOf dann «tredtte er dieae nnd 
die Beine. Jetit fing die Kreniatter an aicb rttdnrlita an bewegen« wobei aie natüilicb den 
Vogd mitaddeift«. Nun nahm ich den Stock meinea Fangnetns nnd addog die Kreosotter 
tot. Ich habe die ganze Affiüre auf 3 Schritt Distanz angeschaut und so'genau beobachtet, 
daTs jegliche Täuschung ausgeschlossen ist. I(-h glaube, dab die Kreozotter nur meinetwillen 
schneller ihr Opfer /um Foi-tschlpppen parkte, als wie sie es sonst wohl gethan hftttp. Irh 
•tnh deiitlicli, dat's ihr meine Aiiwcst'nlu'it nicht lieb war. Sie achtete stets auf mich und 
machte imiucr Kopfwendungen nach mir zu". 
FaaciiMtitMl. Ftlibt-r waf dfr Glaube vielfach vrrhrriti't, Kreuzotter soi imstan(it' Tiere, 

liesondei;. Vogel /,u fiü-ciiiiereu, d. h. die Vögel würden lieim Anblitk der Krcu/otttT sn ver- 
wirrt, wenn nicht gar verzaubert, dafs sie ihrem Mörder gleichsam in den lUthen liefen. 
D«fr Glaube mag dadnrdi entstanden sein, dals die sonst trage Kreuzotter mit Blitzesschnelle 
. ihrmn Opfer, der acbnellfiUingen liana, wie der flinken ESdecbae nnd den belledeitan V^A 
den totlichen Bib vexaetst. 

Verhalten in <ler In der GefmgeiiaclMft nimnit die Krenaotter adten Nahmng zn aidi. ja ate püegt, 
OebmaiiMikaft. gg^^g^^^ genomm«!, den kont vorher in der Freikeit venddnngenen Raab wieder von sidi 
zn geben; Uftnse, zu ihr in. den BebKlter gesetzt, werden getötet, aber nidit gefiteaeen. — 
In den letzten .fahren sind mdirere Ananaknen bekannt geworden. So schreibt Dlreetor 
Dr. Böhm in Hamburg: ^.Zweimal, wo ich die Tiere in einen aehr gerlnmigen Behiiter bringen 



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Hefa nd lie 4«r mxBMD 8«nM niMtit«, ist « mir gelangen, sie Fra wn n InUifen. 
8i« Unen lebende MUm tot und nnclileiie«ii lie. Den SomiiMr haben ue tiotidein nidit 
llberdannt*. — H. LeduMum meldet «ob Uegidts ha ZooL Garten N«. 1 fon 1887, dab ei 
ihm gcimgai sei, die Kreuotter, — ein UloDchea und zwei Weibchen — mcht mr zum 
IVeaien «n bringen, eondem daft eie eich ancb begatteten, ngdmAlng hüteten nnd aieb 
fortpflansten. Der Behälter war mit Pflaiucen nngeben und die TSen Uieben mOglicbit 
ungestört. — Günstige Erfolge werden sich hier, wie Qbertll endelen lassen, wenn dem Tiere 
ein AafenthAlt gewährt wird, der seinen Leben^wobabcilten «ntepricht and woeelbBt ea 
Ober die geraubte Freiheit thunlichst getftn»cht wird. 

Die Geschlechtsreife erfolf^t erst, nachdem die Schlangen schon zifmlifh erwachsen PorqilMiraiif. 
sind, nicht vor dtiin vierten Jahre. Jm !• riihjahre, gegen Ende April oder Anfang Mai lindet 
die I'aarung statt. Milnuchen und Weibchen liegen bei der Begattung ]ia:ir\veise umschlungen. 
Die Peiiiistachelu verlnndem bei eintretender Sti'jning ein schiielleis Aobeinaiidergehen. Ende 
August oder im Sept«mber, aber auch noch iui Uklobcr, je nachdem die Paarung, die von 
der Wittemng berinflaast wird, früher oder spater erfolgte, legt das Weibebeo 5—16 dOnn- 
hlntige Eier, ana welehan Mtfoirt die Jangea «wechUpifan. Dieeelbea babm eine Ltage von 
18—21 CB^ eind monter, bluten aieh atabald nnd vermagen OebitMch fon ihren mit in die 
Welt gebnditan Ciftdhnen m machen. Von einer Ffinoige der EKen ftr ihre Jungen 
Hegt keine auTeittaBige Beobaditnng ver, and dab gar dhi Jungen den liegen ihrer Mutter 
als ZnluditMtUte benntieo, wie neuerdings wieder zu lesen war, gehfirt wohl in das Eeich 
der Fabel. 

Die Kreuzotter findet sich, mit weuigen Ausoabmen, in allen Lände-rn Europas, auch auf Vorimitag'. 
den britischen Inseln, Irland aufgenommen, und geht ostwärts durch (la> i;eraftfsigtc Asien bis 
*ur Küble des Stillen Oceaiis. Dem Petersbur^jer Naturalien-Kabinet wurden, nach btrauch. vier 
Exemplare gehenkt, welche auf der Insel Sachalin bei dem russischen Posten Dui gefaugeu 
worden wareo. Mit dem Gra&fiofich ^Kaua temporaria) und der Bergeidechse (Lacerui vivipara) 
re^claentiert sie die ganze BeptiBen- nnd Bstndlertana LappUoda und ««reicht hier den 
67. Breitegrad. ,Der VerbNitongsbeiixli wird im Norden von einer linie begrenst» weldie 
in Schottland wahnehehdidi an der NordlclMe bngbmt, in Skandinavien ihren nArdUdstea 
Punkt bei (^dckjock (67* n. Br.) eiKdeht nnd vwi da hi etdOetHcher Bicbtung tOier ArdwngeUc 
(64* n. Br.) «od JeainwiBk (fi6* o. Br.) inm üdakd^Oetrog (64* n. Br.) zielit« (Straoch. 
Sjnepsis d« Vipeiiden 1866 f. 56). Im Süden Weat-Eur»|MS sind von Fundorten bekannt: 
Conia, Santander, mm, Ve» hi Navam; die angebtteb sadliduren Finndorte haben oleh 

tlilMiMII *n ttMhmK oMnl Om. ZT. Si. 18 



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- 188 — 



nicht Iwrtttigt. Uaii kaoD abo dn tstutedMUitalHiache KtMongelibfiB wid die P^rNnln, 
dm 48" a. Br.. «ta di« Sttdgrense in WntpEiiroi» beaeidiiieo. — Nacb Da Brtta — Atti 
d«t BmI« latiUto Vueto (6), ton. 6. 188a Se^Abdr, pi 18 - ftbenehreitAt b« in Ildien 
di« Lini« GmoipFsmi» nidit, und bo «in d«inmeii abeafiüb hier der 48* n. Br. die 
Aeqnatomlgraiiie. Für den SQien Ost-finropas ist das Vorkommen der Kreozotter kon- 
statiert im nördlieb«! BomieD, westlich von Travnik und im Hügellande bei Derben fron 
Möllendorff, Beitrage zur Fauna Bosniens p. 20). Diese Fundorte liegen zwiHhen dem 43" 
lind 44" II Br . etwa* naher dem 44*. Iramerliin könnte mau nach dem Gesagten den 4^^' 
n l!r ul> die sttdlicbe Grenze bezeichnea, bis zu welcher das Yorkommea der I^roozotter sieb 
er8tre<:kt. 

In Transkaukasien uadi Straucb, Ute Aequatorialgrenze der 41" o. Br. — Im 
Museum der Senckeabergiäcbeo OeseUwhift befindet «ieh ein H^Nopiftr, waidMe von Sndmin 
in Abduiien, matUehes TwMl»iuka»ien« stimmt, liao gmra vom 48* n. Br. Die SOdgrenze 
in Wflrt^birian i«t der 45^ nnd die in Oat-Sifairimi walimcheinUcti der 4S* n. Br. («. Stntiicb). 

Di« Kreuwttef geht unter iDen Sehlnngen nidit «Dem nm vdteiten nedi Norden, 
aie etdgt endi im höchsten nnfearte tan Oeblrge. .in der Bdivcin iat lie da« Bodifleliirge» 
li«r per eicellence* (F. UoilerX Prof. Wiedenbeim iüig 1885 ein Frechtaxempler 800 Fe» 
nnt«ri»«lb der Klnbhlltta des 8üvretti|^et«eh«n, «leo in einer Hlihe von dm 8S00 n. M. 
Wegner tolt mit, dass die Knoiotttf ench enf den Hohen Ometiene (mittlerer KenhMOs) in 
der AlpenregioD zwischen 7000—7500 Fuss vorkommt nnd daidhat gm alMhi die KleaM 
der Reptilien repräsentiert (Strauch p. 53). 

In Deutschland bewohnt sie sowohl das Oebirirc wie dir Khcne bis unmittelbar an di«» 
Meeresküste, und in maiiclicii Gebieten des Gebirges wie des Flachlaiidos kommt sie geradezu 
in uoheimlicher Menge vor. ,Im Gebiete des deut.scben Reiches", sehreili Prof. V. Gräber, 
„kenne ich u. a. üas sehr häutige, ja stellenweise masseuliafte Vorkommen auf dem Kalk- 
gebirge nördüdi vom Pltnsee, wo die mit der Heomihd Beuhlftigten eeiir oft von ihnen 
gebinen wwden*. ^mm w«iJe idi*, beriditet deneUM, »daCi in DenteditirBl (HOhe ol 
6000 Fem) Tiehgehftge wegen der laUreidien Kreniottern verlegt «enlen molsten*. Dr. 
Kellflimenn in Wuniiedel edireibt: .In der Umgehnng von Wondedel iat die Kreotetter 
sehr lilnfig, in unmittelbarer KIhe der Bladt nnd enf den umüegendenden bis 1100 n hoben 
Bergen*. — In der Jungfembeide bei Berlm Hl^ Aqnarienhindler Dnimer jihdieb 900—800 
Stück einfaogen, — Prof. Thun in Königsberg berichtet: „An manchen SteHen auf dem 
Lende bei Königsberg ist die Kreniotter anfaenirdentfidi häufig*. OUddieherweise sind die 



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— 139 — 



t'uodorle mehr oder weaiger scharf uiugreuzt, bo d&Is doch Dur ein kleiner Teil der Laud- 
lidt« ditie GiftNUange behvbagt. 

Ein etwa» iwibeirM KQni* «igt ilmr Nttar mitar at ab ein wam««; irir findan daliar 
«ttdi, dab Bia in den aiOdea Oegandea Deutaddaada, wo der Wetabau gadeibt, adten tat 
«dar gam Islilt, wl« & B. in Bbaio- iiad IbingeliieiL 



In Beang auf eine «Teriiofige Kittdlaag* Dr. Kotthafta (ZooL Aaaalger 1BB6 p, 4&0) Kreuzüt<«r und 
nOehte iah hier bemerlMa: Ea bat aidita AafidleBdea, dab in den geoaimtan otterfrelen ^'"^ ^■^^t«'- 
Gebieten die Cor. aaatriaca ach findet und angekelut, dala ia Gegeadea, wo die Kremotter 

binfig ist, die glatte Natter feUt oder selten ht. Jede der beiden Schlangen beaosprucbt 
za ihrem Gedeihen andere Bedingungen. Während, wie wir gehört haben, der V. beros ein 
fenohtkaltes Klima zusagt, verlangt C. austriaca Trockenheit. Die Nahrting jcticr bestellt — die 
erste Jnfjendzeit ausgenommen — in Mäusen, Frö!tt-hen. Viiiinln, und dieso tieht Eidechsen, 
namentlich Hertreidecbsen, und Blindsehlpirhen nach. Mun kann dc-halh nicht sagen. V. berua 
und C. austriaca üchlieiätni einander auä; denn darunter wtlrde ich verätehcu, daCs iufolge von 
Konkurrenz, d. h. durch den Kampf ums Dasein, sie sich gegenseitig nicht dulden. Wo für 
Ulde Scbhngen dto Bedingungen n ihren Wohlbehagen gegeben aind, da find« rie Ah in 
der That an einer and darsdben LokaUtlt« und derartiger Funkte giebt es io Deataddaad 
viele. iQBwhaib dea otlerfteian Oeldetea bi Weat'Dentaebfauid giebt ea viele Gegenden, wo 
die Kreoiotter recbt wohl TOrhoninien hsante; wir nltawn aber bedenken, daii aieb der 
Ebwaadenug naeb mandien Otttn groJäe Scbwierighatea entgegenatcUen. 

Die Kreoiotter bedarf einee Yenteekes, wohin sie sich bei Oelbhr, Wind, Begno^Aitfeiithäititorteder 
kaltem Wetter, aber auch bei zu brennender Sonne und des Abends zarQelBiefaen kann. 
Dann muls Gelegenheit zum Mänsefangcn oder mindesten« zum Fangen von Frfiaeban, 
Eidechsen. Vögeln oder anderen Tieren vorhanden sein und ein Plätzchen in der Nähe zum 
Sonnen. Den dichten Hochwald sowie Schluchten, wohin die Sonne gar nicht oder nur spilrlich 
dringen kann, meidet sie, ebenso von I'tianzen wuchs entblöfstes Flachland und die kultivierten 
Äcker und Wiesen; dagegen liebt bie abgeholzte Waiduugau, Wuldblöfsen, Sch&Iwalduneren, 
junge Anpflanzungen mit alten Stocken dazwla^a, flberiiaupt lichte Walder oder auch die 
Binder dichter GeblSke. Auch FeUrtader, an welchen die rem Felde genoDuaenen fiteine 
wallartig angablnft, aiad ihr genehn; cbeaao findet rie aleb irft in den Hecken, wäldw in 
Neid^Deataebtand, nunentUeh In Holateitt, dieWieaen MnHaBea. KadelwaUbugen werden in 
and gansaa den Laubwaldnogen voigesegeD; uditadertowaBigar iat aie guade in 
Gegenden nit lAnbhola hliifig;i OboDfiiter Wagner in SebOmbadk (SodMeof 

18* 



uiym^cj Uy GoOgle 



— 140 — 



Altenburg) meint: .NadeUiolzkulturea werden wegen der dort absorbierten grüfsereu Warme 
mnige beflond««! gene «nfganuht". Die Abblnge d«r hettfß, mit GarDU odu Bmeh- 
w«rk ledeckt und den SAden logekebrt, afod bemcngt« AnfeatliBltaoite. Im OeUige trifft 
man «ie, besondei« im Frllijabre, oft auf den FüfopfadeB. In ObenehwenuMUgsgebieten 
bilt se nicbt «ne; «ber ide siebt daen etwu feachten — tei&ndtteD — Boden dem aUm 
troekuMo vor. Im allgMaeieea ist aie in Beiug auf Bodanbeachaffimbeit nicbt «tbiarisdi 
dodi BMidat de dea streoigeD Ldimbodea oad tUk aidi baamdan ganw anf dem Moor- and 
fBoehtea Tnfboden mit niederem Fflaozenwuchs aaf. Hofrat Dr. Senft in Eisenach schreibt 
, in Bezug auf die dortige (iegend: „Sie ündet sich hauptsftchlich an Bergen, ^i>Mie ans 
dichten, dunkelgefftrbten und infolge davon sich stark erhitzenden, und mit Felsblötkeii be- 
deckten Glimmerschiefer-, Porphyr-, Melaphyr- und Basaltgesteinen bestehen (letzteres haujd- 
sAchlich in der Rhön): auf-crdem aber aucli an sonnig gelegenen, iiiii Sehutl bL-deekten Kalk- 
und BuiitAandsteinbergcD, vorzüglich da, wo viel Heide, dürres Gras oder Schlehendom- 
Geatrttpp stel^ Sonnige Orte lM>t de vor Alem. BcUaebtea nad acbattigen, fanebten 
Tblleni gebt sie aaa dem Wege*. Oegeoden adt Torfinoono, — wie sie namentlich die 
Ebenen Noid-Dentaehlanda diankterisienn, aber anch weite Strecken SOd-Dentacbbuds be- 
dedNOi — ans denen cinadae Httgal berrenageB, wddiA mit Hdddanut (Gailmia valgaris), 
dar BaaadibeerB (Vaoddnm «Hgincaam), mit Sampf-Pent (Ledno pabwtre), kiflppdigen 
Bfarken, Wacbbolder mid Hdddbeaatrtadieni (Vacddam mjrtttiui) bvwaduen dnd and innsr- 
bdb oder in der N&he von Gebfils mit Haselgehasch und Eichen sieb befinden, dnd sehr 
gesuchte Wohnstfttten der Kreuzotter. Hier findet sie Nahrung, Sonne und Schatten und 
Schutz frejieti Überfälle. Ihren einmal frewShltei' \Vn)iviplat?- verläfst sie nur, wenn Nahrungs- 
manjiei eintritt, wl-uu der liodnn durib Drainieruug allzusehr austrocknet oder sie sonstwie 
durch diö Kultur belästigt und ilirer Zutliichtsorte beraubt wird. Hervoruehoheu zu werfipn 
verdient, dafs gerade unsere bevulkertsteu ätadte die Kreuzotter iu ihrer Nacbbarsdiiift, mit- 
unter in unmittelbarer Nahe und in groIs«r Zahl iMsherbergen, so Berlin, Hamburg, München, 
Dresden, Leipzig, Königsberg, Bremen, Dandg, Nitmbarg, Cbemniti, Stettin, Altona» Ang»- 
bu^ n. a. m. 

Ist das Wetter scbOn and wann, so debt man de, je nach der Jahreaadt bald ihüier 
bald qAter, von moqpns bis gegen Abend an iigead dnem freien Piltsdien ddi sonnen, im 
Hoehsomaiar am die Ifittagssdt im Schatten dnes abwhingettden Fdsens oder anter ebiem 
Bnscb; immer in der NIbe ibres Versteckes. Bd Gewitterscbwtie sdgt sie ddi besonden 
hiniig im Fkdmi. Sehr gern lagt de sidi nnter Heahsniim, Garben, Baamrinde, HolslMlBdai, 



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^ 141 



<lie in der Nfthe ihres Wohnortes anfpreschichtel werdea und die ünf?1ficksfallc beim Auf- und 

Abladen dieser Stoffe, indem die Haiide dabei in Berührung mit der Schlanfrc kommen, sind, 

wie wir sp&ter sehen werden, gar nicht selten. Auf diese Welse werden unsere Schlangen VencUepimng. 

mitunter in die HiiiMr gebracht imd nnraitoD wctthio Tenehleppt Sa «sfepribt Bsilaclial- 

-dinktor Cibümt in Bur (Untep>Etaals}: „Da Uer in Bnr die Geriwni stnrk Iwtrielwo «ird» 

80 ImimBen alQftlirUcIi Irnnderte tob BBenbabnwagen mit Ektaeminie am Franloddi liier 

an. Zweimal aalt aalm Jahren war nr Wanmng at einem Wagen geadvidiein: «„Qiftige 

.SeUangen daiin*'. IHe ante war C. laavfe, die zweite war die Ueviotter. Sie kam ana der 

-Gagmid von Macon nnd befindet nch jetst in der Sebalaammlnng'. 

Die Kreutottem bauen ibr Ventedi nicht aetbct: sie benutaen Mloaa- nnd Mnnlwuib» VmMtk. 
ttcber, Steinhaufen, FelaritzeD, hohle Banmstrftnke und Höhlungen unter morteham Würzet» 
werk. Im Sp&tjahr, wenn die Temperatur aof etwa C** C. sinkt, werden sie matt und suchen 
ihr Winteniuartier auf. Nähert siih die Temperatur dem Nullpuükte, dann bewepen sie sich 
nicht mehr, ziin^-eln lir»rh?teris bei Iterührung. Sinkt die Temperatur der sie umgebenden WiBttnellat 
Almospbare auf den Gefrierpuiikl oder fzar unter denselben, so flöhen sie zu gründe; daher , 
mub ihr Quartier froilfrei &eiu. Beim Auj^roden von ßaurostrUuken (Stubbenroden), beim Auf- 
forsten der Heide und bei sonstigen Erdarbeiten wahrend Winters werden öfters Kreuzottern 
ingrSberer AnaaUaeUaftodvndbeiaamnienliegend gefunden. „Als?— Sjftbriger Knabe", beriditot 
Ahnander t. Hemejer, »wurde idi bei Grimmen (Neu-TeritomnMra) nm Arbmten, weMm 
WachholdentAmme ausrodeten, herbaigwafeD, nnd da sah ich 25— HOSttek Krensottem a»* 
aammengerolit. Eioadoe Ttare lOngaltMi, nrigton aber wnat nickt viel Bewefl^idikelt Sie 
werden mit Spetan und Bodebakeo aenteAen*. Dr. Connd Hnpe in Fü^wuborg ^annoffer) 
abreibt: „ha Jahre 1880, am 10. MAns, erhielt ich drei lebende Kreuaottero zugleich und 
dam gehöripr am Nachmittag eine vierte. Dieselben waren von Arbeitern bei Anlage eines 
neuen Kanals durchs Moor nach dem Börger Walde, aber nicht im Walde seilet, zti^iammen- 
gektiauelt wie tot au derselben Stelle mit mehreren anderen — wie viele konnte ich nicht 
in Erfahrung' bringen — gefunden worden. Hie Tiere waren träge, wenly; lebhaft und munter, 
offenbar im Winterschlaf gpstört". — Ajwlhcker Vnlet in Schusseuried (Würlteiaberg) schreibt: 
„Vor etwa 30 Jahren in einem Winter haben Mftuner, die im Torfmoore Baumstompen ai^ 
gruben, in einem soleben Stumpen 26 Stfiek Kmiiottem von aUen CMssen nnd Flrbnigao 
geftmden nnd mir VberbraAt nnd etwa 14 Tage spater ebenbUa aus einem aoleben boUan 
Stampen 38 Sttkk. Dies war eine heirtldie Anabeute, und habe ich mich da das erete Mal 
«beramigt, d«b sie für den Winter hi grolber Qeeelbchalt auf dnen Omfen «isa mm e n kriecben. 



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— 148 — 



Ich konnte b«>! damaliger Temperatur unter Null die Ottern in ihrem halberstarrt^n Zustand» 
bequem untersuchen". — C. Struck in WareD (Mectdeobarg-Scbwerin): ;,Iu der Lewitz bei 
FriadriduMor mwäva im Winter beim ^ubbeoroden einmal wt«r mam. Brlntttiuik IS- 
Kraosottain im WintmeUaf g«lbiid«ii'. — Dmelbe: »In Tedabbrnh Winrn iuAn 
Irbdtar beim AuHoden tob Brlenstnbbeii im Winter 9 Kcensotteni beiHunmen in aiiiem 
Loch«, di» «ImmtÜdi gelittet worden*. ~ Oberflirater Peeehmian in Klorterianwite (Snchien- 
Altenbnrg) tritt mit: ^^weimal im WinteradM j« 2 Xodividneii io etoen nlten Stock gefnnden, 
IVt Ueter tiof und etme itedier''. — Andi ve« dienern Winter (1887/88) sind mir Mit* 
tcflangen Uber derartige Funde gemacht worden. Es ist die passende Wohnung, «eiche sie 
zusammenfahrt and nicht der Geselligkeitstrieb; ebensowenig wie im Frühjahre der tie- 
schlecht^trieb es veratilafst, tlafs si« «fters an einem sonnigen, s^'egen den Wind geschützten 
tlatze, in grölserer Anzahl sich vereinen. Es versteht sich aber vüu selh.st, dafs bei einer 
Vereinigung zu grofsen Knäueln sie nielir vor dem Pjrfrieren geschfltzt sind, als wenn sie 
einzeln daliegen. — Au recht warmen Winter- oder Frühlingstagen werden sie munter und 
dn geschieht es nnreUen, dab «ie ihre Wohnungea verlassen and sich im Freien bewegen, 
Milwt wenn der Schnee nodi idcht vlHUg abgeechnelsen ist. Preftewr Dr. Rehnmm in BiiadK 
berg OBddeelett) berichtet: ,An 3. April 1884 bat der RetierfltBrter Wülfel tm HidBrangi' 
thal eine 60 cm lange Krennotter im Forstrevier Carlathal (die Seebfibe betrigt miadeeteo» 
800m) auf 8m hohem Sduwe gefhaden. Dan jBxemplnr iet io der Bedwtion desMBeten n. 
d. BiegengelHige*'' in fipiiituB anfbewahrt". 
Veirhaitw im Dco Bcnmer tber triflt nmn ile iteta nnr Teninaeilt, nuammiengniDgait, den Ko|tf in 

Sonuner. Mitte, erhaben ttber dem Obrigen Kflnper ond bereit mit Blitzesschnelle nach aUen Seiten 

hin ihre Waffe zu gebrauchen. Am leichteaten sind sie im Frühjahre zu beobachten ; die 
Büsche sind da noch unbelaaht nnd die Tiere suchen begierig freie Stellen und Wege auf, 
wo sie sich sonnen können. Die Kreuzotter flieht, wenn man sich ihr nähert, e.s müfste 
denn sein, dafs sie infolge niedriger Temperatur m matt oder dafs ihr Leib mit reifen Eiern 
gefüllt ist; um dies« Zeil weicht sie nicht. Kommt man inr m nahe, so zieht sie den Kopf 
nraek nnd aiwht ond erat bei der Berührung oder von nftcbster N&he aoa beibt sie. Das 
Ziwhen wird ihr dem Meoechen gegenüber eft Terhingaisrell, wril nie dnrdi dasselbe ihre 
Anwesenhrit mrlt. Der hOnigl Torfrarwalter Wridnano in GamllDenbefit tdli mir aütt 
^bi Herbste (1886) gbig ich dnnb behes Hetdeknat, als ich pUtaUch eh hmtee Zisehen 
Teraahm, wcichea TonbumBtn^ ata ich atiPe stand; dann aber wieder bOrhar ward«. Bei 
gmmneiem Hinaeihem imch der Stelle, ve« welcher der Ten kam, gewahrte ich in riner Enlp- 



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143 — 



ferauDg v«n mlodMteiis zwei Schritten tod mir eine pr&cbtige Kreuzotter io einer dichten 
H^efaadftBtttiide nnnnmeogerollt, nnr d«r K«pf eili»b«D «ad nadi mir lugend. 81« BMbte 
ketne Ifiene, ihr Liger sn verlMsea, sie<&te vMiaelir, eewie ich mich ihr nUierte. Mit 
'daem leichten BcUaga lAhmte ich de und nehm ele ntt aecii Hime*. — Die iieiBteii üd- 
gMldnttll« enigiien eidi didiiidi, difa die Kieaxiotter «mlMklitUdi hedUin «iid. Diee 
gewUelit aeDentlicb beim Beerenleeen im Wilde, wobd die Bftnde, wenn die «bkusacbendan 
SteDee idcbt vorher durchstöbert worden Hiod, leicht verletzt «erden titonen. Die Gefibr 
der Verwundung wird mehr als verdoppelt, wenn die Leute — meistens sind es Kinder — 
aufh noch barfuß gelien. Beispiele, dafs Kreuzottern bei der Borflhninf; nicht gebissen 
haben, sind unter hp^ondercn Umstanden da und dort vort'ekommen ; dürfen aber nicht zu 
geringerer Vorsicht veniulasseu. 80 meldet aus Lyck (Ostpreubseuj die Zeitung vom 26. Juli 
1886: „Eine Mutt«r hattü dieser Tage beim Erdbeerleeen in dem Lycker kgl. Forst ihr 
dreijähriges Kind auf einige Stunden aich selbst Qberksseu, um ungehindert ihrer Arbeit sich 
widmen wn IcOonen. Ale tHeedbe «n den Ort, nn mlehen ibr BSnd i^ieleid «irtdigebliebeo 
«BT, jHurOckkebrte, vermibte de dandbe. Eist nach lingerem Sndiea nnd Rafen «ntdeckte 
die beeorgte Mutter ihre KIdne weitnb in einem Wege in dem Augenblicke, als dieielbe 
mit einer Krwuotter ipieite. Die Ereiaetter bette des Kind tt&enlicberwdia aidtt im •. 
mindeeten verletst, euchte eher bei Annihemng der Mutter Mfiwt lu entkommen*. CB. digegen 
«eiter unten den Bericht des Dr. Wagner ia Felde). 

Durch den Bilb entateben in der Begei nrei gan Ueine Wunden, wie von Nadel- Dar Kb. 

Stichen hemlhrend, je nach der Gröfse der Schlange, 6—10 mm von einander entfernt, ent- 
sprechend dem Räume zwischen beiden Giftzfthnen. Mitunter trifft nur ein Zahn oder die 
Haut wird nur geritzt. Am tiefsten, 2—3 mm, werden natürlich die Zfthne eindrinpcn, 
wenn ein ungeschützter Kürperteil petroffen wird, welchen die Schlange mit Ober- und 
Unterkiefer umfasi^n kann. DerBifs^ erfolgt schlat^aru« d. h, der Kopf wird vorgeschleudert, 
der Rachen gleichzeitig schiiüü geü^uct und sofurt uacb erfolgter Verletzung wieder ge- 
schlossen; nur wenn man die Otter mit der Zange fafst ood sie sich vergeblich zu beifsen 
niliniltbt, bftit de dm Bechen mit aufgerichteten Zihnen «nf llngere Dauer weit geölibet 
In eelebor Wut beito sie aaeh nach äch selber. 

Zar Erlegung der Beute genttgt ein Bib. Des Opiarüer ist nidit hnataade eidi weit toign des H 
jn entfernen. Die Seblangn wartet die Wirkung dee Giftes m Bube ab oder folgt bogeam ^ '^^'"'^ 
4em gebisienen Tin«. Wird die ScUaage lAugere Zeit geieint, so beifit sie wiederholt nm 
«ich, indem sie nach jedem Bine den Kopf inrUdtiieht nnd unter aacheD wieder nach aulton 



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— 144 - 



ieUflodwt. ohne dabei die t^Buhm ubngAm^ Nötigt nun na iaia^ so mdit ik. 
bald akta wieder luwuiMn zu ringelD. — Es wird vidfuh behauptet, d«b die Kreasetter 
mdi ihrem Feinde m spiingea vermöge. ;,Der Airer »pdngt*, mgen die Lendleate in 
miuwhett Gegenden HolatdnB» nm vor dem Betreten des Waldes sn wnmen. Dem iet nidit- 
eo; bacbstens dnlä die Sdiknge durch das Yersetalendem des Kopfes «id Hnlsei ein iradg 

« 

ntsebt 

Bei IdeioeD wamiblatigen Tieren tritt der Tod nach wenigen Minuten ein; bei 
Amphibien und Reptilioii dautTl es langer. Aiah unseren uröf^ereii Haustieren kann die 
Kreuzotter fiefUirlich werden. Pferde, Rinder, Schate und Ziegen werden ziiweileu auf der 
Weide oder beim Fressen im Walde, wahrcud des Auf- und Abladeus von Hol;!, verletzt, 
besonders Hunde sehr oft auf der Jagd. Meistens kommeu die Tiere mit einer ätariteu An- 
schwellung davon, welche nach wenigen Tagen wieder verschwindet; es liegen aber auch 
Bwpiele vor, dsik selbst bei Pferd nnd Rind der Tod die Folge war. Bei Stolberg Id 
Saehsen «urde 1886 ein Pferd in den Bsls geblasen nnd verendete nach swei Stunden (Dr. 
med. Behnddw in Hohenstein nnd JoUns Geithe in Voihmaredorf). — Ereistienunit Dr. Iwosen 
In Begebeig schreibt: .Ich hatte im Jahre 188& drdmal Gel^jenheit die Wirlrnag des 
Kreoiotterbisses sn beobaditan and swsr an swei Ktthen nnd onen Jagdhnnde. Bei der- 
einen Kob war die von der Injektion des Giftes entstandene Geschwulst so machtig, dafe die 
Knh erstickte. Die beiden anderen Tiere gena.<^n nach innerlicher und aulserlicher Anwen- 
dung ton Salmiak 1^ ei ;;t. Bei dem Hunde scbwol! der gebissene Vordcrfufs so stark an, al.s 
der Hund an Leibesumfang hallc^. Derselbe berichtet ferner: „Üie Sektion von krejuerten 
Tieren ergab immer dasselbe Itesultat. Von der Hilsstelle aus war das Unterhautpewebe 
gelbsnlzig infiltriert und bis zum Vei*äcliwtudeü seiner btruktur erweicht, die Mik von uor- 
maier Farbe, aber erweicht, ihn Pulpa iie& sieh wie Brd «udriicken; die Leber blais, 
erweicht, bieht aerrsibUch, im Henen, besonders In den Heraohreo, ekchymotisehe FIselw, 
«echter Ventcihel leer, Bnksr wenig fittssiges Blnt enthaltend. Nneb msinon DaAihatten 
hat die Einwiilmng des Sdilangenbisse» groibe Aebnlidikelt mit der des Anihnigift«*. 

U^nokiMto M Bs werden aiyihifidi Innerhalb Deutschlands viele Henschen v«nnmdet nnd die Opfer 
"•■•*•''■ an Krankheit, Sieditum nnd Tod sind sahbeidier, als man gewöhnlich aosnnebmen (itfegt. 
Von einem ^pAnfbansdien'' kann hier nicht die Bede sein; die Thatsaehen seigen, dafe sich 
die Kreoiotter anweilen fttr manche Gegeodmi zu einer «Kalamlttt* gestslteL L^er fehlt 
mir des amtliche atatiatnehe llatetlal; die mir bekannt gewordenen UngUeksAUe verdanke 
ich Piivatnütteilnngen und ZeHnngenschiicliten. Ein Teil der Verletmngen, welebe gkkdttteb 



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varlinfeii, gelangt gar nklit zur aOgemeiosii Kmitiils. Einige d«r traorigai Fan« aden biw 
bariditet; für dl« obiigeo verwaise ieh auf die tob«11erise1ie Übenidit: 

In Megesheim bei NTirilliriLion (Schwaben) wurden am If November 1S81 der 44 Jahre 
alte verheiratete Söldner Karl Grefs und der ledige Leonhard Zie^tliiiüllLr. erFtercr Schwieger- 
sohn, letzterer Sohn des damaligen dortigen Bürger!nt'i>lcr.s Zit jjehiiüller, beim Aullüden von 
LauUbtreu im Walde bei J'olsingen vou einer KrtfU/oUer in den Ann gebissen; sie dachten, sie 
b&tten nich nur geiritzt, weil sie von dem Tiere nichts wahrgenommen hatten. Als sie beim 
Nedtbausekomneii benerkteiit dab der Ann ainehwoll, lieben sie alsbald AnUidie BiUe herbei- 
boleo; «OeiB es war achoo n spAt. Der Soldner Gttb itarb bereita an SO. ond 
Leoaibard Zi«gelin1Ul«r «n S6. Novenber. Im Angnat des foügenden Jtbrea wurde «ocb di« 
Witwe des «in«o Verstorbenen, di« 80idners>inntwe Ottilie Grelä, in ibiem Uikbkeller von 
einer Otter — jedenfalls dortbin versdileppt — > In d«D bbben Fob geblasen. Die Wunde 
vrarde sofort krifUg «usgesogen, der Fub fest onterbnnden und dann ärztliche Hilfe in An- 
spruch genommen. Trotz energischer Mittel verscbfiinmerte sich der Zustand, und erst nacb 
einjährigem Leiden war die Frau endlich genesen Ditsp T^mtsachen sind mir vou dem 
Rflr«?enneiBtPratiite zu Mocesheim i Biirv'Tmeistor L\nz. Ijcstnti^;! worden. — Der Kreis- 
Direktor Sitte! in Metz schreibt: ..Vor ea. 7 Jahrm ilsT^j erlag das <j Jahre jilte Suimchen 
meines Äuit.-«vurgftogers, welches im Monvausthale beim Pliücken eines MaiblümcLtus von einer 
Kreuzotter oberhalb des linken Kniegelenks in den Oberschenkel gebissen worden war, 
nacb Stagigem Leiden unter den grlbliduten Konvulsionen und Sebmerzen, obwebl die 
Wunde aoibrt nacb dem Bisse amigesogen und spater auagebnumt worden war*. — Di« 
fyanitensteiner Morgen-Zeitnng (Scfakaieo) bniditet untern 15. Juni 1886: ^Gestern Iforgen 
wurde der dnige 30 iafare nnf dem Domfninn Protun beschlitigte HAosler Dinier zur 
leisten Subestttte getragen. Dar Ventorbeoe war am Donnerstag vergangener Woebe beim 
Abladen von Beisiggcbundcn von einer Kreuzotter in die grofse Zehe des einen Fuf^es go- 
bi-ssen worden. Ohne den Birs zu heachteo, ging Diäter noch eiiiiiio Standen seiner gewohnten 
Arbeit nach, jedoch schwoll der Fiifs und das Bein zusehends aii und zwei Tage später 
mufste der T'nslücküche unter grofsen (Jitalen seinen Geist aufgeben" — Au« Neidpnhnrsj 
(Ostpretif^eii I meldet die Zeitung unterm 7. AiiL'ti>t 188r>: ..Tn vercrancf ner W.n lie wmde ein 
Ilolzschlager, als er in dem kgl. Forst einen Wiltag.^chiaf hielt, \mi einer Kreuzoiier gebissen. 
Der dortige Förster saudte den Mann sofort durch einen Fuhrmann nach Neidenburg, woselbst er 
gegen Abend in das Jobanniter-KrankenbansgescbaJIt wurde. Am nlcbsten Tage war dieselbe tot*. 



AkhudL t»t ««Mlwab. BMntr. GM«ll«b. XV. Bd. 



1» 



— 146 - 



— Oberiehrer Dr. Wagner io FaUa tetlt ntt: »B«kMtt«r Fandwt ht der Stoppelsberg 
bei NenUrehen unweit Burghaun. Vor et«* 10 Jahren vnnle dort ein Säugling, den die 
Mutter in der Henemte an dm Wnidesrand gelegt hatte, von riaer Kreuotter mit totliebem 
Auagange gehusen. Einige Jahre epfeter unteilag ein Scbolknabe, den eine solche Beatie 
im Walde dertselbst Ina Bein «ebiaMU hatte, nach wehrMren Monateo aeineu Leiden*. — 
Die UADchener Neuestes Vachrichteu meldeo unterm 2G. Juli t887, Morgenblatt: .In Kiein- 
stetten (Ober-Franken) wurde beim Mähen ein junger Mensch von einer KreuMtter gebisNll. 
Der Bedauernswerte erlag dem Gifte des geftbrlicben Reptile". 

Nicht alle FlUe verlanfeo so nngiOclElieb wie die aogeAUuten; bei den meuteo Ver* 
letiangen tritt nach Uogerer oder kOnerer Zdt Qeneanng ein. Am lateailfaten wlitt das 
Gift bei Kindern nad in hejfser Jahremeit. Auch die Konstitvtion den Verletitea kommt in 
Betacht, feiner ob die Giftdrüsen der Sdilange mehr oder weniger gefftllt waren, ob der 
Blfo tief geht, and weMm Stelle den Kaipen getroffen ist. Gelangt das Gttt dirdA in dne 
Tene, dann ^ind die schlimmsten Folgen zu befürchten Vo, b ich hinaufllgen, dars be> 
hfltiptct wini. lia-^ Tf>mperam<»nt der OtttT sei }>} nach ihrer Fftrbung verschieden; var. 
chnsPA und pre^tcr gelten io vielen Gegenden fQr blasiger und gei&brlicher aU die anders 
gefftrbteu Tiere. 

Krankheit»- Im allgemefnea stellt sidt alsbald nach der Verietiung Hattigheit mn, brennender 

Durst, Brechreiz und wirkliches Erbrechen, Durchfall, Ohnmadt. Aus den verletzten Stelleo 
dringt entweder etwas Rlut, oder sie sind blutunterlaufen. Die nächste Umgebung derselben 
schwillt an, und die Schwellung breitet sich in wenii^on Stunden weit an-, hi i Vcrlelzun;,' an 
Arm oder Bein über die ganze Kxtremitat, welche gewöhnlich eine l)lati>< Imar^e i ärbung 
annimmt. Die Hespirafi ui wird »<»hr er-'fhwert; hingegen ist Fieber sehen vDriianden. Starr- 
kraiii(jl und Tobsucht haben sich da uiiü duiL im Gefolge der Erscheinuugeu eingestellt. 
Seminar-Oberlehrer Schottler in Auerbach (Sachsen) schreibt in Bezog hteianf: »1885 wurde 
Lehrer Michaeb dVtjibriges Sffhuehen im fflmmer tou einer jungen Krousotter in den 
Daumen der rediten Hand geUneu, 8Vt Uhr vormittags. Trots intlicher Hilfe (Schneiden 
d«r Wunde, Aussangen, Earbehfton, läspackaog, ümwickelung den Daumens am onteren 
Glinde u. s. w.) trat furchtbare Schwelbtng des ganien Armea, der DrQaen unterm Arm, An« 
nebweUung der ftustTenen u. s. w. ein; nachmittags 3 Uhr sogar Tobsodit^ Miehae) bann* 
■cbeidtierte (!) nun, und dim Terorsacbte seftnrtige SchmenstiUung «od Unnau i Tagen Tolk 
stindige HersteUnng". 



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— 147 — 



Ah Überbleibsel der Krankheit macljeii in mancbeu F&Ueu periodiKbe rheumatoide 
Schmenen in den gebissenen Körperteilen fiUdtor, «UDeiBt in den Fufse, sdtenei in der 
Hand. Aiwb dmentde Lfthnung and jahrelaDgeB Siechtum »iod konetatleit; «llHrffiagi selten. 

Im NaehfolflNiden gehe ich ttber die KrankbeitMncbeinnDgen die Mitteihingen einiger 
Inte, welchen eine xciehe Erfttvnng rar Seite steht MediduilntDr.Tttppert inWonsfedd: 
.Seit einer langen Bdbe von Jahren kemmen deorchschnittßeb 8 Kreosottenrerletiangea dahier 
nnd in der nlchsten Umgebung hei HoKcfaen tw^, atmtych an den nacktea FQCmh und 
Untenchenkein. TedeafUie kamen nie vor, aber mitanter Erknuiknngen vor der Dauer 
mehrerer Wocben. Es scbeiut, dafs die Verletzungen während der heifsesten Jahreszeit am 
gefhbriichsteu sind. Am iutenairsten wirkt das Gift bei Kindern bis zum 12. Lebensjahre. 
Unmittelbar nach der Verletzung, welche sich pcwiihnüch ah 2 4 mm lauge, parallel lüufend«», 
obeiitüchliche, blutunterlatsfeno, aber uicht blntcnde Kitzen in licr K]>iderniis vorfindet, stellt 
sich ein allgemeines Scliwriclievefiihl mit blasser Gesirht^fail c eiü, teruer Brechneigung und 
wirkliches Erbrechen und in einzelnen F&llen, selbst bei Erwachsenen, Ohnmacht. Die nächste 
Umgebung der Verletmng schwillt an and breitet sich in wenigen Stunden aber die ganze 
Extremitit ana. In einzelnen FUlen, ntnmntlich bei Kindern, brütet sich daa Oedem Uber 
die hetrelTende Seite des Bumpfea bis an die Achselhöhle ans, wob« in ihm die entaOndeten 
LjmpbgeflUäe als achmotsig bliuUcbe Yettstelnngen bemerkbar sind. Fixier ist selten vor» 
banden, aneh wurde nie ein bleibender Nachteil beohechtet,* — fiezirksant Dr. Hagen 
berichtet im Kamen der Naturbistoriachea Gesellschaft in NOmberg: j,Die praktischen Jürste 
Lr. Keuudeubel in Altdorf nnd Dr. Lehnert in Wendelstein, welche seit 27 resp. 23 Jahren 
im Otterii'^eliiete <U s I.orptizerwaldes praktizieren, haben in dieser Zeit 11 resp. 3 Gebfasene 
arztlich bebandelt. Aulserdem wurden noch (> Verlptztm^Pii aus dieser Zeil bekannt, zu- 
sammen also 2(> in 2<i .Tahren. welche in der l.itteiauir bi^lan? nicht veröffentlicht !^ind. 
Kein Fall tittlich. Starke .Ansi hwciluug und ^^cbiiiHi z. l'.ici'tieii, S< hwimiel. Belftubun'^ trafen 
in verschiedenem Grade bald, selten erst nach einiger Zeit, ein. Dauer der Krankheit 10 
bis 30 Tage. Au der liiiästelle und an dem verletzten Gliede bleiben oft für lange Zeit Schwellung, 
groito Empfladlichkeit und Sdiwlchesnatlnde znritek, manchmal noch nach einem Jabre." — 
Dr. med. Ehrle in bny (Worttembecg): j^Iu 18 Jahren beobachtete idi 4 Bisse (1 Kind nad 
3 Erwaduece). Einer der Erwadaenmi wknnkte sdiwer dsdurdi, dab er die BiCwteile ao 
der Hand mit dem Ifnnde aussog, und dafs das Oift durch die zufUUg verletste Oberlippe 
nechmab eindrang. Er bekam die Oesicbtenue mit Delirien und wurde ent nadt vier Wochen 
wieder gesund. Auch hei den anderen Getusaenen stsllte sich eine bedeatetnle Geldm^ 

19* 



— 1« — 



bypcrämie mit Cnvermügea äiih aufrecht zu halleu ein. Eiu«r bekam Erbrecheu uud Di&ixböe. 
Die örtUcbea EncheinungeD waren geriag. Bei der luteo Hut des gebiasenoD Kinil«* «ut- 
Btandm % ^ndUawii*. 

lo Dr. Witt«teh»fti» i,Wim. Med. Wocbeoschrift' (Nr. 1. 1886} findel sich von Dr. 
Telli, pnkt Ant in Ai»ee, »Ein Fell von Bilii dnrcb dne Xreoiotter" nutgeteJlt, den ich 
«eeig gddnt hier «iedeirgebe. Am 29. Angnet t. S^.m i XJbt neehmittigBii wnrte der 
14|jllirige B. MB Berlin von einer Kreuzotter in den Zeigefinger der rediten Hnnd swiechen 
enter und zw.-t'v Dialanx volarseits gebissen. Man nabm alsbald eine stramme Unter- 
bindung am Uand({elenke vor und brai hte den Knabon in dii^ W(»hnung des IJerichten-tatter:^. 
*/* Stunden nach dpm Hi'^sp: war der Hi'fund folgender: Die rechte liaud beträchtliili l'c- 
ftcbwüllen, »chwat/ibiau, tüt' iinli( )ie VeriArbung de» en>ten Zeigefingergliedes deutlii'b siciitbar, 
der Kinger selb.st etwas .sibuierzhaft, das Allgemeinbefindea nicbt gestört, keine Puls- 
bescbleuuigung. Von der BiTsüteUe war aufser einem kleinen roten PUnktcben an dem Gelenke 
«wieelieii ent«r aad swdter Phalftin des Zeigefingers nichts m finden. Mittlerweile «irnin 
die Schwellung der Hsnd inner betriehtUdier, Dr. V. lOste die Untwbindong und sofort 
schwel] die Hand sb und die normale Farbe, mit Ausnahme «m ersten Fingerglied«, kduto 
zHiOck. In fcanm 5 Ifinntan jedoch begann der Knabe, der bis dahin heramgegangen war, 
SU schwanken. In einen Fantenil gelegt, erbmeh er die kurz vorher genossenen Spriien, 
dann Galk. Die immer beftiger werdenden Kontraktionen des Zwercbfells bewirkten scblieb- 
lich, als der ilagea leer war, Schlacbzeo, das sieb zum Herausstofsen kurzer Schreie steigertoi 
Dann kam wieder Krbrecben, gleichzeitig trat furchtbare Atemnit ein, der Thorax blieb in 
Insp!rtitinn>st('lhinp fixiert (oft durch 3—4 Sekunden), die Rnihi traten aus ihren Htihleii, die 
rfesirtitsfarbe falil. Hanttcmperatur kühl, auf licr Stiriic kalter bchwoifo, das Giuizo ein Bild 
peiniichi^ter Tode.^ug!)t. Der Puls aussetzend, bald verlangsamt, bald etwa.s schneller, doch 
nie Aber 90. Zeitweise Delirien and raaende Schmenen im Finger. Eine Iqjektion von 0,006 
Morphium in die Magengegend beseitigte nicht das Erbrechen. Nnn gab Dr. V. in swel Dosen 
innn'lidi €^1 Cocain; der firibig war «tsgoMichnot Das Erhrscben sehwand volbttndig, es 
trat ein gewisses Wohlbefinden, sdbst Aufhfirsn der Schmenen «hi; letstens wohl als Noeh- 
wirimng dos Morphiums. 

Der TCffgesdiilderle Symptomenkomples hatte sieh in drca drei Stunden abgespielt. 

Die verietste Hand hatte mittlerwette auf Eis gelegen nnd war mit einer Ebblaso 
bedeckt. Gegen 8 Uhr abends traten Schwellung der Haad und bedeutende Schmerzen in 
derselben auf; gteichseitig stellte sich I^rmphangiUs ein, die sich bis in die Achselhühlo 



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— 149 — 



erstreckte; es wurde der yanze Ann, wie die bereits gcwhwnllten Drfl^cn der Achselhöhle, 
scbnierzhaft. Prof. Biliroth, der noch in der Nacht pn> consilio uekntiinuüi war, ordnete 
EioreiboDgen mit Uug. einer, au md lief» die gleichzeitige ßehandhnig mit Vah fortsetzen. Trotz- 
dem traten Phlegmone des ganzen Armes, der Schulter bis zum rechten Rande des Sternums 
«ad ia der AzOtavIinto Ui »» olMfen lUnd« dar 7. t&ppt «uf . D» 8eliv«11iiiig des Amm war 
«Bum, die Benguig im EUbogengeleiike vauOißtiL Am dritten Tage lOdete ^ch unter 
lienlidieD Sdunenea an der Biliistdl» doe 8 cm Inge, 8 cm (»reite, mit gdblichem Serum 
gefUlte Blue, die Prof. BiUrotli mit der Sdiere abtnig. Die Haut am Arme, aowie Ober 
attatUehaii infittrierlen Stellen war gallt nad Man veiftrbt, und twar ae, dab die blauen 
Stellen ein ftrmHehes Netz in der gelblichen Farbe bildeten. Vom fttadten Tage an nahmen 
Sdiwelluug und Schmerz ab, und fünf Wecbeu nach der Verletzung war der Knabe völlig 
cene<«u Wflhrcnr) clo« (;an;^en Vor1ni)fp<; war mit Aufnahme der WSten Nacbt (37«8^ Icein 
Fieber und auch keine Eiterung aufgetreten. 

Kino «rtfortigo Bchandluni? (ler Wunde nützt nnfsfrordentlich viel. Atiswaschen, Aus- Thangi«. 
dräcken und Aussaugen derselben, vorausgesetzt, ii&is, au den Lippen kein« otfeneu Stellen 
sich befinden, ist das erste, was zu geschehen hat. Das feste Abbinden eines gebissenen 
Gliedes vermag das Eindringen des Giftes in das Blut zu verzugern ; doch darf die Unter- 
bindung nicht «u lange wlhren, weil bm der atarken Sd^weUui^ da« Glied kictear braudig 
werden kann. Das Erwdteni im Wunde durch Einacbnitte, das Ansachneidea deraelbmi und 
daa Anabrennen aind, ao hnge daa Gift nicht ia die Blut eingedrungen ist, JedenfUb gedgnet, 
addiflNue Folgen abzuwenden. Subcutane ESnspritanngen von Salmiak und innerüch aUwboliMbe 
Qetrinke in jeder Form, wiederholt und in nicht au Umaen Quantittten, aind sehr zu 
empidden. Ein Berauschtwerdeu des Patienten soll selbst bei grofsen Gaben Alkohols nicht 
eintreten. — Unter allen Umständen i^t dringend geboten, sobald als mOgüeh antliche Hilfe 
m beanspruchen Letzteres KcviLielit auf dem Lande gewöhnlich erst, wenn die Hausmittel 
oder auch da» Stillen nicht tiell'eu und die I^ranltheitseisdieinungra ernster ^aXux geworden 
sind; dann ist e? aber auch oft zu spÄt. 

In neuerer Zeit wird Kehandlung der Wunde mit antisopti^chen i^ösongeu empfohlen 
(2*/« Lösung von Kaliumpermanganat, ö'/o Karbols&ure). 

Prof. Cbun in Königsberg schreibt: j,Ein Lehrer aus Oesterreich besuchte uns einst 
in Laipaig «ad bebanplele ein unfehlbnieB Uittcl gegen Otterinb zu haben. Er lieiä sieb 
tor UM TUa zwei dMn Institut gehSiigen Ottern beiban und war am nftehsten Hwgea gesnnd. 
Wie ich später erfUhr, so nahm er als Gegengift innerlich daa getrocknete Vipergift. weldies 




- IfiO — 



starken Scbweib erregt Mir ist «imrarlich, daCs tach die BoidunAiuter gegen Schbmgetiliüi 
d«i getiodoietan und gepolTcrten Kopf von GifliicUMigein frwBein.* In Bemg hiennf tdit 
mir Ktrl Nolle von hier, veleber rieh llngere Zdt in der Kalaxnii>Wliate nnf hielt, mit, dafi 
die BoMünDtaUMr der Knbxari sowohl ala aach die Nanas und der BagUfdatanin, weldrar 
cm tOdwesUicben Bande der Kalajmri irohnt, die Qiftblaien der Gefam de capello (gelbe 
TarietRt der tftilmiiachen BrilleHahlange) an der Sonne tredoien und davon bei Sdilmgeo- 
bifo in der Nibe der Wunde idnacbmieren, ao dab daa Gift aich mit dem Btaile vermiachiU 

In den totsten Jahren haben Weir MitdiBll und Edward Beichert lahlreiehe Venoebe 

über Schlaugengift aofiestcllt (HcMearchcs upon the Venoms of pmeoning Serpents. Washington 
188()). Nach ihnen sind im^Unde die besten Gegenwirkungen auszuüben in erster Linie 
das Kalitiniitermaiicranat , ferner da« Fiwnchlorid «nd die Jodtinktur; anch von Brom- 
praporaUin ^alJeu Vnr. gut.- Iii ; iilt4it€. Die Inkali ii Veränderungen sind un i>t aiifserordentlich 
heftig und bestehen vor allen Dingen in ^L6akfcr Schwellung, Oedem, Intiltrntion mit aus- 
getretenem Blut, Vereiterung und Nekrose, lici eiuigou sehr schnell tötJich vcriauienden F&llen 
werden mundimal nur Ortlidie VeiAnderangen angetroffen. Bei «ner mehr albnihliehai 
Yergiftnng amd die Endteinungen an anderen Organen immer sehr deutUeb aasgesprochen 
und heatehen beaonde» in aebr ansgedeboten EbdiTmoeen abnttHeber OrgMM, ahnUch wie 
aie bei der septischen Intoxikation angetroflisn werden. Dabei findet man, dalh daa SM, 
nngwinnbar geworden ist, nnd dab die roten Blatbürperchen ganz bestimmte Verlndeningen 
erlitten beben, indem dieselben ihre hUconkave Gestalt veifieren, sphiriacb werden «nd unter 
einandM tu «nregebn&Tsigen Hassen verscbmelien. 

Der Tod durch Scblangengilt kann auf Terschiedene Weise erklart werden ; entwedw 
enbteht er durch iJlhniung der Atmungszentren oitcr durch Ilerzparahse, oder durch 
Uniiiorrhagien in die Medulla, vielleicht auch infolge der schweren Schädigung der roten 
Blutkorpprrhpn. Jcfli'iif;tll>; -itnl dii:^ Attnujiir^zfiitrpn der schädlichen Kinwirkutis de« Scblnngen- 
giftes am nuistiMi imx<.'i-~fi/.t, und iluc l.riliiuunL' ]>'. sicher auch die hitufigsto Todesursache. 
— In BtUt'U der Wiikung dca üifUa auf den Magen hat sich ans den Untersuchungen der 
Vfir. ergeben, dafs vom Magen aus eiue Resorption nur in den Zwischenzeiten eintntt, 
wUrend den Yerdanungsaktes aber die giftigem Bestandtmle durch Einwirlrang des Magen- 
saftes unschldlich gemocht werden. 



*| Dia MguOm N«tiMB sinil BaAnt* KiMhaa (Brlmsaii) fltor ceawittai Weift In BioL 
CmmmIM. B Ni>. 15^ 1. Okt. 1887 «etwmam. 



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— 161 — 



In denjenifren Gebieten Deutschlands, wo die Kreuzotter haiiti;; i-t. hat sich jeweilig eine 
besondere Therapie eingebürgert In vielen Gegenden z. B. wird die Wuode sofort mit Urin ans- 
gevascbea, an andern Orten das verletzte Glied (wie bei Bienen- oder Wespenistieh) in feuchte 
Brd0 gelegt. Milch wird iomirtlch und taftMlieli häufig dB Knr gebranebt Außerdem rind flpi- 
pithetisdM Uittel and da» StiHn nodi vMh/db «a d«r TageaoidiiDiig uid Mllni Laute, die «leb 
m d«a geUMeten KlaBM» ithleii« «DtdelMn dch In Zeiten der Kot den letiteren nieht. An 
viehn Orten Neid^DeubMUande, beflooden in Ott* nnd Wes^venseen, wird du veiktite OUed in 
Erde gegnben nnd Bnttennileli binetngegonMa. Wcrdnin die Bottennildi KrDteB oder FHeebe 
gaeetit, so ist die Wirkung umso besser, treil diese Tiere das Gift aussaugen. Diese Kor 
vUnt 9 Tage (Tag und Nacht), zuweilen genügt auch eine kürzere Zeit. Die Patienten 
werden in TOrljer eingewickelt. Ritterj-nit^bcsit/er X. Trcirliel in llodi-Paleschkpn (Krei» 
Bereut) teiit mit, dafs dne Sh'ÜLlie Prozedur bei seinem Bruder aufiewandt wurde, bis der 
Fiir> doch an>ch\vnll uud ärztliche Hilfe ^eiituntiieii wurde. E. Lemke in ihrem „Volks- 
ti)uniliche.s au» Oälpreufsen" weifü diese Heilmethode iu reizeuder Weise dem Volke nach- 
zaerz&blen, wovon hier ein Beispiel: „In Banditten wollt' ein Jung aus'm OnlieD Weaser 
trinken, nn de biis ibm ndt Eins *m Sctaieng in'n Ftab. Oder (aber) mem Jnng* band aieb 
raadi das Olied faet ab und Kef nadi Hans'. Und die Leut* dmt gralMn eofort ein Loeb In 
die Eni* nnd gaesen Bnttwmilcii rrfo od grifl!» 'ne BeetArliC' an setsten ide aneli rein. 
Und da sab nnn der Jung* aefatandTienlg Stunden mit dem Fub drin ~ nn wnd' geund. 
Oder er biti' nncb vaA. unter du Dacb Inminien dArfan, denn nenn ae EfaMr, den die 
Sdilang' gebissen hat, unter Dach kommt, wird • nkb gut*. — I>r. Conrad Hupe in Papen- 
burg (lüreis Meppen) schreibt: „Bei von Kreuzottern gebissenen Tieren wendet man an Be- 
sprechunff, Auflesen der Eingeweide von Kreuzottern. In Flach.'^inccr fKrei.s Loor) hatte man 
in früherer Zeit einen eigenen Graben, in welchem Kühe und Sdiafe bis aa die Euter eine 
Macht eingegraben wurden". 

Besser als alle Mittel nach der VerlrtTinns ist s<»1hstver>t.1ndli( h der Schutz ;^e^en eine VoniDil md 
Verletzuu^' üherliaiipt. Oehiifu, in denen die Kreuzotter vorkommt sollten liarfufs nicht ^olintMdliML 
betreten werden. Hohe starke Stiefel oder 2um mindesten Schuhe und weite ditke Hosen, 
die bis auf die Schuhe reichen, sind imstande, die Beine zu schützen. Handschuhe schwächen 
die Verletzung; aber aie vertnOgen nicbt einer Terwnndnng vocinbeagen, dämm mub jede 
Steile am Boden, wenn de nicbt Qbertdickt werden kann, vor der BerOhmng mit der Rand 
termittdBt elneB Sto«^ nntenntbt weiden. — Niemals lege »an «leb auf den Boden, ehe 
derselbe ringsam geuan beeiditigt worden ist Beim &uf> nnd Ableden von Heu, Garben, 




— 152 — 



Bdslg n. t. w. atiid die Stoffe vorber mOgUcbst grUndlich »i dnrcbBtSlMni. Glaubt imo, 
«ine Ottar getötet «i hAben, w Cm« mm sie nidit aüt dinHftiideii, bis n«D sIcIitob 
ihrer rSlOget Lebloaiglteit flbenevgt bat. Befcamiilich brifst eelbat der tob Bnupb 
abgetMUnte Kopf noch längere Zeit heftig um sich. EIm Verletzaug durch den Zahn einer 
toten Schlange bringt die n&rolichen Vergiftungi>erscheiiiuiigen hervor, me der BiTs einer lebenden 
Otter. Das Gift kann jahrelang aufbewahrt werdftt iitid fintrockneii, es vpriiert dadurch 
nicht an i^eincr Wirksamkeit, (»hrnvo das in Alkohol odfr Glyceriii aufppüistc (üft Mitcbcll 
und E iieichcrt). — Uni Utteni lebend zu fangen, hcdieiit. nun sich zweckmassig zweier 
etwa 1 m langer Ilolzstabe, wtkhi' mit ihren flachen 8eiU;u /mi^'cniirtit^ miteinander ver- 
bunden sind und genau aufeinander pa&i-en. Auch kürzere eiserne Zangen, deren Scheukei am 
fiide reebttrinkelig gebogen eind und hier auf der lonMueito Riefen beben, afaid m empfiddende 
Faogapparate. Uanche Schlasgeqjager nehmen StSdie, die «nten gabelfitannig endigen nnd 
xogevitit Bind. Danit driickni sie die ScUange nahe hinter den KopfiB an den Boden, 
fbaeen sie dann mit der Hand ebenfidb dicht hinter den Kopfe nad bringen sie oo lo den 
Iwreitstdienden Sadt oder den Kasten n. s. w. Letiteree setat einen weichen Beden voiam 
and darf nur von Oetlbten gehaodbabt «erden. Nicht weniger der Gefahr setzt man sich ans, 
wenn man der mit der Gabel oder der Hohlseite dee StfefiBb bintor den Ko|tfe festgehaltenen 
Otter eine Schlinge um den Hals legen will. 

Von Behörden sowohl wie von Vereinen und Privatleuten wurden da und dort, um die 
Zahl df-r Kr.mzotlem zu vermindern, PramtPn für Frlcfrunc df-rselheu ausgesetzt. In Sachsen- 
Alleubui LT WIM itii 1837 von der herzogi. Kammer, wn I'orstioL:i>trator Wezel — nach den 
Akten des Forslarchiv.s 1837 bis 42 — berichtet. 12 alte Groschen Ablösung filr jedes Stück 
gezahlt. Die Gothaische Kammer hatte schon trülier für jede eingelieferte Kreuzotter 4 Gr., 
die Meiningen^che Kammer 86 kr. genehmigt (S. MittheÜnngen a. d. Osterlaade 1840). Da 
dnrcb Untenchleif und irahrscheiulieh aodi inlblg« von Verwediaelaog nit niditgifUgea 
SehlaBgen, naraoitlidi mit Cnonella auatriaca, welebe in dortiger Gegend ebeablla hmmisch 
iit, anfiwrgeirShnlich viel Schlangen abgeüelieirt vnirdai ~- in Porstante Klosteiilanaidts im 
Jahre 1888 nicht weniger als 679 StBdte so worde 1839 der Prda von 12 Gnediett auf 
4 Granehen herabgesetzt län Beskript vom 21. Sepi 18^ aber «etat die froheren Reskripte 
aufser Kraft und unt( t^n^'t das fernere TMen der Krenaotter deshalb, weil dieselbe f&r die 
Landwirtschaft durch Wegfangen von Mausen oder anderem Ungeziefer von Nutzen sei. Im 
Jahre ISf*.^ taiirht die K reu zot »erfrage daselbst abermal« auf. Die herzogi. Regierung sieht 
aber nach erfolgter BericbterbtattuDg von Seiten zweier l'orsUmter, von der eventuell ia 



— 16» — 



Aussiebt genommenen Wiedereinführung der ioiuiig und Auslösung der Kreuzotter ab. 
Interessant ist in der Berichteretattung unter anderm das Motiv für NichtbefUrwortuug, dafs 
bei Anfbncbnng und TOtnDg der Kreiuottia' melir Metnebeo gebiuen wordon wBi«d, als vor 
«ad iMCb der Zeit» wo die Tttang luitenagt gewesM «Ire. 

Nacb den in BlBafa-LetbriageD bestehenden Bestimmungen kann der Bezirkq>rlaident 
(Prifeltt) Frimien fit die Erlegang alter sdildHchen Tiere bewilligen. 1881 wurde eine 
Prftmie tob H. 3 für jede getötete Kreuotter anageeetzt. 1888 wutden, wie der Kreis- 
direkter Sittel in Metz mitteilt, mit lüiik itlit auf die Höhe dieser Prämie ond die mit 
wenig Gefahr verbundene Jagd tlitsci Ticn» tini: diraiti^e Quantität Kroiizottem (ca. 1500 
Stück 1 eingehefert, dafs der Bezirks-riäMdeüt sidi t^rm ti^t sth, die l'niniif herabzusetzen, 
die z. 7. noch M l.no beträgt. In Frankreich selbst Kcheinl eine Prämie iiidif y;t'z;ihlt zu 
werden, driui im Jalirc 1882 sull eine gröfserc Anzahl duiiii Einwohner au» litm dicht an 
der französihihtii Onnze gelegenen Gorze eingeliefert woidt n sein, die nicht auf deutschem 
Boden erlegt, sondern von Franzosen dorthin gebracht und gegen Bezahlung eines geringeren 
Betrages ab die gesetaKdi« Pnmie an die Einwohner von Gone ftberlaasen wordra wann. 
— Damit erfclirt aicb anf einfocbe Wefee, wanm im Jahre 1882 bei Ueta die Krenaotter 
;»in einer vorher nie gesebenen crscbredwiiden Menge anfgetreten ist* wibr«nd die daadbat 
ebenblto dnhelmisdie BJngelnatter nlcbt zaUreicber ab in irOheren Jaliren vorhav. 

Me derartigen Maiaregdn aind sehr tobenswert; um aber einen danemden Erfolg m 
erzielen, mllbten die Bestimmungen sieb glekhmtbig Uber ganz Deutadilamd ansdduieu und» 
wo dies mit den Kachbarstaaten veieinbart werden kann, über die QreBMtt hinaus. Eine 
Primie von :y> Pf warde genügen. Werden hohe PrAmicn bezahlt, dann bilden sich leicht 
professionsmalML'o SLliIac^cuj.'lpor aus. Das wflro nun allerdings ganz gut; allein diescUim 
erwerben sich ]>alil tiue gute Kenutnis dii Otttrn, dnffä ?ic Manneben und Weibchen 
leicht nnterRcheidt'ii kunnen und. «ni aiuh für ihitn r'rwcib in der Zukunft zu »orsen, wie 
es scheint, die Weibchen schoueu. Jedenfalls sollte für die Weibchen ein höherer Preis aus- 
gesetzt werden als für die MiUinchen. 

Wie leicht bei doraitigen Efairichtungen, wenn sie nicht gleidiniftig nnd aUgemeia 
getroffen werden, Untersehleife sich «geben, davon enaUte Prot Leaiiis im Progr. des 
Qymn. m Eildedieim, 1800, folgende Thalzache: ,Bei uns zahlte man iUr getötete, «bgleieh 
sehr gellhrticfae Krenzottttn nichts, wohl aber fOt getMetej DfltsUcfae Banbv5gel, die deshalb 
firflher flberall weggescbcesen wurden, weil den Jägern IDr die Fhnge V« Thlr. ScUeltgdd 
ausgczsUt wurds. Da mm ia nnsetm Naehbaislaate KnrhesBen die BanbvogeükSpfe benhlt 

AbkMlI. «■ S«MlbMk. artn« «w. ZT. M. SO 



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- 164 - 



wurden, so halfen sieb die J&ger einaudm' aus, iudem aie die Küpfe unserer Raubvögel gegen 
die hessüchen F&nge umtauschten, so dafs Hannover die hessiacIieQ Fänge and Hessen die 
hHWBvtriulMm KApfe bBuhlto*. 
ViMbSAl Tiete Ottern werden aiyslnriidi da, «o die Lelver ein offBoey Angt ftr die sie mn- 

gebende Natur habw und wo ein anregender natonrinaneliafküdier Uoterridit erteilt wiid, 
von Ldireni and Sdifllem vertilgt Es konnte aber no<li mehr geadieheot nnd dam wira 
erfoideiüeli, data Jeder dentaebe Lehrer nneere elnbehniidien Sdibngen kennte. In jeder 
Schale aoDteo — wie es Verfasser in manchen Schulen gesehen — Exemplare in klarem 
Spiritus aufgeeteDt Min. Dadurch würdp die Kuimlnis der Kreuzotter in immer weitere 
Schichten des Volkes dringen, vielem l'tifiUlrk voru^ibfu^t und der Vermehrung des Reptils 
Pin starker Dnmm entgei,'Ptti;r>-ftzt werden. Es liegen sohr viele Ik'ispiele vor, dar« Knabeti, 
weil sie die ouer und ihre Lebensweise nicht kannten, sich in grof»e Uetahr brachten. 
Aüde^er^ei(•^ ist PS schon virlfach vi)r^'('l<()mmen, dafs Schüler nach erfolcrter Verletzung, weil 
sie von der Schule aus über das Tier gut unterrichtet waren und demzufolge die richtigen 
Ifittel anwandten^ aich and andere tot w-hnnininii Folgen bewahrten. Efam grobe Annhl 
▼on Kxttnwttem wird andi von FBnteni, WaM* and Tei1iir1>dtera jedes Johi erlegt;, ftellicb 
mala dabd gewShnlidi alh» herhalten, was da kreoeht 
Feind» in der der iwchhaltigBten nnd wbkBamsten IQttel aar VertUgnng der Ibeoietter bUdea 

die Fefaide deraelben in der Tierweli Ss gibt eine gaaae Annhl von Stogem nnd VAgebi. 
welche die Kreoaotter Terfelgen oder sie im matar in ilinm SehlapfiiiBlnla an&acheo, sie 
töten und auffiressen. Diese Thatsache sollte bei der Einreihung der Tiere in n&tifiche nnd 
schädliche, d. h. in solche, die geschont werden müssen, und in andere, welche we^uschicfsea 
gestattet ist, nicht untersch&tzt werden — Ais Ilatiptfeind unter den Sftns^etiereTi ist der 
Igel 7M bi'tracliieii. Sein Atifeuthalt fallt mit dem der Kreuzotter oft zusammen, und er 
vertil^'t dieselbe, wo er nur l<aiiu. Forstmeister Prescher in Reidenheim (Württemberg) 
schreibt: „Der Igel i^it ia dem kalten Wiiitur 1879/80 in unserer rauhen tiegend fast überall 
erfroren, und man glaubt in der Folge ein häufigeres Vorkommeo der Kreuzotter beobachtet 
n habcA.* — Der Behanptnng von Lens. dafo der Igel gefeit gegen den BSfs der Knniotter 
sei, wild nebifiMh widenpiochen. Sehen dab der Igel immer seinen Angriff nach dem 
Koffe der Kreoiotter lichtet nnd dieaen aoeiat aermalmt was er bei den andern SehUmgen 
nicht m thnn pisgt, weist daranf hü, dab ihm der Bib der Kreozetter nieht gletchgiltlg 
ist) nnd ^cieht gsgen die BeebaditaDg wn Lena. Lehrer C. Strock in Warna (UeehlenbavK) 
tefli daranf besttgUch folgenden Fall mit: ebem Igd; der in einem Kasten geCangen war, 



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— 156 — 



aatste ich vor etlidieii i$3miB ^n« lebend« KiwuoUer, di« niebt sebr grob war. Der Igel 
kzeeb rnUg tuf sie m; wthreitd er «ie besdiDnpporte, bifs sie ihn in die Leben, seg Bich 
dann nrOdt, itohr viedcr auf ihn h» nnd Ivb Um dum in die Schnaim. Er kehrte ueh 
jedoch WMitg itnst, bette i^ch dareef ihren Kopf sniichen den Zihnen nnd beb de «vi 
Dien «nr nm Abend; idi kttamierte »ich nicht weiter um den Igel, um so mehr, als er mit 
gutem Appetit die Kreuzotter verspeist lutte, fand ihu aber am andern Morgen tot in der 
Kiste. Schnauze und Lefze waren in der Zone der Bisse anfrcsrliwolloii und stbwansrot." — 
Als cm zweiter Feind unter den Saugetieren frilt der l\u<. Er spfiht iiaDiei!tli( Ii die Winter- 
quartiere der Kreuzottern auf. — Sipherlich erliegen auch viele Otter« wahrend des Winter- 
sdilafes den MilLij-en, iiuicm sie von diesea in ihren Schlupfwinkeln auffrcsiieht und 
aufgezehrt werdtu. Selbst au einer lebenden Otter &ah ich, wie eine hungrige Maua zu 
nagen begann und, tretidmn de ten der Sdüange dften vendieaebt wurde, inaaff wieder 
kam. — ScbUeblidi iat noch daa Sdiwcio, besendei« daa Wildscbweie, an «rwlhnm, wekh 
letztwea durch Yerpilauinng an Orte, wo die Giftaddaagen zahbeieh waren, wesentlicii aar 
Vermindemtig dwaelhen beigetragen habeta seil; wogegen bei adnem VnadnrindeD eine 
ildieUige Znnahine der Vipern an kenatalieran war (s. Sonbeina, Banioit anr lea Yipteea 
de Fnnce). OjmaaaiftWebrer Ckierke in llieniel aehrdbt: „Die beDachharten SaaanaiteB be- 
haupten, daTs die Kreuzotter ans W&ldern, in denen Schweine gehütet werden, allmählich 
verschwinde". — Oberförster Hildebrandt in Jura (Ostpreufsen), welcher ebenfalls daa 
Schwein als Kreuzotterfeind heznirhnet, bemerkt dazu: ^Eine <retötete Kreuzotter warf ich 
einer englL<ehen Zochtsan vor ; dieselbe wandte sich jedoch mit sichtbaieu Zeichen des Knt- 
setzens von ihr ab, wogegen eine andere Zuchtsau hie&iger Landrasse aie mit Wohlbehagen 
verzehrte". 

Als Feinde aoa der Tegelwelt nenne ich beeonden den weiben nnd den adiwarzen Stordi, 
den Nioae'BnHard, den Elchelhlher, die KebdlirAhe, den fcunadiigen Sddangenadler. 

Der Stereb wflide bedentangtvoO eingreifen, wenn er Oftera mit der Krenzotter an- 
<miwnMWik*w*f. ao ah«r iat der Aufenthalt meiat Teiachieden. Kemmt der Storch dam, ao 
tStet er die foniotter aUenal (A. v. Hemeyer). Ana Aatcawbchhen, Kreia Oerdeoen in Oit- 
fienben, aebraiht OberfDrater Sdirage, dab der schwarze Storch dort In ndir«mi Eiemplarai 
vorltonUDt, als Schlangenvertilger zu bezeichnen und vieUach da anzutreffen ist, wo die 
Krenxotter sich aufzuhalten pflegt. — Der kurzzehise ScMartfrenadler (Circaetus liruchydaetvlus) 
ist zu selten, nm hervorragend eingreifen zu können, (iynma.'-iallehrer F. Robweder in Husum 
bad im ScMonde eines Schlangenadlers swei CO cm lauge Kreuzottern neben zwei ebenso 

ao» 



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— 166 — 



Natua. 



gtorgen RingeluattMii. la tönern Printbesitc befinden sieb eine Kreontter und eine Bing«!« 
netter, die «ieli nodi in dem Ifagea cinee ScUngenadiefs mit Uuen Mknlera ineinander 
festgelMseen hatten. — Ldirer Flflgei in Marienburg, Wet^^ ist Aogenaenge gewesen, wie 
swei Nebelknüteo woe Kreiisetter angegriüen und anfig^sflresesn hiben. 

Das saUreicbe oder spüUite Anftreten in manehen Jahren hangt wehl mnebnlieh 
von den TemperatorverhlltnigseD uud den KicdcrschlAgon des vorangegangenen Herbstes ab. 
Tritt, nachdem die Jungen geboren siml Re^'i riwf ftcr oder Kalto oder beide zusammen ein, 
so sind die»elben in ihrem Forfkommen liefilnnlet, niiii ist dmnnach ein miiidor zahlreiidics Er- 
scheinen der Kreuzotter im kUuftigeu Jaiire zu erwarten, wälireml bei günstigen Wjttfrangsi- 
verhaltnissen im S[)ätjahre uud dom5;nfolge bei genügender Nahrunim'ifnahme von 5oilen 
der Jungen ciu fruchtbares Ottemjahr zu befürchten ist. Da£s das Yorliandensein and die 
grölsere oder geringere Zatal der Feinde das hinfige oder SfAritdie Verinoinien der Kreiu- 
etter weeentlidi liedingen, wnide oben schon erwihttt 

TemendoBK der Tipem — V. aspis, V. ammodytes «nd T. bents — wurden b fHUmen Zeiten wie 
Kreuzotter. Uff |q i^j^ Pmnkreicb and Holhind so «Mh in Dentscbland nedisiniachea 

Zwecicen verwendet, beaenders zur Bereitung des Tbenak nad desVipenuabes, and es wurden 
auf diese Weise viele Giftschlangen vendditel Hentsntage sind diese HadUcsaiente oflisinelt 
«Boker Gebrandi, doch werden bei dem Laodvolka an vielen Orten Otten noch an Heil- 
swecken verwendet So belichtet Dr. Ck>nrad Hnpe in Papenburg (Hannover): «Man hSrt 
aberall von j^j^Adderftl"" »prccheD. Um letzteres zu bereiten, gibt man RttbOt ui KcMaotteni 
ein Jahr zusammen in eine Flas<:hr und lafsl IjimiIc"? gcwis^ermafsen gftren, nm vorkommen- 
den Falles dif";j»s Mixtum 7:11m Kiiireihtiii zu gcbram hun. Letzterps Mittel macht f> uni^eheuer 
schwer, wie Keferent aus Krlalirnni,' weifs, KriMizoLtern von den Leuten bekommen, weil 
üie dieselben .so verwendeu wollen". — Zur Bereitung eines Medikamentes benützen die 
Litauer, nach Mitteilung des Gymnasiallehrers Goerke in Memel, die Kreuzotter wie folgt: 
«Die Schlange, w^che vor dem ersten Knknk»whrei gefangen sein mub, wird lebend in eins 
Flasche mit Waaser gestedct, und man wartet, Iris letsteres sich bei iMgimender Terweenni; 
der SciUange ArbL Dann wird es den Pferden und Schweinen anf das Fetter gegossen, um 
die Freßinst zn befBrdem. Auch bei UenschenkMuddieiten soll dieaes Uittel angewendet 
werden. Eine alte Fian soll es gegen kmnke Augen gebrancht haben und beinahe erbündst 
sein. Von vielen werden die Sdilangen in StQcke geschnitten, gedörrt und zerrieben dSD 
Pferden auf das Futter gestreut, wonach diese gut gedeihen sollen". — F. Koch in Aningen 
(Württemberg) schreibt: «Der Balg der schwaraen Viper wird hier zu Lande hinfig angewandt 



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— 167 — 

ge;;eD Geschwulst und namentlich gegen Kiiimpfo der Gebarenden." Referent hatte dieses 
Mitte) (Umwii keluii;^ der Hand mit dem Balg) angeblich mit Erfolfi an «ich atigewandt, als 
er sich mit eiuem vergifietco Federmesser verletzt hatte und, nachdem der Arm stark ange» 
schwollen war, sich heftige Schmerzen eingestellt hatten. 

D«r Nntieo, den di» Knniottw dsr Liniimlidwft bringt, nod der Momtäm n ihren 
Gongten angeführt wird, ist kaum neoneaswert Leu sagt ganz richtig: j,Den Winter über 
fidbt sie gar nicbta» den Sommer Iber i«idieo ndia lanse nebet etwa vier Fr4iechen oder 
Yflgelchen illr eine alt«, eedia Ueine Bdediaen für eine jonge aor Kabrnng hin. DerKotaen, 
welcbw aie dorch YenBindenmg der Uftow ichalR, wird dnnsh den Schaden wieder ana* 
gegBcben^ welchen sie durch Verzehrung von Tfigelehen, lUaehen (aie fribt fiat nnr die 
ndtdichen braunen) und Eüdedisen atiftet". 



— IM - 

Kolugr. PröuüBöii. Prov. Ostprenßsea. Eeg.-Bezipk Königsberg. 



Kreit 



L AllenstdiiL 



2. Braunsberg. 



3. FiseUiaiuNOL 



4 FriadknL 



Findart 



üei AllcDätein 
Or. MaittiHMii Iwi 

Forstrevier Furden 
Bei Brannsberg im 

btadtwald 
Forstrev. Damcraa, 
swiscben Biaonsberg 
imd H«tttgeiibäl 

Bei HehLsftck im 

Wabehtlule 
Cfus im W«Me 

Fritzen'ftchc Porst 
bei Dammknig 

Fritzen'sche Forst 
bei Scbugstea 

Auf dem GftllgarlMii 



Groüser 

bei Germau 
Kaporner Heide 
Nciihiii8er,FSbteiiwld. 
Traik«r Waldbau 
Vterbrü dork mff 

(^auf der Kayorner 

H«ide) 



Bei BartcMteln 

Blvmken bd Sddp- 
penbeQ 



B. Landsbelg, Gjmnl. 
I>r.B«thk« InKaniBBb. 



Koimlttor Siedler 



äeminarL Wekheit in 
TQcbel 

Dr. nanitz. Dr. Kade 

in Königsberg 
Konservator Käoow o. 

a. in Königriie^ 
Dr. BAnitas 

GjianL Landsberg in 
Alienstein, StudiosiLs 
Beickein Königsberg 

Dr.AbnnieitiiiKOiiieft- 
berg 

Gymnl. Landsberg 
Dr. KMbs in KAnigsb. 
Dr. Bftnitz 
Konwmtof KOnow 



Lehrer Bobb« in PiUau 
Kooiemtor KQnow 



BanerkuRi*) 



Vereinzelt. 
In bemUelen 

Zahlreich. 



Sdümebten. 



Nadelholz, vorzugsweise unter Junipenn 
commnnk. Aach dnnea vnd firartit 
nicbt selten. Verietnagtn <hM 

schlimnif- Fol{r<'Ti- 
Vereinzelt an den ÖO m hoben Ufent 

der Walsch, auf trockenem BodoL 
Nadelwald auf Torf mit bewaldetat 

DünenBandhugeln untermischt. 
Torfmoor im lehmigen Walde, daneha 

ein Teich. 
Torfinoor im lehmigen WaldOk 

Galtgarlwn, ein bewaldeter Sandberg 
fmit Torflnmeln in der Hefe). Sehr 

bauäg. 

Sand, tnckener Borg, in der NUie od 
grober Broch. 

Nadetwdd, Sand mit LehmontergnuML 

Wald, Sand und Sumpf. 

Hauptfuntlort. Fast weif» bis ganz 
dunkel gefärbte Ex. — Auf Sumpf- 
boden im Nadelwald (der auf Saud 
steht), besonders auf Kllerbn)ch, dofh 
(nach Künow) aucli auf feucbttn 
Winen. 

In den die Stadt umgebenden Waiden 

ziemlich h&ufig. 
Auf ÜMiditem Bodea mitBilen. Sehwerer 

T.elimhotlen mit Brflchen und ein- 
zelnen Streifen lo^n bandes. 



*| Die 



WD Dr. Alt. JentMch in Utägflm^ 



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— 18« — 




Königr. Preussen. Prov. Ostpreusseu. 


Iteg.-Bez. Königsberg. 


Kriit 


FuMlort 


BiiiiflllrfMiiii 






Bflim Gut« Uekeini 


Lebrer Bosse 


In einem zum Gute gehfiriRen Walde. 


(ftulMtMIIll 






etwa 1 Mfiile von Kartenntein fand 








GcwIbiMB. btaatD 1 Btande ft Otten 


& Gardaiinb 


Rmio' AstMlwiMli' 


Obttt fiebnge 


Htnfig. MehrMif^eia moorigen, weniger 




ken 




«of dam l«bmig«a Bod«B. 


0. laiigffiilwiL 


LndwigaorC 


Konserntor Kttmnr 


Trockener sandiger Wald mit Ueinen 








Toribrfickeii. 




Pellener Wald bei 


Konrektor Seydler in 








'BtamAetg 






Zinten 


Stnd. Reicke, Dr. KUen 


Coupiertes Temin mit iUea mfigjkhwi 








Bodenarten. 


7. fleuBoerg. 


Bei RMeagirth 


Lehrer E. Radig in 


Sebr bäofig. 






Bi^chofstein 






Zwischen Womiditt 


Seminarlehr. W«ifiliert 


In der Heide, unter WMbholdaifBbaadl 




u. Heilsl)erg fEnu- 


in Tochel 


«iMiiiinh häufig. 




hai), namentlich bei 








den Dorfe Bemni 








FnOuTMalBmil 


HOBennMunMr ociKni' 


Nmsiwihi ni HWflaningMnoor. 






wald 








Pmf Plinn 


In direkter Nahe selten, dagegen an 








manchen Stellen anf dem Lande sehr 








hftuüg. 




LÜMleiiM 


Forsta»8e88or Sclimidt 


Sebr banng. 






in Ratibor-ilammer 






LUw«>nhageD 








MiMlitteB 


Dr. r?anit/ 


Bewaldeter Sand mit Sümpfen. 






Lehrer Bosse 


In der N&he von Pülau fehlt sie. Grob- 








kflrabnr Seeetad. aar biar nnd da 








mit einer Humusschicht bedeckt. 




äteiiibeck 


Dr. med. Sommerfeld 


Lehmiger Sandboden mit grossen 








BlOdMt, welehe gegraben «eidea; 








nahe dabei grosse Wicsunmoore. 




Wald bei Balmkof 


Dr. Banitz, Dr. Kleba 


Nadelwald, auf Sand mit TotAnooren. 


0. LaUml 


Labian 


Dr. KUngigiMir ia 


In dea Bompfigen Wald«m «m LaUaa 






I^gfidir b. Daadg 


la eelur grober Zahl. 



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tSmgr. PreusseiL Prov. OstpreoEsen. ßeg.-Bez. Königsberg. 



Kreit 



Fuiiort 



10. MemeL 



IL Moliniiigwn. 

12. Neidenburg. 

13. OrtttlBlnirg. 

14 Ostfliodft. 



Hemel 



Dauperner Torf- 
moor 

Wäldchen bei Da- 
willen zwischen 
Babea SUten 

KlauswuiU'ii 

LöbAFten 
Mdunngen 



B«steiidorf«r Foimt 

Wald von Narczym 

M Sution lUowo 
Emipellaiwr Fvni 

Bei Friedrichshof 

Osterode, uürdl., sttdl. 
IL iraiü. der SUdt 



GymaasialL Goerke 



OfiniiarialL Qoorke 

Goerke, Stud. Knob- 
lauch in Königsberg 
Stnd. Knoblauch 



üocrkc 

Goerka, Knoblandi 

Elifiabetb Lemke 
Lehrar Nickel 

Organist Rdis fai Qdi- 

taincn 

Dt. AbromeitiaEöuig&- 
berg 



Lehrer Zinger ia Pr. 
HoKud 

Dr. Fritaeh 



Im KreiBe Memei sehr h&tifig; au&g^ 
ndnoDan «bi Kastnatricfa von ctm 

Vi Meile Breite. Auch in dorMcmete.' 
piaotage — nach Hörster äandner — 
bis jetzt Bieht beobachtet. Aof da- 
k mischen Nehrung im Bezirk de: 
FönitereiSüders(»itz«(DördlicbsterId 
der Nehrong) —nach FOrster BOttd« 
- nicht beohaclitet. Auch weiteriui 
südlich soll sie nicht vorfconmea. 

Lehmbodan mit Uflinem BrOchen. 

Torfmoor in sandiger Umgebung. 
Lehmbodea; kleine BrfidM. 



Lehm and Ssad; ideine BrOche. 

Im Kn isc Mohrungen beobacliti '. 
Bei Mohrungen h&ufig. Sandiger Lehu. 

Melu-ere Verletzungen. 
Terdnselt 



Im kgL For^ bei Keidenburg (& Allg. 



;-.»- 



KwpalleiMr Font, Baianf Ittowken, an 

Scbobensee, 
H&ufig. 

Nördl. der SUdt ziemL hAufig in eiofc 
kleinen Wäldchen Ober Torfmoor; 
Sandboden nnt Üppigem Pflansan- 
wüchse. Sfidl. auf Feldern der Do min? 
Mörlen Wcstl. im Bflaiif GrüDor 
Spitze, Oberfüräterei Liebemuhl. 



! 



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Kümgr. Preufisen. Prov. Ostpreassen. Re^.-Bez. Königsberg. 



Kreil 



14 Os tero de.^ 
15» Flr.-EykiL 

Ift. Pv..HoI]utL 

17. BMtmlnnrg: 



1». RüBsaL 
1^ WeUan. 



L Angerbarg. 
81 CtoUapi 



Fundort 



In der Xiiho des 
Drewenzäee« 

Arnsberg 
UdMrwMgeo 

Pr.-UoUand 

Id dem Stadt Rasten 
barger Walde 
GSrUtz 



Bei Bimhobtein 
Rossel, in Stldt- 

walde 
In den kgL forsten 

Gau Inden n. Ta> 

piau 

Wddaner Fontes 



Bei Angerbarg 



Beritt SktlliMlien 



Wannr fent 



Dr. Fritseh 

Dr. KUen i. Königsberg 

For^tA-^sessor Schmidt 

i. Katibor-U&mm 
Lelirer Monicn 

Lehrer Zinger 
Organist Uehs 

Boikovricy, FocHtvef 
Walter 



Lehrer E. lUdig 
StadtlDrBtar 



Dr. F. Miller l Varel 



Dr. med. Schimansk) 
in stuiuii 



Seminar]. GroTsmaaD 



Oberf. BOhtne 



Dr.AbtoiMUlnKSiiigB» 
bog 



Bamerkniig 



Zwiachen Jvaem bufoaim. 

Schwtirer ilioaboden mit eiogestreutea 
kleiDenMooifildwa. WeldSsUtoicbt 
Sehr baaiig. 

In allen amliegendttiWaidaBgeDBesorg- 
nis erregend hiafig. BSaae. 

Vereinxelt. 
Sehr selten. 

Vereinmlt, ia Sehonongen des Flach- 

landes. Der Hirtcnhnnd des Ilefer. 
2 mal gebis&eu. Der Kreis K. gehört 
nüt stt den bestknltivierteo EnJMn 
Ostpreiirsotis, Iiatkeine fpvfiwnlloore^ 
Sümpfe oder Heiden. 
Sehr taiafii. Torf bcQcbe, Wald. 



Sehr hSnfig. Aach aof den Wiesen. 



Gew&hrsm. hat Verletzte aus den Web- 
lauer Forsten in dtt Klinik ia KAnige» 
berg beobachtet. 

Reg.-Bes. Bninlnidien. 

Nicht selten, im Stadtwalde au gewissen 
Stellen bau6g. Prester häufig Im 
Stadtvalde nah an der Streegelner 
Grenze. 

Sehriettea. FhMshgxItailiferSaMnMden; 

die zahlreichen Torf- und Moor brt che 
sind durch Entwasaerung vollständig 
trocken gdegL 

Tide. 



AbkiML dw ■mhw>. MMif. Om. xt. id. 



91 



— 1«8 — 



Köoigr. Preuasen. Prov. Ogtpreuusea. Reg. -Bez. Uumbiimeii. 



Kral» 



4. GnmbiiuMiL 

5. fleydekrug. 

6. Inßterbiirg. 

7. Johannisbnrg. 

8. Lotzen. 

9. Ljck. 

10. Niederung. 

a outEko. 

12. nUkaUen. 

13. Bagali 

14. toislnurg. 
StaJlupaiwiL 



Fundort 



l^ont Tzalkinnen 

(Fuchsberg) . 

Ibeuhorat 



Rei Instei'lxa-g 

B«i JohMmisbttrg 

0 



Teiierensce imSyb- 
taer Wild 



Fontrev.Scliiieeken 



Bei 



Sehoroüener Font 

bei Lasdebnen 
la Bffrier Jw» M 

WlMltirat 

tra j^BBca Kreüw. 

Nikolaiki'ii 

In der G^ijend TOD 



Dr. Abromeit L Königs- 
berg 

Oberf. Eeiadi 



Gymuaflialdirektor Dr. 
Krah 

Oberf. Sihwt'i'dtfeucr 
Dr. Luks a. Progjmü. 



Konservator KUoow in 
Ktnlgsbwg 



Obecflhnter Onve 



Försur Wilke 



Dr. AbroneUinKAiiigs- 
borg 

Ob«rf. Rtldebruidt, 

Oberrdrster Schräge in 

Astravischken 
Dr. med. P. Hilbert 



Obeii T. Saiat Pavl 



Bei der OberiSnterei TzalkiBoea sehr 
nUreidi. Fast «benor Tbonboden 
mit Sümpfen. 
Ziemlich b&ufig. Am Ueb«t«a im Ueber- 
gangHreviwr von NiedernDgasttmiifeii 
zum HodnnM, alw im Bande m 
Brüchen. 
Ueberau vereinselt 

Äufserst sfttril Im Moor und Bruch. 
Gewfthrsm. hat äio im Kreise Lötzeu 

nicht beobacbtet und nichts Too ihren 

Vorkommpn gehört, 
Auf feuchtem Boden sehr hauhg. Der 

TertMwnee tot ein vwiDrCeoier See 

zwi.scheti be^^nldetea SandhSgelD. 
Lycker Forst s. Allg.i 
Zlenlieb banffi;. nshenboden in der 

Nahe vnn Brui hbodeii, in Schonunsen. 

im Winter beim Stubbenrodeo. Auch 

Prester. 

In lÄubholzschonungen vermischt mii 
Nadt lholz. Sehr selten. Gewahrsmana 
bat in 14 Jahren .1 Exemplare getdtet 
i2 an Ihuchrandern). 

Fast ebeutT Tbouboden mit flachen 
Sampfeo und Hochmooren. 

Hanlig. 



Ziemlich hinfig. Bd Senebnrg stark coa- 

jiiert t'S Terrain. Bcwob nt iieriio j-andipe 
mitKieferabeceUte Berglehnen. ISS.'* 
und 1886 je ein fUl fn Bdiaadlnag. 
Vereinzelt. Haupts&chlif b in den höheren 
Lagen ; die Miederuugeu und Brüche 
scheinen ihr M naihktlt m sein. Die 
Obeifiifstcrei Nessawen macht einen 
Teil der Ronintes'schen Heide tm. 



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— 16S - 

Königr. Prenflaeii. Prov. Ostpreatsen. Beg.-Bez. (himbiiuieD. 



Krall 


Furtirt j 


fitwiivsnann 


Benerkum 


16. Tilsit 




Künaervaiur Kfloow in 


Auf teiichtem Boden mit morschen 






KOniCsIwrg 


Erlemtnbben sehr gemein. — Torf- 








brOohp zwiscbeafladwaUflgelntrock^ 








neu baodes. 



Prov, Ostpreufsen. 

Die Krea2otier isi Uber ^m^. Uijtpreulüeu verbreitet und in der li&lfte der Kreise 
wird ihr Vorkommen als h&ufig und sehr h&ufig bezeichnet. Sie ist auf dem nördlichen 
Teile dfir kuriücbeo Nehrung nicht beobachtet worden; ttber den südlichen Teil derselben 
habe kh kefaw MUteiQimg. Bei PBImi feUt nie ebenfdls; dagegen lind von udern Orteit, 
welche munlttdbar «n Meere Vegea und die Xreasotter beherbeigen, Neahamer «ad Knas nt 
Bemen. Im Jfeneler Kreine feUt aia m der Xllat« in einem aageühr «Ine helbe Meile 
breiten Streibn; andt in der Memeler PImitege ist ale nicht beobachtet. Birne mit tOttiGheai 
Angange sind mir ans den letaten 10 Jahren swei Fllle belninnt geworden. Ein Schulknabe 
«US Rosengarth (Kreis Hetlsberg) itarb nadi nreijtiirigem SJedilnm (Lehnr fiuttach Itadig 
in Bischofstein). Über den zweiten Fall s. Altgemeines! 

VerletOTHKcn ohne tötlichen Ausgang kommen alljahrhch viele vor. Oberförster Hilde- 
brandt schreibt über dus Kevirr Jiirn (Kr. Ragnit); -Es werden jährlich mindestens« 3 Personen 
verletzt. — Oberförster (Ireve in Schnecken (Kreis Niederung i: „Alijfthrlidi werden etwa 
r» Personen gebissen" — Aus Angerbur:; meldet S^minarlebrer Grofsmann : „Jedes Jahr kommen 
mehrere Personen Mia Arzt, die von Ki-euzottern am Fnfse gebissen wui'den". 

Verwnndnngen an Ttwen, nameotlieh Hondmi und Kaben, tiad niemlich h&ufig ; meistern 
sind sie oline tBtHcbftn kiuuMutm . 

Sand und Lehm oder eise Mischimg beider, Torf- und MoorbrDcb^ Heide. NadelwaM, 
daswiicheft grüTser« und ideinne Seen, bilden ü» Bodenoberfllebe Oetfrevtois. 

Die Bodeieriiebang gelt von 0 bis 313 m über der Ostsee (Kemdorfer Hflhe im Xreis 
Osterode). Der Kreis Rastenbarg, welcher zu den bostkiHtlvierten der Provlns gehOrt» keine 
grofsen Mo<m, Sümpfe und Heiden hat, belMrbergt die Kreuzotter auch nur vereinzelt. — 
Im Revier Skallischen (Kr. Darkolimeiri ist sie Dach Oberförster Bi))inie sehr selten. Referent 
mftcht« fflaaben. dafs ihr der tiachKründiae kalt« baiidboden ebensowenig wie die zahlreichen 
Torf- und Moorbrflche, die durch Entwässerung vollstAndig trocken gelegt sind, zusagt. 

si« 



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- 164 - 



Königr. Prmmi. Plov. Wwtpreoweii. Beg.-Bez. Danzig. 



Kreis 



FuMitrt 



1. Bereut 



2. Basiig. 



3. Elbing. 



4 KaTthMB. 



5. Marienburg. 



Bei (Jzeruikau 



Bei Orle 
QroflB-Pagtaia 

Scliweinebade bei 
SebSoedc. 

Bankan 



Danziger Umge- 
gvnd 



Im OUvaer Revier 



Bei Elbing 



Bei Kadiraeii 
den aSktm 



anf 



Kgl Forst Grünhoft" 
Um Kartbaus (Foi^t- 

bdftof Baktw) 
Forstravier UMhan 



Tokkar 



Wtoweako 
0 



RiltergutsbesiUer A. 
Treichel in Hoeb> 
Paleschkea 

n m 

Lehrer Pasdiln in Ali* 
PeleBcbkea 



Förster Gonsow, 
Oberlehrer Or. Crone 

in Jeiikau 
(h. i^rof. llail) Dau^ig 

in naturw. uod me<L 

Beziehung. 0Muig 

1881. 
Förster Goneow 
Oberforstor Fehlkamn» 

in Fiukeusteiu 

Gjm&eBiaU. F. CapeUer 



Pfarrer Prentcboiff io 
ToJkemit 

Insj)ekt. "Wojakdw.ski 
Lehrer Pa&cbke in Alt- 

Palesebken 
obeif&nter Orundies 



Lehrer Paschke in All« 
Paleacbken 



Lehrer Flügel in Ma- 
rienlrorg 



Im Kiefamwalde. 



Im Eichenwald, vereinxelt. 
Hftvilg. Oft ton dm Sensen der 

durchschoitteo. 
In groiiiier Menge. 



Gew&hrämaiiB bat 1 Ex. an einem von 
SdiOMingMi umgebenen Bmeb getötet 

HAafig. Stark conpiertes Terrain, vor- 
wiegend aandig, uiiBitklMnreidifidi 



Ancii pniter. 

Nichlseltfüi, wabrend vor 15 Jahren noch 
recht seltcu. Lichter Hochwald und 
Schonungen, buschige, etwas steinige 
Abh&nge bis enden bScheten HObee, 
150— 200 

Nahe des IMeduMi Hafk. 



Chersea, prester. Stark coupicrtes Ter- 
rain. Sand- uijtl Lehmboden mit tahl- 
reicheu Seen uud SiimpfeD. 



Im Kreise Marienburg kommt dieKreui- 
otter Bidit vor. 



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— 166 - 



KOoigr. Preussen. Prov. Westpreaasen. Eeg.-Bez. Daozig. 



Kreis 



6. Neustadt 



7. Pr.-Stargard. 



1, Denlwdi-Xroiie. 
3. Ilatow. 

3. Graudenz. 



Funtfort 



Bei Krookow 
Bei Neustadt 



Zoppot a. d. Oitaee. 

Kraiigeu 

Bietowo tt. Kallaka 
Stargard 



Mürkifleh-FiiedUid 



GmiUHi 

Bei üraadeoz 

Bei LesHon 

Bei RoggenluHisen 

Bei Czerak 
Bei KmAU 



In d«r Tidultr 
Heid« 



Freiherr König -Wart- 
bamen anf Wart- 
hausen (WOrttemb.) 

rostmeist^T ZitzlatT 
Dr. Bockwoldl, Gym- 
nniattebm 



Hanptlehrer 
in Danzig 



Brischke 



Dr. Schöttler, Gym- 
nasiallehrer 

Bargermeisler nkb in 
Storkow 

Semprich, Vorstelier d 
PFMwnuidBBaiistaH 



Laltrer CL A|»pal In 
Them 

OberlBnIer Qeppeit 
Rektor HaaM inWitteiH 

berge 

Semioarlebrer Palm 
Finger 

Dr. Fr. Malier in Varel 
ObeiMiNr BBliiiMr 
Ftvf. Dr. Prttoiiw 



Steinige Klingen, wovon eine die „Ma- 
line" (malignus) wegen der Hftnfigkeit 
der Kreuzotter da-selb^t genannt wird. 

Vereinzelt — ziemlich hftnfig. Auch 
Prester. Vorzugsweise ia Kiefem- 
schonangeD, die mit spenwlldulgeii 
Buchen und Eichen dttrchsetzt sind, 
auch stellenweise hohes Heidekraut 
dnacUiiafaii. Sandboto. 

Nicht Müten. 



Auch larester. Viel anf Moorbodan. 

bi eisen Moorbracbe bd den OOtaro 
Bietowo and Kallaka. 



Bog.-Bez. Mahenwerder. 

Von Oewlhram. mehrftcb beetwcbtet 

Bei Flalow mcht bedbaditet. 
Vorhandea. 



Bei Graudenz, z. B. in Bö«lttiliuhe ziem- 
lieh hanflg. 

Ziemlich häufig; einzeln l'fi M'ihleSlupp. 

Auf den Mooren nicht selteu. 

Häufig; aneb prarter. ht Torfbrflchen, 
in Jen Sohonutigeu Jer städtischeD 
Buchen Waldungen; in dem bergigen 
StadtmU, 1 Heile weaäieh, vorzugs- 
weise. — Im Gymn. 1 Es. von 70 cm. 



Eönigr. Preussen. Prov. WestpreuBsen. £.eg.-Bez. Marienwerder. 



Fmriirt 



I 



6. Löbau 

7. jUarieuwerder. 



8. Rosenberg. 



9. Sdhloehan. 



10. SdiwetB. 



FietUitxer Yfaii 
LtobttnOilw Wald 



Neudttrfdi«ii 



Bei Dentack-Ejlan 



Forstrevier Finken- 

Htein 
Bei Rieaenbnrg 



In Wald« Baltwch 

EiaenbrUck 

Jj«i jf r.-Fnedland 

OberfllMte««! Lln* 
donbuMhfTtcheler 
H«ide) 

Tnckebp Hdile 



Karitzky, CiviUebrcr 
am Kadetteo-Korp«, 



Semiuarobeii. L. Witt 
Prof. Dr. KOnzer 

Oberlebrer Wacker 



Lehrer Rehberg in Ma- 
rienwerder 



Lehrer Ftögel iu Ma- 
lieBborg, Dr. tob 
KliiiKgrtf in Itng- 
fuhr 

OberfSnter FeldkiauB 

Lehrer Flöge! in IIa* 
rieaburg 



Rektor Haase in W i Iten • 
berRe K.-B. Potsdam. 
Oberf. Jerrentrup 



Rektor Haase in Witten- 
beige 

Füntw HBocbenlicrg 
in IiUgfnkr 

Lehrer G, Appel in 
Thom 



Fehlt! Die UmReppnd »st auf weitoi 
EDtfernungen entwaldet, das einzige 
Ueioe Stick Font (eHra 600 Morgen). 

die kgrl. Nonnenkampe, wird fMt ■D- 

jahrlich üher.scbwemmt. 

Im Kreist' Lubau nicht beobachtet. 

Jenseits der Weichsel bei M., L Ü(s 
(70 m). 

Diesseits der Weichsel. Der Liebeo- 
thalcT Wald ist ein parkartig sr'-'»^ 
legter Promeuadeort. Früher liäuietr. 
Auch Prester. 

In Neudfirffhen fN. im Südosten de* 
Kreises) soll die Kreuzotter nach 
LekrerBekberg «Wh jetifc nocifa huSg 



I 



Beokt huflg auf bortocklMi Uoor* iwp» 
Toi^tien; TMdnselt ttberalL I 



Im kgL Wakle (Utnbwakl) Aftais. 

Auf WaMwieaea an dem FlOläckei \ 

Stallaune 

Auf moorigen und aumoorigen Wie£«ii- 
pertieB, in Fkkteakedien, Eiefiafa- 
Schonungen, t40 — 170 m. 

Nicki leiten. 

Htnfig. 

Ton OmtbniMan mdirfitdi d<nt ke- 
obaehltfc Verden. i 



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Sönigr. Preussen. Prov. Westpreasaen. Beg.-Bez. Mmenwerder. 



Krals 



iL Strasburg. 



12. Stnhii. 



18. Thon. 



14 TachaL 



Lautenbarg 

Kasbthal 

Netihakenberg 



Im Sttthmer Forst 



Wogwn 



Tuoheler Heide 



Rektor Engel 



FörsterMflochenlMrg is 

Langfuhr 
Perdelwitz, Hegemstr. 
in 



Lehrer fUgel, Muteo- 

burg 

Lehrer Flöge], Mariea- 
bng 



Lehrer FlSgel, UiriMB- 

borg 
Ldwer C. Appel 



Seroinarlehr. Weichert 
Apotheker Uigas (in 
Mtriemrarder?) 



Ziemlich hlUifig im StadtwaU, in Scho- 
DUDgeo nnd in der Nllie toh Sflmtrfen. 
Im Februar 1886, als noch Schnee 
lag, gelegentlich einer Faehqegd ein 
Exemplar getdtel. 

KarlBthal, in der OUtuSOMad Behlet 
HilufifT. 

in der l ür^lerei Keuliakeuberg in sehr 
grolser Zahl. Gewährsmann bat in 
manch (^n Tagen einige zwanzig getStet. 
Moorbrttcbe, OrAben, Scbonangeo. 



Häufig. Tm Heidekraut der Kiefem- 
waldang. Dem Gewahmnann werden 
Jede» ItSb^ Ssanphn sebredit 



Vor etwa 20 Jahren wm^en dem Ge- 
w&hrsmaan 2 Exemplare eingeliefert; 
seit jener Zeit nicht mehr. Ticwahrs- 
mano nimmt au, dals säe durch 
UebersehwemBunf de« Fendertei, 
eines an der Weichsel gelpgrnen 
ErlenwAldcbeoa, ausgerottet worden 

ist 

Gewahrsm. bei Tuchel nicht beobachtet. 
Haafig. (Siehe auch die Kreise ScbweU, 
Eonits). 



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— 168 - 



Prov. Westpreussen. 

AAhnlkli «i« in OttpmiAen liegen «nch die Bodeowklltniiee in Westpreabeii: wir 
finden deker liier wie dort die Krewotter, nit Annuthme der Wriduelttiedenuig (Kieis 
Maiienlnirg), aber die guze ProTini Terbreitol Andi «n der Oetaee bet eie atdi, iro die- 
VeililltaiiM flr ilm LelMniliedingDngen gOnalig sind, nngeeledelt. So findet de rieh bei den 
Bedeorte ZopjMit, nnf der ftiadien Nehrung, dem hewnideten wee^wenlUiGben Teil derselben 
nnd in der NUie von Tollcemit «m Frischen Ilaff.') Nicht beobachtet wurde ne bis Jetzt in den 
schon genannten tiefgelegeoen .Kreise Marienburg und im Kreise I^bau. Viendcht fehlt sie 
auch im Kreise Kulm; wenig«rtens M sie bei der Stadt Kulm und in deren weiterer Umgebung 
nicht vorhaudeu. In den Kreisen Bereut, Dauzig, Konil/, Neustadt, Pr.-Starfrard, Rosen- 
berg, öchlochau, bchweiz, ätuhm koniuit sie in grolser Zahl vor. Bei Sastcozin (Kr. Danzig) 
wurden nach Mitteilung des Rittergutsbesitzers Drawt: wahrend der Boggenernte 1B82 auf 
eiueiu von eiuem Walde eingeschlossenen Feldstücke von ca. öu Morgen öü— 60 Krouzotteru 
getötet. — Hegnnditar Pvdetwltx bnriditet, daOi er bi der FBnteni Nenbakenberg (Kreis 
Stnbm) en mandien Tagen tinige 20 StBcfc getötet habe. 

Yerletzongen von Uensdien nnd Tieren sind ans den letzten Jahren mehrere bekennt. 
Gywnaaiillehrer i, Capeüer in EUng weile von 4 FUlen in den letitm 6—8 Jahren; zwei 
ereigneten eieh anf der Fkieeben Nehrung, wovon einer UKUeb, da der iMitr. Knabe m epit 
Mittellaiig von dem VoiftOe gmaetat hatte. —Einer ao Jalve aften Arbdterin« welebe dnrdi 
tinen didsen Stnuaiil gefafaaen worde, lielk Bittei^taibeaitzer Brawe Qrog nnd Branntwein 
mehrere Tage in grofsea QoantltMen verahreidien. Ein Berausebtwerden der Patientin trat, 
nicht dn und aie genas ToUstiadig. 



1 ü«tar Ab- nd ZnaalHiM ter KnsaMter fsi tgttUlim Tsüe M 4«a KniMa VMatt Xuitnwsider 

ood Tboni. 



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Königr. Preussen. 



— 109 — 

Prov. Brandenburg. 



Berlin. 



Berlin. 



L Angeimttnde. 



2. Beeskow- 

Storkow. 

Brandenburg, 
i Jttterbogk- 

Lnekenwialde. 
5. NiederbAnifiii. 



% Oberbarnim. 



l Osthavelland. 



Nttcbst« Xühe vod 

Berlin 
<& Jangfernheide 



Bei Aqgenniinde 
Bei Ehrtehshagen 

Glambeck 

(ioei'lsdorf 

Bei Joachiautkal 



Dr. med. E, Tkorner 
Stadtrat E. Friede! 
Dtimer, Aqtwrienhidl. 



I.ehrer W. Dakhow ia 
F&lkeubageu 



Lehrer Seiffge 
GynnasiaDebTerUeder 
Oberfärster lirumbaar 



Erkner 

Friedrichafeide 



Am Papeuberge bei 
Tegel 

15 !■ Eberawalde 
Freien walde 

Wriezeii 
Bredower ¥omt 

In BrieMlang 



nr. OiMÜMk. ZV.B4. 



Stadtr. Priedel in Berlin 
Prof. E. V. Meitenti in 

Uerliu 
SdiulK, „Frana Hw- 

Stadtr. Triedel iu Berlin 

Dr Rudow in Perlebelg 
Sdiulz, jjFauoa Mar- 
cWea" 

n 

Lehrer W. Dalcbow in 

Faikenkageii 
Stadtr. FriedeÜBBerlin 



D«r ergleUgrt« Fundort bei Beifin. 

Reg-.Bez. Potsdam. 

NamcntUcb in dem StadtfontamW oiletz- 

See. 

Iiu Wald. Vereiueltbi« liemfidiblafig. 

VerletznnireD. 
In Niederungen, feuchten quelligea 

WaUwiesen, moorigeo Graben and 

an Munpligen Stelkn. 



Namentlich auf dem Abfall nach dem 
WerbelliD-öee zu. 

Bei Schvedt a. 0. Ist sie riebt beob- 
achtet worden. 

Li der Gegend von Neubrüdt ist das 
Vorkommen nicht bekannt. 

s. WsetbaveUaad. 



Em Exemplar vuii Gebr. Rudolpbi in 
üoolog. Museum in iieiüa. 



NIeht selten. 



Brieselang, Waldvng swischcn Nanen 
und Spandau. 



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— 170 — 



Königr. FmBsen. PrOT. BmndenlMirg. Eeg.-Bei. PotscUai. 



Krals 



Fyaikirt 



Gewährsmaiin 



Bemericirag 



7. Ostliavelland 



8. Ostpriguitz. 

I Potsdam. 

10. Frenzlao. 

II Uuppm. 

18. Teltow. 



R Templin. 

14. WesthaTolland. 



Fulkeiiliagciicr 

Bei Xirder • lileuen- 
«lorl* 

Ilnhflici'k 

Scholl w allte 
Bei Seegefeld 
Spandan 



Kei W ittetuck 



Frcnzlua 

U 

Joliaiiiiistluil 

ttadower Wiesen 

In den Waldungen 

von !?(>if7t'iilmiir 

JTorslrev. Griioaae 



Lehrer Dalchow in 
FalkenbagBD 



Stadtrat Frnde) 

Lehrer Dalchow 
Stadtrat Friede! 
Lehrer Dalchow 
Prof. K. V. Uartem in 
berün 



Überlehr, A. Schueider 



Beallehrer Gallaseh 



Prof. LessiiigV 



Dr. E. Neumaun, Uym- 
aamll. L Nen-BappiD 

Dr. 0. Reinhardt, Dr. 
med. Tbomer ood 
Stadtrat Priedel in 

Schulz, „Fauna Mar- 

chica" 
rroCLeasing? i. Prenz- 

lau 



Rcvierftirster Rietz zu 
Wendgraben 

Förster R. Grotho in 
FricdrichsUof 



Im zonlo',' M.Binim in Berlin 3 Fa 
jjescheukt von Cffeldt und 1 Ex. vuo 
Herrn Dan. LeUteres Ex. ist 69 m 

lang. 

äebrselteo. Gewabr^mauu hat vor mehr 
ah aOJalvBB eia Exemplar aus den 

Stadlforstc gesehen. 
Ilei Potsdam wahrscheiulich nicht. Ge- 
wfthrsmaaa hat in 22 Jahren auf seioeo 
Exkarsionen atemab ein Ezenplar 

gefunden. 

Fehlt bis iVt Heilen im Umkreise, da- 
rüber tainans kommt sie vor. Tod 
?*r. Prester 1 Exempl. au-; der Vm- 
gegend in der Si lmls uiHnUmg. 

Im Kreide Ruppin bis jetzt nicht be- 
obachtet. 

Nicht selten bi« häufig. Auf Humpfigem 
Terrain, Erienbruch. Verletzung. 



Jetzt zum Teil bcbanto» Terrain (Real- 
lebror Ualla^cb). 



Sehr selten. Durch Trockenlegung der 
Brflche schfliDt die Otter mehr mi 

iii*')ir /.\x sdtwtodeo. 
Vereiiiüelt. 



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— 171 — 



jCönigr. Prenssen. Prov. Brandenbnrg. ßeg.-Bez. Potsdam. 



Kreis 



Funilort 



60wUirtiiiaiiii 



Bemerkung 



14 Westhavelluid, 



15. Westprignitz. 



16. Zavcli-Beliig. 



1. AniBwaLde. 

f, Fmikflirta.0. 
3. Friedeberg. 



Fritzerber Lake 

Bei Seelendorf 

Bei UolsaMleN 
Bei Lanz 

liei Lenzen 



Perlelwrip 

IMattenbnr^? 

WilsTiHck 
Wolfshagren 



Bei Friedeberg 

WUdenow 



r' i)>t ( IJ. Grothe in 
iiicdritli.-büf 

Revierflirster SchuUe 



l.t'liK'r II. Schfltl in 

Leuzen 
Dr. F. Bado« In Perle- 

beig 

Lehrer U. äcbatz 



Dr. F. Kuilow 



Hanzerm. Wallbfttini in 

Oberförster MüUer io 
Wieseiil>urg 



Bflrgenn. Man>ti'iii 
For-treford. Erdmaun 
Dr. Uutb 
Kantor Wemi«ke 

Obeifürsitr Wayuer 



Zicmlidi liiV.iti- Dif l'iit/i rhcr Lako 
i>t eiu blu^^ige^ LIbbrwch mit Lübeln 
Gnu>wiicbf<e. V«rletsung. 

Sebr seUcii. N ir in (icii sol'. I^akt-n 
(Nit^deruu^tii tuit Kfka und Birken 
bestanden oder mit Grsswncbs). 

Auf ^>alltlic( in .Monit> io der KBbe von 
K iel'eriisfhoiiungeu. 



Kiiic t:io\-i- SeitciiLcit, Uebt'i"54;hwemr 
^llUJg^^gt•biot. Auf Lenzcncr Terri- 
torinm mit FaHhincn /n ruhnen- 
Iiaiiteri v»'i>ihU|i|jt. GewahrHUiaiin 
glaubt, iiais üit! vtat-clikpiiicu Tiere 
ftusi den Gadower und Staveneirei 
FoiXt II liii Perleberg »tenmeti. 

ä«kr vereinzelt. 



Bei Beizig Dicbt beobachtet. 

Im Revier Wiesenburg nicht beobachtet. 

Reg.-Bez. Frankfürt a. 0. 

Feblt bei Arn*;walde. 

Fehlt im Kevier Marienwaldp. 

hei Frankfurt a. 0. nicht beobachtet. 

Si-Iten, frflber häufig. In hflgeligen 
Liiifiwf^Hprn, 

Uewaiir>mann bat in den letzten ö Jahren 
3 Exemplare in seinem Garten und 
Ilofe, sonst nicht, beobacht. t : wahr- 
scheinlich sind sie vouder beuachbortcD 
Schnei demttble, vo BorlienahMe 
hgen, dahin gekommen. 



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— 172 — 



£ömgr. Freossen. ProT. Braadenbiirg. Beg.-Bez. Frankftart a. 0. 



Krals 




GeivihraiMiui 


BMMrfcino 


4 Qnbea. 

5. Kalaü. 

6. Königsberg. 

7. Kottmis. 

8. KioBBen. 

9. LuidBlMrg. 

10. Lebna. 

11. Lnekan. 

13. Ost-Sternbeig. 

14. Soldin. 

15. Sorao. 


Kttstrin 

Laadslwrg 

Bei Buckow 
FUrsteiiwalde a. d. 
Spree 

Lietzeu 

Bei Dnben 

Bei Staupitz 
Bei L«bbcii 

Forstrevier EMrzig 

In derOberfbrsterei 
Semn 


Rofcreudar Dr. Kahn 

Lehrer C. Schödel 
GyiuDasiall. Dr. Baer 

G. Lttddeek«, Lehrer 

OberOnterSebaeffer in 

Kladow 
Schulz, jiFauim Mar* 

chiea' 
GymuMian. Waitlier 

Dr. Baer in Kflstrin 
Oberförster Faller 

übertorster Biihiii lu 
Neabardenberg 

1'. Ridifter, am Beal- 

progymo. in T>übben 
Lehrer Carl Schödel in 

Kalau 
P. Richter, am Real- 

Bürgermeister Lemke 
Oberfürst. Schulemaon 

über fürster Scb&fer 
Oberf. T. lüdenberg 


Id der (iegead voo Guben nicht beob- 
achtet. 
Fehlt hd Kalttt. 
Selten. 

In <k-T T nigegend van KiOBttn nicbt 

beobachtet. 
Bti Kladow komint di« Kr. nielit vor. 

Von mehreren Seiten wird das Vor- 
kommen behauptet; im Forste bei 
dem Dorfe Zunbausen soU ein deo 
Bewohnern bdminter Fandort seia. 

Ziemhcli liäutig. Bruchiger mooriger 
Roden mit Sandanter läge, stockenden 
Krlpn-Nipderwald. Verletzung. 

Lehmiger Sand, hilgeligeü Terrain, in der 
Nihe Brndilioden. Berferftmer 
Trippens hat einranl dort eine Krea;- 
Otter geschossen, sonst nicbt mehr. 

Eün Exemplar im Bealgymiiaainm zn 
lAbbem. 

Sfhr '-elteu. Gow.ihrsinann seihst nicht 
beobachtet. Einmal ein Exemplar 
von Düben mit Stroit dahin ver- 
schleppt. 

Fehlt bei Sternberg. 

In saueren Kieomooren, die mit Heide 
und Kienporst (Ledum palustre) be- 
standcn sind. Vereinzelt. 

Nicht häufig. 

Im Forstrcv. Christianstadt bis jetzt 
nicbt beobachtet. 



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- 17S — 

Königr. Preussen. Prov. Brandenburg. £eg.-Bez. Frankfurt a. 0. 



FiMtort 



60WUlWMUIII 



Benerkung 



1& Spremberg. 
17. West^teinberg. 



RMUebrar H«ltea 



Rektor Eichhote io 

Oberlehrer Cavan 



Im Umkreise von Vt Meile »iebt beob* 

achtet. 

Bte jetzt nicht Iraolmcbtet 



18. ZtUlichau. 



lu der Umgegend von Zttllichau oicbt 
beobachtet. 



Prov. Brandonbyrg. 



In der Provinz Brandenburg findet sich die Kreuzotter am zihlrdehsten in der nftliero 

nud weitem Umgebung von Berlin. lierUchtigt ist die Jungfernheide, nordwestlich von Kerlin; 
sonst in der I'rovinz trifft man sie meistens nur vereinzelt und sehr zerstreut. Durch 
TrockenlcguDU der TinScbe und Ifmwanrilnnir rlcrsclhcn um] der '^rofeeTi Niedcruncen in 
kultiviertes Land ist »ieiudor Abnahmi' beL^rittfii und ;iti> mniiclicu ( if'^L'iidf'ii sclioii VL-rschwiiiiJcn ; 
immerhin bedecken Moorbrüi;hu mit trix koiicii Sti.dlcu und Heidt bodeu, der feucht und mit 
Calluna uud Eiita laslauden ist — also Liebliugsplatze der kruuzotter — noch grolse 1 iiicboii 
der Pro^nos. Diejeuigen Tiere, «eiche an Orten, die im Ueberschwemmuog^ebiete liegen, 
geftmden werden, rind dortbin TemcUqtpt worden. 80 verbilt es rieb t. & mit dem Städtchen 
Lenzen a. d. K, mit Wittenberge n, n. m. 

Verletroagen an lienacben nnd Tieren sind in den letstm' Jahren mehrere beinnnt 
geworden; dodi keine mit tMüebem Anagange. 

Sandbodefi iat vorherracbend; Lebm- und Tbonboden finden rieb beaonden in dem Elb- 
und Oderniederuugen und in dm Eieiien Pranzlu nnd Angeirmllnde, Uooiboden nttientlieh 
im West- und Osthavellande. 

ReicL an Se^u ist der iifirdlirhf Teil dor I'rovinz, Die Bodcnerliebun? geht nidit 
über 2;i(» m tRückeuberg Ini Soiau i. Im Norden ist der Norddeutsche Landrürkcu, und im 
öudeii durchzieht der Marlüsch-Scblesische Landrücken (Fläming, Lausitzer GreuzwallJ die 
Provinz. 



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- 174 - 



Königr. Preussen. Prov. Pommern. Reg.-Bez. Stettin. 



Kreis 


Findort 


fitwührtmuiii 


BaiMrkinB 


h Anklam. 


Auklaiuet' btiidt- 


Oberf. Schumann in 


Zieml >cb hAotig. In jüagem ächonangeo. 






Hoheheide b. AnkUoi 


Moor mit Heide. 




Hftffbnwh 




Hecht hftufii; im Haffbnu-h umJ in tl> ui 
darin lit^endeu Torfmoore. Weoi^ 
Uber (lern ^.'ewöbol. Wasserstand de^ 
Kl. Haff-. Im Winten-fhlafe 7 ^tip i 
in einem morj-chen £ls>tubben. Auch 
|iierU;r. VerleUungeu. 




Am Piitzarfi' S«-«' 


L. Ifoltz iij Gr<ifswal(l 






Bei Spantekow 


Oherl. Dr. Tramm in 
Allklaut 


In den grfti. SdiwerinVhen Forsten, 


2. DeminiD. 








3. Greifenlierg. 


Bei Tn'ntoW u. ll. 


Dr. Fischer ioBembQrg 


Fa^t auf allen Mooren Wlli in allen 








W&lderu bäubg. 




Kand. Gottschewsky 


An der See, in den Moorgegenden vor 
den DQaen. Im Stndtwald. 


4. Greifenhagen. 








5. Kuninin. 


Temin 


(iymtift«iali.Ro»berK in 

\V..llin 


Häufig. Verietxang. 


6. Naug&rd. 


Itei üollnow 


Kevierförst. &i«gow in 
WoUshont 


H&nbg. 


- 


& Karolinenliofst 


Torfvenralt^ Weid- 
mann 


Sehr häufig. Ein botanisierender Her: 
fand hier im vor. Jahre (,ldÖ«iy an 
einem Nachmittage 11 Stück. Auch 
Prester. Torfmoor. IJesonder* auf 
(Im ft-iiihtfn, mit Gestrüpp bewath-"- 
nen boilenparticn, indei>ö«D auch aui 
den Wegen and Fakrd&nnen. V«r* 
lei jungen. 


7, P}Titz. 


ISei >iiugard 


L. Hultz iu tireif:!wald 


uaufi«. 




8. fijuidow. 


Obt-rföi-slfrei Fal- 
kenwalde 


L. BolU in Grei&wild 


Nicht selten. 




Leeser Porsten 


Seminardirektor Loch» 

tnaijii in Tiilitz 


&blreicb. 




Kotheu-Klempenow 


Fürster üodsow iu 
Baokan bei Duuzij^ 






Obertoi'Hlfirl Zie- 


» » 






genort bei Jaseniu 







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— 176 — 

Königr. Freussen. Prov. Pommern. 



&eg.-Bez. Stettin. 



Kreis 



8. Randow. 

I . -■■.■U-.r.i 

\) Rpp'f Tr,valde. 

10. Saalzig. 

11. Stettin. 



12. Uckennfiode. 



13. üsedom-WolUn. 



Fundort 



1. Belgard, 

3. Bütow. 

4. Drambnrg. 



5. Kolherg-Körlin. 



Revier Wolfshorst 



Bei Stettin 



Päse walk 

Forati'evici' Eotlie- 

mttbl 
Uek<(niittiid4^ 

BUsdroy 

r«MMH'iiiiiiMl«T Vorst 
Hei S\\ iiiciiiiimle 

Torfbiuui-Auklani 



UiiiKeKeiul von 
Woliiii 



Alt-eriebnitz 



KaUies 



Im GoUen bei Kiislin 



BeTierförster Megow 



Fentndater Leo in 
KSnigBbM'g 

Prof. LesBing? i. Prenx- 

l.iU 

L. iloliz iu Oreifüwaid 



GymiU5un.RosEbcrg in 

"wolliii 
B. Haas»- in Wolgast 
Gyiiuia^siall. UossberK iu 

Wollin 
(lutspucliler Uecker in 

Gelleutiu 

GymoMlall. Rofisberg 



Katitl. (H)tt8che«8ki in 
Treptow 

Dr. l*farin«tiol, Land 
wiitächaftälehrer in 
ScbWelbeiii 

L. Iloltz iu Crcif-waitl 
£«klor Dr. Scbapcr in 
Nauen (firandenbg.) 



Häufig. 



Recht hanflg. In dem Btettiner Stadt- 

fnst. insbesondere iu den an der 
Oder beleg«uea Erleiiwalduagea. 
Id den Welduagen vm Pasewalk. 



Häuli^' in den iiiu Uckennttude Bich 

belindeuden Forsten. 
Im Walde hinter Misdruy, auch jirester. 



Zwisuheu Swinemünde und Misdroy in 
grttr«erer Menge. Auch prester. 

Hautii;. M(K)r mit Heidekraut bewarliseu, 
teUweUtt mit KrilppelUftuuieu be- 
standen. 

Zieintii Ii li.'iutifr. — Ueberliaui»l auf 
den luäelu U^om und WolUu nicht 
setten (L. Holtz). 

Beg.-Bez. EäsUn. 

Vcroinzelt. 



Kri'tHi>li\:-ilvii> Dr. Man in Schivelbein 
bat einmal eine in den l' uis gcbis&eue 
l'erson in KaliieB behandelt. 

Ziemlich b&utig. Der Collen i»t ein 
kleines Waldgebirge ileUicb von der 
stmli Köslin, 146 m bocb. Ifeiat 
Kiefernwald. 



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Königr. Freussen. Prov. Poimuern. £eg.-6ez. Kosim. 



Kreift 



Fmdart 



7. Laaenbug. Bei Lauenijurg 



8. KeastettiiL 

9. Bitmmels1)iirg. 

10. SchivelbeiiL 

11. Sohkwa 

12. Stolp. 



1. f r&nzburg. 



2. Grsi&WAliL 



Bei Neostettin 

Wilhelmshiihc bei 
Batzebahr 



Im Schivelbeiner 

Kreise 



Bei Rttgenw»lde 
Bei Stolp 



Bei Barth 

B«ru H. d. Diii-SH 
0 Darm n. Zingst 

Eld«tt» 



Lehrer C. Kloeber in 
Qoedtinborg 

üjmtiasiall. Borgwardt 

Dr. Dt'giier inSdiQnedlt 
W.-Fr. 



Dr. PfanDstiel, Land- 
virtscbaftslehrcr in 
Sehivelbeiii 



L. Hotta in Grei&vdd 

Dr. Heiuhardt in Berlin 
GymiMsiall. Dr. Holbiiid 



L HolU in Givibwild 



Oberf. Scbcidemantel 



Dr. Kohde. I anrlwirt- 
scbaftülehrer 



Gewährsmann hat io dem Bruche eine^ 
Wsldebens bdm BotaniaiereD msndi- 
mal 10—15 Sliii-k er-M-hlagen. 

Ziemlich häufig, besonder» in eines 
Bmcbe in der Nlh» daiSUidtibrstes. 



Häufig. Vorwiegend in Lauhholzgebüscb 
Hilf Diluviallehm und Diluvialmiäch- 
saiid, Oü— 120 m tt. Ostsee. Dr. med. 
Khiiiuuiii iti Luckenwalde behaoddte 
einen Füll von Otterbifs. 

Nicht eelteD. 



In dem uisgedehoten stadtiscben Forste. 

der Loitz, fcliH >ie ; wahrscheinlich in- 
folge des pofäeo Bestaodoüaa Sch wari- 
irild. IndenDOnen tmOstaeestnade, 
wu hiiitoilit:L;ciider Wald, wurde >ie 
mehrfach gefunden. Im Winter beim 
StnUwnrodnn. Tcrletnagen. 



Reg. -Bez. Stralsund. 

Im Stadtwakle, in den Divitzer, Neueo- 
dorfer Waldungen. Sidit selten. — 
Auch in dem Vcigaster Foffrt (BOTg- 
wardt in Keu.stettin). 

Vielfach. Auf Niederungs- (Bmcb-) 
Boden. 

Sehr haufif.'; ;ini haufif,'sten auf der 
Insel Zingst. ilier durchwog Moor- 
boden. VeriBtmngen. 



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König!. Preüssen. Prov. Pommem. Refl^.-Bez. Stralsund. 



Kreit 



FMüdart 



i. Greifäwaid. 

(FMiMttutg) 



i, Grinunea. 



1. StigOlL 



). ätralsond. 



Um Greifswald 



Um Lassan 
Mutdiiii 

hei Wolgast 



Abtsluigai 
Nefa-ElmenlMwst 



Bin/. 

Seebad (irdhren 
Bei Lohme 
fid PatbiM 

Anf dorn Ragard bei 
Bergen 

Die Schaabe 
Die Stabbenlts 

Bei btralsaiid 



Ludwig üolu 



T. Homejrer, Ritter- 
gutsbesitzer 
Btiruh. llaose 



Scminarl Scllontin in 

Frauzbiu'g 
L. Hottz in Gm&tnttü 

n m 

Merkel in Breslau 
Prof. Nehring in Berlin 
Dr. Aog. MOUer, Berlin 
Seminarl. Sellentin in 

Franzburg 
Freiherr König -Wart- 
hau^en i. Warthausen 
(Wtlrttrmhprß) 
L. Holiz in üreifswald 

Dr. Beinbardt in Berlin 

L. Uoltz io üreitsmald 
SevinaiL SeUentia in 
Fianzburg 



Häufig. In den st&dtischen und alta- 
(lenusehen Waldangen Haashagen, 

KieshöferMoorsebrhftufig,imWar8iner 
und Wrangelburger Wald nicht ficltpo. 
- Häufig bei Driedrichshageu (Seiui- 
narkhrer SeUentia in ÄrauborjO. 
Verletzungeo. 

Veniazdt. Verietaangen. 

Nicht selteu, mituuter b&utig, besonders 
in feocht oad niedrig gelegenen Erieo- 
und Birkenbrüchen. In doi Xetze- 
band«r Heide, in dea Jägerbofer 
Waldnngen. 

Zit nilü h lulufig. Von Zöglingen worden 
in 2 SluHden 8 Tiere erlegt. 

ffia and wieder. 

Nicht selten. 

Verletmag. 



102 Dt. Im Heidekraut. 



Sandige Landenge mit Kiefern zwiachea 
Jaamund aad Wittow. 

Ein Buchen walJ in der Nahe des Her* 
thase(>< liiji btubbeukammer. 

Hin und nieder. 



MiBit. Ott. XV. a« 



— 178 — 



Prov. Pommern. 



Pommeru »tiuimt in betreff Ii<Mleabe>cbaticuheit im grofseii uud ganzen mit Ost- und 
Westprenfsen Qberehi; nur tritt hier der Lebii- undThODbodeD gegen den Siodboden etm» 
surlick. ItowiMden findet skb besonders in yarpommeni nod im Stnuidgebiete Hinter- 
pommems. Vorpommern ist Flachland; darch Hinterpommem si^t der Norddeotadie Land- 

rttckcn. welcher im SchiramritzberKe (Kreis Bütow) 256 m erreicbt. 

I>ip Kreuzotter ist über die ganze Provinz zerstreut und an vielen Puniiten, auch 
unmittelbar OQ der OsUieo, tindet läe sieb in grofscr Zahl, so in den Kreisen Anklam, Franz- 
bnrg, Grei&wald, Grtmmod, Kemmiu, Laaonborg, Naugard, NenstetUn, Randow, Schivdbdu, 
Üdcemaode, Usodom-Wotlin. Es fehlen mir allerdings di« Berichte aas einigen Kreisen; 
allein aus keinem Kreise, aus dem Daten einliefen, wurde das Fehlen der Kreiuotter gemeldet. 

Verletzungen un Tieren (Hunden und KfihciO und an Menschen kamen vor. Die 
meisten Verletzten )j;et)a'-en nach längerer oder kürzerer Zeh: es wonlen aliei auch Todes- 
fälle belichtet. Dr. Holland in 8tol|) teilt einen i<'aU mit, bei dem ein erwachsenes Mädchen, 
weiches am Untenehenkel voletzt worden war, nadi 18 Stunden stari>. Der zweite Fall 
(Oewftbrsomnn Ludwig Holtz in Greibwald und Seninailehrer Sellentin in Fnozborg) betciflt 
ein achtjähriges Kind, welches auf der lose) Bflgen verletit wurde and schon nach 4 Standen 
tot var. 

Dio moori!TP!i Partien Pommerns, die mit HriiU'kraut uluTZDLirii iitid da und dort, mit 
Wacholder und krüppeligen Hirken bestaudüo sind, uud woselbst sich die Kreuzotter gerne 
anfbftit, weichen der Knltur immer mehr und verringern damit die &hl der Ottern. 

Bei der großen Sturmilat am 13. nnd 14. November 1872, wdche an der Küste Tof' 
pommerns wütete, wurden viele Ottern aus ihren Winterquartieren anter Baamwoneln and 
hohlen Baurn-ttimi fen iluti li die ftatlitbare Gewalt des Wassers und Sturmes herauseespült 
und so tot und lebendig an entfernteren Orten augetrieben. Per Aufsicht von Ludw. Holtz 
(s. Mitteilungen aus dem naturw. Verein von Neu-Vorpommern uud Itügen. Greifswald XVIII. 
Jahrg. 1886), dafo dies« Starmfiat die Vnbreitang der Kreuotter hdOrdert habe, kann Idi 
nicht beipflichten. Die vencbUgeaen llere waren, svmal in so voigerflckter Jahrettdt, Itttte 
November, wohl kaum imstande, .^ieh ein Winterquartier, das ihnen geoflgeiiden Schuts bot, 

ailfeuüuchpn : tia/.u nioihlcii ^ic /u mall wwe«en win. 

Aus der Freuisisctieu btaliüLik iür Meteorologie vou 1612, verotfeutlicht von H. W. Dove 
(Berlin 1B73) entnehme ich nachträglich, dafs das Minimum der Novembertemperatur 1872 
an viden Punkten der Ostsee gerade anf den 13^ fiel. So zeigt am 13. Nov. Memel — 4,1, 
Königsberg — 4,1, Hebt — 0,7, Dansig — 1,0, KM — 0,2, Apenrade am 14. — 0,0^. 
Spe^ für Vorpommern habe ich keine Temperaturaogahen fladm können. 




— 179 — 



Königr. Frenssen. Prov. Posen. Eeg.-Bez. Posen. 



Krait 


Fintfirt 


Gewlhrtntm 


BMRirkHng 


l AddlnuL 








2. BimbannL 

ä. Bomsi 
4 Buk. 


SUx-Haaknd 


Gyn)na.siall. Lieder in 

Schwedt a. 0. 
Lehrer Pietadii.Wieli< 

ehowo 


Bei SchwflriD tL Warthsnidit beobAcbtet 


S. Fmustadt 


Uan 


Oberlehr. Dr. Pfahl in 

Posen 
Dr. Prause a. Gymn. 


Verletzung. 

In einzelnen Gegeudeu, z. B. iu den 
Forsten KotuMli und Retschko, mit* 
unter recht hftufig. 


6. SostaiL 


Attboyen 

BlalBs, Kokoraxyii 

Kosten 

KotiiHcli, BenAOf 
Wieltchowo 


Oberlehr. Dr. PfUM in 

Poseo 
Le]irerPiet8Gbi.Wleli- 

cbowo 

Oherlehr. Dr. Pfuhl in 
Posen 

Lehrer Pi«tMbi.Wieli- 
chowo 


Wiese mit See, in der Vlhe Hochwald. 

Krensottem «erden im ganzen Obra- 

bruche gefundv:). Vnr Jahren 
häufiger. Die Sümpfe sind durch 

werk ist vers<liwundcn. Vater und 
Onkel des Ci wAlirsm. wurden s. Z. 
verletzt. Letzterer behielt einen 
steifen Ann lurOek. 
In einer Schonnrt'j'. Kin Kind veilntit; 
ohuti üchlimme Folgen. 


7. jüroeMB. 


W*_ J n m 1 f * II ■ Ii 

Bei UAWitsCA 


r»( Kaif^rr Reallehr, in 

SL-lii>iii-lieck a. Klbe 


Ziemlich h&ufig. 


8. KrotoschüL 


Bd Kvotoscbiu 


Merkel in iJreslau 
GynuMsiallelHr. Mmdet 


lu eiuer Schonung. 

Niederwald und BoschwaM anf tiOMg 

feiirht( m Allavialboden. Seit etwa 
6 Jahren stark abgenonuuen. Ver- 
tetaangen. 


9. Heeerits. 


Heseritx 


Olieil.FntH»biiried«r 


Selten. Dr.Bied.He«flelbatmet«alO 
Jahren einen Haan behandelt. Q«- 

taeilt. 



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- 180 — 



Köüigr. Preuflsen. Prov. Posen. fieg.-Bez. Posen. 



Krait 


Fimdtrt 


GmrihrtMUiii 


Benertaing 


10. Oboruik. 


Obornik 


Propst Ueintze 


Nach Aussage 1. des MühleDbetützerii 
FrieckefDRoznowo-MflKte: besonder» 

auf deu am WeSaaflusse belosenei 
Wiesen, 2. des Laudratos v. Nalhu- 
sius: in Ladoni-Baij;ua (Sumpf) u'c 
in der Oberförsterei Eikstelle. 3. de» 
iMroniauT-'i IU rs iwicne. ain »iftniit'- 
Ufer bei tjocakjD. — Auch iu Trom- 
mdort zietnlieb hiufig. — Gewaiu^^m. 
hat v'iti oiiicm Arbeiter ein lebendes 








Exemplar crhalteo. 




j> 


Oberahr. Dr. Pfhht in 

I'oseu 


11. Pieschen. 


Jui-ociii 


Ob«rlehr. Dr. Pfuhl iu 


In ciuer ächouuug. 






Posen 


12. Poseo. 






Das Yorkommen bei Posen wird be- 
l auptet, bedarf aber noch der Be- 


13. Samtor. 


Oberflitxko 

Samter 


Oberlebr. Dr. Pfiihl in 

l'osen 

Ob«rl«br. Dr. Pfuhl in 

Posen 
Lehm Knpke io Peeen 


Iii eiuer SchouuDg. 

Gewährsmann besitit lAtk EttDplar. 

WL'lilios auf eiuer sumpfigen, an 
einen Wald greazenden Wiese mit et- 
bSbten Stellen, in der Nlfae tou 
Siimtcr erschlagen wurde. 




\Vix>iikeu 


Obcrlelir. Dr. Pfuhl in 


Im Walde. 


14. Schüdberg. 








Id. Sehrimm. 


Moschiner Wald 


Merkel in Breslau 






Bei SchrüttDi 


Gyiuuaüiailebr. Klewe 


Etwa eine Meile nördlich; nicht alka 
hoch gewachsener Wald, havptBlcb' 
lieh aus Erleu und Hascl>träu({u n 
bestehend, moong. Gewahramanp t&t 
1881 selbst dort verletzt Wttden nnd 
hat 1882 drei Exemplare «n etnen 
Vormittage daselbst erbeutet 



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- 181 - 



Königr. Preussen. Prov. Posen. Heg. -Bez. Posen. 



Kreit 


FuiMhirt 


GawfthraiiiaBn 


Benerkwg 


16. Scluoda. 


Itei SajitomiHfihpl 


Oberlehr De Pfuhl in 












17. WroBClien. 




Oberlebr. Dr. Pfuhl in 


Aus der XilLe von Milo-la.s i in KxenpL 






Posen 


im MAriea>G]rinDaüiua 2a Posen. 








TtjMf »Dak 1lnnii1iBi*v 


]. Blomberg. 


Lei Üruuiberg 


Prot Ueft'ler a. Gymu. 


Sehr seltea. 




Slesin 


Oberl. Zschi«dricb in 


Vereioselt 






Kalcel 




2. CzarDikau. 








3. Onesen. 








4. Inowrazlaw. 








5. Kolmar i P. 


lifä ächiieideniülil 


Gymna^llehr. Zerbst 


Väreituelt. Nach Dr. med. Scbirmer 






sollen vor 5—6 Jahren Bfase vorge- 








kiniiiiicri *ein. 


0. AOguno. 


Strzyzewo 


Pro}»üt UoinUe ia Übor- 


bcwauräiiiauu hat «in Exemplar dort 


7. Sdnibin. 




nilc 


geeehosaen. 


Bei Exiu 


Oberl. Zächiediidi in 




8. Wlnits. 




Kakel 




Netzthal 


Olwrl. Zacbiedrich in 


Hftufig im iäetawald bei Netzthal. 






Nikei 










In Köni«s(ioif bei Nct/timl wurde 1B84 








eine Fraa verletzt (Dauiel Mieiice iu 


9. Wougrowitz. 






Halle a. Saale). 


fiel Fotuliee 


Obi il Zächiedrich in 


¥ereinzelt. 






Nakel 





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— 182 — 



Prov. Posen. 



Die Provinz Posen ist fast durchweg Flachland ; nur im Norden und Südosten erheben 
sich Ililg«»!. wflrhp hier für Höhe von etwa 200 m errciclirn. Der Boden lifstpht vornehm- 
lich aus i;c'miM.litein Sat:il imd Lehm, dann au-- Saml. ].vhm und Mnor. .M<iin iKuleu liudet 
sich namentlich im (iebit^u; der Netze und dei Obra. llau|iifundtirlti für die Kreiuotter sind, 
wie überhaupt im uorddeuts4:hen Tiellande, Niederungen mit Moor und Heide, Schonungen, 
feaebte lichte WaUnogeo, sumpfige Wiesen, wekke n Weld grauMii. Sie iit lÜMr di« 
ganxe ProTiiu zentreut, findet sich aber neisteiis nur vereiiizdt Ein etwas btaflgeres 
Vorkommen wird aus der G^od von PelniMb-Uaflai von Sclirimira, NeUttlial imd Kesten 
(Obnbrnch) gemeidet — Terletxnngeii ven Hemeben und T!«reo kunen niweiien vor, in 
der Begel eime BchMmme Felgen. GymnaaiaUelirer Mendel ia Kieloacbin beriehlet indesaeo, 
dafs yor etwa 4 Jahren ein kleines Madchen in dortiger Gegend beim Becrenlesen von einer 
Kreuzotter gebissen wurde und, wie der Lokalanzcigcr schrieb, an den Folgen des Bi&ses 
starb. — Gymnasiallehrer Ktewc in Schrimm schreibt über eine ihn selbst betroffene Ver- 
Ictzun?: ,Meiri Fall war ru\ ziemlich em!*tcr. ?n dafs die beiden Aerzte, welche mich behan- 
delten, die ersten 3 Tage an meinem Aufkonunon zweifelten. Die beiden Oeffnungen befanden 
sich auf der Oberseite dcö Daumeus kurz biiittir dem Nagel, ich habe infolge des Bisse« 
(oder wohl der AbscbniiruDg) das letzte Daumeuglicd eingebOTst. Die Beheitdiung bestand in 
KQhlang mit Eis und Einaprltning von 6*/«iger Karbdaftnre*. 




- 183 — 



Königr. Preussen. Prov. Schlesien. Eeg.-Bez. Breslau. 



Krals 


FunM 


fiewIhniniiNi 


Beimrkiiig 


L Breslan. 


Kiareuknuist 


Dr. M. ¥. Wocka 




t. Brieg. 


In Leiri»iiacli«r 

Forst 


Dr. Wocke in Breslau 


Vereinzelt. 


3. Frankenstoin. 


ProtzHii 


Fr. M.-Ztg. (l^JG.IM) 


Bifs mit töUicbem Ausgange. 


4. Glatz. 


Kndowa 


Dir. Ür. Brock? in 


Selten. 


5. Giihrau. 




RJiiiiasliatI:» 

HUPU JIU %W9 










6. Haüeischwerdt. 


]jaii(leck 


Merkel lu lir^Ahiu 


Häufig. In sog. „Hauen*, abgvhoUttiU u. 
mit RMMnlM^pod^trfln^fi hfiwu*liHmiAn 


7. Militsch, 






Waliliilltsiiii fichiAfarMhinr 






8. Mtnsterberg. 








d. MamslaiL 


Naaulan 


Oberförster Swrig 


In Niedenm^nn u Schnnungen. Lehm- 
boden. Mehrere Verletzungen tünd be« 
kaiMit; dnePersimsonandenFdfen 


10. Neumarkt 






dei Biaaes geBtorben sdn. 






11. Neuroda. 








12. NimptacL 


• 






13. Oels. 








14 OUaa. 








1.'). Reichenbacli. 


ileidienlMMill 


Mprkpl in Hroslaii 




16. SckweidDite. 




Forst tn v. SicUeiuitz 
lu Tj'ior 

Krause, Lehrer an der 
Gewcrbesck L Saar- 
brücken 


Ziemlii Ii li.lafii: Vor längerer Zeit wurde 
ein Süidat a. d. SchicffStande vcrletzL 




Mittelbei« 


Merlwl in Brosliu 


Mitt«lberg, einBengdesZobtengebiigtiB. 








In euer Scbwrang. 




Zeisküngrund bei 


» » 


i7. Steinan. 


Freibarg 










iS. Strehlen. 








19. StriegML 


Bei Striegaa 


OberldirBr Dr. Kroll 


^wa eine Heile von Sttiegan im sog. 


20. Trebnitz. 






Nonnenbu<;ch. Verletzuiipten. 


Bei Obeniigk 


Dr. Wocke io Bre^Jau 


7 Stock unter einem äteinbaufen bei 
doander in halberstarrtem Zustande, 
Ende M&rz. 




Trcbnitzer Uiigei 


» 9 


VereinzetL 



Königr. Prenssen. Prov. Schlesien. fieg.-Bez. Breslau. 



Krait 


riiiMion 


emiiIhMMiiii 

iwwuraMan 




21. WaldenDurg. 


Altwasser 


Merkel id brc&Ua 


Koblcnkalk. 


BntterlMVS 

DittnianiHdorf 


n a 


n 




l'^i'steiisteui 


Forstin. V. äcbleiititz 
in Trier 


Im Ftlrstenteiner Urund, in der Mhc 
der«lteiiBrttcke,belFtetbiurg(Merbel. 




Bei Gtfrbendorf 


Dr. (MittiTiiiIan in 
Frankfurt a. M. 


Hinfig. 




Hochwald 


Dr. Wocke in BreriMi 






HornsctiluitH 


" » 


Häufig. 




Im Tläi tt'lffraben 


M. rki l in Breslau 


llftrtelgrabeD bei Waldenburg. 




Langt* II l»vi>g 








Salzirnnid bri Pok- 








nitz 








Storchbei'i; 




Verletzungen von Kindern bäm Beem- 




Waldenbnrg 


Oberlebrar Pflach«! 






|itlü<keu oft«]-';. Keioe sebliatBCD 

Folgen bekannt. 






Ldoer Leisner 






Wilhelni8li»he bei 


Merket m Bredw 




2SL Polo. Wartenr 


Salzbriuw 






Zöschen a. Ze§elien 


Merkel in Breetm 


Bei Medsibor. 


barg. 






23. WoUaiL 


OberfSrsterei 


Uber f. Zimmer in Gnh- 


Häufig. 




Schöneiche 


laa bei Gtogan 


H&ufig. In der Woblau-Steioauer Geg«B<l 
kamen Verletzniig«!! Oftcn wr; G«- 
wfthrsm. bat einen Hnnd dorcb eineft 
Ottembifa Tflrloren. 

Beg.-Bez. Liegnitz. 




WoilUaerSUuttforat 




1. Bolkeiiliu^ü. 








2. Buulaii. 


BuDzlaii 


Seminarl. Maiuwald zu 
Neuzelle bei Frank- 
furt a. 0. 


Im Seminar tm BimzUn dn EüBipItf 
aus der Umgegend. 


3. Freystadt 


Bei Loniutdoff 




Hftnllg. 







uijui^-Cl; by Google 



— 185 - 

Köiiigr. Preossen. Prov. Schlesien. Reg.-Bez. Liegnitz. 



Kreit 



Fundort 



4 Slogan. 



5, QflrUtz. 



6. Goldberg-fiay- 

naa. 

7. Grimberg. 

8. fiirschberg. 



9. Hoyerswerda. 
O. Jauer. 



1hi Glofiauer iStadt- 
forsfe 



G4Miti 



GSrlitMi' Heide 



Königdudner Ge- 
Aul' der I^u<l>)ki*oae 



Oberf. Zimmer 



Br. B. Pedc, Cnstos 



Bei A^iet«nd4»rf 
Revier Aimbeis 

Bei Arnsdorf 

Bei Uiracfaiberg 



Hoehsteine bd 

! hreiberhan 
Forstrevier Kai'lü- 
tlial 



Mellen iu Spremberg 

(Brandenburg) 
Oberf. Ilildebrandt in 

Jura (Ü8tpr.) 
„Der Bote a. d. Biesen- 

gebirge* 

Dr. Zacharias iu 
Eonnendorf 



Dr. Beinlurdt i. Beilin 

Prof. Dr. Beimann in 
Hirschberg 



a&di des GewalirbmiuiDsMeinuiig kommt 
die Kreuzotter fn dortiger Gegend 

nichtauf, \veildii>eUisteiubedeQtendtt 

Reihenitand vorhanden ist. 
In der naberu Umgehung (etwa 3 km) 

von Goeilit/, bei Loi:)].iol<lt-hain, Bie^ 

uiUü, Eber^bacli, Ludwigadorf etc. 

nicht selteit 
In den bOgeUgen AnaHnfen der Gör^ 

litzor Heide (Quadennadatein). Aach 

Prester. 

Granit — Beidit ancli In den Kreis 

Roflioiiliiii-L', 
Und audera von Gürlitz entfernter 
Uzenden bewildetoi Basaltbergen. 



Uaulig. 

SebrIiAufig. Gewährsmann hat Dutzende 
iu einem Sommer erschlagen. 

Zwischen Arnsdorf and Steineeifen an 
der Lomnitzbrückc wurde am 20. April 
1886 ein If'li' ü'i*- Kxemplar gefangen. 

Sehr häufig. IIa iaebliugsaufenthalt ist 
zwischen den HeidelbeerstrAuchem 
des Fichtenwaldes am Fufsc» des Ge- 
birges (Kriunmbübel, Schrelberhao 
and andere OebirgsdOrftr). ^lora- 
diy< Ii kuinint sii- aiirh im eigentUclien 
üirschberger Ihalkessel vor, 

Hocbsteino (Iscrgebirge). 



— 186 — 



Eönigr. Preossen. Pro7. Schlesien. Reg. -Bez. Liegmtz. 





Fndwt 


Gewihramin 


Bneriomf 


IL Landesliat 


Bei Litfbaa 


Merkel ia Breslau 


Im ßabeugebirge. 




irUendorf 


Fontm. V. Sehldallx 


Hftneg. 


«AT 

12. Lanbui. 




in Trier 




(teicoiid von Lauban 


Dr. I'cck in (lörlitz 


Nicbt selten. — Var. cberse«. 


10 T 9 

13. Liegmtz. 


G egeiid vuu Li egaitz 


Oberlehrer Hauke 




14 Ltfwwnlwrg. 


Bei LVwenberg 


Raktor Stcinvortb 


Selteo, In Waldangen, 300 — 4tXt a. 

L-iu lieriiiitct in «einer Schlanjen- 
kunde (.1. Auii. pag. 22*)) nach eiatr 
Ifitteilung im Neaeu Lausitzi>cb£i 
M:iii,i7io, d;ifs 1S13 in Flinsbcrg tit 
franzuäiächer Soldat gebiaaen wuri; 








nnd an den Folgen starb. 


15. Lüben. 






16. Eothenbnrg. 


bei Xieslcy 


Dr. l'eck ia Görlitz 


Auch Prester nud chersea. 




Ratheiihniv 






$k«r1»eradorf 


Lt'hrer Mellen i. Sprem- 
berg (Brandeob.) 


Gewälir>ni. !iat ein Exemplar Am sum- 
pfigem Walde vom Lehrer Coiau 


17. Sagas. 






dorten erhalten. 


hei Sa|;aii 


Merkel in Hrenlau 


lU'i .Sa;:iiu in <ler iiiederscbteisciwn Hafc. 




Grifeuhaiu 


Referendar Dr. KObn 
in Guben 


A.af Waldwegen. 


lt. BohanaiL 


Bob«rateiu 

Eichberg 
K»ti1hiii9 


Prof. Dr. Rönann in 

Hir.<chbcrf? 

r II 
n » 


Bei den Bobenteiner Teichen. 


19. SprottaiL 






Beg.-Bez. Oppeli. 


1. Beutheo. 


Königsbütte 






2. Falkenbeig. 


Falkenberg 


Heikel ia finnlaa 


Im Krrisp C.rottkau wurde keine Kr««' 
uttvr beobachtet 


3. Gxottkaii. 


0 


OberL H. Böse In NeiCse 


4 EattowitK. 


Bneoakiowits 


Heikel in Biealan 


Sandboden arit Oestrflpp. 




Bd Kattowite 


Haupüebrer Oflricb 


Ziemlich liaulk'. IIaiifit--;irhlich i^' 






sumpfigen Wiesen kriechend odd 
anf dem durch die SonoeostrshleB 

erwärmten Saude der Wal^lwegenüf 
liegend gefunden nordeo. 



I 



— 18t — 



Eömgr. Preussen. Frov. Schlesien. Eeg.-Bez. Oppeln. 



Kralt 


FuiMtoii 


Sawihrsaann 


BMisrfciiiis 


5. TmiI- 








6^ Xmslmrg. 


Umgegend voffl 
(s> KmaAnrg 




Namentlieb im Schiefdmttswalde bei 

Kreiizburg sehr häufig. Der Sohn 
des GewabrsmanDes an einem Nach* 
mittagc 5 Stück geUMet. 


7. Leohschilte, 




Dr. med. Kmtwurst 


Fehlt bei LeobacbiBts. 


8. LnUinits. 


P l.'nttnitaip 


0. GoWüh in Halle 






W'oiäi'huik 


Dr. med. Kadlik in 


Auch preüter. 


Sf. AeilBBO. 




Labend 




0 


Oberlehrer H. Kose 
R. Jetschiu 1. Patachkau 


Gewahrsui. bat seit 20 Jahren im Kreise 
NeiT^e weder eine iüreuzotter beob- 


• 






achtet, noch ven ihnm VoiiEommeD 
gehurt. — Jeteoiiii b»t ebeonltelceine 
beobacbtat 










IL Opidn. 


OberfSrateMl Bud- 


Obexl T. Ehrenstein in 


Hknlli;, namentlich in d. Nabeven Krenz- 


kowitE 

• 


Gmdscliatx 


burtrorhllttc Hier wui'den einmal im 
Juli beim Grasscbneideu auf einer 
Flftche Ton ca. 15 Hektar 70 StOeh 

en^i iit.iL,'. •) — Verletzun^n. 




Oberförsterei Gmd- 


Oberf. V. Ehieostein in 


Vereiuztilt. — Verletzung. 




aehtttz 


Gradsdiats 




Karlsruh 


Gg. Göhncr 


HAufig; auch prester. 




&Kobjrlino 


O.GoMfnr» in Halle a.S. 


Sehr häufig. 




Pnwkau 


Fentm. v. Schleinitz 


Ebenes Kevier. 


12. Plfiss. 




in Trier 




Plew 


Oberf&nter Wild 


Im ganzen Kreise Plefs vieliacb. Durch- 
schnittlich in 260 m. 




Bei Traten 


Dr. H. Borckert in 
Halle a. & 


Rftnfig. Iti Schonungen und an WaM- 
rftudem hauptsflchlich. Auch prester. 

Obert WUd iu ?kSs : Im Bereiche Plela- 
Kebier werden aiyUulicli ia->12Per* 

sonen verletzt. Dr. nun]. Paru k hatte 
im vor. Jahre (1887) zwei Gebisseue 


13. Ratibor. 






an einem Tage sn bebandeb. 






14. Bosenbeig. 


Rosen berg 


O.Gold(afsinHaUea.S. 


In der Umgegend von Rosenberg eine 
gewühuUcbe Erscheinung. 



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KSnigr. Prerasen. 



- 188 — 

ProT. Sohlorifin, Seg.-Bes. Oppeln. 



Kreis 



Fundort 



Gewährsmann 



Bemerkung 



15. Rybuik. 



16. Großs-Strehlitz. 

17. Taroowitz. 



]Und«ii 



Tarnowitc 



Is. Tost-üieiwitz. 



19. Zabrze. 



Gleiwitz 



Labaud 



Obeif. T. Ehnnstein in 
OradachOtz 



Direktor Dr. Vosudlo 



BeaUebrer Jungst 
Ob«rfürster Ferl 



Oewfthmnano erinnert sich aus seiner 

.lugendzüit, dafs hier eiu Knaln' s«. 
bissen wurde und nchUelBUdii au den 
Folgen starb. 

In der nahern und weitern UmgebuDu 
häufig. — Jeden Sommer eiuzelue Ycr- 
letrangen. örtliche D«siafelttion fat 

gewühuhcbausri-iifipnil, lim all'jpm eine 
Anschwelluagen zu verhüten, rotlich 
endende FftOe inirden dem Refer. nidt 
bekannt {Dr. Kindel, Kreisphysikujt 

In der Umgegend ziemlich h&afig. In 
Slndtmlde aof SuuHiodeD, der nm 
Teil feuoht bis sumpfig ist. 

Zahlreich. Frischer bumos«r Sandboden 
mit üpjiijiem Bodenflberxag fGrts. 
Heidt lli.nr. II, Heidekraut). Wellen- 
fr>rniimv> Terrain. — Dr. luo«! Radlik 
hat iu y Jahren etwa Falle b*f 
biinddt; kein FaU tMliclL 



uiyui^co Uy Google 



Prov. Schlesiea. 

Die Provios Schldüen bildet einerseits eiuen Teil der Norddeutächeu Tiefebeue, anderer- 
seits gebürt sie, und zwar etwa zur Hälfte, dem Berglaode an. Die Kreuzotter kommt hier 
wie dort vor; doch bevorziifrt sie das Gebirsrc. Sie tindft sich im Glatzer Üerglande, im 
^^■allleIllKu ;:l'r Gebirge und in dessen u&herer Umgebung ^,FliI•sleusteiner Grund. Sükgrund und 
Z^■i^kelly^ului>, im Iljiben(,'ebirge, Riesen- und Isergebirere. Im llies^'nuM iiirije steigt sie bis 
auf den Kamm des Gebirges. 12<X) m und hoher. — Dr. Ii Peck in Gurliu beobachtete sie 
4oA in deo dichten Knieholzbüsdien bei Sonneiuclieiii mdnfKb in etwa Ofi m Höhe auf 
den horfionul gestiedlen SUUnnea und Inten liegend und Bich auf demelheii w^er bewegend, 
und Marke! ia Breslau wb sie am Abbange der Scbneekoppe, oberhalb der Beigacheide und 
an SteinMifen (ein BMb) bei derHunpelbande, noch Ober der oberea Banmgrenxe. Häufiger 
findet «ie »cb anf den Vorbttbea ia 600—100 n, bewndera gern xwiMihaiB dm Heidelbeer 
striacbern de» Fiditeoweldee. Anch anf den Bergen und Beq^ppen, welche mehr iaeUert 
nod entfernter von dem ächlesis4-hen Gebirge sich befinden, i.st die Kreuzotter zu Hause, so 
auf der Landskrone bei Görlitz, auf dem Königsteiner Gebirge, dem Zobt«ugebirge, dem 
Oberiichlesischen Steinkohlengebiree und <U>n Trolmitzcr IIü;.'t!i). weU-he ak eine Fortsetzung 
des Markisch-Schlesbcheu Landrückens zu bt Uadiit u sind, äie lebt also hier in Schlesien 
nicht nur auf Sand- und Lehmboden und auf < iiitr Mix hunfx heider, sondern auch anf s<>hr vpr- 
schiedenen t ei-sirtt^n, auf Grauit, Glimmerschieter, liasuit, i'orpbyr und äandstein ^(juadersand- 
flteiii in den bflgeligen Ausi&nfem der GOilitzw Bdde).— Von Fuadeiten in der Ebene sind 
in neDuen: Falkenberg (Obencblesieo). Sagen (NiederaddenenX die WlUer von Nieeky, 
Botbenbnrg u. a,, die mit dem Gftrtitaer Stadtfont die Sndgsenne der Nwddentachen Ebene 
biMen; fmier die Kreise Lubliaitz, Rosenborg, Kreuzburg und Ojqida. Sie findet sich da 
in den Nidelwaldungea und awar «uf den innerhalb der WaUungen firaebt gelegenen, mit 
Grlbea durebsegeneo Wiewa, anf Moftrboden, in Schonungen. — H&ofig und sehr hauflg ut 
das Vorkommen der Kreuzotter in den Kreisen Dünzlau, Habelschwerdt, Ilirschberg, Kreuz- 
burg. Landeshut. Oppeln, Plefs, Tarnowitz, Tost-Gleiwitz, Walrlrnbun,'. Woblau. - Ver- 
letzungen von Tieren (Ilun'Jen und IJitideni) sind in den letzten Jahren viclfaib vorh'ekoniiueu, 
manche der Tiere erlagen den Folgen. Diu Yerletzungpn von Men^tlit n. und es werden 
deren viele berichtet, nahmen fast immer einen gutartigen Verlauf. Uber einen Fall vom 
Juni iSttö iu Protzan bei Fraukeusleiu s. Allgeuieiues. 



— 190 



Ednigr. Prautsen. Prov. Saelnen. Eeg. Bez. Hagdelmrg. 



Kreis 



Fundort 



Gewährsmann 



Bemerkung 



t AsohtrslBbeii. 



2. Gardelegen. 



3. Halbowtadt 



4. Jericho L 



5. Jericho IL 

6. Salbo. 



7. MagdelNiig. 

8. NetüialdeiiBlelMiL 



Zwischen der Ruine 
Laneiiburg and 
GeDi'/ipsliiUie 

Bei Stecklenberg 



im l^Hiinling 
Bei tinrdelegeii 



Zieliton 
Im Fallatein 

Ualbergtadt 

Am (Uigeiurtein 
Bei Siu«atedt 

Bei Bors 

Gloiiw 
Uentliin 



Lehrer Ebeling iu Mag- 
delnvg 

Lehrer C. Kloeber in 

Quedlinburg 
Prof. Dr. Brat^ack 
Forstmeister Btseling in 



Kftnd. A. Hnrtew 



ObcrI. Dr. Heotschel 

in äalzwedel 
Prof. Bertaer in W«r^ 

Digcrode 
Dr. H. Wedde 



Prof. Dr. Brasack in 

A-sclierüleben 
GjnmaflialL Fieper 



L. J. Huner I. Magde- 
burg 

l«lirer Fr. Zander 
Rektor Dr. Schulze 



Dr. Kaiser in Sclidnecic 
Lebrar EbeUag 



I'lin Schaler des Geivifarsniannes, der 
gebissen wtutlo, mnlete 6 Wochen 
die Schule versäamen. 



Bei AsctaerBlebeD nicht beobachtet. 



Selten, bis 3 Meilen im Umkrci-c. In 
Niederungen, am und im Moor. Za 
Born nnd NeaeodorF wurden Jagd* 

huiidr Yei'l<>t/.t. Förster Bruns in 
Zienau schols im Moore ein fa»t 
eehwanea Exemplar. 



FaUstein, ein Bergrüciten zwfaehen Oster- 

Wieck und Homburg. — Verletzuu^. 
Vereinzelt in den Wftldem der Cm- 

gegeud. 

Vereinzelt. Regenstein beiBlaukenburi;. 
Bei Sargstedt am Hof imrde ein Knecht 

gcbisseu. 

Ziemlich bftiillg. In derKahe imap&cer 

St«>!l<'Ti im Stadtforstc. — Verletnmgen 
bei Hunden und Menschen. 

Selten. In SiefeniBebonungenaaf Saad- 
hodcii, in ITpido. 

Selten. In sumpfigen Waldgegenden, 
dem aog. Kiedervall 

Fclilt Ix'i Kalbe wie nbrrall zu beiden 
Seiten des untersten Laufes der Saak. 
Tief gelegener nnd in langer Knltor 
befindlicher Alluvialboden. Der Wald 
bildet wenige eingesprengte Parzeilen. 

Bei Schüneck fehlt die Kreosotter. 

ImStadt]tr.llagd«b.lEOinntaieiiiditver. 



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- 191 - 



Königr. Preussen. Äov. Sacluen. Reg .-Bez. Magdeburg. 



Krais 



9. Oschersleben. 
10. Osterbarg. 
IL SalswedeL 



U. Stendal. 

13. Wanzleben. 

14. Wernigerode. 



15. WobdrBtedt 



1. Bitterfeld. 



Fundort 



Bfldfl 

Hoversbarg 
Salzwedel 



Seminardirckt. Eckolt 
ObcrI. Dr. Hentachcl ia 



Weissewarüie 



Weriügerude 



Oberförsterei 
naa 



To^^ 



JL J. Müller in Magde- 
burg 

Prof. Ueruer 



Oberf.Bethgei. Glücks- 
burg (Kr. Sch veioitz) 



Binerkiig 



I lIiU in der Umgegend vod Osterburg. 

Verletzungen kamen Dften yor; ohne 
«Ijlirnme Folgen. Die Hunde der 
törster iu Briels und Uover&burg 
worden gebisflen. 

Ziemlicb haufi? in den GcliHl/cti 
hoLsj nördlich und nordwestlich von 
Salzwedel. Ein Knabe worbe beim 
Holzsamtuelu gebi-ssen und nachdem 
er gebeilt, nochmals gebissen. Der 
Vater sog die Wunde aus, und es 
stellten sich keine weiteren Folgen MD. 

Öfters beobachtet in Kiefernschonungen, 
im Heidekraut auf Sandboden. 

IJci Wernigerode nicht j^pltcn, br^onders 
in den Vorbergen bis D4.iO m auf 
Kalk, Scbiefer,Gnuiwacke. IngrSbwer 
Aiiz;ilil f'irimal tint. Wasen (Reisb(lndol), 
welche im Fon^^te aufgeh&oft waren. 
Verletxungcm kamen vor. — Über die 
Behandlini',' cinos F.l1i(.■^^ vom .Jahre 
1^ berichtete SaoiUiterat Dr. Ad. 
Friedlin in einer besonderen Schnft. 
AU das wirksamste Mittel hatte sich 
Wein in wiederholtea Gaben erwiesen. 



Beg.-Bes. HeisebiiTg. 

Vereinzelt. An der Witteuberger L.aud- 
strafse unmittelbar bei dem Ober- 
torster- i;tiiblis-ement hat ein Refe- 
rendar ( in luxemplar !:f't'itpt. Oberf 
Reitzensteiu in Söllichau hat niemals 
von der Eiistens der Kreozottar da- 
selbst gehfirt 



— 192 — 



Königr. Prenssen, Prov. Sadhs«]!. fleg.-Be«. Xmlntzg. 



Kreit 


FiBdert 


eewihrtiiMii 




2. Deiitzbch. 




tkininarl. Hiunmel 


Fehlt in der Umgegend von Delitz^ 
(Leab-tmd Nadelwald la geaddoBMiieo 
Besttnden). 


8. £ckart8lM)rga. 


EckartabeviBa 


Dr. Rudow i. Perleberg 


Bei Eckart shoffra u. in weiter Um $;cbunL: 
(Laubvfftlder) b&ufig. — Lenz fuhrt 
ein« Veilebniiie tob Zeisdorf ao. 






ObeifBnter Fnebd 


In nadttier Umirebani? TonUebenwerdi 

ist weilt r vom (li-wäliisniaini noch vr>ü 
den Scbutsbeunteu eine Kreuxotter 
bemerkt woidea. 




vOnKD 


ncTlnnwinC DWOIWIin 


llaung auf oanoooaen. in leucDieu 

WdlHik« hfKnnH<*iN in ^rhoniin^pn 

Auch aufserhalb des Waldes. Seit 
1H9<> «ind drei PeräOMV und ein 
Hund verletzt worden. 




OberbiueliliAiis 


Hegemeister Boieck 


Hanfiir. Moorboden nod mooriserSaad- 

hndrn Im Winterschlafe uoter Erlen- 
Strünken, oeti oo «lauren wxiu ii 
JT HaOiieu gODiesen woniiin , 2 aHuwCB 
an oen feigen. 


5. Hansfeld 


Bei Hergisdorf 


G ymnasiaD. Otto i. Eis- 


Nordw von Eislrhpii in Tietzens Holz. 


Gebir^kreis. 


leben 


meist Eichengestrupp, ziemlich bfiuti^. 




Im Klleblehthale 


n n 


ZwfMben Hergisdorf irad Ammode^ 

Mordw. von Eislebcn, am Kranicb- 
brunnen (Quelle des Kliebich). ^^um» 
pfige Wiese im Walde von ziemlicher 






Stud. tbeol. 1'. Wenzel 


Aeadehnaag. 




(jiegeud von Moh- 






in Kelbra 






XeaAssebaiger 


Gymna-siall. Otto L Eb- 


Hochwald mit Unterhob o. Liditangett. 




Forst 


leben 






Oberhalb Welbsleben 


Stud. ph!l. Scbmfdt in 

Aschcrsli'htn 


Im Eiuetbal. Hügeliges Terrain mit 
Buschwald. Selten. 




Wippra 


Obcrf. Annbruster 


Sehr vereinzelt. 


6. Hansfeld See- 




GymnasialL Otto i.Eis- 


In der nfthern Umgebung von£islebea 


kreis. 




Icben 


nicht beobachtet. 



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— 193 — 

Königr. Preussen. Prov. Sachsen. ßeg.-Bez. Merseburg. 



Krait 



Fmriort 



7. Merseburg, 
y. Uuerfurt. 



10. Saalkreis. 

11. Saagdrhausen. 



12. Sdiweinite. 



Kottieuäcbirmbaoli 



San^erhanseu 

?> 

Wettelroda 
Herxberg 



13. TorgaiL 

14. Weiflsenfals. 

15. Wittenberg. 

16. ZeitB. 



1. Erfurt 



Am Steiger 
WUlrodaer Font 



Seminarlebrer Bacb ia 
Wejfwnfels 

UymDaaiaUehrerOttoiD 
Eislebim 



Seminarlebrer Bach 
O.Goldflirsin Halle a.S. 
Gymna'^iallehrer Laue 
ötud. theol. Wenzel aus 

Kelbn 
SembiMrlebr^ Bacb 

GyanniaUebrerOttDiii 
Eisleben 



Semliurlehrer Bacb 



Geueral - äekretftr des 
Gartenbau • Vereins 
(durcb Professor 0. 
ScbiApp) 



Bei Merseburg oiciit beobachtet, aacb 
In der weitem Umgebung nidit. 

Fehlt in der Umgebung von Naumburg. 

Südlich von Ei!>leben in einem Stein» 
bruchc im Hochwalde, öfter». — 
Lenz berichtet von der Verletzung 
eines SchanciitH btps in Altenroda. 

Bei I reiburg a. L'üStnit fehlt sie. 

Fehlt im Saalloreis. 

Bei SangerhAUsen vereinselt. 



Nseh IMrektor Dr. Gnbardt inEislebeD 

snit iiii Kreuzotter frab«r Uer oebr 
häufig gewesen sein. 
Lensberlebtet(8eb1angenlnindel. Anll.), 
dafs die Kreuzotter Srhlielun 
l)eobachtet worden sei und dafs Ver- 
letzungen Terksmen in Jetsoigk, 
KoUocfaao Qod HaStcscbkendoit 

Fehlt in der weitesten Umgegend von 
Weibenfels. 



B^.-Bez. Erfurt. 

Vorzugsweise au dtu Abhauten bewal- 
deter Hflgel der Kalkformation zwisch. 
licht stehendem Gebüsch. Von 1884 
bis 18874 VerleLzuugeu von MeniMrben. 
Bei deoB letzten Felle (1887) rerlor 
lier hoU. jiin-f Maiiti die teilweise 
brandig gewordene Hand. 



aitift Owu ST. M 



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Königr. PreoBsan. Frov. Saciisea. Reg.-Bez. Erfurt. 



Krals 



Findtrt 



2. fieüigenthal. 



3. Laogenaalsft. 

4. MühlhaiueiL 



6. SohleBBingen. 



7. Weissenan. 

8. Worbis. 

9. ZiBgeurücL 



liietzeiifuüe 
FrettenNle 



Auf (lein i{«ih«b«rg;e 

b<>i WohlhADaen 
Hülfensberg 



Bleiclierode 
Ellridi 

Auf dem Kohut^n 

Uei NordhaiUM'U 
Bei Sehleuingeii 



Lehrer II. älettibrecber 

Gymuasiall. Oeslerheld 
in HeiligensUdt 

I) • » 
Obttl«hrer Woldnann 



Gyinnasiull. Oesterheld 

iu Heiligonstadt 
Or. fi. Schiefer 



Lehrer Beetbom 



Oberl. Dr. Frank« 



ZiemU bAufig. Niederwald, Schonimgea, 
Sand» ood Lduriiodeiu — Ein Bib. 
Kill K\> mplarinGinmiMiaiBstt Heilig» 

sladt. 

Früher soll de bei ReiügeiisUdt 

fanden worden sein ; aus neuerer Zeit 
liegt keine Beobachtung vor und 
ist daher miudestens sehr selten. 

Lehrer Steinvachs zu Rimhadl bciitit 
i^iu Exemplar von dnrt. 

Hülfensberg bei Oei^iniar. Ein EseoiiL 
im <^rmnasinm so HelfigMutadt. 

Von dem Vorkomnipn bei Langensiki 
iäl dem Gewährsmanu nichtä bekaoü. 



Kohastein, ebe Bergwand bei Knd- 

Iiausen. 

Nicht selten. ISHö ein ExpL aas des 
Wahle in einen Garten TeredileppL 

Ziemlich häufig. Sie bewohnt 
Vorberge des Thüringer Waides, 
welche die Stadt umgeben. V«r- 
It'tziirigen. — Prof. Ludwig ausGre:; 
beobachtete Kreuzottern amKohlb^r: 
und iu den Fischbacher Bergeju 
Wahrend seiner Schulzeit wurde eie 
Mitsihtilcr am Kohltjerge verki;:. 
Wurde geheilt. Lenz (ächlao^«^ 
künde L Aufl.) beriditet Yon 2 Vm- 
letniagen hei Sohl. 



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_ 1» _ 



Prov. Sachsen. 

Die Provinz Sa<h'en i>t im nürdiichen und obUiclieu Teile Fiaiblacd reit nur wenii^eii 
Erhebuiigeu: im südiitlitii und wustlirheii Teile ist sie gebirgig. Zu diets^m celuirt ctwii die 
Hälfte des Harzes mit miieo Vorbergen im Osten uud SQdeu. Weiter ^.üdljch vum iJarze 
breitet sich das thürlDgische HügeUand aus nnd die Exklave Scbleusiugeu liegt im Thlirioger 
Wald. Die BodenbcadMftnheit ist hü der gnfsm ZeniiMDbeit der Fnivias lehr weefaaaliid, 
■Mmentltdi im Gebirge; 

DU» Kreasotter findet i^cb ae««bl im Heflande, wie auf den Voibergen dea HarMa, im Harz 
adbat, aaf der Höbe und in dco Tb&leriv deetelben, und auf deo Verbergen des ThOringer Waldes; 
d«eh sie ist iiiigeDds btufig. Immwbln keumt a« an mancben Punkten aemlidi laUreidi vor, ao 
im DrörnÜDg (Kreis Gardelegen), im Forstrevier Elsterwerda an der Schwarzen Dster, im 
Hnywalde, im Mansfelder GebirgskieiB, in der Finne, der goldt nen Au. hei Schleusingen und 
in einiccii Tlullern dts L'nterharze«, wie im Scikcthal und im Wmmtbal. In unmittelbarer 
Nftlie der I-^lbe und dt r Saale, soweit diese FIfisse die l'rovinz Sach^i-u berühren, scheint sie 
zu fehlen; liur;; Kreis Jericho Ii ist wolil der n&cbst« Punkt ilire> Vorkommens bei derFJbe. 

VerletzuDgt'ji \ouMtiibtLeu und Tieren, zuweilen mit Iftiäyercr Krankheit bei erstereu, 
iiod mehrfach bekannt; von Bissen mit tötlicbem Ausgange ist mir aus den jüngsten Jahren 
nldits berichtet «ordeD. 



SS« 



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— 196 — 



Königr. Pmumil Pror. SoUeBwig-Hobteiii. Bttg.-B«. SobloBwig. 



Knm 


riiniMin 


TOWolN IHNUIII 


DMIWlilll9 


1. Altona. 








2, Apeorade. 


L'nigvbang von Kies 


Semioorl. Jcndre^u iu 
Bad«ralei)en 


Vereinzelt. 


3. Eckenfilid«. 


Bei EckemfBfde 


Seil«? 

Dr. Mau iu Segeberg 


Bei Iyoui.seiibvrg u. Sophienliof (2 (iuter 
l>ei Frkcrnfitrdr'i zii-mlich h:\ufij;. 

Aul Heiiietlächeii, in TauiienhokUD^ea 
UDd auf suHÜgen Äckern aa dca 
Knicics. 


4. Eiderstedt 








5. Fiensbaig. 


Bei Fleiisbiug 


Dr. Ulrich, Landwirt- 
ücbafulelirer 


Im Umkreise vou etwa 1 Meile hlelleu- 
«eisebftufig. ticw&tariiai. hatain4.Apnl 
188G drei ExempUre geseben. — 
Dr. med. Wiener berichtet Uber vier 
FtUe von Scblangeobilk, welche lo 
der dortigan Dfalcaniaeenaiiitalt be> 
1 iuiilL'lt worden. Bei allen gQnsiiger 
Verlauf. 


6. HaderslebeiL 


Hei Uaderaleben 


Seoiioari. Jendre«en 


In der oftcbtiteu Umgebung der ätxdt 
selten ; im westlieben Teile des Kreises 
stellenweise hau&iz. — Niederungen» 
Moor, auch in Ueidegegenden. — 
Verletzungen von Tieren kamen vor. 
bei Knhen mit tötHchem Ansgniffe 
Hirtenknaben, weiche gebissen ma- 
den, Benas-en. 


7. Husum. 


Hiiisuui 


( t s innaäiall Ilohwcder 


Im Kreide IIuüiiui nicht h&uliü In 
trecltaner Heide, in nicht zu niedrig 
gelegenen Torfmooren und in den 
(hier sehr spärlichen) Wäldern und 
BCecbangen. Oes GewSfarsmaaiMa 
Hülnipi'htmd wurde gebissen. — Zwei 
Menschen verletzt. Ein Koechtt der 
keine arxttielM Hilf« In Anaprueh 
nahm, ist heute (1886) nach 6 Jahrea 
noch siech. 



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— 197 — 



Königr. Preussen. Prov. ScMeswig-Holstein. &^.-Baz. Schleswig. 



Kreit 


Fundirt 


Qewlhrsiiiuii 


BMiarkmio 






Pmf Dr Mfibius 


.»Iii .'i'-"!'!'.. fj iiim III. i'id'tii Hill' 
















der Heide branoBchweR mit vn^ 








wischten) Zii'kzackstrpifnii mfhr auf 








Mooren. Im zoolog. MuM:iiin eiu 








WeibclMiin, wdchee 15 Juaite enthielt. 




Neimliiater 


Dr. med. Stnage 


Il&ufig. (icw.lhr^manii liat in 7 .Tahren 








6 Per&oDon behandelt. Alte geheilt. 








Die Gesamtuht der GdilBssniiii im 








der rm;:;egeiid nug iu 2bls3fuhe 








betragen. 




SchVnkirehen 


Ingenieur Wiese 


Vereinselt. 


9. Herzogtum 


n*'i Friolriclisrnh 


0. E. Eiffe i. Hamburg 


Ziemlich häutig. 


Xiftaenourg. 


Ratzeburff 


Oberlehrer Ii. itaydt 


VerainzalL im Moor 




Bei SchwarzentMck 


0. E. Etile i. HMuburg 


Ziemfieh hftufiff Anf dem Onts 








Grofs-Thurow Ijüi Rätzeburi; wurile 








am 2. OktobtT 1 87.'^ i-iik lebende 










10. Norderdith- 






(Z<H)l(i ' (VartMi XIV 4071 


neide 


äeniinarl. Schöppe In 


Vereinzelt. 


marscheiL 




Ütersoo 




11. OldenbDTjr. 




äetninarl. Schöppa 


Häufig. 




Foi'sU'^vicr Damlos 


Oberf. Uase in Kassee- 


Vereinzelt. 






dorf 






Bei ffinnciortttrf 




In der nächsten UmKebuiti' von Kas'-ee- 








dorf, im sog. KieferugehAge, »ehr 








hfte%. Auch preeter. Infolge der 








Aussetzung' eitler Prämie anfangs 








1887 wurden 30 Stück k U,öO M. 








eingeliefert. 




Oldenburg 


iScmiiiarl. Schöppa 


Selten, aneli prester. 


12. Fiimebecg. 


Bamutedt 


SemiDurl. Schöppa ia 


H&ufig. 




Ütersen 






Blankeneae 


» » 






Kliiishorn 




Vereinzelt. 




Uuickboru 


a » 


Häufig. 






ff a 


Zienlieb louifig. 



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- 196 - 

Köiiigr. Preussen. Prov. SehleBwig-Holrteia. Reg.-Bes. SelilMwig. 



Krti» 



13. Flfin. 



14. Rendsburg. 



15. Scbleiwig. 

16. Segebar;. 



17. SoDdertmrg. 



18. Stembarg. 



19. Stonnani. 



20. Süderditli- 
marschen. 



Bei Lab» 



Preetz 

ProlisteierliAgMi 

Uohenwestedt 

Noi'torf 
Rendsburg 



Erfde 

Bramstedt 
Kaltenkirchen 
Ilei Segeberg 

Bei Sonderbntg 



Itzehoe 



KelUughuaen 

Reinbeck 

Trittaa 

Albendorf 

Burg 



Gewilirsmann I 



Bemerkung 



Cand. med. Blum i. Kiel 
Seminari. Sebüiipa 



Ingenienr Wiese in 

Sfhriiikirchen 
Seminari. Schöppa in 
tienea 

n 1 



Seminari. 8didp|»a 
Dr. Man 

Lehrer W. WQstnei 



Lehrer Wcymaon am 
RealprogymiMriaiD 



SemioarL Schuppa iu 

Oienea 
Seminari Schöppa 
O. £. Eiffe i. Hamburg 
Seminari. Sehüppa 
Seminiil. Schftpipa 



Am Ausgange des Kiel« Hafen. 
Hlufig. 

Vereinzelt. 

Die Hunde des dortJgcn Jigen «nrden 

Vereinzelt. 

Yerein^ftlt. — Gymnasiall. Roh weder iu 
Hunoi: Im Kreise Rendsburg recht 
b&ufig. In einem kleinen (Ifhölz 
auf deu mit Farnkraut, Bickbeer- 
abtnchem qiteli^ bewachseneD 
}m<en worden w«U 1 Dtid. beob- 
achtet. 

VereinzelL 

VeniDidl. 

S^mlicb banfig z. B. auf efnigen Mooren 

(Schackeudorfcr Moor). 

Bei äonderburg u. in «eiterer Umgeboog, 
also tof der Insel Alsea und de« 
nächsten Teilen des Sundewitts, seilen. 
Ein Exemplar von der DAppeler Mttble. 

Sehr h&ufig, im Moor ond in der Beide. 
{Die Gegend liegt teilweise in der 
Marsch, niiht höherals20— 30ra ; doch 
kommen in der Marsch keine Kreuc- 
ottem tot). — Bisse anMenaeben and 
Tieren, 

Haung. 

Vereinzelt. 
Ziemlich b&utig. 
Hiu6g. 
Häufig. 

Vneinadt 



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— 199 - 

Königr. Preussen. Ptot. Schleswig-Eoistein. JB.dg.-Baz. SohJeswig. 



Kreit 


Fundort 


fiiwiliranaiii 


Benerking 


20. Südardith- 
muschen. 

21. Toüderü. 


Mftnie 


SeminarL Scbüppa. 


Vereinzelt. 

Uie Kieler Zeituug vom 9. A]>ril 188C 
schreibt: In der SOdndithinarsiäcben 
Geest ist die Kreuzotter sehr häufig; 
in dem üutsbezirk Süderviert wurde 
de in den letsten Jchrea zo HoBdcrteii 



Prov. Schleswig -Holstein. 

Nacli der liodeiibeschaffenheit laüsco fiidi in Schleswig-Holstein drei Gebiete, welche 
uHt der Ukogsriclitung der Provioz paralM lanfen, twterscbeidea : Der Ostsee entlang ndit 
ekbHOgdUnd (Geaddebethon) nnd lloga der Elbe ood der Neidsee das MarsdilaDd. Zwischen 
beiden Gebiete befodet eich Heidelandf die Geest (Gescbiebennd), 

Die Krensotter findet ach durch guzSdileswig^Heletein und meistens in grefserZnhl 
mit Ansanhau das HamkUndes, woaslbat sie fehlt, Ihr LieUingsaufeDtbalt alnd liebte 
Wilder mit 6l5r»eii, HeideflAchen mit Moor und die für Schleswig-Holstein ^arakteristiscben 
Knicks (mit Buschwerk bestaudetie Saridwftllo, weli hc ilie eiozelneu Acker umz&unen). Man 
trifft (l)f' Kreuzotter iii unmittt lliarur Nrilu der Ostsee, auch uuf der lusel Alsen. uud wo 
die üee.>t HcidedAcheu in das Marst:bgebict abzweigt, da n&hert sie sich auch der Elbe and 
der Nordsee. 

Vcrictzuiigeii von Meuchen wurden aU zuverlässig etwa 2ü aus deu h tztcii Jahren 
berichtet. Der Verlauf war in der Regel güu»tig und rai^cb; doch liegen «neb eiuige erostere 
FlDe ver. — Todeaftlle sollein vorgelaHnmcn sein; leb habe aber Gmaneiea niebt eriahren 
kennen. Im aUgena^n ergieifeD die Bewebaer der Pievins, andi die Laadleote, ntionelle 
HabragelQ bei V^irondnogen. Sie unterbinden die Wunde, erweitern sie dardi Einndinitte, 
wnsdien sie am und, was weseatlicb ist, wenden alkoboliache Getiftalce in nieUicher Menge 
an, — Yen Heren wurden Hühnerhunde Sften verlatit und niwellen auch weidende Kühe. 
Bei einer Kuh war die von der Injeiktien des Giftes entstandene Geacbwobt so nkditig, dab 
aie eistickte (Kreisdenrzt Dr. Iwersen in Seegeberg). 



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— 800 — 

Königr. Preussen. Prov. Hannover. Luddroitoi HannoTer. 



Krais 


Finuhirt 










4. Hoya. 

5. Kieuborg. 


Bei Nienborg 


6. Wenn^sen. 




L EmiMek. 




2. GroUingen. 


Bei (iiittingen 
Mttnden 


3. lildsBheiiiL 


Bei Hüdesheiin 


4. Liebenburg. 


Bi'cüekmer 
Holzung 

Hei Goslar 
Bei Ueersoni 



Oberf. Heinersdorft' 
Faxstin^ktor Oerlacb 



RealgymnaflUQebr. Dr. 
H.KniiMiiiHtiBOT. 



Oberf. Kühler 



Bemerkung 



Scfanhxe «n Bedpni- 

gytnnasium 
Lehrer Wiegand iu 

Rostock 
Olx i-t. Dr. IIornBtaiD in 

Kassel 



Fontm. Ikliag i. Seeeeo 



Gymnasiall. Weigel in 
Bückeburg 



Im Kr. Diepholz nicht beobaebtet worden. 

Gerwflhrsmanu hat sie bei Hameln niete 
beobachtet und von ihrem Vorlcoin- 
mea auch nichts gehürt. 

Sebr biufig. Sumpfige Moor* u. Heide- 

pctrcnfl. — Eine Verlnt^rnnir. 
Vereinzeit bei dem Dorfe Fallingbostel 
bei H«oiiever. 

In Moor- u. Ueidedistnkten in lu— 20m, 
einzeln uidi in Fontes mit Moos. 

ITriilt', Heidelbeeren bei 60 m. — 
Hunde verletzt. 



LttuddroBtei Hildesbeim. 

Pelilt bei EinbedL 

In der Bniclc, einer feucfaten Berg- 

walduim bei Gottingen. 
Ein Exemplar, von Dr. v. WUlemoes- 
Snbn gesammelt, im RealgTmnasitnn 

in Kassel. 

Überall in den Uolzangen. wekhe Unter- 
holz u. namentlich viel« VertiefitDgeu, 

Graben und Steine haben , am 
häufigsten in den Heidelbeej^bQecben 
des Escherberges und in denGreni- 
grftbeu zwischen dem Kloiterholze 
und Marienröder Holze vom Kanin- 
chenberge an. Oft in die Stadt ver- 
flebieppt (Frogr. dee Gynn. Jeie- 
phinnm 1^69). 

1884 eine Frau gebissen. Nach schwerer 
Erkrenknng wieder hergestellt. 

Am Xordbcrge unweit Ho lar. 

Auf dem Wege von Weudhausen nach 
Heeninn. 



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Königr. FteuBSon. 



- SOI — 

Prov. Hannover. 



Landdrostei Eüdesheim. 



Krtli 



Fundort 



4. LiebenboTi 



5. Maribuburg. 



6. Osterode. 

7. Zellerfeld. 



L OaU«. 

8. OamiaalMig. 



3. FallinglmtoL 
4 aiflioni. 

5. HArlmrg; 

6, Lfiaelmig. 



Iki Liebeiibarg 

r-A Kiii;;«'lhf'im 
Bei Lamspringe 



Hau Eecherde 



H. Homeyer in Lam- 
qnring« 

H. Uomejrer 
QjmimML Wdgd in 
Badnbarg 



G. A. 0. Mejer in Rlaii- 
kenburg i. Scbwarza- 



Auf dem üohostein besthoruin Nordhausen 
Bei Ilfeld 



I>tn Klausfhal 
Krimdero4e 



Bei Celle 
(iartow 



Bei Lüchow 



Bei Harburg 
fiailbmclib. Winsen 

Beimenrtedt 



Embsen 

UarUtoi'fer Wald 
LUne 



Dir. Lattmann a. Gymn. 
Besthorn ioNordbausen 



Dr. Weerth ia Detmold 
Dr. Hentscliel in Seli- 
wedel 



Oberl. II. Steinvorth in 
Laneburg 

Oberf. Kühter in Him- 
burg 

Eille in Hamlnu'g 

Oberl. Steinvnrtli in 
Lüneburg 

Oberl Steinvortb in 
Lftnebnig 



Ziemlich hftufig. 



In der Umgegend von Wendhansen eelir 

häufig. — Au dem Wege von Wend- 
bau&eii nach Lechstedt Kalk-. und 
Lebinboden. 



Selten. 



LaaddroBtei Lflnelnirg. 



Ein früherer SeblÜer des OentlmiM. 

wurde Sept. 1?R1 daselbst gebissen 
and war erst nach 4Viwöch6ntL 
AnlLBehaodlnngTellBtlniBg i 



In der Gegend von Gif hon. 

^wndiBdi. 
Verietinng. 

Aof rinerWaldwiese, welche abgeraftht 

wurde, töteten vor 2>b Jahren die 
Arbeiter iiuierfaalb 1 Stunde 30 Stflck 
in allen GrOeMO. 



Nahe bei Lfineburg. 



Abli*ii<ll. il«r S«lickrab. natnrf. OtMUidk XV. Bd. 



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Eönigr. Preossen. 



- 202 - 

Prov. Hannover. 



Landdrostei Lüneburg. 



Krals 



%, Lflneburg. 

(ItartitilMat) 



7. Uelzen. 



1. Leb«. 



2. N6iüiaQsa.d.0&te. 



aw (Merhols. 



4. Ottorudorf. 



Axstedt 

Itedcrkf.Ha 
Rillet edt 
8tot<>ler Wftld 
Stubben 
Dobrock 

wiligst 

Bei Blvneatiial 
Am ETertsberge 

L51iiih«nl 



Lflflsnn 

Bei Worpswede 



Uei Ottemdorf 



Uberl. Steinvorth iu 
Lttneborg 



BofdieidiDg in Vege' 
8«ek 



RealL KubbOMUi in 
Ottenderf 



Dr. Bergholz in Hremen 
Borrherding in Vege- 



Dir. Prof. Buchenau in 

T^rcmpn 
Ur. Bergbolz in Bremen 



Ueallebrer Kuhlmaon 



Auch Dir. Dr. Krause in Uostock beob- 
•ebtet« die KnoMMbw bei LBnebiug 
mehriidi. 



Landdrostn Stade. 



1884 wurde eiu Arbeiter auf derWins)« 

verletzt. Geheilt. 
ZiemUcb baofig. 
Am EvertBber^ St Uagnu. 

Auf einer buschigen, aumoorigen Wie?»- 
der ergiebi),'Bte FaogplaU des Oe- 
w&hrämaanes. 

Em Eiemplur befindet sieb io der Bai- 
schule am Doventhor iu Bremen. 

In der Nfthe des Weiherberges b«> 
WoriM««de. 

Alliiert' FuiniorU' Hind nnrh Fr. Boreber- 
ding in Vegesack: Auf der Mulüwrsi 
(häufig amlUßde «nesiaiiiwn Bebe»* 
bestände» auf der Ileitis i . in der 
Holthorst, im Kiepsack, in der Bii- 
mcnhorst, Havighorst, in Erve, Friede- 
holz. 

Im Ahlden, einem von Moor umgebenea 
üehölze, ziemlich hAuäg. 



Königr. 



— 208 — 

Prenssen. Prov. Hannover. 



Landdrofltei Stade. 



Kreis 



FeiiiH't 



5. Rotenburg. 

<». Stader Gewt- 
kreis. 



l^i Roten liiu'i^ 

Bi<nnt»rvörde 
Bei Huxtebade 
Bonefeld 
Bei Knliatedt 



7. Stader Marsch- 
kreis. 
9. Verden. 



1. Bereenbraek. 

2. Lingen. 

3. Melle. 



4. Meppen. 

5. Osnabrilck. 

1. Annoh* 



Z. Emden. 
3. Leer. 



Im Oyter Moor 



Auf dem DSrenberg 
bei Iburg 

Pftpcaborg 



Umgebttiig von Anrieh 



Wittmimd 



Leer 



Watlenberg, Abgeord- 
neter 

ObcTf.Srliaffr in Soran 
Fick am Healgymn. 
Ober! Sdilfer in Soran 
Bonherding in Vege- 
sack 



Uonherdiog in Vege- 
sack 



Dir. O.Fi-clier.'imRral- 
KyniUiis. i. Uiiiabiiick 

Dr. Cfaa. Hape 



OjttDMtelL Wmd 

Ojnnnnialielir. Koaaen- 
hawlien io Jever 



Dr. C. Hupe i. Pepen- 
burg 

Reinhardt, am Real- 
gyiDiMdun 



Im KiciiJi: Ituleuburg zieuiiicii häufig. 
Fast alijftbrlicli eine Verletnuig. 

Selten. Moorboden. 7,,'> m. 
aemßcb lilofig. 



Um Stade nidit beebachtat (Ojmunal- 
direkter Knitae in Bottock). 



Laiddrofltei Osnabrilck. 



Dem Gewährsmann liegt ein Kxcmplar 
vor, welches 8C)0' ü, M. in dichter Heide 
gefangen wurde. 

In der Umgebung vou Papenburg Idnfig. 
Moor und Heide. 



Landdrostei Anriolt 

Nicht Feiten lu liebten Waldungen, auf 
Erdwalien; in der Heide. 



Id den Heide- und Moordisthkten. 
Feblt in der Umgegend von Emden. 

Früher häufiger, ehe das Moor iu Acicer* 
knd umgewandelt worden ist. 

In einigen Oebieteo d. nibem Umgebung 
von Leer nicht selten, z. B. bei dem 
Dorfe Heisfülde. (Jehölz, mooriges 
Terrain und Heide. Hübe etwa G m. 



S6* 



— 204 — 

Königr. Preusseu. Pro¥. Eaüuuver. Landdrostei AuhclL 



Krell 


Fndort 


GBwUmntnn 


BMerkiHO 


3. Leer. 


iiei Logabinim 


Reinhardt, am Iteal- 
gymnashun 


Aiii'b an der Cbau.s^eij von Lt^er nach 
Nordmoor aod am EiseobahodaiiiB 
nach Nordnoor (Eüeobahn Le«r- 
OldMiburg) unter Branbeergeslrtneh. 



Prov. Hannover. 

Der grol'st-re Teil Hannovers liegt ta der Norddeutschen Tiefelwiie; in SQdeu der 
Provinz befindet .sich der Han (der Oberhan TenebmlichX du Weoergeinrge und ein Teil 
des Tf^iitobarjjcrwaldes. 

I>ie Kn ii7.('tti;r bewoimt am Ii hier au» uieisleii du.- Hi'iilc- und Geegtdistrikte des 
KI<u:bkude» und mit Vorliebe wiederum diejenigen Gegenden, wo Muure mit Heidetlächen 
abwecliüeln, so das UuterwesergebieL Im eigeutUcbeu Mar^cbgebiete fehlt sie ebenso wie in 
den Martcbea Sehleswig-Hebteins; daher wurde aie in der Umgegend von Emden bis jetst 
nicht leobaditet, n&tannd de in den Kreisen Anridi und Leer nicht miten lat Aneh der 
Hin hehwbergt die Kreoxotter, beaonde» in sänen Verbergen. Ymn Tentehorgerwald ist 
sie durch du Exenfilar, des im Beaitee dei GjmDaeieldirektor» 0. Elaeher tu Oaubraclc dd» 
bedndet und rem Dfirenberg liei Ihing stemmt, konstatiert. 

Die Kreuzotter ist Ober die ganze Provinz verbreit« t ; sio kommt aber nur au wenigen 
Punltten in grüfeerer Zabl vor. Kach den Mitteilungen scheint dies früher anders gewesen 
zn sein; die Vormindnruni,' hJiv^t w(*^piif ürh mit (I*'r Umwandliinsr der Moore in Ackerland 
zusammen. Verletzungen mit ernster Erkrankung sind mir aus den letzten Jahren 5 beneblet 
worden; von Todesf&Uea habe ich nichts ({ebOrt. 



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— 206 — 



Kriiii^T. Prenssen, Prov. Westfalen. Reg.-Bez. Münster. 



HrMI 


runoon 


Gewälirtmaiiii 




1. Anans. 


Ahaus 

ASnakk 

Egelborg bei Legden 
AHfdmEiwrVeeii 


Oberlehrer Uedinck in 

Reckliughau&eu 
KieistiaimRtFanteiiao 

n » 

Prof. Dr. Uuidois in 

MtlD»ter 
Kra«ti«FantF«nt«iMii 

Id Aluus 


In der Umgegend. 

Id der Nlhe von AhiuB verebuelt; 

häufiger in der Hroeke und Beming- 
lok. — Verletzangeo. 
Häufig. 

EÜD Jagdlinnd gebiaeen. 


2. Beetaim. 






3. BorkfliL 








4. Coesfeld. 


DüIdicii 


Oberlehrer Uediuck iu 
ReeUiDgbMffien 

• 


Apotheker Ilackebram theilt mit. dass 
nach AkLssage seines verst. Yaterü vor 
etwa eo Jabren ein M&dcb«i getosen 
worden und an den Folgen gOBtorben 

äeiu soll. 


5. Lüdinghausen. 








6. MäDBter. 


Bei MttBoter 


Pref. Dr. H. Landois 


Besouderc Ftin lorte: Amel^hflre«, I>a- 
wert. Uicke Weib, Hiltrup, l/>ddeu- 
hdde, Binkerode. ^ Y wleUnngen ao 
Haueben nnd Tienn. 






Oberlehrer Uedinck in 

Recklinghausen 
Apotheker Tosse 


An der sog. ^LücbtoiriMide''. 
Bei Reckhui^hausen kommt, nach Oberl. 
Uedinck. die Kreunotter mcbt vor. 


8. Stoinftirt 








9. TeeUenbiiTg. 


0 


V. Varendorii^ Bttrger- 
nei^ter 


Im Kreise Teckleuburg kommt die 
Kreuzotter nicht vor. 


10. Warendort 




SemtmrL Hurtmaoo 


Feblt bei Werendorf und Umgegend. 



uiyui^co Uy Google 



Eöuigr. PreofiBen. Fror. Wastfialen. Eeg. Bei. lfmdoD. 



Krals 


rUlQlft 


iiowanreiiiann 




1. Bielefeld. 


Bielefeld 


Ueisenheyner, Gymna- 








giall. in Kreuznach 




2. Btizen. 




Seininarl. Hartmann in 


ISei BOreo nicht beobachtet. 






Warendorf 








Lehrer H. Forck io 


9 n m m 






Attendorn 




3. Halle. 








4 Hovfflrd. 


Herford 


LandidrtBdnftaleiirar 


Bei Herford selten. Dem Gew&hrsm 






BOrdra 


Wörde einmal ein Excnipl. gef>rLi,:.t 








Dasselbe befindet sich in der »amot- 








tang der LandvirticiMtftaschale. 


6. H»zfe«r. 




Burgerm. Harten 


Von <\cm Vorkommen der Kreuaotter 








ist nichts belcannt. 


6. Lttblnekft. 








7. ICaideiL 




OlierfBiilBr PIrtz 


Gewahrsm. bat sie in Bener lünden 








nicht beobachtet. 




0 


oberf. LOflhIamn 


GeviJinni. ntt sie in Kreise rndefDOni 








nielit beobaditflt. 


9. Warburg. 








la Wiedenlnllck. 




GymuniQ. Sctnüit 


Bd Ohteidoh fehlt sie. 








Reg.-Bez. Arnsberg. 


1. Altena 


Lttdenscbeiil 


Dr. Holstein am Rcal- 


In der Umgebung von Lüdenscheid 






g)'mnasiuin 


fiebr selten. 


2. Arnsburg. 




GsnnnnUll. Renn 


Dem Gewähn-mana ist ihr VoikonineD 






nicht hi'kannt. 


3. Bochma. 




Dir. Dr. Zerlanf? in 


Um Witteil a. d. Ruhr nicht vorhanden. 






Witten 




4 Brilon. 


Bei BrUon 


Rektor F. Wrede in 


Im Drübel einem Wäldchen bei Brilon, 






Meschede 


iät auf Kalkboden, in einer Höhe v«») 








1500 Falk in den fünfziger Jahres 








1 Exemplar gefunden worden. 








£iD im Gymnasium zu IMlon befintlL 








Esemptar soll von den 2Vi Stunden 








entfernten Bontkirchen stammen 








(Scbmits a. Gjmo. in Brilon). 


5. Dortmiul 









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— S07 — 

KöQigr. Preussen. Prov. Westfalen. Eeg.-Bez. Arnsberg. 



Krei« 



Fumfort 



6. Hagen. 

7. Hamm. 

8. IserlohiL 

9. lippstadi 

10. Mesehttde. 



11. Olpe. 

12. Sieges. 
IB. Soeit 

14. Wittgensteia. 



0 



Bei McMsliede 



Schlots Bilstein 
0 



C. A. Obermeyer in 
Harmen-Wupperfeld 

Oberl. Dr. O. Micoki 

Rektor J. Wred« 



Oberf. Hildebrandt in 

Jura ((tatpr.) 
Konrektor Engstfeld 
Oberförster Bötul 
Dr. ScMmbmvb 



Im Kreise Hagen nicht bekannt. 



Fehlt bei leerloho. 

Selten. Wurde von glaabwürdiger Seite 
beobachtet auf der sog. Hflneburg (alte 
WaUburg) und bei der WoUspinDerei 
von Gebr. Pettgen. Favlscbirfer uod 
Granit. 900 Fufs. 

Gew&brso>. erschlag 1883 im ächlof»- 
garten ein Exemphr. 

In Karebe Siegen nicht beobaehtet. 

»nun 

In der Gegend nm Soest fehlt li«. 
Getreideball in weitem Umkrejae. 



Prov. Westfalen. 

Westfalen ist zur HAlftc Bergland. Im Süden befindet sich das Sam ilflndcr Gebirge 
mit der Hiiii! un l i irn-m Ti'i! des Ituhrkohlcngebirgc5. Von sjüdoston nach Nordwesten zieht 
sich der Teutübujgui wald uud weiter im Nord»st<"n, in zipmlich f?l«icher Richtung, das Weser- 
uud Wiehengebirge. Zwischen dem Icutoburgerwalde uud der Hiiai liegt die Westf^isclie 
Tiefebene (Mao9ter*sclie Bucht), wovon etwa Vi« Moorboden ist. Hier, im Beg.-Bes. Uflnster, 
findet «ich die KrewEoUer vnrblltnisinalUg noch am haullgiBten ; ab Fnodorte werde» die 
Kreise Ahans, Koeafeld, MOiMtcr und RedtUnghattsea beieithnet, und am hlufigeten bebwbergt 
sie der Kreis Abens. Im Beg.-Bes. Minden ist die Kremetter sdir eelte» and nur in den 
Krisen Bielefeld und Horford aaehgewieseo. Im B«g.>Bei. Arnsberg bewohnt sie dasSaner« 
■Ander Gebirge, wo LOdeosdieid, Brilon, Ueetbede nnd.ScUoI) Bilstein ab Fundorte ange- 
geben werden. 



kj i.u^ i.y Google 



EOnigr. Prenssen. Vior. Hessen-Nassaa. Beg.-Bez. EaBsel. 



Kreit 



1. Eschwege. 



2. Frankenberg. 

3. Fritzlar. 
4 Fulda. 



Oberforsteroi MeiSA- 



5. OebihaiMeiL 



6. Gersfeld. 

7. Hanau. 

8. Hersfeld. 

9. Hofgeismar. 

10. Homberg. 

11. Ennftld. 



&Bleber 

FlSnlMHsh 
LolwlMliqitea 

üOrb 

Wftehterabach 

Bei Hei-sfeld 



Oberforst. Ram-sthal ia 



Dr. Wagner 

Prof. Dr. Gies 

Oberl. Dr. Melchior 
Dr. C. Müller 



Oberf. ElleQkwger 



OtMTf. Widnl 



Dr. med. Pauli in 
KnunniersbAch 



KarlDilg, Pharmazeut 



Prof Dr. Noll in Frank- 
furt a. 



S«iiltitar«t Dr. f3ae- 
naeh in Botenbnrg 



Jedes Jühr wird sie in mehreren Exem- 
plaren gefangen. Bewohnt die Eichea- 
fichalwaldtinpett v.'WMJ— 140<V; kommt 
aber auch auf Basaltgeröll bis 2lX*t' 



TOT. 



Ia der iilliem und fenrnrn Umgebon^ 
Fuldas beobachtet, so in dem eine 
Stuodeentfemten Tratzwald, zwisrbeo 
dem Landgute Tr&tzhof und dem Dorfe 
Kämmerzell. — Dr. Melchior erfaieh 
ein F.xemplar aaa etDem Gartea in der 

Besondere Fundorte sind : Rothenraitt 
und HcnRstbert; . in litr Naho ü-v 
Spessartquelien , welche Frankfurs 
mit Waaaer Tenorgen. 

Namentlich inSohfllscIila^'cii. - 4 IVr^'- 
ncn wurden in den let2t«ii) Jahren ver- 
letzt, Tiere oft auf der Weide. 

Ziemlic h selten. Im Sommer 1887 wurJe 

ein Knabe beim Ueidelbeerpdückeu 
in den Finger gebiaMn. Nach etwa 

14 Tagen war (>r wie.-ier pchrilt. 
Gewährsm. hat ein Exemplar im sogen. 

Knrnnthal — einer HSbe — erlegt 

riHitsands-toin. 
Ein Exemplar im Besitze des Uewahri- 

nannea. 



Vereinzelt. Auf der „Langeu üeide'. 
Ein frlUierer Gynnaaiast wurde vet- 
letzt. 



Ein Fraund dai Oewilinniamiaa hat 
dn Eienpiar n Spiiitna von doit 



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— 209 — 



Kömgr. PreuBsen. Frov. Hessen-Nassau. Eeg.-Bez. iUsseL 



Krals 



Fundort 



IL flttnfeld. 



12. EaaseL 

13. KiieUiaiiL 

14. Marburg. 
l.'>. MelsTnigen. 

16. Einteln. 

17. Botdillarg. 

18. Schlflchtem. 

19. SchniAlkalden. 



20. WitseiüuMuen. 



21. Wolfsliagen. 

22. ZidgoshttiiL 



1. Biedenkopf. 

2. Dill-Kreis. 

3. FraulLfort 



Wald Unecksnoor 



Dr. Wagnsr in Fulda 



Dr. AdumuHta 



0 



Brottemde] 



SclMMlk«ldai 
Bei Lradenbach 
BeiSo1il«nHainteiii 



Sattit.-BatDr.f!iaenach 

SamiMurl. Letebach 

Stnd. II. Scbaefer in 
Marborg 



Dr. Pfanustiel, Land* 
wirtschafttlehrer in 
Scbivelbein 

Rektor Dr. Herwig in 
Um» 

Oberf. Faller i.FOntOH 
w«lde a. Sfine 



ü 
0 

atiaif. 0«*. xr. M 



Im Wald Quecksmoor zwischen Hasel- 

stoin und lia.'-dorf hat Gewährsmann 

ein Exemplar liofnii^'L'n 
Der Stoppelhberg bei Ntukinlien ist 

ein bekannter Fundort. — bisse mit 

tüüichem Ausg^&nge. 
In einem ümkrt ise von 3-4 Standen 

nicht beobachtet. 



Fehlt im Erda« Rotenboxg. 
Bei SchlQchtem nicht beobeditet 

In der Umgegend Ton Brottcr<ule (am 
Inselsberg) vereinzelt. GebOsclie am 
Weldrand enf Gnnitboden in unge- 
fähr 180U'. — Ein Fnll murde in, den 

letzten 6 Jahren vom dortigMi A^sts 
Dr. Man&feld behandelt. 



Der Sohu des Gewährsmannes hat bei 
Laiiileiibacli uiMeiliDier einEacempL 
gefunden. 

GewUranennlni de In dentnHcim- 

prhfilwald - Betrieb hewirtschaftcten 
Hangen an der Werra beobachtet. 



Reg.-Bez. Wiesbaden. 



u\.jn\^cö uy Google 



— 210 — 



Eönigr. Prenssen. .Prov. Hessen-Nassau. Eeg.-Böz. Wiesbaden. 





Fundart 


^wriUmwiriiMi 


Pmtrlnino 


4. Ober-Laiin- 


u 






Ereis. 








5. Unter-LaliiL* 


0 






Kreis. 








0. nJieiiig&ii-Jvr6is. 


u 






7. ObevTaiiBiiB- 


0 














8. Unter -I^aniiS' 


0 






Krois. 








9. Ober- Wester- 








wald-Kreis. 








10. Unter- Weater- 








walfl'Kras. 








11. WieBliad«L 


0 







NB. Im gauna mnaligeB Heixogtom Numi iat in VorkoiDmen der KreuotMr ukfai aacbgewiean 

^rorr1^n (h. Kirsclibaum, die RaptiUflD and Fladie da» Herzogtums NaasaiL Jahrb. d. Ver. L Natoik. üi 

Herzogtum Nassau. 1863). 



Prov. Hessen - Nassau. 

I'ie Proviuz gehört, da.« Main- und Rhcintlml von Ilaiuiii bis lUldesheim aufgenommen, 
dem nuUeldeutsfheu Gebiri,'6laude au. Im I{oi,'.-H<'z. Knü^el bewohnt die KreuüüUer ilit; west- 
lichen Abhauyie der Rhiin, den nördliclislon llitil des Spessart, den Kaufunger Wall, deu 
Meissner und (in der Exklave Schmalkalden j den IhUhnger Wald (Inselsberg). — Die Bodeo- 
arten« auf ««Idieii sie TOTkommt, weclwda sirfKlieo BmtMBdBtflin, Basalt, Kalk, Thon and Oranit. 
Am h&nfigstQD fiodet sw veb auf ond an dem Ifeinner, im Eimae Faid« and auf dem 
SUippdsberg ^reia Hanfeld). 

Aas dem lotitan Jahnm «iiid oiebrfacli Veriatnmgen bekannt gewordan; Ober zwei Bisse 
mit Wtlichem Verinf berichtete Oberlekrw Dr. Wagner in FnMa im Jahre 1886 (a. All- 
gemeinee p. 146). 

Im BiBf .-Bez. Wieebeden fehlt die Kreaiotter darcshaus. 



- Sil - 



Kulugr. Prenssen. Rheinproviuz. Reg.-Bez. Koblenz. 



Kreis 


Fuedert 


GiwihrsniMii 


Benerking 


1. Adea&iL 


0 






a AhfweQMr. 


0 






3. AltenkiiehAiL 


0 






^ Koblttis. 

MM lAMW Nr AwHHt 


KhnnliMitBtiifai 
Biiii^iiirmiftifdiM 


Oh*>rf \rp!*ih<*impr in 








I^inz a. Rh 

4/lif #r Mm AMI« 


PfaffAndarf oherh&Ib Khrenbreitstfiin 








(ä. Verb. d. prettsa, BbeioL Weatf.« 


5. Kocheni. 






1 Bfil /* III... Jm n 1 


0 




6. iLteuznacli. 


0 






7. MayaiL 


0 






8. HeisaihsiiiL 


0 






9. Neuwied. 


Bei findiliols 


Oberf. Melsheimer in 


Toi IiTuhliolz in der Moorheide nicht 






Linz a. Rh. 


bautig. Buctibolz liegt 3 St. vsU. von 








Honnef nnd 1 St. nordw. von ABbndi. 








— Auch von Prof. Latidois in Mttnattt 


10. SiauneriL 






ist das Vorkommen bestätigt. 


0 




iL St ChüT. 


0 






12. wetzUur. 


0 






13. Zell 


0 

■ 












Bflir.-fiei. DttflflAldarf. 


1. Bmowii. 








2. Dflaseldoif. • 








3. Duisburg. 








4. Elberfeld. 


Bei Elberfeld 


Realgyiiut.-L. Eusen- 


Im 80g. Burgbob in der Nahe von Elber- 






kamp 


feld. Zwei Exemplare ia der Samm- 








lung des Benlgjaumiuna. 




m » 


Br. WaMwbinidt 




5. Essen. 








6. QelderiL 








7. QladbMh. 


0 


B. Farwick, RealgymiiL 


Febll im Sreiae OlvnMeb. 






ia Vienen 




8. GreYenbroich. 









kj i.u^ i.y Google 



— 212 — 



Eonigr. Prenssfin. Blieraproviiu. Bag.-Btt. Dflflseldoif. 



Kreis 



FuMlort 



Gewährsmann 



Benerkung 



9. Kempen. 

10. Eleve. 



Bei Kleve 



Dr. Meyer an der Land- 
fnrtbsdMftaacbole 



IL Krefeld. 

12. Lennep. 

13. Mettmann. 

14. Uörs. 

15. X1UheiiiLAAii]ir. 

16. Neuss. 

17. Rees. 



Fr.r>ter I>Lie8b«tg 
Materboru 



in 



Ift. Solingen. 



1 BerglieliD. 
2. Bonn. 



@Ha]illierg 



Bnierftnter Budde 



Prof. Lqrdig 



Gewahrem, hat ein einzige» Mal i l8!(2l 
Pill Exemplar arai Ende des auf der 
llulie Ikichswaldes gefandea 

und III Spiritus aufbewahrt. 

Id den Waldungan der OberfÖrst. Kkfe 
sehr 8«lt«D. 



Matilbei f,' (Post Peddenberg), r. Ufer d. 
Bbeins uad der Lippe auf einem mit 
Wald und Hdde bewsclnenen 'HSbim- 
zug in 40— .05 m sehr hftufig. Sonnige 
Stellen im Moor, in feuchten Ueiden 
nnd in jungen Scboaungeo. — D«r 
.lai^ilhund des 0«*libc»uuiuies iranle 
2 mal gebii 



Sag.-Bes. Köln. 



Prof. Leydiff teilt mit, dafs er in der 
Umgebung von Bona keine V. berus 
angetroflRMi; aber Pnl KraoN ia 
Güttingen schrieb ihm. dafs er im 
Aug. 1854 zusammen mit dem da- 
nialigein Stnd. der Landwirtaduft 
Karl V. .\rnswaliU aus IlannoTer ein 
grofse« Exemplar der V. b., etwa 2 
Stunden sfldHdi von Bonn, auf ( 
bevraldeteu llöheuzuge ^'L'f.ui^'eal 
Das Exemplar sei an das Museum il 
Poppelsdorf abgeliefert worden. 



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— »8 - 



Eönigr. Preusseu. Eheinproviiu. Beg.-Bei. Köln. 



Kreit 


fmtmt 






2, Bonn. 

(VBiMtaBg) 




Prot Leidig 


NB. Das fragliche Exemplar befindet 
sich, nach Mitteilung Dr. Bertkaus, 
nicht im dortigm Museum ; es wurde 
auch das Vorkommen bei Bonn diurcb 
keinen weitereu Fund best&Ugt 


3. E'O'^^irp^eD 

4. Guiumex'äback. 

5. Köln. 

7. ]l1l]liBima.B]i. 


Bei Wahn 


Professor Dr. Thom^ 
iaKöln 


Vorgebirge bei Wahn. Vor etwa 7—8 
Jahren wurde ein Exemplar mit 
Heidebesen nach Köla gebracht und 
bifs eine Person, die dann Itngwe 
Zeit knnk im Hospitit dMeltMt hg. 


7. Rheinbach. 

8. SiP;^:;^rpis, 

9. Waldbröl. 
10. Wipperfttrt 






B6g.-BeK. Trier. 


1. Bdrakastel. 
S. BitlniTg. 

3. Dam. 

4. Merzig. 

5. Ottweiler. 

6. Prüm, 

7. Saarhrfleksn. 

8. Saarbnrg. 

9. Saarlottis. 

10. Trier. 

U. St. Wendel 
18. WitUkh. 


u 
0 
0 

0 
0 
0 
0 
0 
0 
0 
0 




Das Vorkommen im Reg.-Bez. Trier 
bat sich bis jetzt nicht bestätigt. 



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Eftnigr. Fnnssen. Rheinprovinz. Beg.-BeB. Ateli0n. 



m» ■_ 

Kralt 


Flmdort 


CowttrsmUR 


BmierkiMii 


1. Aacüdn. 






}vacü eiuer Mitteilung lu der Bonner 

S^iliififT vAtn 511 Aller 1 RAA wiintn 

im Aftchener Wald ein Bmitoii sodinh 


2. Dtbran, 






des Kind gebisseo. 




Dr. Sptmer an Reit 

lirnrnmnasiiini 
i'rofessor Holzapfel in 
Aachm 


Bei Daran nicht beobaebtek 


3. Erkelenz. 
















5. Geüenkirchen. 








6k Heiulwrg. 








7. Jfllich. 








8. MalTTiedy. 








9. Moütjoie. 








la Sehleiden. 


Bd SdMTviblltte 


ProfesBor Holupfel in 


Qtmihum. Int in Welirtliü, 14 laa 

oberhalb ScheveDhütte an einen 
Steilabbasg neben der Chaussee auf 
Scliiefergeröll,2Exemplare erschlagen. 



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— 216 — 



fUieinproviRZ. 

Nar wenige veteinielte Pnnkle in der BlteioiwoviiH mi ea» toh deiieii das Vnriniiiiiisn 
der Kreoiotter featgestdlt ist, and bei dienii ist dianlbB, mit Annialime fOD Uahlbeirg im 
Xveiae Rees, ein sehr selteues. Diese SelteDhcit der Kreuzotter in der Rheinprovinz hlQgt 
jedenfalls zum Teil mit dem daselbst herrMbc nden milden Klima — Gebiet des Weinstockes — 
zasammcD. — Sie fehlt im eigentlichen Nicdeniieinischen SchieferKebirt;e, im SicbenRebiree. 
auf dem Hunsrficken und «Jer VAid und Hiuici sich entweder in Niederungen oder doch nur 
auf geringen ErhebunKen in dtuj AualAufani des Gebirges. Ein Vorkommen (bei Sclieven- 
hutte im Wefaeth&i) gekürt in das Gebiet dea hohen Venn und ein zweites (Bucbbob bei 
Aebadi in Krdee Neuwied) m dem des Weeterwaidei. Im Beg.-Bei. Tkter febR die Kr«i»- 
otter diudiweg. IHe beiden ven N. Beeseüeh ia Trier gnsdieokten mid im Bonner Museum 
befindycbea KrenMUam (s. L^dig «Über die einheimisdiea ScUeagen' in Abb. d. Seaekenb. 
Nntnri Geaellscb. XUL, Feukl «. IL 1884, p. 181) etannen ucb den «igenen HitteOnngen 
des Scbeniters nidtt aus der Gegend von Trier. — 

Verletzungen sind in den leisten Jahren awd bei Menschen und zwei an einem Jagd- 
hunde vorgekommen. 



Kouigr. PreosBöu. Euhenzollernsclie Laude. Beg.-Bez. Sigmaringeu. 



Ober-Ant 


Fmdirt 


Genührsniinn 


BaBerking 


1. Oafflmertingdn. 
S. Hslgwloch. 
a EeoliiagtiL 

4 SigmftriigWL 


UmdeoHftlieittolleni 
Im Oatnuditlud 


PiofeaajMrEimerinTll» 
Ungen 

Dr. E. Boelr in Kon- 
staaa 


Semüdi htnüg. Esemplare befinden sieh 
in der zool. Saouttlnng der Univerri- 
tat Tübingen. 

Torfboden; Mber nab, jetst ansge^ 
trodoMt 



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Efimgr. Bayern. Beg.-Bra. Oberbayern. 



Bezirksamt 


Fundort 


Gewährsmann 


Bemrkuiii 










8. AltSttiiur. 


BlIl^gluUMSB 




In den -uiui;llmi GMumidMi dM Fiml- 








amtes Burf,'haii5pn. 


3. Bercilteagaden. 


Rj^irhpnhjill 




P.in RvAmnlftr hptinript Rirh im Mün* 


4. Brock. 


HiflneliMMip 


Dr med HollerinllMB- 


Im Rdir Hiiiliiiioor.. 


5. UmIim 




uUUgHD. 




VttV mm WCF JMWU9 


Paall Dr IffldieM In 
nmj. xiv. jrauwn in 




6. Ebersberg. 




Kaisenlaoteni 




7. Erding. 


Erding 


JSekd 






Preising 


Jftckd 


In deo Iftsen von Fteiatng. 




Weibenstephaii 


Keall. Hornvng in Ans- 


Gow&brsmaQD erhielt ein Exemplar su* 


9. Friedberg. 




bach 


der Umgegend von WeiheDi>tepbaD. 


B«i Mertaig 


Dr.iiMd.HolleriiiMeffl- 


Ktcht MlteB. ID Heiden, in Behten Wil- 






"ndngen 


dern der Lcchebene und der Tirthen 


10. Chovach. 






bis 690 m. Kalk, Lehmboden, Tori. 






11. Ingolstadt 


jf uidiiDdBr Moos 


RAktflnt d. Reihch. 




12. Landsborff. 








IQ T onfam 

io. J^auien. 








14. HieSMMuL. 


®jm Jivusurawii 


liMmr oininu 


Im Teufelsgraben vnd na •ndoreo Orten. 








— In Fdcliingen war ein Tj&briges 








Mädchen, «reiches am 27. Jum Itibi 








gebissen wurde, schwer erkrankt 




Bad Kreat 




Ist senesfin 




Dr. Nördlinger, Forst- 


1850 wurde vom Gewaknmaaui ein 






nt io TQbingw 


Exemplar gefuudeu. 


15. MtLhldorC 






16. MflncbtiL 


Mfimdicn 




In der Hirschau bei Garchinfr. tim Mön- 








eben, in den Isarauen unterhalb üar- 








faKkingCanek pfeater) nndOrabhcetd- 








lohe, im Rotterfilz, am Isarufer bei 








Schäftlarn, in den Mösem am Starn- 


* 






berger See, In dar Gegood tob Wotf* 
ratsbausen. 



* CoRe«p.-Blatt d. sool. miitenL VerhiuidL in Bq^nsbDrg, 19. Jtiag. 1%5. 



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— S17 — 



Königr. BaytirE. Ixög. -Bez. Oberbayeiü. 



BezirksaHt 



Püidort 



17. Pfaffenhofen. 
IS. BoMiihmm. 

19. SdlODgML 

20.8ehiolMiilunimB. 
21. Wz. 



GciäeutelUer Forst 
Bei RMCBlieini 

Bei 



22, Tiatiiistein. 



23. Wasserburg. 

24. Weühsim. 



Bei Benediktbeimn 
® Kloster fi«itb«i« 



Rektorat d. lie^ächule 
JtGkd 



Jtelnl 



Jiekel 

IQbiii. Fhuikfiurt M. 



Bei u i|ii;irt.sloin 
Umgebuug von 
Tnumatdn 



Jackel 

Apotheker Pauer. 



Trost berg 



Im Forstamt« Haag 
WeiUieim 



Dr. med. Kempf ia 
Oberviechtach 

Jackel 

PfifsntT, Stiidienlehrer 
iu Dilrkhcim 



In den Filzen bei Eekatldt, HaUng und 

Söchtenau. 

Fmter von BItnchwaUe bdSehoBgM. 



Auf MnorbotliMi, häutig. — Ein Knabe, 
dem üewAhrsm. die Stelle b^teichuet 
hatte« wo etne Kreatotter sieb v«f- 

krochfti, braehto sie domsc-üieti am 
andern Tage lebend in einem K&st- 
ehen (JaU 1887). 

Vereinzelt; früher ziemlich häufig. Be- 
aoodere Fundorte waren: die boidit« 

gen u. steinigen Abhänge des Traun- 
thales, so z. B. am Steinbruch unter- 
halb Empfing; die sog. Pechschnait, 
ein Hochtilzkomplex ; der Eschenfant, 
gleichfalls Torfmoor. Ferner die moo- 
rigen, mit Gebüschen bcwach^cuen 
Gründe am Chiemsee; die Abh&nge 
des Horhherges. Der Bruder des Ge- 
währsmannes hat in halber Höhe des 
Geigelsteiiu von 8cbl«eUngaiMpreBter 
beobachtet. 

Tertiarboden. — AUj&hrlich kommen 
Verletniigoii vor; oboe schlimme 
Folgen. 

Iu aaaseu Waldungen. 

Ein Fxeiniilar aus der Gegend von W., 
über ÜO cm lang, befindet sich in der 
Sauunlong der Fellichta an Dürkheim 
a.H. 



AbhaadL d« Saakiali. mrtwt 0«NUiab. XV. Bd. 



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HtBigr. Bayern. Bfig.-Bw. Niedttbayern. 





Fundort 


fiowUhnnun 


BMierkung 


L Bogen. 










Deggcodoff 


8t«l. med. Henneberg 


Bei Deggeidon beobachtet. 


0. uingdiüorL 




ia Uegdebnrg 








4. hggsniBiiieB. 








6. GraftDAiL 








6. Qriesbacli. 








7. Kelheim. 


Bei Kelheim 


Jickel 




8. Kötzting. 








9l ludan. 








10. LftndBlnit 


Idundflkiit 


RmU. t. Sclwllwfe 


inderÜBlgegcnd v. I^ndsbut vereinzdl 








Ab AbhlDgen der Höben, in Mooml 


IL JffaUeradürL 






18. PMsaiL 




FMf. Dr. H. Pttti 


lo der nidwten Umgebang konat 9t 










13. Pfarrkirchen. 








14 E.6(reii. 








15. Botteftlmig. 








16. Stnabing. 




Rektor llondsclieiii 


In der Umgebung von Stnabing udit 








beobachtet. 


17. Yiechtach. 








t& Tibbllnirg. 








19. Vilshofen. 








411. W UilDUUU« 














Reg.-Bei. Pftk. 


L Bergzabern. 


0 






8. FrnkenthiL 


0 






3. GermezshBim. 


0 






4. Homburg. 


0 






5. Kaiserslautern. 


0 






6. Kirciiiiöim- 
bokndeii. 


0 






7. KüfleL 


0 







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— 319 — 

Königr. Bayern. ßeg.-Bez. Pfalz. 



Bezirksamt 


Findort 


6ewlUiranaiiii 


BinarkMo 


8. Landan. 


0 






9. Keiutadta.a 


0 






10. Pirmasens. 


0 






11. Speyer. 


0 






12. ZweibrtckeiL 


0 







NB. Reallebrer Dr. 
achtet worden". 



in KainniMten: .In der gtasen P&k ist die Kreiuotter Dicht beob- 



1. Ambeig. 

2. Beilngries. 

3. fiQrglengenfeld. 
4 Ghüm. 

5. fiBohenlHudL 

6. 



Bei Aiobc'i'g 

Vilseefc 

Bei Prunn 

BnrglengenMd 



7. NabboTg. 

8. Nemnarkt. 



Brbendorf 



Bei Knlmaiu 
Bei Wildenrentk 

Im Fontaoit 'Wern- 

berg 
Nemuarkt 



Forstrat Uiggelberger 
in Nenmufct 

Jftckel 
J&ckel 

S.Cl«aain tnOdttanfurt 

Mediziualrat Dr. Hof- 
mftOQ in ßegeosborf 

BeifarkMizt Dr. Habe 
in Vohenatnwft 



Jftckel 

Stud. med. Huber in 

Memmiogen 
JttdMl (iMdi Wagner) 

Fortrat (iiggelberger 



Eeg.-Bez. Oherpfalz und 
Regensburg. 

Nicht selten. Auf dem Diluviuni bei 
FVejbdIa. 

Um Burgleogeofeld kommt sie b&ufig vor. 

Im Amtsgericht EKbeohach. — „Nach 
Schrank um Speinshart" (Jftckel). 

Im Distrikt Erbendorf ist »ie zieml.zahl* 
reich ; in manchen Jahren, wie os 1885 
derFall war, komm t e i n gröfsererZahl 
vor. Besondere Fundorte: oberhalb 
6iittenberg,bei SiegrititWaldedc. — 
Im Ilf'zirksamte Erbendorf wcnlon all- 
jahrijch 6—10 Personen gebissen. 
Kein Tedcefidl ans den letiten 4 Jah- 
ren ; oft ahf>r schwere Erhranlmngen, 
besonders bei Kindern. 

Nadi Wagner. 



Nicht häufig. — Neumarkt (Onadenberg, 
Heimbwg). Nach Wagner ( Jftckel). 



28* 



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— 220 — 



Königr. Bayern. Beg.-Bez. Oberpfalz und Eegenslnirg. 



Btzirfcsaint 


Fundort 


Gewährsmann | 


Bemerkung 


9. NevnlniTgT.W. 


BodenwQhr 

Oberviechtach 
Schwarzach 


Hedidaalrat Dr. Hof- 

limUlJ Hl j\t-^t liollUtfi 

Dr. med. Kempf 
Gutsbesitzer J. Wild 


Graait, Gneis. 

Selten. Mehr in den Niederangeo. Öd- 
raineu, Steimnaoemanden Feldern.— 

Vor i-iiiit,'cu Jahren stavh t-iii M&dcben 
an dem iii!>ä« der Kreuzotter. 


10.Ne]i8tMltA.W.N. 
IL Parsberg. 


NenstMtt a. W. N. 
Bd Weiden 


Medizinalrat Dr. Hof- 
iDuiD in llegentiburg 
Jftckd (nachWagaer) 




18. EBgaubiug. 


Bei RegensbaTg 


Famrohr . 


„Fünirolirs Topograghii' mjh Regeu;- 
burg" (Medizinalrat Dr. HofmauD). 


13. Roding. 
14 Stadtamh«! 


Bei ülachbach 


Pfarrer Koott 


Ziemlich hfttifig. VoroebmUeb in den 
Wildem. 


15. SvlzlMMili. 










Bei Tiricbenrenth 
Bei Waidenhof 

Bd WaldaasBcii 


Forstrat Ofggelberger 

in Neumarkt 
Anton Mtqrer, Gymn.- 

Aasirtant in Neubarg 

a.D. 

Fontrat Giggetbecger 


Häutig; besonders ia den Schonungefl 
der Nadelwftlder in &47 m. — Ya- 
letzungen jedes Jahr. 

SSemfich verbreitet. 


17. YobttnstrauM. 

18. Waldm&BcheiL 


Bei EBlarn 

Ödhttusel 
Voheastraw» 


Dr. med. Gnmdler 

Dr. med. Grundler 
Dr. med. Grundier 


„Stack* bei Bdam; nklit unter 500m 

zu finden. 

In Udhausel bei Burkhardüriud i^t IS6' 
ciaKind tnMga eiaeiBhaes gestorb«a. 

Um Vohenstraufs re^p. tim den Gebir):*- 
stock i& Fahrenberges zieml. hfta%. 
In den lettten 3 Jahren (Ina I687j 
kamen T) Verletzungen vor; ein Fat 
verlief mit tötlicbem Ausgaog nach 
laagdanerader Eiteraag. 



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— 221 — 



Eönigr. Bayern. Reg.-Bes. Olierfraiilcn. 



Bezirksamt 


Fundort 


Gewährsmann 


Bemerkung 


1. Bamberg 


Bei Ebraeh 










Dr. Hagen ioNilniberg 


Bei Sebenüts akht leotitehtet. 


2. Bayreuth. 


Bei Hayr'oiith 






3. BemecL 


Bei (ioldkronach 


Jackel 




4EbwiHMiiirtiidt 


Bei Muggendovf 


Sehtaik in Zwldoni 


An der Wieaent twisehem Moggendocf 






und OSbireiiHteiD (lickel). 


5. Forchheim. 






6. Höchstadt &. A. 








7. Ho£ 






In der Umgebung voo Hof kommt de 








nicht vor. 




Schwarzenbach a. S. 


Jackel 


Wagner sah üe bei Scbwarsenbacb 








(Jackel). 


9. Kmuch. 


Kleintettaa 


Mflndi. Nemerte Nach- 


BiTs Hit tStOcbe» Atugang«. 






richten ?om 26. Juli 






1 OOT 






Bei KrowuA 


Jfldcd 




9. Kiilmbach, 








10. Lichtenfels. 


Bei Licfatenfelfl 


J&ckel 




11. Münchberg. 
















13. pQgniti. 


B«hriiigersinilUe 


Aug. Schwan, Veteri- 




14. SaIiail 

ArB» ImQMMimVLa 








FilgrAini*iH?uth 


Nordliiigkir Anzeiger 


Bei Pilgramsreuth nuterbalb des Koro- 








beigee winde in Angoat 1882 ein 




nei KPiiail 


Jfic'kel 


MlddieD geinuen. 




S»?lb 


Jftcbel 






Sopkiemeoth 


Prof Kitsche in Tha- 


'".:-:^"ilir'Tn '-■nh dort im Frtlhj.ihr IRSÖ 






randt 


ein erbchlageuesfixemplar und erfuhr. 


15. Stadtsteinach. 






dab sie daaelbet hüdg ed. 






16. Staffelslem. 








17. Wonsiedel. 


Bei i!;j«UMn 


Jackel 






Womiedel 


Dr. Kellemaim 


In der Umgebung von Wunsiedel sehr 








häufig, in iiiimittelbaerer Nilhc der 








Stadt und auf den utnliegeiideu bis 








UOOm hoben Bergen. An Waldiln- 



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— 228 — 

Königr. Bayern. fieg.-Bez. Oberfranken. 



Fundort 



17. Wonsiedel. 



1. AaabaelL 

2. Dinlcekbühl. 

3. Eidutttdt 

4. Erlangen 

5. f tiuclilwiuigeii. 

7. Qll]l8«l]lMlfl«IL 



8. Hersbruc'k. 

9. Hipoltstein. 
10. Neustadt a. A. 
U. HUiBlwarg. 



EiehatiMt 



Am HalmenlcawM 



BMll«lii«r Homang 



Oberfji>ter Büsterhof 
in Weifsenburg A. S. 

J&ckel 



Dr. Ibgen in Nflmberg 



Bei IC1inib«rf 



Dr. Bagen 



Jcru, im (iobüscliwaid mit lichten 
Stellen; an FeUrtodem, wo die vom 
Felde ?pnommenpn Steine» vrallarti<,' 
aogebaaft sind. — Nach Medizioalrat 
Dr. Tlqipttrt können io Wnmiedel 
und nüolistcr üintjebnnü' lian'hsohuitt- 
Ucb a Verletzungen al^Ahrlich bei 
M eaadien ver. TedesfiOle erfolgen nie, 
aber mitunter schwere Erkrankungen. 
— VoQ Tieren «urdeo, aach Aussage 
dealMitrikWieiaixtes, nor Hunde vec' 
ietst, und «odi diese aelten. 

Beg.-Bez. Mittelfranken. 

Bei Ansbach fehlt sie. Auch Prof. Spieb 
lind Dr. Hagen it] Nomberg verneinen 

(iaj» V'urkümmcu. 

Im Eicbstttter Forete bei Rappennil 

i-t SU' zahlreich. 

Um Erlangen wurde sie nicht beobachtet 



1882 kamen hn Walde bei Polsingea 

Bisse vor (NGrdlinger An?eiucr i. -- 
Bei Ursheim wurde 1^3 eine Frau 
gebissen (Zeitangsnacbricht). 



Hftnfig im Loreneerwald und d^en Vor- 
walderu. Besondere Fundorte: Alt- 
dorf, l'ctirht ; jetzt etwas seltenen. 
Fisi'hbacb; im bebalder Walde sehr 
selten. 



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— 218 — 

Königr. Bayern. Reg.-ßez. Mittelfranken. 



Bezirkint 



11. Nürnber, 



erg 

mmjj 



12. Rothenhnrga.T. 
Id. Scheinfeld. 
14. SehwAbfteL 
16. Uibnhelm 
16. WdssMibarg. 



1. Alzenaa. 

2. Aschaffenbui'g. 
& BarttekenaiL 

4. Ebern. 

6. Hammelburg. 

7. Hassfurt. 
^. £ahlstadL 



Wendelatebi 

Bei Pappenheim 
Bei Weissenburg 



GerolalioiNi. 



Dr. Hag«D in Nürnberg 

Dr. Hagen in Nürnberg 
G. Braao, AssUteat an 
to Beafacbile 



Dr. FlMh. 



Jackel führt noch an: die Reviere 
Altenfiirth,For«th<»f, Lauf an Hob and 

UngelstettcD. Ferner: die KriU bd 
Nflmberg und den Dutiseodteicb. — 
Yiä» Verietningen. — Der Lorenzer^ 
vald ist 54,89! hayer.Tagewerkgrolib 
In der meist nicht tieflif ppnden Lehm- 
schicht finden sicbau&gebreitetcLacken 
von Grundwasser, das htafig zu Tign 
geht, Quellen und Versumpfungen bil- 
dend. Hier findet sich oon V. b. b&a- 
lig, wo ihr dl« Bedungen nUrdcber 
AbzugssTftben , Moospolster . HeiJel- 
beergestrUpp, sovie trockne sandige 
Stetten imd alte Strfnbrtcbe pM- 
•ende Wohnung. Versteck, Nahrung 
und Gelegenheit zum Sonnen bieten 
(Dr. Hagen). 



Im Süden des Lorenzerwalde«. 



Sehr 



Reg.-Bez. Unterfranken 
und ABohaffenbiug. 

Fehlt im ganzen Bezirk&amte. 



.,Dr. Held find ate aai Gcnddutfen* 
(Jackel}. 



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Könlgr. Bayern. ßeg.-Bez. Unterfranken u. AäcliaMöiiburg. 



BizMttiiit 



9. Kissingen. 

10. Xitzingen. 

11. EDnigriioftfli. 



IZ. Lohr. 



13. Marktbeiden- 

feld. 

14 Melliichstadt 
16. MütMilierg. 

16. NeiutftdtA.d.8. 

17. Ob«nibiiiff. 

18. Oehsenflurt. 

19. Schweiufurt. 

20. Wflralmg. 



L Augsburg. 



KSnigahofeii. 



Frautiuersbach. 



D«r Kveubag. 



Forstaiut Muinberg. 
0 



0 Umgegend von 



Dr. med. Mook in Lau- 
facli 



Oberlehrer Dr.Wtgoer 
ta Fulda 

Jackel 

Rektor Prof. Krtck 



Lehrer A. Wiedemann 



Aus dem Bezirk Königshofen befindet 
sich 1 Exemplar in der ütiivcrsiut 
WUrxburg (Jäckelj. Im Haisherge bei 
dem ScmbMilMbof« k«niDt sie ra ge- 
ringer Zahl vor Mlickeli 

Selten. — Vor etw» acht Jahren wurden 
«D lÜdelMn nml der Lelurer de» 
Ortes von iJerst'llien&'hUnge gebis&eii. 
Bei dem zuerst gebissenen Madchen 
achwaU der Am «dir stark an. 



Ein bekannter Fundort der RhOn ist 
der Kreiuberg bei Biacho&heiia. 

Id dar Umgegead voa 0. vom OewUin- 

mann iiiemal? bt-obachtet worden, 
gtüer und da in den Waldungen' 

(Jickd). 
Fehlt bei Wfinbarg. 

B.eg.-Bbz. Schwaben und 
Nenburg. 

Am zalilreichbtea kommt sie im Sieben- 
tischwald und auf dem aog.Wol&aahn 
(einer Landzunge am Z(i«;ammenflus<e 
des Lechü und der Wertach j vor. Sie 
fiadet «iek fem» in den Aaen bei 
Gersthofen und Haunstetten, in den 
W&kiern bei Wellenburg u. l^nacker, 
dnzeh aueh bei Pftnee and an dea 
Hiri,'alibftnseo bei StraasbcTg. — Ver- 
letzungen. 



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Eönigr. Bayern. 



— 225 — 



Bezirksamt 



2. DUlingen. 
4 Fttssen. 



5. Günzbarg. 

6. Illertissen. 

7. Sauf beitm. 

8. Xflmpten. 



9. KrnmlMdl. 
10. Liudan. 



11. Memmingen. 



12. Hindellieiin. 
13* Neubuig a. D« 



Fiudort 



Bei Lattingen 



Bei FU88en 
u^ilotaensehwuigMi 

Bei Kaaf benrai 
Bei Kempten 
B« Oy 

Hergatz 
SeUachters 



Ottobearen 
Im Plesiw 
Mindelheim 
£hekirckeii 
Bei Httttlng 



Sewährsmann 



Bemerkung 



Hemu Bcrtele 
Lehrer Wiedemann ia 

Augsburg 
Lehrer Wiedem&ao in 
Angiborg 



Lehrer Wicdemann in 
in Augsburg 

Lehrer Wiedemann in 

Augsburg 
Lehrer Wiedemann in 

Augsburg 
Lehrer Wn-dcmann in 

Augsburg 

Lehrer Wiedemann in 
Augsburg 



Tierarzt Brillier 
Dr. Hans Vogel 

K.Kuhii 

Stad. med. Hnber in 

Meinmingen 
Lehrer Wiedemann iii 

Aagsborg 
„NördUnger AoMiger'' 

1882 

Lduer Wjedemaan in 
Angabniig 



Seiten; b der Nihe laa Haaostein. 



Ein Exemplar (prester) befinciet sich im 
o&turhi»t. Museum zu Aagsborg, ge- 
scheokt von Dr. Lotsbedb 



VerleUnngen. 

Ja den Ifooim. 
In den Mooren. 

Gewahrsmann hat sie hei Lindau nicht 
beobachtet; auch Rektor Ilorkel nicht. 

Im Umkreise von etwa ^nw Stande feUt 
sie : ans oi tu t En t fcmung von etwaS St. 
äUiilith vuu Mummingen wurde dem 
Gewährsmann ein Exemplar getmckk. 

In dem nahen üSOmlielMnfiremnralde; 
nicht h&ufig. 

Sdir trodcenes Heebmoor. 



Eine Vt&m wurde gebissen und atarb an 

den Folgen der Verletzung. 
Im Httttrager Moor. 



▲UuBdl. in 8«aek«nb. ulnrf, Om. XV, M 



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Königr. Bayern. Beg.-Bes. Sekwaben a. Neabnrg. 



Bezirksamt 



Fundort 



Gewährsmann 



Bemerkung 



14. Neunlm. 

15. Nördlingen. 



16. Oberdorf. 

17. Soathofen. 



18, Wurting«]!. 

19. ZiunnardMiue]i. 



B«i Weiaseuborn 
Bei Mogiesheim 



Auf der Feidalpe 

Im HlBterstelnthal 

Oberstnufen 
<si Oberatdorf 



A.Wiedemann id Augs- 
burg 

BOrgenneister Lais 



Lehrer Beckler 



Dr. med. üoller io 



Stud. med. HttbttT in 

Mcmmiugcii 
Lehrer Wiedtuuajiu in 

Augsburg 
C. Dietxe 



HA'jfig. Im Walde, an sonnigen Ab- 
hAQgen, in Steinhaufen. — 3 Personen 
wurden verletit, voB dflueo 2 starben 
(s. AUgeinein**s j)ii<^ 14r>>. 

lu der Umgebung von Nördlingen ziem- 
lich bftttfig. In d«* febifM. «itStr*»- 
ehern hpwach^encn Waldpartieen am 
häutigsten. Unt«r welkem Laub; der 
▼orberrwb«nde Paam ist die Buebe. 

Auf dem Gi|)fel der Feldalpe im Algftoer 
Ostrachthal in 18C)0m auf rotemHon- 
stein (.\l|>enjara) wurde am 2. S^pt 
ISR.T narliniittas^- ? Uhr (traberTag) 
eiu E-vempliir gefangen. 

Im Hintersteiatbal {EisenbreehUiBUi) 
(prester). 



Ein Exemplar i>re-terl befindet sich im 
bcuckenb. Mu»cum in Fraultfiut a. M. 



Künfgreicli Baytrn. 

Di« Kreuotter findet sieb «af dem gnnsen Hodigebirge Bayern, auf den Algtoer 
Alpen, den etgeDtUebeu Bayriscben Alpea und den Sktebnrger Alpen. Nordwärts von Fnüie 
dieaer Alpen bis rar Donau, in dem Gebiete 4er 8ch«»bl8Cb-Bayriwhen Heicbebeoe abo, ist 
die Kvenxotter eben&Us bdmisdi, und an mancbea Orten, wie aamentUcb in den aasgedebntea 

Mooren und Heiden 'den Mfts^crii und Filzen) kommt sie mitunter in grofser Zahl vor. Vom 
Bayrischen Walde "inä nur wenige Fundorte in den Auslaufern desselben an den Ufern der 
Donau bokaniit ; dajjegon ist an mrbn n-n Funkten des Oberpfälzer Gebirges je iiaih den 
Jahren das Vorkommen ein sehr bAuhgeji, wie i. b. um den Fahrenberg bei Vohenstraitös, 



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bei Kemnatb (Erbendorfer liexirk), Timfaenreutb ; Waldersbof). Die ergiebig!>te FundstAtte 
Btjvm «ÜMiat indoMMi nach im voiUvgenideD llitteilaageii dia Fkhtelgebiise zu adn. 
Vom FnnkeBwaM veift ich nur ü» Gegend von Kroiuch uli Fundort zu nennen. Der 
FrlnkSaehe Jura beherbergt die Krenmtter mnentUch in seinen sndwestfidien Teile. Hier 
findet ne ürh an nencben Orten xiemikh zihlreidi, «tbrend si» aouBt im Bajriicben Jon 
nur vereinzelt mkomnl oder auch ganz feUt. Der Krenzberg bei lUBchoftlieini iat «In 
Fundort fflr den bayrischen Teil der Bh6D, nach Jackel auch das Bevier Oberbncb (Forstamt 
Kothen) und für den Spessart FrammeriTbach im Bezirksamt Ix»hr. Fraromcrshach liegt nahe 
den hessen-na^auiRheii Orten Lohrbniiptrii, Flrirsbiuh , I'-icImt (Kreis (tehibausen), woselbst 
das VorkoniTDPn der Kreiizotter koustutu rt, ist I>er 0«ieiiw;ilii tritt tniv wpnirr nach Hävern 
herein uini luit keine Kreuzottern. Firi vnn denselben scheint auch die l-rmikeiihohe y.n sein; 
aul dem äteigerwald ist Ebrach und am i' us c desselben Gerolzbofeu i^uaeh Jackel; als Fundort 
zu beieidine«. Auf dem mittelfraDkiscben Plateau, welche« nach 0>ten zur Bednitz-Regnitz 
abflUlt, fehlt die Kreimtter. Oetlieh der Bednitz- Regnitz bei Kflmbtfg breitet sieh der 
Beicbswald ann, deasen slldlidi von der Pegnitz gelegener Teil, der Lorenzerwald, die Krenz' 
Otter in grofsv Menge beherbergt, wlhrend im SebaMerwaldet n<ifdlidi von derPc|{nitz, wo 
nach Dr. Hagen die VerhftltniKe ihnlich wie im LoventerwaUe zind, die Kreozottn min- 
destens sehr selten bt. Die Pegnitz ateht demnach der Ausbreitung Uar bindernd im Weg«. 
— In der Pfalz fehlt die Kreuzotter, nach Dr. Medicus in Kaiserslautern, ganz. 

Ks kumen in den Irtzfen Jahren innerh;illi Hävern- viele Verletzungen vor und darunter 
Tiiiht wenige mit schwerer Erkrankung. Weim zwei Arxte berichten, dass bei ihnen al^ahr- 
lith 8 resp. 6 — 10, also zusammen etwa iTi \ t'iletzuii<:i'ii zur Itehandhing üclangen, so Iftfst 
sich ermessen, dafs die Zahl filr ganz Hävern eiuc heliachlltcbc sein muls, wenn auch jene 
Ärzte in Gebieten wohnen, die zu den otterareichsteu gehören. 

- Fine mit tiftlichem Ausgange sind 7 zu meiner Kenntnis gelangt, wovon 8 auf Ztituuga- 
naehricbten beruhen nnd daher der Bestätigung bedflilim. Von diesen 7 FtUen weignaten 
aidi 2 in llegeebmm bei Ottingen im Kovember 16B1 und nnd in der EinloitaDg genauer 
enftblt üb«r den 8. Fall schreibt Dr. med. Grundier in Vobenstrauih: ,,ln den letzten 8 Jahren 
kamen 5 Verletzungen vor, von denen ein Vtä mdi lange dauemdw Eiterung tStUchoi Aua- 
gang nahm". In Betreff des 4. Falles berichtet derselbe: ^1887 ist in Odhaus bei Burkbardsiied 
ein l'/a Jahr alter Knabe gestorben, der in dem Gemüsegarten neben dem Hause 12 Stunden 
vorher gebissen worden war". — Die 3 übriiren Falle ercizncten sich in Kleintt Hnn rMUncheuer 
Neueste Nocbricbtea v. 26. Juü IbÜl), Ehekirchen und Zell (?,) (Nördl Anz. 1662). 



Eönigr. Sadisen. Kreishaaptmannscliaft Bautzen. 





Fuadort 


Cl0wibraMMii 


Bomrkmi 


L BaatzeiL 


Tascbendorf bei 


Prof. l>r. Wünsche in 
Zwidiaa 


GraoiL 




Hei Uhv'Jt riT:i Taucher 


r n 


Granit. 


2. Kamenz. 


üroäHrülii'eMlorf bei 
PalraiU 


Lehrer Krieger in Kö- 
nigateiii 


Sehr häufig. 




Bei Kamenz 


Leos 


Lenz in seiner S<-lila!mtnikrirnli\ 1. .\ud.. 
verxeicluiet die VerleUuug eines Uun- 
desdnreb eine Kreontter bei Kaawnt. 




WeiflBig bd Kainenz 


V. 7>-linieu, FQntMT in 
Tbaraadt 


Häufig. Gewährsmann fand die^ielbe oft 
beim Buscbieres aui Wald«ctiaepfei, 
auf Moorboden in soonig^D Bit Gm 

und Heide bcw:i< h.st-neo, gosdifttatei 

l^gen. au den Modern von Schon- 
ungen. Der Jagdbund des Gewährim. 
wurde gebissen, erkrankte eraattidi. 


n T 

3. LöbaiL 






erliolte sich aber wieder. 


Auf dem Lausiteer 


Aug. Weise in Eben- 


In der Nähe von Eber&bach uichi b«- 






bteh. 


oboditat; jodocb in der Eatfennag 




nge 




von etwa 2 Meilen auf dem Lausilz^r 
Hauptgebirgszuge, an der Greiu« 
swisclien Saduen nnd Böhmen. 




UShmat Berg 


Dr. Schneider iit Dres- 


Senlicli bitifig. MeplieliD. 


4 ZittMl. 




den 




Avf der liAtifidie 


Paul Jung in Zittau 


üttd am Fiisae derMlbra (Obcii Eagd- 
hardt in Dreaden). PbonoKtli. 7K n. 




Am Mühlsteinberg 


ProL Dr. WOnsche in 


Sandütein. 




Zwickau 






Am Töpfer 


s » 






Bei Aituui 


August WeiM iii£l>MV- 

bach 


Aulüem nocnwaiae bei £utaa(rDonouUi. 
744 m), in denQuadcrsandsteinbrüchea 
bei Johnsdorf, in der Nähe de^ Tollen- 
steins, auf dem TanucuberiiL- ir: 
Georgenthal (PhoauUlh), auch aol 
dem TOD Ebersbach etwa 3 St. ent> 
forntPii Wülfsberge .^Dx'ialt) und in 
dessen beoachbarter Umgebung (Saad- 
steinfelsen). Immer auf hQber gelege- 
Tiorj lichten WaldstalleD in der Nike 
von FelägeröU. 



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Königr. SachseiL Kreishauptmannsohaft Dresden. 



Fiimlort 



1. Dippoldiswalde. 

2. DrudtiL 



3. ftnbmg. 



4. OTOMeohaiiL 

b. Mdissen. 
6. Pirna. 



1. Bonia. 



2. DObeln. 



l>ui Altenbei^g 
Gelfliiigberg 
Um 



Thariindt 
Um FreibMS 



Sayd« 



Kölligstein 



Frohbnrg 

l>ö(i«ln 



Prof. Dr. H.Krutsch u. 
Prf.Koin« nTbmndt 



Prf. Dr. Gast, üoflbiann 
in DmdeD'Kenstadt 



Oberlehrer Engellurdt 

in Drpstinn 
Prof. I>r. H. Krulzsch 
Oberlehrer E.Trommer 

Prof. J. W. FriUäche, 
Betrat 



Or. 0. Boettger in 
Fjrukfart a.H. 



SemiiMroberL Dr. K«h- 

1er in ScliiiL-ebcrt' 
Dr. Fleischer io Döbeln 
Seminarl. Riehter 

Prf. Kunze in Tharandt 
Lehrer Krieger 



Dr. OrablMff inLeipag 



Oberlehr. Dr. Fleischer 
A.v.Home]rer,Gi«i&wld 



In 750- 800 m auf Steinhaufen in mehre- 
ren Exempl. beobachtet Fast häufig. 

Auf den grossen SteimUckeo amOeiaiDg» 
berpe (bei Oeisin?). 

Uoi Dresden - Neustadt vereinzelt i be- 
wohnt vorzugsweise die nach der 
Elbe zn abfatlcndcn Einsenkungen der 
Drettdener Heide, deren Untergrund. 
Onoit, mit Dfliwnaaad Olmdedct iit. 
Um dasFischhanaQ?'jintflradwDiin* 
dener Heide). 

Auf der HSlie des Lössnitzgnmdes jat 
Tleiflcgebiet einmal beobachtet. 

Hei Xbaraadl dann und wann. 

Nicht gerade bi«^. Ekemplare in der 
Schulsammlong. 

In den Wftldeni der nftchÄten Umi^ebting 
Freibergs. — Hospital- (Spittel-^W ald, 
Freiwald u. a. 0. - - nicht adteUt dodi 
auch nirht haiifit;. 

Gewahrsm. hat in äK't Jahren trotz üaat 
täglicher EKkorsionea mid anMbOck- 
licher Aufmerksamkeitauf den Gegen- 
stand kein Stück gesebeu. 

Gewibrsm. besitzt ans der Gegend von 
Sjivilfi ein sehr grosses Fix.; ca. 700m. 

Bei ürosaenhaiu nicht beobachtet 

Bei Neesen nicht beobachtet. 

Auf der Südseite der Festoog h&nfig. 



Zreialkptiimfto]!. Leipsig. 

In der waldigen Umgegend hftufig. Ge- 
w&hrsm. hat in den Ferien 8 Stüde 
lebendig gefangen. 

In der Umgebung fertiazelt 

Bei L. am Eichbeig öftan beobachtet 



— a» — 

Königr. Sachsen. EreisliaiiptmaiuiBciiaft Ldpsig. 



Fmulort 



3. Gnnuna. 



Bei Griuiiiitt 



Bei Kolditz 



Naiudiof 
Otterwlach 



Bei Warzen 



4 Leipsig. 

5. Oschatz. 

6. Bodüitx. 



Bei Uxpmg 



Bei Roelüitz 



1. Annaberg. 



Bei Aniiaberg 



U. Simrotb io Gohlis 



Direktor Dr. Scholtze 

Olierl. Dr. Fleischer in 
iMbelD 



Dr.L.H«dc iaLefpdg 

Prof. Nitodie in Tli*- 
nadt 



Dr. Walter iloAnann 
am GympiDasium 



Prot Dr. Hanchaii 



Oberl. Dr. FletMher io 

Dabeln 
Dr. Frudce 



Böhmer in Zwickaa 



Die meisten Kreuzottern fand Gewahr>- 
maan am Babenstela, einem eonaigen 
Abhanpc. Oben mei-t Kiefern, nach 
unten Uirken, Oin^ter a. dergL 

In der gnnsen UmgegeDd Tom Grinuna 
ziemlich hautig. 

In Niederungen uod auf Höben, iu 
Heide, am häufigsten auf Moorboden. 
— 1885 wurde der Uahnwaner Schna- 
bel in Koldits in den Finger gebissen ; 
letzterer eiterte 6 Wochen. 

In den Staat^waldunpea von Naunhof 
bis Grimma nod Nimbschen. 

2 Exemplare iu der Sammlung der Forst- 
akads niic I h.irandl, — In den Stöcken 
derNiederwald.M!hla)k'e,auWe«rauderD 
und Feldgrenzen cFurstiagenieor 
Krutaseh in Tharandt). 

ZiemUch häufig: Am h.'tnfi'j'-tcTi in fier 
Nahe eines Nadelwaldes auf sanfter 
Anbfthe. — In der Gegend «oa LenMts 
und Zeititz beiWur7fn 7Tf mlicfa hinfif 
(Dr. L. Ueck iu Leipzig). 

Hittfig im Std'Clklotiten der Stadt im 
sog. Utliversitauholze, einer ßauhoU- 
w^ung bei Liebertwolkwitz, etwa 
100 m höher als die nftdnte üm« 
gebuDg. 

Bei Oscbi^ nicht beobachtet. 

Nicht selten. Kommt in der Nabe der 
Steinbrüche des Rocbhtzer rse* 
(Porphyrtuff} vor. Exemplare in der 
Beatochnle. 

Xreishptmnsch. Zwickau. 

Am Pöhlberg. Mit Erfolg sind Igel da- 
gegen augewendet worden. 



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— 831 — 



Königr. Sachsen. Kreish&uptmannschaft Zwickau. 



Anrtsliptiiiitclk 


FvMitrt 


fiewihrmiMUM 


Benerkung 


1. Aimabug. 


dfendorfer Revier 


Prof. Dr. IL Kmtadi in 


700— B(X>in in der Nihe ven Ober* 




XharaadL 


Wiei^eulhal 




Bei Thm 


SenioHoberL Sddd in 


InderNiliedefOreiftiuteiiieeOO-TOOm. 


2. Aufirb&clL 

mm» mitk%mVm, IMnuM 




Zschopau 




Rai X HAi*hni*ll 


rTTrHUIIHf rlHTT A« WvlwvUlU 


riAilnif A iw*li nT*nui:Ar aiii \f nnrliArf an 

1 ftfUl «iiriljin vnii Y jüitim* Mi^IiajiI in 
wimiwi vvu liwiicf jnjvuwsi in 

Aucrbarh 'U Stück, 1885 = 10. 1886 

— 4 Stück ge£ui({eD; ein anderer 

Herr nng 1886 cwel Stunden ven 

Auerbach an eiuL-ni Ta;;e 1.3 Stück. 

in neide, iii i reueei' una ueieer* 

lipprirp<tf rünik Wii1i*1iA iiw*1rtji liAnMw 

tretende Erdstellen, sowie SteingeröU 
und Fvlscnboden umschliessen. Lehrer 
Michaels 4V«jahr. Kind wurde 1885 
verletzt Allgem.). 




Tannenhiluer fie- 


Prof. Kitsche io Tb*- 


650 8(Xiin. Kainm lifs Erzgebirges, ein 




vier 


randt 


Kx. in <li>r Forstakademie Tharandt. 
— Prat« auf M oeiboden. 




Bei Chfltinitl 

L<iiubuch 


Prof. Dr. Liebe 
Dr. med. bclinoidtir io 
Hohmtflin 






Stollbenr 


w n 










verendete nach 2 Stuodeo. 


Bei ZschopMi 


SemliivDbeii Seidel 


Bd ZBdmpeii auf dem Ziegemaek, b<d 

400—450 rn , in Srhonuiigen. Oanz 
in der N&be der Stadt Z. auf Felsen 
(GUmmerschiefer), im Oebfiadi. — 
Die Hännc der Zs4-liopaii bei Schloss 
lichteuwaldo und weiter aufw&rts twi 
ErdüMOittdorf; bei Beraendmrf, hier 
sehr hftufig (Prof; Dr. Otto Liebe 








in Chemnitz). 


Hohenstein - Emst- 


Dr. med. Sdmeider in 


In der Umgebung sehr hftutig. Schlangea- 




HI»! 


Hekenatflin 


bftndler Fischer betreibt das Einfangeo 
RC^chftft.sma.s!sit; in einem rmkreLse 
voa 8— lU St.. iü «tlchem auch die 
St&dte (Limbach, Stollberg i.d.Amtäh. 
Chennitsl) lichtemteiii, WaldeDborg 



kj i.u^ i.y Google 



— 282 - 



Königr. Saoluett. Kreis^iptmiinsoliaft Zwiekao. 



AraiMpulMCn. 


FfiidBrt 


liSwalirsiNaM 


BMMriniiig 


5. GlaucIiaiL 






liegen. — Eine Frau, welche beim 






Dr. Fnncke in BoeUite 


Brombecrpflttcken in die Backe (i^ 
bissen worden war, starb, ehe sie nurh 
Hau^e gebracht werden konnte {üaeh 
Fischer). Fieeher selbst wurde ge- 
fnssrn Da'; (^ebissMe Glied (Fioger) 
wurde brandig. 
1884 wnrde der Hnnd des Bahnwttteis 
Wolf gebissen (mitpeteilt von Baha* 


6. Vadenlieig. 






w&rter Schnabel in Kolditz). 


Am Katcenstdii 


LeonkinU In Z«&feau 




Krie^wald 


Prof. Kitxbe in Tha- 


Krieg walder Staatsforstrevier, Kamm 




randt 


d^ Erzgebirges, 600—SOO ra. — lia 
Exemplar befindet ateh in der Fent* 

akadi'mie Tharandt. 




XiftiiterlNMilier 


Seminaroberi äeidel in 


In der Nahe des L. K. am SQdraade 




Knochen 


ZMChopan. 


des LengefelderWaldea hinfig. 660m. 




Harienberg 


Seminaroberi. Seidel in 
Zschoiiau 


An flcnSchiefsstaiiJeii -lerl'nteroffizier?- 
ücbule (am Bergabbange ,der weilsen 
Tanbe' in der NU» deaKfOteabndis). 
560— €00m, häufig. 




Nkdcrforchheiin 


Prf. Kunze in Tharandt 




7. OelsnitK. 


Bei Sdiarfeiisteni 


Prf Dr. Uebe Cheoinitz 


Haußg. 


Brambach 


Prof. Dr. H. Krutsch 


Bei B. wurde im .\ugu8t 187.3 ein Hid^ 
rhen gebissen. — ööO— 6«X> m. 




Bei Scböneck 


;,Vüigtl. Anz.' 


..lUirfierschulIehrer Schlegel fing wah- 
rend der Osterferien nicht weniger 
als 11 Stück." ,V,A." (Leip«.Ztg. 


8. PlaneiL 






V ^ Mai 1886) 


Bei Jocketa 


Ilerini; in Zwickau 




Bei MliUtrair 
Reiflhenbaeli 


Lelirer Hn|>f in Glibi- 
chenstem b. Halle a.S. 

Seminarobecl. Dr. Küh- 
ler ia Schneeberg 


Ein Staek wnrde dort gefitogen. 

In vnmittdbnrer NRhe der Stadt na Ab- 

harmt'ii mit niederem Gohfisrh fTT.a?c!rt 
Euchen u. s. w.) ziemlich h&ufig. Dem 
GewftbnB. worden von dort bt dnen 
Sommer ü—S Stüi k f.'ebrat lit, Aufh 
Prester findet äch in der Gegend voo 
ReidMDbadi. 



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— «S8 - 



Königr. Sachsen. Kreifiliaiiptiuaimsctiatt Zwickau. 



Amtshpimnseh. 



Stwlhrsnum 



9. Sckwanenberg. 



Bei Ane 
Bpeitenbnuin 

Bei Eibemrtock 



Bei 
Bu 



10. Zwickao. 



Sdiwarzenber^ 
Hartenstein 



Neiideek«r Revier 



Prof. Dr o. WOsaeh« 

in Zwickau 
Prot Dr. H. KmtKlt 

in Tbanutdi 

Seisiiiiin>b«rL Dr. K61i> 
ler in Selitteeberg 

Herbrig nt Zvickwi 
SeminaroberL Dr. KiSll- 
1er 



Prof. Dr. 0. Wünsche 

in Zwickau 
Wild in Zwickau 
6chinic in Zwickau 
,Dreid«Ber AnnigKr'' 



Prof. Kmtadi in Tb»- 
ruutt 



Prwt Dr. 0. WmiMlie 



Am FloCsgraben (XlioDgli]nn«rsdiiefo^). 

Im Breftenbruimer Revier auf Steia- 

hatifpn bf'i fKXi— ("M" 0 m. Innwhrflnm 
Exemplaren beobacLtet. 

Auf einer mit Granitblddcen bedeckten 
uiifl mit Vürciniuni vitis iilucn bestan- 
denen üacbeu Kuppe in GOii m. 

In der Nib« der Schfefn-balden. 

Auf dem Jahusgriluer Torfstiche (Hncb- 
moor)biiiSchQeeberg in ca. 55Um. — 
In Aibemtu nnd Zachorian — zwi- 
schen Obcr-Weifsbach und dem Hir- 
schcnsteiu (Scliiuk in Zwickau). — 
Dr. Köhler besitzt prester vom Filz- 
teicho (Moorgrood) bei Schneeberg. 
— Vi'rletznii^en öftpr«, 

Rei I5ütküu, nahe dem Forsthaus Kon- 
radswiese (Glimmertebiefer). 

Im Walde bei der FriozeDtadUe. 

Bei Stein. 

DreM].ADz. t. 86. Augntt 1685: «Bein 

Sammeln von PilzrTi in oinem Gehölz 
TonLangenreittsdorf, den sog. „Fol- 
gen"*, «vrde «ine Krenxotta ndt 16 
Jungen angetroffen und nnacbldlkta 
gemacht". 
Im NeadedierBeivier bei Werdau, bei 300 
bis 400 m, au f ei ner teilw eise mit Heide 
bewach&encD Fiftcbe« wurde sie in meh- 
reren EiempL Iwobacbtet. Diaelbit 
wurden in einer 5- «Jjflhri gen Fichten- 
kultur Ende August 8— lOEiemplaro 
gescheu. 

In der Harth (Sand), im Kiefrig bei 
W i Egenburg (Thonplimmerschiefer), 
im Weifsenborner Wald und im Wer- 
daner Wnld. 



xT.nc 



SO 



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KiBiHreicb SacbSM. 

Di« Efensotter ist m demOcb flUr ganz Sidmii Twlireitei, and u tMcd Pnokten 
6iid«t de «ich ia grober Zebl. Sie fehlt in dw Eastenriedernn^, im GeUel der Elbe vnter- 
hilh DreBden, ferner Im Oidiete UDdGfobeDhaln, bebtet aber die Moide bis ftot «n die Grenze 
des Landes, hn Engebirge, sowohl auf dem Kamme (800 m), wie anf den Vorbergeu und an 
Fufse des Gebirges ist sie nahezu überall zu Ilaose, ebenso auf dem L&usitzer Gebirge. Im ganzen 
ist die Kreuzotter in Sachsen, entsprechend di^r Re">( haffenlieit iles I^andes, mehr ein Gebirs^s- 
tier. In der Is^ne sind es wiederum Moor- und Ueidegegonden, welche toü ihr bevor- 
zugt werden. 

Es kamen in den letzten Jahren bei Menschen und Tieren Verletzungen vor, in ein- 
zelnen Fdlen mit sehr schwerer Erkrankung nod selbet mit tMBcheni Ausgange. — Der in 
Bechsen bekannte Sdilaagenhladler und Wanderlebiw JuUvs Odthe in VoiknurBdwrf berichtet, 
dafs nach seinen Anfiteicbnungen ia den letzten 10 Jahren 216 Parsenen verletzt wurden, 
also in Dnrebsebnitt jibritdi etwa 31, und daOi ven den 216 Penenen 14 etarboi ^ 7 pCt. 
— Ehie zwrerMssige Aulhtellui^ der UaglSdisflUe konnte fteilich nur dnrch doe antUehe 
Statistik ermOgUcht werden, und diese sdieint flbenll in DeutseUand zu fehlen. 



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- S85 — 

Köni^. Wiirtteml)orfr. Necl^fir-Kreis. 



Oberamt 



Fundort 



Gewährsmann 



Bemerkuag 



1. Backnang. 

2. Besigheim. 
Böblingen. 

4. Bn[«k«ii]i«j]iL 

5. Esslingen. 

6. HeülironiL 



7. bimstatt 

8. Leonberg. 

9. Ludwigsburg. 

10. Marbach, 

11. Manlbronn. 

12. NMkaranlnL 
IS. Stntl^gait 

14. Vaihingen. 

15. Waibläigen. 
18. Wamsberg. 



Bei HeilbMmn 



Bei 



L Balingen. 



Hoi Balingen 
Hei fibingen 

Hei 



2. EnoftoiiBUdt 



Frendenatadt 

Aul ilen Uuhütein 



Oberstiirlienrat Dr. F. 
V. Kraufs in Stuttgart 



F. Kocb in Auingen 



Dr. Kluniiijger 
Oberstudiciirat Dr. l\ 

V. Krau/sin Stuttgart 
Prof Hr. Eimer ia Tü- 

bingeu 
Vtum Dt, Engd In 

Elrin-EialiiigwD 

ObcntodiAiint Dr. t. 
Emü^ in Stuttgitrt 



Vom Wartberg und vnm Jagerhaas bei 
Ueilbroiu »od schou lange im Qym- 
DBnain za Heilbromi Schleogen aof- 

bt'walirt . \v(>lrlu' GcNvahrsauuin tia 
Vipera berus erkannt hat. 



Vor einigen Jahren murdeu Kreuzottem 
in der Nftlie StuttgartB beobachte 



Seil w a r z w ald-Kreis. 

Prester .\ui di u Höben im Quellon- 
{jebiel der Eyach (Württemberg. Cen- 
tnü-NaturaUensammlunginStattgart). 

t:x( mpl. in der zoolog. Sammlnng der 
Universität Tübingen. 

In einem AlbwiM Lanfen (anf dem 
^Grat") wurde ein Exemplar (praater) 
erbeutet. 

Prester (Centnd-NataralieB-Saiiiiiilaiig). 

H5iie im O.-A. Irreudesatadt; aber 
aoch «nnt «nf den Höhen und lioo- 
ren nod an Waldrindem. 

80» 



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— 886 — 



Königr. Württemberg. Sckwarzwald-Kreie. 



(Nitraiit 


Fimtort 


GiwXhrMMUHi 


Bmtriuiq 


2. Frendenstadt. 


k ii n III ti n V fi K 


Ur.KiuDziQgeriiiStutt- 


Prester (Ceatral-Naturaliea-Suumlaug). 










3. Herrenberg. 




• 


4. Horb. 








5. Kaiw, 








6. Nagold. 








7. NenflnDfiig. 


Bei Berrenalb 


ProLDr.ESiier inTa- 
bingm 


In der zoolog.SammlaDg derUniTcrsiUt 
Tübingen befindet sich ein Exemplar 


8. NttitingeiL 






von dort. 


Krkeiibrechto' 


Oberstadienrat Dr. v. 


(Ceiitnd-N«(iirelien«Soinm]ang in Stntfe- 


3. uosrnaon. 


Weiler 


Kraub in Stattgut 


gert). 




10. BantUagoiL 


Eningeii 


Prof. Dr. Smr In TU- 
bingn 


Bei Eningen »emlich liinfig. — Exem- 

plare in der zoolog. Suunlnng der 


Ii Bottenbnrg. 






UniversiUtt Tabingen. 


Thmlhelm 


Prot Eimer in Tft- 
bingen* 


Bei dem DorÜ» Thnlbeim im FnTw der 
Schff&b. Alp (Zoelog. Semmlung ia 


12. EottweiL 






TAbingen). 






IS. SpftiebingeiL 


Bei SpaiehiBgra 


0. Krinnd in Rentr 


Dreifaltigkeitä-Berg bei Spaicbingeo 


Ungen ' 


(Jabresb. d. V. f. vaterL Natorlt. im). 


14 Sulz. 






16. TttUngea. 




Prof. ESmer 


Feblt in der nlchsten Umgebung «ea 






Tflbin^'<-n. 


16. TuttUngen. 


Friediugen 


OberstadieDFat Dr. v. 


Prester (Ceatr.-Natur.-SammL io StuUr 




Kmb in Stuttgart 


gart). 

Bei Friedingen kam IBS2 eine Ver- 
letzung vor (1 inkb, Wilrttembergiacbe 
Jabresb. i.V. t vaterL Katnrlc. 1883). 




MUlilheim 




Prester (Centr.-Nator.-SammUing). 


17. Urach. 




ObenuDtBWft Finkh 


V* Stunden von Urach io einem Stein- 
bruch au der Ulmer Steige und dann 
in einem Steinhaufen auf der Strafse 
mcb Seebiirt; vou Srhiiilehror Schmid 
in Urach beobachtet (^Fiukh, Würt- 
temb. Jabresb. f. vataii Nntorfc. 
1888). 



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— 287 — 

£ömgr. Wtlrttemberg. J^t Xreis. 



Obsrurt 



1. Aalen. 



2. Ellwangen 

3. Gaildorf. 

4. GerahronjL 
6. Offltlnd. 

6. Hall. 

7. H^ l flffl l <ff iR 



8. Ifi^iloliA^ni- 

9. XttoselflaiL 

10. KtxgentiMiiiL 

11. Neiwluiiii. 



12. Oehriogen. 

13. Schomdinl 

14. Welzhein. 



Aaleo 



Auf dem Uürdtfeld 



Henbach 



Auf dem Aalbaeh 

Im biaatäwaLdBuigt'n 

bei BoIhebD. 
Fleialieiai 



Bei Sentlieiia 



Heallehrer Graeter in 
Esslingen 

Forstmeister Prcscher 
in Heidenbeim 



Dr. K. M. Kurts, Gym- 
niaiiSlebrer 



0. Krimmel in Keut- 
lingen 

Forstmebter Preacher 
in Heidenheim 



BWIen 

Utzuieaimingen 



Im Welzheinier 
Wald 



OheniTTHsarzt Dr. A. 
MQlbcrger 



Dr. K. M. Karts, Gyn- 

nasiall. in Kllwaugen 
Oberstudieurat Dr. v. 
Kraub in Stattj[art 



F. Kock ia Aningen 



2 Exemplare von dort. — Auch in der 
Centr.-NntunUeii^Miimlung in Stutt- 
gart sind Exemplare. 

Ziemlich häufig. 

Auf der All) bei Lauterburg wurde eine 
Frau gebissen; trjtlii her Aasgang 
iFiülvl], Württemb. Jahr«8h. d. V, t 

valer), Nalurk. 18«3). 

In der Umgebung von EUw. fdilt nie. 



Heubach am Fufse des liosensteins 
(Jahresh. d,V. f. vaterl. Naturlc. 1888). 

Ziemlicb bftnfig. 

Gewährsmann hat daselbst ein Exemplar 
gnifliet. 

Fin For-twachter wurde in die Hand 
gebissen ; mehrtägige starke Schwel- 
lung. 

Gewahr»m. hat sie daselbst beobachtet. 
Bei Kraiteheim kommt sie nicht vor. 



Eine Veiietanng. 

(Central-Natttr.-Sammlung in Stuttgart). 



SSnigr. WttrttomlieTg. Boiutu-Xrefa. 



OIwraMt 

1. Biberach. 

2. Blaubeoren. 



3. Ehingen. 



4 OeisUngeiL 



5. Göppingen. 

6. KircMieiiQ. 

7. Lani^sim. 

8. LentkircL 



FHMlort 

iki BlaalMoreii 

Bei Herrlingen 
Sehnicclien 
Bei Granheini 
Sondemteli 
Eybaoh 



Wiesensteig 
Um CteMingen 



Alb bei iSchoptloch 
Auf der Teek 
Bei Lanpheiv 

Wurzttdier Kied 



fitwUmimnn 

Freiherr König -Wart- 

haiisen 
Freiherr König -Wirt- 

hauson 

Ilaug am Realj^mna- 

üum in Ulm 
F. Koch in Auingen 

Prof. Dr. Eimer in Tü- 

bingCB 
Oberstudionrat Dr v. 

Krauls in Stuttgart 
Kurt Graf T. Dogeofeldo 

Scbonbiarg 



Obel -tndienrat Dr. v. 

Kraiifs in Stuttgart 
Pfarrer Dr. Engel in 

Klein-EbliBgen 



Lehrer Schmid in Urach 

Oberstudienrat Dr. v. 

Krauls in Stuttgart 
Dr. med. Bftd«lli«lmer 

in Augsburg 
Keallebrer äcbnabel in 

RafembnTg 



Benertaiim 

In den Torfrieden bei Warthausen iiat 

sie Gewfthrsm. nicht beobachtet. 
Häufig Au- dt in Dlauthal bei Bl:i'!- 

bouren heHnden sich Exemplare in der 

Centr<lrNatnra].'äiaiiviL itt Stottgttt. 
HAnfir:. An nirht bewaldeteD leniBe- 

oen Kalkfelscu. 
Ein Knabe «nrde gebissen undecbwebte 

in l.rhrn -u'i'fithr. 
Exemplare in der zooIog. Sammlung der 

Univenitllt Tttbing«». 
rti -d r fCeDtr.-Natnr.^SammL in Statt' 

gart). 

462-862 0). — Qewtbmn. hat jeden 

Sommer einige getötet. 
Eine Frau wurde gebisMn; sie kztn- 
belte lAngere Zeit und beliielt einen 

steifen Arm. 
AufiiprAlh beiW. (Reif>ensteiu) pre^ur 

1 1 1 Uli -Natural.-Samral. in Stuttgart >. 
In den Alhth&lern um Geislingen hat >it' 

newfthr>m. dann und wann getroffen, 
in der Umgegend von Göppingen uod 

Klein-Eiiilingen wurde sie von Ge- 

wfthi'smann tiidit hrtihnphtct. 
(Finkb, Würltcuib. Jahresh. d. V. f. vatcrL 

Natuife. 1883). 
(Centv.-NatonL-SanunL in Stnttgnrt). 

Selten. 

Exemplare beAnden sich in der Samm- 
lung der Realschule ta RaTeneburg. 

O.-A.-Arzt Dr. Boscher hat wahrend 
eine^ 9j&hrigen Aufenthaltes in Wur- 
zach 6 Falle von schwerer EritraDlran? 
durch Kreuzotter - Bi.sse behandcl: 
i Finkh Jahresh. d V. tTaterLNntull 
lu W Urttcmbcrgj. 



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— SM» — 



Königr. Wärttemberg. Donau-Kreis. 



Otoramt 


Fundart 


GtwShrtiima 


BMnarkang 


9. Hünsiogen. 


Auiiigea 


Oberstudiearat Dr. v. 
Kraab Id Stuttgut 


Var.pr«6ter und vor. scytha l'all, (schwarz 
mit weißüebem Bändle) in der Cen- 

tral-Natural.-S;in)mliiTip in Stttttgert 
— 2 VerleUimgen (F. Koch). 




BSttingen 


ff . r 


(Centr.-Natur.-SammInnK in Stuttgart). 


10. Ravensberg. 


Hayingcn 


ff r 


Prester. . . . _ 


BlilxeDreiile 


Obei8t«diear«t Dr. v. 


(Ceptr.-Nattur.-Sanualuag in Stuttgart). 






Krtub in Stntt${art 




11. Riedlingen. 






12. Saulgao. 




0.-A.-Arxt Or.Boscber 


Wahretid eines 14tahri'.rpn Aufenthaltes 
hat Uewährsm. vomVorlcominen nichU 
geliSrt (Finkby Jahredud. V. f. vatwL 

Nattirk 1881 p. 141). 




Bei Altshaiuea 


0, Kriminel in Keut- 
Bngni 


Im sog. Dolpenried, einem Tor&tkb bei 
AftdtUMB (JalüMli. d. Y. t f nterL 


13. Tettnang. 






NMuck. 1888). 








Bei mm 


Prof. Dr. Eimer in To- 


(Zoolog. Semminng der ÜniT. Tübingen). 




Bei Ettlenaolii«^ 


biDf^en 






Pfarrer Dr. Engel in 


Ziemlich b&afig ia G20 m. 


15. WaldtM. 




Klein-Eislingen 




Sdmawnied 


Apotheker F. Valetsco. 


Ziemlich häufig. Vor 30—40 Jahren 






viel häufiger; die lorioMorc waren 
dtmale noch nicht eo aoagebeotet 




Bei WäMwe 


Oberstudienrat Dr. 
Kraub in StaUgart 


Im Steinaehar ned beiWaldaae. Aneh 

Prester. 


16. Waagon. 






(Ceulr.-Natur.-SammluDj^ in Stullgart). 


0.-A.-Ant Finkb 


Häufig (Fiukh, Jahresh. d.V. Ivateri. 




lany 




Natiirk. 1881 \>. 




Dr. med. Ehrle 


Um kny häufig, mitunter sehr häufig, 
b Torfinooren, u aogrenzenden 

feuchten Streu wic?pn in 700 m. Ülier- 
«iegend pre&ter. In IH Jahren hat 




Wangen 




OevdirBaann 4 Etoe behendeü. 




Obiirstudienrat Dr. v. 
Kraufii in Stuttgart 


(C«iitr.-Kotar.-8vnminng in Stattgtrt). 



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— 240 - 



Königreich Württemberg. 



Das Köaigreicli Württemberg, weldies zum weitaus grüfsten Teil aus Berg- und HQgel- 
Umd bertebt, beLcrbergt die Kreuzotter im Scliwarzwald . auf dem Schwäbischen Jura in 
seinem mmcn Zuge durrh Württemberg und durch die Hohenzollernschen Laiuie und auf einigen 
von ilciu.-t liu'n ;ibi:p«ondprtfn Berpkpiieln (Teck. Ilohenzollern). In Obi rM tiwabcn. im AI<j;"lu 
!i«)Muhi wie in dem mehr nurdiich gelei;en<>n Plateau, findet sich die Kreuzotter bäuüg, 
besonders in den sumpfigen lUedeu und xVluuren. F. Koch iti Auingen fand die Kreuzotter 
MCb hlufig im ächurwald, im Welzbeimer Wald und im Meinhardtswald, Im Ifeckaxkreis 
BdMiAt aie wn «o wenigen Pnakt^ vad d* sdteii vortakoauDeii, bei Heilbroaii s. B, und in der 
Gegend von Stottgart« woeelbflt de nacb F. Keeb vor ^igea Jabien beobaditet worden ist 
In der Laadscbaft an nittleren nnd nntereo Lanf des Kocbers, der Jaget und der Tauber 
and gar keine Fandorte bekannt Einige Ortsangaben in den üteren ObeFavtabeaclirNbangen 
bedürfen iiee BestiUjgnng. 

Bei Inj mi Algtu Inden sich meist acbwarie oder gramcbwarae Erenzottem, nnd 
hA demjenigen wOrttembergiachen Ezempbuen, weiche Prot Einer to Tübingen an beobnchten 

(relegenbeit liatte, Qberwog ebeufalls \ar. prester der Zahl nach. Von Aoingien wird ein 
Eiemplar der var. aeytha Fall, ia der Centra)>Natundien«Sanunbing in Stuttgart aufbewahrt. 

Etwa 15 Verletzuugeu mit mehr oder weniger schwerer Erkrankung sind ans dtn 
letzten Jahren bekannt; Uber einen Fall mit tollichem Ausgange «. Finkh in Jahre&h. d. Ver. 
f. vaterL Natork. In Württemberg 1893, und auch 0. Krimmel im Jabreahefte von 1888. 




- 241 - 

Grro&Bherzogtam Baden. Bez. Eonstanz. 



Kreit 



Bemarkiiiig 



1. KoEstanz. 



l>€i illiiieuse« 

Ciegeiid vonPAdlfin- 

dorf 
Bei SteisBliii9«n 



Dr. Kmil Buck in Kon- 
Staus 



2. Villingen. 



Bei DoDMHmMDgen 



ViUlngen 



Hopfgartnv 



B««U6brerKaniiiJdos- 
badi. 



a Wftldalmt 



AMlfingen 



&St. Blaaieu 

Tiefenstetn 
Tlüengeii 



j, Ansager ftr Schwarz- 
wald n. Biar' 



Dr. Oskar b^U^it m 

FranUurt a. M. 
F. Malier in Basel 
Dr. med. Majer 



Im Ostrachtbalfl (b. HohenzoUemsdi« 
Lande). 

Zwei Stunden vom Bodeneee in der 

S:uii iedhalde aitf diUnialfin Ftoden. 
Der Distrikt i&t hügelig, »tark be- 
waldet und selteo betreten. Wieder- 
holt wurden KreunotteiD dort ge- 
fanden. 

Selten. Im Nchtstebenden Tannen- und 

Föhrenwahl. Exemplare in der fflrSit). 
Naturaliensamnilnng. DonaueachingeD 
lieKt im ni ü. M. 

In der UnigebuuK von V. nicht selten. 
Lichtungen desN'adelholzwaldes iuca. 
äuüm. Dem Gewfthrsm. &iud zwei Ver- 
1et«nngen am d«r Umgegend bekannt 
Mehiero Fxcmpl. in der Sammlung 
der Bürgerschule. Auch preüter. 

Der Anzeiger fDr Scbw. n. B. meldete 
unterm 14. Mai ISTti. ilaf- ein Herr 
oberhalb Aselfiugeu au der Wutach, am 
Wege, gebissen wurde (s. Mannfaeiiner 
Ver. f. Naturk. IsTl 

Zwei lüxempl. von dort erhalten, wo- 
runter dne Prester. 

Nach Gewilhrsm. kommt die Kreuzotter 
dort nicht vor; dagegen imSchlUcht- 
thal und dessen Nebenthalcrn Vip. 
aspis. Wrlrtynngen. — ImGjmnas. 
zu Konstanz betindet »ich eine Aspis, 
weldie aus derOeg«idTMTbi«ie«B 
stammen soll. — Seminarlehrer Koch 
in Meersburg teilt mit, dafs wich dort 
in der Saranlung des Seminars sich 
eirii' Asiii- befindet, geschenkt von 
Apotheker S. (äaull) in Thiengen 



AbkaMI. 4«r 9ti*iikmA. aMut Om. ZT. Bi 



»1 



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— 242 — 


■ 




GroBBlienogrtiim Biidon. Bes. Konstanz. 


Kreit 


Fundort 


Gewährsmann | 


Bemerkung 


3. Waldslmt 






1867. Die Schianv'e wurde eriegt bei 

der Witznauer Mühle, einem Wirt - 
hause an derVereiiiigung der bchwArz- 
ach u. Schlucht gelegen, ia derKtbe 
TOD Aidien. 

Dm. FmDurg. 


t Freiburg. 

2. Lörrach, 
a Offeabnrg. 


KaiserstuU 
0 


Prot Dr. Aug. Weis- 
mann in Freilmig 


Gcwahrtm. schreibt: ,Die Kreuzotter ist 
biersehrwlteii. ichlubeiDSSJihm 

nur ein Exemplar gesehen; dieses 
wurde mir leb«ud gebracht uud zwar 
▼om EmsersUdil''. 

j)6Z* iLBiri8riiiio> 


L Baden 

^.arisrahe. 


Heri-enwies 
Horuisgriude 

0 


Prof. Dr. 0. NüssUn in 
Kwbrnhe 

Dr. Uuuei lein in cirais- 
barg 


In 752-10«) m. — Gewlhrsnumo Iwt 

wiederholt Exemplare gefangen : aber 
immer nur prester. BanUAndät«in. 

Museum in Strafabitrg. — II«niiB- 
grinde 1106 m. 

Bez. Maimlieim. 


L HeidellMTg. 

2. Mannheim. 

3. Mosbach. 


0 

0 
0 


Dr. BloduBMn 
RMdlehier Kfln 


In der Gegend von Heidelberg ist sie 
nnbekBDDt. 

FebU im Kreiae Uoebub. 



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— 243 — 



Grotslierzsgtuiii Baden. 

Im Grofsberzogtun Biden iit die Ereiusottor Toineluiilicb auf den Schwanwald be- 
whtftiikt. Im Bttdlichen Sehwanwald« und unter andeni die Gegendeii yon Bt. Blanen «ad 
ViUiDgen bekiante Fandoirte, aad ha Bördlichea Teile desaelbeD findet sie ndi bei Berren- 

wics und auf der Hornij-prindc. Gmelin führt, in seiner Naturgeschichte auch Kaltenbronn 
bei (ieriisibach als Fundort an (Fischer, beitrage zur rhein. Naturßesch. I. Jahrg., 1. Heft, 1849). 
Im S'rhÜ'ililtlial fa'i 'I iiiivtif.'eii -oll V. aspis vorkommen WnM^hnt); ein M«>«,'<ttlrk aus 
neiieuT Zeit liabe ich iiiiic-^i n nicht erlanpt'ii können. Äiit ilrm Kai-ci>Uilil , der sich aim 
der Rheineiieiie erhebt, und luunche Eigentümlii liki'it in 'ifiner ^eulojjti^cbcn licsclwtli'nlunt, 
Flora and Fauna itn Gegensatz zu dem umliegencien Gelände bietet, ist die Kreuzotter sehr 
aeltea, aber dach aacbgewieaeo. Di« Basier Sammlaag beaitzt einige Exemplare von Ter- 
achiedenen Punkten der Schaffbaoaener Bandenberge (F. IfflUer ia Basel). Mit diesen Aua* 
lluüBrn des Schwibiscfaen Jura verbrdiet sidi die Kremntter and aaf badisches Gebiet 
Anf der wOrttembOTgischen EnUaTe Hobentwid (Pbenalith) aoU sie früher TorgekommeQ 
sein ; ein jetziges VorbandeaseiB daselbst wird Tecndnt. 

Es sind mir aus dem badiscfaen Laads nech weitore Fundorte bexiditet worden; allein 
bei all diesen Mitteihingen hat wohl eine Verwechselung mit Coronella austriacA stattgefunden. 
Nördlich von Rastatt-Pforzheim fehlt die Kreuzotter aller Wahrscheinlichkeit nach. Der ganze 
Odenwald ist frei von di(^*er Sclilange, und sie ist mit Sicherheit nirgends in der Rheincbene 
von Basel bis Maniilu im — itor sthun erwähnte Kai^er^tulil iiu-^fiifininiL'n — uaehciewiespn. 

Dem verhftltni-m;ir<i,i: bcprfiizti'ii Vorkouiuieu der Kj-ciizottfr in I'atien t-iitvinTi-twiid 
sind auch nur weuige vereinzelte Verletzungen bekannt geworden, und die^e nahmeu alle einen 
günstigen Terlanf. 



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- '244 - 



Grossherzogitiiii Httssen. Prov. IStaikenburg. 



KreiMHit 


Fmdort 


fiVMrtiliriiiaiiii 




1. Beusheim. 


ü 






2. Darmstadt. 


0 






Q m!%kfm M mm 

9. ininNlIg. 


0 






4> JSTDSASfl. 


0 






&. Qr.-Geran. 


0 






6. Heppenheim 


0 






7. (Mtenliach. 


0 












Pn>T. OborheBBMi. 


1 AlBftld. 


0 






2. Bttdingm. 






f^Ui VdFlrABiiilAn wird von iiiAiif4ifif 








Seite b(;haui»t«t; ein Belegstück in 








indessen noch nicht erbracht worden. 


9. iriBaDerg. 


V 






4. Giessen. 


0 






0« Jj|iUierlMUaL 


0 






SehetteiL 


0 












PrOT, B]l6]]Üie886E. 


1. Alzey. 


0 






2. Bingen. 


0 






3. Mainz. 


0 






4 Oppeabfliii. 


0 






5. Worms. 


0 







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— 345 - 



Grossherzogtum Mecklenburg -Sciiwerin. Landger. ächwerÜL 



Antig^ridit 


Fundort 


Gswürtmaiii 


BeiMrkyiig 


1. Boizenburg, 








S. Bdmitz. 


Hei Dömitz 


Lflbrer Lfibstorf in 
Ptrchim 


Iki D. UDfero Kaddenforth auf dem 
liuthskarap uud in dem Brandleben 

daselbst. Diese lniien FnnrJorte 
liegen so, dafs bei den IrUhtreuElb- 
und Elde-Überadurwiniungen das 
Wa-sscr di(^<^plben weifen ihrer Höbe 
uicht beeintlus>(en konnte. 


3. Gadelmflch. 








4. QialMiw. 


fiel Grabow 


Sebttldir. Dr Sdinbortb 


In Niederungen, die mit Buschwerk 
bewachsen aiad und in nicht zu nassen 
Mooren. KObe und Schafe wurden 
zuweilen verletzt. 




Klttsser Forst 


Oberlehrer C. Arndt in 
Bütseow 


Ein Forstbeamter wurde in den Arm 
Rebisseu iZeitungsber. aus Ludwi^- 


5. GreTesmttlildQ. 






lust 18. April 18««). 


Bei ürevesmfllileii 


Dr.Mi't iiMiticitinT, Geh. 
Metlizinai-Itat ia 
Scbwerin 


Vor t ili paar Jahren erhielt der Sohn 
de:» Dr. med. Dreyer b«im BotanisiercD 
eimn Kfe. Dvrdi BebucUnng nH 
A)kolintici< wurde er tot sdüininD 


6. Hflgenow. 






Folgen bewahrt. 


Bei Haieenow 


Lehrar Lftbatorf in 


Hai^enower Heide, Jasnitx, Neu-ZachUD, 


7. Kriwitz. 




Pwdüm 


I'eJefin, Viez. 


l>HlilfniiiiM'li«'U 


» » 


Buhlenbtt)ichen an der Lewitz. 


a Mbtheeiu 






FriedrichBinoor in der Lewits. 


Quassel 


Lehrer Mahn in Neu- 

brandeubarg 
Lebrer Litbitorf in 

I'archim 


Ein Exemplar anf Ackertendbeobacbtet. 




Schwechow 


C. Suuck itt Wiren 


Ein Herr v. Laffert erlegte zu Schwechow 


9. Lndwigslust 






ein Exemplar voo 8 Pub tAage. 


Bei Lndwigsliu* 


OberL Dr. Anffarth 


ZicmUch liäufi^^. Sandboi!t'n, M-or, 
LebmbodcQ. län Älterer Mann wurde 
vor einigen Jahren nnd tin jüngerer 
Mann vor einigen Wochen (1. April 
1880) verletzt. — Im Schlobgarten 
bei Ludwig8luHt(C. Struck in Waren). 
— Im Gla.Hiner Forst (Lebr«r LObetorf 

1 ia Parcbim). 



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Grosslierzogtiim Mecklenburg-Schwerin. Landger. SchweiiB. 



Amttgertcht 



10. Neoätadt. 
IL Pardiim. 

12. Rehna. 

13. Schwerin. 



14 Wisaar. 



15. Wlttenharg. 



Fundort 



Hobewiscb 

Punschcnliagen 
In den ]lariiitzer 

Bergen 
Heyefstorf 



Drispt'tlier Moor 
Bai Schwerin 

Zickhwwn 
Beidendorfer Moor 



Eggeradorf 

Klü8»eudorfer Moor 

Tknower Xoor 

Zierow 

Bei Zarrentin 



Lehrer LUbstorf io 
Pirdiim 

(' Strurk in War^n 
Lehrer Lübstorf in 
ParchiiD 



Lehrer A. Rftttig in 

Wismar 
Direktor Dr. Krause in 

Rostock 

Lehrer T.ülistorf 10 

i'ai\:liiin 
Lehrer A. Bftttig IQ 

Wtsmer 



Lehrer Lübstorf ID 

Parchim 
Ldirer A. Btttig in 

Wismar 

Lehrer Labstorrin 

Farchim 
Lehrer Angeretein in 
Rostock 



Im Laabholse. 

Unwrit Mamitz. 

lu eiuem Umkreise von einer Meile um 
Ferebin nidit beobeebtet. 



Zahlreich. — Im Schelfwerder bei 
Sdnreria werde im 3. Mai 1886 eia 
sebiQtbriger Knabe gebissen. 



Hei Wismar; wenig über der O^tse«'. 
Torfmoore mit Heidekraut, Andro- 
meda, Vaccinium u. a. fthnl. Pflauzen, 
aUo die mehr trockenen Moore ; auch 
auf nptrcidefeldeni in der Nahe der 
Moore beobachtet. Auch prester.— Vor 
drä Jahm wurde «nEnabe veiletxL 



Vereinzelt. Eine moorige, toräge, ziem- 
lieb fladie Halbinsel des Schalsees 

und iliTt bfsoijdprs iu vermoderten 
Baumstrttnken, die von einer £rüberefi 
Abholzung übrig geblieben sind. — U 
früheren Jahren wurde ein Knecht 
daselbät gebtasen; ohne schlinune 
Folgen. 



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- ut — 



firoBflhenogtiim MecUenbnrg-Sohwerui. Landger. Cfrllatrow. 





rlllNIVn 






t Brüel. 








8. Bfttiow. 


Blitxew 


Oberi. C. Arndt 


0«wdbnlietaeF«rlMn9,clienean.pre8ter. 




tiralow 


Lehrer LUbstorf io 


Au dem Scblemminer For^t 






Parehim 






Forstrevier Rübn 


Oberl. C. Arndt 


Häufig. 




äcbleinmiiier Forat 


Lehrer LUbstorf ia 


Bei dem Dorfe JabeliUi u. der Hohebarg. 






Parebln 






Im Walde Zepelln 


Dir. Dr. Kraasa in 


(Nach Eisenbahabanmeiatm Langfeldt in 


3. Dargun. 




Rostock 


Rostock). 


Dargun 


C. Struck in Waren 


Exemplare befinden sieb im v. Haltzan'- 








Kbra Mnaenm. 




Glasow bei Dargun 




n » » 


4. Qk>ld1)erg. 


Dobbertiii 


Lehrer LUbätorf in 








Pardum 






Dollbill 




Im Cieliülz. 


5* Qttstrow. 


UiTzberg 




Im Ocholz. 


Bei Güstrow 


Dir. Dr. Knuue io 


(Nach EiaenhahnhauniMBter Langfeldt in 






Rostock 


Rostock). 




Um ScliUeüi-iiberg 


n n 


lu dem (.ieholz am Schi, zaiilreich; 








bewnden in der .Sehhue*, taam. 








OebAbe, dns von einem Rruche durch* 








zogen ist. und im „Königstitrick" 


6, Neii-Kalen. 










n Stnipir in W*Min 










l^ftn t^o^ 0<*liwttf^ai2 ITvarrmliit* in Haiti 
Jüilll ZSS%i oCuWmz'Bo J-^cUipial: Jll UUlU 








T. WMMMI SCUVu mwiTii« WUgpmii in 


Tf ITt^CI-V ATI7 






Waren. 


Bei Koppelow 


Ludw. üoltz in Greifs- 








wald 






Bei Krakow 


Lehrer LUb&tOlf io 




8, Laage. 




Pacchim 








9« Wo, 


LfllHE 


G. Stnck in Waren 




10. HälolüiL 


Bot HalcluB 


Obni. Hanidorff 


Seltt n, P'rüher h&ufiger, als es noch 








mehr linlchf in der T'iiiLielnuig prah. 






C. ötruvk in Waren 


Bei .Malchiu iui liaiuhulü: nach liasedov 








bin. * 



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— 248 — 



Grosslierzogtttm Meddenburg-Sohwerin. Landger. ötatrow. 



Antigericht 



11. Malchow. 



12. Fenslin. 

18. PlftlL 

14 Röbel. 

15. Stavenhagen. 

16. Sternberg. 

17. Ttoterow. 



18. Waren. 



19. WailB. 



1. ITen-Biikow. 



Fimdgrt 



Bei Xea-(iaarz 



NoaMntlner Beide 

fiogees bei Stuar 
Friedrichsfelde 

SilbemOUe 



C. Struck in Waren 



iüein-Lakov 

Bei Hstgendorf 

liadvn bei Laiendorf 

Teschow 

Teterow 

VVaikeuhagen 
Bei WareB 

Bei Nenkloflter 

Ventscliower Moor 

Bei FMwe 

Foisclicudorf 



Lehrer Lubi^toif in 
Parchim 

» j> 
C. Strack ia Waren 

L^r LObstorf in 
Ptrehira 



C. Strock in Wann 



Dr. Mettcnhcimer, Geh. 

Med.-Iiat ioScbwerin 
C. Struck in Waren 

Lehrer I..Ubstorf in 

Parchim 
C. Struck in Waren 

Lilbätorf in Parchim 
C. Strock 



Ldirtr Lühstorf in 

Parchim 
Lebrerltauig iuWismar 



I/ehrer Lübstoif in 
I'archim 



Bemerkung 



Im GrasÄCo (einer Wiese mit Gestrüppi 
zu Keu-Gaarz bei Jabel. Nach dem 
Abbrennen des genannten Gestrü|ipe8 
fand man viele balbversengtc KreiU' 
Ottern. 



F. bei Penzlin in dem Ilcidmoori y;e- 
mi«:hte» Holz, namentlich Birkenj. 
Sehr vereinielt. 



VonKlcin-LukowbeiKirch-(5nibenha^ec 
ein «ehwarxbraane» £xeiDpl. in dem 
V. EattSNu'sclum Hosen» in Waren. 
Ein Jtgdknnd gebiSBen; geheilt. 

Exenipl. im v. Maltnn'scben Mosenm 

in Waren. 
In einem kleinen Qehdlz. 

In den Heidbergen. EinJagdhond wnrde 
diaelbst gebiseen. 

In den Bndien bei Waren, Giewitz. 
Molzow, Welist. Kxemplare in der 
V. Maltzan'scben Sammlung. 

Bei N. in dem Ltbbastorier Font 



Landger. Bostoek. 

In dem Walde „Kirchhoin'' bei 

und I'oischendorf. 
Auch var. chcrsea. 



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— 249 — 



Gfroasherzogtimi Mecklenbarg-Schwerin. Landger. fiostock. 



Fumtort 



2. Doberan. 



3. Gnoien. 



4. Kröpelin. 

5. Bibnits. 



6. RostoclL 



7. Sflkwaan. 

& StUse. 
9. TesiiiL 



Bei Doberan 



Finkenthal 



Bd dem Dorfe Graal 

Im KösterbekerUolz 

Nlenlugeii 

Ribnite 



Koatocker Heide 



KUqgendoif 



Bei TeniD 



Dir. Dr. Krause in 
Bostock 



C. Struck iu Wareu 
Oberldirer G. Andt io 
BOtiQw 

Dir. Knnw in RoBWdc 



i» » n 

E Reich, Lehrer am 
fiealprogymnanum 



Dir. Dr. KraoM 
Gand. jnr. Kniue 



Lehrer Mahn in Neu- 
Brandeuburg 

Lelirer Mahn in Ken» 
Breadeoburg 



In den Dobcraner Gehölzen u. Forsten, 
im „Htttter Wald" und besonders 
in dem „Kes^elhoU", einer Eiefeni» 
holxnng auf Sand. 



Jn den DOnen Ton Dorfe Gnal Üb 
rm OfttMebad« Utrits «eiDl.htdtg. 

Hinter Oetseebad Udritz hftufig. 

Bei R. zienilich hftufig, vomehmtid io 
moorigen und liruchiiieii Stellen. — 
Bei Bad ürorb-Mui itz ni lhö4 ein 
Hund gebissen worden. 

1'/» M. von Rostock, Forst von etwa 
1 □ Meile an der Ostsee entlang. 

Beeondere Fandorte in der Heide «lad: 
Torfbrück, M.irkarafi'iihciJe fhier ein- 
mal ein Turner verletztj, amächnater- 
mum. — In dertJoiTenitttaiaiDnilang 
befinden sich Exempl aus der Rostocker 
Heide, aas einem Wald und einem Torf- 
moor an der Wamov (Pro! Gme). 

Ein Hirtenhnnd, der daselhet gebiaaen 
wtffde, genas nacb drei Tagen. 

Belteo. 




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— 250 — 



6ros«berztitMii MickMurg-Scliwffia. 

(Auch für If eckl»Bborg-8tre1itx giltig). 

IM» beidco MMUeidrorg tt«g«ii in der Noiddtatacbea TSefebene nnd ««rdeit Noid- 
westen nach Südosten in ««ei ptnUeleo Zügen von dem Korddentschm Ltndräcken durch- 
logeo, der aber nirgeod» za bedeutender Hfihe «mteigt (der Rohner fieig in Süden von 

Mecklenliiirg-Si hwerin ist 178 m und der Helpter Berg, uürdlich vou Woldegk in Met klenburg- 
istrplitz, l^dmhoLh). Der übrige Teil Mecklenburgs ist Flachland und reich an Flüx>eu, Mooren 
und Brllchoft: In .,is:leri zahlreich sind die Seen in der Mulde zwischen den beiden Zügen 
des LatuJiiii kp!)-. S.ni'i, Lehm nnd Moor -etzen den R-Mlcn jrn-'nmmf'ii Dip-eii fUr die Kreuz- 
otter miüsli^icii Vei Iialtiji-M'ii L'utspncht die Haufiskcit ihro \ nrkniuiii.Miv Sie i>t in beideu 
Grofsherzogtliünjni la i ubeiaü zu Huden, es »uid nur kleinere Üistrikle, »le z. Ii. m Klulzer 
Ort — der Genend zwischen Uas&ow, ürevesmühlen und Klütz — und bei lk>izeuburg (Elbüber^ 
achwennrasgägebiet), innerbalb weldier ate fehlen soll ^e findet «leb sienlieh hünfig bei Lud- 
vigiliiBt, bei Schwerin, im FarMreWer RObn bei ßütxow. om ScMieflienberg bei Gflstrow und 
besonder« in der greisen Brach- und Wlewoniederiiug, der «Lewitt', «üdlich vom Sebwe- 
riner See. 

Etwa 10 VerletzuDgen aus den letaten Jahren idud mir l>erichtet werden. Sieber iat 

die Zahl derselheu viel ^'rofsL-r; denu iiacli Mitteilung des Geh. Obermedizinalrates G. ßrückoer 
in Ludwigslust vergebt Itein Jahr, iu dem nicht in seinem l'hysikat-skreise Leute von der 
Kreuzotter jj;ebi>seu werden, lu den .'lOer .lahren wurde, nach einem berichte des Lehrers 

LUhstorf in Parriiini. bei N'eu-Zachun zwis<-li,-n ULi^cmiw nnr! Srhwerin ein Kind in der Sähe 
<!>> II;iiiilwiii^clgelenkeä iu deu Arm gebiä^eu und starb &chou im Verlauf der n&ch$tea 
zwei Stunden. 



Giosskerzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Landger. Weimar. 



Amtsgericht 



Fimdort 



GewihrimaMi 



1. Allstedt 

^. Apolda. 

3. filankenliaiiL 



4. Büttstedt 
fi.QTOBinideBtadt. 

6. JfilUk 



Berka 



Dr. M Scheit in Sonue- 
berg 

Pi<if. Dr. \V. Marschall 
iu Leipzig 



Apotheker Wiegnann 



7. TleselliadL 

8. Weinuur. 



Bei Weimar 



Prof. Dr. W Marschall 



L EiBonadu 



3. Gerstungeii. 
4 Dmenaii. 



Eisenaeli 



Markflohl 



Ralila 



Bei UmenM 



Hofrat Dr. Senft 



Prnf, T)r, V. FritKb in 
iialie a. S. 



In der Umgebuug vou Apolda ist sie 

nicht beobachtet worden. 
Hinter Legefeld auf dem Wege nach 

Berka. 

Am Dieb.'isteig nahe Berka früher sehr 
hauüg (Prof. Dr. v. Fritach io Halle). 



Sie kummtinnerhalb der ganzen Muschel- 
kalkformation tun .Tcna nicht vor. Das 
bebaii])lete\ (U'iiaadensein in denWald* 
gegendeo des Buntsandsteins iHmBte 
bisher nicht mit Bcstimuthüt fest- 
gestellt werden. 

Einzeln im Süden der Stadt hintor 
Legefeld nach Berka zu au der ilm, 
redits der Chaawee im sog. Hengst- 
bechgioDde. 



Landger. SisenaolL. 

In der Umgebung von Eisenacb selteo. 
Seit 8 Jabrt ii ('IH78— 1886) sind nur 
3 Exemplare in derN&be desBenn- 
Steiges gefangen word«L 

Hei Mark>iihl wurden in den letzten fünf 
Jahren mehrere gefusdea. — Eimteloe 
VerletsuDgeo (Forstaaristent Hertel 
in MaiksaU}. 



9S» 



— 252 - 



örossherzogtum Sacbsen Weimar fiisenacli. Landger. Eisenacli. 



Amtegericht 



4 Ihueoau. 



5. Kaltennord- 
heim. 



6. Lengafeld. 

7. Ostheim, 

8. Vaclia. 



1. Auma. 

2. Neustadt a. d. 
Orla. 



FuNdort 



Bei MartiDrod« 



ilevier Krb«nbaiiseii 



KaltenuoiHlheiui 
Dermbach 

Bei Tit'feuort 
Välkerahaueii 



>ieiigtadt a. d. Orla 



Bei Teiehwolffams- 
doif 



Fiot Dr. Leimbach, 
Scholdir. in Arnstadt 



Oberförster Böttoer 



Cand. phiLW. Wolter^- 
torff in H«Oe a S. 

Apotheker V. Keller 



Cand. phü. Wolterstorff 

iu Halle a. S. 
Oberf. Hiih. Sclmidt 

in Vacha 



Apoüieker Wiegmiao 
in Jen« 



Hofrat Prof, Dr. LMM 
in Qera 



Auf dem Veronikaberg (Frotinberg). 
Lenz führt in aeiner »Scbbuigenkitod«'', 

1. Auflage, zwei VerlrtxDngea am der 

Gegend von Ilmenau an. 
Häufig. Srbonungen, iieide, auf Basalt, 

Kalk und Sand in 400— <500 m. —i 

Hunde und 2 Ziegen verletzt: e'm 

Ziege erlag den Folgen. Eine Fm 

und ein Bildchen worden gebieen; 

letzteres starb. 
Am Rande der Liaodstraiäe, am Fuß« 

äner Sebntthaldevnrde ein Exemplar 

beobachtet. 
Bei Dermbacb siemlich h&uäg. Sooaig« 

St«R«it8UfBlg«Ab]iaagn der Basalt- 

k«gd. 



Geyr&hrsm. bat in llJabren ein £sem-> 
plar bemerkt. 



Laadger. &era. 



Nach Hofrat Prof. Dr. Müller in Jen« 
kommt sie bei Neustadt a. d. 0. io 
der Buotsandsteinformation vor, be- 
sonders in Moorgegenden, wo Lednm 
paluätre w&clv>t. 



Digiii^Lü Google 



Srossherzogtuffl Sacbseo-Weimar-Eisenacli. 



Hioptteil des GroUMnogliiinB liegt auf der ThOringiadien Temwe; «in Ueiner 
T«U im NordweBten gehOrt zun TliariBgar Wald ODd da dritter zor BhBn. Am Thüringer 
WaU Begt das QM»t von ÜmeiiBn. 

Die Kieiiaotter Cndet rieh mehr Terrinzelt Uber daa Laml »Hntreat; hlalig ist rie 
nor bd BaUa ood in d«r VorderriiOD (Revier firtieohMiaen). Hefrat Dr. Senft veiraatet, 
dab die Kreaaotter aus der TFmgdmng ven Buhla, wo me in den GlimmenebielBr', Perphyr- 
md Mdaphfrbagen vorkommt» Ober dmi ReniiBteig Ida nach ESsenacha Gegend hin anf dumi 
Wanderangen nach Nahrang sidi Terini habe. 

Ton Tieren werden in dm letzten Jnhren Hände and amdi Ziegen varletat; eine Ziege 

yerendete infolge drs l^i-sc^. Am h Verletzungen von Menseben sind bekannt, und bei einem 
zwölfjabrigen Mädchen hatte der Bifs den Tod im Gefolge (Oberförster Döttiicr in Erbeubausen). 
— Verletzangen ans frUberen Jahren meldet Lenz in seiner «Scblangenkuade", 1. Aufl., von 
Ilmenau. 



— 254 — 



GrosBhenogtnm MeeUenbiiT^-BtrelitB. Landger. NeustnUtz. 



AmtQftni'ipht 


Piinrinrf 


npw^hrfimsinn 

UCTVCIIII olllallll 


Rnmnrlriinn 


it jrvuuwrg* 








2. Friedend. 


Bei Friedluid 


Lebrer LAbstorf fnPar^ 


I» WlUen bei Friedlaaii. 






cliim 






8chönbeck 


Oberlehrer C. Arodt ia 








Bfltzow 




3. Fflrstenberg. 


DanneiiwBlde 


C. Struck in Waren 


Im Kiofcrnwaldc. 






Pastor Konow 


1q der nähern Umgebuag FQratenbergs 








nicht beobachtet. 


4 muxw. 


Mirow 


Semiuardirektor Bedc- 


In der Umgebung kommt sie vereinzdt 






ström 


vor. In feucbten Niederungen. — 








Verletzungen von Händen sind einige 








bekannt 


f\ lu an Iwa n fi ATI 

0. neuoTftuQBii- 


Meubraudcubiu'g 


Lebrer Lflbatorf in Far- 


In Waidern. 


uuig. 


dun 










Ein Tier wurde innerhalb der Stadt ge- 


6. NenvtnilltK 






fangen (Lehrer A. Mahn). 


Nenstrelitz 


C. Struck in Waren 


Im GUmbecker Hobt bei Neostreliti. 


7. Stugard. 


InStargwderfirneh 


Lehrer UihD in Nea- 




8. Strelitz. 




lii iiiiil«nl)urg 




Alt-Strelitz 


Lehrer Mahn ia Neu* 


In der Kaikhorst häufig. 






brandeBborg 




» 


Pastor Konow ia Fllr- 


Wurde daselbst wiederholt beobachtet. 






steoberg 


Torfiger Boden mit Birken, Erlen, Föh- 








ren, Botbucbea «ad Eichea zwieehen 








Vacdainm nliginoBiua a.e.w. 


9. Woldegk. 








1. SdUKlIwig. 


Bei Lttderwlorf 


KeaHeihrer Knanff in 


Im Pellen-Moor in ca. 20 m, und im Hoer 


(In FanMnt BktMüNWV.) 




Scböaberg 


im Eupensdorfer Wald. — Vor sicbea 








Jahren woide ein Knabe verletaL 




Bei Sehdnberg 


'i ff 


Selten. 




Bd Wahrmw 


Lfhn-r F. Feucrstacke 








in Magdeburg 





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(rrossherzogtimi Oldenburg. Landger. Oldenbnrg. 



Amtsgericht 



Fundort 



Gewährsmann 



Bemerkung 



L Brake. 
2. Bntjadingen. 
2i Damme, 
i. Delmenhorst. 



iL Elsfleetli. 



ß> Friesoythe. 
!L Jever. 



8^ Kloppenburg. 
d> Löningen. 
KL Oldenburg. 



IL Varel. 

12. Vechta. 
Lä. Westerstede. 

14. Wildeshansen. 



Bei Delmenhorst 

Bei Ganderkesee 
Bei Elafleeth 

Bei Neuenkoop 



Bei Jever 



Schortens 



Uundsmühler Holz 
Loy erbe rg 

Neuenwege 
Varel 

Edewecht 



Im Ekerner Moor am 

Zwisckenahaer See 



Kr. Borcherding in 



Vegesack 



C. Jülfs. Lehrer an der 
N'avigatiou&schiüe 

Borcherding in Vege- 
sack 

Gymnasiallehr, Kossen- 
haschen 



C. JQlfs, Lehrer an der 
Navigationiischule in 
Elsrteeth 



Dr. Grevo, Veterinär- 
Assessor LOIdenburg 

Dir. C. F. Wicpken in 
Ohlenhurg 

Dr. Fr. Müller in Varel 



Stukenborg, Seminar- 
lehrer 

Dir. Wiepken in Olden- 
burg 

Fr. Borcherding in 
Vegesack 



Vorhanden; aber nicht in der Marsch. 



In dem 5 km sfldl. von Jever gelegenen 
Walde Upjever ist sie recht häufig. 
Auf den südwestlich gelegenen Gütern 
Moorwarfen und Moorbausen kommt 
sie vereinzelt vor. 

1886 wurde ein Ochse in den Hals ge- 
bissen, und es entstand eine stark 
eiternde Geschwulst. 



Gewährm. besitzt eine prester von dort. 
— Wald auf Moorboden. 

Ende der siebziger Jahre wurde ein 
Knabe gcbif^scn; er starb an den 
Folgeu des Bisses. 

Elxemplare befinden sich in der Real- 
schule zu Varel. 

In der Umgegend von Varel ziemUch 
h&ufig. 

In der Umgebung von Vechta nicht be- 
obachtet. 

In den vierziger Jahren wurde ein Knabe 
gebissen; er starb auf dem Wege 
nach Oldenburg. 

Gcwtthrsm. ist im Besitze eines kupfer- 
brauneu Exemplars von dort. 



— 856 — 

firoBsherzogtum Oldenburg. Landger. Läbeck. 



JUIEBOBTIGIn 


FiüdDit 


nMtfoIVttHSlHI 




1. Ahrensbtick. 








2. EatüL 


Forstrevier Dodau 


Oberföniter Wallis 


Sehr selten. 


3. Schwartau. 














Landger. Saarbriloken. 


L Birkenfeld. 


0 






2. ObustoiiL 


0 







6roMli«rz«gtMii Oldenlrarg. 

Das Havptlaod im Gtoßhenogtniiis OldenlMurg (d« Henogtmn OUnbar^ liegt in 
der NorddeotadieD TkUbam and Int gar keine Erhellungen. Ungs der Nocdeeelcfiste und 
der Wemr «nUadtl ddi die IfftiMdt. Lenddnwlita fidgt die Oeeat ndt «ufedeluiten Heiden 

und Mooren. Die Kreuzotter bewobat hier, nach dem Ben'cbte des Dir. Wiepkeo, haupte&ch- 
licb die Moorgegenden; jedoch konimt sie auch auf der Geest vor, besonders in Kiefem- 

pflanznngen, wo aber Hpidp rvifht fehlen darf. Audi atif dpn BanddOncn wird die Kreuzotter 
mitunter uiif^elrotlen, wenn dieselben mit Kiefern und Heide bestanden sind. Sie iht dem- 
entsprecbeud über den gröfsten Tfil des Herzosrtums Oldenburg verbrpit<>t »ml fehlt walir- 
scbeinlich nur in den ausgedeliiiteti Marbcbeu. In dem oldenburgiäi:heu Gebiete bei iiolHteio 
Indet m sidi oIwdCiUb, z. B. in der Gegend Ton Entin; eie felilt hingegen gani im Fllnt«n> 
tun Birkenldd. 

In den letstem Jahren sind mehrfach Yerletzoogea Torgekommen. Ein Junge, ca. sehn 
Jahn» alt, welcher siiei StuiHien loa der Stadt OUenbnrg gnbiuon irarde, atarb am dritten 
oder vierten Tag. Andi Terletaungen ton Tieren, besonders Pferden, Imuen tor; meistens 
erfolgte der BUa sm Kopie (VeterinRr-Asaessor Dr. Oieve ia Oldenburg). 



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^ S57 — 



Herzogtum Braanscliweig. Landger. ßrauMChweig. 



Amtsgericht 



FuiMkirt 



1 'Blan'kpnbTirg. 
2. Brauusckweig. 



3. Harzburg. 

4. TTasselfelde. 



Iti i Tr-c'-i'hitrg 
Bei Brauuackwei^ 



Bei Gntöleben 
Bn HeliMtedt 



6. Kalvörde. 

7. Königslutter. 

8. Biddagbansen. 

9. Salder. 

10. SchöniDgen. 

11. Schöpp«nstedt. 

12. Tliedkgliaiiseii. 
IS. T«el»lda 

14. Tonfelde. 

15. Walküüiibd. 
le. Wolümbtittol. 



1. EscherBhaasen. 

2. Gandereliiin. 



Bortfolder H«1i 
Vorafddtt 

Hei Walkenried 



Bai Bodmbnrg 
Bei Gandenheim 



Forstm. Th. Oeling in 

Seesen 
Prof. Dr. Eberhard. 

Schulnt 



Gj^maasialdir. Drewes 



Prot Nehriog in Berlin 



Prof.N«liriiigiiiB«tiii 

Forstm. Hl. Belms 

Seesen 
Lehrer BcsUioru in 
Nordbauaen 



Im Pawelschen Holze in manchen Jab- 
res denlkli hiitfig. 

Im Rischauer Holz nicht selten 2 
Verletzungen kamen in den letzten 
Jalnwt f or. 



In der ntelutMi Ungebnng von Hefan- 

steiit findet sie sich nicht, tfanz sel- 
ten in den nördlichen Auäl&ufem des 
niedrigen und zum Teil Bompfigen 
Lappwaldes, in 10— 15 km Entfernung. 
Nördlich uad ooiddsUich von der Stadt, 
in liebten Waidrtalien, w» Heid«- wd 
Heidelb«eilttMit 



For8tmJeliogin860aen 
Dir. wate em Baal- 



Ziemlidi hAiilig. 

Zwiadien VonMde u. Orafboiit 



Landger. Hokuindtn. 



Semlicb bAofig. 
Ganz vereinzelt in den Waiden bri 0. 
— MuacbelluUc, Bantsandatelii. 



«•Mit tab ZT. « 



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— 858 — 



Heizogtm Brannscliweig. Laadger. Hokmudeu. 



AMtageriebt 


Fmiltrt 




Benerloiag 


3. Greene. 








4. Bolsminden. 


Bei Hobaninden 


GynaaiftMir. Dsnber 


Id der SemiDUiig des Gymnasiunis sind 

mehrere Exemplare auscIcrUin^feueDd. 






Schulrat Prof. Dr. Eber- 
hard ioBrauDsehweig 


Ad etoem vorspriageudea Waidlung 
nrfsefaen FOratenberg o. Holzmind«!. 






Oberf. ZicRenmeier 


Vereinzelt in der Nahe voa llol/mindea 


V* ^ULLUi cUil Da 


ljuiici Ii» ij. 


ronuu. in. ü«ulig In 


Id den üolzuogeu zwischen Luttor a. D. 


rmberge. 




Semen 


n. LBD^Iftheim, ai;f einen ca. Uni m 
hoht n Iliii,'( lzug, mit Eidieubuftcbholz 
11. Heule, stellenweise auch mit Jl^i h-l 
beeren bewuch»cD, auf trockcQcm 
Boden Ober QuaderMudsteio. 


6. Ottenstein. 








7. Seesen. 


Bei Seesen am Harz 


t orRlin. Iii. Uellutj 


Ziemlich b&ufig. 




.\m WoUensteiii 




SadaUinng mit K«ikfelseti , btufig. 


& Stadtoldeiidorl 







Herzogtum Braunscliwelfl. 

Des Hersbgtum Bvaumebwdg besteht ans drei grdlaereo Teilen: 1) dem Gebiete 
Bmmnehweig-Heboatedt-WolfenbfttCd, 2) u» dem OeUete Oandersbeim-HohmiiMien, 3) den 
Gebiet« Bluikenburg-Walkraried «ad aitberdem aus mehreren Ueiaen EsdcIaTen. Das erstere 
G«biet Hegt im Übergang von ßerg- zu Flachland, das zweito reicht vom Oberhara bis aar 
Weser und etwas darüber hinaus, und das dritte liegt im Unterharz. 

r>ir! Krcnmttor findet sich im W;i!(i'.:ehipt bei Rratin-rhwpip' und Ik'lrn>tedt und in der 
Kioilfrunu; (ie-^ Dnnnling hei Vnr.-feide. Aiu ÜluTliarz he/w. lun Weslfufse des Harles sind 
Futid(>]'tr' bei iSee.seii, Lutter um Barenberge und Gandersheim, im Unterharze kuuiut die 
Kreuzotter bei Treaeburg und Walkenried, hier am Fulso des SUdharzeb vor. Häufig ist sie 
nnr awiadiaB VonMda nd Giafbont, aiemüch btulg bei Bratmschweig« im Bortfelder Eolse 
bei VecbeMa, bei Seese» und in der Bildav« Bodenburg. 

Es alad mir nur nrai Terletaungen ans den letsten Jahren genwldet und bmda aoa 
der Gegend von Branoaehweig. 



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— a» - 



Herzo^um äaciiseii-Meiuingeu. Landger. Meiningen. 



Amtsgoriobt 


Fundort 


SawHhrtniaBn 


Benerkini 


L Eisfeld. 








2. Heldburg. 


B« Heldbnrg 


Pn>f. H. Bottoibach in 


Vereiitielt 






IfeiDlngen 




3. Hildburg- 






haasen. 








%• AOlOlIlgvJL 


Bei HeiiiMit>0r|f 


iTOi. u. Mottenmcn 


> eremeik 


6. RQmluld. 


Bei lUhnlnld 


Prof. Röttenbach in 


Vereinzelt. 






Meiningen 




6. SalzimgML 








7. SehalkaiL 








& Sonnebeig. 


Sonnebers 


Prrir Rottenbach in 


In derNlli« tod Sonneborg beabachiet. 




Meiningen 




9. SteiOMh. 






10. Themar. 








11. WasnngUL 














Landger. Radoktadt 


1. Gräfenthal. 








2. Eambnrg. 








8. KnadohMd. 








4. Pössneck. 








5. Saalfeld. 


Saalfeld 


OoUfoCs in Halle 


Nicht häufig. 



Kenogtum Sadnen-Meliilnipea. 

Das Herzogtum Sachs'Pn- Meiningen liegt am und im Thüringer Wald, berillirt auch 
das Rhöngebiet und ist somit fast durchweg gebirgig. Es zieht sich aus der Gegend von 
Salznogen in sfldöstttchieir Bichtang am Sttdrande und längs des Thüringer Waldes bis zum 
Qoetlgeblet der Wem aait m da in iioidMilidkar Bidutuiig tber den Thiiingar WaU nnd 
die Saale bis nr Olk. Aufiierdem gehören mebiere Uaine Exkbtvan an Sichaeo-Meiningim. 

Die Kreuotter findet lidi nur vareiaceU; firaher kam al^ wie Fref. H. Bottonbacii in 
MeuingeD bemerkt, im Henogtum niebt aalten Yar. 



kj i.u^ i.y Google 



- wo — 
Herzogtum Sadisen-Altenbiug. 



Ottknis. 



Amlssnrictt 



1. Alten borg. 



2. Bmnebnig. 

3, SdunOUn. 



g. Kahla. 



Bei AlteuliUi'g 



BKitenkain 



Forstrevier Lehm« 
SeUfnhMtoBftvier 

Wilchwitier Re- 
vier 



Stoy, Sekret, d. Alten- 
IraifH- Nttnrt Ge- 



Berierterwalt Schade 



iClosteriananitz 



Trantenhain 

Hmnmelahaiiier Be 

▼ier 
UatorbMinttB 



Oberförster Wiakler in 
Henflebach 

Oberf. Iü%tschmar 

Oberf. Wiener 

Oberf. dander 



Bemerkung 



Oberl Posebmann 



Oberf. Ungerland 

Forstmeister Banm 

Oberf.S4hler iaOrafap 
bockedra 



Häufig iu der sonj. Leina, eiuem firö&e- 
ren Walde, ca. 1 Stunde entfernt. 

Waldblöfscn, niedri?*- und sonnige Be- 
st&ude. Lehmig und Ndiidig. 

Im BreitenhaiMT Bevier hau6g. Lehm, 
Thon. Kies. - In ca. lu Jahren War- 
den drei Personen und ein üuud ver- 
letzt. Bin Knabe infolge des Biaaes 
gestorben. 

Im gaosen Lnckaer Forst sehr häufig. 
TorsugsweiM an aonniireo Dickiebt- 
rändern. 

Ziemlich häufig. Zwei Huude und zwei 

Personen worden gelnasen. 
Yeieinzelt, zuweilen häufiger. Ein Hund 
wurde verletzt Lehm. Thon, auf den 
Höhen Kies. 
Ziemlich häuftg. — Ein Dachshund 
Gl wahrsmanues wurde ftebissen. Drei 
Menschen erhielten Verletzungea. 



Anf KloBterlansnitser Bener and in den 

angrenzenden Privatwaldungen «ehr 
li'iufin;. Bunter Sandstein, Saud mit 
Lehm, mitunter reiner Moorboden. 
Ein Hund and 2 Menschen wurden 
iu den letzen zehn Jahren gebissen 
Im Trauteuhwner Kevier vereinzelt. 

Sehr vereioielt 

Im Unterbodoitser Revier veieinaelL 



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— 261 — 

Herzogtum äacbsen-Altenborg. Westkreis. 



Anttgwlelit 


Fmidirt 


GoliNIliraiiiuiii 


BMiertana 


a. Roda. 


iMt)Ut»ebadier Revier 


Oberl Wiukler 


Nicht b&ufig. öew&bnuiuDn bat nur 




lOMvifer Revier 




2 Bzempbre geluiidiBii. 




Ob«rf. MeblliorB 


H&uiig. In medenuiieQ und Mf den 








Höben. 




Schöngleiaaer ite- 


Obere IMiibini )d 


Tereini^ in den niedrigen Lngen. >— 




vier 


AscbtTbütte 


18B1 murde.eio Hobduwer gebiiMO. 



Henofltun Safilnaa-Altenliuni. 

On« Hersogtom Secbaen-Attenburg bentebt ans swei nldi bemtdetea GeUeten: eineiB 
melir ebenen, dem Ostkreit an der Plelbe, and einem bergigen Teik, dem Westkreis «n der 

Saale. Id frühercu Zeiten mufs die Kreuzotter hier in grofeer Zahl vorgekommen sein 
(>•. AI1t.'emeines); aber auch jetzt ist sie fast überall vorhanden and an einzelnen Punkten 
inimer no< h sehr hftufi«? Tu der Leina bei Altenburg hat Stoy, Sekretär der Altenb. Naturf. 
Gesollschaft, mit t ini;,'on anderen Herren an einem sonnigen Nachmittai^c auf kleinem Terrain 
6 Stück erschlagen und ein Altcnburger üerr aliein 19 Stück gofangeu. Im Forstrevier 
Lehma wurden 188(3 bia zum 5. Mai vom Oberförster Kretschmar und einigen Holzhauern 
18 StAck erlegt. — Dafe Vertnderungen gegen firüber in Beiog auf die Häufigkeit rer- 
gegangea sind» wgiebi sieh danns, dalk n. B. das VoAmunMi Im ThutenhaiAer Revier jetst 
als vereioaelt bencMraet wird, «ihiend in Jahre 1838 von dort (aacb dm Akten des Font- 
arebiTS mitgeteilt vem Fontrepstrater C. WtaA in Altenborg) 448 8lfl«k eingeliefert müden. 
Verwedisebuigen mit anderen Sehlangen nnd üntenchieife bei dieser Zahl zngegebenf wflrde 
das damalige Vorkommen immerhin noch ein auCsergewöhnlicb hlnUgea gewesen sein. 

Obgleich die Leute im allgemeinen Vorsicht gebrauchen, so sind trotzdem in einer 
PO ottcrorfiihen Ge^'eiid ündücksfiHlc tinvermeidüch. Es wurden mir aus den letzten zehn 
Jalircn sieben Veiietzuniren von Jagdhunden und elf Verletzungen TOB Menacben t>erichtet. 
Ein Knabe aus dem Breiten hainer iievier starb infolge des Bisses. 



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Herzügtum Sachsen-Koborg-Gotba. Landger. (xotka. 



ABiunrielift 




fiflvAhMMiMII 

wwwiiiiirwiwiiii 




1 ßntliiL 
!• UuUUk 








e. LlOoBIUtwuL 










Im DietiwnMfGrnnd 


Seminarlehrer BMh in 








Wcifsenfeto 






Bei 'lariihiK li 


Utto Küsten 


Vereinzelt. In den loteten Jahreu wnr- 


4. Tcn!i'>berg in 






deD einiselne Personen gebissen. 


Auf dem loMlaberjer 


Prof. Dr. Eberhard, 


914 m. Ind«rIUebtimgiitchB«lahafd8- 






Sdiulrat io Brauu- 


bruQu. 






aehweig 








Lehrer Gerbing in 








Ol, UU^piClll'UM 






Uni SfAmAnftnnfhnl 




VAiwinvAlt — Dion AAwAbmnBnit tanA 9 








Verletzungen von Hunden bekannt 








18 1 6 wurde ein Knabe verletzt 




Tabarz 


Dr Schiefer inLangeu- 


Zvei Exemplare von Tabarz töiul im 


5. TkaL 






RpAlnrasviiinasinin in Lanffatttalxa. 


Bei RoUa 


Hofrat Dr. S«iift in 








Eisenach 




6. ToDna in 








Gräfentonna. 








7. Wang«nheimin 








Friedrichswerth 








ö. Zella St. Blasil 






■ 








Landger. Meudngen. 


t Kolmrg. 


0 


Aug. fidlliuiiB 


Di« Kreuiottw nicht beobaehtat. 


1 NevsUdt 


0 


GymnasialL Schlftl» to 


> » » » 






Kobnrg 




3. Rodach. 


0 


w r> 


n » n y> 


4. Sonnefdd. 


0 






dt KütiiigslMig. 




1» » 


B n « t 



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— 263 - 



Harzogtum SacliiM-KolMir||-6otba. 

Das HcfziH^iim 8adiMD>KolHirg-G«tl» iat sttmiMBengeaeUt an dem im SOdeii Thft- 
riipiin gehgeaen Henogtum Eoburgi wo» dem Henogtam Oo(U «nf der Nordnnte des 

TbQriuger Waldes uud aus einigen Exklaven. — Im Herzogtum Kobnrg ist die KreoMtter 
bis jetzt nicht beobachtet worden ; dagegen findet sie sich im Ilerzzogtam Gotha an mt^hreren 
Punkten umi iiiittiittor, wie bei Ruhla, h&ufig. Hier, in Gotha, steigt sie wch am Ltbeia- 
berge bis zu bedeutenderer Höhr hinan. 

Es sind aus neuerer /lit mehrere Vcrletzungeii Ix kartnt, jedoch ohne tätliche Folgen. 
Über die Verletzung eines bchweiishuudes berichtet Lehrer G. Gerbing iu btliuepientbal : 
„Derselbe wurde au einem heifsen AugU8ttage io die Schoaaze gebissen. Obgleich alsbald 
IntUdie Hilfe herbdkMB, scbwoU der Kopf w efawr nafllnnlidkeu Hane auf, m d«b die 
Augeo kamn za aehoi waren. Der Hund lag mehrere Woeben krank, wurde edieinbar gesand; 
einigB tf onate nach dem ffime aber steCIte sieh mae Lähmung der biuterea Ettremittten ein, 
die das Tier zu seinen Oeaebiften untauglich machte*. 



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— 264 — 



Hörzogtum Anlialt. Landger. Dessau. 



Antigsrlciit 


FuMlort 


60währnmiii 


Bflntrtaiiif 


L Ballenstedt. 


Bei BallensteUt 


OberL Dr. Weyhe in 
Demw 


Vereinzelt ioSTUm. auf l'honsdiiefer. — 
6««ihnBUUiobe8lttt«tD EKcmplarMi» 

(tcr Nnhe des Hirschteichthalcs. ein 
anderes aus den Waldungen hinter 
den ficblobteicli«. 






Lehrer H. flahn in 

\t . J 1... 

Magdeburg 


Il&ufig beobachtet auf Jem We^'o v mi 
BalleDstedt nach dem Meueberge am 




Bei GAfiiNilB 


Lebnr W. BdiiMiM 


Niehl hcitcii. Seit zehu Jahrcu i>t Jem 
Gew&hrsm. nur eine VerleUang be- 


2. Bernbnrg. 






kannt gvmmim. 




Dir. Dr. Fischer 


Bei Benrimng siebt vorband«!!. 




0 


Oberlehrer Dr. Pieper 


Im Kreise Dessau nicht beobacbtet. 






Oberlehrer Dr. Weyhe 


n 9 m » » 


4 Harzgend«. 






5. Jessnitz. 








6. Kothen. 








7. Koswig. 








& OranienbuuiL 








9. RosslaiL 








10. Sanderalebin. 








a ZerbBt 









Dm H«rzogtuB Anhalt gehdtt svm grObwn TeOe nr Narddantadiaii TMiebeiM, «b Udntr T«l 
li«^ «of dim UnUrliina, und toh hier nur ist das Veifeoniinen der Kreuotter gemeldet 



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— 265 — 



FUrstentm Schwarzburg-Sondeniliftiueiu 



Aortigericht 


Fuidurt 




DilHSffclliO 


1. Arnstadt. 


Bei Arnstadt 


Prof. Dr. Leimbacb, 
Beslacbuldtrektor 


lu der nähern Umgebung selten. An 
einselnen Stelleu der Wasserleitc (am 
östl. Hange des FlaueVchen Grundes) 
süUea Kreuzottern öfters beobachtet 
worden «ein. Bei Arnstadt scheint 
sie nur die br'WnMntcn Höhen mit 
Kalk- und Porph) rboden zu bewohneu. 

Pfingsten 1887 wnrde von einer zwiedien 
riiiiu- Ilfvda pefaiiL'fncn Kreuz- 
otter ein Knabe gebissen ; auch frtther 
Bchon, 1881, wurde ein Knabe ver> 
let/,1. In lifiilon Fällen trat Ileiltiiig 

Aiii f iLArh Ttr nwfi RnH Kräiiy in 

viU ^mAvU A/A* IUQU. AlltU. X lau« Iii 


2. Ebel eben, 






Antatadt). 






3. Gohren. 








4. Grenssen. 








5. Sondonliaiueii. 




Beatediiddir. Prof. Dr. 
LeimlMdi, Ainst&dt 


Kommt in der Nike von Sondorsbaosen 

(auf der Hainlcite und Windleite) 
nicht vor; gegenteilige Angaben haben 
sicli stets auf VerwedbseluDgeu mit 
CoroDella iaevis nuHdtfUmm lateeo. 



Ein Teil (die Olterhemcliaft) des FOntentams 8cliwaRbaig>Sonden]nnaeD liegt, AhnUdi wie bd 

dem Fürstentum Sebnarzbaig-Budolstadt, auf dem Nordabfidle dea Thüringervaldes; der audrie Teil (die 
ÜDterherrscbafl) wird fast ganz von der Provinz Sachsen umschlossen und ist von der Hainleite durchzogen. 
Hier, in der Uiittrhfrrsfhaft, scheint die Kreuzotter 7n fehlen oder doch selten zu «ein, wahrend sie auf 
denn bciiwarzburg^Kudolbtadtcr Gebiet der Unterherrschaft zatdreicb ist. In der Oberherrschaft beider 
Fürstentümer kommt sie vor. 



AfebMil. dtT 8*Mk*»k. »lart OMUub. XV, Bd. 34 



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— 2tiö — 



Fttrstentnm SohwanlniTg^Riidoktadt 



Amtsgericlit 


Funikirt 


GaMfähramantt 


Bemerkiina 


L imiKeiuUUlBSlL 


iPrankraluiiiseii 


Leiinr F. S^nunenng 


In der Gegwid von F. kemmt ne nem- 

r 1* 1 ' ^ €» itttt^mut n iinfi 7nni n v' f^T* 
llL II ali^culclll UUU aHIIIICK-II 




Am KyQ'häuser 


• • » 


Am K. selb^ sebr h&uäg. Wird oft 






mit RMfliffWKlImi oAw ftbirasielidteB 

Gras in die Stadt (Frankciihaasi;ni 
ireltracht 2 Bisst: — Kin luieillDltr 

ii7iti"^A ant ildfn l^vflniftncA^ IIA fflV 

Nahe der RuioeD von Otto, Gjmr 


2. Eönigsee. 






nasiaUebrer in Eäileben, gefangen. 


lui köuigüeer 
Walde 


Oberi. Dr Schramm iu 
Amtadt 




3. L«utenberg, 








4 Oberweissbach. 


Oeesbaeli 


Prof. Dr. Speenjchuei- 
der 10 Rndolstaot 


UcwUhrbm. erhielt hautig EiempUxe 
von diesen beiden Orten. Mehrmals 




Meura 


» » 


Verwundungen. Vor Ii ,I.ilii> n soll 
ein i(j;)i)ir. Knabe an den Folgen 


& Endolstadt 






des Bisses gestoHwn sein. 


Bei RndolBtadt 




bei R. sehr selten. Etwas häufiger l'^-i 
Itlankenbur^, am Kingun^e in das 
Schwarzathal, ingleicbeu auch bei 
Oberwirbach und Urauusdorf. zwei 
etwa -luim hoch gelegenen Döifam in 


6. Schlotheim. 


■ 




der X&he Ulaukcuburgs. 






7. Stadtilm. 


Im Paiilinaeller 


Obeil. Dr. Scbnuma ia 





Lehrer Jolioa Sömmering in Fraokenluunsen selireibt: j^Besondors findet sich die Eranzotter an den 
südliclien Abbangen, atae den Vor bergen des Kyffhaasergabirges, wo ai« an recht sonnigen Stellen 
mit SteingerOll nnd niederem Baach (Biehe, Hasel, Sebnan- and Welaadom etc.) sieh tnf hllL Die Thaier, 
wo sie hftufig getroffi» wird, sind das Baren-, Kalk- und Hornjsaenthaij ferner zeigt sie sich aaf 
den Pfingstbergen, jenen Vorbergen des Kyffhaosen, in welchen die genannten Thller UegMU Sehr 
hanfig am Kyffhftuserberg seihst, der als Aufenthaltsort für sie wie geschaffen zu sein scheiut. Auch 
am nordl Abhängt' der Hainleite (im ^Nacken", einem Thalc; dcr^elhtm, welches der Sonne staric 
ausgeaetzt und mit kurzem Busch bewachsen istj kommt sie ziemlich b&ufig vor.' 



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— 267 — 



Fürstentm Waldeck. 



Anlssericbt 


Funitort 


Gewährtmaiin 


Befflerkung 


1. Arolsen. 

2. KorbaelL 

3. Wildmigai. 








1. Pyrmont. 









llofiat Dr. Speyer iu Itliodcu schreibt: „hie Kreuzotter Ut innerhalb der Greuxeu Ue» Furf-tentuiDs 
Waldflck, soweit mir bdEust, neniab bMlMcbtet irord*i(lxi An^en, Rhoden, Wildmmen umeriHirCfvoflell* 
laavb). Ob in dem «estttcben gebirgigeo und »neb mit moorigen FUcben geeegneten Teile die Siebe ebeneo 
liegt. w«fB icb nicbL Ein etvtiger Fand dttolbst aber vire mir uebt nnbekuiat geblieben." 



FUratontnni Bern filtere Lmie. 











Amtsgericht 


Fundort 


Gewahrsmana 


Bemerkung 


1. Burgk. 








2. Greiz. 


Bei Greis 


Prof. t. Ludwig 


Häufig bis vereinzelt. An Thon'^cltjpfpr- 
gehftugeu. uuweit Flulk und bumi>f, 
im Nadelweld and an der ibnlcreafe»- 
ili n I.nnd^tni^'^p. 270— 4(X)ra — Bei 
Greiz atu llirscbsteio, ferner zwischen 
Sehttnfeld und Friesen, in Nadelwald. 




Bei n(>riiiaiins|^än 


Hnfr. Prof, Dr. Liebe 


M ctam orph i üche, im Som tn r r recht heisse 




und Cliamern 


iu Gera 


Quarsite uud äaudsteiue de» obere 
Kttim and tanie Schiefer des natem, 
auch 8iluri>che Schiefer oad ddnne 


a Zenlatroda. 






Quarxitlagen. 


Im PSIlwitnrWald 


GymniidelL Btttea- 
etein io SeUeiz 


Bri den Fontvermeshungsarbeiten, die 

von ISöö/fiS im Pöllwitzer Walde 
stattfanden, hat Oberförster Ludwig 
selbst mindestens lüU Kreuzottern 
getBtet. 



Der »TeretD der Natarfirenttde' in Grtis nhlt fUr jede Medi ringeliefMrte Kreatettnr 35 Pfennige 

(s. Beilage zu No. 60 des Greizer Amta^ nnd Nacbricht$blattes 188(>). — Bis zum 4. JaH wurden im Jahre 1B86 
an Profe>:>ior Ludwig daseibst 6 Kreuzottern abgeliefert, ^vt'l('lle in dem hinter B^liemBawe gelegenen WaMe 
— 2 davon an dem luodurcbführeDden Wege — erschlagen worden waren. 



S4« 



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- 268 — 



Fürstentma Reuss, jüngere Linie. 



AiNliyGricht 


Fwidiirt 


Gvwlhrtiiiiii 


BMierkunB 


1. üera. 


Orosi»-Ajy;a 


Hofrai Proi. Dr. Liebe 


Die Feldgebulze um üruü- und KItiia- 




Kleiu-Aga 


• n 


Agft, die Parkanlagen aod ansgedeha- 




Küstriti 


n w 


teu bebuscht«u Gehäng« bei Köstritz 
b«berbergea die KreiuuUer ziemlich 
htofig in 600— 700m.— Bei KOstriti 

Aulohm. Zerhsteimlolomit, I.^'ft(•'n ond 








Sandstein de.s uuteru Buutöandes. B«i 
Aga ebenfalls nnterer Bnntsand, Ge- 
rölllager, feine Sande und schwerer 
Letten des Oligocaos. — Biase bi»- 
WQuen ; ein jut« an aimwu niv vsxr 


2. Hirschberg. 






lichent Anagange. 






3. HoheoMben. 








4 LobensteiiL 








& Scbleis. 


Sohl«» 


GyiuDUKiallehrer B«r- 
tenstein 


In der Umgebung von Schleiz vereinzelt. 
Ein Exemplar aus dem Schleuer Wald 
(h20 m) beflndet sich in der Sanun* 

lung des Oymuafiiims. .\mh in der 
Sammlung des Schlosses sind Exem- 
plare aus der Umgegend. 



Hofrat rii>f. Dr. Liebe in Optu schreibt: ,Der Kreuzottern wordrü c- irnmor weniirtT, aber nicht 
diri'kt rlurch V(ii<)li,'un:^ von Sciti'ii <ler Menschen, sondern indirekt durrli die. .\nilt>riinf,'('ii in den Kulturen, 
Die Lehdeu mit durch daä Vieh wiederholt beu<i^teD Uu^lieu «erden »eltener uud weichen regulär kulü- 
▼lerten Feldern und Uülzeru; die FeldhUaar werdeu gerodet und zu Feld gemacht 



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aea 

nuv ~ 



Ftirsteiitiim Lippe. 



Amtsgericht 


Findort 


fiewUiremann 


Bemerkung 


1. Alverdissen. 


0 






2. Blomberg. 


0 






3. Detmold. 


u 






4 HolMiiliAiiseiL 


0 






5. Horn. 


0 






6. Lage. 


0 






7. Lemgo. 


0 






8. Örlinghaiisen. 


0 






9. SalniflaiL 


0 







Dr. Weerth am Gymnasium io Detmold schreibt: „Ik'I i\m im Lippe'fldieD kommt die KMlusotter gmu 
besümmjt uicbt vor". — Ahalicb ftulsert sicli U. äcbaciit in Feldrom. 



Füntentnm Sehamlrarg-Lippo. 





Amtsgericht 


Fendort 


fiewährsmaoo 


Bemerkung 


1. 


Slldkelraig. 


0 


GymoMlaUebr. Wefg«! 


Fehlt in der nlbero Umgebong tod 




Stadthagen, 






liflckcburs. 


2. 


0 


Lehrer H. Witte 


Bei Stadthagen nicht beobachtet. 



H. Witte, Ldvw «a der L BOrgevsdnle in Stadtbagen, scbnibt: «Überbanpt tat FIntmitam 8diw»H 
bnig-Lippe bnbe idi nie Krauotten gefnnden; anch ist mir von «Uen FBnten und ObeifBnten des Laadea, 
b«i denen ieb Erknndigvngein ^gesogen habe, da« Vorkaumen vexneint worden. Ei iit demnaCb der BBckeberg 
(nordweetlidie Veilingemng den SOntel) und die nmldiit nAidlieh Torliegende Ebene jedenfidls von &eas- 
ottem fitei*. 



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Freie und Hansestadt Lübeck. 



Amtmerictt 


Fundort 


6ew8hrMiaim 


BiMriaiiil 


1. Lübeck. 


Lttbeck 


Bericht d. Natorhisior. 

Museums 


Bei Lübeck ziemlich liüiifii'. Trocken 
gelegene SchonuD^eu uiul der Rand 
der Moorein l—2<)m.— Auch pre^ttr, 
1883 m<\ l^^'> wiinlc j.- . iti Scliük-r 
des BprichU;r>;tatters veriet/i. Bei dem 
enten Sdittler trat trotz alsb*Migcr 
Gejicnmafsrc^eln, wie rr «clV^t -rhil- 
dert, eine ernste Erlirunkung ein, von 
der er erst eacli mdertbalb Woehw 
eeoaR. 



Freie und Hansestadt Bremen. 



AnitBgtricht 


FMüdort 


SewihrtnaiM 


Bemerkttiig 


L Bremen. 


Bremen 


Dir. i'rof. Buchenau 


1d der Uegend von Bremeo, namentlich 
anf boschigem Hddeboden und üi 

lichten, etwas aumooriRen Waiden 
nicht selten. GewAbrsna. hat im Juni 
\Hb^ auf buschigem Terrain zwischen 
Wollah und Vegesack an einem Tage 

fünf Kreuzottern gefangen. 




Vegesack 


Fr. Borcheriiing iu 


Im llafeu bei Vegesack, dort hingekom- 
men mit „Biteeh" ^Bändeln Holz und 

Reisern znm Schlcti-^onhan. — In der 
engen) und weitern Umgebung von 






Vegenck 


2. BrefflerhaYen. 






Tegesadi und Bremen demUdi hlnfig. 







Fr. Borcherding in Vegeijack bdireibt: „Meine meisten Exemplare fing ich unter „„Plaggen"**, das 
lind abgegrabene HeideBUtcke, die kier vid von den Bauen su Stren in den Yicliatlllen benutzt ««nl«n. 
Die naggen Verden, nachdem sie gegiaben aind, umgdtdirt anf den Boden gelegt, die Heide oack unten, 
damit lie trodmeo. EinzelDe Tiere habe ich aneh anf Dangerhaafen, nelehe der Lendnann anf Wiesen und 
FeMein anftebOttet, gefiiDden*. 



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Freie und Haneesbidt Hamborg. 



Amtsgericht 


Fundort 


Gewährsmann 


Bemerkung 


L Bngadmf. 
2. Hamlnirg. 

'S. RitzebütteL 


Bei Bergedorf 
Hambaiy 

Bei Volkadorf 


0. E. Sffe io Hunburg 

Dr. Boliiu. Üirekt. lU-- 
Zoolog. Gartens 

0. £. £iffe in Uamburg 


Häufig. 

In der Umgehend von Hamburg nicht 
selten. Es werden alljährlich wieder- 
holt Icheiide Kreuzottern iu den Zoo- 
logischen Garten gt lu ai lit 

Hiufig. l>ic f-'rr)r>ti' Aiiz:ilil d<jr in Vulks- 
dorl' und Bergedorf an einem Tage 
erbenteton Ottero beiief sieb auf 10 
resp. 23 Stück, wilhrmd 4 '"lOttf-rn 
die gewöbulicbe Zahl bilden, welche 
dem ni Gefachte konuut, der daianf 
anseebt, diese Giftacblange au fand en. 



Elsass-Lothringen. Bez. Lothringen. 



Krei» 


Fundert 


eewUlirtiiiuin 


Bemerkung 


1. Bolchen. 

2. Chateau Salins. 

3. Diedenhofen. 

4. Forbach. 

5. Mete. 


Ihi Ückingtiu 

Gone 


A. de la Fontaine iu 
Lmembnrg 

Kreis^Direktor Sittel 
ie Ueta 


Zahlreich auf dem Berge Bellevue bei 
t'ckiugen südlich von Diedenhofen. 
Saadbodea. AUiAhrUcb UnglacksOUe. 

In der mit Wald bedeckten MtigeD Um- 
gebung von Gorzp srhr !inufi;r. (Zwi- 
scbea Nuv<iant uud Doruot in den 
Rochen de kk Phraze Vipera aspla. 
2 Kxi'nii'lare, von T.plircr F Rasticr 
mitgebracht, befinden sich im Museum 
derSenekenb. GeseDacb. zu FranUtirt 
a. M.) 

Sehr häufig. — Ein Bifs mit tötlichem 

Ausgange . 
In den wikUgen Bergabhtngen. 


6. Saarbnrg. 

7. Sa&rgemünd. 


Im Tbale 3ionv»ax 
Bei PtorpeviUeiB 


Kreis "Direktor 
in Hots 

9 


Sittel 



ElsfUM-Lotiirmgen. Bes. üntfirEbasB. 



Kreis 



Fundort 



Gewährsmann 



Bemerkung 



L Efstfin. 

2. Hagenan. 

3. Mölsheim. 

4. Schlettstadt. 

5. Strassburg. 

6. Weisseabvrg. 

7. Zabem 



1. Altkirch. 
& Ctohwsiler. 

3. Eolmar. 

4. Mülhansen. 

5. Kappoltsweiler. 
%. ThuuL 



0 
0 
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B«. Ober-EDsau. 



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DI« KreoMtter towolil wie die Aspiinper ftUen im Ebab. 

Dr. L. Dflderlein in StnüUwrg iclivBibt: »Am dem EtaaJi liefiiidet eich Iceiii Eiemipler einer Kreitsotter 
im Naturhistorieehen Husenm zn Stnfilniig; euch iit mir kein Fall belcannt, der dea Yerfcommen «ficeer 

Sdilange im Klsab bewiese. Aach V. a':pi> scheint im Elsafs ganz zu fehlen'^. 

RcaLHchuldin>ktor Cranicr in Rorr »chrtibt ; ,Ich habe weder im MünsttTt.liale (Oberolsafs, Iloch- 
vogeseo). mxh hier bei harr (UnterelsaXs, Mittelvogesen und VorhOgel) Jemals von dem Vorkommen der 
Kreuzotter etwas erfahren". 

Über ein nach barr verschlepptes Exemplar s. AUgemeiaes p. 141. 



In Lothringen kommt sowohl Y. beros als V. a^tia tot; wie dieeelben jedoch dorten verteilt sind, 
iat bii jetit noch ni^t genan leatgestellt — üeber ehMB Btfo mit tfliUdiem Ausgange s. Allgemeines p. 146l 



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S c Ii 1 u s s w 0 r t. 



IKe «ogei&gte Karte bietet ein abenlebtlteke« end, wie ieh glanle, Idvr«iehe8 BfM 
aber <tte Terbieitttng der Kr«t»otter in DeutschtoDd. "^k finden «i« in Saden tvf den 
guMo Alpenfebiet Ttrseicbset und nBrdlicb dtven auf der Hochebe&e Sdunbem und Ober- 
beyen» bis nr Den««. Weiter im Kordes gebt sie nit den Schwlbiiclieii und FitokiMbeii 

Jura durch Württemberg, die Hohenzolleruschen Luide ntld Bayern bis in die Gegend von 
EicbstlUiL Auch in dem Schwärzvald findet He sich an mehreren Punkten. Mit dem Frankenjura 
— auf dieser Strecke meist nur vereinzelt — und dem Olwrffnlzpr Wald fdem Böbmisch- 
Kavrischen Waldgebirge"! zieht sie nordwärts bis zum Fichlel^ehiige. liier zeigt sie sich 
sehr zahlreich; ebenso aui' dem nordöstlich davon fjeleffpnen Zii^'e des Ejzgebirges. Weiter 
finden wir auf dem Lauaitzer Gebirge uud in den Gebirgen Schlesiens bis zur Greuze 
?«D P«l«n «nd GalnieB. Vw den übrigen Gebirgen DeatHUawb bdmrbergen «i« der 
Bant, der Tbfliringer Wald nad die RbSn. NKrdüeh des gesanten deutsehett Mittel- 
gebirges könnt die Krenwtter xerstreut nnd mebr vereinet vor; nur hier and d» seigt 
sie sieb in grSluTer Menge, wie in der Gegend von Berlin. &blnieb «leheint sie wieder 
in den nit M««r nnd Heid» bedeckten Norddentsdien Tief lande. Ost- nnd WestprsnlMn, 
Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, die GeUete der Ransestidt», Haasorer mm Teil 
nod Oldenburg bieten ergiebige Fundorte. 

Die Einwanderung nach vielen vereinzelten Punkten, welche wir auf diT Karte rtn!ze<:eben 
finden. lftf>t ^icb durch Narhnlrlren aus der benacliliarten (icf/cTul, wo dir Kreuzotter in gro/ser 
Zahl vorkommt, leicht crkläreu. Schwieriger wird die .^ache, wen» ein vereinzeltes Vorkommen 
sich iu eiuem Gebiete zeigt, das auf meileuweiler Eutteruung keine ICreuzotter birgt. Hier 
beben wir entweder «a dne Veracbleppung durch MeMdien oder Tiere — StArdn x. B. — > 
na denkeni oder aber, wir »(taten au geg»n die Angabe des Gewtbnmsaties so lange nis- 

* 

tranfach veibaltcD, bis ein Belegntflek rar Stelle gescbaft wird. In den sdtensten FAIlen nag 
ein solches Teieinxeltes Voifconncn als das UeberUeibad einer einst etterreichen Gegend 
hetciditBt werden kSiitten. 

MhMit. ut s«Mkti>k »Mut otMUMk ZT. ' n 



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Frei von Kreuzottern Mtiii dii^ iiurdliche Ba ien uud Würllümbiarg «Oenaueres s. p. 240 und 
243), der gröfscre Teil von Uoterfrankeu — dm Hhungebiet auägeaommea — das gaiue Grofii' 
hermgtim H«M«n, d«r 6eg.-Bex. WtabadM« dte Rb^iiwonu Amähm von weuisen 
Fondortea, dw Farsteatum KrinnfeU, die ganx« PCiti, Ober- und OiiterehaEt. Aneh in 
den Filnteiitainero Sduumbnrg'Lippe und Lippe, dem FOnteBtam Weldeek wtbncbeioUeb 
and in den Hemgtom Sadiaen-Kobttii; fehlt die Kieuotter. 

Ftigen wir nach der Ursiche, iniraoi gerade Id den genannten Giq^nden die Ereni* 
Otter fehlt, so ist in erster Linie das milde Klima derselben an Demien. Die benxetter Hebt 
eiue etwas rauhere Du^chschllitt^lemperatur und einen nicht zu trockenen, sich durch die 
Sonne «tark «»rwflrmcudcu Boden. Wo sie im Süden Deutschlands sich findet, da -iiid 
durchwcK höher «elej^ene Punkte, die selten unter 3t»0 m ü. M. hcrab^oheu, iiiL'i>tens aber 
viel hölior liosoti nrni rlemuai'h auch eine kältere mittlere Jahre<teiiii*eratur haben. Im 
Noiiit-ii siud ihre Wohiiplätzc hauptsächlich lu deu Heide-- und Moorgegenden. Letztere fehlen 
iu der Kegel in den otterfreien Gebieten. Da und dort mag die Kultur zu ihrer Verminderung 
beigetragen haben ; aber Ibr Fehlen in «eiter Anadehnang ist dienern Umatande sicher nicht 
mnachreibM. Kiedeniogen, wddie seitirdae von Uebetaebwemmangen hetmgesncht «erden, 
Qod Uarschgebiete beherbergen sie nicht. 

Schon im allgemeinea Teile dieser Abbandlnng ist erwähnt, dala viele Osifaiete frei von 
Ottern sein mdgeo, obgleich alle Lebensbedingnngen farlhrFertkomneo gegdien aind. kh habe 
als Grund dafür die Schwierigkeit angeführt, welche sich der Einwanderung oft entgegenstellt» 
und solche Schwierigkeiten, die nicht überwunden werden, bilden lüe Flüsse. Anf der rechten 
Seite der ^fo«el finden wir weder V. berus noch V. aspis. obwolit beide .■Vrten a\if dem linken 
liier derselben mitunter ^t hr zihlreicb sinfl. Nördlich der Pegnitz im Sebalilerwalde i-it, wie 
schon einmal hervint^elirilieii waide, die lüeuzotler mindestens sehr selten, wahrend sie im Süden 
der Pegnitz, im Lorcnzerwalde, sehr häufig ist, und doch licKäu, uo^h Dr. Hagen in Nürnberg, 
auf beiden Seiten die Verhältnisse Ähnlich. Auch in Kultur befindliche Gegenden stellen der 
Wnndemng Hemmnisse entgegen. Es wiie aehr an wünachen, dafs ftr die Obrigen Ltnder 
Enropea AhnSche Verbreitungsharten, wie die hier gebotene, angelertigt wttrden; denn je 
wdlter der UeberbUck, desto kfairer olenbaren aieh die Ursachen der Erseheinnagen. 

üeber den Eiainia der Bodenbeschafleabeit and der Bodenerhebang a»f die Flihong 
der &«oaotter wnide achon im allgemeinea Tdle dieser Abbandlnng geqnocbinL Es bleibt 
noch die Frage zu erSrtem, warum die Kreuzottern, welche auf dem Gebirge und namentlich 
aaf d«n Hochgebirge leben, niemids die QtUfa» deijenigen Tiere eireichen, wehshe mehr in 



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der Ebene, abo vornehmlich in Norddeutschland l^btn Die UcMChe ist zweifelsohne für die 
hochgelegenen Punkte der cleutichen Gebirge darin zu suchen, worauf Fatio für die Alpen 
der Schweiz hingewiesen hat (s. F. Mil